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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Die Entscheidung ist gefallen: Die derzeitige Bahn-Haltestelle in Staben (im Bild) wird aufgelassen und beim Bahnhof Schnalsthal, rund 500 Meter weiter östlich, wird ein neuer Kreuzungsbahnhof errichtet.

Die Würfel sind gefallen Mussner: „Viele Argumente sprechen für einen Bahnhof-Neubau in Staben.“ STABEN - Die derzeitige Bahn-Hal­ testelle in Staben wird aufgelassen und beim Bahnhof Schnalsthal, rund 500 Meter weiter östlich, wird ein neuer Kreuzungsbahnhof errichtet. Wie Mobilitätslandesrat Florian Mussner am Wochen­ ende dem der Vinschger bestätigte, ist diese Entscheidung jetzt als endgültig zu betrachten. Er wisse zwar, dass es in Staben nach wie vor kritische Stimmen gegen die Verlegung gebe, „aber es gibt viele Punkte und Argumente, die für den neuen Standort sprechen.“ Anfang April war das Vorhaben der Verlegung bei einer Bürger­ versammlung in Staben von den Gemeindeverwaltern sowie von Vertretern der STA (Südtiroler Transportstrukturen AG) und des Landesamtes für Mobilität vorge­ stellt worden. Damals stieß der Vorschlag auf teils harte Kritik (sie­ he der Vinschger Nr. 13/2017). Vie­

le Diskussionsteilnehmer stemm­ ten sich gegen die Verlegung. Der Bahnhof sollte im Dorf bleiben, hieß es mehrfach. Mit einem Neu­ bau außerhalb des Zentrums wür­ de das Bahnfahren an Attraktivität einbüßen. Anstatt des Neubaus sollte die bestehende Haltestelle umgebaut werden, auch wenn dafür eine Kurvenstreckung not­ wendig wäre und das Vorhaben um ca. 300.000 Euro mehr kos­ ten würde. Landesrat Mussner, der nach der Versammlung zwei Mal nach Staben gekommen war, um mit Gemeindevertretern und Bürgern über das Vorhaben zu diskutieren, ist überzeugt, dass der Bau eines „neuen, richtigen Bahnhofs“ östlich des Zentrums die beste Lösung sei. Und diese werde auch umgesetzt. Das Pro­ jekt sei im Zusammenhang mit der Elektrifizierung der Vinschger Bahn zu sehen. Die derzeitige Hal­

testelle sei für die neuen Züge zu kurz. Am neuen Standort gebe es ausreichend Platz für die Errich­ tung von zwei Bahnsteigen, den Bau einer Unterführung sowie von zwei Aufzügen, für Parkplätze und eine Buswendestelle. Vorzuziehen sei die Neubauvariante, deren Kosten mit ca. 1,1 Mio. Euro be­ ziffert werden, auch deshalb, weil bei einem Umbau der Haltestelle bzw. einer Verlängerung derselben in Richtung Westen erhebliche Erdbewegungsarbeiten notwendig wären und landwirtschaftliche Grundflächen angekauft werden müssten. „Die Vorteile der Ver­ legung in Richtung Osten über­ wiegen klar“, so der Landesrat. Laut dem Bürgermeister Andreas Heidegger ist es gelungen, dem Landesrat einige wichtige Zusagen abzuringen. Wie Mussner bestä­ tigte, werden demnach nicht nur Gehsteige zum neuen Standort

gebaut, sondern es wird auch für eine Anbindung mit Kleinbussen gesorgt sowie für eine gute Be­ leuchtung. Außerdem soll das Ge­ lände im Bereich der derzeitigen Halstestelle neu gestaltet werden, sodass ein Dorfplatz entsteht. Der Bau des neuen Bahnhofes soll im nächsten Jahr erfolgen. Ein wich­ tiger Schritt im Zuge der Elektrifi­ zierung der Bahnlinie wurde übri­ gens in den vergangenen Monaten mit der Erneuerung der Bahn­ steige von Spondinig, Laas und Schlanders getan. Die Bahnsteige wurden unter der Leitung der STA mit Gesamtkosten von rund 1,7 Mio. Euro auf jeweils 125 Meter verlängert. Die Arbeiten wurden Anfang August abgeschlossen. Im Laufe des nächsten Jahres werden schrittweise die Bahnsteige an weiteren Bahnhöfen verlängert bzw. angepasst. SEPP

ten durchführen, so etwa Isolie­ rungsmaßnahmen als Schutz vor der Kälte. Erhard Alber von der Süd-Tiroler Freiheit wollte wissen, was es mit einigen Zwischenfällen auf sich habe, die sich vor einige Zeit zugtragen hätten. Tassiello und auch Bürgermeister Dieter Pinggera informierten, dass es sich unerhebliche Zwischenfälle im Zusammenhang mit einer klei­ nen Menge Drogen und mit Alko­ hol gehandelt habe. Die Lage sei

insgesamt ruhig. Außerdem stehe man im ständigen Kontakt mit den Carabineri, die regelmäßige Kontrollen durchführen. Dass es manchmal etwa laut werden kann, sei laut Tassiello verständlich: „Diese Menschen kommen aus einem anderen Kulturkreis, wo es normal ist, laut miteinander zu reden. Sie sind nicht so wie wir.“ SEPP

Asylwerber als Erntehelfer? SCHLANDERS - Über die derzeitige Situation in der Unterkunfts­ stätte in Schlanders (ehemaliger Sitz des Weißen Kreuzes), wo 4 Flüchtlingsfamilien mit 7 Kin­ dern sowie 16 junge männliche Asylwerber leben, informierte die Sozialreferentin Dunja ­Tassiello bei der jüngsten Sitzung des Ge­ meinderates. Ein vordringliches Anliegen sei es nach wie vor, Be­ schäftigungsmöglichkeiten für die Asylwerber zu finden. Zumal

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DER VINSCHGER 31/17

sie im Vorfeld rund ein Jahr lang in Bozen gelebt hatten, könn­ ten die Asylwerber theoretisch regulär arbeiten. Einige wurden von der Gemeinde mit dem Jäten von Unkraut in den Friedhöfen betraut. Laut Tassiello werde jetzt auch überprüft, Asylwerber als Äpfelklauber zu beschäftigen bzw. als „Zupfer“ im Sommer. Was die Unterkunftsstätte betrifft, so müsse das Land als Eigentümerin noch einige dringende Arbei­