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PIC Deutschland GmbH · Ratsteich 31 · 24837 Schleswig

Altbewährtes professionell weiterentwickelt Die aktuelle Ausgabe unseres PIC-Spiegels hat das Management von Closed-HerdSystemen zum Schwerpunktthema. Blickt man zurück in die eigentlich noch nicht weit zurückliegende, landwirtschaftliche Historie ist das Thema Closed-Herd-Management eigentlich nichts wirklich Neues. Zugegeben, der Begriff ist Neudeutsch, doch die Ferkelproduktion und die Schweinemast auf dem landwirtschaftlichen Betrieb unter mehr oder weniger geschlossenen Bedingungen sind eine typische Art der familiengeführten, landwirtschaftlichen Betriebe. Züchterische Ambitionen der Landwirte und eine substituierende Wirtschaftsweise haben zwangsläufig zur Eigenremonte der Produktionssauen geführt. Der Zukauf von Natursprungebern war oft die einzige Tierzufuhr im Sinne einer geregelten „Einbahnstraße“. Später wurde auch dies durch den zunehmenden Einsatz der künstlichen Besamung weiter reduziert. Allerdings ließen die begrenzten Selektionsmöglichkeiten auf den einzelnen Betrieben langfristig keinen spürbaren Zuchtfortschritt mehr zu. Infolgedessen entwickelten sich professionelle Kreuzungszuchtprogramme. Darüber hinaus haben verschiedene Entwicklungen der landwirtschaftlichen Märkte und der gesetzlichen Rahmenbedingungen die arbeitsteilige Wirtschaftsweise gefördert. Zunehmende Bestandsdichten, suboptimales Hygiene- und Gesundheitsmanagement, ständig neue bisher unbekannte Schweinekrankheiten, Seuchenrisiken und der kommerzielle Druck zu weiterer Leistungssteigerung und Kostenreduzierung bringen dem Closed-Herd-Gedanken eine neue Vorzüglichkeit. Die arbeitsteilige Wirtschaftsweise verlagert die Schwerpunkte hinsichtlich Zucht und Produktion auf das, was die Beteiligten am Besten beherrschen. Die Closed-Herd-Konzepte der PIC sind individuell auf den Produktionsbetrieb angepasste Modelle. Kernpunkt für den Anwender ist die professionelle Zucht der PIC mit der Sicherheit, kontinuierlich den höchsten, genetischen Fortschritt im Produktionsbetrieb zu realisieren sowie eine profunde Produktionsberatung. Betriebsspezifische Zuchtindizes der Kernherde ermöglichen die optimale Anpassung der Zucht- sowie der Produktionstiere an die geforderten Leistungsmerkmale. Das völlige „Abschotten“ der Produktionsbetriebe vor den gefährdenden Einflüssen der Produktionsumwelt ist durch die Zufuhr von Zucht- und Endstufensperma zu begrenzen. Abgesicherte Zwischenstufen bis zur höchsten Biosecurity sind individuell möglich. In den folgenden Beiträgen wird diese Thematik detailliert dargestellt. Ich bin mir sicher, dass Sie als zukunftsorientierter Landwirt interessante Anregungen für Ihren Produktionsbetrieb finden werden. Wir helfen Ihnen gerne bei der professionellen Realisierung gemeinsamer Konzepte. Ihr

AUS DEM INHALT: Closed-Herd-Management: Die Philosophie der PIC

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Schweinezuchtbetrieb Werra, Thüringen: Über 1 000 Sauen im Closed-Herd-System

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Betrieb Schwienhorst, Westfalen: 450 Sauen im Closed-Herd-System gesundheitlich abgesichert

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Betrieb Geiger, Niedersachsen: Erfolg mit 1 000 Sauen im Closed-Herd-System Seite 6 Cartoon: Kurt „macht“ seine Sauenherde „zu“

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Schweinezucht 2015 - Züchter am Scheideweg Seite 9

VETERINÄRECKE Erfahrungen in der Eradikation von Schweinekrankheiten Seite 13

FUTTERECKE Ausreichend Rohfaser im Sauenfutter, neue Komponenten führen zum Erfolg Seite 15

Walter Vaitiekunas

Bestückung des neuen PIC-Vermehrungsbetriebs „Stresow“ in Sachsen-Anhalt mit 2 500 Sauen Mitte Januar sind die ersten der zukünftig 2 500 PIC-Großelternsauen für die Vermehrung auf dem „Rittergut Stresow“ im Jerichower Land bei Magdeburg eingetroffen und gebührend empfangen worden. Den fünf Gesellschaftern und Investoren war die Freude sichtlich anzusehen, dass man nach fast 14-jährigem „Vorlauf“ demnächst auf dem Gut wieder „richtig Schwein“ hat. Eine Nachlass GmbH hatte schon bald nach

der Wende begonnen, sich um die Wiederaufnahme der Produktion zu bemühen, doch rechtliche Unsicherheiten ließen dies erst im vergangenen Jahr zu. – Fortsetzung auf Seite 2 –

Landrat Finzelmann (im Bild lks.) ließ es sich nehmen, die ersten Sauen persönlich in Stresow abzuladen, tatkräftig unterstützt von PIC-Transporteur Hans-Hermann Frahm.

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PIC-SPIEGEL Die ehemalige Mastanlage wurde durch diverse Umbaumaßnahmen in einen modernen Sauenstall mit angeschlossener Aufzucht umgewandelt. Mitte Januar waren die ersten Bereiche für die Aufnahme der Sauen fertig, sodass ab der vierten Kalenderwoche in einem hygienisch klar abgetrennten Bereich die Belegungen beginnen können, während die laufende Bestückung fortgesetzt wird. Über diese neue Vermehrungsherde wird die zukünftige Weiterentwicklung des PIC-Jungsauenabsatzes in Westfalen und Ostdeutschland abgesichert. Zudem wird die Stresower Herde insbesondere für die professionelle Umsetzung von Neubestückungen aus einem Lieferbetrieb zur Verfügung stehen, denn höchster Genetik- und Gesundheitsstatus sind selbstverständlich. Mit dem Einzug der ersten Sauen tickt auch die Uhr für die Fertigstellung der nachgelagerten Produktionsbereiche laut und deutlich weiter. Um zum einen den erfolgreichen Start und zum anderen die Kontinuität in der zukünftigen Produktion zu gewährleisten,

In einer kleinen Feierstunde wurde auf den Einzug der ersten PIC-Vermehrungssauen auf dem „Rittergut Stresow“ angestoßen. Von links: Gesellschafter Günther Knoop, Gesellschafter Hans-Georg Meyer, Landrat Lothar Finzelberg.

sind die beiden PIC-Berater Heinrich Schulz und Volkmar Nöckel eng in alle Abläufe eingebunden. In einer kleinen Feierstunde mit Partnern und Vertretern von Behörden, Banken, Baufirmen und Medien wurde der Start gewürdigt. Der Landrat ließ es sich nicht nehmen, die

ersten Sauen persönlich vom PIC-Transporter zu geleiten. Sein Kommentar: „Ich lasse an einem so schönen Tag gerne die Sau raus. Die Menschen freuen sich, dass es hier wieder Schweineproduktion geben wird. Und für Stresow ist es besonders wichtig. Ich bin ziemlich sicher, dass das hier mal ein Schmuckstück werden wird.“ (MST)

„Die EuroTier 2006 war ein voller Erfolg!“ Dieses Fazit des Hauptgeschäftsführers der DLG, Dr. Reinhard Grandke, können wir von der PIC voll und ganz unterstreichen. Von den über 118 000 Fachbesuchern (+ 7 % verglichen mit 2004) konnten wir geschätzte 3 500 auf unserem neu konzipierten, offenen und einladenden Messestand, der viel Anklang fand, willkommen heißen. Das sind noch mal einige mehr als vor zwei Jahren. Die von Dr. Grandke beschriebene „Aufbruchstimmung“ spiegelte sich auch in den zahlreichen konstruktiven Gesprächen der PIC-, VION- und PSV-Mitarbeiter wider. Viel wurde über die neuen Sauenprodukte Camborough 25 und 29 diskutiert, das Für und Wider von Closed-Herd-Konzepten besprochen, über die allgemeine Marktsituation gefachsimpelt oder einfach „nur“

1. Preis

ein Wochenende in Schleswig für zwei Personen

Fritz Bredthauer

2. Preis

1 PIC-Eber

Heiko Hübner

3. Preis

1 PIC-Jungsau

Heinfried Jacob

4. Preis

1 PIC-Jungsau

Norbert Kuhlmann

5. Preis

1 PIC-Jungsau

Matthias Weißkittel

bei einer Tasse Kaffee (oder Tee in der PICOsteuropa-Ecke) und einem leckeren Kassler-Brötchen alte Kontakte gepflegt. Zurzeit arbeiten alle Beteiligten daran, die positiven Ansätze in erfolgreiche Projekte für die PIC umzusetzen. Große Resonanz konnten wir auch bei unserem Gewinnspiel verzeichnen. Über 1 000 Besucher rätselten mit. Inzwischen haben wir alle Antwortkarten ausgewerten und die Gewinner ermittelt (s. Tabelle oben). Weitere zwanzig Miträtsler erhielten diverse Sachpreise, angefangen von PIC-Overalls, -Handtüchern und -Treibebrettern über PIC-Armbanduhren bis hin zu PIC-Kaffebechern. Herzlichen Glückwunsch allen

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Teilnehmern und den diesmal leer Ausgegangenen viel Glück beim nächsten Mal. Ein großer Dank gilt allen Beteiligten, vom Außendienst bis hin zum Serviceteam, die in überzeugendem Zusammenspiel maßgeblich zum Erfolg unseres Messeauftritts beigetragen haben. Alle bewiesen ihre Vielseitigkeit. Denn zu den üblichen Tätigkeiten eines Außendienstmitarbeiters gehört sicher nicht das morgendliche Brötchenaufschneiden im Akkord. Oder unsere Kolleginnen aus der Zentrale und dem Sekretariat müssen nicht wöchentlich 2 650 belegte Brötchen, über 2 000 Tassen Kaffee, 216 Liter Cola, 210 Liter Bier, 144 Liter Selter und 54 Liter Fanta über überfüllte Messestände jonglieren. Und in welchem Ausbildungsplan für Bürokaufleute steht, dass sie täglich zwischen 550 und 750 Brötchen mit Kassler belegen müssen? (BB)


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Closed-Herd-Management: Die Philosophie der PIC Closed Herd – Was ist das? Closed Herd bedeutet geschlossene (Sauen)-Herde. Dieser Begriff steht für das Prinzip der Sauen-Eigenremontierung in der Ferkelproduktion. Der Jungsauennachersatz wird durch die auf dem eigenen Betrieb erzeugte Nachzucht abgesichert anstatt durch den üblichen klassischen Jungsauenzukauf. Im Prinzip ist dieses Verfahren nichts Neues, da vor dem Zeitalter der Hybridsauenzucht auf den landwirtschaftlichen Betrieben schon immer Reinzuchtsauen produziert wurden. Warum Closed-Herd-Management? Der Trend zu weiter wachsenden Betrieben in der Schweinehaltung setzt sich fort. Sauenbestandsgrößen von über 1 000 Sauen je Betrieb in den östlichen Bundesländern sind keine Seltenheit, und auch im Westen der Bundesrepublik stocken viele Sauenhalter auf 300, 500 oder über 1 000 Tiereinheiten auf. Betriebe in dieser Größe sollten sich mit dem Prinzip der Eigenremontierung auseinandersetzen. Durch Minimierung oder Ausschluss des Tierverkehrs kann die Herdengesundheit stabilisiert und verbessert sowie die Jungsauenqualität betriebsspezifisch angepasst werden. Zudem ist eine von Seuchenzügen unabhängige Remontierung gegeben. Somit bietet das Closed-HerdKonzept eine interessante Alternative zum klassischen Jungsauenzukauf. Grundvoraussetzungen des Closed-Herd-Managements Basis für die Führung einer separaten Zuchtherde oder die Organisation einer Wechselkreuzung neben der klassischen Mastferkelproduktion ist ein gewisses Know-how des Betriebsleiters. Verfügt die Person neben einer guten Datenerfassung auch über ein gewisses Faible für die systematische Zuchtarbeit und sind Kapazitäten für die Jungsauenaufzucht vorhanden, so steht dem Gelingen eines erfolgreichen Closed-Herd-Managements nichts im Wege. Eine direkte Unterstützung der Eigenremontierung auf dem Betrieb durch kompetente Berater der PIC in Fragen der Zuchtanpaarungen, Selektionsentscheidungen, Zuchtwertschätzung und Produktion sind selbstverständlich. Eigenremontierung im System der PIC Die PIC bietet zwei generelle Varianten zur Eigenremontierung an: mit eingeschränkter Tierzufuhr von Großelterntieren sowie gänzlich ohne Tierzufuhr, sodass die Genetikzufuhr nur über Zuchtsperma erfolgt. Innerhalb

