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Gewappnet sein für jedes Klima Dass ein rauer Wind – genannt “Strukturwandel” – durch die Schweineproduktion geht, ist nicht neu. Aber derzeit scheint er ein wenig heftiger zu wehen. Einerseits könnten die immer größer werdenden Schlachtunternehmen die Erzeugerpreise verstärkt unter Druck setzen, andererseits zwingt dieser ständige Druck auch die deutsche Schweineproduktion sich mit den Gegebenheiten des Marktes auseinander zu setzen und schon heute die zukünftigen Anforderungen im Auge zu behalten. Wichtig allerdings ist, dass die Kommunikation zwischen Schweineproduzenten und Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen optimal funktioniert. Denn alle Beteiligten der Produktionskette “Schweinefleisch” wollen die Effizienz ihrer Produktion und Produkte in einem Markt steigern, der zunehmend durch die Senkung der Produktionskosten bestimmt wird. Gleichzeitig wandelt sich das Kaufverhalten der Verbraucher zunehmend in Richtung SB-Ware. Auch hier müssen Schweineproduzenten, Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen Hand in Hand arbeiten, um der deutschen Schweineproduktion eine sichere Marktposition zu sichern. Während der vergangenen Jahre haben wir bei PIC unsere Kenntnisse auf diesem Gebiet weiter ausgebaut, so dass wir heute dank unserer Experten und technischen Möglichkeiten kompetente Partner für alle Stufen der Schweineproduktion sind. Nicht zuletzt dieser Wissens- und Technologievorsprung hat uns den Abschluss des ersten Vertrages zur Verbesserung der Fleischqualität mit einem Schlacht- und Verarbeitungsunternehmen ermöglicht. In der letzten Ausgabe des PIC-Spiegels haben wir ausführlich darüber berichtet, wie eine bekannte Supermarktkette durch den Einsatz von Markertechnologie Differenzierungsvorteile hinsichtlich eines Schweinefleischangebotes von hoher Qualität anstrebt. Genauso arbeiten wir auch an der Verbesserung von Systemen zur Rückverfolgbarkeit von Produkten. Dies wird ebenfalls dazu beitragen, die negativen Effekte möglicher Fleischskandale zu reduzieren. Auch auf diesem Gebiet bietet PIC-Markertechnologie neue und interessante Möglichkeiten für die Branche. Somit steht die PIC-Forschungsund -Entwicklungsarbeit stets unter der Prämisse, dass wir unsere Kunden in die Lage versetzen wollen, zukünftige Anforderungen der Prozesskette “Schweinefleisch” effizient und professionell zu erfüllen. Zurück zum Anfang der Kette: Auch hier gilt es die Leistungen zu verbessern, um so die Effizienz zu erhöhen. Deshalb sind wir auch hoch erfreut, dass sich die Bemühungen der Zucht in realisierten Leistungssteigerungen niederschlagen. Allein für das vergangene Jahr zeigen Feldergebnisse Verbesserungen in der Fruchtbarkeitsleistung von einem halben bis einem ganzen abgesetzten Ferkel je Sau und Jahr. Dies bestätigt die kontinuierliche PIC-Zuchtarbeit unter Berücksichtigung vielfältiger Einflussfaktoren in einem ausgeklügelten Zuchtwertschätzsystem. Diese Kontinuität zusammen mit ständiger Suche nach neuen, innovativen Möglichkeiten schaffen für PIC-Kunden die Voraussetzungen, dass sie zukünftig der Wind des Marktes als Rückenwind vorwärts treibt und nicht als Gegenwind auf der Stelle treten lässt.

Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie für die Feiertage alles Gute und ein erfolgreiches und gesundes Jahr 2006.

AUS DEM INHALT: Zucht auf robuste Schweine – Ökonomisch sinnvoll und züchterisch möglich Seite 2 Jetzt deutschlandweiter Top-Genetik-Test der PIC-Piétrain-KB-Eber

Seite 3

VETERINÄRECKE Qualitätssperma aus Westfalen: “Herringer Heide” in Produktion Seite 5 PIC-Kundenkonferenz – Region Ost

Seite 6

4. Auflage der Tierärzte-Meetings in Ostdeutschland

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Eber aus Aurora – Hochleistungsgenetik aus dem Genetischen Nukleus

Seite 8

Das passt: Genetik, Gesundheit, Management Seite 10 Ausgezeichnete Ausbildung auf dem PIC-Nukleusbetrieb Podelzig Seite 12 Professionelle Jungsaueneingliederung – der Start in eine erfolgreiche Produktion!

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FUTTERECKE Fütterungsgrundlagen für die Aufzucht von Jungsauen

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Neubau für 1.500 Sauen in Westerstede

Seite 15

Konzerninformation Sygen heißt jetzt Genus

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Geschäftsführer PIC Deutschland und PIC Nordeuropa

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PIC-SPIEGEL

Zucht auf r obuste Schweine – Ökonomisch sinnvoll und züchterisch möglich Die Robustheit als generell neues Merkmal in der Tierzucht gewinnt zunehmend und schnell an Bedeutung. Der Grund dafür liegt auf der Hand: In der Schweinezucht sind in den letzten 30 Jahren große genetische Fortschritte vorrangig in Produktionsmerkmalen wie z. B. Wurfgröße, Zunahme, Futterverwertung und Fleischanteil erreicht worden. Um dieses steigende genetische Potential nutzen zu können, muss auch die Fütterung und das Produktionsmanagement diesem Trend folgen und die genetische Entwicklung bzw. deren Realisierung unterstützen. In der Praxis ist dies oftmals nicht der Fall. Die Produktion von schnell wachsenden, mageren, futtereffizienten Tieren kann zu Problemen in der Fitness und Vitalität führen. Beispiele aus allen Bereichen der Tierproduktion zeigen, dass oft die Bedingungen der Produktionsumwelt den Anforderungen dieser hoch produktiven Tiere nicht entsprechend genügen. Veränderungen in der Schweineproduktion Nicht zuletzt das Klima beeinflusst die Leistung signifikant. Waren es bislang eher kalte Klimate, die Schwierigkeiten in der Thermoregulation beim Schwein bereiteten, so entwickelt sich inzwischen weltweit die Schweineproduktion in Regionen, wo hohe Temperaturen den kritischen Faktor darstellen. Gerade auch in südeuropäischen Ländern wie Italien, Spanien, Portugal oder Rumänien kann dies beobachtet werden. Schweineproduktion spielt sich zunehmend in immer größeren Einheiten ab. Wenn die Erhöhung der Bestandsgrößen nicht mit einer Erhöhung der Managementqualität einhergeht, kann dies dazu führen, dass

gesundheitliche Probleme entstehen, Haltung und Fütterung aufgrund kostenorientiertem Design suboptimal sind und das Farmpersonal sich nicht mehr individuell um die Tiere kümmern kann. In der Konsequenz müssen Schweinezüchter – um langfristig am Markt bestehen zu können – eine Vielfalt von oft suboptimalen Umwelten berücksichtigen, in denen dennoch von den Schweinen optimale Leistungsfähigkeit erwartet wird. Dies lenkt die Aufmerksamkeit mehr und mehr auf Merkmale, die mit der Fitness und Vitalität in Beziehung stehen. Die Zuchtziele und Selektionsstrategien eines international operierenden Zuchtunternehmens wie PIC folgen diesen neuen Ansprüchen. Robustheit als Zuchtziel Als “robust” gelten Schweine, die ohne Probleme ein hohes Leistungspotential in einer Vielfalt von Umwelten realisieren. D. h. für die praktische Schweinezucht: Wie züchten wir Schweine, die unempfindlich gegenüber externen Stressfaktoren sind und gleichzeitig hohe Leistungen erbringen. Hierbei stellt sich die Frage, ob es einerseits ökonomisch sinnvoll und andererseits überhaupt genetisch möglich ist, robuste Schweine zu züchten. Setzt man z. B. drei neue Merkmale (Überlebensrate der Ferkel bis zum Absetzen (%), Überlebensrate der Mastschweine (%) und Anzahl Würfe je Sau), die in den letzten drei Jahren in die Zuchtziele des PIC-Zuchtprogramms integriert wurden und die in engem Zusammenhang mit Robustheit stehen, in ökonomische Kalkulationen ein, so wird schnell klar, dass die Wirtschaftlichkeit der Schweineproduktion durch Verbesserung

dieser drei Robustheitsmerkmale in einer ähnlichen Rate verbessert werden kann wie durch den Zuchtfortschritt in konventionellen Produktionsmerkmalen, wie Anzahl abgesetzter Ferkel, Würfe pro Sau und Jahr, Tageszunahme, Futteraufnahme und Fleischanteil. Es ist daher wirtschaftlich äußerst interessant, robuste Schweine zu züchten. Es bleibt die Frage offen, ob es genetisch möglich ist, auf Robustheit zu züchten. Zucht auf Robustheit Nutzbare Merkmale als Indikatoren für die Überlebensrate der Ferkel bis zum Absetzen sind Totgeburtenrate, Verluste bis zum Absetzen, individuelles Geburtsgewicht, Krankheitsresistenz, Milchleistung und Mütterlichkeit. Für die Überlebensrate der Mastschweine lassen sich Verluste, Krankheitsresistenz und Hitzetoleranz nutzen. Die Anzahl von Würfen je Sau wird beeinflusst durch die Wurfnummer bei Abgang aus dem Bestand, Remontierungsrate, Krankheitsresistenz, Hitzetoleranz, Fundamentund Gesäugequalität. Viele dieser Merkmale stehen in hoher Beziehung zu den drei Robustheits-Zuchtzielen, aber die meisten sind nur sehr gering erblich (in der Regel weniger als 10%), schwer messbar und sehr stark durch die Produktionsumwelt beeinflusst. Es macht daher Sinn, diese Merkmale in der kommerziellen Umwelt auf der Kundenebene eines Zuchtunternehmens zu erfassen und nicht unbedingt in der kontrollierten Umwelt eines Nukleusbetriebes mit hohem Gesundheitsstatus und aufwändigem Management. Diese Daten aus der Kundenebene können hervorragend in einem Zuchtprogramm eingesetzt werden, aber nur unter der Voraussetzung, dass von den Tieren die Abstammung verlässlich bekannt ist und sie genetisch direkt mit der Nukleusstufe in Verbindung stehen. D. h., es bedarf hohen züchterischen und organisatorischen Aufwandes, um mit dem Sperma von Nukleus-Ebern kommerzielle Schweine zu produzieren. D. h. aber auch, dass es grundsätzlich möglich ist, robuste Schweine zu züchten, aber es erfordert sehr viele Datensätze von einer Vielzahl von Tieren und einen immens hohen organisatorischen Aufwand, der nicht von jeder Zuchtorganisation zukünftig zu leisten sein wird. Marker gestützte Selektion Situationen, in denen, wie oben geschildert, die Erfassung bzw. Messung des Merkmals Schwierigkeiten bereitet, stellen den klassischen Fall für den Einsatz von genetischen

