Was geschieht auf Strimm?

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und es derzeit weit und breit keine Einkehrmöglichkeit gibt. Spuren und Zeugnisse davon, wie am Strimmhof einst gearbeitet und geschuftet wurde, sind noch immer viele zu sehen. So zum Beispiel Ackergeräte, die alte Mühle, Überreste des Sägewerks und viele weitere Überbleibsel eines einst stattlichen Hofes.

Auf den Spuren der Strimmer Welche Bedeutung der Hof einst hatte, belegt auch ein Bericht des pensionierten Schulleiters Georg Schwab aus Götzis in Vorarlberg. Seine Mutter Katharina geb. Strimmer (1925-2008) stammte aus Laas. Ihre Familie ist 1940 im Zuge der Option

nach Vorarlberg gekommen. Bei der Erforschung der Familiengeschichte kam Georg Schwab zurück bis zum namensgebenden Strimmhof oberhalb von Allitz. 2016 war er beim Strimmer-Treffen in Laas mit dabei und hat über seine Forschungsergebnisse berichtet. Neue Erkenntnisse hat er in der Zwischenzeit bei

mehreren Aufenthalten im Bozner Landesarchiv gewonnen. Dem der Vinschger überließ er nachfolgenden Aufsatz. SEPP

Zum Strimmhof, an dem auch der Vinschger Höhenweg vorbeiführt, gehören 14,64 Hektar Grundflächen, ein Wasserkraftwerk sowie der Mitbesitz eines Gemeinschaftswaldes der „Zehn Höfe Interessentschaft“ sowie der Allitzer Alm.

400 Jahre: Wappenverleihung an Amtmann Hans Strimmer Vor 400 Jahren, genauer gesagt am 23. Dezember 1617, wurde dem Hendlischen Amtmann und Gerichtspfleger Hans Strimmer zu Schlanders (in den alten Schriften manchmal auch „Strimer, Strimber, Strymer oder Strümer“ genannt) und seinen Brüdern Peter, Kaspar, Melchior und Balthasar, sowie weiteren 8 Vettern von Erzherzog Maximilian III. von Tirol eine Bestätigung des Strimmer-Wappens von 1584 samt Wappenbesserung gewährt. Ein

solches Familienwappen erhielt man nicht so einfach. Die herrschende Obrigkeit hat es nur Personen zuerkannt, die „von ehrbarem, tugendlichem Wesen und Stand zum Haus Österreich halten“ in der Absicht, dass diese das auch weiterhin - vielleicht noch besser - tun werden.

Der Vater Christian Strimmer stammt vom Strimmhof, auf 1.754 m ü.M. höchstgelegener Bauernhof oberhalb von Allitz in der Gemeinde Laas. 1572 erwarb er von Paul Loretzer den oberen und unteren Loretzhof. Er und sein ältester Sohn Balthasar sind die Stammväter aller derzeit in Laas und Umgebung lebenden Hans Strimmer wurde um 1580 Strimmer-Sippen, vulgo: „Deli, als Sohn des Christian Strimmer Greiter, Kaspar-Karlen, Maschler, und der Maria Ratschiller auf Noterer, Schmid-Seppn, Staudner dem Loretzhof in Laas geboren. und Winnipeterlen“.

Hans Strimmer war noch minderjährig, als im Jahre 1594 sein Vater verstarb. Die Mutter, Maria geb. Ratschiller heiratete in 2. Ehe Hans Wallnöfer, der allerdings schon um 1605 in einem Kriegszug sein Leben lassen musste. Die Vormundschaft über Hans Strimmer übernahm sein gleichnamiger, reicher Onkel Hans Strimmer, der in Kortsch etliche Höfe besaß (Hof am Ort, Plauserhof, Stricker- und Pafurklehen, Luzihof und Teile des Zirchhofes). Vermutlich war DER VINSCHGER 44/17

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