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Das Magazin für die professionelle Schweineproduktion

1/2008 PIC Deutschland GmbH · Ratsteich 31 · 24837 Schleswig

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ue Die ne auens ybrid PIC-H eration Gen

Bildquelle: Bauernzeitung, Sabine Rübensaat, Berlin

Ed i t io

In Lauerstellung: Die neue PIC-Hybridsauen-Generation Die neue PIC-Hybridsauen-Generation „Made in Stresow“ .................................. 5

Die Gene des Erfolgs

Start in schwierigen Zeiten ...................... 6

Diese Überschrift ist nicht etwa nur eine Marketingaussage,sondern die Quintessenz einer jahrelangen Zuchtarbeit in den bewährten Mutterlinien der PIC, die mit der Einführung der neuen CamboroughSauen individualisiert und messbar wird. Internationale Zuchtarbeit macht es möglich, die verschiedenen Ausgangslinien innerhalb eines großen Genpools unter Zuhilfenahme innovativer Gen-Marker-Technologie laufend weiter zu verbessern und für den deutschen Markt verfügbar zu gestalten.

Viele Ferkel – Das einzige Maß aller Dinge?................... 8 PIC-Poster Goldene Regeln in der Jungsaueneingliederung................... 10/11 26 Ferkel absetzen ist noch nicht alles... 12 Genetik, Management und Gesundheit auf hohem Niveau ................................... 13 Von Null auf Hundert mal anders herum ................................... 15 Mit vereinten Kräften… ......................... 16 PIC-Veterinär-Ecke PCV-2-assoziierte Erkrankungen – Was kann man tun? ................................ 18 Das „salomonische Spiel“ mit den Zahlen ........................................ 19

PIC · Die Gene des Erfolgs

Fruchtbarkeit in Verbindung mit Robustheit zeichnet die neuen Camborough 25- und Camborough 29-Sauen aus. Diese Kombination mit einer Zuchtzielgewichtung auf Wurfgröße, Ferkelverluste, Fundament, Futteraufnahme und Langlebigkeit bestimmen die durch die Produktionsgenetik beeinflussbare Gesamtwirtschaftlichkeit der Ferkelproduktion, gerade unter den gegebenen und be-

sonders schwierigen Marktbedingungen. Gleichmäßige Würfe mit hohen Geburtsgewichten, ausgeprägte Muttereigenschaften, hohe Aufzuchtleistungen, verbesserte Futterverwertung und ein guter Muskelfleischanteil bei den Schlachtschweinen gelten fast schon als selbstverständlich. Auch die guten Erfahrungen in Bezug auf Gruppenhaltungsbedingungen prädestinieren die neuen Camborough-Sauen für den professionellen Ferkelerzeuger mit den höchsten Ansprüchen an seine Produktionstiere. Lassen Sie die eindrucksvollen Ergebnisse unserer neuen Sauenlinien auf sich wirken und erkennen Sie, wie die Gene des Erfolgs, kombiniert mit einem professionellen Management, die Gesamtwirtschaftlichkeit Ihrer Ferkelproduktion auf den Spitzenplatz bringen. Versäumen Sie nicht, sich Ihren Anteil am Erfolg zu sichern, wir beraten Sie gerne.

Ihr Dr. Walter Vaitiekunas Geschäftsführer PIC Deutschland GmbH 1/2008


PIC-Spiegel

Zukunft jetzt – Die neue PIC-Hybridsauen-Ära

Durch den Einsatz von innovativen Zuchtprogrammen kann dieser Entwicklung Einhalt geboten werden. Es darf nicht vergessen werden, dass das 2008er-Modell der PIC-Hybridsau dramatisch verbessert wurde beispielsweise im Vergleich zum Modell 1998. Eine zunehmend genauere und umfassendere Selektion auf Leistung unter realen kommerziellen Produktionsumwelten, eng gekoppelt mit einem verringerten zeitlichen Abstand zwischen Nukleus- und Kundenstufe bedeutet, dass in der Tat eine neue Ära des Sauen-Leistungspotentials greifbar wurde. Die Grafiken 1 bis 6 zeigen den PIC Zuchtfortschritt in Merkmalen, die die Lebensleistung von Sauen beeinflussen. Die Zuchtwerte für Anzahl gesamt geborener Ferkel pro Wurf wurden mit einer stetigen Rate seit Einführung der BLUP-Zuchtwertschätzung im Jahre 1991 gesteigert. In den letzten Jahren allerdings haben verfeinerte BLUP-Verfahren simultane Verbesserungen in der Anzahl geborener und tot geborener, Ferkelüberlebensrate und Wurfgewicht möglich gemacht. Bemerkenswerterweise erfolgte dies ohne eine Verlangsamung des Zuchtfortschritts in der Fruchtbarkeit gemessen an der Anzahl geborener Ferkel. Was ist die Ursache? In der Vergangenheit wurde für den Züchtungsprozess oft die „Torten“Analogie gewählt. Demzufolge werden bestimmte Merkmale wie z. B. geborene Ferkel, Ferkelüberlebensrate, Fleischanteil, Tageszunahme und Futterverwertung wie Stücke in einer Torte betrachtet. Dieser Analogie zufolge würde größerer Druck auf ein bestimmtes Merkmal (ein größeres Tortenstück) zu geringeren Erfolgen in anderen Merkmalen führen (kleineren Tortenstücken), da es nur eine zu verteilende Tortengröße gibt. In früheren Zeiten der Zucht bzw. Selektion und einfachen statistischen Vater-Modellen, relativ wenigen Merkmalen (drei bis fünf) und den damals zur Verfügung stehenden Zuchtinstrumenten war PIC · Die Gene des Erfolgs 2

Tabelle 1 Niederlande Total geborene Ferkel Verluste und tot geborene Ferkel, % Frankreich Total geborene Ferkel Verluste und tot geborene Ferkel, % Dänemark Total geborene Ferkel Verluste und tot geborene Ferkel, %

1995

2000

2004

11,5 17,5

12,1 19,5

13,2 20,1

11,4 18,6

12,8 19,5

13,5 22,1

11,9 17,3

12,9 19,8

14,2 23,0

Quelle: Le Dividich, INRA Frankreich, Agrovision Niederlande

diese Analogie sicher stimmig. In Bezug auf moderne Zuchtprogramme, in denen über 40 Merkmale gleichzeitig bearbeitet werden, muss die Frage erlaubt sein, was mit der Torten-Analogie und den Beziehungen der Merkmale untereinander geschieht. Angenommen, wir behalten diese Analogie bei, so wissen wir heute, dass wir in der Vergangenheit die Tortenstücke mit der stumpfen Schneide eines Beils zugeteilt haben. Heute hingegen führen wir die Schnitte mit der Präzision eines chirurgischen Skalpells oder inzwischen sogar mit der Akkuratesse eines Lasers durch. Die zusätzlichen Merkmale wurden gewonnen aus dem, was ursprünglich der nicht zu fassende Abfall bzw. die „Kuchenkrümel“ des weniger präzisen Systems waren. Die gewaltige Evolution dieser MehrmerkmalsSysteme war erst möglich durch die Weiterentwicklung der genetischen Theorie, zunehmender Computer-Power und Kapazität sowie Technologien, die zu sichereren und genaueren Messungen führen (nach Dr. K. Laughlin, Aviagen, Juni 2007). PIC verbessert heute über 40 Merkmale gleichzeitig in den Reinzuchtlinien unter Einbeziehung von Reinzucht- und Kreuzungsdaten mit Pedigrees aus einer riesigen stetig wachsenden Datenbank mit derzeit über 8 Millionen Tieren. Die optimierten Zuchtziele basieren aktuell auf der Leistung

von Kreuzungstieren in Kundenherden und dem Wissen um die genetische Architektur von Reinzucht- und Kreuzungsdaten. Nicht zuletzt nutzt PIC ein intelligentes Anpaarungsprogramm, um den Zuchtfortschritt unter Kontrolle der Inzucht weiter zu maximieren und operiert mit einem ständig sich erweiterndem Netz von miteinander verbundenen Mikroprozessoren weltweit, um Zuchtwerte täglich aufgrund neuer Informationen neu zu berechnen und zu aktualisieren. Zusätzlich nutzt PIC genetische Marker, um die Genauigkeit der Selektion und der Zuchtwerte zu verbessern. Während mit Hilfe der klassischen BLUP-Zuchtwertschätzung nur ein Teil der genetischen Variation geschätzt werden kann, ermöglicht der Einsatz neuester Selektionstechniken eine deutliche Erhöhung der Schätzgenauigkeit. So können größere Würfe bei gleichzeitig niedrigeren Verlusten realisiert werden (siehe Grafik 7). Eines der grundlegenden Ziele bei dem Einsatz von moderner Markertechnoloie ist die Anwendung einer komplett neuen Selektionstechnik, des sog. High Density Genotyping (HDG), welche gegenwärtig auf mehr als 150 Markern basiert (siehe Grafik 8). HDG kann auch als „Turbo-DNA-Analyse“ bezeichnet werden. Durch die „Turbo-DNA-

Grafik 1: Zuchtfortschritt im Merkmal „Gesamt geborene Ferkel“ 1,2

Zuchtwert: Gesamt geborene Ferkel

n den vergangenen Jahren haben verschiedene Zuchtorganisationen den anhaltenden Forderungen nach einer Steigerung der gesamt geborenen Ferkel, teils deutlich überzogen, Rechnung getragen. So konnte in den letzten zehn Jahren zwar eine Verbesserung von bis zu 2,3 gesamt geborenen Ferkeln pro Wurf erzielt werden (Tabelle 1), allerdings ging mit dieser Entwicklung eine starke Abnahme der Ferkelvitalität einher, was zu deutlich höheren Verlusten führte (z. B. + 5,7 % in Dänemark).

1

3-Jahres-Trend + 0.20 Ferkel/Wurf u. Jahr = + 0.48 Ferkel/Sau u. Jahr 0,8

0,6

0,4

0,2

0

Wurfjahr

Ju l0 Se 1 p 0 N 1 ov 01 Ja n 0 M 2 är 02 M ai 02 Ju l0 Se 2 p 0 N 2 ov 02 Ja n 0 M 3 är 03 M ai 03 Ju l0 Se 3 p 0 N 3 ov 03 Ja n 0 M 4 är 04 M ai 04 Ju l0 Se 4 p 0 N 4 ov 04 Ja n 0 M 5 är 05 M ai 05 Ju l0 Se 5 p 0 N 5 ov 05 Ja n 0 M 6 är 06

I

1/2008


PIC-Spiegel

PIC hat nach wie vor das Ziel der Maximierung der Gesamtwirtschaftlichkeit in der Schweineproduktion im Auge. Die SauenPIC · Die Gene des Erfolgs

Zuchtwert: tot geborene Ferkel, %

0,2 0,0 -0,2

3-Jahres-Trend - 0,46 %/Jahr

-0,4 -0,6 -0,8 -1,0 -1,2 -1,4

Ju l0 Se 1 p 0 N 1 ov 01 Ja n 0 M 2 är 02 M ai 02 Ju l0 Se 2 p 0 N 2 ov 02 Ja n 0 M 3 är 03 M ai 03 Ju l0 Se 3 p 0 N 3 ov 03 Ja n 0 M 4 är 04 M ai 04 Ju l0 Se 4 p 0 N 4 ov 04 Ja n 0 M 5 är 05 M ai 05 Ju l0 Se 5 p 0 N 5 ov 05 Ja n 0 M 6 är 06

-1,6

Wurfjahr

Grafik 3: Zuchtfortschritt im Merkmal „Ferkelüberlebensrate“

Zuchtwert: Ferkelüberlebensrate

2,5

2,0

1,5

3-Jahres-Trend + 0.71 %/Jahr

1,0

0,5

0,0

l0 Se 1 p 0 N 1 ov 01 Ja n 0 M 2 är 02 M ai 02 Ju l0 Se 2 p 0 N 2 ov 02 Ja n 0 M 3 är 03 M ai 03 Ju l0 Se 3 p 0 N 3 ov 03 Ja n 0 M 4 är 04 M ai 04 Ju l0 Se 4 p 0 N 4 ov 04 Ja n 0 M 5 är 05 M ai 05 Ju l0 Se 5 p 0 N 5 ov 05 Ja n 0 M 6 är 06

-0,5

Ju

Wurfjahr

Grafik 4: Zuchtfortschritt im Merkmal „Wurfabsetzgewicht, kg“ 3,0

2,5

Zuchtwert: Wurfabsetzgewicht, kg

Der genetische Fortschritt der beiden wesentlichen PIC-Sauenlinien Linie L02 (Landrasse) und L03 (Large White) in den letzten 5 Jahren allein in Deutschland bestätigt diese positive Entwicklung eindeutig; die Wurfgröße wurde bei gleichzeitiger Verringerung der Verluste deutlich erhöht (Grafik 9 und 10). Im Februar 2008 erreichten rund 24.900 PICGroßelternsauen auf Vermehrungsbetrieben in Nordamerika 26,1 abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr. In der PIC-Datenbank machen Daten aus Deutschland und Österreich ein gutes Drittel aus. Die deutschen Vermehrungsbetriebe der PIC haben im gleichen Zeitraum ebenfalls die 25er-Schallmauer durchbrochen und mit rund 14.000 Großelternsauen 25,0 abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr erstmalig überschritten. Der Nukleusbetrieb in Deutschland mit der größten Large White-Linie L03-Population liegt aktuell bei 28,7 abgesetzten Ferkeln pro Sau und Jahr. Noch vor einigen Jahren gab es in Nordamerika eine Anzeigenkampagne der PIC mit der Überschrift „30 Ferkel pro Sau pro Jahr? Noch nicht, aber wir arbeiten daran.“ Schon Anfang letzten Jahres haben verschiedene Kunden diese Grenze überschritten.

