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Auf ein Wor t Die Osterweiterung der Europäischen Union mit 10 neuen Mitgliedsstaaten steht mittlerweile terminlich fest. Die vielfach angekündigte und umfassend diskutierte Salmonellenverordnung umso weniger. Die Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung hängt in den enger gewordenen Spaltenweiten fest. Die derzeit gültige Fassung des Arzneimittelgesetzes ist ebenfalls dort entstanden, wo sie nicht gebraucht wird – am Schreibtisch. Das QS-Prüfzeichen steht vor der Bewährungsprobe. Der Euro ist zu teuer ..... und gute Arbeitskräfte in der Veredlung – insbesondere in der Schweinehaltung – sind noch immer knapp und entsprechend begehrt. Die Diskussionen auf den Betrieben und in den Arbeitskreisen ranken sich um diese und andere aktuelle Themen. Es wird nicht gejammert (wie früher). Die Betriebe wollen vorankommen, sie wollen sich weiterentwickeln, ohne dabei durch wettbewerbsverzerrende Regularien ins Hintertreffen zu geraten. Wenn jedoch im Ausland produzierte Schweine auf weniger Auftrittsfläche und mit weniger Fensterfläche und Lux heranwachsen, wenn ihnen (den Schweinen) gleichzeitig Medikamente verabreicht werden, die bei uns nicht zugelassen sind, und wir sie (die Schweine) trotzdem bei uns auf der Ladentheke wiederfinden, ist das mehr als ärgerlich. In jedem Fall wettbewerbsverzerrend. QS will regulierend eingreifen. Unsere Unterstützung ist da gesichert, die der Einzelhandelsketten jedoch noch nicht in ausreichendem Maße. Es wird nicht gejammert. Die Betriebsleiter konzentrieren sich auf die eigene betriebliche Entwicklung. Andere sind für die Rahmenbedingungen verantwortlich. Der betriebliche Erfolg wird heute mehr denn je von der nachhaltigen Produktionssicherheit und Produktionsstabilität bestimmt. Leistungsschwankungen – oftmals hervorgerufen durch gesundheitliche Schwankungen im Betrieb – verursachen Kosten und führen oftmals zu Vertrauensverlusten in der Ferkelerzeuger–Mäster–Beziehung. Gesundheit ist heute das A&O für den betrieblichen Erfolg. Lesen Sie hierzu auch die Beiträge der Futterecke ("Mykotoxine") und der Veterinärecke ("Das PIC-Gesundheitssystem")!

Ihr

AUS DEM INHALT: Zuchtfortschritt in PIC-Mutterlinien

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PIC-Piétrain-Zucht PIC-Ebervermehrungsbetrieb Wulkow Seite 3

FUTTERECKE Mykotoxine

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Hamporc und PIC eine starke Gemeinschaft

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Kurt-Cartoon: Hygienemaßnahmen für Flüssigfütterungsanlagen

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VETERINÄRECKE

Heinrich Schmedtje – Geschäftsführer PIC Deutschland –

Der Norden trifft sich in Tarmstedt – Treffen Sie PIC und NFZ!

Das PIC-Gesundheitsprogramm

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Forschung und Lehre in Niederösterreich mit PIC-Jungsauen Seite 8

11. bis 14. Juli 2003 von 9 bis 18 Uhr Auf rund 15 ha Freigelände und in 12 Zelthallen wollen rund 520 Aussteller aus den Bereichen Landwirtschaft, Handel, Handwerk und Gewerbe auf der 55. Tarmstedter Ausstellung ein breites Publikum umfassend informieren. Es werden wieder an die 100.000 Besucher erwartet, damit ist Tarmstedt (bei Bremen) die wohl meistbesuchte Ausstellung ihrer Art in Norddeutschland. In diesem Jahr wird auch die PIC/NFZ Zucht- und Nutzvieh GmbH erstmals mit einem Stand auf dem Freigelände vertreten sein. Informieren Sie sich in ungezwungenen Atmosphäre über die neuen Zuchtziele der nächsten Sauengeneration sowie über neue Möglichkeiten, den Zuchtfortschritt auf direktem Weg in den Stall zu holen, denn bei der PIC sind in den letzten Jahren neben dem klassischen Jungsauenzukauf interessante, zukunftsweisende Modelle zur gesundheitsoptimierten Remontierung entwickelt worden. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Tierschaugelände direkt am Ring 1. (RS)

Impr essum PIC-Spiegel – Kundenzeitschrift der PIC Deutschland GmbH Ratsteich 31 · D-24837 Schleswig Tel.: 0 46 21 / 5 43-0 · Fax: 0 46 21 / 5 43 36 Abonnement kostenlos für Ferkelerzeuger, Mäster und andere Fachleute aus Beratung, Vermarktung und Forschung. Nachdruck mit Quellenangabe gestattet bei Belegzusendung an die Redaktionsanschrift. Verantwortlich für den Inhalt: Rex A. Clausager; Chefredakteurin: Barbara Berger Gesamtherstellung: Schmidt & Klaunig, Kiel

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PIC-SPIEGEL Syner gien im genetischen Pr ogramm nutzen – Zuchtfortschritt in PIC-Mutterlinien Die PIC hat in den letzten Jahren im Zuchtbereich konsequent züchterische Ressourcen, Instrumente bzw. Technologien gebündelt und durch genetische sowie datentechnische Vernetzung der globalen Zuchtstruktur intensiv Synergieeffekte genutzt.

Grafik 1: Zuchtfortschritt in den Merkmalen „Tageszunahme“ und „Futteraufnahme“

Die vier Graphiken auf dieser Seite verdeutlichen den Zuchtfortschritt in verschiedenen Mast- und Schlachtleistungsmerkmalen sowie in Fruchtbarkeits- und Fundamentmerkmalen. In den fünf PICMutterlinein (L02, L03, L08, L11, L16) konnte durch die Konzentration aller Kräfte innerhalb der letzten Jahre (1994 – 2002) ein enormer Zuchtfortschritt realisiert werden.

