Damit die Almen eine Zukunft haben

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Der Ziegenkäse erobert die Gastronomie 20 Küchenchefs bei Köchestammtisch in der Küche der Fürstenburg BURGEIS - Alljährlich ruft Gotthard Paulmichl, Bezirksobmann des Südtiroler Köcheverbandes, zum Köchestammtisch, um Rezepte mit besonderen Produkten gemeinsam zu kreieren und auszuprobieren. Nach den regionalen Spezialitäten vom Brillenschaf, der Palabirne und dem Hanf der vergangenen Jahre war es heuer der Ziegenkäse, der 20 Küchenchefs in die Küche der Fürstenburg in Burgeis lockte, um daraus Gerichte zu kochen und sie in einer Verkostung zu diskutieren und zu beurteilen. Alle benötigten Produkte aus Ziegenmilch wurden von der Ochsenbergalm bzw. Kaproner Alm in Langtaufers zur Verfügung gestellt. Dietmar Folie, verantwortlich für die Rezeptentwicklung, hatte einiges vorbereitet und so dauerte es nicht lange, bis die Teilnehmer des ­Köchestammtisches einen Vorspeisenteller mit Ziegenkäse­ terrine und Ziegenkäse in Hanfsamen gebacken zur Verkostung erhielten. Zwischenzeitlich erklärte Leo Eller von der Fraktion Langtaufers den Erfolg der Ziegenhaltung auf der Ochsenbergalm. 150 Tiere aus dem ganzen Vinschgau werden dort gehalten,

Die Hauptakteure beim diesjährigen Köchestammtisch an der Fürstenburg (von links): Gotthard Paulmichl, Leo Eller, Elisabeth Haid, Julia Schneider, Ewald Thöni und Dietmar Folie.

die Milch auf der Kaproner Alm von Untersennin Julia Schneider aus Ulm verarbeitet. Die Vermarktung des Ziegenkäses erfolge über die Besitzer selbst. 24.500 kg Gesamtmilch sei die Leistung im vergangenen Sommer gewesen, so Almmeister Ewald Thöni, und davon wurden 2.200 kg Ziegenkäse produziert. In den 90 Almtagen gebe eine Ziege insgesamt ca. 160 Liter Milch, und 11 Liter seien für einen Kilogramm Ziegenkäse nötig. Bevor ein Lassi aus ZiegenDietmar Folie (links) und Manfed molke und Früchten sowie ein Ziernheld, Küchenchef der köstlicher Vorspeisenteller mit Fürstenburg und Autor Gnocchi, Basilikumnocken mehrerer Kochbücher, bei der und Teigtaschen, allesamt mit Vorbereitung der Ziegenmilchprodukten verfeikalten Vorspeise. nert, gereicht wurde, erklärte

Elisabeth Haid, Sennin auf der ­Ochsenbergalm und gleichzeitig Fachlehrerin für Milchverarbeitung an der Fürstenburg, den interessierten Küchenchefs die Besonderheiten der Ziegenmilch. „Ziegenmilch hat weniger Fett und weniger Eiweiß und ist somit leichter verdaulich. Besonders wertvoll ist die Ziegenmilch wegen ihres hohen Gehaltes an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und ungesättigten Fettsäuren. Die Ziegenmilch ist im Gegensatz zur Kuhmilch ganz weiß, da ihr das Betacarotin fehlt. Der Almkäse ist besonders gesund, da die Tiere viele verschiedene Kräuter fressen und viel in Bewegung sind. Auch in Ziegenmilch ist Laktose enthalten; der Ziegenkäse hingegen ist gut verträglich,“ so Elisabeth Haid. Krönender Abschluss waren die Dessertkreationen aus Ziegenmilchprodukten. Der Käsekuchen, der Griesschmarren, die Jogurtcreme, das Yogurteis sowie das Vanillekokoseis überzeugten auch den letzten Skeptiker von der großen Anwendungspalette und dem feinen, süßlichen Geschmack der Ziegenmilch. INGE

WORT|SPALTUNG (86)

Pestizsüdtirol Man nehme ein unpassendes Gianni-Bodini-Bild, hebe unvorsichtig ein geschütztes Marketing-Logo unter, lasse das Ganze mit einem provokanten Spruch aufkochen und garniere es mit Wortspiel und Internetadresse. Als Dessert offeriere man eine Fahrradtour in weißen Schutzanzügen. Fertig ist der geplante Eklat. Bon Appetit! Besser hätte man ein Sommerloch nicht stopfen können. Berichte, Interviews, Kommentare, Leserbriefe und Stellungnahmen folgten wie Salven. Manch einer, der das sonst sehr ernst nimmt, findet das alles bloß zum Lachen. Die Bilder, die auf pestizidtirol.info zu finden sind, erinnern an Michael-Moore-­ Dokumentationen, die zwar nicht unbedingt inhaltlich aber doch methodisch Grund zur Kritik geben. Immerhin: Gut 23.000 Unterschriften für die Petition „Unterstützt die Pestizid-Rebellen von Mals“ des Umweltinstituts München sind bereits geleistet worden. Mittlerweile ist es schon deutlich ruhiger geworden. Frei nach Andy Warhol: 15 Minuten Skandal sind für jeden drin. Ob damit aber eine ernsthafte (weil notwendige!) und Z respektvolle Diskussion angestoßen wird, ist fraglich.

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