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2/2005 DNA-Markern dar: Wenn einmal die Beziehung zwischen einem Selektionsmerkmal und einem Marker-Genotyp in einer Population quantifiziert worden ist, so kann der Marker-Genotyp der Folgegenerationen einfach mit Hilfe eines Labortests festgestellt werden und als Selektionskriterium genutzt werden. Dies ist möglich: In einem sehr frühen Alter (die Lebensleistung einer Sau kann lange vor ihrem letzten Wurf bestimmt werden), unabhängig von Umweltbedingungen (Krankheitsresistenz kann prognostiziert werden, ohne die Schweine mit Infektionen zu belasten) und es macht den gesamten Prozess schneller und weniger kompliziert. Marker gestützte Selektion erfordert drei Voraussetzungen: Erstens: Die Beziehung zwischen Marker-Genotyp und Zuchtwertmerkmal muss sehr genau quantifiziert werden. Dies erfordert die Erfassung von vielen Daten über verschiedene Umwelten und eine gute statistische Analyse. Zweitens: Ein einzelner Marker ist in der Regel nur für einen kleinen Teil der Variation verantwortlich, d. h., es werden mehrere Marker in Kombination benötigt. Drittens: Die Beziehung zwischen Marker und Merkmal muss regelmäßig überprüft werden. Marker mit Vorteilen im jeweiligen Merkmal werden durch Selektion langfristig fixiert und verlieren ihren Informationswert, d. h., neue Marker müssen kontinuierlich entwickelt werden. Daher investiert PIC kontinuierlich in die Molekularbiologie zur Identifikation neuer Marker. DNA-Marker für Krankheitsresistenz sind schon heute verfügbar. PIC hat bereits 1997 einen Marker für Coli-Absetzdurchfall und Ödemkrankheit, verursacht durch E. coli F18, kommerziell implementiert. Die wissenschaftliche Bezeichnung für diesen molekulargenetischen Test, mit

dem anhand einer Blutprobe die Resistenz bzw. die Anfälligkeit gegen das Colibakterium F18 bestimmt werden kann, lautet FUT1 M307. Innerhalb der PIC wird der DNA-Test im Rahmen des PICmarq®-Programms unter DR2 geführt. PIC ist involviert in weitere Projekte, die Gene bzw. Marker für die Resistenz gegen PRRS, PMWS, Haemophilus parasuis und Salmonella choleraesuis identifizieren sollen. In ähnlicher Weise werden derzeit im Fruchtbarkeitsbereich Marker für die Lebensleistung in Zuchtprogramme implementiert. PIC hat bislang drei Marker für die Sauenlebensleistung in die routinemäßige Zuchtwertschätzung ihrer Mutterlinien integriert. Verbesserung der Robustheit: Herausforderungen für die Schweinezucht Die Implementierung der Robustheit in die Zuchtziele eines Zuchtprogramms erfordert einige Voraussetzungen. Zuallererst werden relevante Daten benötigt. Da viele der konventionellen Fitness-Merkmale wie erwähnt - stark durch die jeweilige Produktionsumwelt beeinflusst werden, macht es durchaus Sinn, diese auch dort zu erfassen. Kreuzungstiere sind hierfür die idealen Datenlieferanten, da mit Reinzuchttieren, die in der modernen Schweinezucht nur in der Vorstufe ihre Bedeutung haben, in der Regel nicht kommerziell produziert wird. Nichtsdestotrotz geht es allein darum, mit Hilfe dieser Kreuzungsdaten aus verschiedenen Umwelten Zuchtwerte für Nukleus-Reinzuchttiere zu schätzen, um so die nächste Generation von Nukleussauen und -ebern mit einem höheren genetischen Potential zu selektieren. Dies erfordert den Aufbau von Routinesystemen um a) kommerzielle Nach-

kommen mit Sperma von Nukleus-KB-Ebern auf Kundenebene zu produzieren, b) diese zu identifizieren und die relevanten Merkmale zu erfassen und c) sicherzustellen, dass die Daten zum Zeitpunkt der Selektion der Nukleuskandidaten für die Zuchtwertschätzung zur Verfügung stehen. Der organisatorische Aufwand für ein derartiges Programm kann für ein Unternehmen wie PIC, das sich im internationalen Markt bewegt, essentiell sein. PIC hat 2005 derartige Systeme, die es ermöglichen, Kreuzungsdaten in großer Vielfalt und nicht zuletzt für Merkmale der Robustheit zu nutzen, für Betriebe in den USA und in Europa implementiert. Mehrere tausend Kreuzungssauen und ihre Nachkommen füllen täglich die Datenbasis mit ihren Leistungsdaten aus Ferkelproduktion, Mast und Schlachtung. Diese Daten tragen zur Zuchtwertschätzung der Reinzucht-Nukleustiere signifikant bei und ermöglichen heute eine Definition der Reinzucht-Zuchtziele auf Basis von kommerziellen Daten aus der Kundenebene. Wer meint, Zucht auf Robustheit ließe sich mit wenigen bequemen, einfachen genetischen Tests mit geringem Einsatz der Züchter realisieren, der irrt. Wir beherrschen bereits die einfachen Merkmale, jetzt geht es an die Bearbeitung der schwierigen Merkmale. Nur eine klare Selektionsstrategie und ein integrierter Ansatz stellen langfristig den Erfolg sicher und ermöglichen es, den zukünftigen Herausforderungen der Schweineproduktion gerecht zu werden. (HLO)

Jetzt deutschlandweiter Top-Genetik-Test der PIC-Piétrain-KB-Eber Die PIC bietet seit ca. 5 Jahren reinerbige Piétrain-Eber aus den PIC-Ebervermehrungsbetrieben Wulkow (Brandenburg), Süderdeich (Scheswig-Holstein) sowie seit August 2004 aus drei Piétrainzuchtbetrieben der PIC-SHZ-Züchtergruppe an. Mittlerweile stehen deutschlandweit 255 reinerbige PIC-Piétraineber auf 14 verschiedenen KB-Stationen und die Nachfrage steigt laufend. Als zusätzlichen Service für eine sichere Schlachtschweineproduktion baut die PIC gemeinsam mit den KBStationen GFS Genossenschaft zur Förderung der Schweinehaltung eG, NOS Schweinebesamungs GmbH, SBN Schweinebesamung Niedersachsen GmbH, Schweinebesamungsstation Weser-Ems e. V. sowie den PIC-eigenen KB-Stationen die Nachkommenprüfung der PIC-Piétrain-Endstufenebern im Feld weiter aus. Warum Nachkommenprüfung? Die Auswahl der Eber für die KB-Stationen erfolgt aufgrund ihrer BLUP-Zuchtwerte sowie des äußeren Erscheinungsbildes. Der BLUP-Zuchtwert ist ein

Schätzwert des Genotyps des Ebers, so dass eine Voraussage über die Leistungen seiner Nachkommen möglich ist. Dieser Zuchtwert beruht jedoch nur auf Informationen innerhalb der Piétrain-

Reinzuchtpopulation, also die Eigenleistung des Ebers sowie die Leistungen der Eltern, Voll- und Halbgeschwister. Die Voraussage über die Leistungen der Nachkommen in der Mast und über die Ergebnisse am Schlachthof bleibt mit einer gewissen Ungenauigkeit behaftet. Aus diesem Grund wurde vor ca. 15 Jahren das erste Top-Genetik-Prüfprogramm entwickelt. Durch die laufende Technisierung und Automatisierung ist es heute möglich, die täglich anfallende Datenflut der Fruchtbarkeitsleistungen und Schlachtergebnisse zu bewältigen und daraus die umfassende Top-GenetikSelektion der KB-Eber abzuleiten.