Grafik 2: Zuchtfortschritt in den Merkmalen „Rückenspeck“ und „Rückenmuskeldicke“

Diese fünf Zuchtlinien stellen die Ausgangs-Reinzuchtlinien für die Kreuzungssau GP1050 in der Vermehrungsstufe sowie drei verschiedene PIC-Hybridsauen dar und sind in den Graphiken entsprechend der Linienzusammensetzung dieser Sauenprodukte kombiniert worden: GP1050, Camborough 12, Camborough 23 und Camborough 26. Um einen direkten Vergleich zwischen den unterschiedlichen Merkmalen zu ermöglichen, sind diese standardisiert worden: Jedes Merkmal wurde in den Einheiten seiner genetischen Standardabweichung ausgedrückt. Mit Hilfe dieses

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Verfahrens lässt sich beispielsweise ableiten, dass es in der Schweinezucht genauso aufwendig ist, eine Verbesserung in Höhe einer derartigen Einheit in der Rückenspeckdicke zu erreichen wie in der Wurfgrösse (etwa 1.8 mm Rückenspeckdicke bzw. fast 1 Ferkel pro Wurf). Da die Kurven für das Merkmal Zuwachs in Graphik 1 steiler ausfallen als die Kurven für die Muskeldicke in Graphik 2, kann des Weiteren gefolgert werden, dass der Zuchtfortschritt im Zuwachs in diesen Mutterlinien verhältnismäßig größer gewesen ist als der Zuchterfolg in der Muskeldicke. Erwähnt werden muss an dieser Stelle, dass es sich in den Graphiken um Änderungen des genetischen Potentials der unterschiedlichen Sauenprodukte handelt und nicht um einen Niveauvergleich. So ist es zum Beispiel entscheidend für die Interpretation, dass die Kurve für die Muskeldicke (Graphik 2) der Camborough 12 steiler verläuft als die Kurve für die Camborough 23 in diesem Merkmal, nicht aber, dass sie höher liegt. Insbesondere der langjährige Einsatz moderner EDV-gestützter automatischer Abruffütterungsstationen im Nukleus-Leistungstest der Eber, der z.B. im Zentralen Ebertest Süderdeich seit 1992 durchgeführt wurde, zeigt nun die erwarteten Auswirkungen. Graphik 1 belegt, dass alle vier Sauenprodukte, mit geringen Einschränkungen bei der Camborough 12, erheblich in der Tageszunahme zulegen konnten. Der Zuchtfortschritt in der betrachteten Zeitperiode nimmt einen fast idealen linearen Verlauf an. Gleichzeitig konnte erwartungsgemäß natürlich auch die tägliche Futteraufnahme erhöht werden. Die Futteraufnahme folgt im Großen und Ganzen dem gleichen Muster wie der Zuwachs, in Relation zu diesem Merkmal jedoch längst nicht in ähnlich starker Weise. Der Gefahr einer abnehmenden Futteraufnahme, die zu Beginn der 90er Jahre die Schweinezucht beschäftigte, konnte somit wirkungsvoll entgegengewirkt werden. Es bleibt festzuhalten, dass die Futtereffizienz, ein wesentliches Merkmal in der kostenorientierten Schweineproduktion, auf dass PIC sich in den zurückliegenden Jahren aufgrund seiner hohen wirtschaftlichen Bedeutung konzentriert hat, genetisch deutlich verbessert werden konnte. Im Zusammenhang dazu steht natürlich auch der Zuchtfortschritt in den Schlachtkörperwert-Merkmalen, der neben der dargestellten Mastleistung vorrangig den Mäster interessiert. Laut Gra-

phik 2 konnte das Merkmal Rückenspeckdicke in der Camborough 23 und der Camborough 26 um den gleichen Anteil verbessert werden wie der Zuwachs. In der Camborough 12 ist diese Änderung weniger ausgeprägt, dafür konnte die Rückenmuskeldicke in diesem Sauenprodukt erheblich erhöht werden.

Grafik 3: Zuchtfortschritt in den Merkmalen „Wurfgröße“ und „Überlebensrate Ferkel“

Auch die züchterischen Bemühungen um das wichtigste Merkmal eines Sauenproduktes für den Ferkelerzeuger, die Fruchtbarkeit, durch Selektion auf Superfruchtbarkeit Mitte der 80er Jahre, frühzeitige direkte Einbeziehung in die BLUPZuchtwertschätzung Anfang der 90er Jahre und die Fixierung eines genetischen DNA-Markers in der Linie L03 tragen ihre Früchte. Graphik 3 macht deutlich, dass die Anzahl der geborenen Ferkel pro Wurf in der GP1050, Camborough 23 und Camborough 26 fast genauso viel erhöht werden konnte wie der Zuwachs.

Grafik 4: Zuchtfortschritt in den Merkmalen „Fundamentnote (lineare Bewertung)“ und „Anzahl Striche“

Erfreulicherweise konnte gleichzeitig mit Erhöhung der Anzahl der geborenen Ferkel in diesen Sauenprodukten die Ferkelverlustquote bis zum Absetzen gesenkt werden. Diese Verbesserung ist nicht sehr groß, aber es ist demgegenüber parallel mit Steigerung der Wurfgrösse keinesfalls der eigentlich zu erwartende Effekt einer Zunahme der Ferkelverlu-


1/2003 ste eingetreten. Ganz im Gegenteil: PICSauen setzen heute durch eine kontinuierlich erhöhte Anzahl geborener Ferkel bei geringfügig sogar noch verringerten Ferkelverlusten erheblich mehr Ferkel pro Wurf ab. Es gibt auch hier einen Zusammenhang mit einem anderen in der Ferkelerzeugung für die erfolgreiche Aufzucht wichtigem Merkmal: Der Anzahl funktionsfähiger Striche (Graphik 4). Der

