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PHOTO PRESSE vom 14. März 2014

+ Isarfoto Galerie. Frank Rossbach + Fotomarkt. Breiter, stärker, komplexer + europafoto. Der neue Spaß am Verkaufen + Essay. Das Foto im Internetzeitalter + Bildjournalismus. Die Fotografie hat Alzheimer + Jimmy Nelson. Before They Pass Away

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Fokus Lichttechnik [2]

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PHOTO PRESSE - Klie Verlagsgesellschaft mbH - Willi-Eichler-Straße 11 - 37079 Göttingen

© Klie Verlagsgesellschaft mbH Veröffentlichung und Weiterverbreitung dieses Dokumentes und seiner Inhalte sind nur mit Zustimmung des Verlages gestattet. Zuwiderhandlungen sind strafbar


Inhalt

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Titelbild: © Jimmy Nelson, Bodita, Arboshash & Nirjuda, Dassanech Tribe, Omorate Village, Southern Omo Valley, Ethiopia, 2011. Bitte beachten Sie hierzu unseren Beitrag ab Seite 36.

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standpunkt Friedrun Reinhold Das Plagiat – eine Frage der Ehre

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ISARFOTO GALERIE Frank Rossbach

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magazin News und Meldungen aus der Fotobranche

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BRANCHE Deutscher Foto- und Imagingmarkt 2013 Breiter, stärker, komplexer

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HANDEL europafoto Der neue Spaß am Verkaufen

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FOKUS LICHTTECHNIK [2] LED-Dauerlicht Flexibles Licht für Film und Foto Manfrotto Neue Licht-Momente im Profi-Alltag Interview Premium-Zubehör wird immer interessanter

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PROFESSIONAL Essay Bilder, Brot und Spiele: Ein Foto kommt selten allein Bildjournalismus Die Fotografie hat Alzheimer Meldungen Ein Bild – zwei Meinungen Steven Haberland. Der Pianist

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KULTUR Camera Work | CWC Gallery Jimmy Nelson. Before They Pass Away

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PRODUKTE Nikon 4DS Das neue ultimative Profiwerkzeug Sony Alpha 6000 Im Rausch der Geschwindigkeit Meldungen

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IMPRESSUM

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Anzeigen

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tagesaktuell auch www.photopresse.de unter www.photopresse.de tagesaktuell auch unter Redaktionsbüro (Zentrale) Hagen Klie/DGPh hklie@photopresse.de Hanni Käfer-Klie kaefer_klie@photopresse.de

Redaktionsbüro Wolfgang Heinen

Anzeigen-Abteilung Yvonne Scholz Email: zentrale@photopresse.de

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In den Flachten 10 D-53639 Königswinter Telefon: +49 2223 9093-86 Telefax: +49 02223 9093-87 Email: wheinen@photopresse.de

Abo-Service Buchhaltung Marina Wagener Email: mwagener@photopresse.de

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Leitung Anzeigenverkauf Alexandra Tackenberg

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STANDPUNKT

Friedrun Reinhold

Das Plagiat – eine Frage der Ehre

Foto: Winfried Tiede

Ein Plagiat (aus lateinisch plagiarius „Seelenverkäufer, Menschenräuber“) ist die Anmaßung fremder geistiger Leistungen. Zum Beispiel, indem ein Fotograf das Motiv eines Kollegen nachfotografiert. Friedrun Reinhold hat eine solche Erfahrung gemacht. Anlass für ein paar grundsätzliche Überlegungen. Stellen Sie sich bitte folgendes Szenario vor: Ihnen kommt ein Foto bekannt vor. Sie wissen, dass Sie es eigentlich gemacht haben, aber irgendetwas stört. Das Portrait einer jungen Frau, die sich eine blaue Maske vor die Augen hält, mit Strass Schmuck und sehr rot geschminkten Lippen, die Schulter leicht umhüllt von einer blauen Federboa. Ganz abgesehen davon, dass Sie es auf einer 18/1 Vollformatfläche in einer deutschen Großstadt entdecken, eingebettet in ein geschmackloses Ensemble von Pferden, Schloss und Morgennebel. So erging es mir im letzten Jahr. Ich forschte weiter und rief in der Marketingabteilung des betreffenden Unternehmens an – es handelt sich um ein Theater – um zu ergründen, wie es zu diesem Bild kam. Dort stieß ich mit meiner Frage auf Unverständnis und wurde sehr rüde an die betreuende Werbeagentur verwiesen. Auch dort bekam ich keine Auskunft.

Sachlage leider nicht immer. Die Grenzen zwischen Ähnlichkeit und Plagiat sind fließend und klare Regeln sind nur sehr selten zu definieren. Selbst der vielzitierte Begriff der „Schöpfungshöhe“ ist diffus. Uns als Fotografen sollte es nur darum gehen, kopiert zu werden und nicht darum, andere Kollegen zu kopieren. Schon Cartier-Bresson hat sich von der Illusion des „noch nie gemachten“ Bildes verabschiedet. Doch gerade in Zeiten der allgegenwärtigen Transparenz durch die sozialen Netzwerke ist die visuelle Eigenständigkeit die einzige Chance, als Fotograf zu überleben.

Nach weiteren Recherchen war der Fall klar: Eine Schauspielerin hatte sich mit dem betreffenden Foto bei der Intendanz vorgestellt. Sie wurde zwar nicht engagiert, ihr Foto aber fand allgemeine Zustimmung. Also ließ die Werbeagentur dieses Foto mit einer anderen Person noch einmal fotografieren. So blieb mir nur noch der Weg zum Anwalt. Doch dann kam ganz plötzlich Bewegung in die Angelegenheit, denn die verantwortliche Marketingdame rief mich an und empörte sich über meine Unverfrorenheit, Schadenersatz zu verlangen. Trotzdem ging alles ganz schnell und über die Summe, die auf mein Konto überwiesen wurde, habe ich mich dann sehr gefreut.

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Die Beratungsleistung und damit die visuelle Kompetenz eines Fotografen werden leider nur vereinzelt angefragt. Dabei ist das die Voraussetzung für eine eigene Bildsprache und unverwechselbare visuelle Linie von Unternehmen. Diese Serviceleistung haben sich die Fotografen schon vor vielen Jahren von Werbe- oder PR-Agenturen aus der Hand nehmen lassen. Doch so eindeutig wie in meinem Fall ist die

Sagen Sie uns Ihre Meinung: zentrale@photopresse.de

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Hand auf’s Herz, liebe Kollegen: Wem ging es nicht schon einmal so, dass ein Kunde darum bat, eine vorhandene Vorlage möglichst genau noch einmal neu zu fotografieren? Die Gründe können sehr vielfältig sein, ob das Buyout zu hoch, das Model zu dünn oder der Himmel zu blau sei, das spielt keine Rolle. Es ist an dieser Stelle nicht immer leicht, dem Kunden zu erklären, seinen Wunsch nicht erfüllen zu wollen. Meiner Meinung nach sollte es aber eine Frage der Ehre sein, diesem Wunsch nicht nachzukommen. Vielmehr ist hier die eigentliche Kompetenz eines professionell arbeitenden Fotografen gefragt, denn das Konzipieren und Denken von Fotos steht vor dem Druck auf den Auslöser. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen – und wenn es gut läuft, entstehen genau an dieser Stelle langjährige Kundenbeziehungen.


FRANK ROSSBACH

Vom Hobby zum Beruf und wieder zurück

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„Die Neugier und der Spaß, neue Dinge zu entdecken, neue Wirkungsweisen

und Charakteristika von Licht zu entdecken, die treibt mich auch heute noch.“


Isarfoto Galerie PP05

„Anfangs hat das bei mir schon etwas für Verwirrung gesorgt, so als kleiner Hobbyfotograf plötzlich die große Welt zu sehen“, gesteht er. „Parallel dazu habe ich mich in Essen und Dortmund um einen Studienplatz in der Fachrichtung Fotografie beworben und bin auch bei beiden Hochschulen angenommen worden.“ Angetreten hat er das Studium allerdings nie. „Das hat damit zu tun, dass ich damals schon soviel mit meinen Aufträgen beschäftigt war und auch ein sehr praktischer Mensch bin und besser durch die Praxis lerne.“ Dennoch hält Frank Rossbach heute das Fotografenstudium für einen wesentlichen Teil der Ausbildung und wichtige Voraussetzung für den Beruf. „Allen meinen Praktikanten empfehle ich, wenn möglich, diesen Ausbildungsweg einzuschlagen“, sagt der heute selbst ausbildende Fotograf. Was Frank Rossbach selbst sehr geprägt hat, war ein längeres Praktikum bei einem

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Die Fotografie ist für den Kölner Fotografen Frank Rossbach weniger Beruf als vielmehr Berufung. „Als Hobby hat mich die Fotografie schon immer gefangen genommen“, erinnert er sich an seinen Weg zum Fotografen. „Aber erst mit etwa 25 Jahren hatte ich den Mut, ernst zu machen und das Fotografieren professionell zu betreiben.“ Er durchlief etliche Praktika und Assistenzstellen und hatte durch seine Arbeit als Assistent in renommierten Mietstudios Gelegenheit, einen internationalen Kreis erfolgreicher Fotografen kennenzulernen und bei großen Fotoproduktionen Einblick in deren Arbeitsweise erhalten. Dreieinhalb Jahre hat Frank Rossbach sich so intensiv weitergebildet, bevor er schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit wagte. Dieser geduldige Weg, der ihn zum international agierenden Fotografen machte, prägt bis heute seine Seh- und Arbeitsweise.


Stillife-Fotografen. Bis heute zeichnen sich seine Fotos durch einen klaren grafischen Aufbau und die sehr präzise Lichtführung aus. „In der Stillife-Fotografie haben wir mit Lichtlösungen der Firma Bläsing gearbeitet“, erzählt er. „Ein einzigartiges, wundervoll klares Licht, aber für die People-Fotografie absolut ungeeignet. Auf der Suche nach einer Lösung für meine Aufgaben bin ich schließlich bei Briese gelandet. Für mich ‚Das Licht‘.“ Obwohl auch bei Frank Rossbach die digitale Fotografie das Werkzeug der Wahl und Nachbearbeitung ein wichtiger, manchmal auch unverzichtbarer Zusatznutzen ist, legt er das Schwergewicht seiner Aufgabe

auf die eigentliche Fotografie. „Ich sage auch meinen Studenten und Praktikanten immer, dass alles, was sie schon bei der Aufnahme berücksichtigen, ihnen wertvolle Zeit im weiteren Workflow spart, die sie wiederum für den eigentlichen Job, das Fotografieren, nutzen können. Ich kann aus einer mittelmäßigen Aufnahme kein Superfoto mehr machen.“ In den fast zwanzig Jahren seiner beruflichen Laufbahn als Fotograf hat Frank Rossbach sich als wichtigste Eigenschaft die Neugier für die Finessen dieses faszinierenden Mediums bewahrt. „Die Neugier und der Spaß, neue Dinge zu entdecken, neue Wirkungsweisen und Charakteristika von Licht zu entdecken, die treibt mich auch heute noch“, sagt er. Moderne Technik sieht Frank Rossbach für seine Arbeit als


Isarfoto Galerie PP05

trusted by photographers worldwide

82057 Icking / 08178-1311 / mail@isarfoto.de / www.isarfoto.de 7

wesentliche Voraussetzung, die allerdings die individuelle Kreativität nie ersetzen kann. Sie ist unverzichtbares Mittel zum Zweck, aber allein nicht ausreichend für den Erfolg oder auch keineswegs ein Garant für gute Bilder. Den Einsatz von Technik bestimmt bei Frank Rossbach die Aufgabe. Für seine Lifestyle-, Fashionund Reisefotos greift er am liebsten zu seinem Canon Equipment. Für Kunden, die größere Datenmengen benötigen, mietet er sich eine digitale Mittelformat-Ausrüstung dazu. Anders als viele seiner Kollegen ist Frank Rossbach kein Spezialist. Im Gegenteil: Sein Spektrum reicht von der Mode-, Beauty- und People-Fotografie bis zur Reportage. Eine kleine Vorliebe gönnt er sich aber dennoch: „Ich liebe es, mit Menschen zu arbeiten“, sagt er. „Deshalb ist heute die People- und Beauty-Fotografie mein Hobby. Ich weiß, ich habe einen Traumberuf!“


Magazin VERBÄNDE

Geschäftsführerwechsel beim BFF Medienbranche waren seine Leidenschaft und Berufung. Dafür zollen wir ihm unsere uneingeschränkte Hochachtung“.

Norbert Waning

Jürgen Meister

Gut 27 Jahre war Norbert Waning Geschäftsführer des BFF. Er unterhielt die Kontakte zu nationalen und internationalen Verbänden, zur Industrie, zu Werbeagenturen, Verlagen, Medien und Galerien, organisierte und koordinierte die internationalen BFF-Kongresse. Er zeichnete verantwortlich für Tagungen, Seminare und Workshops, die Gestaltung aller BFFPublikationen – sein Werk. Und für die seit 1980 erschienen 33 BFF-Jahrbücher. Mehr als 120 Foto-Wettbewerbe hat Waning als Verantwortlicher oder Juror begleitet, viele Foto-

Ausstellungen kuratiert und über 200 Ausstellungen im In- und Ausland organisiert. Er verpflichtete 380 Referenten für Kongresse und Tagungen, arbeitete unter 30 Vorständen und engagierte 250 Juroren. Der BFF-Vorstand bedankt sich bei Norbert Waning „für die vielen Jahre (seit 1987) kompetenter Führung des Berufsverbandes, die weit über das hinausging, was man unter Geschäftsführung verstehen darf. Sein unermüdlicher Einsatz für die Fotografie, sein Eintreten für die Belange der Berufsfotografen und deren Auftritt in der

Lang vorbereitet, fand am 1. Januar 2014 die Amts-Übergabe an seinen Nachfolger Jürgen Meister statt. Meister war nach dem Studium an der Hochschule der Medien, Stuttgart, in verschiedenen Werbeagenturen und grafischen Unternehmen tätig. Dabei konzipierte und realisierte er hochwertige Print- und Onlinemedien. Messen und Veranstaltungen waren ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit. Mit dem BFF verbinden ihn seit Beginn seiner beruflichen Laufbahn die Begeisterung für die Jahrbücher, Magazine und Ausstellungen, „die den höchsten Qualitätsanspruch der BFF-Mitglieder an die Fotografie zeigen“, so Jürgen Meister. „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Geschäftsführer und hoffen, gemeinsam mit ihm die Herausforderungen zu ‚meistern’, die ein Berufsverband in der heutigen Zeit zu bewältigen hat. Wir wollen die Marke BFF, die wie keine andere zu einem Synonym für die professionelle Fotografie geworden ist, weiter voranbringen und ihre beruflichen Interessen weiterhin mit Vehemenz vertreten“, so der BFF-Vorstand. Norbert Waning arbeitet noch bis Ende März mit Jürgen Meister zusammen, um einen reibungslosen Übergang zu schaffen. Die BFF-Geschäftsstelle wird auch zukünftig in Stuttgart bleiben.

BENEFIZ-AUKTION

Für den Erhalt des Berliner Autocenters Seit nunmehr 13 Jahren betreiben die beiden Berliner Künstler Maik Schierloh und Joep van Liefland ihren unabhängigen, international ausgerichteten art space Autocenter; ein Ort der Kunst, der jenseits der Hierarchien des Kunstmarkts operiert. Am 29. März 2014 organisiert der Verein Freundeskreis Autocenter e.V. eine zweite Kunstauktion nach dem Motto: Künstler stiften Kunstwerke zum Erhalt des nichtkommerziellen Ausstellungsraumes. Ziel ist es, mit den Einnahmen aus der Auktion den Fortbestand des Autocenters zu ermöglichen und die Räume in der Leipziger Straße zu finanzieren. Mit der Beteiligung vieler Künstler, darunter auch Fotografen, wird somit erneut ein großzügiges Zeichen der Solidarität der Künstler untereinander und mit dem gemeinsamen Standort Berlin gesetzt.