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PIC-SPIEGEL

Ablauf der Nachkommenprüfung im Feld Mit dem Sperma der Prüfeber werden mindestens 15 verschiedene Sauen belegt, damit eine Anzahl von 70 bis 150 Schlachtschweinen je Prüfeber am Schlachtband ankommt. Bei dem Einsatz von Prüfsperma ist besonders wichtig, dass exakt nur das Sperma eines Ebers pro Sau eingesetzt wird. Vor dem Versetzen der Ferkel erfolgt die Kennzeichnung der Ferkel mittels Tätowierung, Ohrmarken oder elektronischen Transpondern, so dass eine eindeutige Zuordnung des Ferkels zu den Eltern gesichert ist. Auch die detaillierte Erfassung von Erbdefekten ist wichtig, um auffällige Eber gegebenenfalls sofort zu merzen. Mit ca. 25 - 30 kg startet die Phase der Mastprüfung, die einer praxisüblichen Mast mit hohen Tageszunahmen von etwa 800 g entspricht. Mit einem Alter von 180 bis 200

Tagen werden die Masttiere geschlachtet und nach AutoFOM oder FOM klassifiziert. Die eindeutige Zuordnung des Schlachtschweins erfolgt entweder durch eine automatische elektronische Erfassung der Transponder am Schlachtband oder einer Person, die die Tätowierungen oder Ohrmarken der Schlachttiere einzeln abliest. Die Schlachtinformationen werden anschließend in die PICtraqTM-Datenbank übertragen und mit den Informationen der Belegung und Würfe eindeutig verknüpft. Top-Genetik-Zuchtwertschätzung Für die Berechnung des Gesamtzuchtwertes werden die einzelnen AutoFOM- oder FOM-Merkmale entsprechend der derzeitigen Bezahlung durch die Schlachthöfe ökonomisch gewichtet. Auch das Alter der Tiere am Schlachttag wird berücksichtigt und mit einer entsprechenden Gewichtung versehen, da auch die Mastdurchgänge pro Jahr einen bedeutenden Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit der Schweinemast haben. Nach Berechung der Zuchtwerte erfolgt eine entsprechende Rangierung der Eber nach ihren Zuchtwerten. Nach den bisherigen Erkenntnissen hat es sich als sinnvoll erwiesen, 25 bis 30 % der besten Prüftiere

in die Top-Genetik-Klasse einzuordnen. Zur Einstufung eines Prüfebers in „Top“ oder „Flop“ müssen mindestens 25 Nachkommen bei einem BLUP-Gesamtzuchtwert von mindestens 120 oder 30 Schlachtschweine je Prüfeber bei einem Zuchtwert von 110 vorhanden sein. KB-Eber, die einen BLUP-Gesamtzuchtwert von unter 90 bei mindestens 30 Nachkommen erhalten, werden gemerzt. Entscheidend für das erfolgreiche Top-Genetik-Programm ist, dass die Eber, die bereits Top-Genetik getestet sind, später eine erneute Prüfung durchlaufen, mit der jeweiligen KB-Generation verglichen werden und gegebenenfalls auch aus der Stufe Top herausfallen. Zusätzlicher Kreuzungszuchtwert Das genetische Potential eines PiétrainEbers wird mittels der Leistungen der Kreuzungsnachkommen in der Mast sowie der Schlachtergebnisse geschätzt. Die reinen Naturaldaten der AutoFOM- bzw. FOMKlassifizierung sowie die Nettolebenstagszunahmen werden neben der Top-GenetikSelektion der KB-Eber auch für die Berechnung des PIC-Kreuzungszuchtwertes genutzt. Für die Selektion der PIC-PiétrainSauen und -Eber in den Nukleus- und Vermehrungsbetrieben steht somit neben den Eigen- und Verwandtenleistungen ein weiteres Bewertungskriterium zur Verfügung. Dieser aus Daten von kommerziellen Mastbetrieben gewonnene Schätzwert verspricht eine noch höhere Sicherheit in der Einschätzung der Leistungserwartungen als allein durch Reinzuchtdaten. Durch Anwendung komplexer ZuchtwertschätzVerfahren ist es der PIC möglich einen Piétrain-Eber zu züchten, der den Ansprüchen eines modernen Mastschweins gerecht wird. Die KB-Stationen, die Sperma von PICEbern vertreiben, bieten also in Zukunft mehr und mehr TopGenetik–getestete PIC-Piétrain-KB-Eber an. Somit erhalten die Ferkelerzeuger und Mäster eine zusätzliche Qualitätsabsicherung hinsichtlich der PIC-Endstufeneber, die deutschlandweit auf KB-Stationen im Einsatz sind. (KK)

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Qualitätssper ma aus Westfalen: VETERINÄRECKE

“Herringer Heide” in Produktion

Wie wir in der letzten Ausgabe des PIC-Spiegels berichteten, wurde Ende Juni die neue PIC-GFS-Kooperationsstation “Herringer Heide” bestückt und startete Anfang Juli die Spermaproduktion und -auslieferung. PIC-Vor- und EndstufenGenetik steht damit in hoher Qualität PIC-Nukleusbetrieben- und -Vermehrern sowie -Eigenbestandsvermehrern und -Kunden in ganz Deutschland zur Verfügung. In der modernen neuen Eberstation wird unter Einsatz von neuen Technologien und strengsten Qualitätskontrollen sowie unter Einhaltung des PIC-Gesundheitsprogrammes nach modernsten und sichersten Gesichtspunkten produziert. Die künstliche Besamung beim Schwein setzt sich immer mehr durch. Viele Betriebe arbeiten schon mit 100 %-KB-Anteil. Neue Technologien und die Verbesserungen der bestehenden Techniken sowie eine ständige Überwachung der Ebergesundheit sorgen für einen sicheren und effizienten Einsatz von Sperma. Die hohen Anforderungen an Ebergesundheit, Spermagewinnung, -verarbeitung und –kontrolle vereinigen sich in den PIC-KBRichtlinien und dem bewährten Qualitätsmanagement der GFS. Diese Richtlinien enthalten Festlegungen hinsichtlich Biosecurity, laufender Gesundheitsüberwachung der Eber, Blut- und Spermauntersuchungen, Spermagewinnung, Spermaverarbeitung, Spermakontrolle sowie der Nachkontrollen. • Biosecurity: Die regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung des “PIC-1000Punkte-Programms Lage und Farm” sowie die ständige Kontrolle möglicher Infektionsrisiken erfolgt durch den PICRegionaltierarzt. Es dürfen nur Eber aus PIC-Ebervermehrungsbetrieben, die alle PRRS-negativ sind, über eine Quarantäne in die Station eingestallt werden. Die Durchführung der Quarantäne erfolgt nach EU-Richtlinien und PIC-Anforderungen. • Monitoring der Eber: Für die Eingliederung der Eber über eine Quarantäne in die Station gelten regionale, nationale und EU-Richtlinien sowie das PIC-PRRSMonitoringsystem. Regelmäßig werden die Eber durch den Stations- und PICRegionaltierarzt untersucht. Die tägliche Gesundheitskontrolle der Eber führen die Stallmitarbeiter durch. Dazu gehört in Absprache mit dem Stationstierarzt auch die tägliche Messung und Dokumentation der Körpertemperatur der abzusamenden Eber. Bei erhöhter Temperatur wird das Sperma zurückgestellt, die Eber nachkontrolliert und aufgrund der Ergebnisse durch den Stationstierarzt freigegeben oder verworfen.

• Blut-und Spermauntersuchung: Im 14-tägigen Wechsel werden 15 Eber auf Aujetzkysche Krankheit, Europäische Schweinepest, Brucellose, Leptospirose und PRRS (ELISA- und PCR-Test) über Blutproben bzw. 15 Spermaproben auf PRRS (PCR-Test) untersucht. Das Untersuchungsintervall wurde entsprechend eng gewählt, um eine PRRS-Infektion unverzüglich erkennen zu können. Untersuchungen aus den USA haben gezeigt, dass nach einer Infektion mit PRRS die Ausscheidung von PRRS-Viren über das Sperma im Mittel bis zu 35 Tage nach der Infektion erfolgen kann. • Samenentnahme: In der Besamungsstation “Herringer Heide” hat die GFS erstmals ein neuartiges System zur Spermagewinnung installiert. Es handelt sich dabei um das halbautomatische Spermaauffangverfahren “Collectis®” der Firma GeneDiffusion. Mit der neuen Technik kann der Personalaufwand bei gleichzeitiger Verbesserung der Arbeitsqualität und Optimierung der Hygiene reduziert werden.

Bei diesem System ersetzt eine kleine künstliche Vagina, in welche die Penisspitze eingeführt wird, die übliche Handmethode. Diese künstliche Vagina wird beweglich am Phantom fixiert. Sie kann sehr fein mit Luftdruck gesteuert und so der physiologische Deckakt entsprechend simuliert werden. Die Vagina wird für jeden Absamvorgang mit einer Plastikhülle für den Einmalgebrauch ausgekleidet. Das gewonnene Sperma fließt durch das Einwegmaterial in einen Plastikbeutel

und wird dabei gleichzeitig gefiltert. Das Auffangen des Spermas erfolgt in einem geschlossenen System nahezu ohne Kontakt mit der Stallluft. Der Absamtechniker steht während des Absamvorgangs in einer Grube ähnlich der in einem Melkstand für Kühe. Durch die Automatisierung können von einer Person zwei Eber gleichzeitig abgesamt werden. • Spermaverarbeitung: Sperma muss hinsichtlich Quantität und Qualität beurteilt werden. Dies erfolgt für das in “Herringer Heide” gewonnene Sperma im separaten PIC-Labor der GFS in Ascheberg. Dazu wird das Sperma nach der Entnahme vorverdünnt und zur weiteren Verarbeitung und Kontrolle nach Ascheberg gebracht. Dort wird es nach strengen Hygieneanforderungen und bewährten Qualitätskriterien untersucht und verarbeitet. Die Station “Herringer Heide” und das PIC-Labor sind in das GFS-Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001 integriert. Viele Untersuchungen haben sich mit den Zusammenhängen von Motilität, Morphologie und Überlebensrate der Spermien mit wirtschaftlichen Parametern wie Abferkelrate und Wurfgröße beschäftigt. Die Aussagen dazu sind sehr widersprüchlich. Dies lässt sich damit erklären, dass die Befruchtung aus einer Vielzahl biochemischer und physiologischer Prozesse besteht. Neue Technologien, die momentan nur im wissenschaftlichen Bereich, aber noch nicht in der Praxis eingesetzt werden, beschäftigen sich mit diesen Prozessen und versuchen so, die Befruchtungsleistung von einzelnen Ebern und Ejakulaten zu untersuchen, zu bestimmen und zu verbessern. Die Spermakontrolle beginnt mit der Beurteilung des Nativspermas, einer Motilitätsprüfung vor und nach Verdünnung sowie der Erfassung der Qualität und Quantität der beweglichen Spermien und Kontrolle der Morphologie der Spermien. Neben den üblichen Methoden der Motilitätsschätzung mit dem Mikroskop und Bestimmung der Konzentration mittels Photometrie werden computerge-