Zuchtfortschritt in der GP1050, Camborough 12 und Camborough 23 ist in diesem Merkmal genauso groß wie in der Wurfgröße. Graphik 4 zeigt darüber hinaus, dass das Fundament als wichtigstes indirektes Selektionskriterium für die heute geforderte Langlebigkeit bzw. Robustheit einer modernen Hybridsau sich genetisch erheblich verbessern lässt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Funda-

mentbewertung über eine lineare Beschreibung der Vorder- und Hinterhand in die BLUP-Zuchtwertschätzung einfließt, wie es PIC seit 1994 in Nukleusbetrieben durchführt. Dann ist in der GP1050, der Mutter aller PIC-Hybridsauen, sogar ein Zuchtfortschritt in gleicher Größenordnung wie in der Tageszunahme erzielbar, wie die entsprechend Kurve zeigt. (PK)

PIC-Eber ver mehr ungsbetrieb W ulkow 300 Sauen für die PIC-Piétrain-Zucht – europaweit! Seit 1999 werden in Wulkow in Brandenburg unweit von Neuruppin PIC-Piétraineber der Linien 408 und 426 produziert. Aus einer ehemaligen Produktionsgenossenschaft entstand 1992 eine moderne landwirtschaftliche GbR. Die Geschäftsführung, allen voran Herr HansJoachim Deter, hat die Chancen der Wendezeit genutzt, um ein leistungsfähiges Unternehmen und Arbeitsplätze für die Region zu schaffen. Als 1998 die Entscheidung anstand, eine neue Schweinezuchtanlage zu bauen, waren die Berater der PIC zur Stelle. In enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung wurden die entwickelten Konzepte umgesetzt. Das erforderte Mut und Weitblick, denn die Investitionen waren beträchtlich. Wulkow ist heute ein PIC-Nukleusbetrieb, von dem aus jede Besamungsstation und jeder Kunde in Europa bedient werden kann. Mit 300 Piétrainsauen werden Eber produziert. Die Eber werden nicht in Watte gepackt, nur die besten dürfen Nachkommen produzieren. Eine harte Selektion und die BLUP-Zuchtwertschätzung garantieren hohe Qualitäten. Nach einer 3-wöchigen Säugezeit kommen die Zuchtferkel in eines der 10 Flatdeckabteile. 1000 Plätze stehen hier zur Verfügung. Zwischen dem 70. und 110. Lebenstag durchlaufen die Tiere eine Eingewöhnungsphase in einem Pre-Test-Bereich. Mit 110 Lebenstagen beginnt die eigentliche Testphase, die 70 Tage dauert. Die Eber werden auf Vollspaltenboden in Gruppenbuchten am Automaten gehalten. Die Fütterung ist adlibitum.

Jahr 1999 2000 2001 2002 Gesamt

positiv selektierte Eber 147 655 715 881 2.398

Zwischen dem 180. und 190. Lebenstag erfolgt die Selektion. Neben einer individuellen Beurteilung jedes Einzeltieres werden die Zunahmen ermittelt und mit dem Ultraschallgerät die Rückenspeckdicke gemessen. Diese Daten ergeben zusammen mit den Informationen zu den Verwandtenleistungen den BLUP-Zuchtwert. Bei der Prämierung werden die Eber abschließend bewertet und in die unterschiedlichen Preis- und Qualitätsklassen eingestuft. Vertreter von Besamungsstationen und Kunden haben 2 x monatlich die Möglichkeit, sich „ihre“ Eber aus bis zu 60 Ebern je Prämierungstermin bei regelmäßig stattfindenden Verkaufsveranstaltungen vor Ort auszusuchen. Es wurde ein spezieller Vorführraum geschaffen, der bei einer Tasse Kaffee auch bei schlechtem Wetter die Fahrt nach Wulkow zu einem interessanten Erlebnis werden lässt. (DT)

bisherige Leistungsergebnisse in Wulkow – verkaufte Eber Ø Ø TesttagsØ Ø RückenØ LebenstagsSelektionszunahmen Selektionsgewicht, speck, mm zunahmen, g (70-Tage-Test), alter, Tage kg g 187 134 7,0 715 983 186 133 6,4 713 975 187 131 6,4 704 942 186 133 6,0 716 957 186 133 6,3 712 959

Ø BLUPIndex, Pkte.

PIC-Piétraineber aus Wulkow stehen in ganz Deutschland auf Besamungsstationen. Auf welchen KB-Stationen PIC-Eber stehen, können Sie auf unserer Internet-Seite nachschauen. Auf www.picdeutschland.de finden Sie monatlich aktualisierte Eberinformationen zu allen verfügbaren PIC-KB-Ebern. Über "Das bieten wir/PIC-Sperma" kommen Sie zu einer Übersichtskarte, von dort geht es weiter zu den einzelnen Stationen.

Veranstaltungshinweis:

– MeLa 2003 – 11. bis 14. September in Mühlengeez bei Güstrow

Besuchen Sie uns in Halle 3 !