Andrea Stappert, Cerith Wyn Evans, Frankfurt am Main, 2004, C-Print, 50 x 60 cm, © + courtesy: Andrea Stappert

Ort: Autocenter, Leipziger Str. 56, 10117 Berlin; Eröffnung der Auktionsausstellung: Mittwoch, 26. März 2014, 19 Uhr; Vorbesichtigung: bis zum 28. März, tgl. 16 bis 19 Uhr; Auktion: Samstag, 29. März 2014, 16 Uhr; Auktionator: Daniel von Schacky, Villa Grisebach.


Magazin

PHOTOKINA 2014

Fünf Themenwelten mit emotionaler Besucheransprache Gut ein halbes Jahr vor der photokina verzeichnen die Veranstalter der weltweit wichtigsten Messe der internationalen Foto- und Imagingbranche einen großen Zuspruch seitens der ausstellenden Unternehmen. Sowohl das Vermietungsergebnis als auch die Zahl der Neuaussteller ist erfreulich hoch. Bereits zwei Drittel der Fläche ist ausgebucht. Zudem liegt die Zahl der Unternehmen, die erstmals auf der photokina vertreten sind, im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt der Vorveranstaltung 2012 deutlich höher. Zur photokina 2014 rechnen die photokina-Veranstalter – Koelnmesse und Photoindustrie-Verband – erneut mit rund 1000 ausstellenden Unternehmen aus zirka 40 Ländern. 2012 kamen rund 185.000 Besucher aus 166 Nationen nach Köln, um sich über aktuelle Trends und Techniken rund um das Bild zu informieren. Vom 16. bis 21. September werden neben den aktuellen Produktneuheiten aus allen Angebotsbereichen der Imagingwelt die Angebote rund um Action-Cams, das Filmen mit Fotokameras und die einfache Vernetzung der Geräte untereinander und dem Internet zu den Top-Themen der Messe zählen. Dabei geht die photokina in diesem Jahr neue Wege in der Publikumsansprache. Getreu dem Motto „Fotografie ist mehr als Technik“ geben fünf Themenwelten der Messe eine kompakte Struktur und greifen stärker als bisher den emotionalen Aspekt der Fotografie auf. So finden sich Kameras, Objektive & Equipment in der Themenwelt

„capture your world“, Licht, Blitze & Stative bilden die Themenwelt „light up your world“. Angebote, die sich mit dem Speichern, Verbinden und Übertragen von Bildern und Daten befassen, werden unter „share your world“ zusammengefasst, „create your world“ ist die Themenwelt, die die Angebote rund um Eingabe, Editierung & Verarbeitung beinhaltet. Alle Angebote und Dienstleistungen rund um Finishing, Druck & Präsentation finden sich unter der Überschrift „show your world“. Ein beeindruckendes Eventprogramm mit Kongressen, Workshops, Symposien, Live-Shootings, Bilderschauen und viele Special Events auf dem Messegelände und in der ganzen Stadt runden das Konzept der photokina ab. So bietet die photokina auch 2014 wieder ein umfassendes Angebot für Imagingprofis und den internationalen Fachhandel. Die Angebote im Bereich des Computer Generated Imaging und der Fernoptik mit Weitblick Look and See werden fortgesetzt und weiter ausgebaut. Das gilt auch für den Bereich der photokina professionals, der sich umfassend dem Thema „Lukrative Geschäftsfelder für den Profifotografen“ widmet. Zudem hält photokina communities unter der Überschrift „be mobile, be in action, be connected“ ein spannendes Bühnenprogramm für reale & virtuelle Communities sowie Aussteller rund um die Themen „Social Media“, „Connectivity“, „mobile apps“ und „action/outdoor cams“ für die Besucher bereit.

URHEBERRECHT & INTERNET

Für einfache Produktbilder und Bilder von minderer Qualität sind erhebliche Abschläge von den Werten aus der MFM-Tabelle vorzunehmen, soweit es um die Schadensersatzhöhe geht. „Dieses Urteil stärkt die Rechte der Berufsfotografen für unzulässige Verwendung von Produktfotografien erheblich. Das Gericht erkennt an, dass von diesen erstellte Produktfotografien in der Regel von höherer Qualität sind und daher auch im Falle einer Urheberrechtsverletzung dies berücksichtigt werden muss. Für Onlinehändler gilt im Umkehrschluss, dass bei der unberechtigten Übernahme von Produktfotografien Forderungen in erheblicher Höhe entstehen können. Umso wichtiger ist es, vorab Nutzungsrechte rechtssicher einzuholen, um Forderungen von Rechteinhabern zu vermeiden“, erklärt Rolf Albrecht, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz und Informationstechnologierecht von der Kanzlei volke2.0.

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Für hochwertige Produktbilder können grundsätzlich zur Bemessung von Schadensersatzansprüchen die Regelungen des Mittelstandverbandes Foto Marketing (MFM-Tabelle) herangezogen werden. Dies bestätigt das Oberlandesgericht Hamm in einer aktuellen Entscheidung (Urteil vom 13. Februar 2014, Az.: 22 U 98/13). In dem Rechtstreit war die Höhe des Schadensersatzanspruches streitig, der die Folge von Urheberrechtsverletzungen für Onlineverkaufsangebote gewesen ist. Das Gericht sieht für die Bemessung die Qualität der „geklauten“ Bilder als maßgeblich und sieht grundsätzlich für von Berufsfotografen erstellte Produktbilder die Anwendung der MFM-Tabelle als Mittel der Schadensschätzung als gegeben an. Begründet wird dies unter anderem damit, dass die Berufsfotografen die Haupteinnahmequelle in der Anfertigung von Produktfotografien haben können und für die Erstellung der Bilder auch andere technische Voraussetzungen einsetzen. Dies erhöht zugleich die Qualität der Produktbilder und damit auch den Preis, den ein Abnehmer dafür zu entrichten hat.

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Rechte von Berufsfotografen gestärkt


DEUTSCHER FOTO- UND IMAGINGMARKT 2013

Breiter, stärker, komplexer Traditionell hat der Photoindustrie-Verband gemeinsam mit seiner Tochtergesellschaft Prophoto GmbH sowie der GfK die Marktzahlen des vergangenen Jahres erhoben und analysiert. Christoph Thomas, Vorsitzender des Photoindustrie-Verbandes, erläutert die wichtigsten Ergebnisse. Spiegelreflexkameras ebenso zurückzuführen wie der Tatsache geschuldet, dass Verbraucher in den wenigsten Fällen nur über ein Aufnahmegerät verfügen. Allein in Deutschland wurden in den letzten 10 Jahren schätzungsweise weit über 200 Millionen Aufnahmegeräte (Kompaktkameras, Kameras mit Wechseloptik, Multimedia Kameras, Action Cams, Camcorder, Smartphones und Tablets) gekauft.

Christoph Thomas

„Der Foto- und Imagingmarkt gewinnt aufgrund des anhaltend wachsenden Facettenreichtums seiner Produkte, durch die technischen Weiterentwicklungen sowie die zunehmenden Möglichkeiten der Connectivity weiter an Relevanz. Dies führt dazu, dass die Foto- und Imagingbranche in verstärktem Maße weiter an Breite und dementsprechend an Stärke gewinnt. Einher damit gehen fließende Übergänge in für unseren Markt neue relevante Bereiche, die die zahlenmäßige Darstellung des gesamten Foto- und Imagingmarktes in seiner Komplexität heute nahezu unmöglich machen“, kennzeichnet Christoph Thomas die aktuelle Marktsituation. Der Fotound Imagingmarkt steht heute mit den Möglichkeiten der Connectivity, cloudbasierter Lösungen oder App-Entwicklungen für weitaus mehr als nur für Hardware mit Aufnahme- sowie Ausgabegeräten, Zubehör und die vielfältigen Bildausgabemöglichkeiten. Es gibt heute nahezu keinen Bereich mehr, in dem Foto und Imaging nicht von elementarer Bedeutung ist. Zahl der Aufnahmegeräte wächst und wächst Die Zahl der sich in den Haushalten befindenden Aufnahmegeräte in Deutschland wächst rasant – ein Ende der Wachstumskurve ist nicht in Sicht. Dies ist auf das immer breitere Angebot mit Datenbrillen, Dash- sowie Action Cams, Smartphones bis hin zu Outdoor,Android-, Kompakt-, kompakten System- sowie

Smartphones, die vom Photoindustrie-Verband als „Immer-Dabei-Kamera“ eingestuft werden, erfreuten sich in 2013 einer starken Nachfrage mit einem Wachstumsplus von knapp 22 Prozent auf 22,4 Millionen Stück. Auszumachen ist ein Wertrückgang von nahezu 12 Prozent, was auf steigenden Wettbewerbsdruck schließen lässt. Action Cams, die im Kompaktkamerasegment mit erfasst sind, erfreuten sich in 2013 einer weiter gestiegenen Nachfrage um über 136 Prozent zum Vorjahr auf 390.000 Stück. Der Kompaktkameramarkt zeigte sich in 2013 zweigeteilt und verzeichnete einen Rückgang um zirka 20 Prozent auf 4,86 Millionen Stück. Erfreuten sich hochwertige Kompaktkameras mit einer umfassenden Ausstattung einer starken Nachfrage, so ging der Absatz an preiswerten Kompaktkameras in 2013 stärker als prognostiziert zurück, was sich in der Wertentwicklung von nahezu -13 Prozent widerspiegelt. „Inwieweit der mengenmäßige Rückgang zwangsläufig den Smartphones geschuldet ist, kann nicht zweifelsfrei beantwortet werden. Seit über vier Jahren stellen wir in Deutschland ein verändertes Verbraucherverhalten hin zu höherpreisigen Kompaktkameras fest“, erläutert Thomas. Verbunden damit ist eine verlängerte Kameranutzung, was sich natürlich zeitverzögert auch auf

den Absatz in diesem Kamerasegment auswirkt. Hinzu kommt, dass allein in Deutschland in den zurückliegenden zehn Jahren über 70 Millionen Kompaktkameras verkauft wurden. „Diese Kamerabesitzer“, so der Vorsitzende, „streben bei einer Neuanschaffung vielfach nach Höherem. Dies hat natürlich erheblichen Einfluss auf den Absatz der Kompaktkameras und erklärt auf der anderen Seite auch den ungebrochen hohen Absatz an Kameras mit Wechseloptik. Erfreulich ist, dass mit 1,24 Millionen Stück das Rekordergebnis aus 2012 in 2013 nahezu wieder erreicht wurde.“ Der Wertrückgang von 11 Prozent in diesem Segment ist auf Cash-Back-Aktionen der Industrie sowie auf Handelsaktionen zurückzuführen, die damit gerade Neueinsteiger für Kameras mit Wechseloptik gewinnen möchten. Die für 2013 ermittelten Zahlen für beide Kamerabereiche belegen, dass die Nachfrage weiterhin groß ist. Für den Bereich der Spiegelreflexkameras vermutet Thomas angesichts des bestehenden hohen Absatzniveaus kaum noch Wachstumspotenzial. Anders sieht dies hingegen bei den kompakten Systemkameras aus. Hier rechnet der Photoindustrie-Verband für die Zukunft noch mit deutlichen Wachstumsraten sowohl in der Menge als auch im Wert. Analyse und Prognose 2014 des Kameramarktes „Die Analyse des Kameramarktes ist komplex“, gibt Thomas zu bedenken. Auch wenn in der Menge deutliche Absatzrückgänge im „klassischen“ Kameramarkt auszumachen sind, so heißt dies nicht, dass Kameras an Begehrlichkeit verlieren. 2012 war ein starkes Kamerajahr mit Absatzzahlen, die über den Erwartungen lagen. Die Gründe dafür waren


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Ausgabe Tablets, als vielfältiges Foto- und Imagingtool sowohl zur Bildbetrachtung und -bearbeitung als auch zur Aufnahme, Kamerasteuerung sowie für den Datentransfer, erfreuten sich in 2013 einer starken Nachfrage mit einem Wachstum auf 5,55 Millionen Stück (66,8 Prozent). Der Markt für digitale Bilderrahmen gestaltete sich in 2013 weiter rückläufig (430.000 Stück, – 46,2 Prozent) – diese Warengruppe hat durch Tablets Konkurrenz bekommen. Individuell erstellte Fotobücher waren in 2013 erneut ein Verkaufsschlager mit einem Wachstumsplus von nahezu 10 Prozent zum Vorjahr auf 7,9 Millionen Stück. Ein deutlicher Trend bei individuell erstellten Fotobüchern ist, dass Verbraucher in 2014 in verstärktem Maße größere Bücher mit mehr Seiten favorisierten. Einher geht damit ein gestiegener Durchschnittspreis auf 32,- Euro (+ 6,7 Prozent). Die vielfältigen Optionen der großformatigen Bildausgabe vom Fotoleinwanddruck, individuell erstellten Fototapeten und -fliesen bis hin zur Ausgabe beispielsweise auf Alu-Dibond haben dem Segment Wanddekor in 2013 ein Wertwachstum von 10 Prozent garantiert. Auch der Markt für Fotomehrwertprodukte ist in 2013 abermals um 14 Prozent (Wert) zum Vorjahr gewachsen, was auf die steigende Produktvielfalt ebenso zurückzuführen ist wie auf die Tatsache, dass Verbraucher mithilfe von Fotografien Produkten ihre persönliche Note verleihen. Colorpapierbilder haben auch in 2013 nichts an Popularität verloren. Die im Handel aufgestellten Fotokioske erfreuen sich einer starken Nutzung, sodass der Anteil der über sie gefertigten Papierbilder um über 6 Prozent zum Vorjahr gestiegen ist. Im Bereich des Homeprintings ist ein leichter Rückgang in 2013 zum Vorjahr auszumachen, der vornehmlich daraus resultiert, dass hier eine Verschiebung hin zu den FineArt-Medien stattfindet, die in der Betrachtung nicht berücksichtigt sind. PIV

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Zubehör Objektive gehörten in 2013 erneut zur herausragenden Warengruppe im Zubehörbereich. Zurückzuführen ist dies auf die anhaltend hohe Nachfrage nach kompakten System- und Spiegelreflexkameras. Trotz des hohen Vorjahresniveaus konnte der Objektivabsatz in 2013 um 2,7 Prozent auf 1,9 Millionen Stück nochmals gesteigert werden. Der Blitzgeräteabsatz (192.000 Stück, -4 Prozent) liegt leicht unter Vorjahresniveau. Auszumachen ist

hier ein Wertrückgang von knapp 11 Prozent. Auch der Stativabsatz liegt mit 770.000 Stück (-3,8 Prozent) leicht unter Vorjahresniveau bei einem Wertrückgang von unter 1 Prozent. Die Analyse der Warengruppe Fototaschen zeigt, dass der Mengenrückgang um 16,3 Prozent auf 3,85 Millionen Stück und die Wertentwicklung (-9 Prozent) in Korrelation mit dem Absatzrückgang von geringzoomigen Kompaktkameras stehen. Fototaschen für kompakte System- und Spiegelreflexkameras hingegen erfreuten sich unverändert hoher Nachfrage. Das Fotozubehör für Smartphones, Action Cams und Tablets ist nicht nur überaus facettenreich, sondern sowohl in der Menge als auch im Wert ein überaus boomender Markt, der ebenso weiter an Bedeutung gewinnt wie der Videozubehörmarkt vornehmlich für kompakte System- und Spiegelreflexkameras. Hier sind insbesondere bei den Mikrofonen, Riggs, aber auch Flächenleuchten Wachstumsraten sowohl in der Menge als auch im Wert auszumachen.

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zum einen der Rückstau aus den Lieferengpässen durch die Naturkatastrophen in Asien in 2011, verstärkte Ordertätigkeiten durch die Lieferengpässe, aber auch durch die photokina 2012, die klare Absatzimpulse setzte. „Wir erwarten mit der photokina, die vom 16. bis 21. September in Köln ihre Tore öffnet, sowie den Innovationen im Bereich der Aufnahmegeräte ein absatzstarkes Jahr 2014“, ist Thomas überzeugt. Der Trend einer weiter steigenden Nachfrage nach hochpreisigen Kameraprodukten wird sich in 2014 weiter fortsetzen. Für den Kompaktkamerabereich erwarten wir im preiswerten Bereich in 2014 noch leichte Mengenrückgänge. Action Cams und kompakte Systemkameras werden in 2014 weiter an Bedeutung gewinnen und für die digitalen Spiegelreflexkameras ist ein stabiler Verlauf auf sehr hohem Niveau zu erwarten.