0,4

2,0

3-Jahres-Trend + 0,902 kg/Wurf u. Jahr = + 2,172 kg/Sau u. Jahr 1,5

1,0

0,5

0,0

-0,5

Wurfjahr

Ju l0 Se 1 p 0 N 1 ov 01 Ja n 0 M 2 är 02 M ai 02 Ju l0 Se 2 p 0 N 2 ov 02 Ja n 0 M 3 är 03 M ai 03 Ju l0 Se 3 p 0 N 3 ov 03 Ja n 0 M 4 är 04 M ai 04 Ju l0 Se 4 p 0 N 4 ov 04 Ja n 0 M 5 är 05 M ai 05 Ju l0 Se 5 p 0 N 5 ov 05 Ja n 0 M 6 är 06

Genetischer Fortschritt kann nicht nur durch den Zukauf von Jungsauen genutzt werden. Auch Sauenhalter, die mit einem Eigenremontierungsprogramm arbeiten (Closed-Herd-Betriebe), können mit Hilfe der HDG-Technologie direkt von den verbesserten Zuchtlinien profitieren. „Zucht wird sich im Jahre 2025 wesentlich auf die Erkenntnisse moderner Molekularbiologie stützen und damit in die Lage versetzt, neue Herausforderungen besser zu meistern. Nur die Zuchtorganisationen werden wettbewerbsfähig bleiben, die rechtzeitig neue Technologien aufgenommen haben.“ (nach Prof. H. Niemann, FLI Mariensee, März 2008).

schwieriger zu bearbeiten als Zuchtziele der Vaterlinien, die nur in Richtung Wachstum, Futterverwertung, Schlachtkörper und Fleischqualität spezialisiert sind. PIC wird auch weiterhin kontinuierlich Zucht-

Grafik 2: Zuchtfortschritt im Merkmal „tot geborene Ferkel, %“

Grafik 5: Zuchtfortschritt im Merkmal „Fundamentnote“ 1,0

0,9 0,8

Zuchtwert: Fundamentnote

Mit Hilfe dieser Technologie kann PIC – als erste Zuchtorganisation weltweit – Sauenlinien mit einer noch größeren Genauigkeit markergestützt selektieren. Selektionsentscheidungen können so zu einem wesentlich früheren Zeitpunkt getroffen werden, und der Zuchtfortschritt kann, bezogen auf die Zeiteinheit, erheblich gesteigert werden.

lebensleistung ist eines der wesentlichen Merkmale, die die Wirtschaftlichkeit bestimmt. Mastschweine bekommen je die Hälfte der Gene vom Vater und von der Mutter. Zuchtziele der Mutterlinien sind viel

0,7 0,6

0,5

3-Jahres-Trend + 0,13 Notenpunkte/Jahr

0,4

0,3 0,2

0,1 0,0

Wurfjahr

Ju l0 Se 1 p 0 N 1 ov 01 Ja n 0 M 2 är 02 M ai 02 Ju l0 Se 2 p 0 N 2 ov 02 Ja n 0 M 3 är 03 M ai 03 Ju l0 Se 3 p 0 N 3 ov 03 Ja n 0 M 4 är 04 M ai 04 Ju l0 Se 4 p 0 N 4 ov 04 Ja n 0 M 5 är 05 M ai 05 Ju l0 Se 5 p 0 N 5 ov 05 Ja n 0 M 6 är 06

Analyse“ können DNA-Abschnitte in besonders kurzer Zeit genotypisiert und relevante Marker lokalisiert werden.

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PIC-Spiegel

fortschritt generieren und über eine Reihe von differenzierten Sauen- und Eberprodukten für unterschiedliche Bedingungen und Märkte in den Markt bringen. Es ist die richtige Zeit, die Weichen zu stellen und zu schauen, wie PIC-Produkte Wünsche erfüllen können. Die PIC-Hybridsauen-Familie war nie besser als heute, und die neuen Sauenprodukte Camborough 25 und Camborough 29 erfreuen sich aufgrund ihres hohen Leistungsniveaus zunehmender Beliebtheit. Leistungen auf Kundenstufe sind das Maß aller Dinge und die PIC-Hybridsauen-Familie liefert dies.

Grafik 6: Zuchtfortschritt im Merkmal „Sauenverluste“

In diesem PIC-Spiegel finden Sie einige Beispiele aus ganz Deutschland für den Leistungsstand der PIC-Genetik, angefangen beim neu angelaufenen Vermehrungsbetrieb „Rittergut Stresow“ in SachsenAnhalt, über erfolgreiche Kundenbetriebe in Niedersachen und Nordrhein-Westfalen, bis hin zu einem zukunftsorientierten Familienbetrieb in Baden Württemberg. (HLO)

Grafik 7: Verbesserung der Selektion durch innovative Markertechnologien

0,6

Zuchtwert: Sauenverluste, %

0,4 0,2 0,0 -0,2

3-Jahres-Trend - 0,25 %/Jahr

-0,4 -0,6 -0,8 -1,0 -1,2

O kt 0 D 1 ez 0 Fe 1 b 02 Ap r0 2 Ju n 0 Au 2 g 02 O kt 0 D 2 ez 0 Fe 2 b 03 Ap r0 3 Ju n 0 Au 3 g 03 O kt 0 D 3 ez 0 Fe 3 b 04 Ap r0 Ju 4 n 0 Au 4 g 04 O kt 0 D 4 ez 0 Fe 4 b 05 Ap r0 5 Ju n 05 Au g 05 O kt 0 D 5 ez 0 Fe 5 b 06 Ap r0 6 Ju n 06

-1,4

Wurfjahr

100% 90%

Genetische Variation, %

80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0%

Mast- und Schlachtleistung

Fruchtbarkeit

Vitalität und Robustheit

Grafik 8: Innovative Selektionstechnik: High Density Genotyping (HDG)

60

54

Anzahl Marker je Merkmal

50

40

30

32

30

29 26

20

10

0

Wachstum

MFA

Fleischqualität

Fruchtbarkeit

Robustheit

Grafik 9:

Grafik 10:

Aufzuchtleistung der PIC-Fruchtbarkeitslinie L02 (Landrasse) PLUS 1,5 abgesetzte Ferkel je Wurf in 5 Jahren (2003 bis 2007) entsprechen 3,6 mehr abgesetzten Ferkeln je Sau und Jahr*

Aufzuchtleistung der PIC-Fruchtbarkeitslinie L03 (Large White) PLUS 1,8 abgesetzte Ferkel je Wurf in 5 Jahren (2003 bis 2007) entsprechen 4,3 mehr abgesetzten Ferkeln je Sau und Jahr*

Top 10 %

15,0

Top 10 %

14,5

Top 25 %

Top 25 %

Mittlere 50 % 14,5 13,9

13,8

13,0 12,0

12,2

12,2 12,7

11,0

11,5

12,6

12,9 12,4

11,5

14,1

13,8 13,4

13,3

12,5 12,4 11,9

12,7

11,5

12,7

12,5

12,2 11,6 11,4

10,5

10,0

9,5

9,0 2003

2004

12.052 ausgewertete Würfe

PIC · Die Gene des Erfolgs 4

Mittlere 50 %

13,5 abgesetzte Ferkel/Wurf

abgesetzte Ferkel/Wurf

14,0

14,7

2005

2006 Jahr

2007

2003

2008 *bei 2,4 Würfen je Sau u. Jahr

46.910 ausgewertete Würfe

2004

2005

2006 Jahr

2007

2008 *bei 2,4 Würfen je Sau u. Jahr

1/2008


PIC-Spiegel

Die neue PIC-Hybridsauen-Generation „Made in Stresow“ Beachtliche Fruchtbarkeitsergebnisse mit 29 abgesetzten Ferkeln je Sau im Startjahr Vor einem Jahr berichteten wir im PIC-Spiegel über die Neubestückung des PIC- Vermehrungsbetriebs „Rittergut Stresow“ im Jerichower Land bei Magdeburg mit 2500 Sauen. Jetzt im Januar 2008, ein Jahr nach der Aufstallung, konnten die ersten Jungsauen der neuen PIC-Hybridsauen-Generation Camborough 25 ausgeliefert werden.

R

und 13 Jahre war die Camborough 23 erfolgreiches Flagschiff der PIC-Camboroughs. Laufender Zuchtfortschritt und eine gleich verteilte Kombination aus Fruchtbarkeit und Robustheit haben sie zu einer sicheren Produktionssau gemacht. Geänderte Produktionsbedingungen und gestiegene Managementqualitäten in der Ferkelerzeugerstufe gehen aber auch an den Entwicklungen in der Zuchtarbeit nicht spurlos vorüber, und neue Linienkombinationen halten Einzug. Das Hauptaugenmerk legen Hybridsauen-Kunden inzwischen auf die Fruchtbarkeitsleistung. Dieser Forderung wird mit der Linienkombination der neuen PIC-Hybridsauen-Generation Rechnung getragen, denn die klassischen Fruchtbarkeitslinien Large White (Linie 03) und Landrasse (Linie 02) dominieren mit insgesamt 75 % die genetische Zusammensetzung. Damit letztendlich eine gesamtwirtschaftliche, das heißt fruchtbare UND robuste Sau dabei herauskommt, wird die Robustheit der Tiere durch den Einsatz einer weißen Duroc-Linie (25 % Genanteil) sichergestellt. Im Herbst 2006 begann die Umstellung der PIC-Vermehrungsherden, sodass im Herbst 2007 die ersten Jungsauen der neuen Generation ausgeliefert werden konnten.

Die neue PIC-HybridsauenGeneration • Mehr Fruchtbarkeit durch höheren Genanteil von Landrasse (L02) und Large White (L03). • Mehr abgesetzte Ferkel durch stärkere Berücksichtigung der Ferkelüberlebensrate im Zuchtziel. • Robustheit, Langlebigkeit und korrektes Fundament für eine hohe Lebensleistung und somit optimale Gesamtwirtschaftlichkeit durch Drei-Linien-Kreuzung mit Duroc-Anteil. • Exzellentes Futteraufnahmevermögen und hervorragende Futterverwertung für hohe Milchleistung und bessere Wirtschaftlichkeit durch Kostenreduzierung.

betrieb, und die Anlage in Stresow passte zu den Größenvorstellungen. Als die Erbengemeinschaft die Entscheidung gefällt hatte, ging alles sehr schnell. Die letzten Mastschweine verließen die Anlage im Frühjahr 2006. Bereits am 2. September erhielt man die Baugenehmigung. Am 28. September war vorzei-

Top-Start mit 29 abgesetzten Ferkeln/ Sau und Jahr Höchster Genetik- und Gesundheitsstatus sowie ein professionelles Management vor Ort waren Voraussetzung für die beeindruckenden Fruchtbarkeitsergebnisse in dem neu anlaufenden Betrieb. Mit aktuell 13,5 lebend geborenen und 12,1 abgesetzten Ferkeln bei 6,8 % Verlusten und einer Abferkelrate von 88,9 % werden rund 29 abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr produziert. Geschäftsführer Jürgen Dannehl und Anlagenleiterin Kathrin Huhn mit ihrem Team können zu Recht stolz darauf sein. Ein Blick hinter die Kulissen Nach drei Jungsauenlieferungen war der Betrieb vollständig bestückt und arbeitet nun im geschlossenen System, das heißt, es werden keine weiteren Tiere zugeführt. Der genetische Zuchtfortschritt wird ausschließlich über Sperma aus PICeigenen Besamungsstationen zugeführt. Alle Bereiche – inkl. der Gruppenhaltung im Wartebereich – werden im Rein-RausVerfahren mit Reinigung und Desinfektion bewirtschaftet. Hygiene, Sauberkeit und

Bild: Bauernzeitung, Sabine Rübensaat, Berlin

Wachablösung in der CamboroughProduktlinie der PIC eingeläutet

Umgebaut und saniert – eine ehemalige Mastanlage wurde zum modernen Sauenzuchtbetrieb Zurück zum Rittergut Stresow. Auf den ersten Blick kommt man nicht auf die Idee, dass aus dieser ehemaligen Mastanlage mit 25 000 Plätzen aus den 70er-Jahren inzwischen ein moderner Sauenzuchtbetrieb für 2 500 Sauen und 13 000 Aufzucht- bzw. Mastplätze geworden ist, in dem Jungsauen mit höchstem Gesundheitsstatus produziert werden. Aber der Reihe nach: Seit 1994 standen die Gebäude leer. Um den Bestandsschutz zu wahren, mästete man ab 1997 unter BVVG-Regie auf 2 000 Plätzen weiter. Erst 2006 konnte die Erbengemeinschaft des ehemaligen Ritterguts die Ställe zusammen mit 400 ha Land von der BVVG zurückkaufen. Zu dieser Zeit suchte die PIC einen VermehrungsPIC · Die Gene des Erfolgs