Sicherheit für Leistung, Produktion und Wirtschaftlichkeit Das PIC-Closed-Herd-Management steht für Sicherheit durch • • • • • • • • • • • •

Partnerschaft mit der Nr. 1 der Zuchtorganisationen größte genetische Basis an Zuchtlinien innovative Zuchtmethoden inklusive DNA-Markertechnologie kontinuierliche Zuchtarbeit auf einer genetischen Basis von 180 000 Sauen 100 %ige Weitergabe des Zuchtfortschritts an den Kunden regelmäßige Zuchtbetreuung und -beratung individuelle Zuchtindizes nach Kundenbedürfnissen transparentes Gesundheitsmonitoring Zuchtsperma mit höchstem Gesundheitsstatus striktes Pyramidensystem qualifizierte Produktionsbegleitung optimale Produktionskontrolle und -analyse in der PIC-Datenbank

Das Rundum-Servicepaket: regelmäßige Kommunikation im Rahmen des Closed-Herd-Services nach gemeinsam erarbeiteten Zielsetzungen. dieser Varianten werden betriebsindividuelle Konzepte unter Berücksichtigung der Betriebsgröße und eines akzeptablen Organisationsaufwandes gemeinsam mit dem Betriebsleiter erarbeitet, geplant und Schritt für Schritt in die Praxis umgesetzt. Mit eingeschränktem Tierverkehr Die Tierzufuhr der weiblichen Zuchttiere erfolgt zum Beispiel quartalsweise oder halbjährlich durch den Zukauf von wenigen Urgroß- oder Großelterntieren. Dieses System ist auch für eine geringere Herdengröße geeignet, sodass eine parallele Organisation der Zucht- und Mastanpaarungen ohne Weiteres möglich ist. Durch den stark reduzierten Tierverkehr kann ein hoher, definierter Gesundheitsstatus gewahrt werden. Ohne Tierzufuhr Die Genetikzufuhr und Gewährleistung des konsequenten Zuchtforschritts erfolgt ausschließlich über Zuchtsperma einer PIC-KB-Station mit höchstmöglichem Gesundheitsstatus. Innerhalb dieses komplett geschlossenen Zuchtverfahrens sind unterschiedliche Zuchtanpaarungssysteme möglich, die betriebsindividuell ausgearbeitet werden müssen. PIC-Closed-Herd-Service-Paket Das Closed-Herd-Leistungspaket der PIC bietet seinen Kunden nicht nur die Genetik im herkömmlichen Sinne an, sondern einen darüber hinausgehenden umfangreichen

professionellen Service: von der Begleitung des Bestandsaufbaus sowie die laufende Betreuung und Beratung aus züchterischer und produktionstechnischer Sicht, über die veterinärmedizinische Beratung durch PICRegionaltierärzte, die Verwaltung der Zuchtund Produktionsdaten und die Berechnungen der Zuchtwerte der Kernherde bis hin zur Unterstützung in der Vermarktung. Das PIC-Closed-Herd-Konzept enthält als Grundbasis die PIC-Genetik entweder als Urgroßeltern- und/oder Großelterntiere. Um eine kontinuierliche Verbesserung des Zuchtfortschritts in einem Closed-Herd-Betrieb zu gewährleisten, kann neben der Genetikzufuhr das Zuchtprogramm betriebsspezifisch angepasst werden. Durch ein jährliches Zuchtaudit eines PIC-Zuchtassistenten werden Schlüsselzahlen der Zucht und der Produktion kontrolliert und für das folgende Jahr neue Zucht- und Produktionsziele festgesetzt. Es besteht die Möglichkeit, dass die Zucht- und Produktionstiere des Betriebes in dem PICTraqTM-Sauenplaner geführt werden. Durch dieses System sind die SauenLeistungsdaten der Closed-Herd-Betriebe automatisch in der gleichen Datenbank gespeichert wie auch die Daten der weltweiten PIC-Vehrmehrungs- und Nukleussauen. Dadurch ist die direkte genetische Verknüpfung der Closed-Herd-Sauen zu den PIC-Zuchttieren gegeben, und die gesamte Verwandtschaftsinformation liegt vor. Die Berechnung 3


PIC-SPIEGEL der aktuellen BLUP-Zuchtwerte der ClosedHerd-Sauen wird dann routinemäßig durchgeführt, und die Zuchtsauen können neben Eigenschaften wie Mütterlichkeit und Exterieurerscheinungen zusätzlich nach BLUPZuchtwerten entweder für die Zuchtanpaarungen oder Mastanpaarungen ausgewählt werden. Außerdem bietet der Sauenplaner PICTraqTM den Closed-Herd-Betrieben ab einer bestimmten Größenordnung die Möglichkeit, einen kundenspezifischen Index für die Zuchtwertschätzung ihrer Sauen und Eber zu hinterlegen. Entsprechend den Kundenbedürfnissen können die Gewichtungen der für den Betrieb wichtigen wirtschaftlichen Merkmale angepasst und die Indizes individuell berechnet werden. Durch dieses Verfahren ist eine gezielte Auswahl der Zuchttiere entsprechend der betrieblich vorgegebenen Voraussetzungen möglich und so eine erfolgreiche Ferkelproduktion noch stärker gesichert. Für einen startenden Betrieb kann bei der Erstauswahl der Sauen für die Zuchtanpaarungen neben dem Blick auf deren phänotypischen Leistungen auch der Blick auf spe-

zielle DNA-Fruchtbarkeitsmarker sinnvoll sein. Hierdurch wird die Auswahl der genetisch besten Tiere zusätzlich abgesichert, wenn noch keine Zuchtwerte für die Sauen vorliegen.

Zucht, Produktion, Veterinärbetreuung sowie Datenverwaltung in einem Paket sichern die professionelle und erfolgreiche Umsetzung eines Closed-Herd-Konzepts nach der PIC-Philosophie. (KK)

Nukleus

DNA-Marker

Sperma, Zuchttiere

Gesundheit

Closed-HerdBetrieb

Zuchtassistent

PICTraq™Datenbank

Produktionsbetreuer

Schweinezuchtbetrieb Werra, Obermaßfeld in Thüringen

Über 1 000 Sauen im Closed-Herd-System: Gesundheit und Hygiene werden ganz groß geschrieben Anlagenleitung teilen, beschäftigt Brusselers drei einheimische Fachkräfte, die zum Teil schon vorher in der Anlage gearbeitet haben. Außerdem hat Brusselers einen Ausbildungsplatz geschaffen. Ein motiviertes Team, dem man die Freude an der Arbeit anmerkt. Und nicht nur von außen sieht die Anlage schmuck aus, auch innen ist alles neu. Arbeitszeitersparnis und Hubert Henrikes Brusselers hygienische Grundsätze bestimmen am gut gesicherten Eingangsbereich das Bild. Ein konsequentes Schwarzzur Schweinezuchtanlage Werra Weiß-Prinzip ist selbstverständlich in Obermaßfeld. und wird konsequent umgesetzt. HeVor drei Jahren hat der Niederländer Hubert rein kommen die Mitarbeiter nur nach vorheHenrikes Brusselers die Schweinezuchtan- rigem Duschen und Kleidungswechsel. Die Spermaübergabestelle ist isoliert und mit lage Werra in Obermaßfeld, Thüringen, gezwei Fenstern und einer Alarmanlage versekauft. Zum damaligen Zeitpunkt sahen die hen, die erst verstummt, wenn jemand die Gebäude eher wie ein „Rattenloch“ als wie Kiste mit den Spermatuben auf der Stallseiein Schweinestall aus. Inzwischen haben te abholt. Die Ferkelverladung ist ebenfalls zahlreiche Umbaumaßnahmen den Betrieb hygienisch einwandfrei organisiert. Die Ferzu einem weißgetünchten Schmuckstück kel werden zunächst in einem Vorraum zur werden lassen, wie auch die anfangs skep- Rampe „vorgeparkt“, der Zugang zum Stall tischen Dorfbewohner anerkennen. Neben verschlossen, und dann erst hat der Transden beiden jungen Holländern, die sich die porteur Zutritt und verlädt. Nach Abschluss 4

des Verladevorgangs einer 60er-Gruppe wird die Tür zum Stall erneut geöffnet. So ist gewährleistet, dass die Mitarbeiter nicht die Rampe und die Fahrer nicht die Anlage betreten müssen. Weitere pfiffige Details erleichtern die tägliche Arbeit und machen sie angenehmer. Denn wer steigt morgens nicht gerne in saubere, desinfizierte und trockene Arbeitsschuhe? Ein Stiefelreiniger und eine Metallrohrkonstruktion sorgen dafür. In einer so großen Anlage weiß nicht jeder immer, wo sich die Kollegen aufhalten. Rote Lampen über den Abteiltüren zeigen an, in welchem sich Mitarbeiter aufhalten. Damit beim Besamen Ruhe herrschen kann, hat Brusselers im Zentralgang ein Fenster zum Deckzentrum einbauen lassen. So muss er nicht hineingehen, wenn er jemanden sucht. Futterhygiene spielt eine wichtige Rolle, wird doch in der gesamten Anlage flüssig gefüttert. Auch hier wird auf jedes Detail geachtet. Blitzsauber muss alles sein, inklusive der Rohrleitungen und der Güllekanäle. Grundlage für den Erfolg ist also die Gesundheit und das ausgeklügelte Management.


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Dies beinhaltet für Brusselers auch eine gute Genetik. Deshalb entschied er sich Ende 2004 für einen Genetikwechsel und stallte 150 hochgesunde Großeltern-Sauen aus dem PIC-Nukleus in Frankreich ein. Seitdem wurden keine weiteren Tiere der Herde zugeführt. Und dieser hohe Gesundheitsstatus hat weiterhin Bestand, die Herde ist Rhinits-, PRRS-, Mykoplasmen-, Räude- und APPfrei. Geimpft wird nur gegen Parvovirose und Rotlauf. Es herrscht Ruhe im Stall, Husten ist nirgendwo zu hören.

Kernherde gibt und somit jede Sau in die Zuchtauswahl einbezogen werden kann. Zehn Prozent der Sauen werden mit Zuchtsperma belegt (PIC-Linie 03 “Large White” oder PIC-Linie 02 “Landrasse”), das sind dann sieben Zuchtanpaarungen in der Woche (fünf plus zwei “Reserve”). Das eingesetzte Sperma wird von der PIC-Besamungsstation Stockhausen in Sachsen bezogen. Die Eber werden nach einem eigens nach den Anforderungen des Betriebes konzipierten Zucht-Index ausgewählt, ein Service der PIC im Rahmen eines Closed-Herd-Pakets. So legt Brusselers besonderen Wert auf das Fundament und die Anzahl aufgezogener Ferkel. Da jeder PIC-Eber Einzelzuchtwerte für verschieden Merkmale hat, zu denen natürlich auch das Fundament und die abgesetzten Ferkel gehören, kann ein betriebsspezifischer Index mit besonderer Gewichtung der entsprechenden Einzelmerkmale zusammengestellt, berechnet und in der PICTraq™-Datenbank abgespeichert werden.

