„Ziehen an einem Strang“

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Blick auf den südöstlichen Teil des Gemeindefriedhofs in Partschins; im Bild rechts: Grabhügel als Herausforderung für den Friedhofswart

Für Friede auf dem Friedhof Damit der Gemeindefriedhof von Partschins „schönster Friedhof“ bleibt. PARTSCHINS - Sowohl Hartmann Nischler als zuständiger Referent, als auch die Initiatoren waren überrascht vom Interesse am Gemeindefriedhof. Nicht alle fanden einen Sitzplatz bei der Bürgerversammlung Ende Februar im Geroldsaal von Rabland. „So konnte es nicht weitergehen“, erzählte Sieglinde Holzknecht. „Ich habe mit vielen Frauen gesprochen und alle waren brennend an einer Lösung des Problems ‚Grabbegrenzungen‘ interessiert.“ Von den erhöhten Grabhügeln rutsche die Erde ab; angesetzte Pflanzen würden verdorren, der Friedhofswart tue sich schwer

beim Mähen, erklärte Holzknecht. Eine telefonische Anfrage beim Referenten sei ergebnislos geblieben. Die Friedhofskommission habe nichts unternommen. Erst der schriftliche Antrag führte zur Einberufung einer Bürgerversammlung. Referent Nischler zitierte den Artikel 53 der Friedhofsordnung, der eine „Einfassung des Grabhügels“ verbiete und die Gestaltung des Erdabsatzes dem Friedhofswart übertrage. Nach der Diskussion über diesen „brennenden Punkt“ (Dorfzeitung Zielerwind) sprachen sich bis auf einer Ausnahme alle Anwesenden für eine Eingrenzung aus. In der

Gemeinderatssitzung vom 5. Juni nutzte Sieglinde Holzknecht die Möglichkeit der „Fragestunde für die Zuhörer“ und erkundigte sich, wie weit der Gemeinderat mit den „Umrandungen der Gräber“ sei. Man habe sich im Ausschuss Gedanken gemacht, erwiderte Hartmann Nischler. Er verwies auf die nächste Sitzung der Friedhofskommission und dass man alle zu einer einheitlichen Umrandung aus Cor-Ten-Stahl verpflichten müsse, um den Gesamteindruck „eines der schönsten Friedhöfe Südtirols“ nicht zu verlieren. Sinngemäß meinte er: „Mal schauen, wie viele dann

dafür sind, wenn’s ums Zahlen von 200 bis 250 Euro geht.“ Holzknecht zeigte sich überzeugt, dass die meisten ihren Beitrag leisten werden. Auf Anfrage wiederholte Nischler seine Zweifel, ob die Bürger bereit wären zu zahlen. Die Friedhofskommission werde sich in der nächsten Sitzung mit dem Thema befassen. Wahrscheinlich werde ein Fragebogen ausgearbeitet, damit die Bevölkerung sich über das „heikle Thema Umrandungen“ informieren und darüber abstimmen könne. GÜNTHER SCHÖPF

Aktuelles Thema Leerstand PARTSCHINS - Die stürmische Stimmung mit Blitz und Donner im Burggrafenamt hatte nichts mit der Gemeinderatssitzung am 5. Juni in Partschins zu tun. Die verlief in der Zieltalgemeinde wie gewohnt sachlich und ruhig. Nach der Genehmigung des Protokolls hatten 16 anwesende Räte von 18 unter dem Vorsitz von Bürgermeister Albert Gögele eine „Interpellation zur Bestandserhebung gemeindeeigener Wohnungen“ zur Kenntnis zu nehmen. Die Räte der Süd-Tiroler Freiheit, Gertraud Gstrein und Dietmar Weithaler, wollten nicht nur den Bestand wissen, sondern auch wie sie in den Besitz der Gemeinde gelangt sind, welche genutzt werden, welche leer stehen und

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DER VINSCHGER 21/18

Bürgermeister Albert Gögele (rechts) und Luis Forcher, sein Stellvertreter, erklärten die geplante Wohnbauzone in Rabland und nahmen die Anregung von Erlacher ins Protokoll auf.

welche Kosten der Gemeinde durch den Leerstand bzw. für die Erhaltung entstehen. Dem der Vinschger gegenüber sprach Weithaler von einer „überaus korrekten Darstellung“. Von den

9 Wohnungen im ungefähren Immobilienwert von 670.000 Euro würden 4 leer stehen. Im letzten Jahr seien im Rahmen des SPRAR-Programmes 17.500 Euro für die Adaptierung der

ehemaligen Grundschule Töll zur Unterkunft für Flüchtlinge investiert worden. Unter dem Tagesordnungspunkt 6 „Verwendung des Verwaltungsüberschusses 2017“ musste Referentin Evelyn Weithaler die Schwierigkeiten mit der Kindergartenheizung erklären. Man wollte wissen, warum es einen neuen Schneepflug brauche und welche Arbeiten an der „Kötterlequelle“ vorgesehen sind. Bei einer Bauleitplanänderung zur Ausweisung einer neuen Wohnbauzone in der Saringstraße rief Rat Adolf Erlacher auf, Rettungsorganisationen auf alle Fälle Zufahrtsmöglichkeiten zu schaffen. Er machte auf Versäumnisse bei einer bestehenden Wohnanlage aufmerksam. S