Modernste Einrichtungen in alten Hüllen. Hinter den Mauern der alten Mastanlage werden seit 2007 mit 2500 Sauen erfolgreich Jungsauen für die PIC produziert.

tiger Baubeginn, die ersten Jungsauen sollten am 15. Januar 2007 eingestallt werden. In dieser Zeit musste die alte Mastanlage entkernt, gereinigt, umgebaut und saniert werden. „Ein enger Zeitplan“, erinnert sich Geschäftsführer Jürgen Dannehl, „der einigen Stress verursachte, sich aber gelohnt hat.“

Einhaltung des Gesundheitsstatus stehen bei Anlagenleiterin Kathrin Huhn ganz oben auf der Tagesordnung. Das Team auf dem Rittergut Stresow besteht aus insgesamt 17 Mitarbeitern, verantwortlich für 2 500 Sauen und 13 000 Aufzucht- und Mastplätze. Da nicht alle 1/2008 5


Mitarbeiter aus der Branche kamen, haben neben Kathrin Huhn vier weitere Leute vor dem Start einen „Crash-Kurs“ auf anderen PIC-Vermehrungsbetrieben absolviert. Dabei wurden sie in die Feinheiten des PICProduktionssystems – vom 1.000-TageKalender über das Tätowiersystem bis hin zu den PIC-üblichen Produktionsstandards – eingewiesen. So konnten dann auch in Stresow von Beginn an alle Eckpunkte des PIC-Produktionssystems umgesetzt werden. Die übrigen Mitarbeiter wurden dann im laufenden Betrieb vor Ort ausgebildet.

Bild: Bauernzeitung, Sabine Rübensaat, Berlin

Bild: Bauernzeitung, Sabine Rübensaat, Berlin

PIC-Spiegel

im Deckzentrum im Kastenstand und werden anschließend in Großgruppen mit je 120 Sauen an zwei Transponderstationen umgestallt. Für nicht gruppenfähige Sauen sind einzelne Kastenstände nachgerüstet worden. Die Jungsauen durchlaufen vor der Besamung eine Anlernphase an einer gesonderten Futterstation.

Im Eroscenter werden die Sauen unter Leitung von Mitarbeiterin Simone Eggert duldungsorientiert besamt. Hier wird der Grundstein für die hervorragenden Fruchtbarkeitsleistungen der Sauen gelegt.

Der Betrieb arbeitet im Wochenrhythmus mit einer dreiwöchigen Säugezeit. Da der Mittwoch als Absetztag gewählt wurde, fallen die Hauptabferkelungen auf den Donnerstag und Freitag. Verantwortlich für diesen Bereich ist Jacqueline Kraft. Sie setzt die erfolgreiche Arbeit ihrer Kollegen aus der Besamung und dem Wartestall fort. Fast 13 lebend geborene und 11,5 abgesetzte Ferkel je Wurf spiegeln das gute Management wider. Die Ferkelaufzucht im Flatdeck liegt im Verantwortungsbereich von Jörn Speck. Ca. 60 % der weiblichen Zuchtferkel werden an PIC-Aufzuchtbetriebe in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein ausgeliefert, die restlichen 40 % verbleiben in der eigenen Jungsauenaufzucht. Die Kastrate werden zum größten Teil in der Anlage gemästet. Nur 0,7 % Verluste im Flatdeck zeigen, dass Jörn Speck seine Sache im Griff hat.

Die Hauptbesamungstage sind der Montag und der Dienstag. Verantwortlich für den gesamten Bereich der Besamung ist Simone Eggert, sie wird von zwei weiteren Mitarbeitern unterstützt. Dass sie ihr Handwerk verstehen, lässt sich an der Abferkelrate von fast 86 % bei überwiegend besamten Jungsauen ablesen. Schon hier wird der Grundstein für die überzeugenden Fruchtbarkeitsleistungen gelegt. Die duldungsorientiert besamten Sauen bleiben bis zum zweiten Trächtigkeitstest

Marcel Heinemann übernimmt die 25 kgFerkel aus dem Flatdeck in seinen Jungsauenaufzucht- und Mastbereich mit insgesamt 13 000 Plätzen. Die Tiere werden hier auf voll perforiertem Betonspaltenboden gehalten und mit einer Flüssigfütterung am Quertrog versorgt. Zurzeit weist PIC-Produktionsbetreuer und Selekteur Joachim Warncke Marcel Heinemann in die Selektion der Jungsauen ein. Mittelfristig wird er diesen Job dann eigenständig übernehmen. In Absprache mit der PIC-

Geschäftsführer Jürgen Dannehl, Betriebsleiterin Kathrin Huhn und Produktionsberater Heinrich Schuz (v.r.n.l.) beim Beratungsgespräch im Abferkelstall. In einer 2500er Sauenanlage nimmt auch der Abferkelstall beeindruckende Dimensionen an.

Expedition und Anlagenleiterin Kathrin Huhn organisiert Marcel Heinemann selbstständig die Jungsauen- und Mastschweineverladung. Bis Ende Februar 2008 hat er bereits 2 800 Jungsauen der neuen PIC-Sauengeneration ausgeliefert. Ausblick Mit etwas „Sorge“ schauen Geschäftsführer Jürgen Dannehl und Anlagenleiterin Kathrin Huhn in die Zukunft: „Wir wissen, dass das Hauptleistungspotenzial der Sauen im 3. bis 5. Wurf liegt. Bei jetzt schon 28 abgesetzten Ferkeln/Sau und Jahr im anlaufenden Betrieb müssen wir über neue Aufzuchtkapazitäten nachdenken. Aber leere Bauhüllen stehen auf dem Rittergut Stresow ja genug zur Verfügung.“ (HSZ)

Start in schwierigen Zeiten Im oberfränkischen Schwingen quieken seit Kurzem wieder Ferkel. Und das in einer Zeit, in der landauf, landab dieses Geräusch marktsituationsbedingt eher am Abklingen ist.

M

itte August erblickten in dem neu erbauten Sauenbetrieb von Wolfgang Größl die ersten Ferkel das Licht der Welt, aber bis dahin war es ein recht steiniger Weg. Jeder, der sich schon mal mit der Thematik „Bauen im Schweinebereich“ beschäftigt hat, kennt diesen beschwerlichen Weg vom Bauantrag bis zum Bauende mehr oder weniger. Bei Wolfgang Größl begann dieser im Juli 2004. Ein neuer Stalltrakt in Anbindung an den bereits ausgelagerten Stallbereich sollte es sein, und die 600 Sauen sollen dann PIC · Die Gene des Erfolgs 6

die passende Ergänzung zum 100 ha Ackerland werden, die den Betrieb auch für die Zukunft markt- und überlebensfähig machen. Gebaut wurde nach den Richtlinien der neuen Schweinehaltungsverordnung mit einem gut durchdachten Deckzentrum und Gruppenhaltung zu je 30 Sauen. Flüssigfütterung in allen Bereichen bis hin zum neu gebauten Flatdeck. Dort bekommen die Ferkel in der Anfangsphase eine Spezialfütterung per Hand als Ergänzung und Vorbereitung für die flüssige

Folgefütterung. Der Abferkelstall wurde teilweise vom Altstall genutzt und durch einen neuen Bereich der zukünftigen Gruppengröße angepasst. Kurze Treibewege, viel Licht und solche sinnvollen Details wie eine Waage für die Ferkel auf dem Gang ergänzen den Stall. Hier hat sichtbar ein Praktiker gebaut. Nach einem langen Kampf mit der Behörden und umfangreichen Baumaßnahmen, die vielfach in Eigenleistung erfolgten, kamen am 7. März 2007 die ersten PICJungsauen auf dem Betrieb an. Das 1/2008


PIC-Spiegel

Gesündeste musste es sein, was der Markt zu bieten hatte und eine Genetik, mit der man wettbewerbsfähig ist. Alle zwei Wochen, dem Produktionsrhythmus angepasst, wurden die Jungsauen angeliefert. Endlich Leben im Stall und nach der langen Bauzeit wieder Tiere als Hauptbeschäftigung. Und dieses Engagement zahlt sich aus. Als die erste Gruppe mit 95 % Trächtigkeit durchging, war man noch skeptisch, aber dieses Ergebnis bestätigte sich von Gruppe zu Gruppe. Ein eingespieltes Team, denn Wolfgang Größls bester und vorerst einziger Mit-

Behutsame Anfütterung erleichtert den Start im Flatdeck nach dem Absetzen. Drei Generationen Größl: Karl, Alexander und Wolfgang (v.l.n.r.).

arbeiter ist Vater Karl Größl, der seinen Sohn mit einem Augenzwinkern „Chef“ nennt. Mit der ersten Abferkelung kam ein weiterer Größl dazu, Wolfgang Größls Sohn Alexander. Eine echte „Männerwirtschaft“, die sich sehen lassen kann. Und auch die Ergebnisse zeugen davon. Mit 13 lebend geborenen Ferkeln und 12 abgesetzten pro Wurf ein vielversprechender Start, alles in allem. Größls sehen diese Ergebnisse als eindeutige Bestätigung ihrer Entscheidung, auf PICGenetik zu setzen. Das Resultat der jahrelangen konsequenten Zuchtarbeit der PIC ist bei den Größls eindeutig zu sehen, und weitere Fortschritte werden dank des anhaltenden Zuchtfortschritts nicht lange auf sich warten lassen. Die ersten Ferkel sind verkauft. Aber wer den Markt derzeit kennt, weiß, wie dürftig die Erlöse sind. Aber bei Größls kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Es kommen auch wieder bessere Zeiten und dann ist die Anlage in Schwingen dabei. (FB) PIC · Die Gene des Erfolgs

Über 13 lebend geborene und über 12 abgesetzte Ferkel je Wurf. Ergebnisse, die sich sehen lassen können.

Zwölf und mehr Ferkel an der Sau, bei Größls ein normales Bild im Abferkelstall.

Jungsauenleistung (Neubestückung) Umrauscher, %

5,7

Abferkelrate, %

93,6

lebend geborene Ferkel/Wurf

13,2

abgesetzte Ferkel / Wurf

12,0

lebend geborene Ferkel/ Sau u. Jahr

32,3

abgesetzte Ferkel/Sau u. Jahr

29,4 1/2008 7


PIC-Spiegel

Viele Ferkel – Das einzige Maß aller Dinge? Ferkelerzeuger und Schweinemäster haben derzeit mit einer besonders prekären Marktsituation zu kämpfen. Gerade in solchen Zeiten wird zwangsläufig über die Optimierung der biologischen Leistung diskutiert. Doch welche biologischen Parameter sind entscheidend? Welche Anforderungen stellen die nachgelagerten Partner der Ferkelerzeuger und Mäster an das ihnen angebotene Produkt?

D

ie PIC-Spiegel-Redaktion hat mit den Verantwortlichen in den Vertriebsregionen der PIC gesprochen und um eine Bewertung der aktuellen Lage und weiteren Entwicklung gebeten. Lesen Sie im folgenden Beitrag die Einschätzungen der PIC-Regionalleiter für die Vertriebsregionen West und Ost sowie unserer Vertriebspartner in den Regionen Nord und Süd.

