Doppelgleisige Abschnitte im Visier

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VINSCHGER THEMA

Am Bahnhof in Laas wurde eine Bahnsteig-Unterführung gebaut. Weitere Arbeiten im Zusammenhang mit der Elektrifizierung der Bahn sind derzeit noch im Gang.

„Nur so können wir dem Auto die Stirn bieten“ STA soll überprüfen, wo man die Bahnlinie doppelgleisig ausbauen kann. Theiner: „Die Weichen für die Zukunft müssen wir schon jetzt stellen.“ VINSCHGAU - Die Wiederinbe­ triebnahme der Vinschger Bahn war für Richard Theiner im Jahr 1998 der Hauptgrund, für den Landtag zu kandidieren. Er war und ist nach wie vor ein über­ zeugter Verfechter der Bahn. Die Wiederinbetriebnahme am 5. Mai 2005 wurde ein großer Erfolg, der alle Überwartungen übertraf. Theiner: „Mit derzeit über 1,5 Millionen Fahrgästen pro Jahr hat sich die Bahn zu einem star­ ken touristischen und wirtschaft­ lichen Faktor entwickelt.“ Um die Fahrgastkapazität zu erhöhen und einen Halbstundentakt ein­ zuführen, wird derzeit an der Elektrifizierung der Bahnlinie gearbeitet. Die STA (Südtiroler Transportstrukturen AG) hofft, die Elektrifizierung bis Ende 2019 bzw. Anfang 2020 fertigstellen zu können. Zu den bisherigen Arbeiten gehörten bzw. gehören die Anpassung der Bahnsteige in Spondinig, Laas und Schlanders sowie der Bau von Bahnsteig-Un­ terführungen in Spondinig und

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Laas. Für Anfang 2018 stehen Bauarbeiten in Marling an, wobei unter anderem die Tunnel-Gleise abzusenken sind. 1.500 Masten Außerdem sollen im nächsten Jahr 1.500 Masten für die Ober­ leitung aufgestellt werden. Im Sommer 2018 soll ein Teilstück der Gleise bei Laas begradigt werden. Zudem sind Anpas­ sungen der Bahnsteige an den weiteren Bahnhöfen vorge­sehen. Im nächsten Jahr sowie 2019 wird es aufgrund der Arbeiten mehrwöchige Schließungen der Bahnlinie geben, und zwar ganz oder teilweise. Die Schließzeiten sollen mit den Gemeinden und Tourismusverbänden abgestimmt werden. Während der Schlie­ ßungen wird ein Busersatzdienst eingerichtet. Die Gesamtkos­ ten der Elektrifizierung belau­ fen sich auf ca. 66,5 Millionen Euro. Mit inbegriffen ist dabei auch der Umbau des Bahnhofs

in Mals, sodass in Zukunft eine Weiterführung der Bahnlinie in Richtung Schweiz möglich ist. Aufgrund der Umstellung von Diesel- auf Elektroantrieb kön­ nen die Fahrgast­kapazität so gut wie verdoppelt und ein Halb­ stundentakt eingeführt werden. „Das ist ein gewaltiger Fortschritt und ich bin überzeugt, dass die Fahrgastzahlen um eine weitere Million steigen werden“, freut sich Theiner. Zumal die neuen und viel längeren FLIRT-Züge aber halbstündlich an allen Bahnhöfen halten werden, fallen die Schnell­ züge aus, weil ein schnellerer Bahnverkehr auf der eingleisigen Linie aufgrund der Fahrplandich­ te technisch nicht möglich ist.

Terlan etwas verkürzt, aber das Gelbe vom Ei sei dies noch nicht. Theiner: „Wenn wir dem privaten Autoverkehr ernsthaft die Stirn bieten möchten, muss das Bahn­ fahren noch attraktiver werden.“ Konkret heißt das, dass man mit der Bahn schneller ans Ziel kom­ men muss als mit dem Auto. Da­ mit im Vinschgau auch nach der Elektrifizierung Schnellzüge ein­ geführt werden können, kommt für ­Theiner nur eine Maßnahme in Frage: „Wir müssen einige Ab­ schnitte der Bahnlinie doppelglei­ sig ausbauen, sodass sich die Züge entlang dieser Strecken kreuzen können und Regionalzüge von Schnellzügen überholt werden können.“ ­Theiners Vorschlag, auf diese Art und Weise schnellere Verbindungen im Vinschgau zu Fahrplandichte ausgereizt ermöglichen, wurde im Landes­ Die Fahrzeiten Mals-Bozen wür­ mobilitätsplan, den die Landes­ den in Zukunft zwar durch den regierung am 9. Mai genehmigt Wegfall des Umsteigens in Me­ hat, verankert. Theiner: „Es geht ran sowie durch den geplanten konkret darum, dass die STA, zwei­gleisigen Ausbau der Bahn­ welche die Arbeiten zur Elektri­ strecke zwischen Kaiserau und fizierung planmäßig und sehr gut