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PIC-SPIEGEL

Mit Mykotoxinen leben? FUTTERECKE Kaum ein anderes Thema erhitzt in der Ernährung unserer Schweinebestände mehr die Gemüter als die mögliche Belastung der Futtermittel mit Mykotoxinen und die daraus resultierenden Probleme. Der sachliche Umgang mit diesem Thema setzt ein umfangreiches Fachwissen voraus. Hierzu soll diese Ausgabe der Futterecke einen Beitrag liefern. Zearalenon bzw. die verschiedenen Isomere des Zearalenons sind für ihre hormonähnliche Wirkung bekannt. Dabei werden in erster Linie östrogenähnliche Symptome beobachtet. Äußerlich können an den Tieren Rötungen und Schwellungen der Scheide festgestellt werden. Bei sehr hohen Zearalenonbelastungen des Futters wird auch von Scheiden- und Mastdarmvorfall berichtet. Innerlich gesehen kann es zu unphysiologischen Größen- und Gewichtszunahmen der Gebärmutter kommen. Fruchtbarkeitsstörungen, insbesondere in der Form unregelmäßiger Umrauscher (bis weit über 50 % der Gesamtumrauscher), können die Folge sein. Länger anhaltende Zearalenonbelastungen während der Trächtigkeit können zu stark schwankenden Geburtsgewichten mit lebensschwachen Ferkeln führen. Der Anteil geborener Ferkel mit Spreiz- und Zitterersymptomen steigt an. Spontane Deoxynivalenolbelastungen im Futter führen im ersten Moment zu einer Futterverweigerung. Gefressenes Futter wird zum Teil wieder erbrochen. Leistungseinbußen wie schlechte Tageszunahmen und Futterverwertung sind daher direkte Folgen. Deoxynivalenol hemmt die Proteinbiosynthese. Daher führt eine Belastung auch zu einer gestörten bzw. mangelhaften Immunität der Tiere. Weiterhin wird auch von einer erhöhten embryonalen Sterblichkeit bzw. von einem erhöhten Anteil tot geborener Ferkel berichtet. Hier bestehen dann ähnlich wie beim Zearalenon auch Zusammenhänge zur Fruchtbarkeit. Wissenschaftlich bestätigte DosisWirkungsbeziehungen können bis heute nicht angegeben werden. Das hat verschiedene Ursachen. Zum einen müssten wissenschaftliche Versuche mit einzelnen Mykotoxinen durchgeführt werden. Da es sehr viele Mykotoxine gibt, wäre ein unendlich hoher Versuchsaufwand nötig. Zum anderen wissen wir,

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dass die Tierbestände unterschiedlich auf Mykotoxinbelastungen reagieren. Wissenschaftlich formuliert heißt das, dass erhebliche Umweltinteraktionen bestehen. Tiere in schlecht oder nur mäßig gemanagten Betrieben (Aufstallung, Belegedichte, Stress, Fütterung, Hygiene, etc.) scheinen extremer auf eventuelle Mykotoxinbelastungen zu reagieren. Seit kurzem sind seitens des Bundesministeriums für Verbraucherschutz ge-

Weißährigkeit durch Fusarium. Fusariumbelastetes Getreide kann zu erhöhten Mykotoxingehalten im Futter führen.

wisse Orientierungswerte für Zearalenonund Deoxynivalenolbelastungen im Futter veröffentlicht worden. Rechtliche Forderungen können daraus aber nicht abgeleitet werden. Letztendlich haben sie nur einen 'orientierenden' Charakter.

auf dem Betrieb zu tun haben. Sehr häufig haben tatsächliche Mykotoxinsymptome auch etwas mit der Futterbelastung aus der Vergangenheit zu tun, denn zum Probezeitpunkt selbst kann das Futter schon wieder unverdächtig sein. Auch die Probenahme hat einen wesentlichen Einfluss. Aufgrund unserer Zusammenarbeit mit Zuchtbetrieben und einem Interesse an einer gleichmäßigen Produktion mit einem hohen Gesundheitsstatus sind wir natürlich an Futtermischungen interessiert, in denen eine eventuelle Mykotoxinbelastung möglichst unterhalb der Nachweisgrenzen liegt. Diese liegt bei Zearalenon bei der Untersuchung mit dem HPLCTest aktuell deutlich unter 10 µg/kg Futter. Die Mischfutterindustrie kann und wird diesen Wert aber nicht unterschreiben. Trotz der teilweise extremen Jahre konnten in den Vermehrungsbetrieben Mykotoxinprobleme jedoch nur in Ausnahmefällen beobachtet werden. Futterzusätze zum Binden von Mykotoxinen bzw. zum enzymatischen Abbau werden generell nicht eingesetzt. Wir können davon ausgehen, dass das gute Management der Vermehrer und Aufzüchter den Mykotoxinproblemen entgegengewirkt hat. Das Thema eventueller Mykotoxinbelastungen im Futter soll damit nicht verharmlost werden, es darf aber auch nicht zum "Nebenkriegsschauplatz" beim Auftreten unspezifischer Probleme erklärt werden. Auch die mit Hilfe von Mykotoxinanalysen in der Gallenflüssigkeit bzw. im Serum der Tiere durchgeführten Untersuchungen lassen keine eindeutigen Rückschlüsse

Orientierungswerte für die Beurteilung des Gehaltes an Zearalenon und Deoxynivalenol (in mcg/kg Futter) Zearalenon

Deoxynivalenol

junge weibliche Zuchtscheine vor Eintritt der Geschlechtsreife

50

1.000

Mastschweine und Zuchtsauen

250

1.000

Diagnostik Aufgrund der wenigen spezifischen Symptome einer Mykotoxinbelastung des Futters ist eine sichere Zuordnung dieses Problems oft nicht sichergestellt. Werden Futteruntersuchungen durchgeführt, stehen die Ergebnisse häufig nicht im Einklang mit den vorhandenen angeblichen Mykotoxinproblemen. Viele der beschriebenen Symptome können auch andere Ursachen haben. So müssen wir bei Infektionen mit PRRS auch mit gestörter Immunität, lebensschwachen Ferkeln und Umrauschproblemen rechnen. Probleme mit der Akzeptanz des Futters können auch mit einer unsachgemäßen Lagerung

über die Höhe und Dauer einer vorliegenden Mykotoxinbelastung des Futters zu. Auch wenn zu den gefundenen Werten bereits Aussagen "orientierenden" Charakters vorliegen, sind konkrete Rükkschlüsse aufgrund fehlenden Wissens z. B. über Halbwertszeiten oder Wechselwirkungen von Mykotoxinen untereinander nicht möglich. Zur Absicherung der Forderung nach hygienisch unbedenklicher Futtermittel kann in Bezug auf eine eventuelle Mykotoxinbelastung die Vorauswahl der Getreidechargen (Soja?!) mit Hilfe der ELISATechnik beitragen. Weiterhin führt eine einfache Reinigung des Getreides schon