Ralf Selker, Leiter Hybridschweinevertrieb, VION Zucht- und Nutzvieh GmbH, Wunstorf

„Der Familienbetrieb hat noch Zukunft, er muss sich nur anpassen und die Messlatte hoch anlegen.“ Insbesondere in der Schweineproduktion gilt es, im Rahmen der Globalisierung den Standortnachteil Deutschland bei den Betriebsgrößen auszugleichen. Unsere Ferkel müssen gesünder werden, durch bessere Mastleistungen überzeugen, und die Partien müssen groß und einheitlich genug sein. Auch in den schweinedichten Regionen Deutschlands entwickelt sich der klassische Familienbetrieb: Statt 80 Sauen und 20 Kühe wie vor 10 Jahren bewirtschaftet er heute 350 Sauen im Mehr wochenrhythmus. So liefert dieser Betrieb alle 3 Wochen über 500 Ferkel und schafft es ganz alleine, einen 3 000er Maststall das ganze Jahr über zu füllen. Hierfür muss er seine Messlatte allerdings von vornherein hoch anlegen, denn bei 350 Sauen braucht er für 3 000 Mastplätze mindestens 25 verkaufte Ferkel! Die Zielsetzung in der Schweinezucht ist damit klar vorgegeben: Wir brauchen künftig mehr aufgezogene Ferkel. Die Genetik und die Gesundheit müssen stimmen. Der Landwirt selbst muss sich noch mehr spezialisieren, um ein Maximum an Leistung zu erzielen. Nebenkriegsschauplätze sind dabei tabu – dies ist bei erfolgreichen IndustriePIC · Die Gene des Erfolgs 8

unternehmen auch nicht anders. Bei allen Diskussionen um viele Ferkel dürfen wir jedoch den nachgelagerten Bereich nicht vergessen: Der Mäster braucht das Produkt mit den für ihn besten biologischen Leistungen, d. h. Futterverwertung, Zunahme, wenig Ausfälle und gute Fleischwerte, denn danach wird sein Schwein auch in Zukunft bezahlt. Dabei ist die Schweinemast am dichtesten dran am Verbraucher, und der verlangt bei steigendem Gesundheitsbewusstsein Qualität zum günstigen Preis! Schweinefleisch ist – und so wird es auch bleiben – in den Industrienationen kein Luxusgut und wird auch nicht als solches bezahlt. Der Landwirt, der dieses Produkt mit bester Qualität am günstigsten produziert, ist der Gewinner! Bei der PIC sprechen nicht erst die Verkäufer mit den Vermarktungsunternehmen, sondern bereits die Züchter. Die neuen Sauen- und Eberlinien sind Ergebnis dieser Gespräche. Die neuen Sauen werden den Ferkelerzeugern deutlich mehr verkaufte Ferkel bringen. Die stressresistenten Eber werden deutlich stabilere Schweine mit Top-Zunahmen und weiter verbesserter Fleischqualität erzeugen. Diese Kombination sowie die zunehmende Spezialisierung der Schweinehalter führen zur deutlichen Verbesserung der biologischen Leistungen und sind damit die richtige Antwort auf den verschärften Wettbewerb. Durch diesen kontinuierlichen Prozess der Leistungsoptimierung kann man in Zukunft auch im Familienbetrieb gewinnorientiert arbeiten.

Uwe Petersen, Regionalleiter West, PIC Deutschland GmbH, Schleswig

„Kraftvoll und zielgerichtet“ Nachhaltige Veränderungen in der Veredlungswirtschaft prägen das aktuelle Wirtschaftsjahr. Vor allem die dramatisch gestiegenen Futterkosten und in der Folge-

wirkung auch die Energie- und Flächenkosten beeinträchtigen die Wirtschaftslage in den Betrieben. Und, derzeit ist von der Kostenseite her noch keine Entspannung erkennbar. Und dennoch, die einzelbetriebliche Entwicklung geht weiter: Der Trend zu größeren und sehr großen Betriebseinheiten wird sich in unverminderter Geschwindigkeit fortsetzen. Auf der anderen Seite werden einzelne Betriebsleiter aber auch geplante bauliche Entwicklungsschritte umschreiben und dem Trend zum „quasi geschlossenen System“ folgen. Dies ist zweifellos erkennbar – vermehrt allerdings nicht wie früher auf einem Standort. Vielmehr planen wachstumswillige Betriebe die nächste Betriebsentwicklung vielfach auf einem zusätzlichen zweiten oder gar dritten – vielleicht auch weit entfernten – Standort, wo die Flächen- oder besser Gülleflächenkonkurrenz nicht so bedeutungsvoll ist. Unter hohem Kostendruck haben die Betriebsleiter neben kostenoptimierenden Maßnahmen mehr und mehr die Erlössituation und die Tiergesundheit vor Augen. Im Fokus der Ferkelerzeuger steht dabei nach wie vor in erster Linie die Anzahl aufgezogener Ferkel pro Sau und Jahr. Mit der Einführung der neuen Sauenprodukte hat die PIC diesem Anspruch in besonderem Maße Rechnung getragen. Die züchterischen Prämissen liegen eindeutig in einer hohen wurfbezogenen Leistung kombiniert mit der seit jeher bekannten hohen Wurffolge der PIC-Sau. Mehr verkaufte Ferkel pro Sau und Jahr sind das Ergebnis! Nach der Produkteinführung im vergangenen Herbst haben die ersten Sauen nun bereits in den Kundenbetrieben abgeferkelt und die Zukunft eingeläutet. Neben der Fruchtbarkeitsleistung gewinnt für alle Beteiligten die Tiergesundheit und Transparenz in tiermedizinischen Fragen an Bedeutung. Höchste Tiergesundheit in den Zuchtbetrieben verbunden mit einer proaktiven Informationsplattform schafft dauerhaftes Vertrauen zwischen Abnehmer und Lieferant. Mit den neuen PIC-Sauen im Markt und dem gleichzeitigen Bestreben zum Aufbau neuer topgesunder Produktionsbetriebe hat die PIC eine Produkt- und Produktionsplattform etabliert, die eine klare Positionierung im Markt mit einer hohen Nutzenerwartung für die Ferkelerzeuger verbindet. 1/2008


PIC-Spiegel

PIC nach wie vor Schrittmacher bei der Umsetzung des genetischen Fortschritts im Kundenbetrieb. Durch ein komplettes Beratungs- und Genetikkonzept, individuell für jeden Kunden erarbeitet und umgesetzt, kann der Sauenhalter, unabhängig davon, für welche Produktionsvariante er sich entschieden hat, unmittelbar am Zuchtfortschritt teilhaben, ja, er ist sogar Vorreiter! Michael Strauß, Regionalleiter Ost, PIC Deutschland GmbH, Schleswig

„Jetzt die Weichen für die Zukunft stellen.“ Alle Schweineproduzenten haben aktuell mit der sehr schwierigen Marktlage zu kämpfen und schreiben zum Großteil Verluste. Daher gilt eine hohe Anzahl verkaufter Ferkel für den Ferkelerzeuger als das Maß aller Dinge bei gleichzeitig strengster Kontrolle der Kosten für Futter, Tierarzt, Medikamente, Energie etc., um die Stückkosten in einem noch erträglichen Rahmen zu halten. Aber nicht allein die Bewältigung der aktuellen Situation bewegt die Schweineproduzenten in unserer Region, sondern auch Maßnahmen, um sich für die künftigen Bedingungen des Marktes und Wettbewerbs erfolgreich stellen zu können. So führt ein nicht unerheblicher Teil der Betriebe im Osten einen Bestandsaustausch einschließlich Renovierung und Umbau durch. Demzufolge steigt die Nachfrage nach Sauen mit höchstem Genetikund Gesundheitsstatus aus einem Zuchtbetrieb derzeit stark. In den letzten Jahren haben wir unsere Produktionsstruktur in Ostdeutschland darauf ausgerichtet. Mit der neuesten PIC-Sauengenetik kann der Kunde Sauen erwarten, die den zukünftigen Markterfordernissen gerecht werden, denn sie vereinen – höchste Aufzuchtleistung als Resultat aus großen Würfen, mütterlichen Sauen und geringen Ferkelverlusten und somit ein Maximum an verkauften Ferkeln, – höchsten Gesundheitsstatus, denn nur gesunde Tiere bringen eine höhere Lebensleistung und verursachen geringere Tierarzt- und Medikamentenkosten, – bessere Futterverwertung und damit Senkung der Futterkosten je Sau bzw. Mastschwein, – und Robustheit, Langlebigkeit sowie Großanlagentauglichkeit, welche die Remontierungskosten und Totalausfälle verringern. Ein Großteil der Sauenhalter arbeitet in Ostdeutschland im geschlossenen System als Eigenbestandsvermehrer. Hier ist die PIC · Die Gene des Erfolgs

Doch nicht allein die Genetik auf der Sauenseite ist entscheidend. Gerade für die stetig wachsende Gruppe der Kombibetriebe oder Erzeugergemeinschaften mit Ferkelerzeugern und fest zugeordneten Mastbetrieben spielen im Mastbereich die Futterkosten, Verluste, Einheitlichkeit und Stabilität der Masttiere neben den Marktforderungen nach einem sicheren Magerfleischanteil eine immer größere Rolle. Hier können wir in der Kombination unserer neuen Generation von Hybridsauen mit den passenden PIC-Endstufenebern für alle regionalen Markterfordernisse und unter dem Aspekt der Gesamtwirtschaftlichkeit entsprechende Lösungen für jeden Kunden anbieten.

Ludger Kampmann, Geschäftsführer PIG-Süd Vertriebs-GmbH, Bopfingen

„Ein Umdenken ist erforderlich, nicht allein der regionale Aspekt zählt.“ Auch in Gegenden Süddeutschlands und insbesondere im bayrischen Markt, wo heute immer noch – auch von der Vermarktungsseite her – auf fleischbetonte Typen mit 60 und mehr Prozenten Magerfleischanteil gesetzt wird, muss ein Umdenken erfolgen. Auf diese, schon jetzt und in Zukunft noch verstärkt, immer weniger werdenden Marktnischen darf sich der spezialisierte, zukunftsorientierte Ferkelerzeuger nicht verlassen. Durch geringere biologische Leistungen – auch

hervorgerufen durch die besondere Zuchtzielgewichtung in Richtung Fleisch – der regionalen Landeszucht sind die Produktionskosten pro Ferkel entsprechend hoch. Diese erhöhten Kosten sind am freien Markt nicht mehr zu erlösen. Der wichtigste biologische Parameter ist selbstverständlich „verkaufte Ferkel pro Sau und Jahr“, wobei der Produktionsaufwand, insbesondere Futter und Energie, zukünftig stärker berücksichtigt werden muss. Ein hoher Gesundheitsstatus ist hier besonders hilfreich, da hierdurch nicht nur der direkte Aufwand an Tierarztund Medikamentenkosten verringert, sondern auch das genetische Leistungspotential der Tiere besser ausgeschöpft werden kann. Gerade bei immer größer werdenden Betrieben richtet sich die Gesamtwirtschaftlichkeit der Ferkelproduktion nach den biologischen Leistungen pro Zeiteinheit. Die Genetik ist hier gefordert, den gehobenen Ansprüchen der Ferkelerzeuger in punkto biologische Leistungen sowie leichter und problemloser Handhabung der Tiere Rechnung zu tragen. Für den Mäster sind Zunahmen und Futterverwertung sowie ausgewogene Schlachtleistungen am wichtigsten. Inhomogene Schlachtpartien können leicht ins Geld gehen. Die Schlachtunternehmen und deren abnehmende Hand fordern einen einheitlichen Schlachtkörper mit mittlerem Muskelfleischanteil (56 – 58 %) und verlangen mit immer mehr Nachdruck gute Fleischqualitäten vor allem hinsichtlich intramuskulärem Fett und Tropfsaftverlusten. Gerade die sehr stark inves tierende und damit wachsende EDEKA ist hier in Süddeutschland Vorreiter. Die PIC setzt schon seit Jahrzehnten mit ihrer Zuchtzielgewichtung auf eine hohe Gesamtwirtschaftlichkeit der Ferkelerzeugung und Mast und liefert Jungsauen mit höchstem Gesundheitsstatus aus. Die neuen Hybridsauen-Produkte Camborough 25 und Camborough 29 mit 75 % Landrasse und Large White und 25 % Weißem Duroc entsprechen bestens den gegebenen Markt anforderungen, insbesondere was die Merkmale Fruchtbarkeit, Mütterlichkeit und Fleischbeschaffenheit anbelangt. Erste Rückmeldungen aus der Praxis bestätigen diese Aussagen in vollem Umfang.

1/2008 9


Einstallung

10

Isolierung

-1 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21

Tag

PIC · Die Gene des Erfolgs

Zustallung von Kontakttieren im Verhältnis 1:3 bis 1:4,

Nachimpfungen: Parvo [EP]

Einbindung in das betriebsspezifische Impfprogramm – Erstimpfungen – Influenza [1. Parvo] / [PRRS]

Rausche beobachten, Dokumetation

Einstallung: Kein Futter, nur Wasser

Quarantänestall vorheizen, Tränken kontrollieren

• tägliche Betreuung • Beobachtung und Dokumentation von Brunstsymptomen

2

• Rein-Raus-Verfahren im Eingiederungsstall mit Reinigung und Desinfektion • ausreichend Platz, Licht und Wasser • Räumliche Trennung vom Sauenstall (Zugang, Klimaführung, Kleidung, Geräte

1

PIC-Spiegel

1/2008


22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 +1 +2 +3 +4

Entwurmung – Nachimpfungen: Influenza [PRRS] [2. Parvo]

Ausstallen aller Kontakttiere

PIC · Die Gene des Erfolgs

Rausche und Belegung

• Einbindung in das betriebsspezifische Impfprogramm

4

• Fütterung auf Zuchtkondition, Note 2 bis 3 nach Body Condition Score (BCS)

3

Diese Planungshilfe in Kürze auch als Poster erhältlich.

Reinigung und Desinfektion der Quarantäne

Umstallung in die produktive Herde | dosierter Eberkontakt

Cool-Down-Phase

Akklimatisierung

Umstallung

direkter Tierkontakt (Nase zu Nase)

PIC-Spiegel

1/2008

11


PIC-Spiegel

26 Ferkel absetzen ist noch nicht alles Für den Kombibetrieb mit 280 Sauen und 2000 Mastplätzen der Familie Willenborg aus Nikolausdorf im Kreis Cloppenburg zählt neben der hohen Ferkelleistung auch die Mastleistung ihrer PIC-Schweine – und die ist Spitze!

