„Der Luis hat sich viel traut“

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Neues Gipfelkreuz ROJENTAL - Am 3. August dieses Jahres hat ein direkter Blitzeinschlag das Kreuz am Inneren Nockenkopf (2.772 m) vollständig zerstört. Die Bergrettung von Reschen machte es sich zur Aufgabe, alles daran zu setzen, um möglichst rasch ein neues Kreuz zu errichten. Angefertigt wurde es von den Forstarbeitern der Gemeinde Graun. Der Spengler Franz Schöpf aus Reschen stattete das Kreuz mit Aluminium-Ringen aus, damit es gegen Blitzeinschläge geschützt bleibt. Mitte Oktober ergab sich die Gelegenheit, das Kreuz mit einem Hubschrauber auf den Gipfel zu

fliegen. Am Samstag, 20. Oktober, Herbstwetter auf den Weg, um ren-Berg ist. Jetzt zeigt wieder das fand an der neuen Höllental Bahn das Kreuz aufzustellen. Im Winter Gipfelkreuz das Ziel am Berg an. auf Schöneben eine Übung statt. wird der Innere Nockenkopf öfter RED Im Anschluss daran machten sich begangen als im Sommer, da er einige Bergretter bei schönem ein weitum bekannter Skitou-

Gipfelkreuz-Einweihung am Glockhauser LANGTAUFERS - Am 22. September wurde am Glockhauser (3.021 m) in Langtaufers das Gipfelkreuz eingeweiht. Trotz anfangs nebeligem und windigem Wetter hatten sich 19 Bergbegeisterte auf den Weg gemacht, um an der Einweihung des neu errichteten Gipfelkreuzes teilzunehmen. Mit jedem Höhenmeter, der zurückgelegt wurde, lichtete sich der Nebel und schon bald waren die Teilnehmer „über den Wolken“. Auf dem Gipfel angekommen, strahlte sogar die Sonne, während im Tal unten immer noch der Nebel hing. Treffende Worte fand Dekan Stefan Hainz bei der Gipfelmesse. Unter anderem erklärte er die Bedeutung des Kreuzes auf dem Gipfel eines Berges und im Speziellen auf dem Gipfel des Glockhauser. Wenn ein Kreuz auf einem Gipfel von über 3.000 m errichtet werde, dann sei das von einer tieferen Bedeutung. Es komme damit zum Ausdruck, was das Höchste im menschlichen Leben ist: der Herr! Dann sei bei einem Bergkreuz in exponierter Lage die Verankerung besonders wichtig. Ein Kreuz wird ja nicht nur für ein Postkartenwetter errichtet; es muss den Stürmen trotzen, den Gewittern, dem Winter. Die Verankerung im Felsen – das sei für uns ein Zeichen, dass unser Glaube fest

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wie der Fels sein müsse. Er dürfe auch nicht nur ein „Schönwetterglaube“ sein. Und schließlich habe das Kreuz am Glockhauser noch etwas Besonderes: es stehe auf einer Grenze: auf einer Staatsgrenze, auf einer Diözesangrenze, auf einer Gemeindegrenze, auf einer Fraktionsgrenze, auf einer Pfarrgrenze, auf einer sprachlichen Dialektgrenze. Auf dieser Grenze breite es weit seine Arme aus, und damit werde es zu einem Mahnmal des Friedens, ein Mahnmal zum Verstehen, zum Rücksichtnehmen, zur poli-

tischen Weisheit, zum Ausgleich, zum Miteinander: „So wie der hl. Paulus sagt: Christus hat durch sein Sterben die trennende Wand der Feindschaft niedergerissen: er ist unser Friede.“ Auch woher der Name „Glockhauser“ kommt, versuchte der Dekan zu deuten. Genau hinter dem Glockhauser stehe der mächtige Glockturm (3.355m). Da jeder Glockturm auch ein Glockhaus habe und unser „Glockhauser“ genau vor dem „Glockturm“ stehe, sei das eben das Glockhaus. Ein Dank gebührt allen, die bei der Errich-

tung des schönen Gipfelkreuzes mitgeholfen haben, vor allem der Fraktionsverwaltung Langtaufers, der Forststation Graun, Norbert Hohenegger, Stefan Hell und dem Dekan Stefan Hainz. Mögen sich unzählige Bergsteiger, Bergbegeisterte und vor allem auch die vielen Schitourengeher im Winter an dem schönen Gipfelkreuz erfreuen und sich beim Anblick dieses Gipfelkreuzes auch einen entsprechenden Gedanken machen. JOSEF THÖNI