EUROPAFOTO

Der neue Spaß am Verkaufen europafoto präsentierte Ende Februar seine eigene Position und Rolle „in einer sich dynamisch verändernden Handelslandschaft“. Was dahinter steckt, könnte den Fotofachhandel nicht nur ein Stück weit revolutionieren, sondern auch retten.

Foto Köpcke, Hamburg

„Derzeit erschüttern den Fotofachhandel umwälzende Veränderungen, die sehr schnelle Reaktionszeiten erfordern. Das haben wir in dieser Geschwindigkeit noch nicht erlebt“, beschreibt Robby Kreft, Geschäftsführer europafoto, die aktuelle Lage. Und der neue Verwaltungsratsvorsitzende Klaus Bothe präzisiert: „Wer meint, dass technischer Fortschritt ausreicht, um die Fotobranche zu retten, liegt falsch. In den vergangenen Jahren haben wir viel zu viele Mengen an Kameras auf dem Markt gehabt, die die Menschen jedoch in dieser Stückzahl nicht haben wollten. Das führt dazu, dass sich Sonderaktionen als Abverkaufs-Allzweckwaffe die Klinke in die Hand geben. Das bringt uns alles nicht weiter. Wir wollen den Markt drehen, mehr Emotionen hineintragen und ihn auf die Bedürfnisse der Menschen ausrichten. Die Zeiten des Preismarketing sind endgültig vorbei.“ Nun steht die Vertriebsform Fotofachhandel zwar mit etwa 40 Prozent Anteil am Gesamtmarkt noch vergleichsweise stabil da, doch europafoto ist der berechtigten Meinung, dass es allerhöchste Zeit ist, den Fachhandel quasi im Hauruckverfahren neu zu beleben, umzustrukturieren und neu zu positionieren. Dazu sind nicht nur die 20 Prozent Minus ein warnendes Zeichen, mit denen der Fotomarkt in Deutschland alleine im Weihnachtsgeschäft in die Knie ging. Schöner verkaufen Die innere und äußere Erneuerung soll in mehreren Schritten passieren, die aber durchaus gleichzeitig angegangen werden sollen. Der erste Schritt ist die von europafoto so genannte „Umbau-Offensive“, hinter der sich – wir berichteten schon mehrfach darüber – ein schlüssiges und praktikables System verbirgt, wie sich Händler mit Hilfe ihrer Zentrale ein zeitgemäßes Laden-Outfit geben können, sozusagen die Basis für alle weiteren Maßnahmen für den „Fotohandel 2.0“. Am Ende des

Tages rechnet die europafoto Zentrale mit etwa 100 Geschäften, die von einem Architektenteam und damit mit einer Handschrift auf neu getrimmt werden. Die ersten Bilder umgebauter Läden zeigen nicht nur, wie sich die Attraktivität erhöht hat, sondern die Inhaber jubeln über ungeahnte Folgen: völlig neue Kundengruppen im Geschäft, deutliche Umsatzsteigerung, erhebliche Energieeinsparungen und – nicht zu verachten – eine große Motivation für die eigenen Mitarbeiter. Klar, einige und vor allem die großen Mitglieder haben ihre Filialen – nicht ganz ohne Ausnahme – in den vergangenen Monaten und Jahren bereits umgebaut und werden sicherlich jetzt nicht schon wieder das Design umkrempeln. Das ist aber für Robby Kreft und seine Mannen kein Problem. Ebenso klar ist aber der Vorteil einer Handelskooperation, die dann – jetzt endlich – im Wesentlichen über ein gemeinsames Erscheinungsbild verfügt, da sind zahlreiche Werbemaßnahmen auf den unterschiedlichsten Plattformen „in der Mache“. „Mit wem wir kein Geld verdienen, fliegt raus“ Zweiter Streich der europafotokooperativen Handels-Revolution ist die Ausrichtung des Sortiments – hin zu Premiummarken. Doch das heißt mitnichten „jede Marke“, wie Klaus Bothe unmissverständlich klar macht: „Wir werden gnadenlos alle Marken herausschmeißen, mit denen wir kein Geld verdienen können.“ Und Robby Kreft ergänzt nicht weniger markig: „Bisher hat die Industrie dem Handel vorgeschrieben, wie es läuft. Damit sind wir in letzter Zeit alles andere als gut gefahren. Das ist jetzt vorbei.“ Grundsätzlich setzt sich das Portfolio des Fachhandels natürlich aus den bekannten Produktgruppen von SLR- und Systemkameras sowie Zubehör zusammen, ergänzt um margenstarke Eigenmarken, professionelle Videomodelle, Sportoptiken oder Dashund Action-Cams. Explizit nicht sehen die beiden europafoto Lenker


HANDEL

Foto Heibel, Koblenz

PIMS: Die Mega-Marketing-Datenbank Der dritte Teil des Konzeptes ist die PIMS genannte „Product Information Management Service“ Datenbank. Dahinter verbirgt sich ein echter Tausendsassa: Sämtliche Produktinformationen (zumindest von 6000 Artikeln, was ja schon eine gewaltige Menge ist) sind dort erfasst und werden in der europafoto Zentrale jeden Tag aktualisiert, wodurch der Händler in die Lage versetzt wird, erstens diesen Aufwand nicht betreiben zu müssen und zweitens diese Infos zu Werbe-, Deko- und sonstigen Zwecken einfach und nutzenorientiert einsetzen zu können. Das hört sich zwar nicht gerade spektakulär an, ist aber im Alltag des Händlers definitiv ein Tool, das man ausschließlich nur dann nutzt, wenn man es wie hier mundgerecht aufbereitet zur Verfügung gestellt bekommt. Wer glaubt, seine eigene Datenbank pflegen zu müssen, hat vor allem aus Zeit- und Kostengründen keine Chance, diese in einem aktuellen Zustand halten zu können. Also, PIMS ist großes Handels-Kino. Web und Co.: Noch zu wenig einheitlich Das gilt im Prinzip auch für das vierte Glied der Kette, nämlich die europafoto Website inklusive Newsletter. Aber auch nur im Prinzip: Während PIMS voll auf der Höhe der Zeit ist, scheinen die Entwicklungen bei Newsletter-Designs und -struktur in Eschborn noch nicht so ganz

angekommen zu sein. Die grundsätzliche – und wichtigste – Entscheidung, den Mitgliedern das Socialmedia-Management weitestgehend abnehmen zu wollen, ist selbstverständlich richtig. Da ist der Fachhändler weder zeitlich noch (oftmals) Know-how-mäßig in der Lage, etwas Wettbewerbsfähiges auf die Beine zu stellen. Aber ansonsten ist besonders die Verquickung der jeweiligen individuellen Händler-Homepage mit der zentralen europafoto Seite noch recht wurstig und, sagen wir mal so, bemüht. Da wird noch viel Potenzial verschenkt. Das war aber bisher auch durch den nicht einheitlichen Auftritt in puncto Ladendesign der Fall und ändert sich gerade – es scheint also eine Frage der Zeit zu sein, bevor auch die Internetpräsenz der europafotoler eine gemeinsame Handschrift tragen wird. Das neue Konditionen-Mach-System So, der echte große Knaller ist aber Teil fünf der europafoto Fachhandelsumstrukturierung: Bestimmte Sortimente sollen in Zukunft von der Zentrale an die Mitglieder, die einen entsprechenden Vertrag unterschrieben haben, mit einer definierten Marge abgegeben werden. Diese sogenannte „Fachhandels-Förderungs-Vereinbarung“ (FFV) hat bei näherer Betrachtung deutlich mehr Sex-Appeal als ihr doch etwas bürokratischer Name. „ Damit bringen wir dem Fotofachhändler den Spaß am Verkaufen zurück“, so Klaus Bothe. Das heißt: Wer in der Lage ist, eine Reihe von Fachhandelsleistungen verbindlich einzuhalten, dem kann europafoto eine hohe Marge auf bestimmte Produkte anbieten. Dadurch kann der Händler nicht nur aktuelle Internet-Preise zum Beispiel von Amazon nachvollziehen, sondern er verdient auch bei diesem niedrigen Preisniveau noch gutes Geld. Definitiv nicht notwendig ist es, große Mengen einzukaufen. Das Ganze funktioniert auch schon ab einer einzigen Kamera. So kann der Händler das System in Ruhe testen. Da die Gesetzgebung in Europa die Einflussnahme auf Verkaufspreise untersagt, kann und wird europafoto selbstverständlich keine Preise vorschreiben. Der Händler muss sich für die Teilnahme am FFV verpflichten, eine Reihe von Fachhandelsleistungen verbindlich anzubieten. Dies geschieht auf Basis eines Vertrages zwischen ihm und der Kanzlei Schiedermair Rechtsanwälte in Frankfurt, die die Einhaltung auch überwacht und im Falle der Nichteinhaltung sofortige Kündigungen ausspricht. Klaus Bothe: „Wer sauigelt, fliegt umgehend raus.“ Und Robby Kreft ist euphorisch: „Jetzt macht europafoto die Konditionen. Das ist die tiefgreifendste Initiative des Fotohandels zur Gestaltung unseres gemeinsamen Marktes – es ist aber auch die letzte Chance für uns alle.“ Wolfgang Heinen

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Smartphones und Tablets in den Regalen ihrer Mitglieder – den bisher gemachten Erfahrungen nach mit diesen Produkten eine nachvollziehbare Entscheidung.

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Robby Kreft, Geschäftsführer europafoto, und Klaus Bothe, Verwaltungsratsvorsitzender


LED-DAUERLICHT

Flexibles Licht für Film und Foto Als eine alternative Bezeichnung für „Dauerlicht“ verwendeten Fotografen häufig wegen der großen Hitzeentwicklung bei Glühlampenoder Halogen-Beleuchtung auch den Begriff „Heißes Licht“. Durch moderne LED-Leuchten konnte die Hitzeentwicklung selbst bei hoher Lichtleistung spürbar gesenkt und der Einsatz von Dauerlicht flexibler gestaltet werden. Aber trotz vieler Vorzüge ist der Einsatz von LEDLicht beim Filmen und Fotografieren nicht unproblematisch. B.I.G. photo equipment – Zusatzsonnen für Studio und unterwegs Von B.I.G. photo equipment werden die neuartigen Helios LED extreme Studioleuchten mit wahlweise 100 bzw. 200 Watt Leistungsaufnahme geliefert. Trotz dieses relativ geringen Energiebedarfs liefern diese Leuchten ein sehr helles Dauerlicht, das der Leuchtkraft einer 1000 bzw. 2000 Watt Glühlampe entspricht. Die Helios LED extreme Studioleuchten eignen sich für Shootings im Studio ebenso wie für Außenaufnahmen in trockener Umgebung. Sie verwenden als Leuchtmittel eine einzelne starke LED. Durch ihre geringe Stromaufnahme werden sie auch nicht so heiß wie entsprechende 1000 oder 2000 Watt Lampen. Sie lassen sich sowohl für Film- als auch für Fotoaufnahmen verwenden. Die Lichtfarbe entspricht mit 5200K Tageslicht. Für 3200K sind austauschbare Glaskuppeln lieferbar. Beachtlich ist auch die hohe Lebensdauer der LEDs. Sie beträgt für beide Modelle etwa 50.000 Stunden. Durch die variable, automatische Stromaufnahme von 110 bis 230 Volt steht auch der weltweiten Verwendung der Leuchten nichts entgegen. B.I.G Helios LED extreme Studioleuchte

Jede Beleuchtungsart hat ihre speziellen Vorzüge, aber auch Nachteile. Für die Anschaffung von LED-Leuchten, der modernsten Lichtquelle für Dauerlicht, sprechen gleich viele Gründe. Einer der wichtigsten besteht darin, dass es sich flexibel sowohl für das Filmen als auch für die Fotografie verwenden lässt. Weitere technische Vorzüge von LED-Dauerlicht sind der relativ geringe Stromverbrauch und die daraus resultierende Möglichkeit des mobilen Einsatzes mit Akkus als Stromquelle, ihr geringes Gewicht und die ebenfalls geringe Hitzeentwicklung, die eine geräuscharme Kühlung erlaubt. Viele Fotografen schätzen Dauerlicht auch, weil sie damit schneller und komfortabler die Wirkung ihrer Lichtführung kontrollieren können. Frühere Nachteile von Dauerlicht gegenüber Blitzleuchten wie die geM naue Dosierung einer konstanten Lichtmenge sind mit der Einführung von hochwertigen LED-Leuchten Vergangenheit. Ein weiterer Vorteil von Y Dauerlicht ist zudem die Möglichkeit, theoretisch alle Verschlusszeiten M der Kamera für die Aufnahme nutzen zu können. Ein Plus der LED-BeY leuchtung ist auch die Arbeitserleichterung, schnell und ohne Umbau Y von der Foto- auf die Filmaufnahme und umgekehrt wechseln zu könY nen. Nicht unbedeutend ist ebenfalls die Tatsache, dass LEDs ein Licht ohne UV- oder Infrarot-Anteile liefern. Doch eine von Produktgeneration K zu Produktgeneration immer mehr an Bedeutung verlierende Problematik ergibt sich nach wie vor aus den unterschiedlichen Farb- und Abstrahlcharakteristika der LEDs. Flächenleuchten werden aus mehreren LED-Panels zusammengesetzt, die schon einmal unterschiedliche Charakteristika aufweisen können. Auch ist die Basis-Farbtemperatur unterschiedlicher Leuchten nicht unbedingt gleich, sondern kann zum Teil stark variieren. Selbst Farbtemperaturmessungen helfen oftmals nicht weiter, weil herkömmliche Messgeräte nicht auf das Spektrum der LEDs geeicht sind. Wer dennoch nicht auf die vielen Vorzüge von LED-Licht verzichten will, sollte unbedingt zu Qualitäts-Anbietern greifen oder die ins Auge gefassten Geräte gründlich in der Praxis testen.

Beide Geräte sind mit einem integrierten, sehr leise laufenden Gebläse KaiserStarcluster98x135_0114.ai 1 05.02.14der10:05 ausgestattet, das den problemlosen Dauerbetrieb Lampe sicher-


LED extreme

stellt. Beide Modelle verfügen über das Helios Bajonett, das mit dem weit verbreiteten Bowens Bajonett kompatibel ist. So kann neben dem mitgelieferten Standardreflektor auch eine Vielzahl anderer Helios Lichtformer oder auch Reflektoren anderer Hersteller mit kompatiblem Bajonett für eine individuelle Lichtführung genutzt werden. Das LED-Leuchtmittel ist fest im Gehäuse verbaut und kann nicht ausgewechselt werden. Die Helios Leuchten lassen sich einfach auf alle Leuchtenstative aus dem Foto- und Filmbereich mit einem 5/8“ Spigot zur Lampenmontage anbringen. Dabei sollte für einen sicheren Stand der Leuchten auf entsprechend großen Stativen gesorgt werden. Vor allem bei der Verwendung größerer Lichtformer sollte das Stativ eine ausreichend hohe Stabilität bieten.