E

ine hohe Ferkelleistung ist natürlich der Grundstein zum Erfolg; was nicht geboren wird, kann auch nicht aufgezogen werden. Bei den Willenborgs geht es aber zudem nicht nur ums aufgezogene Ferkel, sondern am Ende ums fertige Mastschwein – und das soll eben so teuer wie möglich verkauft werden. Vom „klassischen Familienbetrieb“ zum spezialisierten Ferkelerzeuger Eigentlich war der Betrieb von Gerda und Josef Willenborg vor zehn Jahren der „klassische Familienbetrieb“: 25 Kühe, 60 Sauen, 500 Mastschweine und – auch ganz normal im Landkreis Cloppenburg - der eigene Acker mit Maisanbau. Junior Frank sah in diesem breit gefächerten Angebot jedoch nicht die Lösung für die zunehmende Globalisierung der Märkte. Der Blick über den Tellerrand zeigte, wer mithalten will, muss wachsen. Der damals 20-jährige sah seine Zukunft im Ausbau der Sauenhaltung. Daran hatte er am meisten Spaß und wie sich 10 Jahre später eindrucksvoll zeigt, darin hat er auch das größte Können bewiesen. Im Familienrat wurden in diesen Jahren immer wieder Wachstumsschritte gemeinsam beschlossen, die dafür sorgen mussten, dass die gesamte Familie auf ihre Kosten kommt: Denn Gerda und Josef waren damals gerade erst Mitte 40, der Betrieb hatte – wie auch heute noch – drei Generationen zu versorgen. So wurde im ersten Schritt die Sauenherde auf 120 aufgestockt und gleichzeitig die Mast erweitert, damit man nicht mit kleinen Ferkelpartien in den Markt musste. Nachdem zwischenzeitlich die Kühe abgeschafft wurden, erfolgte 2006 die letzte große Erweiterung: Mit der Aufstockung des Sauenbereichs auf knapp 300 Tiere wurden gleichzeitig die Mastkapazitäten angepasst. Der Betrieb zeigt heute, dass kontinuierliche Erweiterung mit konsequenter Planung für die Betriebsabläufe ideal ablaufen kann. So wurde bei jedem Schritt insbesondere an die räumliche Trennung der einzelnen Bereiche gedacht.

Josef und Frank Willenborg mit VION-Fachberater Hans Wessels.

Wachstum mit konsequenter Planung Angefangen über eine neu eingerichtete Jungsaueneingliederung mit viel Platz, um maximal nur dreimal jährlich PIC-Jungsauen altersgestaffelt zukaufen zu müssen, über die räumliche Trennung von Deckzentrum, NT-Bereich, Abferkelung bis hin zu den Flatdecks, die räumlich den angegliederten Mastställen am nächsten stehen. Das Ergebnis lässt sich nicht nur äußerlich am gepflegten Hof erkennen. Der gerade für den Raum Cloppenburg hohe Gesundheitsstatus des Betriebs mit den hervorragenden Ergebnissen in jedem Bereich unterstreicht den geradlinigen Weg der Willenborgs. Gesamtkonzept auf den wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet Die vorausschauende Planung erleichtert das Gesundheitsmanagement auch in finanzieller Hinsicht. Durch das gute Hygienemanagement und die konsequente räumliche Trennung der einzelnen Funktionsbereiche ist der Betrieb frei von PRRS und ähnlichen Krankheiten, sodass die Jungsauen in den ersten Tagen nur eine leichte Eingliederungs-

behandlung erhalten und gegen Rotlauf und Parvo geimpft werden, mehr aber auch nicht. Nach sechs bis sieben Wochen Eingewöhnung gibt’s eine natürliche Rauschestimulation ohne Spritze und weitere sieben Tage später werden die Sauen belegt. Das Erstbelegalter liegt somit zwischen 240 und 250 Tagen. „Älter sollen die Sauen allerdings auch nicht werden, da sonst die Rausche und die Ferkelleistung schon wieder nachlässt“, so Frank Willenborg. Seine Erfolgsquote von unter 10 % Umrauschern und zuletzt deutlich über 13 lebend geborenen Ferkeln bei den Jungsauen geben ihm Recht. Große Würfe leistungen

bei

hohen

Aufzucht-

Das Entscheidende ist aber, dass die Sauen die Ferkel auch aufziehen, ohne selbst an Substanz zu verlieren: Tabelle 1 zeigt die Daten aus 2007, sie enthält jedoch das entscheidende Detail nicht: Die Ferkel wiegen mit einem Absetzalter von 24 Tagen (bedingt durch 14-Tage-Rhythmus) schon 7,8 kg, eine Entwicklung, die später fürs Flatdeck und die Mast den Grundstein legt. Die Sauen werden nach dem Absetzen schnell wieder

Tabelle 1: Leistungen der Camborough 23 in 2007

Die neue CHS-29 – 14 Ferkel, kein Einzelfall

PIC · Die Gene des Erfolgs 12

Würfe insgesamt

658

gesamt geborene Ferkel/ Wurf

13,9

lebend geborene Ferkel/ Wurf

12,6

tot geborene Ferkel/Wurf

1,3

abgesetzte Ferkel/Wurf

11,0

Würfe Sau/Jahr

2,35

abgesetzte Ferkel/Sau/Jahr

25,9 1/2008


PIC-Spiegel

Tabelle 2: Mastleistung Camborough 23 x Piétrain NN Einstallgewicht, kg

38

Masttage

96

Tageszunahmen, g

910

Futterverwertung

1 : 2,6

Indexpunkte/kg Schlachtgewicht

1,01

Tabelle 3: Die ersten Camborough 29 Das Fachgespräch zwischen Landwirt und Berater trägt entscheidend zu den guten Leistungen bei.

tragend, es gibt kaum außergewöhnliche Ausfälle durch zu starkes Absäugen, Fundamentprobleme oder Ähnliches. Die gute Altersstruktur der Herde und die geringe Remontierungsquote von 36 % belegen dies. Die Fruchtbarkeitsdaten sprechen somit auch schon in 2007 eine deutliche Sprache. Auch die – durch die 2003 erfolgte Umstellung der Zuchtwertschätzung der Reinzuchtlinien – modifizierte Camborough 23 hat insbesondere in der Ferkelaufzuchtleistung einen deutlichen Sprung gemacht. Das Ziel „Hohe Aufzuchtleistungen“ gilt nicht allein für den Abferkelstall Die hohen Absetzgewichte setzen sich in einer gesunden Flatdeckphase mit gutem Wachstum fort. Weitere zwei Monate später werden die Ferkel in die Endmast umgestallt. Hier müssen die Ferkel dann beweisen, was wirklich in ihnen steckt und warum

gesamt geborene Ferkel/Wurf

15,0

lebend geborene Ferkel/Wurf

13,7

tot geborene Ferkel/Wurf

1,3

abgesetzte Ferkel/Wurf

11,8

nicht nur die Fruchtbarkeit zählt. Der Satz von Vater Josef Willenborg „Die Schweine sind in weniger als 100 Tagen fett“ trifft voll zu und dabei liegen sie auch bei den Kosten und Erlösen im Optimalbereich, was sich in Tabelle 2 widerspiegelt. Das Management der beiden Schweinespezialisten wird durch die regelmäßigen Besuche vom VION-Fachberater Hans Wessels kräftig unterstützt. „Hans hat unsere Betriebsentwicklung maßgeblich mit beeinflusst und jetzt muss er auch dabei helfen, dass es sich weiter nach vorn entwickelt“, scherzt Frank Willenborg. Im Managementbereich ist der Fachberater in der Tat eine sehr wirkungsvolle Hilfe, da er die Erfahrungen aus zahlreichen Kundenbetrieben mit einbringen kann.

Neue PIC-Hybridsauen-Generation verspricht weitere Leistungssteigerung Die genetische Grundlage muss sich dennoch laufend weiterentwickeln und so haben im Januar die ersten Camborough 29 bei Willenborgs geferkelt. Die Leistungsdaten sind bei den ersten Würfen nochmals kräftig angestiegen, wie Tabelle 3 zeigt. Auf die Frage, wie es in Zukunft weitergeht, betont Frank Willenborg: „Wenn die Leistung weiter so ansteigt und dann auch die Preise noch passen, werden wir wohl erst mal die Flatdecks und die Mastkapazitäten ausbauen, damit wir alle Ferkel im eigenen Betrieb unterkriegen“. Dabei nicken Vater Josef und Mutter Gerda Willenborg zustimmend. (RSE)

Genetik, Management und Gesundheit auf hohem Niveau: Spitzenleistungen sind kein Zufall! ren nach mehreren Wachstumsschritten inzwischen 320 Sauen fleißig Ferkel, 25 je Sau und Jahr sind es derzeit. Daneben bewirtschaften sie 60 ha Ackerland. Das genetische Potential muss stimmen

Ein schmucker Stall im Nordosten des Mindener Landes: Der Betrieb Kruse in Petershagen.

D

er wirtschaftliche Gesamterfolg in der Ferkelerzeugung erfordert heutzutage Spitzenleistungen in allen Bereichen, um den harten Wettbewerbs- und Marktanforderungen gerecht zu werden. Ein Beispiel, wie Genetik, Management und Gesundheit in Einklang gebracht wurden, ist der Betrieb Kruse in Petershagen. Seit über 25 Jahren halten Kruses erfolgreich Sauen. Waren es 1980 noch 45 Sauen, produziePIC · Die Gene des Erfolgs

Kruses sind überzeugt davon, dass neben einem passenden Management auch die Genetik auf dem Betrieb stimmen muss, um hohe Leistungen zu erzielen. Die passende Genetik ist 2006 in den Petershagener Stall eingezogen, und 2007 wurde mit PIC-Jungsauen um weitere 100 Sauen aufgestockt. Professionelles Management zur Ausschöpfung des genetischen Potentials Der Grundstein, um das hohe genetische Leistungspotential der PIC-Sauen auszuschöpfen, wird auf dem Betrieb bereits bei der Eingliederung der Jungsauen ge-

legt. Alle acht Wochen erhält der Betrieb zwanzig hochgesunde PIC-Jungsauen aus dem PIC-Aufzuchtbetrieb Dassau. Um den Neuankömmlingen eine möglichst lange Zeit zur Eingewöhnung zu gönnen und die Häufigkeit der externen Tierzufuhr und somit das Gesundheitsrisiko zu verringern, werden in einer Lieferung zwei Altersstufen zusammengefasst. Die Sauen verbleiben mindestens drei Wochen in der Quarantäne und werden dann schrittweise eingegliedert. Das Erstbelegealter liegt zwischen 241 und 255 Tagen. Die guten Aufzuchtleistungen sowohl im Abferkelstall als auch in der späteren Aufzucht und Mast kommen nicht von ungefähr. Neben der schrittweisen Eingliederung legen Friedhelm und Kai-Stephen Kruse ihr besonderes Augenmerk auf die Fütterung. Sie sind überzeugt davon, 1/2008 13


PIC-Spiegel dass eine optimierte Fütterung während der Trächtigkeit eine entscheidende Voraussetzung ist, große Würfe mit hohen Geburtsgewichten zu produzieren. Die Ferkel danken es mit hohen täglichen Zunahmen nicht nur während der Säugezeit sondern auch im Flatdeck. Ein Langzeitversuch, an dem neben dem Betrieb Kruse noch weitere Betriebe teilgenommen haben, hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß der Einfluss einer bedarfsangepassten Versorgung der Sauen in den einzelnen Phasen der Trächtigkeit ist. Die besten Ergebnisse wurden auf dem Betrieb Kruse bei einer dreiphasigen Fütterung erzielt. Im Rahmen des Versuches wurden über 700 Würfe von PIC-Sauen ausgewertet. Dabei ergab sich ein beeindruckendes Geburtsgewicht von durchschnittlich 1,7 kg bei 12,2 lebend geborenen Ferkeln. Die Spitze bildeten Sauen mit Würfen zwischen 14 und 20 lebend geborenen Ferkeln und Geburtsgewichten von bis zu 2,1 kg.

PIC-Fachberater Johann Hindriks, Hoftierärztin Dr. E.-U. Peitzmeier begutachten gemeinsam mit Friedhelm Kruse die Jungsauen im Quarantäne- und Eingliederungsstall.

