Die Winterruhe trügt

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müsse sich die Landwirtschaft selbst an die Brust klopfen. Unsicherheit führt zu Emotionen Wie wichtig die Kommunikation ist, vor allem auch seitens des Bauerbundes und der gesamten Landwirtschaft, zeigte Thomas Aichner (IDM Südtirol, Bereich Marketing) in seinem vielbeachteten Gastreferat zum Thema „Landwirtschaft am Brennpunkt zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ auf. Die Landwirtschaft ernähre die Gesellschaft, bestimmte den Jahresrhythmus und präge die Kultur. Der Südtiroler Bauernbund habe gute Wurzeln und müsse weiterhin eine Referenz bleiben. In Zeiten des Internets habe sich eine Gesellschaft von Experten gebildet. Weil das Internet aber nicht zwischen wahr und falsch unterscheidet, kommt es zu Unsicherheiten und diese führen zu emotionalen Reaktionen. „Bio aus Protest“ Nach Bio wird laut Aichner manchmal nur deshalb gerufen, weil man protestieren will. Zwischen der Landwirtschaft und den Verbrauchern gebe es oft arge Informationslücken. Als stärkste Waffe gegen die Desinformation nannte Aichner den Vertrauensaufbau. Das gelte auch für den Bauernbund: „Die Leute müssen wissen, wem sie in Zeiten, in denen alle alles wissen, noch vertrauen können.“ Festgemacht hat der Gastreferent seine Aussagen an der Pestizid-Diskussion und am Thema Großraubtiere. Bei diesen

Gastreferent Thomas Aichner

und weiteren Themen stünden oft den Bäuerinnen und Bauern, ihre nicht die Fakten im Vordergrund, Existenzgrundlage zu sichern, die sondern die Emotionen. Ressourcen langfristig nutzbar zu halten, auf den sozialen Frieden zu achten und Perspektiven zu Inspirierende Kommunikation entwickeln. Zum Thema „inspirierende Kommunikation“ zitierte Aichner „Basiswahl kam sehr gut an“ eine Aussage von Walther Waldner: „Die gesamte Südtiroler ObstwirtBauernbund-Obmann Leo Tieschaft und damit auch jeder einzel- fenthaler informierte über aktune Obstbauer muss der Öffentlich- elle Gesetze und Gesetzentwürfe, keit auf allen Ebenen verständlicher welche die Interessen bzw. Ankommunizieren und erklären, wie liegen der Landwirtschaft direkt und warum wir so produzieren, berühren. Ausdrücklich gelobt und sie über die Fortschritte infor- hat er den Gesetzentwurf für die mieren, die es fast jedes Jahr in der „Soziale Landwirtschaft“. Als „unProduktionsweise gibt.“ 4 Dinge bürokratisch und sehr demokrasollten die Bauern laut Aichner be- tisch“ bezeichnete er die Basiswahl wahren: ein nachhaltiges Denken des Bauernbundes zur Ermittlung zum Erhalt des Hofes und der Na- der 4 Kandidaten des SBB für die tur für die nächste Generation, die Landtagswahlen im Herbst. Die Wertschätzung der Familien- und Basiswahl sei sehr gut angekomDorfgemeinschaft als Grundlage men. Gewonnen haben die Wahl für den Erfolg und die Bewältigung Maria Hochgruber Kuenzer, Sepp schwieriger Lebenslagen, den Sinn Noggler, Franz Locher und Joachim für das Machbare und den Sinn Reinalter. für das Übernatürliche. „Es gilt, die Tradition zu wahren, zugleich Erbhofurkunde verliehen aber innovativ zu handeln und vor Neuem nicht Angst zu haDer Höhepunkt der Bezirkstaben.“ Für die Zukunft riet Aichner gung war die Verleihung der Erb-

hofurkunde an die Familie Mitterer vom Angergut-Hof in Kastelbell (Obst- und Weinbau sowie Buschenschank). „Unser Südtiroler Erbhöfe sind ein Spiegelbild unserer Geschichte und Entwicklung. Der Angergut-Hof ist ein gutes Beispiel hierfür“, sagte Landesrat Schuler. An der Bezirkstagung haben auch viele Vertreter bäuerlicher Organisationen und landwirtschaftlicher Genossenschaften teilgenommen sowie auch Vertreter verschiedener Landesämter, der Jagd, der Forstbehörde, des Straßendienstes und weiterer Behörden sowie der Politik (Kammerabgeordneter Albrecht Plangger, L.Abg. Maria Hochgruber Kuenzer, Regionalassessor Sepp Noggler, mehrere Bürgermeister und Referenten). Abgeschlossen wurde die Tagung mit einem köstlichen Imbiss, den die Bäuerinnen des Bezirks vorbereitet hatten. SEPP

Vinschger SVP-Frau für den Landtag: Die Ortsobleute entscheiden VINSCHGAU - Wie der Vinschger

berichtet hat, wollen die Latscher Vizebürgermeisterin Sonja Platzer sowie die Laaserin Elfi Kirmaier, stellvertretende Bezirksfrauenreferentin und ehemalige Direktorin des Bildungshauses Lichtenburg in Nals, für den Landtag kandidieren. In der vergangenen Woche wurden die Beiden vom Bezirksausschuss der SVP-Frauen endgültig nominiert. Bei einer internen Sitzung wurde auch das

weitere Vorgehen festgelegt. Denn, schlussendlich können nicht zwei, sondern nur eine Frau aus dem Vinschgau für den Landtag kandidieren. Welche das ist, sollen die Ortsobleute Ende März bzw. Anfang April entscheiden. „Wir haben zwei gute Kandidatinnen. Wir möchten für unsere Kandidatin auch eine breite Mehrheit unter den Ortsobleuten haben. Denn schließlich soll die Kandidatin nicht nur von uns Frauen getragen wer-

den, sondern vom ganzen Bezirk Vinschgau“, erklärt die Vinschger SVP-Bezirksfrauenreferentin Heidi Gamper. In den nächsten Wochen und Monaten wollen sich die beiden Kandidatinnen den Ortsgruppen vorstellen. Man könne den Kandidatinnen dabei auf den Zahn fühlen. Damit solle sich herauskristallisieren, wer sich besser für eine Kandidatur eigne. Bereits in dieser Woche stand ein Treffen mit SVP-Bezirksobmann Albrecht

Die SVP-Bezirksfrauenreferentin Heidi Gamper

Plangger auf dem Programm, um die Termine festzulegen. Dann entscheiden die Vinschger SVP-Funktionäre, wer neben Sepp Noggler für den Vinschgau kandidieren wird. Spätestens nach Ostern soll AM es soweit sein. DER VINSCHGER 04/18

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