Studioleuchten

Die Lichtleistung der Leuchten lässt sich durch einen Drehregler auf der Rückseite des Gehäuses in fünf Stufen steuern. Das Ein- und Ausschalten der Geräte erfolgt über einen Kabelschalter. Die Leuchten sind mit einem Neigekopf ausgestattet, der sich über einen seitlich angebrachten Knopf in der jeweils gewünschten Neigestellung arretieren lässt. Beim Verstellen der Neigung muss das Gerät am Griff von Hand gesichert werden, um ein versehentliches Kippen zu vermeiden. Für den sicheren Transport und die Aufbewahrung der Lampen wird eine stabile Kunststoff-Schutzkappe mitgeliefert. Sie wird durch eine kleine Drehbewegung ver- bzw. entriegelt und schützt die Streu-Glaskuppel über der LED. www.big-photo.de

LED-Leuchte von Cineo Lightning

100 W LED ≙ 1000 W 200 W LED ≙ 2000 W

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Lebensdauer 50.000 h Helligkeit in 5 Stufen schaltbar Tageslicht oder Kunstlicht möglich mit Helios Bajonett (Bowens)

www.big-photo.de

Tel.: 0961 6 14 14 15

Neueste LED-Technologie kommt auch in den aktuellen DLED4.1 LED-Leuchten mit asphärischer Optik zum Einsatz. Die Leuchten gibt es mit Tages- oder Kunstlicht sowie in einer Bicolor-Variante mit stufenloser Verstellung der Farbtemperatur. Die neuen LED-Leuchten lassen sich wie die bewährten und begehrten dedolights von 60 bis 4 Grad Abstrahlwinkel fokussieren und bis auf den Nullwert dimmen, ohne die Farbqualität zu beeinflussen. Die Leuchten ergeben einen präzisen Lichtkegel ohne Streulicht und erlauben so eine gezielte Detailausleuchtung ohne unerwünschte Schatten. Es können alle dedolight Lichtformer verwendet werden, ebenso der asphärische Weitwinkelvorsatz für maximal 85 Grad. Dabei bleibt die Fokussierbarkeit voll erhalten. www.dedolight.de

Foto: Patrick Thomas

Dedo Weigert – LED Leuchten für Oscar-Anwärter Der Spezialist für Filmlicht, auf das wegen seiner hohen Qualität zunehmend auch Fotografen zurückgreifen, ist die nach ihrem Gründer, einem ehemaligen Kameramann genannte Firma Dedo Weigert. Bereits zweimal wurde das Unternehmen für seine außerordentlichen Lichtlösungen mit dem Technik Oscar ausgezeichnet und auch in der neuen LED-Beleuchtungstechnik hat sich der Lichtspezialist einen Namen gemacht. Zu den hochwertigen Flächenleuchten im Dedo Weigert Programm zählen die innovativen Geräte von Cineo Lightning, in der modernste Forschungen der Phosphortechnologie realisiert wurden. Das Ergebnis dieser Forschungen sind besonders farbtreue LEDs, die sich durch hohe CRI-Werte (Color Rendering Index), einem Index für besonders natürliche Farbwiedergabe, auszeichnen. Die Cineo Leuchten liefern bei 5600 einen CRI von 94 und bei 3200K sogar 96. Das sind bei LEDs Topwerte. Dabei ist die Farbtemperatur von Cineo Leuchte zu Cineo Leuchte absolut identisch und auch über sehr lange Zeiträume konstant. Es kommt die sogenannte „Remote-Phosphor-Technologie“ mit einem bestimmten Spektrum ohne jeglichen UV-Anteil zum Einsatz. Die blauen LEDs werden in einem festgelegten Abstand zu zwei Phosphorscheiben positioniert, die sich für bestimmte Farbtemperaturen auswechseln lassen. Der dadurch erreichte Abstrahlwinkel begründet zudem die besonders weiche Lichtcharakteristik. Die Leuchten zeichnen sich durch eine hohe Lichtausbeute bei geringer Stromaufnahme aus.


Leuchtende PROFIS! Das STUDIOLEUCHTEN-Sortiment von reflecta. RPL600B/900B/1200B-VCT RPL306

Finden Sie IHRE Studioleuchte/Blitz Set! Für alle Lichtverhältnisse bietet das umfangreiche reflecta Sortiment eine professionelle Lösung.

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digkeit temperaturabhängig automatisch geregelt wird. Er lässt sich aber auch manuell in fünf Stufen einstellen. Die Leuchtstärke wird über einen Dimmer stufenlos geregelt. Auf der Rückseite der Leuchte werden sowohl die Dimmerposition als auch die Lüftergeschwindigkeit angezeigt. Durch den modularen Aufbau der Leuchte lässt sich das komplette Tageslicht-LED-Panel abnehmen und gegen ein mit 3200 KelvinLEDs bestücktes Modul austauschen. Die Akkuhalterung für einen Standard L-Typ-Akku von Sony kann ebenfalls durch einen als Zubehör erhältlichen Adapter für Canon LP-E6-Akkus ausgetauscht werden. Zur Serienausstattung gehören das 5400 Kelvin-Panel, ein vorsetzbares Wabenfilter zur stärkeren Bündelung des Lichts, ein Akku (Typ Sony-L), ein Ladegerät sowie ein Schwenk-/Neigegelenk zur Befestigung der Leuchte im Zubehörschuh. Es lassen sich externe Spannungsquellen für Auto bzw. Netz mithilfe passender Adapter zum Betrieb der Leuchte nutzen. Als Zubehör bietet Kaiser Fototechnik einen Handgriff, eine Zubehörschiene, Aufstellfuß und das Universal Netzteil an.

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Weitere Videoleuchten finden Sie unter: www.reflecta.de

Kaiser Fototechnik – Qualitätslicht mit Mehr-Clip-LEDs Eine kompakte LED-Flächenleuchte mit modularem Aufbau und sehr breit strahlenden Drei-Chip-LEDs bietet der Zubehörspezialist Kaiser Fototechnik an. Die vor allem für Filmer mit professionellen Ansprüchen gedachte Kompaktleuchte L2S-5K verwendet 96 Drei-Chip-LEDs, die deutlich weniger Platz benötigen, als es für die gleiche Wirkung 288 einzelne LEDs beanspruchen würden. Mit 93 x 75 x 43 mm Größe lässt sich die Leuchte auch mit den sehr kompakten Systemkameras kombinieren. Der große Abstrahlwinkel von 110° entspricht dem Bildwinkel eines 24 mm-Kleinbild-Weitwinkelobjektivs. Da LEDs nur bei niedrigen Umgebungstemperaturen wirklich effizient arbeiten, verwendet die Leuchte einen fast geräuschlos arbeitenden Lüfter, dessen Geschwin-

Kaiser StarCluster

Die kompakte LED-Flächenleuchte StarCluster ist für Foto und Videoaufnahmen gleichermaßen geeignet und empfiehlt sich sowohl als vielseitige Beleuchtungslösung für DSLRs und Systemkameras mit Videofunktion als auch für den Einsatz mit Camcordern. Das 8,5 x 6 cm große Panel verwendet 96 weiße High-CRI-LEDs mit einer Farbtemperatur von 5600° K. Das entspricht dem Tageslichtcharakter für eine neutrale Farbwiedergabe. Die Helligkeit ist stufenlos dimmbar. Die Beleuchtungsstärke beträgt in einem Meter Entfernung 600 Lux bei einem Abstrahlwinkel von 60°. Die Leuchte ist mit einer klaren Schutzscheibe ausgestattet und besitzt eine Magnetbefestigung für die einfache Anbringung von Diffusorscheiben oder Kunstlichtfilter zur Konversion auf eine Farbtemperatur von 3200 K. Beides gehört zum Lieferumfang. Die Stromversorgung erfolgt über fünf handelsübliche AA/Mignon-Akkus oder Batterien im rückseitigen Batteriefach. Alternativ lassen sich auch Canon Kamera-Akkus einsetzen, wie sie auch als Standardakkus in den Canon EOS 5D MK II/III, 6D, 7D, 60D, 70D verwendet werden, Die Befestigung erfolgt außen auf dem Batteriefachdeckel. Der Anschluss für ein optional erhältliches Netzgerät ist ebenfalls vorhanden. Eine elektronische Regelung sorgt für konstante Helligkeit auch bei abnehmender Versorgungsspannung. Eine automatische Abschaltung bei zu geringer Spannung zur Vermeidung von Tiefentladung und Akkudefekten ist ebenfalls vorhanden. Durch ein spezielles Rastsystem lassen sich mehrere Leuchten nebeneinander und übereinander kombinieren. Weitere Ausstattungsmerkmale sind ein Stativgewinde sowie das stufenlos verstellbare Schwenk- bzw. Neigegelenk mit Aufsteckfuß für Blitzschuh und Stativgewinde. www.kaiser-fototechnik.de Reflecta – heißes Licht wird immer „cooler“ Schon sehr früh ist der Zubehörspezialist reflecta in den Bereich der LED-Beleuchtung für Foto- und Filmaufnahmen eingestiegen. Das neue Segment für Dauerlicht bietet gegenüber bisherigen Beleuchtungslösungen gleich mehrere Vorteile: Die Lampen liefern ein sehr gleichmäßiges Dauerlicht, das sich sowohl hinsichtlich seiner Farbtemperatur als auch im Hinblick auf die Helligkeit sehr präzise steuern lässt. Sie versprechen ein besonders weiches, gerichtetes Dauerlicht. Mit den neuen Leuchtenmodellen RPL 600B/900B/1200B-VCT liefert der Lichtspezialist reflecta perfekte Beleuchtungslösungen für den Foto- und Videobereich. Die drei modernen High-Performance LED-Flächenleuchten


FOKUS LICHTTECHNIK

eignen sich gleichermaßen für den Profi- und Semiprofibereich. Die dimmbaren LED-Leuchten liefern ein fein dosiertes Licht bis zu 54 Watt und ermöglichen eine gleichmäßige, schatten- und flickerfreie Ausleuchtung für Foto-und Filmaufnahmen im Studio sowie „on Location“. Die innovativen LED Flächenleuchten bestechen durch eine konstant geregelte Leuchtkraft. Zum Lieferumfang gehören Farbfilter, mit denen sich die Tageslichtleuchten an verschiedene Farbtemperaturen von 3200 bis 5600K anpassen lassen. Beim Modell RPL 1200B-VCT kann die Farbtemperatur sogar stufenlos über den integrierten Dimmer geregelt werden. Da alle drei Gräte sich auch mit den handelsüblichen V-Mount Li-Ionen, wie sie beispielsweise Sony liefert, oder mit einer externen Stromversorgung betreiben lassen, sind sie auch netzunabhängig bei Außenaufnahmen einsetzbar. Dabei zeichnen sich die Leuchten durch einen besonders komfortablen Akkuwechsel aus, sodass auch längere Betriebszeiten bei Aufnahmen „on Location“ möglich sind. Die Li-Ionen Akkus sind optional erhältlich. Die Leuchten besitzen eine U-förmige Bügelhalterung, die eine einfache Positionsänderung ermöglicht. Zusätzlich kann die Beleuchtung über die vier integrierten Lichtklappen gesteuert werden. www.reflecta.de

reflecta RPL in Aktion

manfrotto.de

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Ein perfektes Portrait.


MANFROTTO

Neue Licht-Momente im Profi-Alltag LED-Technologie gilt heute als Nonplusultra professioneller Beleuchtung. Manfrotto hat seine jahrzehntelange Erfahrung in Sachen Foto und Video in die Konzeption, Entwicklung und Produktion der neuen LED-Leuchten der Spectra-Serie gesteckt – und neue Qualitätsstandards in diesem Produktbereich gesetzt.

Spectra900FT

Farbfilter für Spectra LED-Leuchten

Mit dem Einsatz von LED-Leuchten im professionellen Alltag ist es wie mit dem Schokolade-Essen: Hat man einmal damit angefangen, hört man nicht mehr damit auf. Das Aufhellen von Portraits im Gegenlicht oder Studio, das partielle Beleuchten von Schattenpartien, die farbtemperatur-konstante Beleuchtung bei Videoaufnahmen oder natürlich auch das Malen mit Licht in der Dämmerung: Wer die Vorteile der LEDLeuchten wie „keine Hitzeentwicklung“ einmal im fotografischen Alltag erfahren hat, wundert sich, wie er früher ohne dieses kreative Hilfsmittel zurecht gekommen ist.

verbrauchen auf der anderen Seite sehr wenig Energie. Sandra Schirmer, Category Manager Manfrotto: „Entscheidend für die Qualität unserer Spectra Serie ist die besonders sorgfältige Auswahl der Komponenten und deren Montage nach allerhöchsten Fertigungsstandards, aber auch die ein oder andere Innovation in der Konstruktion des Produktes. Dadurch gewährleisten wir für das Endprodukt höchste Qualität und Funktionalität bei besonders hoher Langlebigkeit von mehr als 50.000 Stunden.“ Denn die Praxis mit anderen LED-Leuchten zeigt: Schwächen beim elektrischen oder thermischen Design können zu schlechter Lichtqualität und frühzeitigem Versagen der Leuchte führen. Sehr unangenehm, wenn so etwas mitten in einer Auftragsproduktion geschieht.

Nun ist LED-Leuchte nicht gleich LED-Leuchte. Manfrotto, italienische Traditionsmarke mit enormen Know-how in Sachen Foto- und Videotechnologie, hat besonders hohe Ansprüche an seine Produkte für den professionellen Einsatz – und selbstverständlich auch an die LEDLeuchten der Spectra Serie. So liefern die Spectra Modelle ein besonders gleichmäßiges Licht von extrem konstanter Farbtemperatur – und

Die Manfrotto Spectra LED-Familie besteht aktuell aus fünf Leuchten, die sich vor allem durch ihre Leuchtstärke (300 bis 900 lx/qm) sowie ihren Leuchtwinkel (zwischen 30° und 60°) unterscheiden. Eine Besonderheit ist die Leuchte Spectra900FT, bei der man auch die Farbtemperatur zwischen 3200°K (Kunstlicht) und 5500°K (Tageslicht) einstellen kann. Und das sind die anderen vier Modelle: Spectra500S mit 30° Leuchtwinkel, 5600°K und 300 lx; Spectra500F mit 60° Leuchtwinkel, 5000°K und 55 lx; Spectra900S mit 30° Leuchtwinkel, 5600°K, 900lx sowie Spectra900F mit 50° Leuchtwinkel bei 5600°K und ebenfalls 900 lx Leuchtstärke. Alle Modelle sind zwischen null und 100 Prozent stufenlos dimmbar – ohne auch nur das kleinste Flackern oder Flimmern. Sie sind außerdem geräuschlos, ausgesprochen leicht und kompakt – und sehen dazu noch wirklich gut aus, wie man es von einem Produkt aus italienischem Hause erwartet. Summa summarum: Die Manfrotto Spectra LED Leuchten sind in jeglicher Beziehung für den professionellen Foto- und Videoeinsatz geschaffen und bieten den Anwendern ganz neue kreative Möglichkeiten – nicht zuletzt auch als Dauerlichtquelle im Studio. Welche Manfrotto Spectra LED-Leuchte für Sie die richtige ist? Weitere Informationen unter www.manfrotto.de.

Spectra500S


Premium-Zubehör wird immer interessanter Über Standfestigkeit, Leuchten, Margen und Kanäle sprachen wir mit Martin Bongard, Geschäftsführer Manfrotto Distribution GmbH. Martin Bongard: Aus der Historie bedient Manfrotto schwerpunktmäßig Profis und engagierte Hobbyisten. Die geänderten Produktstrategien, die schon vor einigen Jahren getroffen wurden, rundeten unser Angebot ab mit Lösungen für den Fotoamateur und auch für die neue Generation der Smartphone-Fotografen. Manfrotto geht es darum, den unterschiedlichen Zielgruppen für ihre jeweiligen Bedürfnisse qualitativ hochwertige Produkte anzubieten, die gut aussehen und in der Praxis überzeugen.