1/2003 zu einer deutlichen Reduktion eines eventuellen Mykotoxingehaltes. Neben den entsprechenden ackerbaulichen Konsequenzen müssen alle Managementmaßnahmen im Tierhaltungsbereich unternommen werden, um Mykotoxinen keine Angriffsflächen zu bieten. In einigen Beispielen aus der Praxis haben Futterzusät-

ze zum Abbau und Binden von Mykotoxinen positive Effekte erzielt, eine allgemeine Empfehlung lässt sich daraus aber nicht ableiten. Zum jetzigen Zeitpunkt wird ein geringer Grad einer Verunreinigung mit Mykotoxinen im Futter nicht auszuschließen sein. Wir werden weiter sachlich über das

Niveau einer möglichen Verunreinigung diskutieren müssen, aber ansonsten versuchen, mit der Situation zu leben. Einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema können Sie auf unserer Homepage nachlesen. (DEK)

Hampor c – PIC: Eine starke Gemeinschaft Als moderne arbeitsteilige Kooperationsgemeinschaft haben die Hamporc Zuchtund Mast eG aus Laer im Kreis Steinfurt und die PIC Deutschland GmbH Zuchtund Vermarktungskompetenz in idealer Weise zusammengeführt. Nicht der zunehmende Kostendruck oder gewollte Anpassungsreaktionen in der Organisationsstruktur standen im Vordergrund. Vielmehr waren der unbedingte Wille nach einer dauerhaften Partnerschaft, bei der Know-How gebündelt wird und die vorhandenen Kräfte gezielt zum Wohle beider Organisationen und ihrer Mitglieder eingesetzt werden können, die Haupttriebkräfte für die Kooperation. Dass dabei der Wunsch nach mehr Integration im Verbund mit nachgelagerten Stufen in der Wertschöpfungskette eine mit entscheidende Rolle spielte, ist selbstverständlich. Die Hamporc-Gruppe und ihre Schlachtvieherzeugergemeinschaft setzen seit jeher auf ein fleischbetontes Schlachtschwein, das insbesondere auch den Anforderungen einer regionalen Metzgervermarktung gerecht wird. Dafür bedarf es angepasster Produkte. Dies wurde seit Gründung der Organisation im Jahre 1972 durch eigene Zuchtarbeit realisiert. Doch die Ansprüche sind gestiegen, so dass ohne breite Zuchttierbasis mit differenzierten Zuchtlinien und

einer konsequenten Zuchtstrategie den Anforderungen von morgen nur schwer nachzukommen ist. Nur der Einsatz modernster Zuchtmethoden und die Nutzung neuester Technologien bis hin zur markergestützten Selektion sichern ein Höchstmaß an Zuchtfortschritt und Leistung von der Fruchtbarkeit bis hin zum Schlachtkörperwert. So war der Kontakt zur PIC schnell hergestellt. Schließlich hat die PIC die Möglichkeit, aus einer differenzierten Produktpalette auszuwählen, um den spezifischen Wünschen nach Diversifikation zu entsprechen. Nach den ersten Gesprächen war das Konzept schnell ausgearbeitet – immer nach dem Hamporc-Motto „Gemeinsam sind wir stärker“. Seit dem 1. Januar 2003 bezieht die Erzeugergemeinschaft Jungsauen und Piétrain-Eber von der PIC. Darüber hinaus werden in einem spezialisierten HamporcAufzuchtbetrieb getreu nach den PICAufzuchtkriterien Zuchtferkel zu PICHamporc-Jungsauen herangezogen. Beide Seiten sind heute überzeugt, dass die bestehende Kooperation zwischen der Hamporc-Erzeugergemeinschaft und der PIC eine ideale Verbindung ist, um jahrzehntelange Kompetenz und Qualität rund um die Schweinevermarktung künf-

Hamporc-Erzeugergemeinschafts-Mitglied und PIC-Kunde Markus Bunnefeld zusammen mit seinem PIC-Fachberater Josef Grothues

tig noch erfolgreicher am Markt darstellen zu können. Hamporc baut dabei auf die Zusammenarbeit mit ausgewählten Schlachtunternehmen, die durch lokale Präsenz sich einen Namen bis hin zur Ladentheke gemacht haben. Ein neu geschlossener Vertrag mit einer namhaften Einzelhandelskette ist Richtschnur und Impulsgeber zugleich für den gemeinsamen erfolgreichen Weg - nach dem EDEKA-Motto: „Da hab ich ein gutes Gefühl“. (UPE)

Die EURO T ier-Pr eisrätsel-Gewinner Kur zurlaub in Schleswig Margret und Bernhard Krumnacker aus Waltrop im Kreis Recklinghausen hatten lange keinen Urlaub gemacht. So traf das Losglück genau die Richtigen. Margret Krumnacker hatte den Hauptgewinn bei der Verlosung anlässlich der Eurotier 2002 gezogen. Dieser wurde nun eingelöst. Die PIC hatte zu diesem Anlass ein umfangreiches Programm gespickt mit kulturellen Hochgenüssen der Region

vorbereitet. Dieses und die angenehme Atmosphäre machten den Kurzurlaub in Schleswig zu einem unvergesslichen Erlebnis, wie Margret Krumnacker berichtet. Auf dem Bild links sehen wir Margret und Bernhard Krumnacker auf dem "Roten Haubarg" auf der Halbinsel Eiderstedt.