Konsequentes Gesundheitsmanagement zur Absicherung der guten Leistungen Mit der Bestandstierärztin, Frau Dr. E.-U. Peitzmeier, arbeiten Friedhelm und KaiStephen Kruse sehr eng zusammen, da sie wissen, dass die beste Genetik und das beste Produktionsmanagement ohne das entsprechende Gesundheitskonzept nicht zum Erfolg führen können. Somit beschränkt sich diese Zusammenarbeit nicht nur auf die gesetzlich vorgeschriebene Bestandsbetreuung, sondern beinhaltet das Hygienemanagement auf dem Betrieb genauso wie das Scannen der Sauen. Mit Optimismus in die Zukunft Die Kruses sind sich sicher – die fruchtbaren PIC-Sauen in Kombination mit ihrem nachweislich erfolgreichen Fütterungskonzept und Gesundheitsmanagement sind der Garant ihres Erfolges! Familie Kruse hat mit Interesse die Weiterentwicklungen und Neuerungen in der PIC-Zuchtarbeit verfolgt und auch schon die ersten Jungsauen der neuen PICHybridsauen-Generation in Empfang genommen. Im Dezember und im Februar waren es jeweils zwanzig Camborough 25-Jungsauen, die in die Quarantäne eingezogen sind. Im Mai sind die ersten Abferkelungen zu erwarten und Kruses sind zuversichtlich, dass sie mit der „neuen Sau“ ihre ohnehin sehr guten Leistungen noch weiter steigern können. Denn sie PIC · Die Gene des Erfolgs 14

… und die Nachfolge ist auch gesichert: Drei Generationen beieinander: Lucas (l.) und Johnas Rost (r.), die Neffen von Hofnachfolger Kai-Stephen Kruse (2. v. r.), der zurzeit die Fachschule für Agrarwirtschaft in Herford besucht, gemeinsam mit Annette Kruse (2. v. l.), Ehefrau von Betriebsinhaber Friedhelm Kruse und Chefin im Abferkelbereich.

wissen, dass die neue PIC-HybridsauenGeneration auf noch mehr Fruchtbarkeit ausgerichtet ist, die Leistungen in der Vermehrung sprechen schon jetzt eine deutliche Sprache – siehe auch den Bericht über den PIC-Vermehrungsbetrieb Stresow in dieser PIC-Spiegel-Ausgabe.

Über den Aufzuchtbetrieb Dassau erhalten Kruses ihre „neuen Sauen“ ebenfalls aus dem Betrieb Stresow. „Und wenn dann noch mal der zusätzliche Large White-Einfluss durchschlägt, werden wir uns vor Ferkeln kaum retten können …“, schmunzeln Kruses. (FK)

Leistungsdaten Betrieb Kruse, Petershagen lebend geborene Ferkel/Wurf

12,2

Geburtsgewicht, kg

1,7

Säugezeit, Tage

21

Saugferkelverluste, %

12,3

abgesetzte Ferkel/Wurf

10,7

Absetzgewicht, kg

8,4

Aufzuchtverluste Flatdeck, %

1,6

tägl. Zunahmen (8,5 - 30 kg), g

450

abgesetzte Ferkel/Sau und Jahr

25 1/2008


PIC-Spiegel

Von Null auf Hundert mal anders herum Der Mastbetrieb der Meier/Gade GbR in Dörverden (Kreis Verden) hat neu in die Ferkelerzeugung investiert und mit PIC-Sauen im zweiten Produktionsjahr schon fast 27 Ferkel abgesetzt – eine Frage der richtigen Genetik und eines guten Managements

S

eit Ende Juni 2006 produzieren HansHermann Gade (34) und Sönke Meier (30) mit 250 Sauen im neu gebauten Sauenstall ihre Ferkel selbst. In erster Linie sollte damals ein Arbeitsplatz zusätzlich gesichert werden, denn die gut 2000 Mastplätze und 130 ha Weizen- und Maisanbau waren dauerhaft nur Lösung für einen der beiden. Nach reiflicher Überlegung entschied man sich, in die Ferkelerzeugung einzusteigen. Der Schritt hat zwar viel Arbeit gebracht, aber auch sehr viel Abwechslung und Unabhängigkeit. Die beiden teilen sich ihren Betrieb höchst interessant auf: „Hier ist nicht einer der Belegemeister und der andere der Ferkelspezialist, sondern mit dem 3-Wochen-Rhythmus der Sauen wechselt auch das Personal alle drei Wochen“, betont Sönke Meier und HansHermann Gade fügt hinzu: „So wirst Du nicht betriebsblind, und unter uns beiden Betriebsleitern ist immer ein gewisser Leistungskampf vorhanden.“ Dies sagt er nicht ohne Hintergedanken: Denn aktuell kommt gerade „seine“ Belegegruppe aus der Abferkelung: Die 36 Sauen haben tatsächlich 440 Ferkel ins Flatdeck gebracht. Aber sein Kollege Sönke Meier kontert, dass auch seine letzten beiden Belegegruppen fast 12 Ferkel pro Sau abgesetzt haben. Tatsache für beide ist, dass die Leistung von Monat zu Monat stabil ansteigt und die beiden sich gemeinschaftlich hohe Ziele gesetzt haben. Auch nach zwei Jahren wacht das Auge von VION-Fachberater Werner Gilster noch über die beiden: Er hat nicht nur dafür gesorgt, dass nach dem Neubau vor zwei Jahren schnell Ferkel ins Flatdeck kamen, da die Jungsauen in einem Pachtstall in der Nähe schon belegt wurden, sondern hat den beiden „Neulingen“ in Sachen Ferkelerzeugung sicherlich auch sehr viel beigebracht. Es ist selten, dass ein so junger Betrieb eine so hervorragende Rauscheerkennung betreibt und die Abferkelrate bei über 90 % liegt. Das optimal ausgestaltete Deckzentrum, in dem die Sauen zwei Tage nach dem Absetzen reichlich Auslauf mit Eberkontakt und Lichtprogramm haben, ist sicherlich ein wichtiger Bestandteil. Sonntags ist aber der Faktor Mensch dann wieder entscheidend: Durch intensive Rauschekontrolle und mit dem Eber im Futtergang vor den Sauen werden auch die Duldung und die Belegearbeit PIC · Die Gene des Erfolgs

Viele gleichmäßige Ferkel an jeder Sau durch konsequentes Versetzen.

vereinfacht – und wenn die Rausche länger anhält, wird im Zweifel auch noch ein viertes Mal besamt. Damit dies alles reibungslos klappt, ist jedoch der Futterzustand nach der Abferkelung extrem wichtig. In der noch jungen Entwicklung des Betriebs hat sich gezeigt, dass die PICSau in der Abferkelung das Futter besser in drei Rationen pro Tag (117 MJ = ca. 3 x 3 kg) aufnimmt, dann aber nach vier Wochen Säugezeit nicht nur gut entwickelte Ferkel absetzt – sie verlässt auch selbst die Abferkelbucht nicht abgesäugt, sondern befindet sich immer noch in einer sehr guten Kondition. Auf dem Papier spiegelt sich dies in einer kurzer Zwischenwurfzeit und einer hoher Wurffolge wider. Zwei Punkte, die für die tolle Jahresleistung (siehe Tabelle 1) sorgen. Wenn die Sauen nach 30 Tagen das Deckzentrum verlassen haben, geht es ab in ein Großabteil, wo sich dann insgesamt rund 100 Sauen drei Futterstationen teilen.

„In der Großgruppe kommt es auf Ruhe beim Eingewöhnen und im täglichen Umgang an“, so Meier und kniet sich zur Lieblingssau „Fiffi“ herunter, die die Zuwendung des Betriebsleiters mit bisher 50 abgesetzten Ferkeln in ihren vier Würfen dankt. Überhaupt ist in der Großgruppe eine beeindruckende Ruhe vorhanden und damit verbunden sind fast keine außerplanmäßigen Ausfälle zu beobachten. Auch die bisher neu zugeführten Jungsauen werden im eigenen Eingliederungsabteil mit eigener Station sofort an die Gruppenhaltung gewöhnt. Nach Absprache mit dem Tierarzt werden die Tiere sechs Wochen lang mit einem konsequenten Impfschema in den Betrieb eingegliedert. Weitere 14 Tage später ist es dann aber vorbei mit der Jugend, und die Jungsauen werden mit durchschnittlich 236 Tagen das erste Mal belegt.

Tabelle 1: Leistungsdaten Meier/Gade GbR – Kalenderjahr 2007 Bestandssauen

255

Umrauschquote

8,25%

Würfe/Sau/Jahr

2,41

gesamt geborene Ferkel/Wurf

14,17

lebend geborene Ferkel/Wurf

13,06

abgesetzte Ferkel/Wurf

11,10

abgesetzte Ferkel/Sau/Jahr

26,75 1/2008 15


PIC-Spiegel

„In der Ruhe des Betriebsleiters liegt die Kraft“ Dies kann Kollege Gade auch für den Abferkelbereich bestätigen. „Gerade in größeren Abferkelabteien (hier: 36 Buchten) ist von Natur aus schon viel los, da ist es umso wichtiger, dass der Mensch mit den Tieren schonend umgeht.“ Auch hier merkt man beim Durchgang, die Tiere kennen den Umgang mit dem Menschen. Es springt keine Sau unruhig auf, und auch die Geburten laufen durchweg ruhig und unproblematisch ab. Neben dem dreimaligen Füttern der Sau, um wirklich Top-Kondition zu erhalten, wird aber auch für die Ferkel vom ersten Tag an gesorgt: Eine konsequente Versetzungsstrategie sorgt nicht nur dafür, dass alle Sauen – gerade die zum 1. Wurf – mindestens 12 Ferkel säugen, sondern auch dafür, dass die großen den kleinen Ferkeln nichts wegnehmen. Im Verlauf der Säugezeit werden die kleinsten Ferkeln an die kräftigste Sau gesetzt. Kurz vorm Absetzen fallen somit nicht nur die großen Würfe, sondern auch die gleichmäßig entwickelten Ferkel auf. Auch hier hat die Unterstützung des langjährigen VION-Mitarbeiters Werner Gilster – insbesondere sein ruhiger Umgang mit den Sauen – viel zum Erfolg beigetragen. Die immer mit der Sau mitwandernde Sauenkarte mit ausführlichen Bemerkungen ist ein Markenzeichen für Gilsters Arbeit. Die Kombination zwischen neu und alt wird von Hans-Hermann Gade jedoch noch einmal im Großraum-NT-Abteil hervorgehoben: Wenn man dort einzelne Sauen beobachtet, ist die Sauenkarte natürlich nicht zur Hand. Dafür hat er seinen „Palm“ immer dabei. Dieser wird täglich mit dem Sauenplaner aktualisiert, und es liegen alle

Ein Duo mit viel Freude an der Arbeit : Sönke Meier und Hans-Hermann Gade halten die Sauendaten ständig auf dem Laufenden – der Taschen-PC ist immer dabei.

wichtigen Daten zu jeder einzelnen Sau sofort „auf der Hand“. Mit der Übergabe „seiner“ Sauengruppe nach drei Wochen an Kollege Sönke Meier werden auch alle Informationen auf dem Taschencomputer mit übergeben. Das Fazit für die zwei jungen Unternehmer nach den ersten zwei Jahren war übereinstimmend: „Die Entscheidung, nicht nur wie früher PIC-Schweine zu mästen, sondern auch PIC-Sauen einzustallen, um die Ferkel selbst zu produzieren, war goldrichtig. Die Züchter haben uns eine sehr ruhige und hoch fruchtbare Sau produziert, die eine Top-Jahresleistung schafft. Die gute Einarbeitung und Beratung durch PIC und VION haben dabei uns sehr weiter geholfen“. Von den neuen PIC-Sauenlinien versprechen sich beide noch einmal eine Steigerung der lebend geborenen Ferkel und eine Zitze mehr, damit pro Wurf künftig über alle Sauen hinweg sicher 12 - 13 Ferkel aufgezogen werden. Dann sind durchaus 28 - 29 Ferkel pro Sau und Jahr drin. Für die eigene Mast wünscht man sich ebenfalls noch

VION-Fachberater Werner Gilster vermittelt Ruhe im Großraumstall.

bessere Werte: Die 56,2 % Magerfleischanteil sind ok, aktuell 760 g Tageszunahme aber noch zu wenig. Hier werden sicherlich noch Investitionen in den relativ alten Stallungen nötig sein. Aber auch hier sollen die Genetiker vorab schon mal helfen, und so werden auch im Betrieb der Meier/Gade GbR in den nächsten Wochen die neuen PIC-Eber ohne Piétrain-Anteil (PIC-Eber 337 und PIC-Eber 380) eingesetzt. Wenn die beiden Landwirte das feinfühlige TopRegime aus dem Sauenbereich insbesondere im Fütterungsregime auch im Mastbereich noch umsetzen, ist auch hier noch einiges zu erwarten. (RSE)

Mit vereinten Kräften… A

uf dem Betrieb Breitkreuz in Ilshofen (Kreis Schwäbisch-Hall) herrscht geschäftiges Treiben. Es „ferkelt“ mal wieder…„12, 13, 14, …“ Elfriede Breitkreuz hört zufrieden auf zu zählen und freut sich über die großen Würfe der PIC-Jungsauen. Mit viel Elan und einem durchdachten und konsequenten Management hat die Familie Breitkreuz den Sprung vom traditionellen Gemischtbetrieb mit 25 Kühen und 50 Sauen zum spezialisierten, zukunftsorientierten Ferkelerzeuger geschafft – und das bisher mit großem Erfolg.