FOKUS LICHTTECHNIK

INTERVIEW

PP: Seit kurzem führt Manfrotto auch LED-Dauerlichtleuchten im Programm. Wie stark bedingen die neuen Videofunktionen der Spiegelreflex- und Systemkameras die Nachfrage nach Dauerlicht? Martin Bongard

PP: Herr Bongard, während die Kameraindustrie sich einer Krise nähert, scheint die Zubehörindustrie sich eines Booms zu erfreuen, gilt das auch für Manfrotto? Martin Bongard: Erst einmal, wir sehen die aktuelle Situation der Kameraindustrie längst nicht so pessimistisch, wie sie oft dargestellt wird. Aber ganz besonders freuen wir uns darüber, dass wir das nach dem Ausnahmejahr 2012 durchaus nicht einfache vergangene Jahr 2013 mit einem bescheidenen Wachstum abgeschlossen und uns somit besser als der Gesamtmarkt entwickelt haben. PP: Wo sehen Sie für Manfrotto als Zubehörspezialist die größten Herausforderungen? Martin Bongard: Zurzeit erlebt die Branche einen bemerkenswerten Umbruch. Das veränderte Verbraucherverhalten hat zur Folge, dass auch die Industrie geeignete Konzepte finden muss, um den Spagat zwischen stationärem Handel, Onlinevertrieb oder hybriden Vertriebskanälen zu bewältigen. Wir wollen allen Vertriebswegen entsprechend ihren Anforderungen gerecht werden und Manfrotto als starke Marke dort positionieren. PP: Stative sind nach wie vor die besten Bildstabilisatoren. Sie stabilisieren aber auch den Zubehörmarkt. Wie kann sich ein Anbieter wie Manfrotto bei der Vielfalt der in den Markt drängenden Marke und Produkte bei den Verbrauchern profilieren? Martin Bongard: Vor dem Hintergrund schwindender Margen in anderen Produktbereichen wird das Premiumzubehör zunehmen attraktiv für Anbieter von Plagiaten und Designkopien aus Niedriglohnländern. Diese Entwicklung geht auch an uns nicht spurlos vorbei. Manfrotto wird jedoch auch in Zukunft durch überzeugende Innovationen wie beispielsweise den neuen 3-Wege-Kopf MHXPRO-3W sowie höchste Qualitätsansprüche in der Produktion die Marktführerschaft im Fotofachhandel bei hochwertigen Stativen verteidigen.

Martin Bongard: Das erhöhte Interesse an LED-Lösungen ist sicherlich zu einem Teil das Ergebnis einer erweiterten Funktionalität im Videobereich. Des Weiteren sind es aber auch die neuen Möglichkeiten der Lichtführung und der präzisen Belichtungskontrolle im Studiobereich, die dieser neuen Technologie den Weg ebnen. Klar ist jedenfalls: Innovative Lichtlösungen sorgen für neue Möglichkeiten des kreativen Gestaltens und somit für die Entwicklung neuer Bildsprachen. PP: Welche Vorzüge haben die modernen LED-Leuchten gegenüber bisherigen Dauerlichtquellen? Martin Bongard: Die Spectra LED Lights von Manfrotto haben eine exzellente Stabilität in der Farbtemperatur über alle Dimmstufen hinweg. Damit sind sie die bessere Wahl im Vergleich zu anderen Dauerlichtlösungen. PP: Hat diese Entwicklung eine Auswirkung auf die Nachfrage von Lampenstativen? Martin Bongard: Bisher konnten wir eine solche Entwicklung bei unseren Umsätzen noch nicht feststellen, aber das beobachten wir natürlich. PP: Mit welchen Aktivitäten beabsichtigt die Manfrotto Distribution zukünftig den Absatz für seine Produkte zu unterstützen und welche Kanäle will man dabei schwerpunktmäßig nutzen? Martin Bongard: Manfotto wird Promotions und Verkausförderungsmaßnahmen schwerpunktmäßig für unsere Partner im Fotofachhandel entwickeln. Selbstverständlich werden wir jedoch auch maßgeschneiderte Lösungen für den Online-Handel und den CE-Kanal anbieten. Themenmässig werden wir uns dabei an die diesjährigen Schwerpunkte „175 Jahre Fotografie“ oder auch „WM 2014“ und als Jahreshöhepunkt an der photokina orientieren. Wir wollen die Marke Manfrotto weiter stärken und mit unseren Partnern verlässlich und konstruktiv den gemeinsamen Markt gestalten.

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PP: Herr Bongard, wir bedanken uns für das Gespräch. PP: Manfrotto bedient mit seinem Produktportfolio Hobbyfotografen ebenso wie Profis. Welche Rolle spielen im Gesamtumsatz die beiden Segmente?


ESSAY

Bilder, Brot und Spiele: Ein Foto kommt selten allein von Bernd Wohlert, Dokfünf Keywording Gibt es eine neue Macht der Bilder in Gestalt der Stockfotos oder begründet die digitale Bilderflut im Internet eine ganz neue Ohnmacht? Immer neue Anbieter, Plattformen, Vertriebswege, Bezahlmodelle, Flatrates, mobile Endgeräte, veränderte Sehgewohnheiten, rasant wachsende Bildermengen, sich diversifizierende Märkte, und fast täglich neue Apps und Gadgets. Immer mehr, immer kleiner, immer schneller. Immer mobiler, immer vernetzter, immer virtueller. Die Globalisierung schreitet voran. Die Unübersichtlichkeit auch.

© Lumi Images, Romulic-Stojcic

Noch wird der Stockfotomarkt zu knapp 80 % von Agenturen aus England, USA, Deutschland, Schweiz, Frankreich gespeist, doch in vielen Schwellenländern entwickelt sich, mindestens partiell, neuer Wohlstand, entstehen neue Mittelschichten und neue Bildermärkte – all das zu den Bedingungen des Internet. Wir dürfen uns daher auf neue multifunktionale Fotoware, Micro- wie Macrostock, aus Osteuropa, China, Indien, Südamerika und anderen Regionen freuen. Aber freuen wir uns wirklich? (2) Drei Schlagworte sollen helfen, das Szenario der Bilderfluten, Bildermärkte und Bilderwelten aus ganz verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. (3) Das Schlagwort „Selfie“ wurde vom Oxford English Dictionary zum Wort des Jahres 2013 gekürt und sagt etwas über die Bilderwelt in den Social Media, das Schlagwort „Metadaten“ dient uns als zentraler Indikator für den problematischen Status von Fotoware in der digitalen Welt, und das Schlagwort „Streaming“ beschreibt den revolutionären Strukturwandel der Öffentlichkeit im Medium Internet – dem neuen Lebensraum der Bilder.

1. Ich bin im Bild, ich kann nicht anders: Selfie to Go „Die Absicht des Fotografen ist, andere zu informieren und durch seine Fotos im Gedächtnis der anderen sich unsterblich zu machen“. (4) Im Jahr 1826 machte Joseph N. Niepce das vermutlich erste Foto der Welt mit einer Belichtungszeit von über 8 Stunden. Am 13. August 1839 lässt Louis Daguerre die Erfindung der Fotokamera auf seinen Namen patentieren. Schon 1840 senkt Henry Fox Talbot die Belichtungszeit auf wenige Sekunden. 150 Jahre später, im Jahr 1991, stellt Kodak eine erste Digitalkamera vor. Seither, also in weniger als 25 Jahren, wurden bereits mehr digitale Selfies produziert als in der gesamten Geschichte der analogen Fotografie vorher an Fotos jemals belichtet. Der Hype um die Selfies, die fotografischen Selbstportraits mit dem Smartphone, markiert den vorläufigen Höhepunkt einer neuen Macht der Bilder, einer Sehnsucht, vielleicht einer Sucht, das Leben in Bildern festzuhalten.


PROFESSIONAL

befinden uns in der Bilderwelt der Social Media parallel zum klassischen Bilderbusiness. Primäre Selfies sind wenig bis überhaupt nicht warentauglich. Sie sind zu konkret, zu detailliert, zu individuell, ihnen fehlt quasi der Faktor Copy Space und damit das multifunktionelle Potenzial. Daher finden wir für Selfies auch nur kleine Treffermengen. Getty Images bietet im November 2013 beim Schlagwort Selfie ca. 2300 Treffer, Corbis Images ca. 3400 Treffer, Fotolia hat 144 und istock 190 Treffer. Gezeigt werden Menschen, während sie sich selbst mit dem Smartphone aufnehmen: Das Fotografieren selbst ist das Motiv. Wir nennen diese als Ware gehandelten Bilder sekundäre Selfies und unterscheiden sie provisorisch von den primären Selfies. Primäre Selfies sind narzisstisch, Stockfotos nie. Der Urheber eines Selfie feiert die Posen seiner Selbstinszenierung, die Souveränität des spontanen Selbstausdrucks als den ultimativen Fun der Online-Präsenz. Nicht das Foto ist hier die Ware, nein, es sind die Menschen selbst. © Robert Kneschke, www.robertkneschke.de

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Aktuell präsentiert allein die Foto- und Video-Sharing-Plattform Instagram mehr als 200 Millionen Selfies, die vor allem im Zusammenspiel mit Facebook als größtem sozialen Netzwerk mit mehr als eine Milliarde Mitgliedern die Online-Community prägen. Mehr als 100 Millionen registrierte Nutzer bei Instagram stellen diese Selfies ins Netz, Fotos, die mehrheitlich Gesichter in Nahaufnahme zeigen. Vordergründig ist das die konsequente und massenhafte Umsetzung der Idee eines Gesichtsbuches, einer Kontakt- und Partnerbörse, im zweiten Zugriff faktisch die Institutionalisierung einer grandiosen Adressdatenbank für beliebige kommerzielle Zwecke. Wir

Es braucht keine besondere Hellsichtigkeit, für diese besondere Bilderwelt eine Flut exhibitionistischer Klischees zu prognostizieren. Eine erste kreative Welle bestaunen wir auf Facebook und Twitter als sogenannte „Selfie Olympics“ oder „Selfiegames“ in den ersten Tagen des Januar 2014, eine Art Wettbewerb der absurdesten Posen. (5) Nicht der vereinzelte Spaß, sondern das Massenphänomen verdient unser Interesse. Offenbar ist die Sehnsucht nach Sichtbarkeit, Anerkennung, Aufmerksamkeit in der Konsum- und Massengesellschaft noch viel größer als vermutet und findet im World Wide Web ein grandioses Medium. Fotografische Bilder spielen in der Online-Kommunikation eine immer größere Rolle: Sie sind schneller gemacht als ein Satz gedacht und geschrieben, das Posten dauert

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© Lumi Images, Dario Secen


und gerettet, wird durch mühelose, massenhafte, unaufhörliche Produktion im elektronischen Datenstrom verschluckt, verbraucht und dann wohl auch überflüssig. Selfies als Wegwerfbilder. Gilt diese Beobachtung auch für andere, gar für alle fotografischen Bilder im Medium Internet? Auf welche Weise verändert das digitale Universum die Fotos, ihr Wesen, ihre Verwendung, Wahrnehmung und Wirkung? So geht Foto, sagte das Foto. Laufen lernen, sagte das Internet. 2. Vom Verschwinden der Metadaten: Wir sind dann mal weg „Fotografen sind nichts mehr wert“. (7) Und Fotos? Während das Netzwerk fotoarchive e.V. in Deutschland die analogen Bildbestände in privaten Sammlungen und öffentlichen Archiven zu sichten versucht, um bewahrungswürdige Bildschätze zu erschließen und vor dem Verlust zu retten, steht die digitale Bilderwelt vor dem konträren Problem: Sie ertrinkt im digitalen Pixelmüll und beschließt ihn loszuwerden. (8) Unsere Prognose ist, dass auf die Flut der digitalen Massenproduktion jetzt die erste große Welle der massenhaften Bilderlöschung folgt. Das Bildersterben beginnt. Die diversen Teilmärkte werden dabei unterschiedliche Tempi entfalten. Das Löschen alter Bilddateien wird im Segment Microstock beginnen. Vermutlich werden in einer ersten Welle Stockfotos mit einem Alter von mehr als zwei bis drei Jahren gelöscht, eine zweite Löschungswelle wird folgen. Womöglich reduziert sich die durchschnittliche Speicherdauer von Microstock-Motiven dann schon auf deutlich unter zwei Jahre. (9)

© Lumi Images, © plainpicture, Kniel Synnatzschke Dario Secen

Millisekunden, es erreicht ein sehr großes Publikum, die emotionale, expressive Kraft eines Fotos ist einem Satz fast immer überlegen und spontane Reaktionen der „Friends“ und „Follower“ sind beinahe garantiert. Selbst wenn nur ein Daumen winkt oder ein Tweet blinkt. Die Dinglichkeit des Fotos, etwa als Papierbild, hat für die Online-Rezeption der Selfies offenbar keine Bedeutung. Die haptische Inbesitznahme, das Anfassen, Berühren, Erfühlen, Halten, Übergeben und Annehmen von Fotos wird überflüssig. Niemand scheint den Verlust dieser taktilen Dimension zu bedauern, die Faszination der virtuellen Evidenz überstrahlt alles. Immerhin tröstet der Touchscreen über diesen Verlust etwas hinweg. Der Selfi-Ismus zeigt uns auch eine Facette der Identitätskrise des sogenannten Masseneremiten, den der Philosoph Günter Anders in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts skizziert hat und dem wir im digitalen Universum des Surfing, Sharing, Streaming verstärkt begegnen. (6) Am Beispiel der Selfies zeigt sich eine erste Dialektik der virtuellen, visuellen Kommunikation: Der einmalige Augenblick, in der fotografischen Aufnahme idealiter dem Zeitstrom entrissen, für das Gedächtnis aufbewahrt

Ein Indikator für den fragilen Status der Stockfotos war schon lange der leichtfertige, zum Teil aber wohl durchdachte, respektlose Umgang mit bildspezifischen Metadaten, die nonchalante Gleichgültigkeit gegenüber den IPTC-Regularien. (10) So weist Lee Torrens 2011 auf die Praxis des „Metadata Stripping“ hin und hält fest, dass alle großen Microstock-Agenturen gezielt Metadaten löschen, um Präsentation und Verkauf der Fotos schneller, flexibler, effizienter zu gestalten. (11) Fotografen, Bildagenturen, Verkaufsplattformen, Kunden sind für diese Ignoranz gleichermaßen verantwortlich. Nur wenige im Stockfotomarkt haben ein echtes Interesse an der seriösen Pflege von Metadaten. Immer mehr Bildanbieter interessieren sich eher für verkaufsfunktionale Parameter von Datenbank und Website, wie zum Beispiel Präsentation, Navigation, Schnelligkeit, Aktualität, Nutzerfreundlichkeit. Journalistischer Background, redaktioneller Kontext, nützen beim Verkauf von Stockfotos wenig bis nichts. Und so beobachten wir am IPTC-Feld Caption ein quasi astrophysikalisches Phänomen: Wie ein schwarzes Loch verschluckt es Wörter. Und für Bildkäufer hat das ebenfalls eine Logik: Sie kaufen Bilder, keine Worte. Auch bei Fotografen beschränkt sich das Interesse an Metadaten zumeist auf die Frage der illegalen Nutzung, den Bilderklau, die Verletzung ihres Urheberrechts. Schlagworte als die Schlüsselinstrumente für Bildrecherche und Bildverkauf werden nicht selten nur als notwendiges Übel hingenommen. Andreas Trampe, Chef der sternBildredaktion hat das Dilemma so formuliert: „Mit Verschlagwortung ist es wie mit Versicherungen: Niemand mag sie, jeder braucht sie.“ (12) Etwaige Versuche, dieser Metadaten-Ignoranz entgegenzuwirken, wie etwa im Metadatenmanifest des BVPA, sind vor dem Hintergrund des beschriebenen Szenarios in der Stockfotografie ebenso lobenswert wie aussichtslos. (13) Wenn der Marktwert eines multifunktionalen Fotos mit jedem Tag immer


Erwähnt sei hier ein neues Vertriebs- und Bezahlmodell, das sogenannte Image Streaming von Medieninhalten. Dieses Content-Management erlaubt es dem Kunden, einzelne Bilder auf seiner Website über einen speziellen Code virtuell zu positionieren. Die Bilder werden immer neu von externen Servern geladen und der Bildpreis ergibt sich am Ende aus der Zahl der Seitenaufrufe. Auch dieses Modell degradiert Fotos einmal mehr zu bloßen Anhängseln der Texte und Kontexte, in die sie – mehr oder weniger zufällig – gestellt werden. Die Definition der Stockfotos als bloßer „Leerstellen der Kommunikation“ bestätigt sich vollauf, die Rezeption ihrer fotografischen Aussage, Qualität, Selbständigkeit tritt ganz in den Hintergrund. (14)

Wir sind dann mal weg, sagten die Fotos. Tempo, Tempo, sagte das Internet. 3. Das Bildersterben: Vom Keep Smiling zum Keep Streaming „Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen.“ (17) Ja, die Macht der Bilder wächst durch die Allgegenwart des Mediums Internet dramatisch. Die Spezies multifunktionaler Bilder dominiert als Billigware klar den Online-Markt und breitet sich wie eine Pandemie auch Offline, also in Anzeigen, Broschüren, Tageszeitungen, Journalen, Büchern

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Fazit: In multifunktionalen Fotos sind Metadaten unverdaulicher Ballast. Ihre diskrete Löschungspraxis hat im Grunde die anstehenden dramatischen Löschungslawinen der Fotos selbst nur konsequent vorbereitet. Der professionelle Stockfotograf hat sich von der Erinnerungs-Funktion des Fotos, seinem Nachrichten- und Beweiswert, längst verabschiedet. Er

kalkuliert die begrenzte Verwendbarkeit seiner multifunktionalen Fotoware nüchtern ein. (15) Dieser Pragmatismus in der Vorratsfotografie ist für die klassische Auftragsfotografie und den Pressebild-Journalismus zumeist, noch, irritierend bis skandalös. Aber im digitalen Zeitalter ist das Löschen fotografischer Bilder, zumindest in kommerziell wichtigen Teilmärkten, nicht nur kein Sakrileg mehr, sondern Programm. Ich teile die Meinung des Online-Journalisten Dirk von Gehlen, der für die digitale Kultur einen „Prozess der Verflüssigung“ diagnostiziert. Sie ergänzt die Thesen über die Spezies der Stockfotos als „Bilder zum Vergessen“ und bestätigt unsere bisherigen Überlegungen auch hinsichtlich der Bilderlöschung. (16)

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schneller abnimmt, dann macht echtes Metadatenmanagement, die Investition in nachhaltige Erschließung und Archivierung, kaum noch einen ökonomischen Sinn.

