Turbulenter Auftakt

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Foto: René Holzknecht)

Die größte Ansammlung an Produktköniginnen aller Zeiten mit der Jodel-, der Spargel-, Speck-, Apfel-, Braunvieh-, Törggele-, Honig-, Rosen-, Garten- und Erdbeerkönigin. Dazwischen Moderator Regensburger, Bürgermeister Georg Altstätter und der Olympier Dominik Windisch.

und an sich naheliegende Weise. Anstatt die Besucher zu den Versuchsfeldern und zur Verkostung einzuladen, brachte man das „süße Früchtchen“ zum Festplatz und damit zu den Menschen. Erdbeerexperte Max Zago vom Versuchszentrum Laimburg stellte die in Martell angebauten Sorten und viel versprechende Neuentwicklungen vor. Stimmgewaltig unterstützt wurde er von den Moderatoren Leander Regensburger und Guido Da Vido, die nach Verkostung und Beschnupperung mit dem „Applausometer“ die Akzeptanz der Sorte feststellten. In Sekunden, nachdem Erdbeerkönigin Jasmin Perkmann das gefüllte Erdbeer-Plateau erhalten hatte, waren die Beeren schon sprichwörtlich in aller Munde. Akustisch untermalt von den Original Untersteirer und den Schla-

gersternen Gina aus Tirol und Allessa aus der Steiermark war es die perfekte Einstimmung auf den Anstich der „Riesenerdbeertorte“. Landesrat Richard Theiner waltete routiniert seines Amtes, assistiert von der Erdbeerkönigin, von Lokalpolitikern, Landtagsabgeordneten und Landtagskandidaten und -kandidatinnen. Aromatische Neuigkeiten Bald stand fest, dass der in Martell am meisten angebaute Sorte „Elsanta“ auch am heftigsten applaudiert wurde, dass die über den ganzen Sommer tragende Sorte „Murano“ eher bescheidenen Applaus erhielt und die aus Südfrankreich zugewanderte, früh reifende „Darselect“ auch nicht die Gunst der Verkoster fand. Alle waren gespannt auf

die angekündigte 4. Sorte. Experte Zago durfte weder Name, noch Versuchsnummer nennen, als er erklärte: „Wir sind dabei, eine Erdbeersorte für Südtirol und speziell für das Martelltal zu entwickeln. Ich kann jetzt schon eine Besonderheit verraten, sie wird nach Walderdbeeren duften.“ Tatsächlich wurden die Besucher gebeten, nur zu riechen, weil zum Kosten der Vorrat nicht reiche. Die duftende Unbekannte reihte sich im Applaus hinter die Elsanta ein. Moderator Regensburger konnte sich vorstellen, dass bei einer systematischen Bepflanzung das Martelltal nur mehr nach Walderdbeere durften würde. Max Zago war bereit, den „der Vinschger“ hinter die Kulissen der Erdbeer-Züchtungen blicken zu lassen. Seit 2011 sei man auf Anregung des damali-

Katharina Gluderer machte die Erdbeere zum Matura-Projekt. Im Bild mit Vater Roland.

gen Geschäftsführers der MEG, Peter Gamper, dabei eine Sorte zu suchen, die sich deutlich von der Masse abhebt, die reichlich trägt, resistent ist und gut schmeckt. „Die Kreuzungen für uns macht die Forschungsanstalt Crea in Cesena. Heraus kommen viele Sorten. In einer 1. Phase beginnt die Laimburg im Versuchsfeld von Jenesien auf 1.200 Höhenmetern zu pflanzen. In der 2. Phase kommt Martell dazu“, erläuterte Zago. Insgesamt laufe ein Züchtungsversuch in 3 Phasen. Um konkrete Ergebnisse vorzuweisen, brauche es mindestens 10 Jahre. GÜNTHER SCHÖPF

„Es schaut nicht schlecht aus“ MARTELL - Am Rande des Erdbeerfestes hat sich der Vinschger beim Obmann der Marteller Erzeugergenossenschaft MEG, Reinhard Staffler, nach dem Befinden der Genossenschaft, nach Vermarktung und Ernteaussichten erkundigt. der Vinschger: Herr Staffler, wie ist die Stimmung in der MEG? REINHARD STAFFLER: Die MEG steht gut da. Die 45 Mitglieder schauen positiv nach vorn. Wir, das heißt der zuständige Geschäftsfeldleiter und Verkäufer im Verband, in der VI.P, haben gute Arbeit geleistet und gute Auszahlungspreise erzielt. Natürlich wäre es besser gewesen,

Wie könnte eine Ernteprognose bei den Erdbeeren ausfallen? Wir gehen davon aus, dass wir heuer an die 400 Tonnen Erdbeeren ernten werden. Letztes Jahr waren es nur 320 Tonnen.

mehr Menge zu haben. Im letzten Jahr haben wir sehr unterm Frost gelitten. Man hört von einem Drittel mehr an Erdbeeren als letztes Jahr. Hat sich die Anbaufläche vergrößert? Das Ausmaß von vor 10 Jahren erreichen wir nicht mehr. In den letzten Jahren ist die Fläche in etwa gleich geblieben. Zugenommen hat die Fläche für Blumenkohl. Und für Kirschen. Ja, dort ist auch etwas dazu gekommen. Nach dem Frostjahr gehen wir bei den Kirschen von einer normalen Ernte aus. Vielleicht haben wir auch Glück

Man spricht sogar von bis zu 450 Tonnen. Im Grunde kann man zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts sagen. Wir ernten noch zweieinhalb Monate und es kann noch allerhand passieren. mit der Kirschessigfliege. Für sie herrschen derzeit mit Trockenheit und Wind keine idealen Verhältnisse.

INTERVIEW: GÜNTHER SCHÖPF

DER VINSCHGER 23/18

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