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PIC-SPIEGEL

Keine unliebsamen Über raschungen mit der Flüssigfütter ungsanlage: Reinigung und Desinfektion sind außerordentlich wichtig Bei der Fütterung von Schweinen spielt die Flüssigfütterung heutzutage eine bedeutende Rolle. Flüssigfütterungsanlagen wurden bis vor kurzem nahezu ausschließlich in Mast- und Aufzuchtbetrieben eingesetzt. In den letzten Jahren haben sie sich auch auf andere Haltungssysteme wie Sauenfütterung ausgedehnt. In allen Haltungssystemen spielt für Tiergesundheit und Leistungsparameter die Hygiene des angebotenen Futters eine entscheidende Rolle. Reduzierte Futteraufnahme, verminderte tägl. Zunahmen, schlechte Futterverwertung, niedrige Abferkelraten, Mykotoxikosen, unspezifischer Durchfall, Verenden mit Aufblähen u. v. a. können durch mangelhafte Hygiene der Flüssigfütterungsanlagen hervorgerufen werden und führen zu Leistungseinbußen. Kurt will natürlich sichergehen, dass ihm dies nicht passiert! Er hat sich von seinem Tierarzt mal eine Checkliste geben lassen, was er unbedingt beachten muss. Jetzt geht er mit Ihnen durch den Stall und zeigt Ihnen, welche Tipps sein Tierarzt ihm gegeben hat. Sie können sich die Zusammenfassung "Hygienemaßnahmen für Flüssigfütterungsanlagen" auch auf der PIC-Internet-Seite unter PIC-Ratgeber – Fütterung anschauen (www.picdeutschland.de).

Das A und O ist die Sauberkeit! Das fängt an bei den Trögen: Vor jeder Mahlzeit geht Kurt durch den Stall und kontrolliert, ob sich Futterreste oder sogar Kot in den Trögen befinden und entfernt diese. Dabei ist er froh, dass er bei der Installation der Anlage darauf geachtet hat, dass die Tröge aus glattem Material bestehen und keine Ecken und Kanten haben, in denen sich Schmutz und Futterreste festsetzen können. Auch schon beim Bau des Stalles hatte sich Kurt Gedanken darüber gemacht, wie er die Tröge in der Bucht anordnet, um es den Schweinen möglichst schwer zu machen, die Tröge zu verdrecken.

Kurts Flüssigfütterung hat eine automatische Reinigung, aber um auf Nummer sicher zu gehen, spritzt er doch lieber nach jeder Mahlzeit den Anmischbottich mit dem Wasserschlauch aus. So weiß er, dass in keiner Ecke noch Reste von vorgestern festsitzen. Anschließend lässt er den Deckel offen, um nicht einen "feuchtwarmen Brutofen für Keime" in seiner Futterküche stehen zu haben. Viele Keime fühlen sich ja bekanntlich in feuchtem Milieu besonders wohl.

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Alle 14 Tage rückt Kurt dem Anmischbottich seiner Flüssigfütterung mit dem Hochdruckreiniger und warmem! Wasser zu Leibe. So kann er auch die richtig festsitzenden Anlagerungen erwischen, die seinem täglichen Ausspülen mit dem Schlauch und kaltem Wasser widerstehen. Anschließend lässt er das angesammelte Schmutzwasser über das Ventil im Bottich ab. Es wäre ja widersinnig, wenn er dieses "Wasser" schon als Anmischwasser für die nächste Mahlzeit verwenden würde, da würden sich seine Schweine bedanken.

Da Kurt seinen Stall im Rein-Raus-Verfahren betreibt, bietet sich der Abschluss eines Durchganges ideal für eine Grundreinigung an. Der Hochdruckreiniger ist sowieso "in Aktion" und natürlich ist auch der Anmischbottich wieder an der Reihe. Wenn alles sauber ist, spült er mit klarem Wasser gründlich durch, um die organischen Futterreste zu entfernen und lässt das Schmutzwasser ab.

Aber auch bei belegtem Stall könnte er mit einem probiotischen Ergänzungsfuttermittel die positive Besiedlung des Systems fördern. Sein Tierarzt meinte aber, im Moment reiche seine Grundreinigung nach jedem Durchgang aus.

Um den Bakterien und Pilzen in den Leitungen und dem Anmischbottich das (Über-) Leben schwer zu machen, Spült er die Anlage nach der gründlichen Reinigung mit einer 2%igen Säurelösung (Ameisensäure gegen Bakterien bzw. Propionsäure gegen Pilze und Hefen) oder 1%igen Lauge 15 Minuten durch, lässt sie dann noch fünf Stunden einwirken und abschließend – vor dem Ablassen – noch mal 15 Minuten zirkulieren. Und zum Schluss ordentlich Wasser hinterher, damit seinen Schweinen die nächste Mahlzeit auch schmeckt!

Diese Grundreinigung führt Kurt abwechselnd mit Säure und Lauge durch. Das hat ganz einfache Gründe: In Flüssigfütterungsanlagen findet sich in der Regel ein saures Milieu mit einem pH-Wert unter 5, vor allem, wenn das Futter noch mit 0,2 – 0,3% Säure zusätzlich angesäuert wird. Somit wird die Flora der säureempfindlichen Keime zwar reguliert, aber gerade dadurch entwickelt sich auch häufig eine säureresistente Flora. Diese ist dann nur mit einer Reinigung auf Laugenbasis zu beherrschen. So stellt Kurt sicher, dass Fütterungsprobleme nicht aufgrund von Hygienemängeln in seiner Fütterungsanlage entstehen können. Wenn dann doch mal Probleme auftreten, kann sich Kurt so gut wie sicher sein, dass er die Ursachen woanders suchen muss.


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Prinzip 2: Der Schutz der Betriebe steht an erster Stelle Alle PIC-Vermehrungsbetriebe müssen vor Infektionsrisiken geschützt werden. Die PIC-Gesundheitsvorschriften sind seit Gründung Bestandteil des Vermehrervertrages und beinhalten Punkte, die viel später auch Bestandteil der Schweinehaltungshygiene-Verordnung wurden, wie z. B. die Einzäunung, das Schwarz/Weiß-Prinzip, Terminierung und Ablauf der Futteranlieferung und Gülleabfuhr, Rampen, Bestandsbuchführung, Reinigung und Desinfektion und vieles mehr. Duschen bei Betreten eines Betriebes, Kontrolle des Personenverkehrs durch die 48hRegelung und Eintragen in eine Besucherliste gehörten schon immer in das anfangs belä-