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© mauritius images, United Archives


durch Streaming nicht direkt zerstört, aber die permanenten Uploads, Updates und neuen Versionen verwandeln das Internet als Totalität in einen alles verschluckenden Strom. Für unsere Augen bleibt dieser Permastream unsichtbar, wir sind quasi viel zu nah dran, fokussiert auf einzelne visuelle Partikel. Niemand kann das Internet als Ganzes, als „ein“ Objekt betrachten wie etwa ein Foto. Wenn wir aber einen Schritt zurücktreten und mit dem peripheren Sehen wahrnehmen, dann erfassen wir den ungeheuren Fluss der Updates und die Dimension der „Virtualität“ und der „Verflüssigung“ wird evident. Ich bin allhier, sagte das Foto. Das ist mein Text, sagte das Internet. 4. Bilder, Brot und Spiele: Zwischen Hochzeit und Schwanengesang © mauritius images, Culutura

immer mehr aus. Wird im digitalen Universum via Internet ein Imperium der Stockfotografie begründet oder entwickeln die Bilderwelten überraschend andere Optionen? Wir haben den Begriff „Streaming“ bisher sehr allgemein verwendet. Die strenge Definition versteht darunter einen Datentransfer zwischen Sender und Empfänger als einer Punkt-zu-Punktverbindung, in der keine Daten gespeichert, sondern nur vom Nutzer direkt konsumiert werden: in der sogenannten Echtzeit. Uns interessiert ganz besonders der Charakter dieses direkten Konsums. Streng genommen sind alle textlichen und visuellen Inhalte im Internet Uploads, Kopien, Updates und unterscheiden sich qua Datentransfer glasklar vom Streaming. Filme können gestreamt werden, Fotos nicht. Vom Streaming sind sie also gar nicht bedroht und unsere Bedenken wären substanzlos. Einerseits. Unsere These stützt sich auf das Andererseits: Denn Wahrnehmung ist relativ und jeder Film besteht aus Sequenzen einzelner Fotos. Das menschliche Gehirn nimmt erst ab etwa 14 bis 16 Bildern pro Sekunde Einzelbilder als Bewegung wahr. Die Magie des „Schreibens mit Licht“ war bei den ersten fotografischen Aufnahmen vor 200 Jahren gerade im Phänomen der langsamen Belichtungszeit wunderbar nachvollziehbar. Nur ein unbewegtes Motiv wurde ins Negativ gebrannt. Wer sich schnell bewegte, blieb unsichtbar oder wurde zum Geist. Was ist schnell, was ist langsam? Betrachten wir die Bilder im Internet als einzelne Dateien. Wenn wir ein Foto online wahrnehmen, hat es unmittelbare, statische Präsenz, Totalität und Evidenz. Es verändert sich nicht, hält still, sozusagen. Allerdings findet zugleich, in Permanenz und unbemerkt, ein globales Transfergewitter von Uploads und Updates statt. In unserem Rücken. An der Peripherie. Wenn wir eine Website verlassen, können wir nie sicher sein, das wir nur zwei oder drei Minuten später das angeschaute Foto noch immer vorfinden. Es könnte jederzeit ersetzt, aktualisiert, gar gelöscht werden. Könnte? Jetzt, während Sie diesen Text lesen, offline oder online, werden zigtausende Fotos auf unbestimmten Websites und Internet-Positionen verschoben, aktualisiert, ausgetauscht, gelöscht. De facto. Das Internet kennt keinen Redaktionsschluss. Es ändert sich im globalen Zeitraffer. Deshalb haben wir vom Streaming-Effekt gesprochen. Ein einzelnes Foto wird zwar

Eine differenzierte Analyse und Kritik des Internet-Komplexes ist unverzichtbar, wenngleich von herkulischer Dimension. The Medium is the Message? Zweifellos erleben wir einen grandiosen Paradigmenwechsel in der menschlichen Kommunikation, mindestens so folgenreich wie die Erfindung des Buchdrucks und mindestens so unübersichtlich. (18) Und die Bilder? Ohne Fotos ist ein Text, eine Seite im Internet kaum noch vorstellbar. Fotos füttern den Gesichtssinn, unser emotional strukturiertes Gedächtnis. Sie reduzieren blitzschnell Komplexität, machen die Welt verdaulich, einfach, klar, sicher, beherrschbar. Bezahlt wird dieser Gewinn mit

„Ein Ereignis ohne Bilder ist so, als hätte es nicht stattgefunden“. (1)

einer mindestens kurzfristigen Lähmung der Urteilskraft, einem Verlust an Nachdenklichkeit und begrifflichem Denken. Vor der elektronischen Revolution, in der sogenannten Gutenberg-Galaxie, gab es über 150 Jahre lang eine beinahe behagliche Allianz der Bilder mit dem Medium Print. Die Reproduzierbarkeit von Kunstwerken, die Walter Benjamin vor 80 Jahren analysierte, war für die Fotografie ein vergleichsweise kleines Problem, wenn man das neue Streaming-Szenario dagegen hält oder die strukturelle Copyright-Kontroverse. So beklagt etwa Prof. Bauernschmitt anlässlich der Vergabe eines Reportagepreises bitter die gewachsene Respektlosigkeit gegenüber Fotos in Print- und Online-Redaktionen. Er spricht von bis zur Unkenntlichkeit beschnittenen „Bildfragmenten in Bleiwüsten“ und kritisiert scharf das Layout als „Beleidigung der Fotografinnen und Fotografen“. (19) Seine Kritik bestätigt die Thesen zur Metadaten-Ignoranz und den Streaming-Effekt. Die multifunktionale Fotoware erobert sich immer neue Ziel- und Nutzergruppen. Online und offline. Das Stockfoto ist im Journalismus angekommen, die besten Microstockmotive konkurrieren ernsthaft mit der Fotografie der alten Schule. Und die neuen Nutzer? Sie gehen, konsequent, brutal pragmatisch mit der Fotoware um. Was nicht passt, wird passend gemacht. Und die multifunktionalen Bilder machen mit, lächelnd, auf der Suche nach Text wie nach


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Quellen: (1) Dirk von Gehlen, Eine neue Version ist verfügbar, Metrolit Verlag, 2013 (2) Wir verwenden den Begriff multifunktionale Fotos synonym für Fotos mit idealem Warencharakter und unterscheiden ihn von der Warentauglichkeit anderer Fotos. Stockfotos gibt es schon sehr lange, entstanden in der Konsumgesellschaft als Nebenprodukt der Auftragsfotografie. Multifunktionale Fotos verdanken sich vor allem dem Massenmedium Internet und den Billigpreisen, vgl. Bernd Wohlert, Das Foto als Ware, S.22ff. in: PHOTO PRESSE 08/2012; vgl. Wolfgang Ullrich, Bilder zum Vergessen, Köln 2008; vgl. J. Glückler, R. Panitz, Survey of the Global Stock Image Market, Universität Heidelberg, 2012 (3) Lars Bauernschmitt, Einen Bildermarkt gibt es nicht, in: BVPA Handbuch, 2009 (4) vilem flusser, für eine philosophie der fotografie, S.42ff, Berlin, 2006 (5) Henriette Kuhrt, Selbstporträts im Social Web, 15.6.2013, www.spiegel.de (6) Günter Anders, Die Antiquiertheit des Menschen, München 1956 (7) Robert Kneschke, Der Fluch des Sean, Blog, 5.3.2013, www.alltageinesfotoproduzenten.de (8) www.netzwerk-fotoarchive.de (9) Klaus Plaumann, Micostock-Expo 2013, in: PHOTO PRESSE 24/2013. Vgl. H.J. Zwez, Chef von Mauritius Images, der schon 2006 die Haltbarkeit analoger Stockfotos auf rund fünf Jahre schätzt, in: Das Verfallsdatum der Fotos ist kürzer geworden, Freelens Magazin 23, 2006 (10) Seit 1990 gilt der IPTC-NAA-Standard für Bilddateiformate, www.iptc.org (11) Lee Torrens, Microstock Diaries, Blog, 16.11.2011 © Westend61, Roman Märzinger

(12) B. Wohlert, Hintergrundgespräch zum Interview, in: PHOTO PRESSE 09/2011. (13) Metadatenmanifest, Initiativen, www.bvpa.org

Ein Foto kommt selten allein, sagte das Foto. Das ist ein Wort, sagte das Internet.

(15) Zur Kritik der Pressebilder als Instrumente der visuellen Desinformation, vgl. Gerhard Paul, Die Macht und Ohnmacht der Bilder im asymmetrischen Krieg, in: Der Bilderkrieg, Göttingen 2005. Die Schlagworte Fälschung, Manipulation, CGI benennen die separate Thematik des Fotos als Experiment, Konstrukt, Fiktion (16) Dirk von Gehlen, in: Spiegel-Online, 29.12.2013, vgl. Wolfang Ullrich, a.a.O., Bilder zum Vergessen; vgl. B. Wohlert. a.a.O, Das Foto als Ware (17) Heraklit, Fragment 91, in: Diels, Kranz, Die Fragmente der Vorsokratiker, Hildesheim 1903 (18) Marshal McLuhan, Understanding Media, New York, 1964. In politischen Sphäre ändern sich dramatisch die Parameter. Stichwort: direkte Demokratie; vgl. Herrschaft der Algorithmen, in: Herrschaft im Netz, cicero online, 14.1.2012 (19) Lars Bauernschmitt, Laudatio, 15.6.2012, www.larsbauernschmitt.de (20) Wer die Recherche im Medium Internet beherrscht, wie die Suchmaschine Google als Marktführer, könnte mit großem Wettbewerbsvorteil im Bildermarkt als Anbieter selbst mitmischen. Mit seiner neuen, erweiterten Bildsuche bastelt Google, gerade für multifunktionale Amateurbilder, eine grandiose Vertriebsplattform.

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Vor geraumer Zeit haben wir die Stockfotoware mit Brötchen verglichen, die sich selbst fressen: Jetzt fressen sie ihre Väter. Bilder, Brot und Spiele. Wir sind Zeugen einer dramatischen Zäsur in der Geschichte der Fotografie: die „photographische Idee“ steht auf dem Prüfstand. Unser Essay skizziert ein Szenario, in dem die multifunktionalen Fotos ebenso machtvoll herrschen wie ohnmächtig verschwinden, verurteilt zum Löschen und zum Vergessen. Eine Spezies überflüssiger Bilder? Als Spiegelbild der Überflussgesellschaft? Zum wirklichen Verständnis dieser Dialektik aus Bildermacht und Bildersterben sind empirische Studien nötig, differenzierte Analyse und, vor allem, ganz neue Fragen. (20) Fürs Erste könnte uns ein Film aus Hollywood trösten. Er zeigt einen Foto-Archivar des Printmagazins Life auf der phantastischen Suche nach einem einzigartigen, unersetzlichen Negativ, einer analogen Ikone. Zuviel Nostalgie?

(14) R. Kneschke, Blog, 9.12.2013, Erhalten Metadaten selbst Warenstatus, ist die Löschung obsolet, vgl. den Deal zwischen Getty Images und Pinterest, vgl. R. Kneschke, Blog, Stockfotografie News, 27.12.2013

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einer Heimat, denn Allkompatibilität ist ihre Natur. Sie verkaufen das Blaue vom Himmel, machen ihren Job. Ob als Söldner oder als Joker. Keep smiling. Hätten die Bilder ein Bewusstsein: Sie wären sich ihrer Entbehrlichkeit nur zu bewusst. Ihren Schöpfern, den Stockfotografen, der Microstock-Elite zuallererst, dämmert allmählich ihr Dilemma: Auch sie selbst sind nichts mehr wert.


BILDJOURNALISMUS

Die Fotografie hat Alzheimer Der professionelle Bildjournalismus ist im Wandel. Sogenannte Bürgerreporter, die zufällig zum Zeitpunkt des Geschehens zugegen waren, ersetzen mit ihren Aufnahmen das professionelle Nachrichtenbild. Vor dem Hintergrund der sich rasant verändernden Landschaft für Pressefotografen fragten wir Rüdiger Schrader, langjähriger Fotograf beim stern und zuletzt Bild-Chef beim Nachrichtenmagazin Focus, nach den zu erwartenden wirtschaftlichen, ethischen und qualitativen Veränderungen für das Pressebild. . PP: Ist das nicht gleichzeitig für den Fotografen auch ein Risiko, von den gefragten Standards abzuweichen und sich für eine Variante zu entscheiden und zu produzieren? Rüdiger Schrader: Ja, und das umso mehr, da die großen Agenturen bei Großveranstaltungen immer mehr Fotografen mit ganz speziellen Aufgaben für nur einen Wettbewerb akkreditieren. Parallel laufen weitere Wettbewerbe, bei denen wieder etliche Agenturen ihre Fotografen vor Ort haben. Damit aus dieser Menge von produzierten Fotos es eines am nächsten Tag in die Tageszeitungen schafft, muss es etwas Besonderes sein. Neben diesen sportlichen Ereignis laufen ja parallel auch noch die tagesaktuellen Geschichten.

Rüdiger Schrader

PP: Herr Schrader, wie hat sich der Technikwandel auf die Qualität des Pressebildes und den Beruf des Pressefotografen ausgewirkt? Rüdiger Schrader: Den Umschwung brachte die Digitalisierung. Durch sie wurde die gesamte analoge Infrastruktur in einem Schwung abgeräumt. Dadurch hat sich die Summe der erzeugten Inhalte um einen gewaltigen Faktor vervielfacht. Leider wurde damit gleichzeitig die Qualität der Inhalte verwässert. PP: Macht denn die Möglichkeit, dass heute jeder mit einem Smartphone oder einer einfachen Kamera gute Fotos machen kann, professionelle Fotografen überflüssig? Rüdiger Schrader: Nein, denn nach wie vor sind nicht nur technisch perfekte, sondern auch inhaltlich gute Bilder gefragt. PP: Es gibt also auch heute noch einen entscheidenden Unterschied zwischen dem reinen Nachrichtenbild – weil jemand zufällig zur rechten Zeit am rechten Ort war – und dem professionell gestalteten Reportageoder Pressebild? Rüdiger Schrader: Ja, selbstverständlich! Nehmen wir ein ganz simples Beispiel. Wir hatten gerade die Olympischen Winterspiele in Sotchi. An einem wettkampffreien Tag sind direkt vor Beginn der Spiele von diesem Tag 2320 Bilder über die Nachrichtenagenturen bei einer großen deutschen Tageszeitung in das System eingelaufen. Diese Bilder muss jemand sichten und gewichten. Damit in dieser Flut von Bildern überhaupt eines auffällt, muss es schon mal besser, interessanter oder etwas besonders ins Auge Fallendes haben, dass man danach greift. Es verlangt nicht nur vom Fotografen ein Höchstmaß an Kreativität oder Mut zur Variation, sondern auch von den Bildredakteuren ein waches Auge.