PIC · Die Gene des Erfolgs 16

Schritt für Schritt – vom traditionellen Gemischtbetrieb zum spezialisierten Ferkelerzeuger Eigentlich schlug das Herz von Hofnachfolger Michael Breitkreuz ja für die Kühe, die noch bis 1999 auf dem Betrieb gemolken wurden. Nach längerer Überlegung entschloss er sich jedoch gemeinsam mit seinen Eltern Elfriede und Siegfried Breitkreuz dazu, voll auf Sauen zu setzen und so verließen 1999 die letzten Kühe den Bestand, und es ging los mit dem Stallbau. Der alte Kuhstall wurde zu Abferkelabteilen umgebaut, auf der „grünen Wiese“ entstanden ein Deckzentrum sowie ein moderner Wartestall mit Abruffütterung. Ein Großteil der Bauarbeiten erfolgte in Eigenregie.

Es „ferkelt“ mal wieder. Im 2004 neu erbauten Abferkelabteil finden 48 Sauen Platz. Die durchdachte Bauweise des Abteils ermöglicht eine optimale Abferkelkontrolle. Michael Breitkreuz, PSV-Berater Stefan Baumgärtner, Christa Breitkreuz und Elfriede Breitkreuz (v. l. n. r.).

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PIC-Spiegel

auf die notwendige hohe Futteraufnahme der Tiere während der Laktation vorbereitet“, so Michael Breitkreuz. Die enorm hohe Milchleistung seiner Sauen während der Säugephase stellt diese Annahme eindrucksvoll unter Beweis.

„Bei vier Jungs, die alle gerne mit anpacken, kein Problem“, so Elfriede Breitkreuz, „Senior“chefin auf dem Betrieb. Nachdem der Umbau abgeschlossen war, ging es zunächst mit 250 Sauen im einwöchigen Rhythmus los. Da der Betrieb Babyferkel verkauft und auf die regelmäßige Abnahme der Tiere angewiesen ist, war jedoch schnell klar, dass die Ferkelpartien größer werden mussten, um auch in Zukunft für den Markt interessant zu bleiben. So folgte 2004 der zweite Wachstumsschritt: Ein neues Abferkelabteil mit 48 Plätzen wurde gebaut, der Sauenbestand auf 400 Tiere aufgestockt, die Produktion auf einen 3-Wochen-Rhythmus umgestellt. „Das war ein großer Schritt für uns“, bestätigt Michael Breitkreuz, „aber es hat alles gut geklappt und wir können heute alle drei Wochen ca. 500 Ferkel verkaufen.“ Mit der UEG Hohenlohe-Franken haben die Breitkreuz’ einen zuverlässigen Vermarktungspartner für ihre Ferkel gefunden.

Abgesetzte Sauen auf ihrem Weg in das Deckzentrum. Der kleine Ausflug an der frischen Luft wirkt sich positiv auf die Rausche aus.

Zukunftsmusik ganz nah…

chef“ des Betriebs Recht. Der Anteil der künstlichen Besamung liegt bei 100 %, besamt wird mit Hilfe von Besamungsgurten. Dass der Eber während der Besamung die wichtigste Stimulationshilfe ist, weiß natürlich auch Michael Breitkreuz. Der Ebergang des Deckzentrums ist daher bewusst so gestaltet worden, dass der Eber vor einzelnen Sauen fixiert werden kann.

An Plänen mangelt es den Breitkreuz’ nicht – einen Ferkelaufzuchtstall würden sie gerne bauen, um etwas flexibler auf den Markt reagieren zu können. Langfristiges Ziel ist das geschlossene System mit eigener Mast. Bedingt durch die momentane Marktlage ist dieser Plan jedoch ein wenig nach hinten verschoben. Erst einmal soll jetzt das Haus umgebaut werden, denn Michael Breitkreuz und seine Frau Christa möchten mit auf den Hof ziehen, um noch näher am Geschehen zu sein.

Nach erfolgreicher Trächtigkeitskontrolle werden die Sauen in den lichtdurchfluteten Wartestall umgestallt. Nach reiflicher Überlegung entschied man sich dazu, den Wartebereich mit Abrufstationen auszustatten. Die Stationen sind im oberen, mit Spalten ausgelegten Bereich des Wartestalls angeordnet. In der unteren Ebene wurde ein mit Stroh eingestreuter Liegebereich geschaffen. Unsere Frage, ob der Betrieb sich wieder für dieses System entscheiden würde, bejaht Michael Breitkreuz deutlich. Zwar traten in der Anfangsphase Fundamentprobleme auf, aber seitdem die Breitkreuz’ ihren Betrieb 2005 auf PIC-Genetik umgestellt haben, ist das kein Thema mehr. Die PIC-Sauen zeigen ein sehr gutes Gruppenverhalten. Als wir uns nach gruppenuntauglichen Sauen erkundigen, schaut Michael Breitkreuz uns nur verwundert an und sagt „haben wir nicht“…. Neben der individuellen Futterzuteilung und der ungestörten Futteraufnahme sieht der Betrieb den größten Vorteil in dem Liegebereich des Wartebereichs. „Durch die Möglichkeit, während der Trächtigkeit Stroh aufzunehmen, wird der Magen-Darm-Trakt der Sauen optimal

Vorrangiges Ziel ist und bleibt natürlich die biologische Leistungssteigerung der Sauen. Zwar konnte der Betrieb seine Ergebnisse seit der Umstellung auf PIC-Genetik im Jahr 2005 deutlich verbessern und hat mit 25 abgesetzten Ferkeln pro Sau und Jahr eine solide Leistung zu verzeichnen, aber Stillstand ist schließlich Rückschritt. Durch die optimale Genetik, gepaart mit einem durchdachten Management, möchten Breitkreuz’ im nächsten Jahr mindestens 26 abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr erzielen – wenn man die Ferkelzahlen der aktuellen Abferkelung betrachtet (durchschnittlich 14,5 lebend geborene Ferkel bei den Jungsauen), steht dem nichts mehr im Wege! Durch die Umstellung des Betriebs auf die neuen PIC-SauenProdukte verspricht Michael Breitkreuz sich einen weiteren Leistungsschub. Die ersten 20 Camborough 25 sind auf dem Betrieb angekommen. Noch können sie während einer optimalen Eingliederung ihre Jugend genießen, aber schon in wenigen Monaten werden sie ihr Können unter Beweis stellen und den Breitkreuz’ auf ihrem „Weg nach oben“ behilflich sein. (KR)

Gruppenhaltung auf „zwei Etagen“. In dem mit Stroh eingestreuten Liegebereich fühlen die Sauen sich sichtlich wohl.

Der Schlüssel zum Erfolg Auf dem Betrieb Breitkreuz arbeiten zwei Generationen Hand in Hand. Mutter Elfriede Breitkreuz kümmert sich um die Abferkelungen. Durch den 3-Wochen-Rhythmus kann sie sich ihre restliche Arbeit, die auf dem Hof und im Haus anfällt, sehr gut einteilen. „Die Abferkelungen haben erste Priorität, in dieser Woche muss eben alles andere mal liegen bleiben“, sagt sie und fügt hinzu „seitdem die Kinder groß sind, kann ich mich intensiv mit in den Betrieb einbringen. Das macht Spaß, und wenn man weiß, worum es geht, kann man sich auch aktiv an Diskussionen und Entscheidungen beteiligen.“ Dass Elfriede Breitkreuz ihren Job gut macht, ist nicht zu übersehen: In ihrer ruhigen Art überwacht sie intensiv die Geburten, versetzt Ferkel und versorgt die Würfe. Auf „ihren Karten“ wird alles genauestens dokumentiert. „Die Zähne“, so gibt sie gerne lachend zu, „schleift allerdings meistens Michael, der ist da einfach schneller.“ Nach einer vierwöchigen Säugezeit geht es für die Sauen weiter – jetzt unter der Regie von Michael Breitkreuz. In einem großzügigen, selbstgebauten Wagen werden die Sauen vom Abferkelstall in das ca. 300 m entfernte Deckzentrum transportiert. „Unsere Sauen kennen das und eigentlich funktioniert das ganz gut“, so Michael Breitkreuz. „Eines ist sicher“, fügt er hinzu, „für die Rausche der Sauen ist diese kleine Reise nur förderlich“, und Abferkelraten von über 92 % bei den Jungsauen und 85 % bei den Altsauen geben dem „BesamungsPIC · Die Gene des Erfolgs

Nach dem Erfolgsrezept für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den beiden Generationen fragen wir… Elfriede Breitkreuz lächelt: „Jeder von uns hat neben dem Betrieb noch etwas „Eigenes“ – das ist für uns ganz wichtig.“ So hat Siegfried Breitkreuz, nachdem sein Sohn Michael in den Betrieb mit eingestiegen ist, seine Leidenschaft für das LKW-fahren entdeckt und ist einige Tage in der Woche unterwegs; Michael Breitkreuz ist erster Vorsitzender des Maschinenrings Schwäbisch Hall.

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PIC-Spiegel – Veterinär-Ecke

PCV-2-assoziierte Erkrankungen – was kann man tun? Neue Bekämpfungsmöglichkeiten

D

ieses Syndrom wurde erstmals am Ende der 90er Jahre festgestellt, wobei es aber schon Anfang der 90er vorhanden war. Es ist in ganz Europa verbreitet und gehört heute zu den bedeutendsten Schweinekrankheiten in Europa. Die Krankheit verhielt sich wie eine neue Erkrankung in einer freien Population. Die Sterblichkeit in den betroffenen Betrieben lag bei 18 %, blieb auf diesem Level für drei bis fünf Monate. Es gab enorme Unterschiede in der Erkrankungshäufigkeit (zwischen 4 und 30 %). Dies steht in enger Verbindung mit dem Gesundheitsstatus des Betriebes, wobei die Sterblichkeit der betroffenen Tiere sehr hoch war (70 – 80 %). Im Laufe der Zeit wurde die Erkrankung endemisch, und die Mortalität pendelte sich bei 2 - 3 % ein – höher als vor dem Auftreten des PMWSSyndroms – und zeigte manchmal einen Anstieg abhängig von zusätzlichen Erkrankungen. Klinische Erscheinungen traten später auf und werden heute vermehrt in der Mittel- bis Endmast beschrieben. Heute sind auch häufig ältere Tiere betroffen, die 16 Wochen und älter sind. Erscheinungsbild/Symptome • Betroffen sind in der Regel 6 – 18 Wochen alte Schweine, aber auch ältere. • Kümmern, kein Wachstum, Blässe, intermittierende (phasenweise) Durchfälle, Dyspnoe, vergrößerte Lymphknoten und manchmal Gelbsucht • Sekundärinfektionen durch virale und bakterielle Erreger • keine oder nur sehr geringe Besserung durch den Einsatz von Antibiotika • Störungen in der Reproduktion vermutlich nur bei Erstinfektion während der Trächtigkeit • Spätabort, verzögerte Geburten, Totgeborene und Mumien • Haut-Nieren-Form (PDNS) • Lungenentzündung • Darmentzündung ähnlich PIA/PPE Einführung von Impfstoffen bringt neue Möglichkeiten zur Bekämpfung von PCV-2 Im Sommer 2007 erhielt ein Sauenimpfstoff die Zulassung und drei Ferkelimpfstoffe sind seit Herbst 2007 im Zulassungsverfahren und konnten über Sondergenehmigung nach § 17c eingesetzt werden. Ingelvac Circoflex® ist seit Februar 2008 zugelassen und kommt demnächst auf den Markt. Bei PIC · Die Gene des Erfolgs 18

der Impfung gegen PCV-2 ist der Impfzeitpunkt entscheidend. Erfolgt die Impfung VOR der Infektion, sind die Erfolge am besten. Deshalb lautet auch die Empfehlung bei den Ferkelimpfstoffen: Einsatz ab der 3. Lebenswoche oder nach dem Absetzen. Erfolgt die Impfung nach der Infektion, werden die Schweine nicht geschützt, und es gibt keinen Nutzen aus der Impfung. Auch der Einsatz bei Aufstallung in die Mast oder Aufzucht hat in vielen Fällen sehr gute Erfolge gebracht. Zur Bestimmung des Infektionszeitpunktes und der -stärke stehen neue Diagnostikmöglichkeiten wie die quantitative PCR oder die Untersuchung auf IgG (Immunglobulin G) und IgM (Immunglobulin M) mittels eines ELISA-Tests zur Verfügung. Die Werte geben Auskunft über die Stärke und Höhe der Virusbelastung sowie den Infektionszeitpunkt, sodass nach Interpretation der Ergebnisse durch den Tierarzt die Impfung zu dem für den Bestand besten Zeitpunkt eingesetzt werden kann. Gleichzeitig geben sie Auskunft, inwieweit es sich bei dem „Kümmern“ tatsächlich um ein „Circoproblem“ handelt. Denn nicht jeder Kümmerer hat Circo! Die Impfung reduziert • die Virusbelastung, • die Virusvermehrung im infizierten Tier, • die Virusausscheidung sowie • die Läsionen im lymphatischen Gewebe.

