Das Hausärzte-Dilemma

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VINSCHGER GESELLSCHAFT

Bei Bürgerversammlungen in Glurns herrscht großer Andrang. Das Volk spricht mit.

In der Höhle der Löwen Bei Bürgerversammlungen in Glurns geht es manchmal heiß her. Ein „Schlichter“ sollte diesmal Schlimmeres verhindern. GLURNS - „Der Ablauf im vorigen Jahr ist mit ein Grund, dass wir einen Fachmann geholt haben. Damals lief es etwas aus dem Ruder“, stellte der Glurnser Bürgermeister Alois Frank Moderator Eberhard Daum vor. Die Bürgerversammlung stand kürzlich wieder auf dem Programm. Eine Veranstaltung, die einerseits beispielhaft für gelebte Partizipation ist, andererseits jedoch beim ein oder anderen Gemeindevertreter weiche Knie hervorruft. In der Höhle der Löwen, mag sich da so mancher oft fühlen. Wurde die Versammlung im letzten Jahr noch abrupt abgebrochen, ging es diesmal gesitteter vonstatten. Zur Erinnerung: Es war die Ankündigung einer neuen Parkplatzverordnung, die damals das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Die Bürger hatten bei der Diskussion den Saal verlassen. Die Verordnung wurde wenig später auf Eis gelegt. Bei der heurigen Bürgerversammlung wurde nun die überarbeitete Verordnung vorgestellt. Kompromisse, mit denen erneut einige nicht einverstanden waren. Eine Änderung der bestehenden Ordnung sei überflüssig. Man müsse jedoch etwas tun, waren sich die Ge-

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DER VINSCHGER 18/17

meindevertreter sicher, denn derzeit werde die Parkplatzregelung in Glurns kaum eingehalten. Die neuen Vorschriften, die mit dem 20. Juni in Kraft treten werden, sehen unter anderem die Streichung von einigen Kurzparkplätzen innerhalb der Stadtmauern vor, so in der Malser Straße und in der Laubengasse. Einige Flächen werden für das Auf- und Abladen ausgewiesen. Bei den weiterhin bestehenden Kurzparkplätzen, wie am Stadtplatz, werde

die Parkdauer von 30 Minuten auf eine Stunde verlängert. „Es braucht einfach eine Stadtberuhigung. Längerfristig kommt dies allen zugute“, betont Aloist Frank gegenüber dem der Vinschger. Das hässliche Loch Scharfe Kritik aus dem Publikum gab es in Sachen Tiefgarage. Viele Bürger störten sich an der Einfahrt der an und für sich gut gebauten Garage. „Ein hässliches

Musste sich bei der Veranstaltung mehrmals rechtfertigen: Bürgermeister Alois Frank (Bildmitte). Links Vizebürgermeister Armin Windegger, rechts Gemeinderätin Lisa Stocker.

Loch ist das“, war gleich mehrmals zu vernehmen. „Dass die Einfahrt jetzt so ist wie sie ist, hat mit Sicherheitsbestimmungen zu tun“, rechtfertigte Frank. Ursprünglich gab es andere Projekte, unter anderem war angedacht, die Einfahrt zu verstecken. Zudem habe das Denkmalamt beim Bau entscheidend mitgeplant. „Bei Privaten schaut das Denkmalamt penibel genau hin, bei öffentlichen Bauten wohl eher nicht“, kritisierte ein Bürger in Bezug auf „die hässliche Einfahrt“. „Für die Zukunft bietet die Tiefgarage noch einige Möglichkeiten. Momentan muss man durch das Glurnser Stadttor, um die Garage zu erreichen“, erklärte der Bürgermeister. Zukünftig sei es jedoch auch möglich, die Zufahrt dahingehend zu ändern, dass die Garage von außerhalb erreicht werden kann, und zwar unter die Stadtmauern hindurch. Diese Mehrkosten seien im ersten Moment jedoch nicht zu stemmen gewesen. „Lasst die Finger von der Oberen Au“ Im Rahmen der Bürgerversammlung wurden auch gleich