„Wir kämpfen bis zuletzt“

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VINSCHGER THEMA

Sie erwarten sich eine baldige und positive Entscheidung der Landesregierung (v.l.): Paul Jakomet, Josef Thöni, Magnus Blaas, Thomas Federspiel, Peter Oberhofer und Hans Moriggl

Jetzt ist die Politik am Zug Entscheidung über Zusammenschluss Langtaufers-Kaunertal naht. Auch Vorgutachten des Amtes für Landesplanung fiel negativ aus. GRAUN - Aktionärsversammlun-

gen finden in der Regel hinter verschlossenen Türen statt. Dass die Oberländer Gletscherbahn AG zur Versammlung am 28. Juni auch die Medien eingeladen hatte, war ein deutliches Zeichen dafür, dass die Gesellschaft öffentlich für ein Vorhaben Druck machen will, von dem sie nach wie vor voll überzeugt ist. Von der Landesregierung, die in Kürze über den Zusammenschluss der Skizonen Langtaufers und Kaunertal befinden soll, erhofft sich die Oberländer Gletscherbahn eine positive Entscheidung, obwohl zusätzlich zu einem negativen Umweltgutachten vom Februar 2017 kürzlich auch ein negatives Vorgutachten des Amtes für Landesplanung eingetroffen ist.

und Enttäuschung unter den über 200 Aktionären gesorgt. Um die Umwelteingriffe möglichst gering zu halten, habe die AG bereits im Vorfeld des Gutachtens des Umweltbeirates auf die Pistenvariante vom Karlesjoch verzichtet und sich auf die Variante vom Weißseejoch konzentriert. Vorgesehen sind zwei Kabinenbahnen, die von der Talsohle in Langtaufers über eine Länge von 4,5 km und einer Höhe von 1.200 Metern hinauf zum Karlesjoch am Kaunertaler Gletscher führen.

„Alle würden profitieren“ Von der Anbindung von Langtaufers an den Kaunertaler ­Gletscher würden alle profitieren, gaben sich Jakomet und Thöni überzeugt und verwiesen auf eine Reihe wirtschaftlicher Vorteile: Stärkung von Langtaufers, das zu den strukturschwächsten Gebieten in Südtirol zählt; Schneesicherheit infolge der Gletscheranbindung für die ganze Region Obervinschgau; Saisonverlängerung um mindestens 3 Monate;

Zweimal negativ begutachtet Wie der Präsident und der Geschäftsführer der Oberländer Gletscherbahn AG, Josef Th ­ öni und Paul Jakomet, bei einem „Hintergrundgespräch“ im Vorfeld der Aktionärsversammlung vor der Presse übereinstimmten, habe das negative Vorgutachten des Amtes für Landesplanung für Verwunderung, Unverständnis

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DER VINSCHGER 24/17

zusätzliche Wertschöpfung auf Südtiroler Seite allein durch zusätzliche Nächtigungen im Ausmaß von ca. 5,8 Millionen Euro pro Jahr; rund 70 neue Arbeitsplätze; neue Perspektiven für die Jugend im Tal. Die Vizebürgermeisterin Andrea Frank bestätigte, dass der Gemeinderat die Machbarkeitsstudie im Mai 2016 mit einer guten Zweidrittelmehrheit genehmigt hat. „Für die Gemeinde haben die Skigebiete Schöneben und Haider Alm Priorität. Das Projekt Langtaufers-Kaunertal wird aber nicht als Konkurrenz gesehen.“ Die zwei Vorhaben seien getrennt zu behandeln. Hans Moriggl vom Wirtschaftsring wertet den Zusammenschluss Langtaufers-Kaunertal als große Chance für die Wirtschaft dies- und jenseits der Grenze, und zwar weit über die betroffenen Gemeinden hinaus. Außerdem wäre dieses Projekt ein konkretes Zeichen einer Gesamttiroler Zusammenarbeit: „Den vielen schönen Worten würden endlich Taten folgen.“ Drei Knackpunkte

Das negative Vorgutachten des Amtes für Landesplanung sorgte bei den Aktionären der Oberländer Gletscherbahn AG für Enttäuschung, Unverständnis und Kritik.

Vor den rund 100 versammelten Aktionären aus dem Vinschgau und aus Nordtirol führte Paul