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PIC-SPIEGEL stützte Qualitätsuntersuchungsmethoden zur Motilitäts- und Konzentrationsbeurteilung und -bewertung eingesetzt. Ein System zur Motilitätsanalyse wie SpermVision®, das bei der GFS eingesetzt wird, erfasst den exakten Anteil beweglicher Spermien, die Bewegungsformen der Spermien, die Fortbewegungsgeschwindigkeit der Spermien und die Spermienkonzentration. Durch die computergestützte Analyse wird die subjektive Schätzung durch eine weitgehend objektive Messmethode ersetzt. Ein weiteres computergestütztes System ist der NukleoCounter®, der die Spermienkonzentration bei Nativ- und verdünntem Sperma erfassen kann. Hierbei wird das Sperma verdünnt, die Zellmembranen zerstört und der Zellkern angefärbt. Die gefärbten Zellkerne werden während des Durchflusses durch eine Messkammer gezählt. Es handelt sich hierbei um ein sehr genaues und sicheres Verfahren, das in der Handhabung einfach und schnell ist. Weitere Methoden und Messgeräte zur Verbesserung der Beurteilung und Prognose der Befruchtungsfähigkeit einzelner Eber und Ejakulate sind vorhanden, werden jedoch momentan aufgrund der noch nicht praxisreifen Handhabung der Probenaufbereitung und Untersuchung sowie des Gerätepreises nur für wissenschaftliche Zwecke eingesetzt.

untersucht. Bis zum Versand lagern die Spermatuben bei 15° - 18° C.

steht unseren Kunden ein Datenlogger zur Verfügung, der routinemäßig oder bei Verdacht eingesetzt werden kann. Es handelt sich dabei um ein Thermometer mit 2 Fühlern, einer für den Außen- und einer für den Innenbereich des Paketes. Die Temperaturen werden alle 40 Sekunden gemessen und in einer Datendatei, die in eine Graphik umgewandelt wird, aufgezeigt.

• Nachuntersuchungen des verdünnten bzw. konfektionierten Spermas: Von allen Ejakulaten werden so genannte Halteproben fünf Tage aufbewahrt und nach 0, 24 bis 48 und 72 bis 96 Stunden auf Motilität kontrolliert. Wöchentlich werden fünf Proben im Labor bakteriologisch untersucht. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen hinsichtlich Motilität und Morphologie werden an einem neutralen Institut durchgeführt. Weiterhin findet monatlich eine Auswertung aller Vorstufeneber hinsichtlich Umrauschrate nach 18 bis 24 Tagen statt, um die Eber entsprechend bewerten zu können.

Mit der neuen KB-Station “Herringer Heide” bieten PIC und GFS allen Kunden hochwertige PIC-Genetik, gesunde Eber, Produktion nach hohen Hygieneanforderungen in Stall- und Laborbereich, bewährte Qualitätskriterien, Einsatz neuer KB-Technologien und umfassenden GFS-Service als Grundlage für eine erfolgreiche Schweineproduktion an. (DKS)

• Transportüberwachung: Zur Temperaturkontrolle auf dem Transport

Mindestanforderung an ein Ejakulat Volumen Dichte Farbe Geruch Temperatur Spermienkonzentration Motilität Bewertung der Agglutination Morphologie (Gesamtzahl normaler Spermien)

mind. 100 ml mind. 0,1 Mio./mm? weiß bis hellgelb keiner 34° C über 100 Mio./ml größer 70 % max. + über 75 %

Mindestanforderungen für verdünntes Sperma • Spermaverarbeitung: Das als besamungstauglich beurteilte Sperma wird entsprechend verdünnt und konfektioniert. Vor der Konfektionierung wird es nochmals stichprobenartig auf Motilität

(Auszug aus den aktuellen Gewährschaftsbedingungen)

Anzahl Spermien je Portion Volumen Motilität Morphologie (Anteil abnormer Spermien)

mind. 2 Mrd. mind. 90 ml über 70 % unter 25 %

PIC-Kundenkonfer enz – Region Ost Es ist zu einer guten Tradition geworden, dass PIC ihre Kunden alljährlich im Herbst zu einer Informationsveranstaltung nach Sparow einlädt. Neues aus dem Hause PIC, aktuelle Managementfragen um die Ferkelerzeugung, Gespräche untereinander und nicht zuletzt die abendliche Kegelrunde bildeten den Rahmen für einen gelungenen Tag. Ein bis auf den letzten Platz gefüllter Saal und eine gute Stimmung der Gäste taten ihr Übriges. Das Wirtschaftsjahr 2004/2005 konnte von den meisten Kundenbetrieben mit einem Leistungsanstieg abgeschlossen werden. 22,84 abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr in MV stehen 23,25 abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr bei den PIC-Ferkelerzeugern gegenüber. Und die in der Ringauswertung des SKBR erzielten Platzierungen zwei bzw. vier bis sieben durch Betriebe mit PIC-Genetik sprechen für die hohe Leistungsfähigkeit der PIC-Sau. Die weitere Erhöhung des Leistungspotentials bei den Muttertieren und immer bessere Voraussetzungen, dieses abzurufen, zog sich durch alle Vorträge. Es ist gut zu wissen, dass die Zuchtarbeit

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bei PIC auf die Anforderungen der Kunden ausgerichtet ist. Mütterlichkeit und Senkung der Ferkelverluste sind Brennpunkte im Abferkelstall, denn wem nützt eine Erhöhung der geborenen Ferkel, wenn sie anschließend wieder eingebüßt wird. Daran wird genauso gearbeitet wie an einer weiteren Stabilisierung des Balanceaktes von Fleischfülle und Fruchtbarkeit. Durch die Präsentation des Vermehrungsbetriebes Osterwohle wurde deutlich, dass der Leistungsvorsprung bei den Jungsauenerzeugern größer geworden ist und für die nachfolgenden Ferkelerzeuger gute Voraussetzungen beste-

hen, eine weitere Leistungssteigerung auch in ihren Beständen zu realisieren. Höhepunkt der Veranstaltung war zweifellos der Vortrag des niederländischen Tierarztes Dr. Kees Scheepens zu Aspekten der Tierbeobachtung. Bei dem erreichten Leistungsstand wird es immer wichtiger, auch an den kleinen Schrauben zu drehen, wenn es um Verbesserung der Umwelt- und Lebensbedingungen der Schweine geht. Aktuelle Fragen der Gesundheitsüberwachung bei PIC und neue Ergebnisse der Leistungs- und Zuchtwertprüfung von PICGenetik rundeten die Veranstaltung ab. Es wurde deutlich, dass PIC ein guter Partner der Ferkelerzeuger ist, wenn es darum geht, eine gesunde und produktive Sau zu bekommen, die solche Nachkommen bringt, die auch im immer härter werdenden Wettbewerb der Schlachtschweineproduktion bestehen. (DGF)


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4. Auflage der T ierär zte-Meetings in Ostdeutschland Bereits zum 4. Mal fanden jeweils ein Tierärzte-Meeting für den südlichen Raum und eines für den nördlichen Raum Ostdeutschlands statt. Die PIC lud Fachtierärzte für Schweine und Tierärzte aus der Veterinärverwaltung zu zwei Vortragsund Weiterbildungsveranstaltungen ein. Über 130 Tierärzte folgten der Einladung und demonstrierten das große Interesse. Im ersten Vortrag berichtete Dr. Ricarda Steinheuer von Boehringer Ingelheim über erste Erfahrungen bei der erfolgreichen Impfung gegen Ileitis/PIA/PHE. In der Diskussion gab sie den anwesenden Tierärzten Antworten zu den in der Praxis am häufigsten auftretenden Fragen im Zusammenhang mit der Ileitis-Impfung.

sich ständig Informationen über ihre Gesundheit, Wohlbefinden, Ernährung und Leistungsfähigkeit ableiten lassen. Vieles löste den bekannten "Aha-Effekt" aus, denn einige Signale sind uns allen wohl geläufig, doch die richtige Interpretation und entsprechende Managementkonsequenz fehlen dann bisweilen. DVM Andre Pfützner aus Schweinitz stellte die Ergebnisse einer Feldstudie vor, die er in einem Praxisbetrieb in Zusammenarbeit mit der Firma Pfizer zum neuen Antibiotika Naxcel im Vergleich zu einem herkömmlichen Langzeitpenicillin durchführte.

Dr. J. Zabke und Dr. H. Grunert

Dr. R. Steinheuer Anschließend ging Dr. Kees Scheepens in seinem eindrucksvollen Multimedia-Vortrag auf die Signale der Schweine ein, aus denen

Interessierte Zuhörer

Aufgrund von Anfragen aus Tierarztpraxen und Betrieben stellte Dr. Kathrin Siebert noch einmal das sehr erfolgreiche Monitoring- und Diagnostikprogramm in den Zuchtbetrieben der PIC vor. Einen Schwerpunkt bildeten die Erfahrungen bei der praktischen Umsetzung des PIC-Diagnostikprogramms und die sich daraus ergebenen Empfehlungen für die Tierarztpraxen. Besonders die Ergebnisse von Beprobungen in Abhängigkeit von Untersuchungsinstituten wurden diskutiert. Einen Überblick über die aus Sicht der PIC weltweit renommierten Labors wurde den Anwesenden gegeben. Genetik in Verbindung mit einem hohen Gesundheitsstatus ist inzwischen Standard aller PIC-Produkte. Für Neubestückungen

und Repopulierungen von Betrieben sind sie Grundvoraussetzung. Aber auch in laufenden Betrieben werden Sanierungsprogramme auf bestimmte Erreger durchgeführt, so dass bei der sich daran anschließenden laufenden Remontierung und Zuführung von Genetik dies berücksichtigt werden muss.

