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"Melken" ins Maul, um den Saugreflex auszulösen. • Frühe Kolostrumaufnahme ist deshalb besonders wichtig, weil die Resorption der in ihr enthaltenen Immunglobuline in den ersten Stunden nach der Geburt stark abnimmt – Reduzierung der Aufnahmefähigkeit nach 12 Stunden um 50 %. Zudem sinkt die Körpertemperatur der Ferkel nach der Geburt bei verspäteter Kolostrumaufnahme schneller, solche Ferkel verlieren an Vitalität und werden auch leichter erdrückt. • Bei scheinbar tot geborenen Ferkeln ist für kurze Zeit noch ein Herzschlag feststellbar, hier hilft bei einem Drittel der Fälle eine Massage des Brustkorbs, um die Atmung zu aktivieren. • Kleinere und somit weniger vitale Ferkel sind nicht ausreichend kräftig und erhalten eher die benötigte Menge an Kolostrum, wenn sie an die vorderen Zitzen, die besonders große Mengen Kolostrum abgeben, angesetzt werden. • Nach der Geburt müssen die Ferkel möglichst schnell trocknen, d. h. dass die schwächeren ggf. abgetrocknet und ins Ferkelnest gelegt werden sollten. • In den ersten 12 Stunden sollte den Ferkeln kein weiterer Stress, mit Ausnahme von der Geburt und der Milchaufnahme zugemutet werden, also keine – außer nicht verschiebbare – Behandlungen durchführen. Die erste Woche nach der Abferkelung Fütterung • In der ersten Woche nach der Geburt wird die Futterration für die Sau langsam wieder erhöht und das Vorbereitungsfutter allmählich mit dem Laktationsfutter verschnitten. • Faustregel: 1,5 kg + 0,5 kg/Ferkel, aber "Das Auge füttert mit"! Eine zu schnelle Anfütterung kann auch einen Einbruch in der Futteraufnahme provozieren, Folge ist ein verstärkter Körperfettabbau, ein Anstieg des Fettgehalts in der Sauenmilch und womöglich Durchfall bei den Ferkeln. Optimale Futterhygiene und hochverdauliche Inhaltsstoffe ermöglichen es, die Energieaufnahme und das Futteraufnahmevermögen in Einklang zu bringen. • Für eine hinreichende Milchproduktion ist die Wasserversorgung besonders wichtig. Zusätzliche Wassergaben in den Trog per Gießkanne oder Schlauch haben zumeist eine positive Wirkung. Um den Zeitpunkt des Ferkelns säuft eine Sau bis zu 50 l/Tag. • Durch eine gute Geburtshygiene und Zulagen von Vitamin E (50–60 IE/kg) sowie Selen von 0,1 mg/kg können Mastritis, Metritis und auch Ferkelverlusten wirksam vorgebeugt werden. Die Vitamine A, C, D3 und E sind wichtige Stimulatoren des Immunsystems, d.h.dass Sauen und Ferkel eine entsprechende Zulage erhalten sollten. Bei Ferkeln hat sich die orale Gabe eines Vitaminpräparats bewährt. Haltung • Die Wärmezufuhr für das Ferkelnest dem Wärmebedarf der wachsenden Ferkel anpassen, sowohl zu warme als auch zu kalte Ferkelnester provozieren Nestflucht und erhöhte Erdrückungsverluste. • Ausreichend Tageslicht wirkt sich stressmindernd für die Sauen aus. • Bei Sauen, die Probleme haben sich hinzulegen, hat es sich bewährt, eine Anti-Rutsch-Matte aus Gummi im hinteren Drittel der Sau auszulegen. Dadurch kann sie sich vorsichtiger hinlegen, und Erdrückungsverluste werden vermieden.

Gesundheit der Ferkel • Bei Milchmangel oder MMA-Erkrankung der Sau sollte rechtzeitig ein entsprechender Sauenmilchersatz zum Einsatz kommen. Es kann auch Biestmilch vom Rind verwendet werden. • Nach ca. 3 Tagen, ggf. erneut bei Bedarf nach 12-14 Tagen, wird den Ferkeln eine Eiseninjektion verabreicht. • Versetzen erst nach gesicherter Kolostralmilchaufnahme. • Grundsätzlich gilt für das Ferkelversetzen: - Nicht in den ersten 12 Stunden versetzen (Kolostralmilchaufnahme), evtl. größere Ferkel wegsperren. - Frisch geborene Ferkel nicht an Sauen versetzen, die tags zuvor abgeferkelt haben. - Nie eine Woche alte Ferkel zurücksetzen an frisch abgeferkelte Sauen – Keimverschleppung! - Weitere Tipps zum Ferkelversetzen finden Sie in unserer picpraxis 2. - Bei Durchfallerkrankungen müssen die Ferkel rechtzeitig und gezielt behandelt werden.

pic-praxis die Informationsreihe der PIC

Jedes aufgezogene Ferkel zählt!

