Tunnelbau rückt näher

Page 9

krete Antwort konnte auch auf die Frage gegeben werden, ob nur junge Männer kommen oder auch Familien. Prinoth: „Die Auswahl wird von der Landesverwaltung vorgenommen. Es ist anzunehmen, dass es sich beim Großteil um junge Männer handeln wird.“ Zu bedenken gegeben wurde, dass viele Asylwerber, deren Antrag abgelehnt wird, in der Folge untertauchen bzw. in die Kriminalität abdriften. Klotz Gruber sagte, dass das SPRAR-Projekt auf drei Jahre ausgelegt sei. Man werde versuchen, sich bereits während dieser Zeit um Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten zu bemühen. Mehrfach angesprochen wurde auch das Thema Sicherheit, speziell was die Alperia-Wohnungen betrifft. Der Bürgermeister sicherte Maß­ nahmen und Vorkehrungen für ein reibungsloses Miteinander aller Mieter zu. Begleitung und Betreuung „Die Asylwerber werden begleitet und betreut“, so Heidegger, auch gesundheitlich und psychologisch. Bezüglich der aufgeworfenen ­Themen wie Gewalt, Terrorismus und Kriminalität warnte Kurt Gritsch davor, „Menschen, die fliehen, in Generalverdacht zu stellen.“ Man dürfe nie von Einzelfällen auf gesamte Gruppen schließen. Auch das Thema der organisierten Bettelei, das mehrfach zur Sprache kam, habe mit dem Thema Asyl nichts zu tun. Ein Diskussionsteilnehmer warf der Gemeindeverwaltung vor, erst dann vor die Bürger zu treten, wenn alles schon beschlossene Sache sei. Aus mehreren Wortmeldungen war eine positive Einstellung zur Aufnahme von Asylwerbern herauszuhören. Besonders wichtig sei es, mit den neuen Mitbürgern in Kontakt zu treten und sie nicht abseits stehen zu lassen. Auch Vorschläge und Anregungen wurden unterbreitet, wie etwa ein Begegnungsfest bei der Ankunft der Asylwerber. Unter die Haut ging folgender Satz aus dem Publikum: „Wir dürfen den Kopf nicht in den Sand stecken. Als Südtiroler schäme ich mich, wenn ich Zustände sehe, wie sie zum Teil in Bozen zu beobachten sind, oder wenn ich sehe, dass Menschen wie streunende Hunde irgendwo in Kartons dahinvegetieren.“ SEPP

Spendenübergabe im Plawennpark

777 Kilometer gegen den Krebs SCHLANDERS - Unter diesem Motto rollte vom 17. bis zum 24. Juni die „Tour de Riva“ von Bensheim in Südhessen bis nach Riva am Gardasee. Bei der Radtour, die heuer erstmals 7 Tage umfasste und erstmals durch Südtirol führte, sammelte das Team Bensheim der „Tour der Hoffnung“ Spenden, mit denen krebskranken Kindern und deren Eltern in Deutschland, Österreich und Südtirol bzw. Italien geholfen wird. Am 22. Juni trafen insgesamt 94 Radler und Radlerinnen sowie ca. 30 Begleitpersonen von Landeck kommend in Schlanders ein. „Ab dem Start in Bensheim bis zur Einfahrt in Schlanders konnten wir 350.777 Euro an Spenden sammeln“, sagte Jürgen Pfliegensdörfer, der Pressesprecher der Tour, dem der Vinschger. In Schlanders kamen über 9.000 Euro dazu. Diese Summe setzt sich aus dem Erlös verschiedenster Aktionen zusammen, die von den Kindergärten Laas, Kortsch, Schlanders und Mals sowie den Grundschulen von Schlanders und Kortsch im Vorfeld der Tour durchgeführt worden waren, sowie aus Spenden der Schlanderser Schützen (Kuchen-Aktion), des Tourismusvereins und anderer Vereine, von Kaufleuten und Privaten. Bürgermeister Dieter Pinggera und sein Bensheimer Amtskollege Rolf Richter dankten in ihren Grußworten allen Beteiligten und Spendern. Bei den Vorarbeiten für die Etappe in Schlanders hatte sich vor allem Karin Meister von Schlanders Marketing ins Zeug gelegt. „Die Hälfte der Spenden, die wir heute in Schlanders und morgen in Kaltern entgegen­nehmen können, ist für Peter Pan, die Vereini-

Bei der Ankunft in Schlanders

gung für krebskranke Kinder in Südtirol, bestimmt“, wurde in Schlanders zugesagt. Am Abend gab es ein Grillfest in der „Matscher Au“. Übernachtet haben die Tour-Teilnehmer zum Teil in der Großraumturnhalle und zum Teil im Freien, wobei einige gegen 5.15 Uhr von Beregnungs­ wasser geweckt wurden. Am 23. Juni ging es weiter nach Kaltern und am 24. Juni endete die Tour

in Riva, der Partnerstadt von Bensheim. Pfliegensdörfers gab sich von der Hilfsbereitschaft, dem Entgegenkommen und der Gastfreundschaft der Menschen in den Etappenorten und auch entlang der Route beeindruckt: „In Reschen zum Beispiel hat die ­Familie Folie allen Teilnehmern und Begleitpersonen ein Mittagessen spendiert.“ SEPP

DER VINSCHGER 23/17

9