PP: Ist es nicht auch ein wirtschaftliches Problem, diese Menge an Fotografen zu akkreditieren, wo die Medien für das Nachrichtenbild immer weniger werden? Rüdiger Schrader: Agenturen wie Getty schaffen das noch ganz gut durch schiere Größe. Die Agentur von Bill Gates, Corbis, hat da schon kapitulieren müssen. Sie haben sich von einem der größten Märkte der Welt für solche Bilder, Deutschland, zurückgezogen und operieren nur noch von London aus. Ich glaube aber, das ist erst der Anfang. Ich gehe davon aus, dass Corbis, außer als historisches Bildarchiv, zukünftig noch groß präsent sein wird. Während es Getty bisher gelingt, sich aufgrund ihrer Größe zu halten, haben sich andere wie auch Associated Press (AP) bereits aus Deutschland zurückgezogen, eigene Fotografen wurden entlassen. Der deutsche Markt wird nur noch von der dpa und Reuters abgedeckt, aber auch nicht mehr in der Breite, wie das früher der Fall war. Ob diese Monopolisierung und Konzentration dem Nachrichtenbild gut tut, bezweifle ich stark. PP: Wer trägt für diese Entwicklung eigentlich die Verantwortung? Die liegt doch nicht nur bei den Bildanbietern, sondern sicher auch bei den Abnehmern? Rüdiger Schrader: Wir Abnehmer – ich zähle mich jetzt einmal dazu, obwohl ich es nicht mehr wirklich bin – haben natürlich einen hohen Kostendruck gehabt. Der hat dazu geführt, dass wir in vielen Fällen Pauschalverträge vereinbart haben und es hat ebenfalls dazu beigetragen, dass die Preise in den letzten Jahren nicht gestiegen, sondern teilweise eher gesunken sind. Das ist natürlich auch den sinkenden Auflagenzahlen der einzelnen Objekte geschuldet. Das Internet zahlt zwar auch für die Bildnutzung, doch ist das vergleichsweise gering gegenüber der Printbranche. PP: Wo sehen sie denn heute überhaupt noch wirtschaftliche Chancen für einen Pressefotografen? Rüdiger Schrader: Diese sind aus meiner Sicht nur dann gegeben, wenn er sich in einem festen Arbeitsverhältnis mit einer großen Agentur befindet. Im Moment, wo er sich als Einzelkämpfer auf die Pirsch


PP: Zu analogen Zeiten gab es immer wieder herausragende Fotografien, die zu Ikonen wurden und die jedermann im Gedächtnis geblieben sind. Gibt es solche Fotos auch aus der jüngeren Zeit? Rüdiger Schrader: Seltsamerweise, und ich wage es kaum zu formulieren, sind das keine journalistischen Fotos. Wenn ich solche Fotos nennen soll, dann sind das für mich beispielsweise die Bilder aus Abu Ghraib, also Bilder, die nicht zur Veröffentlichung gemacht wurden. Aber das sind Bilder, von denen ich glaube, dass man auch in 50 Jahren noch darauf zurückgreifen wird. Dafür gibt es auch noch andere Beispiele. Das bedeutet, das klassische, journalistische Bild, das auf dem Markt stattfindet, hat nicht diese haptische Bedeutung für das Gedächtnis wie solche Bilder, wo es nur diese eine, zufällige Quelle gibt wie aus Abu Ghraib. Aber von den teilweise auch wirklich hervorragenden Abbildungen des Tagesgeschehens gibt es nur selten Bilder, die über den Tag hinaus andauern. Wenn sie als Reporter überleben wollen, brauchen sie den interessanten, intelligenten, wachen Blick und sie sollten sich überlegen, was sie fotografieren und zwar genauso, wie es die Maler taten, bevor vor 175 Jahren die ersten Kameras auf den Markt kamen. Die Malerei hat darauf mit ganz extremen Kunstformen wie der abstrakten Darstellung, dem Expressionismus oder Kubismus reagiert – alles Sichtweisen, die vorher dem Auge fremd waren. Das sollte der Fotograf vielleicht zukünftig auch tun, um zu überleben.

Mars fliegen wollen. Es sind nur noch Zeichnungen vorhanden und Computerbänder, die nicht mehr lesbar sind. Ob sie das alles richtig gemacht haben, wissen sie erst, wenn das Ding fliegt. So geht es im Moment auch mit der digitalen Fotografie. Es gibt kein Speichermedium, von dem wir heute sagen könnten, das überlebt die nächsten 100 Jahre. Wenn wir in 30 Jahren auf die heutige Zeit zurückblicken, werden wir feststellen, das ist das erste große schwarze Loch, das sich da aufgetan hat.

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begibt, hat er nur eine Chance, wenn er sich als Autor versteht und als solcher eine ganz eigene Geschichte verfolgt und sich das auch leistet. Der kommerzielle Erfolg ist in einem solchen Fall durch nichts sicher gestellt. Um sich diesen kreativen Erfolg leisten zu können, ist es oftmals sogar erforderlich, auf andere Erwerbsquellen zurückgreifen zu können.

PP: Hat die digitale Technik auch den Bildstil der modernen Fotografie beeinflusst? Rüdiger Schrader: Die klassische Sichtweise, wie sie ein Salgado oder James Nachtwey gepflegt haben und noch pflegen, gibt es immer noch und schlägt auch immer wieder durch. Ich stelle auch fest, dass beim Nachrichtenbild wieder von den langen Brennweiten Abschied genommen wird. Und das ist sehr gut. Es ist irgendwie auch eine Rückkehr zu den Sichtweisen zu Beginn der Reportagefotografie. Betrachten wir die Fotos von Robert Capa aus dem spanischen Bürgerkrieg oder auch die Aufnahmen vom D-Day in der Normandie kritisch, so können sie aus heutiger Sicht als technisch unzulänglich angesehen werden. Wären sie mit den heutigen technischen Mittel scharf und blitzsauber fotografiert worden – das klingt jetzt zynisch – hätten sie für mich nicht nach Krieg ausgesehen. Erst durch die fehlende Perfektion wird auch das ganze Grauen dieser Situation deutlich. Moderne Technik macht heute perfekte Bilder in Situationen möglich, wo in der Vergangenheit Filme und Kameras versagten. Aber die eindrucksvollsten Bilder der Gegenwart entstehen auch heute noch, wenn Inhalt und Technik an Grenzen stoßen oder sie überschreiten. Nur dann entstehen auch ergreifende Bilder, die aus der Menge herausstechen. Das Interview führte Heiner Henninges

PP: Für viele Fotografen sind ihre alten Bilder auch so etwas wie eine Altersversicherung geworden, die als Kunstwerke in Museen hängen und in Galerien gehandelt werden. Doch das bleibt sicherlich immer eine Minderheit? Isarfoto Symposium: Quo vadis, Pressebild?

Rüdiger Schrader: Ich sage in meinen Vorlesungen oder auf entsprechenden Veranstaltungen dazu immer: Die Fotografie hat Alzheimer. Im Moment leben wir nicht nur in einer Zeit des extremen Gedächtnisverlustes: Wir haben nicht einmal eins, das wir verlieren können. Und das wird sich noch eine Weile potenzieren. Denn als die digitale Fotografie begann, gab es noch keine einheitlichen Standards. Mittlerweile haben sich welche herausentwickelt. Dazu mein Lieblingsbeispiel: Die NASA beschäftigt inzwischen 184 Wissenschaftler, die nichts anderes machen, als zu versuchen, die Blaupausen der Saturn V wieder lesbar zu machen, weil sie die Rakete brauchen werden, wenn sie zum

Geschäftsführer Klaus Bothe hat dafür einige Ikonen der klassischen Sport- und Pressefotografie eingeladen, unter anderem Rainer Martini, Hans Rauchensteiner, Harald Schmitt, Ralf Stockhoff und John McDermott aus den USA. Ort: Icking/München – genauer Ort wird den angemeldeten Teilnehmern noch bekanntgegeben Termin: 21. März 2014, 17 Uhr Teilnehmer: maximal 35 Anmeldung erbeten: via E-Mail unter event@isarfoto.de oder Tel. 08178 1311

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PP: Wird das mit der Digitalfotografie jetzt nicht noch schwieriger?

Die Pressefotografie gestern, heute und morgen im Spannungsbogen zwischen technisch immer perfekter werdender Technik und immer häufigerer Verwendung von iPhone-Bildern in den Printmedien ist das Thema des ersten Isarfoto Symposiums (siehe auch PP03|04 2014, Seite 26).

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Rüdiger Schrader: Darauf sollten sich die Fotografen auch besinnen: Es gibt hervorragende Bilder aus der Vergangenheit oder besser aus vergangenen Zeiten. Bilder, die nicht nur den tagesaktuellen Augenblick, sondern das Zeitgeschehen widerspiegeln. Darauf sollten sich Fotografen, die große, gute Archive haben, besinnen und ihre Schätze zugänglich machen. Das ist allerdings auch eine harte Arbeit, sich da durchzuwühlen.


STUDIO B GMBH

Sonderehrung als ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb fotografen. In der bald 25-jährigen Unternehmensgeschichte konnten die Auszubildenden eine ganze Reihe hochkarätiger Titel sammeln. Die beiden frischgebackenen Landessieger setzen diese Serie eindrucksvoll fort: Ann-Catrin Jung (Studio B) aus Leer/Ostfriesland wurde für ihre besonderen Ausbildungsleistungen im Schwerpunkt Industrie- und Architekturfotografie ausgezeichnet. Marilena Meyer (Das gute Portrait) aus Barver/Samtgemeinde Rehden holte ihren Titel im Schwerpunkt Portraitfotografie. Insgesamt kommt die Studio B GmbH damit auf drei Bundes- und sechs Landessieger. Für diese stolzen Erfolge durften Ursula Niemann und Detmar Schmoll in der Oberen Rathaushalle eine Sonderehrung der Bremer Handwerkskammer in Empfang nehmen.

Urkundenübergabe in der Oberen Rathaushalle im Bremer Rathaus: v.l.: Detmar Schmoll, Marilena Meyer, Ann-Catrin Jung, Ursula Niemann

Im Rahmen des Leistungswettbewerbs des Deutschen Handwerks wurde die Studio B GmbH von der Handwerkskammer Bremen für ihre „außerordentlichen Ausbildungsleistungen“ geehrt. Mit Ann-Catrin Jung und Marilena Meyer konnten an diesem Tag außerdem gleich zwei Auszubildende des Unternehmens den Titel einer Kammer- und Landessiegerin im Ausbildungsberuf Fotografin mit nach Hause nehmen. Die Bremer Ursula Niemann und Detmar Schmoll bilden mit ihrer Studio B GmbH bereits seit dem Gründungsjahr 1990 im Bereich Fotografie aus, seit 2000 auch in der Mediengestaltung. Das gute Portrait, 2004 als hundertprozentiges Tochterunternehmen von Studio B gegründet, widmet sich ebenfalls intensiv der Ausbildung junger Nachwuchs-

Die Ausbildung ist im Unternehmen klar verteilt. Während sich Ursula Niemann dem theoretischen Part widmet, liegt die praktische Schulung in den Händen Detmar Schmolls. „Wir sind breit aufgestellt und in den einzelnen Bereichen gleichzeitig hoch spezialisiert“, erklärt Ursula Niemann, „neben der Industrie-, Technik- und Werbefotografie sind wir heute auch in Offshore und E-Commerce aktiv. Daneben bietet die hauseigene Werbeagentur ein umfangreiches Leistungsspektrum rund um das Kommunikationsdesign. Das gute Portrait ist auf die Fotografie von Menschen spezialisiert. Die Kooperation beider Unternehmen konzentriert sich auf Modefotografie und Businessportraits für Geschäftsführer und Teambilder, insbesondere für das Internet. Aufgrund dieser komplexen Aufgaben haben wir schon früh einen hausinternen Masterplan für die Ausbildungsbegleitung festgelegt“. Dieser Plan hat zum Ziel, dem Nachwuchs möglichst viele Grundlagen zu vermitteln. „Nur wenn das Fundament stimmt, kann daraus ein guter Fotograf erwachsen“, ist Detmar Schmoll überzeugt. „Wir haben deshalb eigene Seminare entwickelt, die wir in regelmäßigen Intervallen abhalten. Darüber hinaus wird die externe Weiterbildung für berufliches Grundwissen über die VHS gefördert.“ Die aktuellen Erfolge zeigen einmal mehr, dass diese Philosophie Früchte trägt. www.studiob.de

DIEBSTAHL

Einbruch bei Isarfoto/Bothe Am 6. März 2014 wurde bei Isarfoto/Bothe, Icking, eingebrochen und folgende Geräte entwendet, vor deren Ankauf gewarnt wird.

Canon EOS 1D X Canon EF 70-200/2,8 II Canon EF 24-70/2,8 II Canon Speelite 600 XR-RT Leica S2 P Body Leica Summarit S 70 mm Leica S Apo-Tele-Elmar-S 1:3,5/ 180 Leica S Fernauslöserkabel S (TYP 006) Sony 7R Sony 7R Sony 7 Sony Zeiss 35 mm

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043011000322 0004588 9300000843 0301101119 4090305 03832050 4114560

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Bitte informieren Sie bei Auftauchen von gestohlener Ware die geschädigte Firma: Isarfoto/Bothe, Münchner Str. 1, 82057 Icking, Tel. 08178 1311, Fax 08178 1314 oder per E-Mail: mail@isarfoto.de. Leica S-Adapter H Leica S-Adapter C Fujifilm Finepix X-E1 Silber Kit Fujifilm X-M1 Gehäuse braun Fujifilm X-M1 + XF16-50 Silber Kit Fujifilm Finepix X100S Fujifilm Finepix X100S Fujifilm Kameratasche BLC-XE1 Matchtechnical Thumbs Up EP-2 Silber Matchtechnical Thumbs Up EP-2S black Matchtechnical Thumbs Up EP-5S black

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16030 ohne S-Nummer 31Q03224 37L18453 36L00824 33Q00062 33Q00926


Peter Schlör: light shift Bereits mehr als 25 Jahre durchforstet Schlör unermüdlich und neugierig die Landschaft. Dabei gilt dem abstrahierenden Schwarzweiß von Beginn an seine Liebe. Während er in früheren Arbeiten stärker auf geheimnisvolle Wolken- und tiefschwarze Schattenpartien setzt, umfasst im aktuellen Band das Spiel mit dem Licht vermehrt das ganze Bild. 2004 hat Schlör von der analogen zur digitalen Bildaufzeichnung gewechselt. Das Ausgangsmaterial ist deshalb farbig und wird von Schlör am Computer sorgfältig in Graustufen umgewandelt. Außer diesem wichtigen Schritt der Abstraktion, beschränken sich seine gestalterischen Eingriffe ähnlich wie zu Dunkelkammerzeiten auf die Kontraststeuerung und Ausschnittbildung. Das Ergebnis sind dichte Bilder, die gleichermaßen abstrakte Komposition, aus Licht gemeißelte Landschaft und ein reales Stück Umwelt darstellen.

