Issuu on Google+

Den Åbne Ornestation A/S: - Die einzige KB Station Dänemarks, die Piétrain-Sperma vertreibt… Eine Stellungnahme von Per Rosenkrantz Fuglsang – Geschäftsführer der Station in Bendixhøj „Im Jahr 2006 haben wir in Dänemark 'Den Åbne Ornestation' – 'die offene Besamungsstation' – (DÅO) in Bendixhøj gegründet. Beteiligt sind 19 Gesellschafter, bei denen es sich hauptsächlich um dänische Landwirte handelt. Bis dahin wurde diese Station von der Pig Improvement Company (PIC) betrieben, die sich jedoch auf Betreiben der neuen Muttergesellschaft, Genus plc, von diesem Objekt trennen wollte. Um dem Monopol, das durch die DanZucht in Dänemark besteht, entgegenzuwirken und um PIC-Genetik als sehr gute Alternative beibehalten zu können, habe ich mich für das Projekt 'Den Åbne Ornestation A/S' entschieden und stehe 100%ig dahinter. Die PIC hat im Jahr 2000 das Zuchtziel auf robustere und widerstandsfähigere Sauen gesetzt, vor allem vor dem Hintergrund der zunehmenden Gruppenhaltungssysteme. Ich befürworte dieses Zuchtziel sehr und kann den Erfolg bisher nur bestätigen: Mit nur 6 – 8 % Verlusten bei den Sauen liegen wir in unseren Betrieben deutlich unter dem Landesmittel; Schulterverletzungen treten auf meinem Betrieb überhaupt nicht auf. Bei einem Landesdurchschnitt von ca. 25 % Sauenverlusten muss man sich vor Augen führen, dass dies einen Verlust von rund 250.000 Dkr (ca. 33.500 €) durch den Produktionsausfall sowie die höheren Kosten aufgrund der Entsorgung durch die Tierkörperbeseitigung bedeutet, gar nicht zu reden von den unangenehmen Arbeiten, die mit den hohen Verluste verbunden sind.


Wir haben auf der Besamungsstation in Bendixhøj circa 120 Eber, aufgeteilt in Reinzuchtund Endstufen-Eber. Bei den Endstufenebern bieten wir Sperma von PIC-Duroc-Ebern aus Kanada sowie von deutschen und kanadischen PIC-Piétrain-Ebern an. Seit 2007 ist auch ein Kreuzungseber (60 % Duroc, 40 % Piétrain) im Programm, von dem wir uns viel versprechen. Als Reinzuchteber stehen Landrasse-, Yorkshire- und Duroc-Eber der PIC zur Verfügung. Alle Eber werden nach den Anforderungen des dänischen Marktes ausgewählt; speziell für diesen Zweck wurde in Zusammenarbeit mit einem Berater der PIC Deutschland ein Zuchtindex errechnet, nach dem die Tiere selektiert werden. Die Diskussion über die Schulterverletzungen der Sauen muss ernst genommen werden, da diese Problematik gerade in naher Zukunft mehr und mehr an Bedeutung gewinnen wird (auch ich persönlich denke, dass wir in Zukunft mehr Probleme damit haben werden). Dieses wird durch Untersuchungen, die von der PIC auf dänischen Schlachthöfen durchgeführt wurden, bestätigt. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass PIC-Sauen tendenziell weniger Schulterprobleme aufweisen als DanZucht-Sauen, aber das ist nicht der springende Punkt…. Wir können dadurch Marktanteile gewinnen, dass DanZucht es versäumt hat, bei ihrer Zucht die Robustheit der Sauen zu berücksichtigen. Das Merkmal LG5 (lebende Ferkel am fünften Tag) ist zwar gut, aber was ist mit der Robustheit …? Und was ist mit der Tiergesundheit bzw. dem Tierschutz …? Ich kann mir gut vorstellen, dass DanZucht die Kosten, die den Landwirten durch Schulterprobleme und schwache Fundamente entstehen, in Zukunft erstatten wird. Sowohl die Schulterprobleme als auch die Fundamentschwächen sind Schäden, die durch das System, dem wir in Dänemark unterliegen, bedingt sind. (Man könnte die Sauen auch in Kastenständen aufstallen und aus der Gruppenhaltung ausschließen, dann kommen wir auch einige Jahre mit DanZucht-Sauen zurecht, wenn es keinen Kontrollbesuch des Veterinärs gibt. Sobald es jedoch zu einem solchen kommt, fällt der Hammer, und die dänischen Landwirte kommen mit negativen Schlagzeilen ins Fernsehen). Einige Leute sind der Auffassung, dass die Schulterprobleme durch Managementfehler (z.B. fehlende Gummimatten) bedingt sind, - als ob die vielen tüchtigen Betriebsleiter, die wir im Land haben, sich erst seit gestern mit dieser Problematik herumschlagen würden…. Das kann nicht sein! Meine Mitarbeiter brauchen nur ein bisschen Blauspray, mit dem sie kleine Scheuerstellen an den Schultern von Erstlingssauen behandeln, die zum Ende der Säugephase 14 Ferkel mit einem durchschnittlichen Gewicht von 9,5 kg säugen. In anderen Produktionsabschnitten haben wir überhaupt keine Probleme mit Schulterverletzungen. Unsere Gruppenhaltung zeigen wir mit großer Freude. Wenn wir unerwarteten Besuch von der Veterinärkontrolle haben, gibt es fast nie etwas auszusetzen. Das freut auch die Mitarbeiter. Aber ich will nicht nur Negatives über DanZucht sagen. Wenn man allerdings so extrem auf lebend geborene Ferkel züchtet, dann leiden andere Dinge darunter. Wenn man in einem Zeitraum von fünf Jahren die Verlustrate von abgesetzten Sauen von 25 % auf 19 % senken will, dann ist das auch nach Meinung der Fernsehumfragen, die wir heutzutage haben, kein Fortschritt. Andererseits ist es ja auch gut, dass DanZucht auf diese Merkmale lange Jahre nicht züchten konnte/gezüchtet hat (siehe Erfolge in der Wurfgröße). Allerdings gerade vor dem Hintergrund der derzeitigen Diskussionen ist diese einseitige Zucht in der Vergangenheit für uns jetzt richtig gut!