DVM A. Pfützner

DVM W. Kriegler, Dr. K. Scheepens und M. Strauß in angeregter Diskussion über "Schweinesignale". Von einem Beispiel einer erfolgreichen Sanierung von Mycoplasma hyopneumoniae und dem PRRS-Virus mit partieller Depopulation berichteten Dr. Jürgen Zabke, Regionaltierarzt der PIC, und DVM Wolfgang Kriegler, Betreuungstierarzt aus Wiesenburg. Mit dieser erfolgreichen Sanierung knüpften sie an eine Reihe anderer Sanierungsbeispiele der Vergangenheit an. Sie zeigten aber auch ganz klar, dass jedes Konzept auf die spezifischen Bedingungen eines jeden Betriebes angepasst werden muss. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Tierärzten sowie die Bereitschaft, die festgelegten Maßnahmen konsequent umzusetzen, sind die Grundvoraussetzungen für den Erfolg der Maßnahmen. Bei einem gemeinsamen Abendessen und mit interessanten Gesprächen klangen die Tierärzte-Konferenzen aus. Die Veranstaltungen wurden zudem von der Akademie für tierärztliche Fortbildung (ATF) der Bundestierärztekammer e. V. als Fortbildungsmaßnahme anerkannt. (MST)

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PIC-SPIEGEL

Eber aus Aur ora – Hochleistungsgenetik aus dem Genetischen Nukleus Im Jahre 1997 hat die PIC ihre Zuchtstruktur grundlegend reformiert, um den wachsenden Ansprüchen an neue Merkmale und neue Technologien, wie z.B. computergesteuerte Abruffutterstationen oder ALOKA-Geräte zur Messung von Rückenspeck- und Muskeldicke, gerecht zu werden. Dabei wurde die sehr kostenintensive Leistungsprüfung von Ebern und Sauen auf wenige so genannte Genetische Nukleusbetriebe konzentriert. Derzeit sind dies die Betriebe Cazals in Frankreich (2.500 Sauen), Blue Grass, Kentucky, USA (1.750 Sauen) und Aurora, Saskatchewan, Kanada (2.500 Sauen). War es 1997 noch der Nukleusbetrieb Cazals, der der PIC Deutschland die Nukleuseber zur Verfügung stellte, so ist es aus Gründen der Risikoabsicherung der europäischen PIC-Zuchtpyramide seit 2002 der Betrieb Aurora. Dort werden die Leistungsprüfungen für die deutschen Nukleuseber, die über drei KB-Stationen im Nukleus-, Vermehrungs- und Closed-Herd-Bereich eingesetzt werden, durchgeführt. Auch wenn der Test für einen Großteil der eingesetzten Eber nicht mehr in Deutschland durchgeführt wird, so hat selbstverständlich die PIC Deutschland nach wie vor die Verantwortung für die Selektion der richtigen Reinzuchteber nach einem speziellen Deutschland-Index, der die ökonomisch wichtigen Merkmalen den deutschen Marktanforderungen entsprechend berücksichtigt.

Alle drei Monate, also vier Mal pro Jahr, werden Reinzuchteber verschiedener Linien aus Kanada nach Deutschland importiert. Bis sie in Deutschland in den KB-Einsatz gehen, haben sie einiges von der Welt gesehen. Eine eigene Abteilung kümmert sich bei der PIC weltweit um die Organisation und Durchführung derartiger “Genetik-

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Transfers”. Dieser gezielte Austausch von Genetik kann dabei – selbstverständlich unter hohen gesundheitlichen Anforderungen - über Eber, Sauen, Frischsperma, Tiefgefriersperma oder Embryonen erfolgen. Geprüft und selektiert mit ca. 120 kg werden die Eber in Aurora anschließend in einen speziellen LKW verladen, der sie über rund 1000 km durch Kanada nach Toronto zum Flughafen bringt. Der Nukleus Aurora hat eine ausschließlich für den Betrieb eingerichtete LKW-Waschanlage, damit bei den dort üblichen tiefen Temperaturen im Winter eine einwandfreie Desinfektion der Fahrzeuge jederzeit möglich ist. In Toronto erfolgt die Verladung aus dem LKW gruppenweise in bequeme Transportkisten, die mit Sägespänen und Wasserbehältern in Form von Rohren mit Nippeltränken versehen sind. Das Platzangebot ist für die Tiere weitaus größer, als man es menschlichen Passagieren auf internationalen Flügen zumutet. Die Verladung erfolgt in den hinteren Bereich des Frachtflugzeuges der Air Canada. Das ist von Vorteil für die menschlichen Passagiere im vorderen Bereich, da die

Besprühung der Eber mit Duftsprays nur kurzfristig anhält.


2/2005 In Frankfurt werden die Eber dann auf PICFahrzeuge verladen, die sie in jeweils eine der Quarantänen der drei PIC-Besamungsstationen bringen. Der gesamte Transport geht auch an den Tieren nicht ganz spurlos vorbei, wie die Menschen zeigen auch sie einen „Jet-lag“ nach dem Flug.

checks negativ ausgefallen sind, geht es in die Besamungsstation, wo sie dann ihrer eigentlichen Profession nachgehen und genetisch hochwertiges Sperma zur Produktion der nächsten PIC-Generation produzieren. (HLO)

Nachdem sie die Quarantäneperiode durchlaufen haben und alle Gesundheits-

Dann geht es über den Atlantik nach Frankfurt, wo nach der Landung eine speziell hygienisch abgesicherte Quarantäne die Tiere während der Zollabfertigung aufnimmt. Ein professionelles Unternehmen am Flughafen Frankfurt unterstützt die PIC bei der Durchführung der Zollabfertigung und den notwendigen veterinärmedizinischen Kontrollen. In der Regel werden die Importe für Deutschland kombiniert mit Importen für die PIC in Dänemark und Polen, da auch für diese Länder der Importflughafen Frankfurt ist.

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PIC-SPIEGEL Das passt: Genetik, Gesundheit, Management ... dann klappt es auch unter schwieriger en Bedingungen “Mit einem neuen Bestand 23 Ferkel zu schaffen, wäre schon sehr gut,” dämpfte der erfahrene Betriebsleiter Eberhard Tschiersch die Erwartungen. Als es dann 24 abgesetzte Ferkel wurden, urteilte er, nun sei aber wohl das Mögliche erreicht. Inzwischen sind es im Jahresrückblick 25,0 und die letzte Halbjahresauswertung weist 25,4 abgesetzte Ferkel je Sau und Jahr aus. Aber der Reihe nach … Seit gut fünf Jahren engagiert sich Familie Meyerholz aus Achim bei Bremen nun schon im brandenburgischen Rhinow. War es bis Ende 2003 noch Meyerholz senior, so ist es seit 2004 Hendrik Meyerholz, der die 400er-Sauenanlage gekauft hat. Drei Landwirte, unter ihnen Joost Meyerholz, und ein Viehhändler hatten 2000 die Anlage von der Agrargenossenschaft Rhinow gepachtet und mit dem damaligen Personal betrieben. “Aber wenn es sozusagen vier Chefs gibt, die auch noch 350 km weit entfernt sind, kannst du keinen Sauenbetrieb effektiv bewirtschaften”, stellt Meyerholz junior

heute im Rückblick fest. So sagten sich die drei Betreiber dann Mitte 2003 “weg mit Schaden”. Wenn es für Hendrik Meyerholz zu diesem Zeitpunkt absehbar gewesen wäre, dass er – wie geplant mit einem Schulfreund – einen Sauenbetrieb neu “auf die grüne Wiese” bauen kann, dann wär’s dann wohl auch in Rhinow endgültig zu Ende gewesen. Aber die Schwierigkeiten, die entsprechenden Genehmigungen zu erlangen, führten letztendlich zum Kauf der Anlage in Rhinow mit dem Ziel, eine Repopulation durchzuführen und den Betrieb selbst zu bewirtschaften.

Gefüttert wird im Warteststall “halbautomatisch”.

Hendrik Meyerholz und Wolfgang Rietz sind sehr zufrieden mit ihrem gummibereiften holländischen Futterwagen.

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Repopulation mit gesunder Genetik Im Zuge der Planungen der Repopulation kam es Ende 2003 zu ersten Kontakten mit der PIC Deutschland, denn aus den bisherigen Erfahrungen war Meyerholz klar, dass er den neuen Bestand gesund aufbauen muss. Und für einen hervorragenden Gesundheitsstatus ist die PIC hinlänglich bekannt. Unter Einbindung des betreuenden Tierarztes konnten bei zwei Schlachthofchekks, bei denen negativ selektierte Jungsauen aus dem vorgesehenen Lieferbetrieb Osterwohle begutachtet wurden, die entsprechenden Nachweise erbracht werden. Ein abschließender Besuch im Lieferbetrieb rundete das positive Bild ab. Den Start erleichtert hat sicherlich, dass die Gebäude während des Geschäftsüberganges auf die neue Meyerholz GbR nahezu ein ganzes Jahr leer standen. Während

dieser Zeit machten sich die Mitarbeiter daran, die Ställe grundlegend zu säubern, erst mit dem Hochdruckreiniger, dann mit Natronlauge und noch mal mit dem Hochdruckreiniger. Abschließend erfolgte eine Desinfektion mit einem Mittel basierend auf Wasserstoffsuperoxid und Peressigsäure. Die Futtersilos wurden “ausgekocht”. So war für den Einzug der ersten 40 PRRSund EP-negativen PIC-Jungsauen aus Osterwohle sowie der Piétrain-Eber aus dem Genetischen Nukleus Cazals in Frankreich alles bereitet. Hervorragendes Management und Engagement der Mitarbeiter Doch allein mit der gesunden Genetik ist es nicht getan. Das weiß auch der 27-jährige Hendrik Meyerholz. Er schwört auf seine engagierten Mitarbeiter: “Für die lege ich meine Hand ins Feuer, auf die kann ich mich voll und ganz verlassen!” Darauf baut er, ansonsten könnte er es sich nicht erlauben, nur ca. zehn Tage im Monat vor Ort zu sein. So ist er auch in den Ackerbau- und Schweinemast-Betrieb mit 120 ha und 1.300 Mastplätzen, die derzeit um 900 Plätze aufgestockt werden, auf dem heimatlichen Standort in Achim eingebunden. Er selbst kümmert sich in Rhinow um vieles, was außerhalb der täglichen Routine liegt. Gerade bauliche Verbesserungen nimmt er gern selbst in Angriff und davon gibt es einige in der nun doch älteren Anlage. Meyerholz hat vor dem Start einige Investitionen durchgeführt, eine vollständige “Entkernung” sollte es aber nicht werden, so dass mit knapp 900 Euro je Stallplatz noch nicht mal ein Drittel von der für einen Neubau benötigten Investitionssumme eingesetzt wurde. Der größte Ausgabenpunkt war dabei der neue Güllebehälter inklusive Abdeckung, hinzu kamen eine zweite Futterkette und eine neue Lüftung im Flatdeck, der Umbau der Wasserversorgung in der Abferkelung sowie ein Hoftrac und ein Futterwagen für das Eroscenter und den NTBereich. An diesen beiden letztgenannten Arbeitsgeräten lässt sich schon erkennen, dass in Rhinow noch vieles per Hand erledigt wird. Der Hoftrac muss sämtliche Entmistungsarbeiten ausführen. Von den 1.400 Flatdeckplätzen sind 400 in Hütten ausgelagert und die 260 Plätze im Wartestall sind ebenfalls mit Stroh eingestreut. Der Futterwagen mit Förderschnecke ist eine individuelle Anfertigung aus Holland, mit diesem werden die Sauen im Eroscenter und im Wartebereich gefüttert. So haben die zwei Vollzeitkräfte und die eine Halbtagskraft (der Hauptverantwortliche vor Ort Eberhard


