Schritt für Schritt

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wendig, da die Bahnsteige bereits beim Umbau vor rund fünf Jahren vorausschauend auf 125 Meter verlängert wurden. Geplant ist 2018 auch die Erweiterung der Remise am Bahnhof Mals. Sie wird künftig 125 Meter lang sein und damit die Möglichkeit bieten, längere Züge geschützt abzustellen. Künftig werden am Bahnhof Mals nachts fünf Züge stehen. Ab April 2018 werden die ersten Elektrozüge umgebaut und mit dem neuen Strom- und Signalsystem ausgestattet. Pro Zug sind dafür rund vier Monate vorgesehen. Der Umbau erfolgt direkt beim

Hersteller Stadler in der Schweiz. dem Bahnhof Laas begradigt. DieJene Züge, die heuer gemeinsam se bauliche Maßnahme macht es mit Trenitalia angekauft wurden, möglich, in diesem Abschnitt die sind bereits mit diesen Systemen Geschwindigkeit auf 100 km/h zu erhöhen und künftig einen Halbausgerüstet worden. stundentakt auf der gesamten Strecke einzuhalten. Die BauarHaltestelle Staben wird verschoben beiten entlang der Bahnstrecke (Verlängerung der Bahnsteige, Der Bahnhof „Schnalsthal“ Streckenausbau in Laas) sollen wird für den Fahrgastdienst aus- während einer Teilsperre in den gebaut. Gleichzeitig wird die heu- Sommermonaten durchgeführt tige Haltestelle an der Stabener werden. In dieser Zeit verkehrt Brücke aufgelassen. In Laas wird die Vinschger Bahn nur zwischen die Bahnstrecke auf einer Länge dem Meraner Bahnhof und dem von 2 Kilometern im Abschnitt Bahnhof Schlanders. Die Teilzwischen der Gadriabrücke und strecke Schlanders-Mals wird

dann gesperrt sein, wobei natürlich wieder ein Busersatzdienst eingerichtet wird. Nicht zuletzt werden im Jahr 2018 mehrere Ausschreibungen starten, u.a. für den Bau der Oberleitung und die Signaltechnik ERMTS. Es ist geplant, mit dem Bau der Oberleitung Mitte 2019 zu beginnen, wobei dann 1.500 Masten entlang der gesamten Strecke errichtet werden. SEPP

„Rekurs bremst uns etwas ein“ der Vinschger: Schreiten die Arbei-

ten zur Elektrifizierung der Vinschger Bahn planmäßig voran?

zu Beginn der Planungsarbeiten noch nicht vorhersehbar waren. Wir arbeiten aber hart daran, unseren Fahrplan einzuhalten.

im Prinzip gut voran. Was uns derzeit etwas einbremst, ist der Rekurs bei einer größeren Ausschreibung, nämlich der Projektprüfung. Die Ausschreibung hatte TÜV Süd gewonnen, der auch schon die Wiederinbetriebnahme 2005 betreut hatte. Dagegen hat der Zweitplatzierte aber Rekurs eingereicht, der in erster Instanz abgewiesen worden ist und nun im November vor dem Staatsrat behandelt wird. Auch gibt es einige Änderungen in der Ausschreibungsgesetzgebung, die

Kann der Finanzierungsrahmen im Gesamtausmaß von 66,5 Millionen Euro eingehalten werden? Die fortschreitende Planung hat gezeigt, dass die Kosten nach oben angepasst werden müssen. Das ist notwendig, da bei den ursprünglich veranschlagten Kosten natürlich mit Schätzungen gearbeitet werden musste. Die zusätzliche Finanzierung von rund 6 Millionen Euro, also weniger als 10 Prozent, soll noch innerhalb des Jahres der Landesregierung vorgelegt werden.

STA-DIREKTOR JOACHIM DEJACO: Ja, die Arbeiten schreiten

STA-Direktor Joachim Dejaco

Wurde die STA bereits mit Erhebungen beauftragt, um einen möglichen doppelgleisigen Ausbau bestimmter Teilstrecken zu untersuchen, damit künftig auch wieder Schnellzüge auf der Vinschger Strecke verkehren können? Ja, es gibt erste Überlegungen zur Infrastruktur, wie auch im Landesmobilitätsplan vorgesehen. Zurzeit konzentrieren wir uns aber voll auf die Elektrifizierung, damit wir ab 2020 im Vinschgau elektrisch fahren können. INTERVIEW: SEPP LANER

WORT|SPALTUNG (91)

Mahnmalspaltung „Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen.“ Die vor kurzem enthüllte Entschärfung des Piffrader-Reliefs mit dem genannten Zitat drängt mich zu ein paar Gedanken. Vor fast 30 Jahren hat mir ein Bekannter erzählt, dass er und seine Mitschüler von einem Lehrer gefragt worden waren, was sie denn mit dem Erlös ihres Maturaballes machen würden. Die lapidare Antwort: Sprengstoff für das Siegesdenkmal kaufen. Der Lehrer meinte daraufhin, dann würde er auf dem Ball besonders viel Geld ausgeben. Diese Zeiten sind vorbei. Das Bozner Siegesdenkmal mit Dokumentationszentrum ist heute ein Mahnmal gegen Faschismus und Nationalsozialismus. Aber halten solche Mahnmale auch tatsächlich von totalitären Ideologien ab? Angesichts der politischen Entwicklungen in Europa hat man nicht den Eindruck. Von Mussolini-Kalendern und -CDs etc. ganz zu schweigen. Als ich das letzte Mal am Siegesdenkmal vorbeigegangen bin, habe ich mich gefragt, was passiert wäre, wenn man es unmittelbar nach Ende des 2. Weltkrieges abgetragen und daraus Grabsteine für die Gefallenen gemacht hätte. Oder wenn es heute jemand in die Luft sprengen würde? Wer würde dem Z Denkmal, wer dem Mahnmal nachtrauern und einen Wiederaufbau fordern? DER VINSCHGER 39/17

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