Die Untersuchungen aus den USA sowie die vorliegenden Ergebnisse der Impfungen gegen PCV-2 zeigen, dass Impfstoffe sehr gut funktionieren, denn: • Es kommt zu einer Verringerung der Verluste. • Der Anteil Kümmerer wird stark reduziert. • Atemwegs- sowie Darm-Probleme werden reduziert. • Die Dauer sowie die Höhe der Virusbelastung verringern sich. • Die täglichen Zunahmen werden verbessert. • Sterblichkeit und Krankheitsanfälligkeit in den Beständen werden reduziert. • Die Fruchtbarkeit wird durch die Sauenimpfung positiv beeinflusst (höhere Abferkelrate, weniger Umrauscher und Aborte). Werden die Ferkel geimpft, muss die Impfung so früh wie möglich erfolgen. Für den Jungsauennachersatz wird eine Impfung in der Eingliederung empfohlen, um die Immunität der Jungsauen zu verbessern. Weiterhin müssen Managementmaßnahmen im Bereich der Hygiene und Gesundheit ständig beachtet und verbessert werden, denn kein Betrieb hat PCV2-assoziierte Erkrankungen überstanden, ohne Verbesserungen im Management durchzuführen. (DKS)

PRODUKT

Ingelvac CircoFLEX®

Suvaxyn® PCV-2

Porcilis® PCV

Circovac ®

Anwendungsart

1-shot

1-shot

1-und 2-shot

Mutterschutzimpfung bzw. 1-shot f. Ferkel

Sauen-/Mutterschutz f. Ferkel ab 2 Wochen Lebensalter

Alter bei Impfung

Ab 14. Lebenstag

Ab 4. Lebenswoche

Ab 3. Lebenstag (1-shot) bzw. ab 14. Lebenstag (2shot)

Dosis

1 ml

2 ml

2 ml

2 ml f. Sauen 0,5 ml f. Ferkel

Immunität

17 Wochen

4 Monate

21 Wochen

bis Mastende

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PIC-Spiegel

Das „salomonische Spiel“ mit den Zahlen

D

ie Arbeit mit dem Sauenplaner ist eine nicht zu unterschätzende Managementtätigkeit jeden Sauenhalters. Dabei geht es nicht in erster Linie um das Erstellen von Arbeitslisten oder sonstigen Routineanweisungen für den täglichen Arbeitsablauf, vielmehr sollten folgende Ziele mit Hilfe des Sauenplaners verfolgt werden: 1. Auswertung der wichtigsten produktionstechnischen Parameter in übersichtlicher Form über frei zu wählende Zeiträume, 2. Darstellung des zeitlichen Verlaufs wichtiger Parameter in einer gut visualisierten Form (Trendanalysen), 3. Vorausschau auf die zukünftige Entwicklung des Bestands, 4. Zusammenführen von anspruchsvollen, statistischen Verfahren mit modernen Standards.

Um diese Ziele zu erreichen, benötigt der Sauenhalter zu jeder Tages- und Nachtzeit Zugriff zu dem Computersystem und der aktuellsten Programmversion sowie die Möglichkeit für horizontale Betriebsvergleiche. Wichtig ist ebenfalls die wahrheitsgemäße Erfassung und zeitnahe Dateneingabe einschließlich regelmäßiger Datensicherung. Innerhalb des Sauenplaners muss eine Plausibilitätsprüfung der Daten erfolgen. Das heißt, das Computerprogramm darf nur mit solchen Daten bzw. Tieren weiterarbeiten, bei denen sämtliche Informationen zu einem Tier in einem sinnvollen und fachlich nachvollziehbaren Zusammenhang stehen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass in konventionell geführten Sauenplanern ca. 10 bis 15 % aller Daten schlicht und einfach falsch sind. Die Situation mit der Datenqualität wird nicht dadurch verbessert, dass viele Mitarbeiter in Ferkelerzeugerbetrieben leistungsorientiert bezahlt werden. So besteht allein aus rein persönlichen Gründen ein erhebliches Interesse an sogenannten „guten“ Daten. Vergleichen sich Betriebe untereinander, deren Daten mit dem gleichen Sauenplaner erstellt werden, dürfte es keine systembedingten Unterschiede geben. Allerdings müssen gewisse Standards auch hier festgelegt werden, wie z. B. ab und bis wann zählt eine Sau als Produktionssau. Da die Sauenplanersysteme i. d. R. auf der Basis von Produktionstagen arbeiten, führt jede Erhöhung der Produktionstage, wenn dieser keine entsprechende zusätzliche Leistung gegenübersteht, zu einer PIC · Die Gene des Erfolgs

Verschlechterung der durchschnittlichen Leistung. Jede Reduktion von Produktionstagen führt zu einer Verbesserung der durchschnittlichen Leistung. Die Summe der Produktionstage lässt sich in einem gewissen Umfang durch den Bediener beeinflussen, es gibt darüber hinaus aber sehr viel größere systematische Unterschiede zwischen verschiedenen Sauenplanern. Die Übernahme der Jungsauen in den Bestand, z. B. erst nach erfolgreicher Belegung oder die nicht tragenden Jungsauen in einen anderen – ggf. virtuellen – Betrieb zu liefern, ist eine beliebte Maßnahme, die Summe der Produktionstage zu reduzieren. Zusammen mit dem Abmelden der Schlachtsauen sofort nach dem Absetzen, obwohl die Tiere oft doch noch länger im Bestand sind, beeinflussen die Jahresleistung mit bis zu 0,5 Ferkel je Sau und Jahr. Sehr viel größer sind die Unterschiede, wenn der eine Sauenplaner mit sämtlichen angefallenen Produktionstagen rechnet (jedes Tier im Bestand zählt, das Haltungsund Futterkosten verursacht), ein anderes System aber nur die Produktionstage bestimmter Sauen berücksichtigt. Hiermit ist gemeint, dass gewisse Sauenplaner nur mit den Produktionstagen sogenannter produktiver Sauen rechnen. Das sind solche Sauen, von denen auch anschließend ein Wurf fällt. Wird z. B. eine Jungsau mit der ersten Belegung in den Bestand

aufgenommen und verlässt diesen nach mehreren Belegeversuchen im Einzelfall nach 80 bis 100 Tagen, so erhöht dies in einem klassischen deutschen Sauenplaner die Summe der Produktionstage. Da diesen Produktionstagen keine Leistung gegenübersteht, sinkt die durchschnittliche Herdenleistung. Genauso verhält es sich mit spät umrauschenden Sauen, die nach Erkennung sofort geschlachtet werden, oder mit Totalverlusten an Sauen. Da diesen Produktionstagen keine Leistung folgt, fallen sie in einigen ausländischen Systemen heraus und führen dort nicht wie bei uns zu einer im Durchschnitt sinkenden Leistung. Ebenso werden Produktionstage von Ammensauen in dem Fall nicht erfasst, in dem die Sauen anschließend zum Schlachter gehen. Durch diese Veränderungen im System wird die Abferkelrate beinahe nur durch die Wiederbelegerate beeinflusst. Die zum Teil bis zu 10 % darüber hinausgehende Differenz zur Abferkelrate, wie sie bei uns berechnet wird, und alle daraus hervorgehenden negativen Einflüsse auf die Durchschnittsleistung der Herde fallen bei diesen Systemen weg. Durch diese andersartige Interpretation der Daten kann die Herdenleistung um weit mehr als 2 Ferkel verbessert werden, obwohl kein einziges Ferkel zusätzlich verkauft wird. Unterschiede von bis zu 0,3 Würfen pro Sau und Jahr sind die Folge – siehe Beispiel in Tabelle 1.

Bestandsanalyse eines Sauenhalters mit 189 produktiven Sauen mit Hilfe zweier verschiedener Sauenplanersystemen – Auswertungszeitraum 01.01.2007 – 31.12.2007

Parameter Umrauscher, % lebend geborene Ferkel/Wurf abgesetzte Ferkel/Wurf

Sauenplaner PICtraq® anderer 9,4 9,3 12,3 12,3 11,3 11,4

Differenz - 0,1 +/- 0,0 + 0,1

Würfe/Sau u. Jahr

2,19

2,4

+ 0,21

abgesetzte Ferkel/Sau u. Jahr

24,7

27,3

+ 2,6 1/2008 19


PIC-Spiegel

Impressum PIC-Spiegel Kundenzeitschrift der PIC Deutschland GmbH Ratsteich 31 · D-24837 Schleswig Tel.: 04621/543-0 · Fax: 04621/54336 Abonnement kostenlos für Ferkelerzeuger, Mäster und andere Fachleute aus Beratung, Vermarktung und Forschung. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet bei Belegzusendung an die Redaktionsanschrift. Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Walter Vaitiekunas; Chefredakteurin: Barbara Berger Gesamtherstellung: Schmidt & Klaunig, Kiel

Diese Einflüsse außer Acht zu lassen, wäre grober Unfug.

Einen Datenvergleich wird es immer geben und auch geben müssen. Aus Gründen der Fairness dürfen solche Vergleiche aber nur innerhalb eines Sauenplanersystems durchgeführt werden. Überall anders werden leider „Äpfel mit Birnen“ verglichen. Es reicht weiterhin nicht aus, PIC · Die Gene des Erfolgs 20

nach z. B. einer Stallbesichtigung mit einer durchschnittlich festgestellten Anzahl säugender Ferkel an der Sau und einer „angenommenen“ Wurffolge die Jahresleistung hochzurechnen. Die Wurffolge (Würfe pro Sau und Jahr) steht in enger Wechselbeziehung zur Abferkelrate, die wiederum beeinflusst wird durch die Effektivität der Belegungen und darüber hinausgehender, genetisch und nicht genetisch beeinflusster, zusätzlicher Ausfälle an Sauen.

Wussten Sie, dass... ... nur eine mehr abferkelnde Sau aus einer 20er Belegegruppe so viel wert ist wie 1,4 mehr abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr?

... ... einmal weniger Umrauschen so viel wert ist wie 1,6 mehr abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr?

Mehrerlös durch Verbesserung der Abferkelrate um 5 %: 65,52 €/Sau und Jahr.

Grenzerlös für ein mehr abgesetztes Ferkel je Sau und Jahr: 45,50 €

Verbesserung der Abferkelrate um 5 %-Punkte bedeutet eine Verbesserung des Ferkelindex um ca. 6 %, also z. B. eine Erhöhung der abgesetzten Ferkel je Sau und Jahr von 24 auf 25,4.

Kosten für einmal Umrauschen nach 21 Tagen: 70,94 €*

Grenzerlös für ein mehr abgesetztes Ferkel je Sau und Jahr: 45,50 €

1/2008

* nach SUS 2/2008

Eine große Unsicherheit der Sauenplanerdaten entsteht durch die Haltung von Ammen. Werden künstliche Ammen eingesetzt, stellt sich die Frage, dürfen wir diese Ferkel bei der wurfbezogenen Leistung mitzählen oder erst bei der Jahresleistung der Sauen. Oft ist die wurfbezogene Leistung bei intensiver Ammenhaltung erheblich überschätzt. Hat eine Sau z. B. drei eigene Würfe erzeugt und dabei 33 Ferkel abgesetzt, hat sie im klassischen Sinne im Durchschnitt 11 Ferkel je Wurf abgesetzt. Hat sie zusätzlich nach dem 3. Wurf noch 10 Ammenferkel gesäugt, steigt nach üblicher Schreibweise die Gesamtzahl abgesetzter Ferkel auf 43 Ferkel, geteilt nur durch 3 Würfe ergibt im Durchschnitt 14,3 abgesetzte Ferkel pro Wurf. Diese Zahl macht aber keinen Sinn. Noch weniger würde diese Zahl allerdings Sinn machen, wenn diese wurfbezogene Zahl durch eine künstliche Amme zustande kommen würde. Ein allgemein gültiger Standard für die Erfassung dieser Ferkel und eine separate Möglichkeit zur Auswertung könnten hier Abhilfe schaffen.

Die Leistung einer Sau setzt sich immer aus mehreren Teilleistungen zusammen. Diese müssen bei einem Vergleich von verschiedenen Betrieben oder genetischen Herkünften auch alle mit in den Vergleich einbezogen werden. Der Vergleich nur anhand gezielt ausgewählter Parameter ist nicht zulässig. Das trifft nicht nur vor dem Hintergrund verschiedener genetischer Herkünfte zu, sondern auch für unterschiedliche Managementempfehlungen. Viele Praktiker wissen aus eigener Erfahrung, dass lange nicht alles, was bei ihrem Nachbarn funktioniert, auch bei ihnen zum Erfolg führt. Die Mehrzahl dieser Parameter können nicht bei einem Rundgang durch den Stall festgestellt werden, sondern es muss gezielt im Sauenplaner nach diesen Zahlen gefragt werden (z. B. Wurffolge, Remontierungsrate, Langlebigkeit). Gleichzeitig muss immer hinterfragt werden, auf welche Art und Weise die Zahlen zustande kommen und von welchem Niveau ausgegangen wird. Das größte Manko besteht jedoch darin, dass wir wirtschaftlich Ferkel produzieren müssen. Die Sauenplanerdaten machen daher eigentlich erst Sinn, wenn wir sie mit der Betriebszweigrechnung kombinieren könnten. Dies wäre aber ein separater Artikel. (DEK/EH)


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