Und wie erfolgt die Remontierung? Über eine klassische Wechselkreuzung. Vorteil dieses Systems ist, dass es keine feste

Der regelmäßige Besuch des PIC-Produktionsberaters, Volkmar Nöckel, und des spezialisierten PIC-Regionaltierarztes, Piet

Begutachtung der Jungsauen: Volkmar Nöckel, PIC-Produktionsberater mit den Anlagenleitern Jeroen van Sleuwen, 21, und Anton Tielemanns, 23 (v. l.)

van Lieth, alle fünf Wochen runden das Komplettpaket des PIC-Closed-Konzepts für den Betrieb Werra in Obermaßfeld ab. Elf Ferkel soll jede Sau großziehen, an Jungsauen werden auch mehr Ferkel gesetzt.

Die Leistungen sprechen für sich: 26,5 verkaufte Ferkel je Sau und Jahr, eine Steigerung der verkauften Ferkel um 2 100 gegenüber 2005, Ferkelverluste im Abferkelstall von 9,7 % und von 1,2 % im Flatdeck, eine Abferkelrate von 87 %, 12,4 lebend geborene und 11,1 abgesetzte Ferkel pro Wurf sind Spitzenergebnisse. (BB)

Betrieb Schwienhorst in Warendorf:

Gesundheitliche Sicherheit steht an erster Stelle Schon über 20 Jahre werden auf dem Betrieb Schwienhorst die Jungsauen zur Remontierung der Sauenherde selbst nachgezogen. Gesundheitliche und hygienische Aspekte und ein gewisses Faible für die Zucht standen bei dieser Entscheidung eindeutig im Vordergrund. Allerdings stießen diese Möglichkeiten Ende 2004/Anfang 2005 an ihre Grenzen. Die Aufstockung des Sauenbestandes auf 450 Sauen konnte nicht in eigener Produktion bewältigt werden, ein Zuchtunternehmen musste zu Rate gezogen werden. Die PIC-Berater Christoph Poker und Klaus Gemke, zeigten Schwienhorst die verschiedenen Alternativen auf. Man entschied sich – zunächst – für den Zukauf von PIC-Großelternsauen (GP1050), die mit Sperma einer fleischbetonten Large-White-Linie zur Produktion von Camborough 26-Jungsauen belegt wurden. Im Juli 2005 wurden die ersten Großelternsauen in den Bestand eingegliedert, die ersten Camborough 26-Zuchtferkel kamen dann Ende 2005 zur Welt. Im Mai 2006 konnten die ersten 30 Jungsauen selektiert werden. Diese Aufgabe übernehmen bislang die Berater der PIC. Alle sechs Wochen

sind sie hierfür auf dem Betrieb, erfassen die Selektion direkt in die PICTraq™-Datenbank, und Georg Schwienhorst erhält kurze Zeit später eine kommentierte Liste der selektierten Tiere. Die Daten seiner Großelterntiere führt Schwienhorst selbst über das Internet im PIC-Sauenplaner PICTraq™. So sind die Daten seiner Zuchttiere vollständig mit der weltweiten PIC-Zuchttierdatenbank vernetzt, und Zuchtwerte können geschätzt werden. Im vergangenen Jahr brachten die GP1050-Jungsauen 11,3 Ferkel lebend geboren zur Welt und setzten 10,2 Ferkel ab. Ein herber Rückschlag dann im September 2006. Der komplette Abferkelstall brannte ab und in ihm kamen 60 Sauen um, unter ihnen 20 GP1050-Sauen. „Aber auch da profitierten wir von der Zusammenarbeit mit einem großen Zuchtunternehmen, denn wer kann einem schon kurzfristig eine entsprechende Tieranzahl definierter Qualität zur Verfügung stellen?“, merkt Schwienhorst zufrieden an. Um den Betrieb in bisherigem

Umfang weiterführen zu können, hat er derzeit die Abferkelung auf zwei gepachtete Betriebe ausgelagert. Dies sind Betriebe, die die Sauenhaltung aufgegeben haben, aber deren Ställe noch funktionsbereit waren. So kann die Produktion unter Beibehaltung des Gesundheitststatus aufrechterhalten werden. Allerdings müssen für die Zeit, bis der neue Abferkelstall fertig gestellt ist – voraussichtlich im April 2007 – „etwas“ längere „Treibwege“ von 25 bzw. 35 km in Kauf genommen werden. 5


PIC-SPIEGEL Der nächste Schritt im Schienhorst‘schen Closed-Herd-Konzept wird die vollständige Schließung seiner Herde sein. Zukünftig wird er über eine Wechselkreuzung seine Remontesauen produzieren. Dazu werden für jeweils ein halbes Jahr die besten GP1050Sauen mit PIC-Large-White-Sperma (L03) bzw. PIC-Landrasse-Sperma (L02) aus der PIC-GFS-Kooperationsstation „Herringer Heide“ belegt. So wird die Genetikzufuhr einzig und allein über Reinzucht-Sperma aus einer Besamungsstation auf höchstem Ge-

sundheitsniveau erfolgen. Die Auswahl der entsprechenden Eber nimmt ein PIC-Zuchtassistent auf Basis der individuellen Anforderungen für den Betrieb Schwienhorst vor. So legt Georg Schwienhorst besonderes Augenmerk auf Fruchtbarkeit. Dies wird bei der Zusammenstellung des Eberpools, den er in „Herringer Heide“ abrufen kann, gezielt berücksichtigt. Einerseits vom Zuchtfortschritt profitieren, andererseits die Sauenherde gesundheitlich und hygienisch optimal absichern, dies in

Einklang zu bringen, war die Grundüberlegung, die Georg Schwienhorst dazu bewog seinen Betrieb nach einem PIC-ClosedHerd-Konzept zu managen. Die angebotene Linienvielfalt, der prompte Service, die kompetente Zuchtberatung und die Nutzung des PIC-Sauenplaners haben den nüchternen Rechner dazu bewogen, die Zusammenarbeit mit der PIC einzugehen. „Ich habe mich für ein Unternehmen mit Tradition und Perspektive für die Zukunft entschieden“, betont der Betriebsleiter. (BB)

Johannes Geiger, Rhede bei Papenburg im Emsland

1 000 Sauen im Closed-Herd-System und die nächste Aufstockung im Visier Vor neun Jahren standen auf dem Betrieb Geiger noch 35 Sauen und 25 Milchkühe. Im Sommer 1998, als Sohn Johannes mit der Ausbildung fertig war, musste entschieden werden, wie die betriebliche Weiterentwicklung aussehen sollte, denn es war absehbar, dass ein Betrieb in dieser Struktur auf Dauer nicht in der Lage sein wird, zwei Familien, Geiger senior und junior, zu ernähren. So wurde nach umfangreichen An- und Umbaumaßnahmen auf 120 Sauen aufgestockt und hierbei fest auf PIC-Genetik gesetzt. Auch 1999 war von weiteren Baumaßnahmen geprägt, sodass der Betrieb schon Ende des Jahres 200 Bestandssauen hatte. Im Jahr 2000 entschloss man sich die Milchviehhaltung aufzugeben und diesen Stall aus arbeitswirtschaftlichen Gründen für die Bullenmast (70 Plätze) zu nutzen. 2001 war das Augenmerk wieder voll in Richtung Erweiterung der Sauenhaltung gerichtet, sodass Geigers am Ende des Jahres voller Stolz auf nunmehr 300 Bestandsauen verweisen konnten. Aber damit war nicht Schluss! Auch die nächsten Jahre waren von Baumaßnahmen und Investitionen geprägt. Eine Maschinenhalle und Platz für weitere 50 Sauen kamen hinzu. Wer jetzt denkt, nun wär‘s erstmal gut, hat weit gefehlt. Im Jahr 2004 wurde dann der Entschluss gefasst, einen Stall für weitere 250 produktive Sauen zu bauen. Da aber inzwischen die Kapazitäten für die Baudurchführung in Eigenregie erschöpft waren, entschied man sich für ein Komplettstallsystem. Baubeginn war Februar 2004, im Mai 2004 dann Tag der offenen Tür, und Ende Mai sind die ersten neuen PIC-Jungsauen eingezogen. Die gesamten Jahre wurden Geigers durch die Mitarbeiter der NFZ bzw. VION Zucht6

und Nutzvieh GmbH begleitet. Berater Ulrich Peschel war es dann auch, der während der Beratungsgespräche zur Sauenaufstockung auf dann 600 Bestandssauen und weiterer Betriebsentwicklung, Johannes Geiger mit dem Prinzip der Eigenbestandsvermehrung, sprich Closed-Herd-System, vertraut machte. Nach einigem Überlegen und Abwägen der Vor- und Nachteile dieses neuen Systems der Sauenremontierung fiel die Entscheidung zugunsten eines ClosedHerd-Konzepts der PIC. Geiger heute: „Das war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Denn zum einen ist der Gesundheitsstatus unserer Sauenherde um ein Vielfaches stabiler geworden, und zum anderen haben wir immer ausreichend Jungsauen zur Verfügung, sodass wir eine ordentliche Leistungsselektion durchführen können. Als sich dann Ende 2005 die Möglichkeit auftat, einen weiteren Sauenstall mit 300 Plätzen in 20 km Entfernung hinzuzupachten, haben Herr Peschel und ich überlegt, das Closed-Herd-Konzept weiter auszubauen, um hiermit dann auch locker 1 000 Sauen zu remontieren. In 2006 sind auf dem bisherigen Standort in Rhede noch für 100 produktive Sauen Plätze geschaffen worden. Auch dieses ist hervorragend gelungen, denn unsere Leistungen sind kontinuierlich auf nunmehr über 24 aufgezogene Ferkel je Sau und Jahr angestiegen. Wenn ich die Leistung der 100 Großelternsauen in unserem Bestand sehe, die aktuell bei 27,6 abgesetzten Ferkeln je Sau und Jahr liegen und ich noch den weiteren Kreuzungseffekt einer Drei-Linien-Hybridsau mit einbeziehe, kann ich mich schon bald darauf einstellen, unsere Ferkelaufzuchtplätze zu erweitern, denn Leistungen von 26 und mehr Ferkeln je Sau sind, glaube ich, dann locker drin.“

Inzwischen bewirtschaftet Johannes Geiger gemeinsam mit seinem Vater und drei Mitarbeitern sowie einer Nachtschicht (auf 400Euro-Basis) 1 000 Sauen, die dazugehörige Ferkelaufzucht (bis 28 kg), 240 Jungsauenaufzuchtplätze, welche 2006 im ehemaligen Bullenstall errichtet wurden, sowie 400 Mastplätze für die Kastrate aus der Eigenbestandsvermehrung und 160 ha Ackerland. Auf die Frage nach den Erwartungen für die Zukunft seines Betriebes antwortet Geiger zuversichtlich: „Bei derzeitig erreichtem Stand und dem Leistungspotential unserer Sauenherde sehe ich unserer Zukunft sehr optimistisch entgegen.“ (UP)


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Kurt „macht“ seine Sauenherde „zu“ Kurt macht sich Gedanken über die Weiterentwicklung seines Betriebes. Die Leistung stimmt, rund 26 verkaufte Ferkel je Sau und Jahr sind sicher ein Spitzenergebnis. Sein Management hat er im Griff. Klar, den dem einen oder anderen Schräubchen lässt sich sicherlich noch drehen. Aber er will jetzt die Weichen für die Zukunft stellen, denn das Altenteilerhaus möchte er in absehbarer Zeit noch nicht beziehen. Also was tun? Neuland beschreiten und eine Biogasanlage bauen oder das machen, was er gut kann, die Ferkelerzeugung? Das hat er mit seinem PIC-Fachberater bei dessen letztem Besuch besprochen.

