Schlaganfall mit 44

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Knappe Mehrheit… …für Bauleitplanänderung in Naturns NATURNS - Der am 16. September mit knapper Mehrheit vertagte Tagesordnungspunkt „Änderung des Bauleitplanes“ (2. Abänderungsverfahren 2015-2017) sorgte auch bei der Ratssitzung am 16. Oktober für Diskussionen. Bedenken gab es vor allem zur Neuabgrenzung zur B1-Zone und zur Umwidmung einer Teilfläche von 1.500 m² der Grundparzelle 494/1 von Landwirtschaftsgebiet in Wohnbau-Auffüllzone im Bereich des Wiesenhofes am östlichen Dorfrand. Nachdem der Grund des interessierten Eigentümers nur punktuell an die bestehende Auffüllzone angrenzt, wäre die Neuabgrenzung der B1-Zone in gesetzlicher Hinsicht nicht zulässig. Um die Auffüllzone laut Art 36-bis, Absatz 2, zu ermöglichen, beantragte der Gemeindeausschuss, die Bauparzelle 702 und Grundparzelle 495 Naturns in eine B1-Zone umzuwandeln. Die Kommission für Natur, Landschaft und Raumentwicklung hat die Änderungsanträge überprüft und ein Gutachten mit

Ergänzungen erteilt. Darin wird festgehalten, dass diese Fläche nur punktuell an die B1-Zone angrenzt. Zugleich wurde die Umwandlung von landwirtschaftlichem Grün in eine B1-Auffüllzone im Bereich der Parzellen 702 und 495 gemäß Art. 36/bis im Sinne einer geschlossenen Siedlungsentwicklung und einer kompakten Abgrenzung der Wohnbauzone vorgeschlagen. Die betroffenen Grundbesitzer haben dagegen Rekurs eingelegt und betont, dass sie kein Interesse an einer Umwidmung in eine B-Zone haben. Aus den Wortmeldungen der Räte war herauszuhören, dass es nach wie vor erhebliche Bedenken gibt. SVP-Fraktionssprecher Valentin Stocker betonte: „Wir haben heute mehrere Anträge zur Änderung des Bauleitplanes zu behandeln, wobei jeder anders gelagert ist“. Man sei sich im Klaren, dass in diesem Fall der Art. 36/bis, Absatz 2, rechtlich nicht anwendbar ist, außer es werden die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen. „Einige Mitglieder un-

serer Fraktion stehen dem jedoch kritisch gegenüber, weil der Respekt vor dem privaten Eigentum ohne das Vorhandensein eines klaren öffentlichen Interesses in Naturns auch weiterhin einen großen Stellenwert einnehmen soll. Jeder möge nach seinem Wissen und Gewissen entscheiden“, so Stocker. Margot Tschager Svaldi stellte grundsätzlich die Notwendigkeit von Neuausweisungen von Wohnbauzonen in Frage. Der Gemeinderat habe zu Beginn dieser Periode beschlossen, erst nach der Zuteilung aller Wohnungen der Wohnbauzone Lahn neue Zonen auszuweisen. Fakt sei, dass es im Dorfinneren noch sehr viele Möglichkeiten für Auffüllzonen im Sinne des Art. 36/bis gebe (ca. 150 Wohnungen mit ca. 80-90 m²). Die ­Fraktion „Zukunft Naturns“ sei gegen diese Neuabgrenzung, weil dies nicht im Sinne des öffentlichen Interesses und gegen den Willen des Grundeigentümers ist. Auch das Amt für Landschaftsökologie spricht sich in seinem Gutachten

dagegen aus, weil sich die beiden Flächen (Landwirtschaftsgebiet, B1 Zone) so gut wie nicht berühren. Es drängt sich der Verdacht auf, dass durch diese Erweiterung einzig die urbanistischen Standards ausgehebelt werden sollen, wie sie für Erweiterungszonen gelten. Nach weiteren Stellungnahmen von Natascha Santer Zöschg, Hans Pöll und Helmut Müller sprach sich der Gemeinderat mit 9-Jastimmen, 7-Neinstimmen und zwei Enthaltungen für die Genehmigung dieser Bauleitplanänderung aus. Der Rekurs der Grundbesitzer wurde somit abgelehnt. Mit dem gleichen Abstimmungsergebnis wurde auch die Umwidmung einer Teilfläche von ca. 1.500 m² der Grundparzelle 494/1 KG. Naturns von Landwirtschaftsgebiet in Wohnbauzone B1-Auffüllzone gemäß Artikel 36/bis, Absatz 2, genehmigt. 6 weitere Anträge wurden einstimmig oder mit großer Stimmenmehrheit befürwortet. OSSI

60 Jahre Zweigstelle Naturns NATURNS - Am 21. Oktober feierte die Landwirtschaftliche Hauptgenossenschaft Südtirol mit ihren Mitgliedern und Kunden das 60-jährige Bestehen der Zweigstelle in Naturns. Die Niederlassung, die ursprünglich in Mieträumen angesiedelt war, wurde 1974 in ein neu erworbenes Gebäude verlegt und hat seither den Standort in der Bahnhof­straße 59 nicht mehr gewechselt. Die Zweigstelle Naturns ist eine der 5 Verkaufsstellen der Hauptgenossenschaft im Vinschgau. Zu ihrem direkten Einzugsgebiet gehören Naturns, Plaus und Schnals mit rund 150 aktiven Mitgliedern. Der Verkaufspunkt wurde bisher zwei Mal rundum erneuert, und zwar 1995 und 2014. Es handelt sich somit um eine der modernsten Zweigstellen der Hauptgenossenschaft, die mit einer Geschäftsfläche von rund 1.050

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Im Bild das Mitarbeiter-Team (v.l.): Andreas Kofler, Leiter Fabian Gander, Albert Fliri und Roswita Markart; rechts der Futtermittelvertreter (Enzian) Markus Platzgummer.

Quadratmetern zu den mittelgroßen zählt. Im umfangreichen Warensortiment finden neben den Landwirten auch Hobbygärtner, Tierliebhaber und Heimwerker reichlich Auswahl. Das Geschäft umfasst die Fachbereiche Landwirtschaftlicher Fachbedarf, Haus und Hof, Garten-

bedarf, Heimtierbedarf, Motoristik, Werkzeug und Arbeitsbekleidung. Für den Landwirt gibt es zudem einen eigenen Bereich, wo er die gewohnte professionelle Beratung sowie Betriebsmittel und Dienstleistungen für den Obst- und Weinbau und für die Berglandwirtschaft er-

hält. Darunter befinden sich u.a. die Kernbereiche der Landwirtschaftlichen Hauptgenossenschaft wie Futtermittel, Pflanzenschutzmittel, Saatgut, Düngemittel, Landmaschinen und Personen- und Betriebsversicherungen von Cattolica/FATA. Abgerundet wird das Sortiment mit dem Angebot an Lebensmitteln, ein Geschäftsbereich, der wohl einer der ältesten der Hauptgenossenschaft ist. Die Zweigstelle wird seit 6 Jahren von Fabian Gander aus Prad geführt. Er hatte die Leitung von seinem Vorgänger Albert Fliri übernommen. Gander, der seit 12 Jahren in den Diensten der LHG steht, führt ein 3-köpfiges Team, zu dem Albert Fliri, Roswita Markart und Andreas Kofler gehören. RED/SEPP