Gesundheit der Sau • Regelmäßig die Körpertemperatur der Sau kontrollieren, da eine zu hohe Temperatur ein Hinweis auf MMA sein kann.

Merke: Viele Faktoren beeinflussen die Zahl abgesetzter Ferkel: Mit der Belegung wird die erste Marke gesetzt, die in der dann folgenden Trächtigkeit gesichert werden muss. Die entscheidenden Verluste passieren im letzten Abschnitt der Trächtigkeit – Fehler in dieser Phase erhöhen die Anzahl tot geborener und/oder lebensschwacher Ferkel – und in den ersten drei Tagen nach der Geburt durch ungünstige Geburtsumstände. An vielen Schräubchen kann gedreht werden, um ein Maximum an Ferkeln gesund und wohlgenährt ins Flatdeck bringen zu können.

Für weitere Fragen, Anregungen und Tipps steht Ihnen gerne Ihr PIC-Außendienstfachberater zur Verfügung.

Die Wirtschaftlichkeit der Sauenhaltung wird maßgeblich durch die Anzahl der abgesetzten bzw. verkauften Ferkel je Sau und Jahr bestimmt. Denn jedes Prozent weniger an Ferkelverlusten bringt dem Landwirt bares Geld: Verschiedene Berechnungen haben gezeigt, dass ein Mehrerlös von ca. 7 Euro je Sau und Jahr ein Prozent weniger an Ferkelverlusten möglich ist. Betrachtet man allein die Auswertungen der deutschen Erzeugerringe der letzten 10 Jahre, so zeigt die Spannbreite zwischen den besten Betrieben mit durchschnittlich 12,9 % Verlusten zu 23,0 % bei den unteren Betrieben, dass hier noch enorme Reserven liegen. Das heißt aber auch, dass das genetische Potential für eine hohe Anzahl lebend geborener Ferkel in den modernen Sauenherkünften vorhanden ist, jedoch überdurchschnittliche Produktionsleistung nur durch optimales Management erzielt werden kann. Gerade in puncto Ferkelverluste kann hier an vielen Punkten angesetzt werden: Schon vor der Geburt wird der Grundstein für den späteren Erfolg gelegt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Verluste in den letzten Tagen vor (Totgeburten, Lebensschwäche) und den ersten drei Tagen nach der Geburt bis zu 60 % der Verluste bis zum Absetzen ausmachen. Während der Geburt gilt es, die guten Vorbereitungen zu nutzen und dann in der Säugeperiode die hohen Ferkelzahlen zu sichern. In dieser Ausgabe unserer pic-praxis-Reihe geben wir Ihnen Tipps und Anregungen, wie Sie in diesen drei Phasen noch erfolgreicher werden können.

PIC Deutschland GmbH Ratsteich 31 D-24837 Schleswig Telefon: 0 46 21/5 43-0 Telefax: 0 46 21/5 43 36 E-mail: pic.deutschland@pic.com Internet: www.picdeutschland.de