Kurts PIC-Berater hat ihm die verschiedenen Remontierungsalternativen aufgezeigt. Die klassische Variante ist natürlich weiterhin, die Remontierungstiere als deckfähige Jungsauen zu beziehen. Eine Variante, die den Tierverkehr einschränken würde, wäre der Zukauf in altersgestaffelten Gruppen, sodass der Nachersatz für mehrere Abferkelgruppen in die Quarantäne geliefert wird. Sicherlich eine interessante Alternative, gerade auch bei Kurts Bestandsgröße von 500 Sauen, aber sein PIC-Berater konnte ihm noch mehr bieten. Vor dem Hintergrund des Schweinepestgeschehens im vergangenen Jahr und seinem Wunsch nach Stabilisierung der Herdengesundheit möchte Kurt den Tierzukauf am liebsten ganz einstellen.

Für Kurts Wunsch, seinen Betrieb für externe Tiere ganz zu schließen, bietet sich idealerweise ein Closed-Herd-Konzept an. Und um das Leistungspotential seiner eigenen Herde zu nutzen und keine Vorstufentiere zukaufen zu müssen, wollen Kurt und sein PIC-Berater die besten Sauen aus Kurts Herde als Stammherde nutzen. Da Kurt akribisch seine Daten erfasst und einen Sauenplaner nutzt, ist es ein Leichtes, die besten Sauen innerhalb einer Abferkelgruppe herauszufinden. Dazu bietet sein Berater ihm an, die 20 % besten Sauen zuvor per DNAAnalyse auf das Vorhandensein von Fruchtbarkeitsmarkern zu testen. Dadurch würden sie eine noch höhere Sicherheit bei der Auswahl der 10 % besten Sauen erlangen, denn so hätten sie auch einen Hinweis auf die genetische Komponente der Fruchtbarkeit. Mit diesen Sauen soll Kurt dann Wechselkreuzung machen, um seinen Jungsauennachersatz zu erzeugen.

Für die Auswahl der entsprechenden Besamungseber, deren PRRS-freies Sperma Kurt aus einer PIC-Besamungsstation beziehen wird, gibt Kurts Berater die Informationen über den Betrieb an seinen Kollegen in der Zuchtabteilung in Schleswig. Dabei berichtet der Berater genau, auf welche Merkmale Kurt besonderen Wert legt. Er ist zufrieden mit der Anzahl geborener Ferkel, aber ein paar mehr abgesetzte könnten es trotz des hohen Leistungsniveaus noch sein. Zudem fragt Kurt nach fundamentstarken Sauen, damit er auch lange etwas von ihnen hat. Anhand dieser Informationen stellt der Zuchtassistent einen nach den speziellen Anforderungen von Kurt gewichteten Zucht-Index zusammen, nach dem er anschließend die auf der PIC-Besamungseberstation verfügbaren Eber aus den PICMutterlinien L02 (Landrasse) und L03 (Large White) auswählt. Die Eberstation bekommt ebenfalls die Information, welche Eber für Kurts Sauen in Frage kommen. Dabei muss natürlich eine enge Absprache bezüglich der Spermaverfügbarkeit von diesen Ebern zwischen Zuchtassistent und Besamungsstation erfolgen, denn Kurt wird nicht der einzige sein, der bestimmte Eber nachfragt.

Im Abferkelstall hat Kurt die Sauen farblich markiert, die für die Zuchtanpaarungen in Frage kommen. So weiß er und auch sein Mitarbeiter, mit welchem Sperma er belegen muss. 7


PIC-SPIEGEL

Wenn diese Sauen abgeferkelt haben, zieht er den weiblichen Ferkeln eine farbige Ohrmarke ein (Landrassevater = grüne Ohrmarke, Large-White-Vater = rote Ohrmarke), damit er sie zum einen von den anderen Mastferkeln unterscheiden kann und zum anderen weiß, aus welcher Linie ihr Vater stammt. Bis zum Verkauf der Mastferkel bleiben die Zuchtferkel zusammen mit ihren Altergenossen im Flatdeck. Da Kurt ja seine Quarantäne für Zukauftiere nicht mehr benötigt, kann er in dieser seine Zuchtsauen aufziehen und gemeinsam mit seinem PIC-Berater entscheiden, welche von ihnen letztendlich dann als Remontierungssauen dienen sollen. 10 % der Remontierungssauen werden dann wieder in Wechselkreuzung belegt. Jetzt kommt wieder die farbige Ohrmarke ins Spiel. Damit es eine Wechselkreuzung wird, wird

nun Sperma der jeweils anderen Linie als ihr Vater eingesetzt. Die übrigen Sauen werden für die Mastferkelproduktion genutzt und mit PIC-Piétrain-Sperma belegt.

Kurt findet, dass dies doch ein relativ einfaches System ist. Seine Dokumentation stimmt, er hat Spaß daran, sich etwas züchterisch zu betätigen und auch mit den Zuchtexperten über das Für und Wider mancher Entwicklung zu diskutieren. Denn einmal im Jahr bringt sein Berater den Zuchtassistenten mit. Sie gehen gemeinsam durch den Bestand, schauen, wo sich noch etwas verbessern lässt, und diskutieren anhand der Zuchtwertschätzergebnisse, die der Zuchtassistent speziell für Kurts Betrieb ausgewertet hat, ihre weiteren züchterischen Überlegungen. (BB)

Ein Jahr „Herringer Heide“ – ein voller Erfolg für PIC und GFS

PIC-Vor- und Endstufensperma mit höchstem Gesundheitsstatus aus einer Station Gut ein Jahr nach Eröffnung der Station Herringer Heide können beide Partner eine positive Bilanz ziehen. Insgesamt 156 Eber, davon 74 PIC-Vorstufen- und 82 PICPiétrain-Eber, sind voll ausgelastet und liefern PIC-Sperma höchster Qualität aus einem Bestand mit höchstem Gesundheitsstatus an PIC-Nukleus-, -Vermehrungs-, -Closed-Herd- und -Ferkelerzeuger-Betriebe.

Konsequentes Gesundheitsund Hygienemanagement Von Anfang war bei der Konzeption der Station die PIC-Veterinärgruppe eingebunden, 8

sodass jederzeit gewährleistet war, dass die hohen Anforderungen, die die PIC an das Gesundheits- und Hygienemanagement stellt, erfüllt werden können. So soll sichergestellt werden, dass die hochwertige PIC-Genetik in Form von Sperma sicher und qualitativ einwandfrei beim Kunden ankommt. Schon während der Planungsphase der Station wurden die neuesten Erfahrungen zur Sicherung des hohen Gesundheitsniveaus berücksichtigt. Nach dem sogenannten PIC-1 000-Punkte-Programm wurden zu-

nächst diverse Standorte unter verschiedenen Gesichtspunkten nach standardisierten Bedingungen überprüft und verglichen. Eine Rolle spielen dabei die geographische Lage unter Berücksichtigung von Landschaftsprofil, Hauptwindrichtung, Schweinehaltung in der näheren Umgebung, Verkehrswege und vieles mehr. Die Station ist eingebunden in das PIC-Gesundheitsmonitoring und wird regelmäßig durch die verantwortliche PIC-Regionaltierärztin besucht. Eine einwandfreie Quarantäne für die KB-Eber vervollständigt das Konzept. Wie auch die PIC-KB-Station Stockhausen ist die „Herringer Heide“ PRRS-frei, Grundvoraussetzung, um PIC-Nukleus- und Vermehrungsbetriebe beliefern zu können. Zusammen mit der EU-Anerkennung ist hierdurch auch die Möglichkeit gegeben, Kunden im europäischen Ausland mit hochwertiger PIC-Genetik von höchstem Gesundheits-


1/2007 status zu versorgen. Diverse Exporte nach Frankreich, Italien und in die Niederlande belegen die vorhandene Nachfrage. Bei den weiteren Planungen standen sowohl das Wohlbefinden der Tiere als auch ihre Gesunderhaltung an erster Stelle. Eine Sägemehleinstreu sorgt für stabile Fundamente und hohe Sauberkeit. Ein Erdwärmetauscher sichert ein ausgeglichenes Stallklima, was sich gerade im vergangenen, sehr heißen Sommer positiv für die Spermaproduktion bemerkbar gemacht hat. Gleichzeitig können im Winter selbst bei extremer Kälte Temperaturen über 15° C ohne Heizung gehalten werden, sodass auch dann keine negativen Auswirkungen auf die Spermaqualität zu befürchten sind. Positiver „Nebeneffekt“ sind natürlich darüber hinaus die geringeren Energiekosten. Hygienische Trennung wird auch bei der Eber-Absamung groß geschrieben. Die Absambuchten sind nicht in den eigentlichen Stallbereich integriert, sondern es gibt einen abgetrennten Absambereich. Vollautomatische Absamung ist hier das Zauberwort! Nach dem Aufenthalt der Eber in einer Vorbereitungs- und Stimulierbucht werden die Eber mittels des Systems Collectis abgesamt. Eindeutiger Nutzen dieses Systems ist, dass das Sperma so wenig wie möglich mit der Stallumgebung in Berührung kommt und so die Übertragung von Keimen weitestgehend ausgeschlossen ist. Ein weiterer

Vorteil ist die verbesserte Arbeitsqualität, -sicherheit und –wirtschaftlichkeit. Ein Mitarbeiter kann gleichzeitig vier Eber beim Absamen mit Collectis betreuen und im Stehen bei Bedarf „Hand anlegen“. Das ermüdende Bücken entfällt, denn die Arbeitshöhe ist wie im Melkstand der Größe des Mitarbeiters angepasst. Diese arbeitswirtschaftlichen Vorteile machen es möglich, die Station mit nur drei Arbeitskräften zu führen, aber dennoch den hohen Anforderungen der PIC an ihre KBStationen gerecht zu werden.

Qualitätssicherung steht an erster Stelle Nach dem Absamen wird das Sperma vorverdünnt und kurz zwischengelagert. Sind zwanzig Ejakulate im Zwischenlager, fährt ein Kurier zur GFS in Ascheberg. Dort wird das Sperma in einem eigens für die Verarbeitung von PIC-Sperma eingerichteten Labor mit Hilfe modernster Technik wie Spermvision und Nucleocounter untersucht und konfektioniert. Das System Spermvision ist ein computergestütztes Videosystem, welches die Dichte und die Bewegungsaktivität der Samenzellen im Ejakulat unabhängig und objektiv feststellt. Der Nucleocounter ist ein Gerät zur Messung der Spermienkonzentration. Hier wer-

den nach Aufschluss der Spermien und Anfärbung des Zellkerns mit fluoreszierendem Farbstoff während des Durchflusses durch eine Messkammer die Samenzellen gezählt. Die Logistik erfolgt hygienisch einwandfrei über das bewährte System der GFS. Zuchtfortschritt aus erster Hand Aus „Herringer Heide“ werden PIC-Kunden in Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Süddeutschland beliefert. Gerade in letzter Zeit ist eine steigende Nachfrage an Vorstufen-/Reinzucht-Sperma durch Ferkelerzeugerbetriebe zu verzeichnen, die die Vorteile der Eigenremontierung im Rahmen eines PIC-Closed-Herd-Systems nutzen. Auswirkungen der Schweinepest lassen sich sicherlich nicht von der Hand weisen, wollen doch immer mehr Betriebe, auch im Rahmen von Wachstumsschritten, die Keimeinschleppung über den Tierverkehr minimieren oder ganz ausschließen. Mit der Möglichkeit, PIC-Qualitäts-Genetik sowohl von Vorstufen-, sprich Reinzuchtebern, als auch von Endstufenebern, also PIC-Piétrain-Ebern, aus EINER Station zu beziehen, sichern PIC-Closed-Herd-Kunden die Wahrung des Gesundheitsstatus ihres Betriebes. Gleichzeitig kommen sie in den Genuss, Reinzuchtsperma von Ebern nutzen zu können, die gleichzeitig im PIC-Nukleus und in der PIC-Vermehrung eingesetzt werden. Eine enge genetische Anbindung an den Zuchtfortschritt der PIC ist die Folge. (MH)

Schweinezucht 2015 – Züchter am Scheideweg Schweineproduktion weltweit Auf Basis der relativ sicheren Vorhersage der zukünftigen weltweiten Bevölkerungsentwicklung muss von einer weiteren starken Zunahme der Schweineproduktion in verschiedenen Teilen der Welt ausgegangen werden. In einigen Regionen wird es Abweichungen von den bisherigen Trends geben. So ist z. B. in Osteuropa und Russland die Anzahl geschlachteter Schweine seit 1989 rückläufig, gleichzeitig jedoch der Sauenbestand kontinuierlich angestiegen. Im Gegensatz dazu nimmt die Schweineproduktion in Westeuropa seit 2000 langsam aber stetig ab. Die wirtschaftliche Situation neproduktion stellt sich unterschiedlich dar (siehe Situation 2005). Generelle sich ablesen:

in der Schweiweltweit sehr Abbildung 1, Trends lassen

Î Die Produktionskosten in Latein- und Nordamerika sind niedrig und die Erträge in Lateinamerika relativ hoch.

