Abschied mit Botschaft

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Skibetrieb am Kaunertaler Gletscher triebsleiter Franz Wackernell. Die 33. Ausgabe des renommierten Kaunertal Opening presented by Blue Tomato (KTO) steht zwischen 12. und 14. Oktober neben Contests, Equipment-Tests und Partys ganz im Zeichen der Premiere des brandneuen Snowparks. Bereits seit zwei Jahren zierte zum KTO die 800 m lange „Half Mile JibLine“, neben Pro Kickern und Easy Line, den Park. Dieses Jahr Je nach Wetterlage sollen in den erwartet. „Vor allem Athleten, die wird der Snowpark Kaunertal kurnächsten Tagen weitere Lifte ge- im Sommer nicht die Gelegen- zerhand an eine noch nie bebaute öffnet werden. Auch einige inter- heit hatten, in Südamerika oder Location unter die Gondeln der nationale Trainingsteams werden Neuseeland zu trainieren“, so Be- Karlesjochbahn verlegt. RED Foto: Kaunertaler Gletscher

KAUNERTAL - Am 29. September hat auf dem Kaunertaler Gletscher der Skibetrieb begonnen. „Die Kombination aus guten Bedingungen sowie unserem Schneedepot mit 13 Hektar Schnee ermöglichten den geplanten Saisonstart am Kaunertaler Gletscher“, so Betriebsleiter und Pistenchef Hansjörg File, der mit seinem Team intensiv an der Präparierung der Pisten gearbeitet hatte. Geöffnet sind seit dem 29. September die Karlesjochbahn (die Gondelbahn führt auf über 3.000 Meter Seehöhe) sowie der Schlepplift Falgin.

Vortrag und Diskussion mit Johann Zaller MALS - „Pestizide – die unterschätzte Gefahr“ heißt das Thema des Vortrags- und Diskussionsabends, der am 12. Oktober um 20 Uhr auf Einladung der Umweltschutzgruppe Vinschgau im Kulturhaus in Mals stattfindet. Hauptreferent ist Johann Zaller (Universität für Bodenkultur, Wien). Mit am Podium

sitzt Michael Oberhuber (Versuchszentrum Laimburg). Die Moderation übernimmt Markus Lobis. Johann Zaller ist Zoologe, Buchautor und Mitglied u.a. der European Citizen Science Association. Zaller, Autor des Buches „Unser täglich Gift“ beschäftigt sich seit längerem mit den Auswirkungen von Umwelt-

veränderungen auf Organismen und Ökosystemfunktionen. Für Andreas Riedl, Mit-Initiator und Geschäftsführer des Dachverbandes für Natur- und Umweltschutz, ist nicht nur der Blick von außen wichtig, sondern ebenso tragend seien „die Möglichkeiten, die sich aufgrund Zallers weltweiter Erfahrung mit der Thema-

Johann Zaller

tik bieten sowie der transparente und nachvollziehbare Ansatz des Wissenschaftlers, der klare Fragestellungen zulässt“. RED

AUFGESPÜRT & AUSGEGRABEN (9)

Aus dem vorletzten Loch gepfiffen Zu behaupten, Donald Trump wäre ein Meister der ausgewogenen Töne und feinen Nuancen, kommt der Wirklichkeit ungefähr so nahe, als würde man eine Axt als geeignetes Werkzeug für eine Blinddarmoperation halten. Seine Politik der Provokation und Konfrontation wird besonders fatal, wenn es um Probleme geht, die nur von der internationalen Staatengemeinschaft gemeinsam gelöst werden können. Beim Klimawandel zum Beispiel. Trumps Aussage, dieser sei eine Erfindung der Chinesen, um der US-Wirtschaft zu schaden, kann kaum ernst genommen werden. Was kann man gegen die Erderwärmung machen? Blicken wir dreißig Jahre zurück zu einem Thema, das über lange Zeit hinweg in den Medien präsent war und das Politiker und Wissenschaftler gleichermaßen beschäftigt hat. Heute findet es nur mehr vereinzelt, wenn überhaupt, den Weg in die vorderen Schlagzeilen: das Ozonloch. Seit den 1980er Jahren war das Phänomen über der Antarktis nicht mehr zu leugnen. Die Konzentration von Ozon in den oberen Luftschichten nahm dramatisch ab, wodurch die für den Menschen schädliche UV-B-Strahlung zunahm. Zeitweise war das Loch so groß wie ganz Nordamerika. Doch Wissenschaftler erkannten die Ursachen, wofür es später sogar den Nobelpreis für Chemie gab, und Politiker handelten. Das Montrealer Protokoll aus dem Jahre 1987, mit dem die ozonzerstörenden Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) verboten wurden, war ein Meilenstein und zeigt, zusammen mit weiteren strengeren Verträgen, seine Wirkung. Seit vielen Jahren ist, bei allen jahreszeitlichen Schwankungen und unvorhergesehenen Ereignissen wie Vulkanausbrüchen, eine Erholung der Ozonschicht zu beobachten – auch wenn es noch lange dauern wird, bis sich das Loch schließen kann. Die positive Botschaft lautet: Vernünftige Entscheidungen auf wissenschaftlicher Basis fruchten. Dies hat man (hoffentlich nur vorübergehend) im Weißen Haus vergessen. Z

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