Vor der Geburt Fütterung • Fit, nicht fett: Grundsätzlich gilt, dass die Sauen in der Trächtigkeit nicht in Mastkondition gefüttert werden, da der erhöhte Fettansatz häufig verlängerte Geburten bedingt, die sich wiederum negativ auf die Vitalität der Ferkel auswirken. • Das entscheidende Wachstum der Föten – und besonders ihrer Bewegungsorgane – findet gerade im letzten Drittel der Trächtigkeit statt. Deshalb muss besonders in dieser Zeit die Versorgung der Sau optimal gestaltet werden.Vitale Ferkel sind schon kurz nach der Geburt so beweglich, dass sie früh mit der Kolostralmilchaufnahme beginnen. Empfohlen werden in dieser Phase bis zu 35 MJ ME je Sau und Tag eines praxisüblichen NT-Futters. Jedoch sind Fütterungskonzepte zur Steigerung der Geburtsgewichte der Ferkel umstritten und können bei überhöhten Futtermengen zur Verfettung der Sauen führen. • Etwa ab dem 108.Trächtigkeitstag wird die Sau i. d. R. in den Abferkelstall eingestallt und mit der Geburtsvorbereitung begonnen: Wird nicht ein spezielles Geburtsvorbereitungsfutter eingesetzt (mgl. Inhaltsstoffe: Traubenzucker, Bierhefe, Molkenpulver zur Absenkung des Harn-pHs, um MMA und Harnwegsinfektionen vorzubeugen sowie z. T. gekapselte Futtersäurengemische und Harnsäurern zur Absenkung der Schadkeime), so sollte zumindest das später eingesetzte Laktationsfutter mit Gerste oder Weizenkleie verschnitten oder – besonders bei MMA-Problemen – das NT-Futter bis ca. zwei Tage nach der Geburt weiter gefüttert werden. • Für ausreichende Energieaufnahme (40 bis 45 MJ ME/Tag) bei gleichzeitiger Vermeidung von Darmträgheit und/oder Verstopfung in der letzten Woche vor der Geburt sorgen. Bei Verstopfung helfen die bekannten "Hausmittel" wie Kleien, Leinmehl oder Glaubersalz. Generell hat die Umstellungsfütterung im Abferkelstall zum Ziel, eine schnell ablaufende Geburt, problemlose Rückbildung der Gebärmutter und eine unkomplizierte Anfütterung der Sau für die Laktation sowie MMA- und Coli-Vorbeugung zu unterstützen. • Treten Probleme mit MMA auf, hat sich die Futterreduktion vor der Geburt als günstig erwiesen. Ab dem 6. Tag vor dem Abferkeltermin sollte das Futter jeden Tag um ca. 0,5 kg reduziert werden. Am Tag der Geburt nur 1 kg füttern, ab dem 2.Tag nach der Abferkelung die Futterrationen wieder langsam steigern. Auch entlastet eine knappe Fütterung zur Geburt die Tiere, so dass sie wesentlich ruhiger sind. • Der Einsatz von beruhigend wirkenden Futterzusatzstoffen (z. B. Magnesiumfumarat) hat sich in Einzelfällen bewährt. • Das Futter muss hygienisch unbedenklich sein (Keim- und Mutterkorn-/Mykotoxingehalt). Das Futtersilo sollte daher regelmäßig komplett leer gefahren, gesäubert und kontrolliert werden. • Ausreichende Wasserversorgung – Wasser ist oft der "vergessene Nährstoff". • Ein hoher Gehalt an Mineralstoffverbindungen im Trinkwasser kann den Kalzium- und Phosphorhaushalt der Tiere negativ

10


beeinflussen. Verzögerte Geburten mit anschließendem Milchmangel können die Folge sein.

Rund um die Geburt Fütterung • Futterreduktion auf 1 bis max. 2 kg am Tag der Geburt (Geburtsvorbereitungs- oder Laktationsfutter). • Ggf. zur Stabilisierung des Kreislaufes unmittelbar nach der Geburt etwas Futter (Geburtsvorbereitungs- oder Laktationsfutter) und/ oder Traubenzucker verabreichen.

Gesundheitsprophylaxe • Es müssen grundsätzlich alle krankheitsbegünstigenden Faktoren wie Mangelernährung oder Haltungs- und Klimafehler konsequent ausgeschaltet werden. Unverzichtbar ist die lückenlose Einhaltung der Stallhygiene (Rein-Raus-System, Desinfektion, Reinigen des Abteils). • Es ist darauf zu achten,dass die Sauen alle betriebsspezifischen Impfungen (Parvo, Rotlauf, PRRS, Clostridien, Influenza) erhalten. Dies erhöht auch den Gehalt an Antikörpern im späteren Kolostrum. • Vor dem Umstallen in den Abferkelstall sollten alle Sauen vorher gründlich gewaschen werden. • Eine Parasitenprophylaxe ist empfehlenswert. Werfen Sie dazu einen Blick in die pic-praxis 3. • Treten Probleme mit MMA auf, so kann eine Prophylaxe (fünf Tage vor der Geburt bis fünf Tage nach der Geburt mit einem handelsüblichen Futterzusatz) hilfreich sein. • Keine Zugluft, um eine Abkühlung der Sauen (erhöhter Erhaltungsbedarf) und z. B. Harnwegsinfektionen zu vermeiden.

Haltung

• Raumtemperatur mindestens 18 °C-20 °C für die Sau. • Ferkelnesttemperatur 32 °C-36 °C in der ersten Woche, 26 °C30 ° C in der zweiten Woche (punktuelle Wärmequelle wie z. B. Rotlichtlampe, Fußbodenheizung, "Wasserbett" etc., da nicht das gesamte Abteil aufgeheizt werden soll, um eine Belastung der Sauen zu vermeiden). • Liegeverhalten der Ferkel beobachten. • Ausreichender Luftaustausch im Kopfbereich der Sau, da sie gerade während der Geburt und in der Laktation besonders viel Sauerstoff zur "Energieerzeugung" benötigt. • Abferkelpapier/-matte, damit die Ferkel schnell trocknen. • Wärmelampe hinter der Sau beim Abferkeln (WICHTIG: Wenn die Abferkelung abgeschlossen ist, die Lampe entfernen, da die Ferkel sonst nicht ins Nest gehen!).