Î Zwischen den westeuropäischen Ländern besteht eine große Variation zwischen Produktionskosten und Erträgen, aber generell kann man von hohen Produktionskosten bei relativ niedrigen Erträgen ausgehen. Î Die osteuropäischen Länder (hier: Polen, Rumänien und Tschechien) haben niedrigere Produktionskosten und höhere Erträge als die meisten westeuropäischen Länder. Î Negative Erträge, sprich Verluste (unter der Diagonale in Abbildung 1), treten gelegentlich sowohl in Nordamerika als auch in Westeuropa auf. Für die Entwicklung der Sauenbestände in West- und Osteuropa wird prognostiziert, dass in Westeuropa die nationalen Sauenbestände abnehmen und in Osteuropa nahezu konstant bleiben werden (Abbildung 2). Wobei allerdings in Osteuropa sich die Produktion vom nicht spezialisierten in den spezialisierten Sektor verschieben wird. Pro-

duktion, die bislang vorrangig mit dem Ziel geführt wird, die Fleischversorgung für die Familie oder eine kleine Dorfgemeinschaft sicherzustellen, wird zugunsten größerer, spezialisierter Betriebe stark abnehmen. Gleichzeitig gleichen sich die Preise für Schlachtschweine in West- und Osteuropa auf ein ähnliches Niveau an (Abbildung 3). Die westeuropäischen Preise sinken stetig, die osteuropäischen nach anfänglicher Aufschwung- und Aufholphase Anfang bis Mitte der 90er Jahre ebenfalls. Als weitere Konkurrenz für westeuropäische Schweineproduzenten werden sich in Zukunft durch eine weitere Liberalisierung des Welthandels und den Wegfall von Importzöllen, z. B. nach Deutschland, nord- und lateinamerikanische Länder erweisen. Zusammenfassend lässt sich feststellen: Die Schweineproduktion in Westeuropa steht unter Druck. Der Sauenbestand nimmt stetig ab, die Produktionskosten sind relativ hoch, die spezialisierten und damit konkurrenzfä9


PIC-SPIEGEL

Abb. 1: Produktionskosten in Relation zum Schlachterlös in vier Regionen sowie Großbritannien, Brasilien und China. Quelle: Internet

higen Betriebe in Osteuropa nehmen rasant zu und produzieren deutlich günstiger. Die spezialisierte Produktion in Nord- und Südamerika (und China) ist um einiges billiger und zurzeit nur aufgrund der in Zukunft nicht aufrecht zu erhaltenden Importabgaben nicht wettbewerbsfähig. Daraus ergibt sich für Schweinezuchtorganisationen die nahe liegende Frage, was diese Entwicklung für die europäische Schweinezucht bedeutet. Schweinezucht weltweit Über 90 % der Schweineproduktion in Westeuropa, Nordamerika und dem größten Teil von Ozeanien ist spezialisiert. Dasselbe gilt für einzelne Länder wie Chile, Tschechien und Südafrika in anderen Regionen, in denen z. B. die Produktion in Lateinamerika zu rund 50 %, in Osteuropa zu rund 30 % und in Afrika zu circa 10 % spezialisiert ist. Dies macht diese Regionen, in denen 30 % des weltweiten Schweinebestands bzw. 60 % des Bestandes außerhalb von China gehalten wird, interessant für kommerzielle Schweinezuchtorganisationen. Der nicht spezialisierte Sektor ist in Wirklichkeit ein nicht profitabler Sektor, und es gibt dort sehr wenige spezialisierte Zuchtorganisationen.

Abb. 2 links: Entwicklung des Sauenbestandes in 15 europäischen Ländern (ab 2005 Prognose) – Osteuropa – Westeuropa Abb. 2 rechts: Entwicklung des spezialisierten und des nicht spezialisierten Sektors in der Schweineproduktion in denselben 15 europäischen Ländern (ab 2005 Prognose) – spezialisierter – nicht spezialisierter Sektor Quelle: PIC Europa (2005)

Î Kreuzungszucht Vereinigungen Eine derartige Struktur etabliert sich, wenn eigenständige Züchter – s. o. – ihre Zuchtpopulationen zusammenführen, in der Regel über den Einsatz derselben KB-Eber in verschiedenen Herden, und ihr eigenes, gemeinsames System für die Zuchtwertschätzung und insbesondere für die Vermarktung von Kreuzungstieren entwickeln. Typische Beispiele liefern Deutschland, Dänemark und die Niederlande. Î Spezialisierte Zuchtunternehmen Für Außenstehende arbeiten solche Unternehmen wie die zuvor beschriebenen Kreuzungszucht-Vereinigungen, allerdings werden Zuchtunternehmen

mit einer relativ schlanken Organisation von einer juristischen Person geführt und nicht durch mehrere oder eine Vielzahl nur schwer unter einen Hut zu bringender privater Landwirte bzw. Züchter mit oftmals sehr konträren Vorstellungen. Beispiele hierfür gibt es weltweit. Î Integrierte Produktionskette Die Zuchttiere werden für die Remontierung der Produktionsherden gezüchtet, die durch das jeweilige Unternehmen für die Schlachtschweineproduktion ihrer eigenen Schlachtstätten betrieben werden. Alle Stufen der Produktion sind in einer Hand, und es werden in der Regel keine Zuchttiere aus dieser Kette verkauft. Das Endprodukt des Unternehmens ist das

Spezialisierte Zuchtorganisationen lassen sich im Allgemeinen in vier Kategorien unterscheiden: Î Unabhängige Züchter, öffentliche Verfahren In vielen Ländern führen (halb-)staatliche Organisationen als Service die Zuchtwertschätzung für unabhängige Züchter durch, die ihr privates Zuchtprogramm mit eigenen Zuchtzielen und Selektionsstrategien in eigenen Betrieben fahren. Derartige Strukturen finden wir in Belgien, Frankreich, Spanien, Kanada, Australien und Neuseeland. 10

Abb. 3: Entwicklung der Schlachtschweinepreise in 15 europäischen Ländern Quelle: FAOstat (2007)


1/2007 Schlachtschwein oder Schweinefleisch. Derartige Strukturen verbreiten sich mehr und mehr in Nord- und Südamerika, Ozeanien und Russland. Die wesentlichen Unterschiede dieser Organisationsformen liegen in der Art der Finanzierung, der Effektivität der Entscheidungsfindung und dem unternehmerischen Elan. Bedeutender ist allerdings der Unterschied zwischen national und international operierenden Organisationen. Schweinezucht in Europa Die dargestellten Entwicklungen in der weltweiten Schweineproduktion führen zu einem Schrumpfen der jeweiligen heimischen Märkte für die Schweinezüchter in Westeuropa. Viele ihrer traditionellen Kunden sind aus der Produktion ausgestiegen oder haben ihre Produktion in Regionen mit geringeren Produktionskosten verlagert, wie z. B. Osteuropa oder Nord- und Südamerika. Diese Entwicklung wird sich durch die steigende Konkurrenzsituation auf dem weltweiten Schweinefleischmarkt durch diese zu geringen Kosten produzierenden Länder noch weiter verstärken. In Europa war diese Entwicklung zuerst in Großbritannien zu beobachten, einem Land mit einer relativ kleinen Schweinepopulation, die zudem aufgrund der besonders hohen Produktionskosten kontinuierlich weiter abnimmt, und einer großen Anzahl unabhängiger Züchter. Als Folge davon waren die britischen Zuchtunternehmen Mitte der 80er Jahre die ersten, die bedeutende Geschäfte im Ausland getätigt haben. Die 1962 in England gegründete und seit Jahrzehnten global agierende PIC ist z. B. schon seit 1973 auf dem deutschen Markt erfolgreich und seit Jahren Marktführer. Als Folge müssen nun viele europäische Züchter nicht nur ihre Produkte außer Landes vermarkten, sondern sich gleichzeitig mit Wettbewerbern, die vor derselben Situation stehen, auf ihrem angestammten, heimischen Markt auseinandersetzen. Viele europäische Züchter/Zuchtorganisationen versuchen erst jetzt, sich oftmals aus der Not heraus mehr oder weniger erfolgreich von national operierenden zu international operierenden Einheiten zu entwickeln. Abbildung 4 veranschaulicht diese Situation. Hier sind die unterschiedlichen Marktanteile von Schweinezuchtunternehmen in Deutschland, Frankreich und Spanien dargestellt. Aus Abbildung 4 lassen sich allerdings nicht die steigenden Aktivitäten westeuropäischer Unternehmen in Polen, Litauen, Tschechien, der Slowakei, Rumänien, der Ukraine und Russland ablesen. Anfang 2006 waren mindestens zehn Unternehmen in diesen Ländern aktiv, teilweise mit einem Marktanteil

von 10 bis 15 %. Der osteuropäische Markt ist mit seiner derzeit enormen Nachfrage nach gesunden Zuchttieren mit hohem genetischen Potential in großen Stückzahlen inzwischen sehr bedeutend für die PIC. Was nicht überraschend ist, wächst doch in diesen Ländern der spezialisierte Sektor rasant (vgl. Abbildung 2). Ein ähnliches Bild kann in anderen Regionen mit wachsender Schweineproduktion beobachtet werden. Neben der PIC, die u. a. den nordamerikanischen Markt seit Jahrzehnten dominiert, versuchen mehrere westeuropäische Zuchtunternehmen, in Nord- und Südamerika sowie Asien Fuß zu fassen. Die Verfügbarkeit einer hinreichenden Anzahl ausreichend unterschiedlicher genetischer Linien ist ein Schlüsselfaktor für Erfolg im Wettbewerb der internationalen Schweinezucht. So verfügt z. B. die PIC über 16 verschiedene Zuchtlinien zur Produktion von Hybridsauen und Ebern bzw. zur genetischen Versorgung von Closed-Herd-Systemen. Nur national operierende Unternehmen sind hier klar im Nachteil, da sie in der Regel mit einer sehr begrenzten Anzahl an Linien, oftmals nur drei, arbeiten, die allein auf die Zuchtziele des heimischen und oftmals sehr begrenzten Marktes ausgerichtet sind. Im Gegensatz hierzu halten international arbeitende Zuchtunternehmen ihre Zuchtlinien bewusst breit differenziert, um den vielfältigen Anforderungen gerecht werden zu können. Dieser wichtige Unterschied ist in schnell wachsenden, spezialisierten Märkten zunächst nicht so eindeutig, da die Kunden dort zuerst zu kosteneffizienteren und schnell verfügbaren Alternativen zur traditionellen Landeszucht tendieren. Während der Weiterentwicklung dieser Märkte jedoch erfordern unterschiedliche Produktionssysteme unterschiedliche Genotypen, die viel

