Gesundheit im Fokus

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Fleischproduktion in Südtirol Rinderzuchtverband, Verband der Südtiroler Kleintierzüchter und Südtiroler Haflingerpferdezuchtverband. „Im Jahr 2017 wurden in Summe über 44.100 Stück Vieh vermarktet“, führte Prossliner aus. Am Qualitätsfleischprogramm, das 2007 angelaufen ist, nehmen derzeit 200 Bauern und 7 Metzgereien aktiv teilt. Im Vorjahr wurden 427 Stück Vieh über dieses Programm verkauft. Das KOVIEH übernimmt die Vermittlerfunktion, betreut die Betriebe und ist Garant für die Rückverfolgbarkeit. Auch auf die Ziele des Qualitätsfleischprogrammes verwies Prossliner: Förderung der qualitativ hochwertigen Rindermast, Schaffung eines konstanten Angebots, Definition klarer Produktions- und Kontrollvorschriften sowie Beratung und Unterstützung der Bauern. Als

Herausforderungen nannte er: Bedürfnisse der Konsumenten verstehen und erfüllen; flächendeckende Belieferung von privaten Haushalten und Gastronomiebetrieben; Belieferung öffentlicher Einrichtungen (Kindergärten, Schulen, Altersheime, Krankenhäuser); Erlös muss im Verhältnis zu den Produktionskosten steigen. Das Qualitätszeichen Südtirol gilt für 3 Kategorien: Vollmilchkalb, Kalbin und Ochse. Im Vergleich zu den herkömmlichen Versteigerungspreisen bei Schlacht- und Masttieren erzielen jene Tiere, die über das Qualitätsfleischprogramm verkauft Herzlicher Empfang in Brüssel: EU-Kommissionspräsident werden, durchschnittlich einen um 15% höheren Erlös. Das AngeJean-Claude Juncker (links) bot an Qualitätstieren sei derzeit und LH Arno Kompatscher. konstant, „die Nachfrage seitens der Abnehmer durchaus ausbau- BRÜSSEL/VINSCHGAU - Beim fähig.“ SEPP Treffen zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und LH Arno Kompatscher am 16. November in Brüssel wurde auch über eine mögliche Zugverbindung Vinschgau-Schweiz gesprochen. tonten Kälbern unterschieden. Kompatscher berichtete vom Auf jedem Partnerbetrieb wur- jüngsten Treffen mit der Kanden die Kälber 6 Mal gewogen. tonsregierung von Graubünden, Dabei ergab sich, dass „ad libi- bei der auch die bessere Bahntum“-getränkte Kälber um über vernetzung im rätischen Dreieck 6 kg mehr zunahmen als ihre besprochen und die Suche nach Vergleichsgruppe. Die „ad-libi- einer idealen Trasse unter Einbintum“ getränkten Kälber nahmen dung Tirols vereinbart wurden. mehr Milch zu sich. Auch die Juncker zeigte sich erfreut und gesamten Kosten und der Nutzen optimistisch, dass die beteiligten beider Tränkeverfahren wurden Länder (Südtirol, Tirol, Graubünermittelt. Laut Elisabeth Haid, den und Lombardei) die europädie das Matura-Projekt vorstellte, ische Bedeutung dieser alpenkommt Steiner zum Schluss, dass querenden Verbindung glaubhaft die „ad libitum“-Tränke-Methode vermitteln können, um so Zugang zu europäischen Finanzierungen die bessere sei. SEPP LPA zu erhalten.

Foto: LPA/Horst Wagner

BURGEIS - Über den derzeitigen der Stand der Dinge bei der Fleischproduktion in Südtirol informierte beim Berglandwirtschaftstag Daniel Prossliner (im Bild), der innerhalb des Südtiroler Viehvermarktung s konsortiums KOVIEH für das Qualitätsfleischprojekt verantwortlich ist. Das KOVIEH umfasst die Vermarktung von lebenden Schlacht- und Masttieren aller Rassen und Tiergattungen sowie die Totvermarktung von Kalb- und Rindfleisch. Als Genossenschaft 2. Grades wird sie von den 4 Zuchtverbänden getragen: Südtiroler Braunviehzuchtverband, Südtiroler

Zugverbindung Thema in Brüssel

Matura-Projekt zu Tränkeverfahren BURGEIS - Auf viel Zuspruch beim Publikum stieß auch das Matura-Projekt 2018 von Simon Steiner, Absolvent der Fachschule und seit Oktober 2018 Student an der Universität für Bodenkultur Wien. Steiner hatte sich mit der Projektbetreuerin und Fachlehrerin Elisabeth Haid (im Bild) sowie in Zusammenarbeit mit dem BRING mit verschiedenen Tränkeverfah-

ren in der Kälberaufzucht befasst. Er analysierte die aktuelle Tränke-Methode am elterlichen Betrieb und hielt gleichzeitig Ausschau nach alternativen Tränke-Methoden. Von Oktober 2017 bis April 2018 untersuchte er je 3 Betriebe in Mals und im Ahrntal. Insgesamt umfasste die Versuchsgruppe 72 Kälber. Steiner stellte einen Vergleich zwischen Kälbern, die „ad libitum“ getränkt wurden (dabei steht den Kälbern ständig Tränke zur Verfügung) an, und solchen, die restriktiv getränkt wurden. Es wurde auch zwischen fleisch- und milchbe-

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