Sozialkontakt

Gesundheit

• Werden Jungsauen während der Trächtigkeit im Kastenstand gehalten, sollten sie im Abferkelbereich möglichst in gleicher Reihenfolge wie auch im tragenden Bereich aufgestallt werden. • Ein Abferkelabteil möglichst nicht ausschließlich mit Jungsauen belegen. Die als erste im Abteil zur Abferkelung kommende Sau sollte eine Altsau sein.

Fütterungsregime für Sauen in Abhängigkeit von Produktionsphase und Kondition der Sau

aus:

Handbuch “Futter und Fütterung” der LWK Hannover und Futterberatungsdienst Hannover e.V.

Energieaufnahme in MJ/Sau und Tag

100

80

60

4 Tg

Einzeltierzulage nach Kondition

Flushing 6 Tg

40

Betriebszulage

20

Die ersten Minuten nach der Geburt

Trächtigkeitsfutter

t Ab se tz en

Ge bu r

85 .T ag

30 .T ag

gu

ng

0

le

Haltung • Die Sauenstände und Abferkelbuchten müssen den inzwischen sehr großrahmigen Sauen angemessen sein. • Es hat sich gezeigt, dass Bewegung in den letzten Wochen der Trächtigkeit einen positiven Einfluss auf die Geburtsdauer hat. Gleichzeitig "lockert" Bewegungsmöglichkeit die Psyche der Sauen auf und nimmt ihnen die Panik eingesperrt zu sein. • Werden Jungsauen in der Gruppenbucht am Längstrog gefüttert, müssen sie möglichst früh in den Abferkelbereich umgestallt werden. Ansonsten wird der Futterverteidigungsreflex dazu führen, dass neugeborene Ferkel, die in die Nähe des Troges gelangen, als Futterkonkurrenten erkannt und entsprechend abgewehrt werden.

Schema:

Be

• Regelmäßiger Kontakt zum Betreuungspersonal – nicht nur zur Fütterungszeit – fördert die Umgänglichkeit der Sauen. • Das Zusetzen von Kaninchen in die Abferkelbucht hat sich nur in Einzelfällen bewährt, ist jedoch aus seuchenhygienischen Gründen abzulehnen.

• Sauen verhalten sich ruhiger, wenn sie vor der Geburt etwas Zellstoff angeboten bekommen (Nestbautrieb). • Es empfiehlt sich, den Zeitpunkt des Geburtsbeginns auf der Stallkarte zu notieren. Zügige Geburten sichern vitale Ferkel. In der Regel kommen die Ferkel im Abstand von 10 - 30 Minuten zur Welt, eine normale Geburt erstreckt sich über 3,5 bis 4 h. Bei einer Zeitspanne von über 30 min nach der Geburt des letzten Ferkels sollte Geburtshilfe geleistet werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Ferkel unter einer gestörten Sauerstoffzufuhr leiden, da die Plazenta und/oder die Nabelschnur schon abgetrennt sein können, während die Ferkel noch im Geburtskanal stecken. Hierfür immer Geburtshandschuhe (Hygiene!) und Gleitcreme verwenden. Nach Abgang der Nachgeburt sollte bei Sauen, bei denen Geburtshilfe geleistet wurde, eine Uterusspülung durchgeführt werden. Ebenfalls zur endgültigen "Gebärmutterentleerung" trägt die Injektion eines Prostaglandin-Präparats ca. 36 Stunden nach der Geburt bei. So wird ein möglicher Nährboden für Gebärmutterinfektionen beseitigt und die Uterusrückbildung beschleunigt. • Bei verzögerter Geburt infolge schwacher oder fehlender Wehen kann gleichzeitig Oxytocin gegeben werden. • Spezielle Mittel können eine übersteigerte Wehentätigkeit in der Geburt regulieren, verkrampfte und dadurch enge Geburtswege lockern und weiten und so den Geburtsablauf normalisieren. • Bei nervösen Sauen kann ein "dämpfendes" Hintergrundgeräusch zur Entspannung der Tiere beitragen, bewährt haben sich hier "ruhige" Radiosender. Ansonsten sollte Ruhe herrschen und keine Behandlungsmaßnahmen wie Kastrieren an anderen Ferkeln des Abteils durchgeführt werden.

Geburtsvorbereitungsfutter

Belegung

Laktationsfutter

• Frühe und ausreichende Aufnahme von Kolostralmilch sind für die weitere Entwicklung der Ferkel von entscheidender Bedeutung. Die Ferkel müssen möglichst innerhalb der ersten 20 Minuten ans Gesäuge, notfalls sollten sie durch das Betreuungspersonal an die Zitzen gelegt werden. Bisweilen hilft auch ein


beeinflussen. Verzögerte Geburten mit anschließendem Milchmangel können die Folge sein.