2/2005 Tschiersch sowie die Angestellten Wolfgang Rietz und dessen Ehefrau Silvia) alle Hände voll zu tun, zumal auch die Altgebäude nicht immer eine optimale Arbeitswirtschaftlichkeit zulassen. Ein Beispiel ist der scherzhaft genannte “Renate-Künast-Stall”, denn die ehemalige Verbraucherschutzministerin hätte sicherlich ihre helle Freude an dieser Form der Aufstallung gehabt: Die Sau läuft frei, die Ferkel haben ihr “ummauertes Häuschen” und das Ganze auf Stroh. Straffe Organisation Durch die Beratung des PIC-Produktionsberaters Volkmar Nöckel glückte der Start in eine gut organisierte Ferkelproduktion auf Anhieb. Auf dieses Serviceangebot der PIC hatte Meyerholz besonderen Wert gelegt, da er – von Haus aus Mäster – sichergehen wollte, von Beginn an alles richtig zu machen. Kleine Kniffe helfen die Zahl der abgesetzten Ferkel zu sichern. So werden z. B. in den ersten drei Tagen nach der Abferkelung die Ferkel während der Fütterung der Sauen im Ferkelnest eingesperrt, um so die Erdrückungsverluste zu verringern. Um der hohen Ferkelzahl “Herr zu werden”, hat Hendrik Meyerholz zwei Tränkeautomaten angeschafft, an die ältere, gut entwickelte Ferkel (von Jungsauen oder Sauen im zweiten oder dritten Wurf) gesetzt werden. An die dann frei gewordenen Jungsauen kommen die schwächsten Ferkel aus der Abferkelgruppe. Ansonsten passiert nicht viel im Abferkelstall: Außer der üblichen Wurfversorgung mit Nabeldesinfektion, Schwanzkupieren und verhaltenem Schleifen der Eckzähne erhalten die Ferkel lediglich ca. 1 cm3 Dufamox, ein Amoxycillinpräparat, zur

400 der 1.400 Ferkelaufzuchtplätze sind in Hütten.

Vorbeugung von Infektionen, am dritten Lebenstag die übliche Eiseninjektion sowie eine Mycoplasmenimpfung in der ersten Lebenswoche bei der Kastration. Die Belegungen werden zu fast 100 % per KB durchgeführt, zum Einsatz kommt Piétrain-Sperma NP. Die Trächtigkeitskontrolle (28. und 42. Tag nach Belegung) per Scanner wird wie seit Jahren weiterhin durch den VzF-Mitarbeiter Dr. Werner Mösch durchgeführt, der ebenfalls die Leistungsdaten für den Sauenplaner erfasst. Nach zweimalig positivem Ergebnis erfolgt die Umstallung in den Wartestall. Durch die Organisation im 2Wochenrhythmus können alle vierzehn Tage die gesamten 350 bis 400 Mastferkel nach Achim in Niedersachsen geliefert werden. Ein Drittel dieser Ferkel können Meyerholz in ihrem Maststall unterbringen, die übrigen gehen in Mastställe in der Nachbarschaft. Die 26 Ferkel im Blick … Nach der überzeugenden Entwicklung der Ferkelzahlen haben sich Hendrik Meyerholz und seine Mitarbeiter die 26 Ferkel nicht als Ziel festgeschrieben, aber ihre klare Feststellung ist auch: “Nach oben ist alles möglich! Im Moment arbeiten wir daran, unsere Arbeitseffektivität zu verbessern und dadurch auch die Produktionskosten zu verringern.” (BB) Betriebsspiegel Meyerholz GbR, 32219 Rhinow, Brandenburg

Als Mutter im “Renate-Künast-Stall” muss man sich schon etwas den Kopf verrenken, um seinen Nachwuchs im Blick zu behalten...

Sauenbestand

400

Abferkelplätze

99 in 3 Abteilen sowie 16 Plätze im Strohstall

EC-Plätze

177

NT-Plätze

240

Flatdeck-Plätze

“Jetzt sind wir weg von Mama, aber man macht uns das schon etwas leichter mit der leckeren Ferkelmilch!”

Eberhard Tschiersch hat in Rhinow alles im Griff.

Rhinow ist nicht der Betrieb der kurzen Wege... Meyerholz GbR Leistungen in der Ferkelproduktion Zeitraum 01.07.2004 bis 30.06.2005 Umrauschquote, %

07,1

lebend geborene Ferkel/Wurf

11,9

abgesetzte Ferkel/Wurf

10,6

Säugezeit, Tage

27,1

1.400 davon 400 in Außenhütten

Saugferkelverluste, %

12,0

Würfe/Sau u. Jahr

02,36

Anzahl Gruppen

11

lebend geborene Ferkel/Sau u. Jahr

28,2

Gruppengröße

33 bis 40

abgesetzte Ferkel/Sau u. Jahr

25,0

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PIC-SPIEGEL

Ausgezeichnete Ausbildung auf dem PIC-Nukleusbetrieb Podelzig Franziska Pirsch schließt Ausbildung zur Landwirtin als Brandenburgs Beste ab 1998 zogen Rudolf Tiggemann und sein Sohn Frank an den Rand des Oderbruchs nach Sachsendorf auf das Gut Klessin, um dort Ackerbau auf 200 ha sowie Schweinezucht in den Gebäuden einer Sauenanlage für 850 Sauen zu betreiben. Seit 2000 ist die Sauenanlage in Sachsendorf zusammen mit den Aufzuchtställen in Podelzig als “PIC-Nukleusbetrieb Podelzig” in die PIC-Zuchtpyramide integriert. Franziska Pirsch ist von den drei Auszubildenden, die bisher auf Gut Klessin bzw. in der Sauenanlage Podelzig/Sachsendorf ihre Lehre absolviert haben, bereits die zweite, die als landesweit Beste ausgezeichnet wurde.

Franziska Pirsch Schon mit 10 Jahren knüpfte Franziska erste Verbindungen zur Landwirtschaft. Sie half bei einem Bauern und durfte dafür dort ihr Pony unterstellen. Ein paar Jahre später kam ein Pferd hinzu, mit 16 machte sie den Traktorführerschein und half schon ein Jahr vor Beginn ihrer Lehre auf dem Landwirtschaftsbetrieb der Großmutter ihres Freundes in Neulewin. Geradezu logisch, dass sie dort auch ihre ersten beiden Lehrjahre absolvierte. Für das Dritte kam Franziska Pirsch dann nach Podelzig/Sachsendorf. Sie hätte wohl auch für das dritte Ausbildungsjahr in Neulewin bleiben können, aber der Bereich Tierhaltung wäre dann etwas zu kurz gekommen. Und zur Abschlussprüfung wollen die Prüfer ja alles wissen und nicht nur was zum Ackerbau, den Franziska nach den Jahren auf dem Betrieb Daue in Neulewin aus dem Effeff kannte. Den entsprechenden Wink hierzu gab es bei der Zwischenprüfung, hier bescheinigte man ihr in diesem Fachgebiet gerade mal “genügende” Leistungen. Was auch nicht so verwunderlich war, denn die Tierhaltung auf dem 300-Hektar-Betrieb in Neulewin wird doch sehr traditionell gehandhabt. Für die Schweine Kartoffeln mit etwas Milch, ist die bewährte Methode. Und die Theorie kam im Oberstufenzentrum in Seelow aufgrund langer Krankheit des zuständigen Lehrers darüber hinaus auch noch zu kurz. Nach diesem Dämpfer in Sachen Tierhaltung ergriff Franziska die Initiative und sah sich nach einem Ausbildungsbetrieb um, der sie auf diesem Gebiet auf den neuesten Stand brin-

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gen konnte. Bei Tiggemanns war sie da an der richtigen Adresse. Zunächst lernte sie bei Holger Zacher, dem Betriebsleiter für die Aufzucht in Podelzig, alles, was man über die Ferkel- und Jungsauenaufzucht wissen muss. Bei 4.500 Flatdeck- und 5.300 Aufzuchtplätzen gibt es hier genügend Schweine zu betreuen. Daran schloss sich die Ferkelproduktion in der Anlage Sachsendorf mit inzwischen 1.100 Sauen unter der Leitung von Remo Neuhäuser an. Hier gab’s das “volle Programm”: Vom Belegen über Ferkel- und Sauenbetreuung im Abferkelstall, Impfen, Tätowieren und natürlich das Zucht- und Produktionssystem der PIC. Die “Kleine” schlage sich ganz gut, ihr habe man nicht alles zweimal sagen müssen, meint Remo Neuhäuser zurückhaltend, aber große Worte macht hier eh keiner, so dass dies schon ein großes Lob für den zierlichen Blondschopf ist. Franzi, wie sie hier kurz und bündig gerufen wird, gehört dazu. Sie steht ihren “Mann”, genauso wie es ihr nichts ausgemacht hat, unter anfangs 25, am Ende 18 Landwirtschaftsschülern am Oberstufenzentrum das einzige Mädchen zu sein. Und das nächste Ziel hat sie auch schon fest im Visier: Wie ihr Freund will Franziska Pirsch die Meisterschule absolvieren.