tik

Das PIC-System

nt me ge na Ma

Prinzip 1: Der sichere Start sichert eine erfolgreiche Produktion Alle PIC-Vermehrungsbetriebe sollen in einer sicheren Lage mit einem sehr hohen Gesundheitsstatus aufgebaut werden. Grundlage dafür ist das 1.000-Punkte-Programm, das zu einem die Lage (Abstand zum nächsten schweinehaltenden Betrieb, Art der Nachbarbetriebe, andere Infektionsquellen etc.) und zum anderen das Infektionsrisiko des Betriebes selbst (Quarantäne, Rampe, Einzäunung, Schadnagerbekämpfung etc.) bewertet. Die Beurteilung des Gesundheitsstatus der Vermehrungsbetriebe erfolgt nach EP negativ/positiv und PRRS negativ/positiv. Der Neuaufbau oder die Repopulierung eines Kundenbetriebes, aber auch Bestandsaufstockungen erfolgen heute nur mit PRRSnegativen und in den meisten Fällen auch EPnegativen Jungsauen. Deshalb ist es auch unser Anliegen, die Anzahl der PRRS- und EP-negativen Betriebe stetig zu erhöhen, d.h. neue Vermehrungsund Aufzuchtbetriebe werden nur EP- und PRRS-negativ aufgebaut. PRRS- wie auch EP-Sanierungen werden forciert.

chelte, in der Zwischenzeit von vielen übernommene Prozedere beim Besuch eines PIC-Vermehrungsbetriebes. Ähnlich strenge Regeln gelten für den Jungsauentransport. Nukleusbetriebe und EP-negative Betriebe werden nur montags, Vermehrerbetriebe danach in Abhängigkeit ihres PRRS-Status angefahren. Geladen wird grundsätzlich nur in einem Betrieb. Zuchttiere werden generell nur von PIC- bzw. NFZ Zucht- und Nutzvieh (NFZ)-Fahrzeugen ausgeliefert, die keinen Schlachthof anfahren dürfen. Gewaschen und desinfiziert wird nach jeder Tour an den PIC-/NFZ-eigenen Waschplätzen.

ne

"Nichts wird das Vertrauen der Kunden und das Image so zerstören wie Gesundheitseinbrüche im Kundenbetrieb bedingt durch den Zukauf von Jungsauen!" (Tom Alexander, Begründer des PICGesundheitsprogramms) Seit der Gründung von PIC vor mehr als 40 Jahren steht neben Zucht und Produktion die Gesundheit der Zuchttiere im Vordergrund. Viele Regeln wurden seit dieser Zeit für das PIC-Gesundheitsprogramm aufgestellt und weiter entwickelt. Sie lassen sich in vier Grundprinzipien aufteilen:

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VETERINÄRECKE

Ihr e Sicher heit dur ch unser Gesundheitspr ogramm

ERFOLG & Sicherheit

Hygiene/Gesundheit Die regelmäßigen Besuche von Hof- und Regionaltierarzt in den Betrieben, der jährliche Produktions- und Hygienecheck bei der Vermehreranerkennung, die QS-Audits, die Überwachung der Karenzzeiten und des Transportgeschehens sind Regularien, um den Gesundheitsstatus der Vermehrungsbetriebe und der Jungsauenauslieferung zu schützen und aufrechtzuerhalten. Prinzip 3: Das ständige GesundheitsMonitoring schafft Sicherheit im laufenden Produktionsprozess. Alle PIC-Vermehrungsbetriebe müssen regelmäßig auf bestimmte Erkrankungen untersucht werden, um im Falle einer möglichen, ernsthaften Erkrankung der Tiere die Weiterverbreitung zu unterbinden oder zu minimieren. Das Gesundheitsmonitoring umfasst neben den gesetzlich geforderten Untersuchungen (Aujeszky, Schweinepest, Brucellose bei Ebern), regelmäßige Untersuchungen auf PRRS, EP, Rhinitis atrophicans, Salmonellen, Brachyspiren (Dysenterie) und Lawsonien (PIA). Schlachthofchecks werden vor allem zur Erkennung von Atemwegsinfektionen (APP) durchgeführt, ebenso wie Rachentupferuntersuchungen mittels PCR.

Das Salmonellenmonitoring (siehe auch "Veterinärecke" im PIC-Spiegel Nr. 1/2002) wird in allen Betrieben regelmäßig durchgeführt und ist für QS anerkannt. Wichtigster Bestandteil des Gesundheitsmonitorings bleibt die regelmäßige klinische Untersuchung der Betriebe. Aus diesem Grund hat die PIC vor einigen Jahren das 4Augen-Prinzip eingeführt, d.h. neben dem Hoftierarzt wird der Vermehrungsbetrieb regelmäßig durch seinen zuständigen Regionaltierarzt besucht. Dieser kontrolliert Gesundheit, Produktion und Management in den einzelnen Betriebsbereichen, überprüft lebende und tote Krankheitsvektoren (Biosecurity), Tierschutz und die Qualität der selektierten Tiere. Die Kombination aus regelmäßiger klinischer Kontrolle durch den Tierarzt, regelmäßigen Laboruntersuchungen und Schlachthofchecks sind wichtige Indikatoren, um mögliche Infektionen rechtzeitig aufzudecken und die Weiterverbreitung zu verhindern. Prinzip 4: Schnelle Reaktion bei klinischen Erscheinungen Die PIC praktiziert ein System, das schon beim Verdacht einer Erkrankung Maßnahmen vorschreibt (Betriebssperren). Jegliche Besonderheiten müssen sofort vom Stallpersonal dem zuständigen Hoftierarzt und/oder der PIC-Veterinärkoordination mitgeteilt werden, die die entsprechenden Maßnahmen einleitet. Bei klinischen Veränderungen, positiven Ergebnissen von Laboruntersuchungen oder sonstigen Auffälligkeiten z.B. in den Produktionsdaten wird der Betrieb sofort für die Auslieferung von Zuchttieren gesperrt. Nach Rücksprache mit dem Hoftierarzt erfolgt eine schnellstmögliche Diagnostik und bei Bedarf eine entsprechende Behandlung. Die Aufhebung der Liefersperre erfolgt nur in Absprache zwischen Hof- bzw. Regionaltierarzt und der PIC-Veterinärkoordinatorin. Ausschlaggebend ist, dass keinerlei klinischen Erscheinungen vorhanden sind, alle Untersuchungsergebnisse vorliegen und durch die Auslieferung keine Risiken und Schäden für den Kunden zu erwarten sind. Ziel der Betriebssperren ist es, bei Unregelmäßigkeiten das Risiko einer Weiterverbreitung möglichst gering zu halten. (DKS) Fragen hinsichtlich Impfungen, Untersuchungsergebnissen etc. aus ihrem Lieferbetrieb beantworten wir gerne Ihnen oder Ihrem zuständigen Hoftierarzt. Dr. Kathrin Siebert – PIC-Veterinärkoordinatorin (Tel.: 04621/543-32)