Rund um die Geburt Fütterung • Futterreduktion auf 1 bis max. 2 kg am Tag der Geburt (Geburtsvorbereitungs- oder Laktationsfutter). • Ggf. zur Stabilisierung des Kreislaufes unmittelbar nach der Geburt etwas Futter (Geburtsvorbereitungs- oder Laktationsfutter) und/ oder Traubenzucker verabreichen.

Gesundheitsprophylaxe • Es müssen grundsätzlich alle krankheitsbegünstigenden Faktoren wie Mangelernährung oder Haltungs- und Klimafehler konsequent ausgeschaltet werden. Unverzichtbar ist die lückenlose Einhaltung der Stallhygiene (Rein-Raus-System, Desinfektion, Reinigen des Abteils). • Es ist darauf zu achten,dass die Sauen alle betriebsspezifischen Impfungen (Parvo, Rotlauf, PRRS, Clostridien, Influenza) erhalten. Dies erhöht auch den Gehalt an Antikörpern im späteren Kolostrum. • Vor dem Umstallen in den Abferkelstall sollten alle Sauen vorher gründlich gewaschen werden. • Eine Parasitenprophylaxe ist empfehlenswert. Werfen Sie dazu einen Blick in die pic-praxis 3. • Treten Probleme mit MMA auf, so kann eine Prophylaxe (fünf Tage vor der Geburt bis fünf Tage nach der Geburt mit einem handelsüblichen Futterzusatz) hilfreich sein. • Keine Zugluft, um eine Abkühlung der Sauen (erhöhter Erhaltungsbedarf) und z. B. Harnwegsinfektionen zu vermeiden.

Haltung

• Raumtemperatur mindestens 18 °C-20 °C für die Sau. • Ferkelnesttemperatur 32 °C-36 °C in der ersten Woche, 26 °C30 ° C in der zweiten Woche (punktuelle Wärmequelle wie z. B. Rotlichtlampe, Fußbodenheizung, "Wasserbett" etc., da nicht das gesamte Abteil aufgeheizt werden soll, um eine Belastung der Sauen zu vermeiden). • Liegeverhalten der Ferkel beobachten. • Ausreichender Luftaustausch im Kopfbereich der Sau, da sie gerade während der Geburt und in der Laktation besonders viel Sauerstoff zur "Energieerzeugung" benötigt. • Abferkelpapier/-matte, damit die Ferkel schnell trocknen. • Wärmelampe hinter der Sau beim Abferkeln (WICHTIG: Wenn die Abferkelung abgeschlossen ist, die Lampe entfernen, da die Ferkel sonst nicht ins Nest gehen!).

Sozialkontakt

Gesundheit

• Werden Jungsauen während der Trächtigkeit im Kastenstand gehalten, sollten sie im Abferkelbereich möglichst in gleicher Reihenfolge wie auch im tragenden Bereich aufgestallt werden. • Ein Abferkelabteil möglichst nicht ausschließlich mit Jungsauen belegen. Die als erste im Abteil zur Abferkelung kommende Sau sollte eine Altsau sein.

Fütterungsregime für Sauen in Abhängigkeit von Produktionsphase und Kondition der Sau

aus:

Handbuch “Futter und Fütterung” der LWK Hannover und Futterberatungsdienst Hannover e.V.

Energieaufnahme in MJ/Sau und Tag

100

80

60

4 Tg

Einzeltierzulage nach Kondition

Flushing 6 Tg

40

Betriebszulage

20

Die ersten Minuten nach der Geburt

Trächtigkeitsfutter

t Ab se tz en

Ge bu r

85 .T ag

30 .T ag

gu

ng

0

le

Haltung • Die Sauenstände und Abferkelbuchten müssen den inzwischen sehr großrahmigen Sauen angemessen sein. • Es hat sich gezeigt, dass Bewegung in den letzten Wochen der Trächtigkeit einen positiven Einfluss auf die Geburtsdauer hat. Gleichzeitig "lockert" Bewegungsmöglichkeit die Psyche der Sauen auf und nimmt ihnen die Panik eingesperrt zu sein. • Werden Jungsauen in der Gruppenbucht am Längstrog gefüttert, müssen sie möglichst früh in den Abferkelbereich umgestallt werden. Ansonsten wird der Futterverteidigungsreflex dazu führen, dass neugeborene Ferkel, die in die Nähe des Troges gelangen, als Futterkonkurrenten erkannt und entsprechend abgewehrt werden.

Schema:

Be

• Regelmäßiger Kontakt zum Betreuungspersonal – nicht nur zur Fütterungszeit – fördert die Umgänglichkeit der Sauen. • Das Zusetzen von Kaninchen in die Abferkelbucht hat sich nur in Einzelfällen bewährt, ist jedoch aus seuchenhygienischen Gründen abzulehnen.