Die PIC hat ein übergeordnetes Zuchtziel: die höchstmögliche Anzahl verkaufter Schlachtschweine pro Sau und Jahr. Mit anderen Worten: Für die PIC zählt die Gesamtwirtschaftlichkeit. Deshalb bietet die PIC verschiedene Endstufeneber an, um auf die unterschiedlichen Marktanforderungen flexibel reagieren zu können. Und es gibt bedeutende Unterschiede, wie diese Ferkel wachsen und sich verhalten (Berater in der Schweinebranche hören nur Gutes von ihnen). Ein Duroc-Ferkel und ein Piétrain-Ferkel sind nicht gleich und dürfen deshalb auch nicht identisch gefüttert werden. Gleiches gilt, wenn ein Duroc-Eber der PIC und ein Duroc-Eber der DanZucht verglichen werden. Das hat nichts mit Stressstabilität, unterschiedlichen Magerfleischanteilen oder der Vitalität der Ferkel zu tun. Aber wenn Sie ein Ferkel unter Stress setzen wollen, dann geben Sie ihm billiges Futter, belegen Sie die Buchten über oder vergessen Sie, den Ferkeln Beschäftigungsmaterial anzubieten; damit sind alle Voraussetzungen für „ein perfekt gestresstes Ferkel“ gegeben. In diesem Fall ist es auch völlig bedeutungslos, ob das Ferkel von der PIC oder von DanZucht kommt. Für das, was Sie gestern gemacht haben, werden Sie morgen das Resultat bekommen. Was hilft es uns, wenn man in unserem „Musterland“ Dänemark nicht in der Lage ist, die Genetik zu finden, mit der Tiere so robust produziert werden können, dass sie mit dem System, dem wir in Dänemark unterliegen, zurechtkommen. Wir sollten langfristig denken und nicht blind auf die hohe Anzahl lebend geborener Ferkel starren, das bringt nichts. Wir sind stolz, dass man uns als ein qualifiziertes Volk einschätzt. Das Resultat ist aber, dass wir die vielen lebend geborenen Ferkel nicht am Leben erhalten können und wir außerdem zu viel Geld benötigen, um sie aufzuziehen. Die wirtschaftliche Lage ist nicht ohne Grund angespannt. Ich bin der Meinung, dass DanZucht sich folgendes Zuchtziel setzen sollte: Die größtmögliche Menge an Fleisch für den Verbraucher je Sau und Jahr auf die kostengünstigste Weise Art und Weise zu produzieren (das ist praktisch das umformulierte Zuchtziel der PIC). Dieses Zuchtziel hätte eine Zukunft und ließe sich wirtschaftlich darstellen. Es gibt keine Zukunft für einen Einsatz immenser finanzieller Mittel, um die Ferkel am Leben zu erhalten, wenn diese letztendlich nicht geschlachtet werden können und obendrein die Verlustrate bei den Sauen zu hoch ist. Die Gehälter werden in Dänemark nicht zurückgehen, aber was ist mit der Anzahl an Fachpersonal? Die PIC hat mich vor Kurzem in die USA eingeladen, um amerikanischen Landwirten über die dänischen Gruppenhaltungssysteme zu berichten. Die PIC USA veranstaltet jedes Jahr eine zweitägige Veranstaltung für ihre Kunden. Dort werden vor allem Themen rund um die Tiergesundheit diskutiert, die auch in den USA immer mehr an Bedeutung gewinnen. Die Kunden legen einen verstärkten Wert auf die Tiergesundheit und fordern auch aus diesem Grund robustere und widerstandsfähigere Sauen. Sie haben Exportanteile nach Mexiko verloren, dafür sind aber die Exporte nach Osteuropa angestiegen. Es waren 110 Landwirte anwesend, die insgesamt 5,5 Millionen Sauen repräsentierten, und ich stand da als Däne, aus einem Land kommend, in dem es nur 1,1 Millionen Sauen im ganzen Land gibt. Da ist es aufgrund der unterschiedlichen Größenverhältnisse völlig klar, dass wir ein anderes System haben. Wir haben unter anderem einen Vermehrungsbetrieb mit 1.100 Sauen besucht, auf dem ich sehen konnte, wie ihre neuen Kreuzungseber - 380 PD (Piétrain x Duroc) - aussehen.