Wir wünschen ihr weiterhin viel Erfolg auf dem beruflichen und privaten Lebensweg. Wie hieß es doch in der Überschrift des ganzseitigen Artikels in der Bauernzeitung? “Solche wie Franzi brauchen wir!”, dann brauchen wir uns um qualifizierten Nachwuchs für die Landwirtschaft keine Sorgen machen. (BB)

Bei Remo Neuhäuser, Leiter der Sauenanlage in Sachsendorf, lernte Franziska Pirsch, alles was rund um die Sauenzucht wichtig ist.


2/2005 Professionelle Jungsaueneinglieder ung – der Start in eine erfolgreiche Produktion! Genetik und Gesundheit gehören bei PIC untrennbar zusammen. Denn nur topgesunde Tiere sind in der Lage, ihr genetisches Leistungspotential voll auszuschöpfen. Das weiß auch Kurt. Und deshalb will er seinen von der PIC zugekauften Jungsauen einen optimalen Start ermöglichen. Kurt weiß, dass er sich mit seinen PIC-Jungsauen den aktuellen Zuchtfortschritt in seinen Bestand holt. Deshalb ist es für ihn selbstverständlich, dass er als Profi-Ferkelerzeuger nichts dem Zufall überlassen will. Er nennt die jungen Damen "seine Prinzessinnen" oder auch "Rohdiamanten" und so behandelt er sie auch. Seine Jungsauen danken es ihm mit hoher Fruchtbarkeit und Langlebigkeit. Kurt hält sich bei der Jungsaueneingliederung an einen festen Fahrplan und heute erzählt er uns, was dabei alles zu beachten ist.

Rechtzeitige Planung hilft Kurt sein Jungsauen-Eingliederungsprogramm einzuhalten. Deshalb setzt er sich, wenn seine Jahresliefervereinbarung dem Ende zugeht, mit seinem PIC-Außendienstberater zusammen und legt die ungefähren Termine für die Jungsauenlieferungen in den nächsten zwölf Monaten fest. Für seine Eingliederung rechnet er sechs bis sieben Wochen plus eine Woche Leerzeit für die Quarantäne zum Saubermachen. Somit kann er alle zwei Monate eine Jungsauenlieferung einplanen. Dabei geht er von 35 bis 40 % Remontierung aus, so dass er bei seinen insgesamt 250 Sauen 14 bis 16 Tiere je Gruppe benötigt.

Jeder Stall hat sein eigenes Keimspektrum: In dem einen ist dieser Keim nicht vorhanden, dafür ein anderer. Deshalb möchte Kurt durch die Eingliederung verhindern, dass die unterschiedlichen Erregerniveaus – sowohl das aus seinem Stall als auch das aus dem Aufzuchtstall – seinen Neuankömmlingen und seinen "Alten" Probleme bereiten. Deshalb teilt Kurt die Eingliederung in zwei Phasen: Die Isolierung und die Akklimatisierung. Während der Isolierungszeit haben die "Neuen" keinen Kontakt zum bestehenden Bestand. Während der ersten vier Tage beginnt Kurt mit der Einbindung der Jungsauen in sein betriebsspezifisches Impfprogramm,

das sein Hoftierarzt für ihn zusammengestellt hat. Dazu gehören bei ihm die erste Impfung gegen Parvovirose sowie Impfungen gegen Influenza und PRRS.

Täglich ist Kurt bei seinem "jungen Gemüse". So nennt er sie auch bisweilen, denn es sind ja im Prinzip "pubertierende junge Damen" … Und um junge Damen muss man sich kümmern und eine Beziehung aufbauen. Gleichzeitig kann er sie beobachten und festhalten, wann die Transportrausche und die erste zyklische Rausche eingesetzt haben. Dies notiert er – genauso wie alle Behandlungen - auf der Jungsaueneingliederungskarte, die er von der PIC seit kurzem zu jeder Lieferung geschickt bekommt. Das Quartier ist geräumig mit mind. 1,8 m2 für jedes Tier und einer Extrabucht für die Kontakttiere. Bei Kurt kommen immer sieben bis acht Jungsauen in eine Bucht. Ausreichend Licht, entsprechendes Futter und eine funktionierende Wasserversorgung tragen zum Wohlbefinden der Jungsauen bei. In der vierten Woche ziehen dann einige Läufer - im Verhältnis 3 : 1 – zum "Kennenlernen" dazu. Kurt nimmt gesunde Mastläufer, z. B. Bruchferkel, mit 30 bis 60 kg, denn diese sind im Gegensatz zu Altsauen die "besseren" Erregerausscheider. Denn die Läufer haben im Flatdeck ggf. die üblichen Kinderkrankheiten durchgemacht und werden in der Quaran-

täne auch stallspezifische Erreger ausscheiden. Altsauen hingegen weisen normalerweise eine belastbare und stabile Immunität auf und scheiden weniger Erreger aus.

Am 25. Tag führt Kurt dann die Nachimpfungen für Parvo, PRRS und Influenza durch. Und sicherheitshalber entwurmt er seine Jungsauen ca. vierzehn Tage vor der Umstallung in das Eros-Center.

Nach 40 Tagen ziehen die Jungsauen ins Deckzentrum um. Die Sauen bleiben in der Gruppe und Kurt belegt die meisten Jungsauen per künstlicher Besamung. Dabei steht ein Eber zur Stimulation auf dem Futtergang. Die Jungsauen sind dann zwischen 220 und 240 Tage alt und wiegen 130 bis 140 kg. Nicht alles konnte Kurt Ihnen hier zeigen, aber diese und auch weitere wertvolle Tipps finden Sie in der neuen pic-praxis, die Ihnen Ihr PIC-Außendienstfachberater gerne zeigt oder die Sie in Schleswig bestellen können. (BB)

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PIC-SPIEGEL FUTTERECKE

Fütter ungsgr undlagen für die Aufzucht von Jungsauen

An Zuchtsauen werden zunehmend steigende Anforderungen gestellt. Möglichst 11 abgesetzte Ferkel pro Wurf, 2,45 Würfe pro Sau und Jahr, mindestens eine Lebensleistung von 60 abgesetzten Ferkeln. Niedrige Ausfallquoten der Sauen nach den ersten Würfen, damit ein möglichst großer Anteil in den Bereich der leistungsstärksten Wurfnummer gelangt, sind dafür eine wichtige Voraussetzung wie auch eine optimale Rückenspeckdicke bei der Zuchtbenutzung. Belastbare Fundamente setzen eine ausreichende Mineralisierung der Knochen voraus. Schäden an den Knorpeln und damit einhergehende Lahmheiten können ihre Ursachen in einer unausgewogenen Mineralstoffversorgung der Tiere haben. Neben vielen anderen Einflüssen ist die Bedeutung von Futter und Fütterung insgesamt aber erheblich. Eigenbestandsvermehrer, also PIC-Kunden, die die zur Remontierung benötigten Jungsauen in ihrem eigenen Betrieb vermehren und aufziehen, sollten schon aus eigenem Interesse die entsprechenden Zusammenhänge kennen und berücksichtigen. Aber auch viele Kunden im direkten Jungsauengeschäft wollen wissen, unter welchen Bedingungen PIC-Jungsauen aufgewachsen sind. PIC-Jungsauen werden grundsätzlich restriktiv aufgezogen. Aufgrund des Zuchtfortschrittes in Futtermengenaufnahme und Futterverwertung sowie des hohen Gesundheitsstatus könnten PIC-Jungsauen mühelos über 1.000 g Tageszunahmen realisieren. Für die Fundamententwicklung und somit auch für die spätere Lebensleistung wäre dies aber fatal. In unten stehender Abbildung sehen Sie eine Darstellung der Zusammenhänge zwischen Lebenstagszunahmen und Ausfallrisiko. Erkennbar ist ein höheres Sauenausfallrisiko bei höheren Lebenstagszunahmen während der Aufzucht. Allerdings werden auch gegensätzliche Zusammenhänge deutlich. Einerseits wirken sich hohe Lebenstagszunahmen negativ auf die Lebensleistung von

Sauen aus, andererseits bewirken hohe Lebenstagszunahmen auch eine höhere Rückenspeckentwicklung der Jungsauen, die sich nun ihrerseits positiv auf die Lebensleistung von Sauen auswirkt. Über einen gewissen “Trick” kann aber dieser Widerspruch aufgelöst werden. Die PIC sieht die optimalen Lebenstagszunahmen der für die Mastferkelproduktion benötigten Jungsauen in einem Bereich zwischen ca. 490 und knapp unter 600 g pro Tag. Zur Einschätzung der Lebenstagszunahmen bei der Jungsauenselektion dient das bei der PIC angewandte so genannte “korrigierte Alter”. Das ist das Alter der Jungsauen bei einem theoretischen Gewicht von 90 kg. Es soll zwischen 152 und 185 Tagen liegen.

