Rückschlag in Sulden

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Gruppenbild im Anschluss an die Eröffnung der 12. Spargelwochen in Kastelbell-Tschars, die bis Ende Mai dauern.

Spargelzeit in Kastelbell-Tschars KASTELBELL-TSCHARS - Im „Gstirnerhof“ in Kastelbell wurde am 19. April im Beisein vieler Ehrengäste die 12. Auflage der Spargelwochen eröffnet. Die „Spargelzeit in Kastelbell-Tschars“ läuft bis Ende Mai. Tourismusvereins-Präsident Manfred Prantl freute sich, dass die Spargelwochen mittlerweile zu einer bekannten und vom Publikum aus nah fern geschätzten Veranstaltung geworden ist. Er hob die gute Zusammenarbeit mit dem Spargelanbauer Martin Pohl (Köfelgut) und den Weinbauern in der Gemeinde hervor. Mit über 25,5 ha Anbauflächen ist Kastelbell-Tschars die größte Weinbau-Gemeinde im Vinschgau. An den Spargelwochen beteiligen sich neben dem Spragelanbauer auch Gastronomiebetriebe

und Kaufleute. Frische Kastelbeller Spargeln werden während der Spargelzeit im Gemischtwaren-Geschäft in Kastelbell und im Vinschgauer Bauernladen angeboten. Die Gastbetriebe Bauhof, Bachguterhof, Gstirnerhof, Himmelreich und Pizzastube zur Sonne warten mit Spargelspe-

Spargelstechen mit (v.l.): Sandra Gstirner, Manfred Prantl, Christine Gstirner und Max Pohl.

zialitäten und erlesenen Spargelweinen örtlicher Weingüter bzw. Winzer auf: Josmoarhof, Lehengut, Marinushof und Rebhof. Die Weine wurden bei der Eröffnung vorgestellt und verkostet. Als Höhepunkt kündigte Prantl die kulinarische Gasthausreise „Kastelbeller Spargel unterwegs“

am 27. April an. Das Thema Spargel werden die Besucher auch beim Garten- und Genussmarkt wiederfinden, der am 5. Mai im Ortszentrum von Kastelbell stattfindet. Auch Spargelführungen werden während der Spargelzeit angeboten. Bürgermeister Gustav Tappeiner, HGV-Gebietsobmann Karl Pfitscher und Leo Forcher, der Obmann des Vinschgauer Weinbauvereins, stimmten in ihren Grußworten darin überein, dass die Spargelwochen ein Musterbeispiel gut funktionierender Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus sind. Gustav Tappeiner sieht im noch ausbaufähigen Spargel- und Weinanbau in seiner Gemeinde auch eine Alternative zum Apfelanbau. SEPP

AUFGESPÜRT & AUSGEGRABEN (1)

Wenn Suppenwürfel zu Münzen aus Papier werden Es klingt wie ein Finanzkrimi. Riesige Tankwagen angefüllt mit italienischen Münzen passieren nachts in großer Zahl die Grenze, damit man in der Schweiz daraus Uhrengehäuse herstellen kann. Wahlweise fliegt das gleiche Kleingeld nach Japan oder Singapur, um dort zu Jackenknöpfen zerstanzt zu werden. Beides kann ins Reich der Phantasie verwiesen werden. Dass es aber im Italien der 70er Jahre an allen Ecken an Wechselgeld fehlte, hingegen nicht. Ebenso wenig, dass Zuckerlen, Kaugummis, Briefmarken und sogar Suppenwürfel als Restgeld herhalten mussten. Da der Staat nicht imstande war, das Problem zentral zu lösen, hat man einen dezentralen Weg gesucht. Über 60 italienische Banken, darunter auch die Banca di Trento e Bolzano, haben begonnen, selbst kleine Geldscheine für Beträge zwischen 50 und 350 Lire zu drucken. Miniassegni, Minischecks, war die Bezeichnung für dieses italienische Notgeld. Über 830 verschiedene Typen hat es gegeben, für Supermärkte, Bekleidungsgeschäfte und Autobahnen, um nur einige Beispiele zu nennen. 1978, nach drei Jahren, war der wuchernde Spuk vorbei. Dass sich private Organisationen staatlicher Aufgaben annehmen, erinnert ein wenig an den momentanen Boom des digitalen Geldes. Über 4.500 Kryptowährungen gibt es mittlerweile – mit dem Socrates Coin auch eine mit Vinschger Beteiligung. Wie viele davon langfristig überleben werden, zeigt die Zukunft. Und die Minischecks? Geblieben sind Millionen von bunten Scheinchen aus schlechtem Papier, für die Sammler heute mitunter tief in die Tasche greifen, Z sofern sie sich nicht schon vor 40 Jahren in der Geldtasche oder Waschmaschine aufgelöst haben.

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DER VINSCHGER 15/18