• Sauen verhalten sich ruhiger, wenn sie vor der Geburt etwas Zellstoff angeboten bekommen (Nestbautrieb). • Es empfiehlt sich, den Zeitpunkt des Geburtsbeginns auf der Stallkarte zu notieren. Zügige Geburten sichern vitale Ferkel. In der Regel kommen die Ferkel im Abstand von 10 - 30 Minuten zur Welt, eine normale Geburt erstreckt sich über 3,5 bis 4 h. Bei einer Zeitspanne von über 30 min nach der Geburt des letzten Ferkels sollte Geburtshilfe geleistet werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass die Ferkel unter einer gestörten Sauerstoffzufuhr leiden, da die Plazenta und/oder die Nabelschnur schon abgetrennt sein können, während die Ferkel noch im Geburtskanal stecken. Hierfür immer Geburtshandschuhe (Hygiene!) und Gleitcreme verwenden. Nach Abgang der Nachgeburt sollte bei Sauen, bei denen Geburtshilfe geleistet wurde, eine Uterusspülung durchgeführt werden. Ebenfalls zur endgültigen "Gebärmutterentleerung" trägt die Injektion eines Prostaglandin-Präparats ca. 36 Stunden nach der Geburt bei. So wird ein möglicher Nährboden für Gebärmutterinfektionen beseitigt und die Uterusrückbildung beschleunigt. • Bei verzögerter Geburt infolge schwacher oder fehlender Wehen kann gleichzeitig Oxytocin gegeben werden. • Spezielle Mittel können eine übersteigerte Wehentätigkeit in der Geburt regulieren, verkrampfte und dadurch enge Geburtswege lockern und weiten und so den Geburtsablauf normalisieren. • Bei nervösen Sauen kann ein "dämpfendes" Hintergrundgeräusch zur Entspannung der Tiere beitragen, bewährt haben sich hier "ruhige" Radiosender. Ansonsten sollte Ruhe herrschen und keine Behandlungsmaßnahmen wie Kastrieren an anderen Ferkeln des Abteils durchgeführt werden.

Geburtsvorbereitungsfutter

Belegung

Laktationsfutter

• Frühe und ausreichende Aufnahme von Kolostralmilch sind für die weitere Entwicklung der Ferkel von entscheidender Bedeutung. Die Ferkel müssen möglichst innerhalb der ersten 20 Minuten ans Gesäuge, notfalls sollten sie durch das Betreuungspersonal an die Zitzen gelegt werden. Bisweilen hilft auch ein


"Melken" ins Maul, um den Saugreflex auszulösen. • Frühe Kolostrumaufnahme ist deshalb besonders wichtig, weil die Resorption der in ihr enthaltenen Immunglobuline in den ersten Stunden nach der Geburt stark abnimmt – Reduzierung der Aufnahmefähigkeit nach 12 Stunden um 50 %. Zudem sinkt die Körpertemperatur der Ferkel nach der Geburt bei verspäteter Kolostrumaufnahme schneller, solche Ferkel verlieren an Vitalität und werden auch leichter erdrückt. • Bei scheinbar tot geborenen Ferkeln ist für kurze Zeit noch ein Herzschlag feststellbar, hier hilft bei einem Drittel der Fälle eine Massage des Brustkorbs, um die Atmung zu aktivieren. • Kleinere und somit weniger vitale Ferkel sind nicht ausreichend kräftig und erhalten eher die benötigte Menge an Kolostrum, wenn sie an die vorderen Zitzen, die besonders große Mengen Kolostrum abgeben, angesetzt werden. • Nach der Geburt müssen die Ferkel möglichst schnell trocknen, d. h. dass die schwächeren ggf. abgetrocknet und ins Ferkelnest gelegt werden sollten. • In den ersten 12 Stunden sollte den Ferkeln kein weiterer Stress, mit Ausnahme von der Geburt und der Milchaufnahme zugemutet werden, also keine – außer nicht verschiebbare – Behandlungen durchführen. Die erste Woche nach der Abferkelung Fütterung • In der ersten Woche nach der Geburt wird die Futterration für die Sau langsam wieder erhöht und das Vorbereitungsfutter allmählich mit dem Laktationsfutter verschnitten. • Faustregel: 1,5 kg + 0,5 kg/Ferkel, aber "Das Auge füttert mit"! Eine zu schnelle Anfütterung kann auch einen Einbruch in der Futteraufnahme provozieren, Folge ist ein verstärkter Körperfettabbau, ein Anstieg des Fettgehalts in der Sauenmilch und womöglich Durchfall bei den Ferkeln. Optimale Futterhygiene und hochverdauliche Inhaltsstoffe ermöglichen es, die Energieaufnahme und das Futteraufnahmevermögen in Einklang zu bringen. • Für eine hinreichende Milchproduktion ist die Wasserversorgung besonders wichtig. Zusätzliche Wassergaben in den Trog per Gießkanne oder Schlauch haben zumeist eine positive Wirkung. Um den Zeitpunkt des Ferkelns säuft eine Sau bis zu 50 l/Tag. • Durch eine gute Geburtshygiene und Zulagen von Vitamin E (50–60 IE/kg) sowie Selen von 0,1 mg/kg können Mastritis, Metritis und auch Ferkelverlusten wirksam vorgebeugt werden. Die Vitamine A, C, D3 und E sind wichtige Stimulatoren des Immunsystems, d.h.dass Sauen und Ferkel eine entsprechende Zulage erhalten sollten. Bei Ferkeln hat sich die orale Gabe eines Vitaminpräparats bewährt. Haltung • Die Wärmezufuhr für das Ferkelnest dem Wärmebedarf der wachsenden Ferkel anpassen, sowohl zu warme als auch zu kalte Ferkelnester provozieren Nestflucht und erhöhte Erdrückungsverluste. • Ausreichend Tageslicht wirkt sich stressmindernd für die Sauen aus. • Bei Sauen, die Probleme haben sich hinzulegen, hat es sich bewährt, eine Anti-Rutsch-Matte aus Gummi im hinteren Drittel der Sau auszulegen. Dadurch kann sie sich vorsichtiger hinlegen, und Erdrückungsverluste werden vermieden.

