Lebenswertes Mals

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Der Bewahrer mit Pinsel und Farbe sieht, schaut und hält fest. Mit Bleistift zuerst oder auch an Ort und Stelle schon mit Pinsel und Farbe. Es ist sein Vinschgau, in dem er seine Motive findet. Vor allem der Obervinschgau hat es ihm angetan. Er ist für Ziernheld nie nur Ansichtssache gewesen, sondern immer ein Herzensanliegen. In allen Stimmungen und aus immer neuen Blickwinkeln. Der leidenschaftliche Maler aus Burgeis, der in Prad wohnt, fühlt mit seinen Objekten. Er ahnt, wann die letzte Stunde einer verwinkelten Häusergruppe oder einer malerischen Straßenansicht geschlagen hat. Mit einem tiefen Gefühl für Farbnuancen,

Lichtstimmungen und -kontrasten versucht er die Spuren der Geschichte und der bäuerlichen Architektur in die Erinnerung zu retten. Fast berufen fühlt er sich, das Schwinden der Gletscher in Öl oder Aquarell zu dokumentieren. „Jede Ausstellung ist ein wenig mein Lebenswerk“, sinniert er. „Die Ausstellung in der Tschenglsburg ist eine Retrospektive von 30 Jahren. Im Mittelpunkt der gut 80 Bilder stehen die Tschenglsburg, die Höhenburg Tschenglsberg, Almen, Dorfansichten und Häuser, die es nicht mehr gibt.“ Die Ausstellung im Kulturgasthaus Tschenglsburg ist bis 29. Juli täglich außer montags von 11 bis 24 Alois Ziernheld, im Hintergrund Schloss Hinterburg bei Tschengls. Uhr zugänglich. S Foto: Paul Ziernheld

TSCHENGLS - Alois Ziernheld

Kühler „Hechtsprung“ SCHLANDERS - Es war ein Septemberabend im Juni, als Andreas Koll und Andy Arnold zum „Hechtsprung in die Bayerische Seele“ ansetzten. Zur Verfügung stand ihnen im Innenhof der Schlandersburg ein Instrumentarium, das von Tuba über Gartenschlauch bis Jagdpfeife, von Saxophon über Klarinette bis Hammer und Kuhschelle reichte. Angekündigt worden war nicht nur Musik und Literatur, sondern jenes Element, das Tiroler und Bayern als ein Volk identifiziert, Die bayerischen Buben Andy Arnold und Andreas Koll (v.l.) in der Schlandersburg. der „Schmarrn“. „Inspirieren ließen wir uns am Rimpfhof“, erklärte Andreas Koll, „schon seit über 20 Mittelpunktbibliothek und seither Besten zu geben. Nach der bayeJahren.“ Seither bestehen Kontakte besteht das Bedürfnis, das Inspi- risch gemauschelten Einführung zu Raimund Rechenmacher in der rierte musikalisch gerahmt zum und einer ersten Erklärung des

Haupttitels „Hasenscharte“ folgte spritzige Musik mit bekannten Melodien im Ansatz. Vollste Aufmerksamkeit verlangten die Abschnitte aus der bayernkritischen Literatur, vermischt mit Eigenschöpfungen aus Rimpf. Karl Amery und Herbert Achterbusch kamen zum Zuge, ebenso das „Liebeskonzil“ des Oskar Panitza. Ausführlich wurde erklärt, warum „das Leben ganz schön unappetitlich“ sein kann und warum Sprechprobleme durch eine „Hasenscharte“ die Ausrede für „eine mangelnde Koordination zwischen Sprechorgan und Gehirn“ sind, aber eine „Scharte“ könne man „auswetzen“. S

Neue und alte Film-Technik gezeigt GOLDRAIN - Zum ersten Tag der

offenen Tür lud unlängst der Amateurfilmer Verein Vinschgau in sein Vereinslokal in Goldrain ein. Dabei konnten die Besucher erleben, wie sich die technische Ausrüstung zum Drehen, Schneiden und Vertonen eines Filmes im Laufe der letzten Jahrzehnte verändert hatte. „Immer wieder hatten Interessierte bei unseren Filmvorführungen gefragt, mal hinter die Kulissen blicken zu

dürfen“, erklärte Josef Gufler, der Obmann des Vereins, gegenüber dem der Vinschger. Unter anderem wurde in diesem Rahmen die Möglichkeit geboten, schon etwas ältere Kameramodelle und analoge Schnittgeräte zu bestaunen. Aber auch die neuste Anschaffung des Vereins konnten die Interessierten jüngst kennenlernen und diese wird künftig auch allen 33 Filmbegeisterten im Verein zum Ausleihen zur Verfügung stehen:

die Gimbal-Kamera. „Damit können beim Drehen alle Schwankungen und Bewegungen ausgeglichen werden. Sogar Laufen ist damit während des Filmdrehens mit der richtigen Technik möglich“, schwärmte der Obmann. Die neue Ausrüstung wird sich schon in Kürze bewähren müssen, denn wie Gufler verriet, stehen neue Filmprojekte ganz oben auf der Tätigkeitsliste der Vinschger MG Amateurfilmer.

Vereinsobmann Josef Gufler (rechts) zeigte einem Interessierten den richtigen Umgang mit der Kamera. DER VINSCHGER 24/18

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