Deutschland Anbieter von Sauengenetik 2006

leichter von Unternehmen mit einem weiten Spektrum an Zuchtlinien angeboten werden können. „Globales Zuchtprogramm für regionale Marktanforderungen“ beschreibt den goldenen Weg. So ist es der PIC möglich, trotz effizienter internationaler Aufstellung gezielt auf die Wünsche der regionalen Kundenstrukturen einzugehen. Drei weitere kritische Faktoren sind Î Eine starke technische Infrastruktur. Dies war bis 1990 gleichzusetzen mit dem Einsatz von BLUP in der Zuchtwertschätzung, heute ist es die Möglichkeit, in großem Stil DNA-Marker gestützte Selektion einzusetzen. Eine Technologie, die noch nicht vollständig ausgeschöpft ist, aber schon in rund drei bis vier Jahren eine entscheidende Bedeutung haben wird. Da die Kosten für Markertypisierung in großem Umfang immer noch sehr hoch sind, haben Zuchtunternehmen, die wie die PIC bereits Anfang der 90er Jahre zu einem frühen Zeitpunkt in diese Technologie investiert haben, einen klaren Vorteil. Î Langfristige Zuchtziele für Merkmale, die in Zukunft Bedeutung erlangen werden. Dies sind z. B. Merkmale wie Widerstandsfähigkeit und Robustheit sowie Umweltsensibilität. Î Datenerfassung in einer Vielzahl von Produktionsumwelten, insbesondere kommerzieller Produktion, um so die Zuchtwertschätzung für Merkmale unter kommerziellen Produktionsbedingungen zu unterstützen. Alle diese Faktoren verlangen strategische Investitionen in Aktivitäten mit ungewisser Amortisation. Deshalb ist es für ein einzelnes nationales Zuchtunternehmen nahezu un-

Frankreich Besamungseber 2003

Spanien Anbieter von Sauengenetik 2003

Abb. 4: Marktanteile von Schweinezuchtunternehmen in Deutschland, Frankreich und Spanien. Fehlende Kreissegmente: Herdbuch und unbekannte Remontierung Grüne Kreissegmente: Ausländische Zuchtunternehmen Schraffiertes Kreissegment Spanien: 22 Unternehmen, von denen jedes weniger als 1 % Marktanteil hält. Quelle: Niggemeyer (2006), ITP (2003, PIC España (2004)

11


PIC-SPIEGEL möglich, seine Geschäfte auf externe Märkte auszudehnen, da diese vier Faktoren begrenzend wirken. Mindestens 200 000 bis 300 000 verkaufte Zuchttiere sind notwendig, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Demnach wäre selbst der Marktführer PIC in Deutschland mit rund 150 000 verkauften Zuchttieren allein zu klein, um ohne Einbindung in die große Zuchtstruktur der globalen in über 35 Ländern vertretenen PIC langfristig zu bestehen. Eine nahe liegende Lösung wäre die Wiedereinführung der oben beschriebenen „KreuzungszuchtVereingungen“. Nationale Unternehmen müssen strategische Allianzen eingehen, um genetische Ressourcen gemeinsam zu nutzen, und einheitliche Marketingaktivitäten mit anderen (inter-)nationalen Unternehmen entwickeln, um zu überleben. Der nächste logische Schritt wäre, den kostenträchtigsten Faktor in der Schweinezucht, z. B. die Nukleuskapazitäten und groß angelegte Datenerfassung, gemeinsam zu nutzen, was letztendlich zu Unternehmensfusionen führt. Derartige Entwicklungen konnten wir in Großbritannien (JSR, Cotswold und Newsham), in Frankreich (Scapaag und Gène+), in den Niederlanden (Stamboek, Dalland und Fomeva) und auch länderübergreifend beobachten (Rattlerow und Seghers, BHZP und PenArLan, Schaumann und ADN, SNW und Topigs, Quality Genetics, Norsvin und FABA). Viele weitere, wie aktuell der Verkauf von Euribrid bzw. Hypor an Hendrix, werden folgen. Was dies für die Kunden der jeweiligen sich oftmals jahrelang in der Konsolidierungsphase befindenden neuen Organisationen mit in der Regel unklaren Entscheidungsstrukturen bedeutet, ist nicht abzusehen, führt zu Unsicherheiten und birgt hohe Risiken hinsichtlich Organisation, Genetik, Gesundheit etc. Jüngstes negatives Beispiel ist der gescheiterte Zusammenschluss von SNW und BHZP in Westfalen. Hätte die PIC sich nicht bereits Mitte der 90er Jahre vorausschauend intern neu strukturiert und global entsprechend komfortabel positioniert, wären heute wahrscheinlich auch Überlegungen in derartige Richtungen notwendig. Es ist nahe liegend, diese Entwicklungen auf dem Schweinesektor mit denen in der Geflügelproduktion zu vergleichen. Dort versorgen seit 2006 zwei Unternehmen – Hendrix und Wesjohann – über 90 % des spezialisierten Marktes für Legehennen weltweit und seit 2007 vier Unternehmen (Hendrix und Wesjohann sowie Cobb-Vantress und Grimaud la Corbière) den weltweiten Masthähnchenmarkt. Auf dem deutschen Markt sind verstärkte Aktivitäten ausländischer Zuchtunterneh12

men zu beobachten (Abbildung 4). Eine Besonderheit für ein Land, das traditionell eher Schweinefleisch als Zuchtschweine importiert hat. In Spanien, einem Land, das für den Sektor „Schweineproduktion“ mit Deutschland gut vergleichbar ist, finden wir eine derartige Situation schon seit vielen Jahren vor. So waren 2003 33 Zuchtunternehmen dort aktiv, und die sieben aus dem Ausland, u. a. auch PIC, bedienten ein Drittel des gesamten Marktes. Deutsche ins Ausland exportierte HerdbuchEber werden teils als (Ur-)Großväter in der heimischen Population des Importlandes eingesetzt. Derartige Exporte unterstützen somit auch die lokalen Wettbewerber. Eine traditionelle Schwäche der Schweineherdbuchzucht in ganz Europa ist der unkontrollierte Verkauf von Reinzuchttieren an Züchter in andere Teile der Welt. In vielen Fällen haben diese Verkäufe nur zu kurzfristigen Einnahmen ohne nennenswerte Folgegeschäfte geführt. Um zukünftig einen derartigen Verlust an hochwertiger Genetik zu vermeiden, wird es eine Managementherausforderung für neue international tätige Unternehmen sein, ihren Absatz in geordnete Bahnen zu lenken und detaillierte vertragliche Vereinbarungen zu treffen. Zukünftige Entwicklungen in der Schweinezucht Für die Entwicklung der Schweinezucht in der Zukunft sind zwei Fragen entscheidend. Î Wodurch wird eine Schweinezuchtorganisation wettbewerbsfähig – was verlangen die Kunden? Î Welche Technologien müssen und können zu welchen Kosten genutzt werden? Punkt eins: Was verlangen Schweineproduzenten von einem Zuchtunternehmen? Î Fachliche Spitzenleistungen Aus der klassischen Sicht eines Genetikers muss das Hauptaugenmerk auf die Optimierung der Gesamtwirtschaftlichkeit gelegt werden, also die Anwendung eines Selektionsindexes mit ausgewogener Berücksichtigung der Produktions-, Reproduktions- und Robustheitsmerkmale. Allerdings wird früher oder später jeder Kunde einzelne Merkmale überbewerten, entweder, weil es für seine spezielle Situation ein Problemmerkmal ist, das es zu verbessern gilt, oder weil ein Zuchtunternehmen dieses Merkmal in seinen Marketingkampagnen besonders hervorhebt. Hinzu kommt natürlich, dass in einem Wettbewerbsmarkt die Nachfrager ihre Anbieter nach den Schwächen ihrer Produkte gegeneinander vergleichen. Deshalb ist es besonders wichtig, auf solche Situationen

reagieren zu können, was sich natürlich umso einfacher gestalten lässt, je größer die Anzahl genetisch differenzierter Linien ist, die zur Verfügung steht. Selektion allein innerhalb von Linien wäre eindeutig zu langsam. Abgesehen davon gibt es eine Reihe von Sekundärmerkmalen, auf die besonders schwer zu selektieren ist, die aber nicht unberücksichtigt bleiben dürfen. Beispiele sind: Verhalten (Handhabbarkeit, ruhiges Temperament, Mütterlichkeit), Erbdefekte, rezessiv wirkende Farbvererbung, Merkmale des Typs/Rahmens etc. Diese Merkmale haben nicht direkt einen Einfluss auf die wahre ökonomische Leistung, aber durch sie kann ein Kunde dennoch leicht dazu bewegt werden, den Anbieter zu wechseln. Für die Züchter bedeutet dies, dass sie routinemäßig so gut wie jedes Merkmal messen und erfassen müssen, um so jederzeit spezielle Tiere für einen wechselbereiten Kunden selektieren zu können. Vielleicht ist hier auch der generelle Faktor entscheidend, inwieweit der Kunde Vertrauen in die Fähigkeiten des Zuchtunternehmens hat, Zuchtfortschritt zu generieren – schnell, zuverlässig und trotzdem flexibel. Î Verfügbarkeit und Service Die schnell wachsenden, spezialisierten Produktionssysteme müssen zuverlässig ihre Remontierung planen können. Zuchtunternehmen mit einer breiten Vermehrerstruktur, einem konsequent geführten Gesundheitsmanagement und einer flexiblen Lieferstrategie sind in diesem Punkt eindeutig im Vorteil. Dies macht z. B. seit längerem in Ostdeutschland und seit kurzem auch in Osteuropa die PIC zum Anbieter Nummer eins. Î Image In weiten Teilen der Welt sind Landwirte sehr konservativ dahingehend eingestellt, wie sie ihre Geschäftspartner auswählen. Dies bedeutet für ein Zuchtunternehmen, das Geschäfte im Ausland aufnehmen will, in der Regel, dass es mit örtlichen Händlern arbeiten oder vor Ort eine Tochterfirma gründen muss. Hinzu kommt, dass Landwirte ein weit zurückreichendes Gedächtnis haben: Negative Erfahrungen mit falsch positionierten Produkten, die Jahre zurückliegen, können das Image eines Zuchtunternehmens für etliche Jahre ruinieren. Punkt zwei: Welche technischen Fragen werden entscheidend sein? Î Zuchtziele Bis vor einigen Jahren waren die Zuchtziele auf Produktions- und Reproduktionsmerkmale ausgerichtet. Allerdings


1/2007 verlagert sich der Fokus rasant auf Merkmale der Robustheit, sodass einige Züchter, die diese Tatsache bisher ignoriert haben, nun unter einem schlechten Image leiden. Dieses zu korrigieren, wird einige Zeit benötigen. Im gleichen Zug wird aber auch das Interesse der deutschen Schweineproduzenten an ausländischer Genetik dadurch erklärt, dass die traditionellen lokalen Züchter sich auf die (einfachen) Merkmale der Mastund Schlachtleistung konzentriert haben und dabei die Weiterentwicklung der Reproduktionsmerkmale vernachlässigt haben. Î Selektionskriterien Die Zuchtziele beim Schwein werden daher mehr und mehr Merkmale enthalten, die zum einen eine geringe Erblichkeit

besitzen und zum anderen schwer zu messen sind. Diese Tatsache erfordert eine enorme Ausdehnung der Datenerfassung für die Zuchtwertschätzung, insbesondere in kommerziellen Produktionsumwelten und weniger in den hoch gesunden Nukleusbetrieben, in denen unter optimalen Managementbedingungen gearbeitet wird. Zudem ist dies die klassische Situation für den Einsatz von markerunterstützter Selektion. Züchter mit sicheren Methoden auf diesem Gebiet werden hier einen entscheidenden Vorteil haben. Die PIC hat gut zehn Jahre Vorlauf und erhebliche Investitionen benötigt, um nun seit 2003 derzeit über 70 Marker routinemäßig und sicher in der Zuchtwertschätzung nutzen zu können. Andere Zuchtorganisationen sind weit davon entfernt.