Gesundheit der Ferkel • Bei Milchmangel oder MMA-Erkrankung der Sau sollte rechtzeitig ein entsprechender Sauenmilchersatz zum Einsatz kommen. Es kann auch Biestmilch vom Rind verwendet werden. • Nach ca. 3 Tagen, ggf. erneut bei Bedarf nach 12-14 Tagen, wird den Ferkeln eine Eiseninjektion verabreicht. • Versetzen erst nach gesicherter Kolostralmilchaufnahme. • Grundsätzlich gilt für das Ferkelversetzen: - Nicht in den ersten 12 Stunden versetzen (Kolostralmilchaufnahme), evtl. größere Ferkel wegsperren. - Frisch geborene Ferkel nicht an Sauen versetzen, die tags zuvor abgeferkelt haben. - Nie eine Woche alte Ferkel zurücksetzen an frisch abgeferkelte Sauen – Keimverschleppung! - Weitere Tipps zum Ferkelversetzen finden Sie in unserer picpraxis 2. - Bei Durchfallerkrankungen müssen die Ferkel rechtzeitig und gezielt behandelt werden.

pic-praxis die Informationsreihe der PIC

Jedes aufgezogene Ferkel zählt!

Gesundheit der Sau • Regelmäßig die Körpertemperatur der Sau kontrollieren, da eine zu hohe Temperatur ein Hinweis auf MMA sein kann.

Merke: Viele Faktoren beeinflussen die Zahl abgesetzter Ferkel: Mit der Belegung wird die erste Marke gesetzt, die in der dann folgenden Trächtigkeit gesichert werden muss. Die entscheidenden Verluste passieren im letzten Abschnitt der Trächtigkeit – Fehler in dieser Phase erhöhen die Anzahl tot geborener und/oder lebensschwacher Ferkel – und in den ersten drei Tagen nach der Geburt durch ungünstige Geburtsumstände. An vielen Schräubchen kann gedreht werden, um ein Maximum an Ferkeln gesund und wohlgenährt ins Flatdeck bringen zu können.

Für weitere Fragen, Anregungen und Tipps steht Ihnen gerne Ihr PIC-Außendienstfachberater zur Verfügung.

Die Wirtschaftlichkeit der Sauenhaltung wird maßgeblich durch die Anzahl der abgesetzten bzw. verkauften Ferkel je Sau und Jahr bestimmt. Denn jedes Prozent weniger an Ferkelverlusten bringt dem Landwirt bares Geld: Verschiedene Berechnungen haben gezeigt, dass ein Mehrerlös von ca. 7 Euro je Sau und Jahr ein Prozent weniger an Ferkelverlusten möglich ist. Betrachtet man allein die Auswertungen der deutschen Erzeugerringe der letzten 10 Jahre, so zeigt die Spannbreite zwischen den besten Betrieben mit durchschnittlich 12,9 % Verlusten zu 23,0 % bei den unteren Betrieben, dass hier noch enorme Reserven liegen. Das heißt aber auch, dass das genetische Potential für eine hohe Anzahl lebend geborener Ferkel in den modernen Sauenherkünften vorhanden ist, jedoch überdurchschnittliche Produktionsleistung nur durch optimales Management erzielt werden kann. Gerade in puncto Ferkelverluste kann hier an vielen Punkten angesetzt werden: Schon vor der Geburt wird der Grundstein für den späteren Erfolg gelegt. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Verluste in den letzten Tagen vor (Totgeburten, Lebensschwäche) und den ersten drei Tagen nach der Geburt bis zu 60 % der Verluste bis zum Absetzen ausmachen. Während der Geburt gilt es, die guten Vorbereitungen zu nutzen und dann in der Säugeperiode die hohen Ferkelzahlen zu sichern. In dieser Ausgabe unserer pic-praxis-Reihe geben wir Ihnen Tipps und Anregungen, wie Sie in diesen drei Phasen noch erfolgreicher werden können.