Gesundes, aber nicht zu schnelles Wachstum im Flatdeck Bereits im Flatdeck sollen die Zuchtferkel nicht ihr genetisches Potential für Tageszunahmen voll ausschöpfen. Auch hier zeigen sich bereits Beinstellungsfehler, die zusätzlich durch z.B. Kunststofffußböden und enge Aufstallung verstärkt werden. Als optimal sehen wir heute im Flatdeck eine Dreiflächenbucht an, wobei ein Drittel mit einer Betonoberfläche (Ferkelspalten oder feste Liegefläche) versehen ist. Der physiologisch notwendige Klauenabrieb wird dadurch unterstützt. Gruppengrößen um 30 Ferkel sorgen für eine ausreichende Bewegungsmöglichkeit. Durch eine optimale Gestaltung der Umweltverhältnisse nach dem Verbringen der Ferkel ins Flatdeck sollen diese zügig aus der empfindlichen Absetzphase herauswachsen, insgesamt sind wir aber mit Tageszunahmen der Zuchtferkel um 400 g im Flatdeck zufrieden. Voraussetzungen für genügend Rückenspeckbildung schaffen, aber restriktiv aufziehen! In der eigentlichen Aufzuchtphase der Jungsauen liegen die Tageszunahmen in einem Bereich um 700 g pro Tag. Erreicht werden diese Tageszunahmen i. d. R. durch die Fütterung am Quertrog mit der Flüssigfütterungsanlage. Der Energiegehalt im Futter liegt trotz der mengenmäßigen Futterzuteilung durch die Flüssigfütterungsanlage zwischen 12,2 und 12,6 MJ ME pro kg Futter. Damit die Jungsauen unter den Bedingungen der rationierten Aufzucht genügende Mengen an Rückenspeck bilden können, werden sie relativ arm mit Aminosäuren versorgt. Das Lysin/Energie-Verhältnis liegt zu Beginn der Aufzucht bei 0,71 zu 1, gegen Ende der Aufzucht bei 0,66 zu 1. Durch dieses Aminosäuren/Energie-Verhältnis wird sichergestellt, dass trotz rationierter Aufzuchtbedingungen die Jungsauen in die Lage versetzt werden, Rückenspeck zu bilden. Bei der Auslieferung der Jungsauen mit ca. 95 bis 100 kg Lebendgewicht liegt die mittlere Rückenspeckdikke bei etwa 12 bis 13 mm. Diese Rückenspeckdicke muss dann natürlich innerhalb der Quarantänisierungs- und Eingliederungsphase noch deutlich erhöht werden. Aber dazu später. Genügend Mineralstoffe für einen gesunden Knochenaufbau Die PIC hat die Erwartung an ihre Jungsauen, dass sie mit vollen Depots an Mineralstoffen ausgeliefert werden. Diese reichli-

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2/2005 che Versorgung mit Mineralstoffen beugt mineralstoffbedingten Problemen während der Aufzucht vor, kann aber auch vorübergehende Mangelsituationen auf dem Kundenbetrieb abpuffern. Gerade bei Jungsauen mit einer sehr hohen Fruchtbarkeit, die oft schon auf dem Niveau von Altsauen liegt, dürfen keine durch die begrenzte Futtermengenaufnahmekapazität während der ersten Säugezeit und damit einhergehenden Demineralisierung der Knochen fundamentbedingten Ausfälle vorprogrammiert werden. Im Jungsauenaufzuchtfutter I (12,6 MJ ME) soll der Calciumgehalt bei 9 g/kg, der Phosphorgehalt bei 7 g/kg Futter liegen. Im Jungsauenaufzuchtfutter II (12,2 MJ ME) wird der Cal-

cium- bzw. Phosphorgehalt dann auf 8,5 g bzw. 6,5 g je kg Futter reduziert. Beim Einsatz von phytasehaltigem Futter (500 U) sind die Brutto-Mineralstoffmengen bis jeweils 0,5 g reduziert bzw. wird auf der Basis von verfügbarem Phosphor gearbeitet. Wir geben den Jungsauenaufzüchtern vor, dass mindestens 1 g Phosphor aus Monocalciumphosphat, d.h. aus der Phosphorquelle mit der höchsten Verfügbarkeit, stammt. Vitaminversorgung nicht unterschätzen Auch der Vitaminversorgung muss die nötige Sorgfalt geschenkt werden. Insbesondere die Biotin-Versorgung ist für eine Sicherstellung der Klauenstabilität essentiell. Min-

destens 200 µg pro kg Futter müssen vorhanden sein. Auch auf Folsäure kann im Jungsauenaufzuchtbereich nicht verzichtet werden. Mit einem einfachen Mastfutter oder einem entsprechend unzureichend ausgestatteten Mineralfutter im Falle eines Eigenmischers ist es deshalb nicht getan. Die Jungsauen sind mit das wichtigste Kapital in Ihrem Bestand. Setzen Sie es deshalb nicht mit Vernachlässigung oder falscher Sparsamkeit aufs “Spiel”. Aktuelle Futterkurven und die PIC-Futteranforderungen finden Sie zum download auf unserer Web-Seite unter www.picdeutschland.de. (DEK)

Neubau für 1.500 Sauen in Westerstede Am 7. und 8. Dezember 2005 gab es die Gelegenheit, einen Neubau für 1.500 Sauen zu besichtigen, bevor nach anschließender gründlicher Reinigung und Desinfektion der Betrieb der Ammerländer Edel-Porc GmbH in der 50. Woche mit den ersten 600 PIC-Jungsauen beliefert wurde. Nach dem Abschluss der Bauplanung und Vergabe der Aufträge hat sich die Familie Klaproth im Frühjahr 2005 auch frühzeitig mit der Wahl der richtigen Genetik beschäftigt. Gemeinsam mit PIC und NFZ Zucht- und Nutzvieh wurden Betriebe besichtigt, ein Serviceprogramm erstellt und die Finanzierungsmöglichkeiten einer solchen Neubestückung besprochen. Mit der überzeugenden Zucht- und Betreuungsarbeit der PIC stand das Zuchtprogramm dann auch frühzeitig fest. Im Anschluss wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Hoftierarzt, dem Tiergesundheitsdienst und PIC-Mitarbeitern der Lieferbetrieb ausgesucht und das Impfprogramm ausgearbeitet.

Stefan Hüning (lks.), PIC-Produktionsberater, und Uli Peschel (rts.), Außendienstberater der NFZ Zucht- und Nutzvieh, gratulieren Familie Klaproth zum neuen Stall.

Die ersten Jungsauen sind eingezogen.

Bis April 2006 wird der Betrieb nun mit PIC-Jungsauen bestückt. Mit wöchentlicher intensiver Produktionsbetreuung durch zwei Mitarbeiter von PIC und NFZ Zucht- und Nutzvieh, dem PigDatenDienst und in enger Zusammenarbeit mit der Veterinärbetreuung werden die hohe Leistungserwartungen abgesichert werden. (RSe)

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PIC-SPIEGEL Impr essum PIC-Spiegel – Kundenzeitschrift der PIC Deutschland GmbH Ratsteich 31 · D-24837 Schleswig Tel.: 0 46 21 / 5 43-0 · Fax: 0 46 21 / 5 43 36 Abonnement kostenlos für Ferkelerzeuger, Mäster und andere Fachleute aus Beratung, Vermarktung und Forschung. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet bei Belegzusendung an die Redaktionsanschrift. Verantwortlich für den Inhalt: Rex A. Clausager; Chefredakteurin: Barbara Berger Gesamtherstellung: Schmidt & Klaunig, Kiel

Konzer ninfor mation Sygen heißt jetzt Genus Das britische Rinderzuchtunternehmen Genus plc hat mit Wirkung vom 2. Dezember 2005 die Übernahme von Sygen International plc (LSE: SNI.L) vollzogen.

Für die direkte Kundenbetreuung werden sich keine Änderungen ergeben. Sie werden weiterhin von ihren bekannten Ansprechpartnern von Genus ABS (Rinder), PIC (Schweine) und SyAqua (Garnelen) betreut.

Genus – das weltweit führende Rinderzuchtunternehmen

Mit dieser Übernahme wird Genus zum weltweit größten Tierzuchtunternehmen mit Marktführerrolle in den Bereichen Rinder, Schweine und Garnelen. Das vorrangige Ziel dieser Akquisition ist es, die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten beider Unternehmen zu bündeln, um so die Möglichkeiten zu verbessern, die Genetik der Zukunft zu entwickeln. Dabei soll den laufend differenzierteren Ansprüchen der Kunden, die durch steigende ökonomische, tierschutz- und umweltschutzrelevante Forderungen bestimmt werden, optimal Rechnung getragen werden. Die Vergrößerung des Gesamtunternehmens soll zu einer Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und des wirtschaftlichen Erfolgs führen.

Genus ist das weltweit führende Rinderzuchtunternehmen. Ein Forschungs- und Entwicklungsprogramm, in das jährlich ca. 9 Mio. £ investiert werden, bildet die Basis für das Zuchtprogramm. Dabei dienen Erkenntnisse aus den Laborwissenschaften und der Biotechnologie als Unterstützung, um traditionelle Anpaarungs- und Selektionsprogramme zu verbessern. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Milchrinderzucht auf Merkmalen wie Milchleistung, Milchinhaltsstoffe, Kuhgesundheit sowie funktionelle Merkmale wie Fundamente und Euter. Auch wenn der Hauptabsatz auf dem Gebiet von Sperma bei Milchrinderlinien liegt, so bietet Genus ebenfalls Sperma von Fleischrinderlinien an. Genus vertreibt Tiefgefrier-Sperma von Fleischrinder- und Milchrinderzuchtlinien von fünf Besamungsstationen auf vier Kontinenten an Landwirte in 70 Ländern über ein weltweites Netz von Verkaufsbüros und Exklusiv-Vertriebsagenturen. In einigen Ländern bietet das Unternehmen darüber hinaus Besamungsservice sowie Zubehörprodukte für den Rinderbereich an.

In den meisten Ländern tritt Genus als ABS auf. In Großbritannien vertreibt Genus auf Lizenzbasis über ihre Tochter Genus Animalcare veterinärmedizinische Produkte, und Genusexpress agiert als Großhändler für Veterinärprodukte verschiedener Firmen. Genus betreibt darüber hinaus in Übersee ein Beratungsunternehmen, das für Hilfsorganisationen Projekte in unterentwickelten Ländern leitet.

Mehr Informationen unter www.genusplc.com

Somit heißt es ab sofort:

–A

Company

Wir wünschen Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr 2006

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