Es ist nahe liegend, dass die europäische Schweinezuchtbranche zwangsläufig einen Konzentrationsprozess durchlaufen wird, sprich Zuchtprogramme/-organisationen werden noch mehr als heute zusammenarbeiten, fusionieren oder übernommen werden. Offen ist nur, wie lange es dauern wird, bis das Szenario der heutigen Geflügelzucht erreicht ist. (PK)

Ein Schwein kann nie zu gesund sein. Erfahrungen in der Eradikation von Schweinekrankheiten

VETERINÄRECKE

M. Donadeu, DVM, MSc, Veterinary Manager, PIC Europe T. J. L. A. Alexander, PhD, MVSc, BSc, MRCVS, DPM, Cambridge

Noch vor etlichen Jahren wurde diese Frage insoweit diskutiert, dass Jungsauen bestimmter Herkünfte nicht mehr eingestallt werden sollten, da sie zu gesund sind. Heute dagegen werden Jungsauenherkünfte mit höchstem Gesundheitsstatus, PRRS-negativ und EP-negativ, zusehends mehr von unseren Kunden gefordert. Aus diesem Grund hat die PIC Deutschland in Zusammenarbeit mit ihren Tierärzten schon seit vielen Jahren Eradikationsprogramme unterschiedlichster Art gefördert und durchgeführt. Wir wollen Ihnen die wichtigsten Grundlagen für die Durchführung von Sanierungsprogrammen darstellen, basierend auf einem Vortrag von Meritxell Donadeu (Veterinary Manager PIC Europe). • Warum versuchen wir, in unseren Beständen bestimmte Krankheiten zu tilgen? Krankheiten wie PRRS, APP, Dysenterie, EP aber auch Räude haben einen großen Effekt auf die Leistung und die Wirtschaftlichkeit in ferkelerzeugenden Betrieben. Reduzierte Leistungen wie ansteigende Mortalität, erhöhte Umrauschquoten, Aborte, lebensschwache Ferkel, sinkende tägliche Zunahmen, Verschlechterung der Futterverwertung, u. a., ansteigende Kosten durch tierärztliche Tätigkeiten wie vermehrte Medizinierungen und Impfungen, weniger Flexibilität im Ferkelver-

kauf und reduzierte Erlöse wirken sich auf die Wirtschaftlichkeit der Bestände aus. Die Auswirkungen der verschiedenen Erkrankungen variieren sehr stark. In Tabelle 1 werden die unterschiedliche Krankheitsdauer sowie die Mortalität der einzelnen Erkrankungen aufgezeigt. Tabelle 2 gibt die Verluste durch Verschlechterung der Futterverwertung und Verlängerung der Mastphase wieder. So werden in den USA z. B. die Kosten eines PRRS-Ausbruches mit 255 $/Sau angegeben und für die Aufzucht und Mast mit 6,25 bis 15,25 $ pro Schwein. (2003, PRRSCompendium) • Was muss geschehen, bevor die Eradikation beginnt? Eine Bewertung des Bestandes, wobei folgende Fragen gestellt werden müssen: {Einschleppung ƒ Wie ist die Erkrankung in den Bestand gelangt? ƒ Kann es wieder zu einer Einschleppung kommen? ƒ Was kann man tun, um eine erneute Einschleppung zu verhindern? {Seuchenhygienische Absicherung ƒ Hat sich bezüglich der Lage des Betriebes etwas verändert? ƒ Sind neue schweinehaltende Betriebe oder andere seuchenhygienisch bedenkliche Einrichtungen in der Nachbarschaft entstanden?

ƒ Hat der Schweinetransport in der Umgebung zugenommen? {Gesundheitsstatus ƒ Treten im Bestand andere wirtschaftlich relevante Erkrankungen auf? {Herdenimmunität ƒ Wie sieht es mit der augenblicklichen Immunstabilität der Herde aus? ƒ Müssen Maßnahmen wie Impfungen zur Stabilisierung durchgeführt werden? {Absicherung des neuen Gesundheitsstatus ƒ Sollen der Herde nach der Sanierung Jungsauen von außen zugeführt oder der Bestand als ClosedHerd-Betrieb gemanagt werden? ƒ Wie soll der Gesundheitsstatus der Jungsauen und -eber zukünftig definiert werden? ƒ Ist das einzusetzende Sperma sicher? ƒ Soll ein Teil der Herde an einen anderen Ort verlagert werden? ƒ Wie sind die Tierbewegungen im Betrieb? {Zeitplan und finanzielle Absicherung ƒ Ist es die richtige Jahreszeit für eine Sanierung? ƒ Hat der Betrieb das erforderliche finanzielle Polster? ƒ Stehen Personal und Besitzer voll hinter der Sanierung? 13


PIC-SPIEGEL {Bestätigung des neuen Gesundheitsstatus ƒ Wie soll der neue Gesundheitsstatus geprüft werden? ƒ Sollen erregernegative Kontakttiere zum Einsatz kommen? {Diagnostik ƒ Welche diagnostischen Methoden (Blutproben, Sektionen, etc.) sollen eingesetzt werden? ƒ Welche Labore sollen beteiligt werden? ƒ Wie lange wird es dauern, bis der neue Gesundheitsstatus bestätigt ist? {Wirtschaftlicher Nutzen ƒ Kann der Betrieb durch die Sanierung eine wesentliche Leistungssteigerung und somit einen effizienten wirtschaftlichen Nutzen erzielen? ƒ Wie hoch sind die geschätzten Kosten? ƒ Durchführung einer Kosten-NutzenAnalyse. • Bewertung der Erkrankung. Folgende Fragen sind von Bedeutung: {Der Erreger ƒ Hat der Erreger einen natürlichen Wirt? ƒ Welche lebenden und toten Vektoren kommen in Frage? ƒ Wie ist die Überlebensrate außerhalb des Wirtes? ƒ Wie ist die Überlebensrate im Wirt? ƒ Wie lange dauert die Inkubationszeit? ƒ Welche Übertragungsarten gibt es? ƒ Welche Empfindlichkeit gegenüber Medikamenten und Desinfektionsmitteln liegen vor?

Tabelle 1: Dauer der akuten Erkrankung und Mortalitätsraten wirtschaftlich bedeutender Schweinekrankheiten

während der akuten Phase

während der chronischen Phase

Actinobacillus pleuropneumonia (APP)

2 - 15

3 - 30 %

2-4%

Rhinitis atrophicans (RA)

8 - 26

1 - 5 % Läufer

1%

Akute Atemwegserkrankungen

2 - 15

3 - 10 % Läufer, Mastschweine

2 - 8 % Läufer, Mastschweine

Enzootische Pneumonie (EP)

4 - 18

2 - 14 % Sauen

bis zu 3 %

PRRS

8 - 16

5 - 30 % Ferkel

0 - 1 Schwein pro Wurf

Streptokokkenmeningitis (SM)

4 - 12

4 -12 % Läufer

1-5%

Dysenterie (SD)

3 - 12

1 - 4 % nach dem Absetzen

1 - 1,5 %

Nach: „Managing pig health and the treatment of Disease“. M. R. Muirhead and T. J. L. Alexander, 1997

Tabelle 2: Verschlechterung der Futterverwertung und Verlängerung der Mastdauer durch bedeutende Schweinekrankheiten während der akuten Phase Erkrankung

während der chronischen Phase

Veränderung der Futterverwertung

Verlängerung der Mastdauer (bis 90 kg), Tage

Veränderung der Futterverwertung

Verlängerung der Mastdauer (bis 90 kg), Tage

Actinobacillus pleuropneumonia (APP)

0,1 - 0,4

7 - 30

0,1 - 0,3

4 - 15

Rhinitis atrophicans (RA)

0,1 - 0,2

4 - 15

0,1 - 0,2

4 - 15

Enzootische Pneumonie (EP)

0,1 - 0,4

0 - 21

0,05 - 0,1

3 - 21

0,1

7 - 18

0,1

5-8

0,05

1-3

0,05

0

0,1 - 0,3

5 - 20

0,3

4-5

Räude Streptokokkenmeningitis (SM) Dysenterie (SD)

Nach: „Managing pig health and the treatment of Disease“. M. R. Muirhead and T. J. L. Alexander, 1997

{Die Immunität ƒ Wie lange kann von dem Vorhandensein von maternalen Antikörpern ausgegangen werden? ƒ Wie ist die Immunität der Herde? {Der Wirt ƒ Welches Alter ist für die Erkrankung empfänglich? {Diagnostik ƒ Welche Tests sind vorhanden? ƒ Wie sind die Spezifität und die Sensitivität der möglichen Tests? {Impfstoffe ƒ Welche Impfstoffe sind verfügbar? ƒ Wie ist die Wirkweise der möglichen Impfstoffe? • Die Eradikation muss nach festen Prinzipien durchgeführt werden. {Schutz vor neuen Erkrankungen, Sicherstellen einer guten Biosecurity, seuchenhygienische Absicherung des Betriebes. {Bestimmung der Herdenimmunität. {Übertragungswege sollen minimiert oder unterbrochen werden, um die

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Mortalität

Dauer der akuten Erkrankung, Tage

Erkrankung

Anwesenheit des Erregers im Bestand gering zu halten. {Identifizierung der Eintragsquelle. {Beseitigen der Infektionsquellen (z.B.) durch Medizinierungen, partielle Depopulation; Reinigung und Desinfektion oder einer Kombination aus vorgenannten Maßnahmen). {Nachersatz und Spermaeinsatz nur aus Betrieben mit höchstem Gesundheitsstatus. • Das Eradikationsprogramm muss festgelegt werden. Nachdem die Einschätzung des Bestandes erfolgt ist und die Eradikation des wirtschaftlich relevanten Erregers als richtige Strategie erkannt wurde sowie die Prinzipien der Durchführung deutlich sind, ist es notwendig, die verschiedenen Verfahren zu evaluieren und das optimale Verfahren auszuwählen. {Die Prinzipien müssen immer eingehalten und das Ziel der einzelnen Schritte immer im Auge behalten werden.


1/2007 {Bei der Beschreibung der Durchführung müssen z. B. alle Betriebsbesonderheiten beachtet werden, um den Erfolg zu gewährleisten. Wird z. B. eine Futtermedikation in einem Betrieb mit ausschließlicher Flüssigfütterung durchgeführt, so muss das geeignete Medikament gewählt und auf Schmackhaftigkeit und Verlust in der Dosierung durch die Flüssigfütterung geachtet werden. Bei Festfütterung muss gewährleistet sein, dass 100 % des Medikamentes im Tier ankommen. Dies kann sich z. B bei kranken Tieren oder zur Zeit der Abferkelung oder beim Absetzen usw. als problematisch erweisen. {Die Prinzipien und das Eradikationsprotokoll müssen 100%ig eingehalten werden und nicht nur der größte Teil davon. Wenn z. B. ein Hauptpunkt ist, dass alle Tiere mit einem Antibiotikum behandelt werden sollen, sei es über Injektion oder über Futtermedizinierung, dann heißt das, dass auch wirklich alle Tiere in einem genau definierten Zeitraum das Antibiotikum injiziert bekommen oder alle Tiere 100 % des Fütterungsmedikament im entsprechenden Zeitraum aufnehmen müssen.

