Wohin führt der Naturnser Weg?

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Musikalisch begabt: Die Werkstattband.

Jeder gehört dazu Kunterbunte Begegnungen: Menschen mit Behinderung im Mittelpunkt. PRAD - Jeder ist anders. Und jeder gehört dazu; zur Dorfgemeinschaft, zur Gesellschaft. Bei der Veranstaltungsreihe „Kunterbunte Begegnungen“ in Prad in der vergangenen Woche ist dies einmal mehr klar geworden. Menschen mit und ohne Behinderung wurden zusammengeführt. Es waren vier Tage der gelebten Inklusion, organisiert von der Werkstatt für Menschen mit Behinderung in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Prad, dem Schulsprengel Prad, dem Bildungsausschuss Prad und der integrierten Volkshochschule. Hier ein Verkaufsstand mit geschickt angefertigten Werkstattprodukten, dort eine Band die für Unterhaltung sorgt – und auch Theaterstücke, Tänze und Workshops durften nicht fehlen. Die im Leben zwar oft gehandicapten Menschen zeigten, was sie können, was alles in ihnen steckt. „Jeder hat seine Stärken. In diesen Tagen wollen wir die Fähigkeiten, welche diese Menschen mitbringen, der Bevölkerung näher bringen“, betont Andreas Tappeiner, der Präsident der Bezirksgemeinschaft Vinschgau.

um die Pflege der Grünanlagen. „Fleißig und voller Tatendrang“, lobt der Bürgermeister. Autonomie der Menschen stärken

Freuten sich über eine tolle Veranstaltung (v.l.): Julia Moriggl, Bernadette Tedoldi, Betreuerin Simone Ratschiller, Valeria Waldner, Betreuerin Verena Schnarf, Martina Warger.

Begegnung zwischen der Dorfbevölkerung und den Menschen aus der Werkstatt findet dabei nicht nur an diesen vier Tagen statt, sondern regelmäßig“, weiß Bernhart. Die „kunterbunten Begegnungen“, die früher noch bei der Prader Sportbar über die Bühne gingen, finden seit einigen Jahren bewusst im aquaprad statt. „Mitten im Dorf. Dort gehört so eine Veranstaltung hin“, betont der Prader Bürger-

meister. Menschen mit Behinderung gelte es, ins Dorfleben zu integrieren. Dass die Prader Gemeindeverwaltung dies auch selbst ernst nimmt, zeigt sich am Beispiel Hubert Klotz. Der Prader, der sich bei den „kunterbunten Tagen“ vor allem auch als Musikfan zeigt und kräftig auf der Bühne mitmischt, macht in den Sommermonaten ein Praktikum bei der Gemeinde. Klotz kümmert sich dabei unter anderem

Daniela Masiero und Lena von der Bezirksgemeinschaft.

Andreas Tappeiner präsentiert einige Werkstatt-Produkte.

„Gelebte Inklusion“ „Das ist gelebte Inklusion“, freut sich auch der Prader Bürgermeister Karl Bernhart. Dabei gehe es vor allem um die soziale Inklusion, also die Akzeptanz eines jeden Menschen von der Gesellschaft sowie die Möglichkeit an der Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. „Eine

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DER VINSCHGER 19/18

Rund 30 Menschen mit Behinderung oder Mehrfachbehinderung sind heute in der Prader Werkstatt untergebracht. Dabei handelt es sich um eine Struktur der Sozialdienste in der Bezirksgemeinschaft. Seit den 1980er Jahren befindet sich diese in Prad. Etwa zehn Betreuer kümmern sich am Prader Kiefernhainweg regelmäßig um die Menschen mit geistiger und/ oder körperlicher Behinderung. Astrid Reinstadler leitet die Struktur. Volljährige Personen können selbst oder durch Angehörige für einen Platz in der Werkstatt ansuchen. „Es gilt, die Autonomie jedes Menschen zu stärken“, betont Karin Tschurtschenthaler, die Direktorin der Sozialdienste. Die Werkstatt für Menschen mit Behinderung dient für die beeinträchtigten Menschen als Tageseinrichtung, wo diese die Möglichkeit einer sinnvollen Beschäftigung finden. Unter den Klienten der Werkstatt befinden sich Menschen mit Behinderung, für die nach der Erfüllung der Schulpflicht ein geschützter Lebensort notwendig ist sowie Menschen mit Behinderung, die nicht auf dem regulären Arbeitsmarkt vermittelt werden können und einen geschützten Arbeitsplatz oder Ort der Beschäftigung benötigen. Auch Menschen mit Behinderung mit ei-


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