Wohnbegleitung

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VINSCHGER THEMA

Die Sozialbetreuerin Sandra Marson (links) und Birgit Tappeiner; auf dem Titelfoto sind (von links) Birgit Tappeiner, Sandra Marson, Roman Altstätter, Kurt Rungg und Norbert Pilser zu sehen.

„So schaffen wir es viel leichter“ Die Wohnbegleitung der Bezirksgemeinschaft umfasst ein breites Leistungspaket. Dank des Dienstes können stationäre Aufnahmen weitestgehend vermieden werden. VINSCHGAU - „Wir sind froh,

dass die Betreuer für ein paar Stunden in der Woche zu uns nach Hause kommen und uns bei Dingen helfen, die wir alleine nur schwer oder überhaupt nicht bewältigen könnten.“ So bewerten Birgit Tappeiner und Kurt Rungg im Gespräch mit dem der Vinschger den Dienst, den ihnen die Wohnbegleitung der Bezirksgemeinschaft Vinschgau kostenlos anbietet. Birgit und Kurt sind zwei von insgesamt 12 Personen im Vinschgau, die derzeit von der Sozialbetreuerin

Sandra Marson und dem Sozialbetreuer Norbert Pilser begleitet werden. „Die Wohnbegleitung versteht sich in erster Linie als Hilfe zur Selbsthilfe“, stimmen sie mit Roman Altstätter, dem Koordinator der Wohnbegleitung, überein.

2011 die „Sozialpädagogische Wohnbegleitung“ vorgesehen wurde. Die Wohnbegleitung richtet sich an erwachsene Menschen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren mit Behinderungen, mit psychischen Erkrankungen, mit Abhängigkeitserkrankungen sowie auch an andere Personen in schweren sozialen NotsituaDie Zielgruppe tionen, die den Wunsch haben, Die Wohnbegleitung der Be- autonom zu leben, oder die eine zirksgemeinschaft Vinschgau ist dauerhafte Unterstützung brauim Oktober 2013 angelaufen. Der chen, um ihre Selbstständigkeit Dienst fußt auf einem Beschluss in ihrem Wohnumfeld aufrecht der Landesregierung, mit dem zu erhalten.

INFOS

WOHNBEGLEITUNG

Kontakt:

Das Logo der Wohnbegleitung

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DER VINSCHGER 43/17

Roman Altstätter (Koordinator, Tel. 366 9083540; E-Mail: wohnbegleitung@bzgvin.it); Infos gibt es auch bei den Sozialsprengeln Mittelvinschgau (Tel. 0473 736700) und Obervinschgau (Tel. 0473 836000).

Selbstständig wohnen Die wichtigsten Ziele der Wohnbegleitung sind die Erlangung, die Entwicklung und der Erhalt der Selbstständigkeit der begleiteten Personen sowie die Förderung der Teilnahme am sozialen Leben. Roman Altstätter: „Das geschieht vor allem im Interesse der Personen selbst, aber auch mit dem Ziel, stationäre Aufnahmen weitestgehend zu vermeiden.“ Dank dieses Angebotes könne oft verhindert werden, dass Personen in Wohngemeinschaften, Wohnheimen, psychiatrischen Abteilungen in Krankenhäusern oder anderen Einrichtungen untergebracht werden. Die Sozialarbeit richte sich in allen Bereichen immer stärker danach aus, die Menschen in ihrer Selbstständigkeit und an ihrem Wohnort zu unterstützen und zu fördern, „anstatt sie wegzusperren, wie das vor einigen Jahrzehnten noch gang und gäbe war.“ Flexibel, schnell und einfach Die Begleitung funktioniert flexibel, rasch und unbürokratisch. Die begleiteten Personen