FUTTERECKE

{An alle Möglichkeiten und Besonderheiten muss gedacht werden. ƒ Will der Betrieb beispielsweise zur gleichen Zeit aufstocken, muss der Tierfluss eventuell neu oder anders durchgeführt werden. ƒ Besteht die Möglichkeit, durch die Eradikation des bestimmten Erregers gleichzeitig andere Erkrankungen ebenfalls zu eradikieren, muss das Protokoll oft nur geringfügig verändert werden. {Aus den vorhandenen Eradikationsmodellen muss das Optimum ausgewählt werden. Sind alle Möglichkeiten in Betracht gezogen worden? Z. B. ƒ Isoweanverfahren und/oder mediziniertes Frühabsetzen. ƒ Medizinieren und Impfen. ƒ Partielle Depopulation, z. B. des Flatdecks. ƒ Totale Depopulation und Repopulation des Bestandes mit entsprechenden Leerstehzeiten. ƒ Untersuchung auf den zu eradikierenden Erreger, Entfernen der positiven Tiere und erneutes Testen. ƒ Zeitweise Schließen der Herde. ƒ Sonstige Verfahren. {Wie hoch sind die Chancen der einzelnen Modelle, erfolgreich zu sein?

{Wie fällt die Kosten-Nutzen-Analyse der einzelnen Modelle aus? Basierend auf diesen Grundlagen hat PIC Deutschland in den letzten zehn Jahren in vielen Betrieben vorrangig PRRS, EP und Räude eradikiert. Beginnend 1999 in einem Ebernukleusbetrieb mit der Sanierung von PRRS durch eine partielle Räumung des Flatdecks, indem drei Wochen Ferkel außerhalb des Betriebes abgesetzt wurden (siehe PICSpiegel-Sonderdruck, November 2000) über viele Sanierungen auf PRRS, EP und Räude in großen Kundenbetrieben im Osten ebenfalls mittels partieller Depopulation des Flatdecks (siehe DLZ 1/2007). Ein neues, aktuelles Projekt ist die Mykoplasmensanierung der Ebernukleusbetriebe Wulkow und Süderdeich. Auch in anderen europäischen Ländern und in den USA wird die Eradikation von wirtschaftlich wichtigen Schweinekrankheiten verstärkt durchgeführt, um sowohl im Zucht- aber auch im Endstufenbereich mit dem höchsten Gesundheitsstatus arbeiten zu können. Wichtig bei der Durchführung sind die Einhaltung der erwähnten Prinzipien und die Erstellung eines für jeden Betrieb spezifischen Sanierungsplanes. Sollten Sie Fragen zur Sanierung Ihres Betriebes bezüglich spezifischer Erreger haben, so stehen wir Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite. (DKS)

Ausreichend Rohfaser im Sauenfutter, neue Komponenten führen zum Erfolg

Die Bedeutung der Rohfaser auf Darmgesundheit, Verdauungsmotilität und Wohlbefinden beim Schwein ist unbestritten. Vor allem hinsichtlich einer geregelten Verdauung sollen nicht nur eine entsprechende Futtermenge, sondern auch ausreichend quellfähige und hygienisch einwandfreie Rohfaser zugeführt werden. Die Wirkung der Rohfaser geht jedoch weit über die Sättigungswirkung hinaus. So gilt die fördernde Wirkung auf die Darmperistaltik, die stimulierende Wirkung auf günstige Mikroorganismen und die Bindung von schädlichen Substanzen als gesundheitsfördernd. Vor- und Nachteile verschiedener Rohfaserquellen In der Schweinefütterung werden als Rohfaserquellen überwiegend Nebenprodukte der Mühlenindustrie oder auch der Zuckerherstellung eingesetzt. Je nach Ausgangsmaterial variiert der Rohfaseranteil dieser Materialien stark und schwankt zwischen 10 und 35 %. Zudem können diese Komponenten unerwünschte Stoffe wie z. B. Mykotoxine enthalten. Dadurch besteht ein nicht unerhebliches Risiko für die Gesundheit und letztendlich auch für das Leistungsvermögen, insbesondere bei Schweinen. Rohfaser

ist chemisch gesehen keine einheitliche Substanz, sondern ein Gemisch vieler verschiedener Stoffgruppen. Pentosane und Pektine können für antinutritive Effekte verantwortlich gemacht werden. Dadurch wird die Zähflüssigkeit (Viskosität) des Verdauungsbreis erhöht und durch eine schlechte Vermischung des Futterbreis mit Verdauungsenzymen die Verdaulichkeit der Nährstoffe reduziert, das Leistungsvermögen der Tiere entsprechend vermindert. Durch diesen Zusammenhang, aber auch wenn Rohfaserquellen noch nennenswerte Zuckermengen mit in die Ration bringen (z. B. durch melassierte Trocken-

schnitzel) wird der Kot schmieriger. Tiere und Buchten sind stärker verschmutzt, die Tiere rutschen und entwickeln Auffälligkeiten im Fundament. Im Bereich der Jungsauenaufzucht oder auch bei verschiedenen „Welfare“-Futtermischungen’ ist dieser Zusammenhang deutlich zu beobachten. Rohfaserkonzentrate in der Schweinefütterung Inzwischen bieten verschiedene Futtermittelhersteller Rohfaserkonzentrate an, die durch verschiedene physikalische und chemische Prozesse auf der Basis von Holz hergestellt werden. Diese sind ist frei von Mykotoxinen und liegen in einer homogenen, standardisierten Qualität vor. Diese Konzentrate haben in der Regel ein hohes Wasserbindungsvermögen (ca. 800 %) und führen dadurch zu einem schnellen und vor allem lang anhaltenden Sättigungsgefühl bei Sauen. Durch die bessere Ruhe der Sauen und der damit verbundenen geringeren Ausschüttung von 15


PIC-SPIEGEL Impressum PIC-Spiegel – Kundenzeitschrift der PIC Deutschland GmbH Ratsteich 31 · D-24837 Schleswig Tel.: 04621/543-0 · Fax: 04621/54336 Abonnement kostenlos für Ferkelerzeuger, Mäster und andere Fachleute aus Beratung, Vermarktung und Forschung. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet bei Belegzusendung an die Redaktionsanschrift. Verantwortlich für den Inhalt: Dr. Walter Vaitiekunas; Chefredakteurin: Barbara Berger Gesamtherstellung: Schmidt & Klaunig, Kiel

Tabelle 1: Beispielrationen für die Einbeziehung von Rohfaserkonzentrat

• in Geburtsvorbereitungsmischungen mit 1 bis 2 %

Anteil in % in einer Ration für Komponente

tragende Sauen

säugende Sauen

• im Laktationsfutter mit 0.5 bis 1 %

Gerste

50

68

35

35

eingesetzt werden.

Weizen

26

13

40

24,5

Gesetzliche Rahmenbedingungen schreiben Rohfaseranteile vor:

Mais Weizenkleie

15 10

6

Rohfaserkonzentrat

3

3

1

Bierhefe

2

Öl

1

2

2

Sojaextraktionsschrot

6

7

18,5

19

Mineralfutter

3

3

3,5

3,5

Inhaltsstoffe (auszugsweise berechnet) Energie, MJ ME

12,0

12,0

13,3

13,3

Protein, %

13,5

13,3

17,0

16,8

Rohfaser, %

7,0

7,0

4,8

4,6

Lysin, %

0,7

0,7

1,0

1,0

Stresshormonen (z. B. Adrenalin) konnte in Versuchen eine Verbesserung der Abferkelrate und auch der Anzahl lebend geborener Ferkel erzielt werden. Der Einsatz dieser relativ neuen Komponente führt im Gegensatz zum Einsatz von Trockenschnitzeln nicht zu einem Anstieg des Insulins, dementsprechend kann das Progesteron (auch Trächtigkeitsschutz-Hormon genannt) seine Funktion besser entfalten. Aufgrund des hohen Rohfaseranteils von ca. 70 % Rohfaser reichen bereits geringe prozentuale Mischungsanteile aus, um die gewünschten Rohfaseranteile in der Ration zu erreichen. Dadurch ergeben sich mehr Möglichkeiten in der Rationsgestaltung für Protein- und Energieträger, wichtige Voraussetzung für nährstoffdichte Mischungen für säugende Sauen. Diese neuartigen Rohfaserkonzentrate enthalten praktisch keine Mineralstoffe. Sie führen somit nicht zu einer Verschiebung des Anionen-Kationen-Gleichgewichtes und zu einem unerwünschten Anstieg des pHWertes im Urin der Sauen. Da sie im Gegensatz zu Kleien auch kein Phosphor enthalten, sind sie ein idealer Rationspartner 16

gerade auch in RAM-Futtermischungen. Nichts ist im Abferkelbereich problematischer als eine Verstopfung vor oder nach der Geburt der Ferkel. Durch das hohe Wasserbindungs- und Quellvermögen wird die Darmperistaltik angeregt, den Futterbrei im Darmbereich rasch weiter zu transportieren und den Kot auszuscheiden. Durch die unlöslichen Faseranteile werden auch den Tierorganismus belastende Stoffwechselprodukte ausgeschieden, weiterhin verbessert sich die Kotkonsistenz. Der Geburtsvorgang wird erleichtert, die MMA-Häufigkeit ist reduziert. Auf Holz basierende Rohfaserkonzentrate können als alleinige Rohfaserquelle, aber auch in Kombination mit anderen Rohfaserträgern, wie z. B. Rübenschnitzel oder Apfeltrester eingesetzt werden. Hier liegt dann ein optimales Verhältnis von löslicher und unlöslicher Faser vor. Derartige Rohfaserkonzentrate können • in der rationierten Fütterung tragender Sauen mit 1 bis 3 % • in der Sattfütterung tragender Sauen mit 4 bis 6 %

In der aktuellen Schweinehaltungsverordnung (Stand 22.10.2006; § 25) ist vorgeschrieben, dass tragende Jungsauen und Sauen bis zu eine Woche vor dem erwarteten Abferkeltermin mit einem Alleinfutter mit mindestens 8 % Rohfaser in der Trockensubstanz oder alternativ so zu versorgen sind, dass die Aufnahme von mindestens 200 g Rohfaser pro Tag sichergestellt ist. 8 % Rohfaser (entspricht ca. 7 % bezogen auf ein Futter mit einer Trockensubstanz von 88 %) in einer „unbedenklichen Form“ in einer Ration bereitzustellen, ist keine einfache Aufgabe, wird aber mit dieser relativ neuen Komponente erheblich erleichtert. Mit diesem Beitrag soll aber zusätzlich ein Denkanstoß gegeben werden, dass es sich bei der Rohfaser nicht um einen Inhaltsstoff mit ausschließlich negativen Auswirkungen auf den Tierorganismus handelt (z. B. sinkende Verdaulichkeit), sondern dass durch den gezielten und gesteuerten Einsatz nachvollziehbare positive Effekte erreicht werden können. Durch diese positiven Effekte (Abferkelrate, Geburtsverhalten, MMA-Häufigkeit) können gewisse Mehraufwendungen im Futter schnell relativiert werden. Bei der Fütterung von Zuchttierbeständen darf die erste Frage nicht lauten: was kostet denn das; es muss vielmehr gefragt werden: Was bringt es mir. In Tabelle 1 finden Sie einige Beispielsrationen für Eigenmischer. Die Prinzipien lassen sich aber auch ohne Probleme auf Zukaufmischungen übertragen. Insgesamt muss der Komponentenmarkt intensiv beobachtet werden, ob durch innovative Produkte das Leistungsvermögen und die Leistungssicherheit der Tierbestände weiter ausgebaut werden können. (DEK)

/psp200701  

http://www.picdeutschland.de/services/files/picspiegel/psp200701.pdf

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