PIC Deutschland GmbH Ratsteich 31 D-24837 Schleswig Telefon: 0 46 21/5 43-0 Telefax: 0 46 21/5 43 36 E-mail: pic.deutschland@pic.com Internet: www.picdeutschland.de

Vor der Geburt Fütterung • Fit, nicht fett: Grundsätzlich gilt, dass die Sauen in der Trächtigkeit nicht in Mastkondition gefüttert werden, da der erhöhte Fettansatz häufig verlängerte Geburten bedingt, die sich wiederum negativ auf die Vitalität der Ferkel auswirken. • Das entscheidende Wachstum der Föten – und besonders ihrer Bewegungsorgane – findet gerade im letzten Drittel der Trächtigkeit statt. Deshalb muss besonders in dieser Zeit die Versorgung der Sau optimal gestaltet werden.Vitale Ferkel sind schon kurz nach der Geburt so beweglich, dass sie früh mit der Kolostralmilchaufnahme beginnen. Empfohlen werden in dieser Phase bis zu 35 MJ ME je Sau und Tag eines praxisüblichen NT-Futters. Jedoch sind Fütterungskonzepte zur Steigerung der Geburtsgewichte der Ferkel umstritten und können bei überhöhten Futtermengen zur Verfettung der Sauen führen. • Etwa ab dem 108.Trächtigkeitstag wird die Sau i. d. R. in den Abferkelstall eingestallt und mit der Geburtsvorbereitung begonnen: Wird nicht ein spezielles Geburtsvorbereitungsfutter eingesetzt (mgl. Inhaltsstoffe: Traubenzucker, Bierhefe, Molkenpulver zur Absenkung des Harn-pHs, um MMA und Harnwegsinfektionen vorzubeugen sowie z. T. gekapselte Futtersäurengemische und Harnsäurern zur Absenkung der Schadkeime), so sollte zumindest das später eingesetzte Laktationsfutter mit Gerste oder Weizenkleie verschnitten oder – besonders bei MMA-Problemen – das NT-Futter bis ca. zwei Tage nach der Geburt weiter gefüttert werden. • Für ausreichende Energieaufnahme (40 bis 45 MJ ME/Tag) bei gleichzeitiger Vermeidung von Darmträgheit und/oder Verstopfung in der letzten Woche vor der Geburt sorgen. Bei Verstopfung helfen die bekannten "Hausmittel" wie Kleien, Leinmehl oder Glaubersalz. Generell hat die Umstellungsfütterung im Abferkelstall zum Ziel, eine schnell ablaufende Geburt, problemlose Rückbildung der Gebärmutter und eine unkomplizierte Anfütterung der Sau für die Laktation sowie MMA- und Coli-Vorbeugung zu unterstützen. • Treten Probleme mit MMA auf, hat sich die Futterreduktion vor der Geburt als günstig erwiesen. Ab dem 6. Tag vor dem Abferkeltermin sollte das Futter jeden Tag um ca. 0,5 kg reduziert werden. Am Tag der Geburt nur 1 kg füttern, ab dem 2.Tag nach der Abferkelung die Futterrationen wieder langsam steigern. Auch entlastet eine knappe Fütterung zur Geburt die Tiere, so dass sie wesentlich ruhiger sind. • Der Einsatz von beruhigend wirkenden Futterzusatzstoffen (z. B. Magnesiumfumarat) hat sich in Einzelfällen bewährt. • Das Futter muss hygienisch unbedenklich sein (Keim- und Mutterkorn-/Mykotoxingehalt). Das Futtersilo sollte daher regelmäßig komplett leer gefahren, gesäubert und kontrolliert werden. • Ausreichende Wasserversorgung – Wasser ist oft der "vergessene Nährstoff". • Ein hoher Gehalt an Mineralstoffverbindungen im Trinkwasser kann den Kalzium- und Phosphorhaushalt der Tiere negativ

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