Auf der Veranstaltung hat die PIC USA wenig über ihre zukünftigen Zuchtmethoden preisgegeben. Aber einige Zuchtziele haben sie schon dargestellt: Mit 1.100 g täglicher Zunahme und einer Futterverwertung von 1 : 2,29 kg in der Mast sind diese hoch gesteckt. Die Realisierung dieses Zuchtziels wird für 2010 angestrebt. Dieses hohe Zuchtziel wird dadurch begründet, dass die Preise für Mais und Getreide zukünftig aufgrund einer immer weiter zunehmenden Ethanolherstellung ansteigen werden. Die DNA-Analyse gewinnt immer mehr an Bedeutung, um die Selektion der besten Tiere zu ermöglichen und so den größtmöglichen Zuchtfortschritt zu erzielen. Dabei werden unterschiedliche DNA-Analysen verschieden gewichtet. Das waren einige richtig gute Veranstaltungstage, die ich während meiner ersten Reise in die USA hatte. Ich hoffe sehr, dass wir alle in Zukunft eine positivere Aufmerksamkeit bekommen werden, dann wird sich unsere Stimmungslage auch wieder aufhellen. Aber das wird nicht von allein passieren, sondern jeder muss seinen Teil dazu beitragen!"

Bøgely Svineproduktion - die Fakten • •

• •

• • • •

Eigentümer: Per Rosenkrantz Fuglsang Produktion: 1.100 Sauen in Gruppenhaltung (Bodenfütterung) auf dem Hauptbetrieb Bøgely und Verkauf von Aufzuchtferkeln (30 kg); eigene Jungsauenremontierung und Produktion von jährlich 1.500 Schlachtschweinen auf einem anderen Betrieb (Skovhus Vestergård). Ackerbau: 140 ha; Bewirtschaftung durch ein Lohnunternehmen Im Jahr 2006 wurde eine mobile Gülleseparierungsanlage für beide Betriebe in Betrieb genommen. Diese Anlage von Kemira reduziert den Stickstoffgehalt der Gülle um 40 %, das entspricht für eine Schweineanlage wie Bøgely einer Reduzierung der Nachweisflächen auf 142 ha. Der Betrieb hat fünf fest angestellte dänische Mitarbeiter – zwei Betriebsleiter, zwei Futtermeister, einen Auszubildenden sowie einige Teilzeitkräfte. Nach einer Änderung des Absetztags liegt die durchschnittliche Wurfgröße bei effektiv 14,5 Ferkeln pro Sau. Das Gewicht der Ferkel am 28. Tag beträgt durchschnittlich 8,5 kg. Erwartet werden mindestens 28 abgesetzte Ferkel pro Sau und Jahr. Ein Bauantrag ist bei der Gemeinde eingereicht. Geplant ist eine Erweiterung des Betriebes auf 1.600 Sauen sowie die Produktion von 50.000 30 kg-Ferkeln. Der Hauptbetrieb liegt bei Sinding in der Nähe von Silkeborg, der zweite Betrieb etwa 7 km weiter nördlich.

y y

erschienen in SVINEPRODUZENTEN, Ausgabe 4/2007, S. 16/17 übersetzt durch Kerstin Reiners und Barbara Berger, PIC


/den_abne_ornestation_a_s