Das Hausärzte-Dilemma

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VINSCHGER GESELLSCHAFT LESERBRIEFE

ZU ARTIKEL „ZU BESUCH BEI DEN TIROLERN IN BRASILIEN“, DER VINSCHGER AUSGABE 17 Tiroler sind also nach Brasilien ausgewandert. Ihr Ort heisst „Colonia Tirol“. Hiesige Schützen und die beiden Länder Tirols finden das offenbar gut, dass die Tiroler dort ihre Kultur und

Sprache bewahrt haben. So gibt es sogar Förderungen dafür! Die Molkerei heisst auch „Tirol“. Die Auswanderer und ihre Nachkommen haben also ihre Heimat, ihre Kultur und ihre Sprache nicht vergessen. Sehr schön! Der Widerspruch liegt für mich darin, dass sich besonders „tirolistische“ Kreise rund um die Schützen hier in Südtirol aber oft ganz

gegenteilig verhalten: Wenn hier Einwanderer an ihrer Sprache, Kultur und ihren Kleidern und Gebräuchen festhalten (wollen), gelten sie als integrationsunwillig. „Die sollen sich anpassen!“ hört und liest man. Und wenn gar Heimatstaaten der Einwanderer Projekte hier finanzieren würden: was für einen Aufschrei würde es geben! Schon die Einrichtung

eines Gebetsraumes für Muslime bewirkt Aufstände, geschweige, der Bau einer Moschee! (Oder die Benennung einer Schlanderser Strasse nach König Salman ibn Abd al-Aziz!) Schon recht widersprüchlich, oder? SIGMUND KRIPP, PARTSCHINS

Malser Senioren im Kinderdorf

Malser Senioren unterwegs MALS - Die 30-köpfige Gruppe des KVW Senioren Club Mals hat am 9. Mai im Rahmen eines Ausfluges das Südtiroler Kinderdorf in Brixen besucht. Heinz Senoner, der Direktor des Kinderdorfes führte die Senioren durch das Dorf, das aus einer großen

Grünfläche, einem Spielplatz, einem Verwaltungsgebäude und 11 Familienhäusern besteht. Er zeigte ihnen auch ein derzeit als Büro genutztes Haus von innen. Die Besucher waren sehr interessiert daran wie die Kinder und Jugendlichen hier leben und dass

es nur noch eine Kinderdorfmutter gibt, denn in den anderen Häusern sind es Erzieherteams, die die Kinder und Jugendlichen betreuen. Besonders interessant fanden die Damen und Herren die vielfältigen Dienste des Südtiroler Kinderdorf: Neben den ca. 50

betreuten Kindern und Jugendlichen werden an die 30 Familien ambulant zu Hause begleitet und es gibt auch ein Haus für alleinerziehende Frauen in Notsituationen und deren Kindern. RED

A PILLELE FIR DI SEAL

Brauchen wir die Kirche? Ein Vater holt aus dem Schrank ein Glas Honig, lässt Marianne den wunderbaren Duft riechen und erklärt dann nach einem kurzen Gespräch: „Ein Bienenvolk besteht aus Tausenden von Bienen. Jede einzelne hat genaue Aufgaben zu erfüllen. Die Arbeitsbienen bauen Waben, pflegen die Brut, nähren das Volk, verteidigen es gegen Feinde. Die Königin legt die Eier - bis zu zweitausend am Tag. Ein Hofstaat von jungen Bienen umgibt sie, wohin sie geht, reicht ihr das Futter, streichelt sie - und das alles tun die Bienen von selbst, ohne lange zu fragen. Der Imker - der Bienenvater - hat ihnen das Haus gebaut. Die Bienen wissen, er ist da; sie spüren seine Gegenwart an den Zeichen, die er hinterlässt, an der Fürsorge, die er für sie hat. Natürlich kann keine Biene den Bienenvater beschreiben. Aber jede weiß, dass es ihn gibt...“ Auf den Einwand seiner Tochter, dass die Menschen aber keine Bienen seien, antwortet der Vater: „Ich weiß immerhin, dass wir uns nicht selbst erschaffen haben. So wenig wie die Bienen. Und dass wir an dieses Geheimnis unserer Herkunft denken sollen. Und dass es einen Ort gibt, der sich dazu eignet: die Kirche. Und deshalb eben gehen wir hin, dein Mutter und ich.“ - Liebe Leserinnen und Leser! Von der Natur können wir sehr viel lernen. Ein offenes Herz, offene Augen und Ohren wünscht uns allen MARTIN GEORG JOHANN, PFARRER IN PRAD UND LICHTENBERG

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