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PIC-SPIEGEL Der Außendienst stellt sich vor Unser Mann im Süden: Thomas Martin Seinen beruflichen Werdegang startete Thomas Martin nach dem Abitur an der Fachhochschule Weihenstephan Abteilung Triesdorf mit dem Studiengang Landwirtschaft. Während des Studienpraktikums machte er auch seine ersten Erfahrungen im Umgang mit den PIC-Sauen (Camborough 26) auf einem langjährigen Kundenbetrieb der PIC in Oberfranken. Diesem Betrieb ist es auch zu verdanken, dass sich der Interessenschwerpunkt im Verlauf des weiteren Studiums ganz auf die Schweineproduktion verlegte. Nach dem Studienabschluss in Triesdorf nahm Thomas Martin seine erste Stelle als Schweinefachberater in einem Bera-

tungsdienst in Baden Württemberg an. Hier sammelte er mehr als drei Jahre Berufserfahrung in der Schweinespezialberatung. Sein weiterer Weg führte ihn in die Futtermittelindustrie. In einer großen süddeutschen Futtermittelfirma war er zwei Jahre für die Produktentwicklung Schweinefutter tätig. Seit inzwischen eineinhalb Jahren ist der heute 32-jährige Familienvater PIC-Mitarbeiter. Nachdem er die übliche "PICSchule" mit Praktika auf PIC-Vermehrungsbetrieben und in anderen PIC-Abteilungen durchlaufen hatte, ist er nun seit 2002 Ansprechpartner für die im Sommer

2002 neu gegründete Vertriebs- und Produktionsgemeinschaft, der PIC-SüdGenetik AG (PSG). Dabei besteht seine Hauptaufgabe in der produktionstechnischen Betreuung der Vermehrungs- und Aufzuchtbetriebe der PSG. Zudem ist er als PIC-Fachberater im Raum Hohenlohe und darüber hinaus als Key Account Manager im gesamten regionalen Verantwortungsbereich der PIC-Süd-Genetik AG tätig.

Forschung und Lehr e in Niederösterreich mit PIC-Jungsauen

Wartestall: Gruppenhaltung auf Stroh mit Einzelfressplätzen und Flüssigfütterung

In Gießhübl befindet sich die landwirtschaftliche Fachschule für Niederösterreich; ihr Name ist “Mostviertler Bildungshof”. Ihre Aufgabe ist einerseits die Ausbildung landwirtschaftlicher Fachkräfte sowie die Erwachsenenbildung und andererseits die Forschung auf dem Gebiet der Sauenhaltung. Im neu erbauten Zuchtsauenstall können verschiedene Abferkelsysteme bei standardisiertem Wartebereich verglichen werden. Besuchergruppen werden durch einen verglasten Gang zwischen Deck-/Wartebereich und Abferkelbereich geschleust. Der Stall wird von drei Landwirten in privater Kooperation betrieben, was vom Bundesland Niederösterreich angestrebt wurde, um den Stall unter Wettbewerbsbedingungen betreiben und zusätzliche Personalkosten vermeiden zu können. Planungsbeginn war im Februar 2001. Die Firma Stallmax übernahm die Generalplanung. Im April 2002 war Baubeginn. Die Erstbestückung erfolgte Mitte Mai 2003 mit Jungsauen der Firma PIC-Süd-

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Ankunft der Jungsauen in Gießhübl

Genetik AG (PSG), die neben hoher Fruchtbarkeit, Robustheit und hervorragenden Fundamenten auch starke hygienische Vorteile bieten konnte, da sie in der Lage war, den Bestand aus einer Herkunft mit Zuchtferkeln und Jungsauen zu bestücken. In Zukunft soll der gesamte Jungsauenbestand im Closed Herd System betrieben werden. Dies bedeutet, dass der Jungsauennachersatz nicht regelmäßig von außen zugeführt wird, sondern im Sauenbestand auf Lizenzbasis erzeugt wird. Dazu wurden dem Betrieb 10% Vorstufen-/Großelterntiere geliefert, mit denen der zukünftige Nachersatz erzeugt wird. Das dazu erforderliche Sperma liefert die PIC aus Deutschland. Der Stall umfasst 480 Warteplätze und 102 Abferkelbuchten. Er soll im 4Wochen-Rhythmus betrieben werden. Als Lüftungssystem wurde eine Überdrucklüftung mit Stehern gewählt. Offizielle Eröffnung des "Mostviertler

Bildungshofs" und Beginn des Schulungsbetriebes wird im September diesen Jahres sein. Anmeldeinformationen erhalten Sie unter der Telefonnummer (0043) (0) 7472 62722 (Sekretariat) Die Mitarbeiter der Firmen PIC und PSG wünschen den Betreiberfamilien Burchart, Entenfellner und Vetters viel Erfolg mit ihrem neu erbauten Sauenstall. (BM)

Viktor Vetters, einer der Betreiber des Sauenstalles, und Baptist Müller, Außendienstberater der PSG am Tag der Erstbestückung

/psp200301  

http://www.picdeutschland.de/services/files/picspiegel/psp200301.pdf

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