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Als der 1964 in Mannheim geborene Peter Schlör Mitte der 1980er Jahre erstmals mit dem Medium in Kontakt kommt, erobern Farbe und Konzeptkunst die fotografischen „Charts“. Doch weder der Siegeszug der New Topographics noch jener der Becherschule nehmen ihn gefangen. Auf der Suche nach einer persönlichen Ausdrucksweise wird dem jungen Autodidakten vielmehr das strenge Arrangement des ebenso in seiner Vaterstadt tätigen und 2013 verstorbenen großen Fotografen Robert Häusser Idol und Anreiz. Seither geht Schlör einen eigenen, das Genre der Landschaft bereichernden Weg. Allen, die ernsthaft (Landschafts-) Fotografie verfolgen, sei der Bildband empfohlen. Lesenswert ist das Essay „Die moderne Fotografie und das Licht“ von Milan Chlumsky, wobei der Bezug zur Landschaftsmalerei alter Meister differenzierter betrachtet werden sollte. „light shift“ erschien anlässlich der gleichnamigen Ausstellung in der Landesgalerie Linz im November 2013. Die Originale werden noch an weiteren Orten gezeigt: Bis 22. März 2014 in der Galerie Peter Zimmermann in Mannheim (www.galerie-zimmermann.de), es folgen Frankfurt, München und 2015 Zürich.

oben links: Peter Schlör, La Culata II, 2012, Fineart Pigment-Print, Diasec, 40 x 56 cm, Courtesy Arte Giani, Frankfurt links: Buchcover

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Schlörs faszinierende Bildwelt ist vor allem auch ein Fest der Natur. Seine Aufnahmen von meist kultivierten Bergen, Wäldern oder Tälern sind von großer Anziehungskraft und laden den Betrachter ein, die zunächst verborgen wirkenden feinen Strukturen und zahlreichen Details zu erkunden. Menschen bleiben außen vor, doch ihre Spuren finden sich in Besiedlung und Bebauung. Bildmaterial sucht er vor allem an Orten, an denen ein intensiver oder schneller Wechsel von Sonne, Wind und Regen die Landschaft immer wieder neu facettiert. Um dies festzuhalten, bedient Schlör sich auch der Wolken, die er im Verbund mit dem Sonnenlicht mal als Diffusor, Reflektor oder Spot verwendet. So gelingen ihm beispielsweise Bilder, auf denen das spärliche Licht eines einsam stehenden Häuschens scheinbar genügt, einen ausladenden, palmenübersäten Hang wunderbar zu illuminieren.

Herausgegeben von der Landesgalerie Linz, 104 Seiten, 40 Duplexabbildungen, Deutsch/Englisch, Preis 39,90 Euro unter der ISB-Nummer 978-3-86828-430-0. Dorothea Cremer-Schacht

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Peter Schlör ist ein passionierter Naturbeobachter. Doch seine Bilder fokussieren weniger die präzise Beschaffenheit der Natur, als die Formen, Konturen und Muster, welche das Licht ihr verleiht. Damit steht Schlör ganz in der Tradition der frühen Fotografie. Auch in seinem neuen Bildband „light shift“ mit Landschaftsbildern von Gran Canaria, Kappadokien und Island spielt Licht eine bildgebende Rolle. Der gut gestaltete Band des Kehrer Verlags unterstreicht den Reiz der beeindruckenden Schwarzweißaufnahmen.


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Thomas Billhardt: Fotografie Revolution fotografieren sollte. Diese Kuba-Reise war Billhardts erster Ausflug in die weite Welt. Er fotografierte wie im Rausch und brachte Portraits lachender Kinder, bärtiger Revolutionäre, knochiger Bauern und schöner Frauen mit nach Hause. Die Funktionäre des Jugendverbandes waren begeistert. Von da an war er ständig auf Reisen. Er fotografierte in allen Krisengebieten der Welt: in Mosambik und Angola, im Libanon und in Palästina, in Chile und Nicaragua, in Libyen, Bangladesh, Kambodscha und Vietnam. Vor allem mit seinen Bildern aus Vietnam stieg Billhardt in die erste Reihe der international bedeutenden Kriegsfotografen auf. Sie erschienen in der ganzen Welt – im Live Magazin, im stern, im Spiegel, in der Literaturnaja Gazeta. Insgesamt zwölf Mal war Thomas Billhardt in den Krieg nach Vietnam gefahren. Immer wieder kam er mit dem Gefühl zurück, „nicht nah genug dran“ gewesen zu sein. Sein großes Vorbild, der amerikanische Kriegsberichterstatter Robert Capa, hatte das Credo „Wenn ein Foto nicht gut ist, dann warst du nicht nah genug dran“. Danach versuchte Billhardt zu arbeiten. Er wollte „einen Teil der großen Wahrheit“ über den Vietnam-Krieg abbilden, wollte die Menschen aufrütteln.

Vietnam 1967, Foto: Thomas Billhardt

Der in Chemnitz geborene Thomas Billhardt (Jahrgang 1937) absolvierte im Portraitatelier seiner Mutter eine Fotografenlehre. Danach studierte er an der Fachschule für Angewandte Kunst in Magdeburg. Nach seiner Abschlussprüfung arbeitete er kurz als Werksfotograf in der Brikettfabrik Großkayna bei Merseburg und als Verlagsfotograf beim Postkartenverlag Bild und Heimat in Reichenbach im Vogtland. 1959 begann er ein weiteres Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, das er 1963 als Diplom-Fotografiker abschloss. In dieser Zeit nahm er Kontakt zum Zentralrat der Freien Deutschen Jugend (FDJ) auf, der damals einen Reportagefotografen suchte. Seine Bilder überzeugten die Jugendfunktionäre, die ihn gleich auf eine dreitägige Inspektionstour durch die DDR mitnahmen. Schon kurze Zeit später, im Frühsommer 1963, schickte der Zentralrat der FDJ den damals 24-jährigen Thomas Billhardt nach Kuba, wo er sechs Wochen lang die

Damals, in den 1960er und 1970er Jahren, wollte Thomas Billhardt mit seinen Bildern die Welt verändern. Billhardt fotografierte nicht nur im Krieg. Er war auch in Italien, in Skandinavien, in den USA, Frankreich oder England. Insgesamt bereiste er als Fotograf mehr als 70 Länder. Er fotografierte auch für die UNO und das Kinderhilfswerk UNICEFF. Im Auftrag von UNICEFF machte er Reportagen über die Kinder der Welt, begleitete UNICEFF-Projekte in den Phillipinen, in Indonesien, Kambodscha und China. Thomas Billhardt dokumentierte auch den Fall der Mauer und die als „Wende“ bezeichneten Ereignisse im Herbst 1989 in der damaligen DDR. Nach etwa 50 Jahren Arbeit in Kriegsgebieten und Elendsvierteln rund um den Globus bekennt Thomas Billhardt, dass seine Fotos die Welt nicht verändern konnten. „Es ist überhaupt nicht möglich, etwas zu verändern“, sagt er heute. Der Verlag Edition Braus gab einen Band heraus, in dem Billhardts Lebenswerk zusammengefasst wird. Dabei wechseln Fotos in Schwarzweiß und Farbe aus Krisenregionen in der ganzen Welt mit Reportagen von offiziellen Anlässen und vom Alltagsleben in der DDR in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren. Der Band enthält die wichtigsten Bilder aus der Zeit des Kalten Krieges – gesehen aus der Perspektive eines DDR-Fotografen. Wolfgang Kubak

Herausgegeben von Jens Wolfram und Frank Wonneberg, mit einem Essay von Steffen Lüddemann, erschienen im Verlag Edition Braus Berlin GmbH, 2013, 256 Seiten im Format 24 x 30 cm, etwa 500 Abbildungen, Hardcover, Preis 49,95 Euro, ISBN 978-3-86228-048-3.

Kuba 1961, Foto: Thomas Billhardt


BÜCHER

Lürzer’s Archiv: 200 Best Ad Photographers

FOTOGRAFIE: MEINE STÄRKE 31.03. – MüNCHEN 02.04. – STUTTGART 04.04. – FRANKFURT 07.04. – DRESDEN 09.04. – BERLIN 11.04. – HAMBURG

UnsERE sTARs vOR ORT:

© Christian Brecheis

Lürzer’s Archiv, das weltweit führende Fachmagazin für herausragende Werbung, veröffentlicht in der neuesten Ausgabe des Erfolgs-Buchs „200 Best Ad Photographers worldwide“ außergewöhnliche Fotografien für Werbeanzeigen. Die Aufnahmen stammen von den 200 besten internationalen Werbefotografen und werden kategorisiert auf 424 Seiten präsentiert. Von Sport- und Landschaftsmotiven, Tier- und Fahrzeugaufnahmen bis hin zu Portraits und Stillleben: Der Bildband „200 Best Ad Photographers worldwide“ zeigt 516 inspirierende Motive für Werbeanzeigen oder -plakate. Lürzer’s Archiv bietet damit den 200 weltweit besten Werbefotografen zum sechsten Mal eine Plattform, ihre außergewöhnlichen Fotos zu präsentieren. Die Werke stammen von Fotografen aus 31 Ländern. Aus Deutschland sind 30 Fotografen vertreten. Im Ländervergleich liegt Deutschland damit hinter den USA (55 Fotografen) auf Platz zwei, gefolgt von Großbritannien (25 Fotografen) und Australien (13 Fotografen). „Die 516 Motive zeigen erneut außergewöhnliche Leistungen der Werbefotografie. Kreativ-Direktoren und Art-Buyer erhalten mit dem Bildband eine Inspirationsquelle und das ultimative Nachschlagewerk für Werbefotografen weltweit“, sagt Michael Weinzettl, Chefredakteur von Lürzer’s Archiv.

PCP-TOUR 2014: DIE TOUR FüR FOTOENTHUSIASTEN

JOHn MCDERMOTT

ROBIn PREsTOn

GÜnTER BEER

PETRA sTADLER

WALTER sCHELs

GÖTZ sCHLEsER

Nach einer Vorselektion der 8629 Einreichungen wählte die Jury, bestehend aus Chefredakteur Michael Weinzettl, Suzee Barrabee (Art Buyer von Goodby Silverstein und Partners), Damon Collins (Gründungsmitglied von Joint London), Rafael Gil (Art Director bei Africa in Sao Paulo), Christophe Gilbert (Fotograf), Shintaro Shiratori (Präsident der Japan Advertising PhoWORKSHOP-PROGRAMM UND WEITERE INFOS UNTER: WWW.PCP-TOUR.DE tographers’ Association – APA) und Anne Telford (Communication Arts) die 516 besten Arbeiten aus. Das Buch „200 Best Ad Photographers worldwide 2014/2015“ kann über den ausgewählten Buch- und Zeitschriftenhandel, Amazon und www.luerzersarchive.com bestellt werden. Es 1-4-Anzeige-PHOTO-PRESSE.indd wird 1 weltweit in 68 Ländern vertrieben. PROFESSIONAL LIGHTING

TWO SUNNY COMPANIES

SUN

Herausgegeben von Lürzer’s Archiv, 424 Seiten, Format 20,5 x 28,5 cm, Preis 34,50 Euro (D), ISBN 978-3-902393-19-7.

SNIPER

www.sun-sniper.com

20.02.1

DARMSTÄDTER WEITSICHT-FESTIVAL

Fotografie, Adventure, Reisen und Outdoor Am 5. und 6. April dieses Jahres findet das Darmstädter Weitsicht-Festival zum 10. Mal statt. Veranstaltungsort ist das darmstadtium, Schlossgraben 1. Das Weitsicht Festival ist seit 22 Jahren der Pionier unter den Festivals seiner Art in Deutschland. Auch in diesem Jahr präsentiert sich die kostenlose FARO-Messe mit über hundert Ausstellern und Organisationen zu den Themen: Fotografie, Adventure, Reisen und Outdoor. Die Fotofachmesse „Multimediale“ von fotogena zeigt technische Neuheiten im Bereich Foto und Video, preisgünstige Workshops und Seminare sind inklusive.

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Buchcover, Bildquelle: Lürzer´s Archiv

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Weitere Informationen unter www.weitsicht-darmstadt.de.


NACHWUCHSFÖRDERUNG

SUNBOUNCE

Canon und Hensel on Campus 2014

Photo und Lighting Workshops

Canon engagiert sich auch in 2014 weiterhin an Universitäten und Fotofachschulen und bietet zusammen mit der Firma Hensel-Visit GmbH Workshops für Studierende aus den Fachbereichen Fotografie/Design und für Auszubildende an. Unter der Überschrift „Canon und Hensel on Campus“ wurden bereits im vergangenen Jahr verschiedene Workshops durchgeführt, die großen Anklang bei den Teilnehmern fanden. Die Veranstaltungsreihe startete in 2014 mit zwei Terminen im Februar im Photo+Medienforum Kiel. Die Workshops beinhalten neben einem theoretischen Teil spannende Praxiseinheiten zu verschiedenen Studiothemen und werden von den Canon Fotografen Sascha Hüttenhain und Jörg Kyas durchgeführt. Neben einer Auswahl von verschiedenen Canon Kameras, Objektiven und weiterem Zubehör ist auch die Firma Hensel mit der passenden Studioblitztechnik dabei. Ziel dieser Veranstaltung ist es, Studierende der Fachrichtungen Fotografie beziehungsweise Kommunikationsdesign sowie Auszubildende im Fotografenhandwerk praxisnah die Anwendungsmöglichkeiten professioneller DSLR-Systeme und moderner Studioblitzanlagen zu vermitteln. Dazu bieten diese zweitägigen Workshops knappe, prägnante Vorträge zu den technischen Grundlagen, welche durch Experten der beiden Firmen gehalten werden, sowie Workshops unter der Leitung renommierter Fotografen. Aber auch der rege Austausch zwischen Veranstaltern und Teilnehmern ist ein wichtiger Schwerpunkt. Guido Krebs, Technical Manager – Professional Imaging Group: „Die Erfahrungen und der rege Zuspruch des letzten Jahres haben gezeigt, dass insbesondere an Universitäten und Fotofachschulen ein großer Bedarf an entsprechenden Workshops besteht, um die fotografische Praxis im Zusammenspiel mit Canon und Hensel Produkten näher kennen zu lernen.“ Die nächsten Fotoworkshops finden an folgenden Terminen statt: • 25. und 26. März 2014: Fachhochschule Köln, Fakultät 07, Institut für Medien und Phototechnik

Eib Eibelshäuser

Sunbounce ergänzt ab März 2014 ihr attraktives Workshop-Programm für alle Fotointeressierten mit Eib Eibelshäusers „Photo und Lighting Workshops“, die vor allem einer Maxime folgen: Die Leidenschaft für die Lichtführung in der Fotografie zu steigern und damit die fotografischen Ausdrucksmöglichkeiten zu verbessern. Die Sunbounce „Photo und Lighting Workshops“ zeichnen sich dadurch aus, dass neben der Technik intensiv auf viele weitere Aspekte eingegangen wird. Die Teilnehmer finden einen persönlichen Weg, wie sie durch das Zusammenspiel von Technik und Gestaltung die eigene Lichtwahrnehmung weiterentwickeln. Dazu bietet Sunbounce mit Eib Eibelshäuser zahlreiche Kursangebote sowohl für Einsteiger (Grundkurs) als auch für Profis (Aufbaukurs): Einzigartige Portraitfotos – Lichtführung, unter anderem mit der patentierten Bounce-Wall und mit Sun-Bouncer Mini und Sun-Bouncer Pro Reflektoren.

• 5. und 6. Mai 2014: Beuth Hochschule für Technik, Fachbereich 8, Berlin

Die Workshops von Eib Eibelshäuser sind bekannt für das virtuose Umgehen mit Licht und führen zu einer völlig neuen Wahrnehmung des gestalteten Lichts. Sie bieten viel Spaß und werden die Sicht auf die Fotografie in einem absolut anderen Licht erscheinen lassen. Nach dem Workshop werden die Teilnehmer direkt und ohne Probleme sehr viel professioneller und kreativer mit dem Thema Licht umgehen können. Die Zielsetzung ist die Vermittlung von echtem Profiwissen und Einblick in die Arbeitsweise eines vielbeschäftigten Stilllifers, Portraitfotografen und Licht-Virtuosen. Die Teilnehmer werden wertvolle Tipps und Tricks mit nach Hause nehmen.

Anmeldungen erfolgen über den jeweiligen Fachbereich. Teilnehmen können immatrikulierte Studierende und Schüler der jeweiligen Universität oder Fotofachschule.

Der Workshop-Auftakt findet am 22. März 2014 im Headquarter der Firma Sunbounce in Egestorf bei Hamburg statt. Die Fotokurse werden in verschiedenen Städten in Deutschland angeboten, unter anderem in

Guido Krebs: „Wir freuen uns sehr, dass die Veranstaltungsreihe so gut angenommen wurde. Die Termine für das 2. Halbjahr 2014 werden zeitnah an den teilnehmenden Schulen kommuniziert.“

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• 8. und 9. April 2014: Berufsfotografen Niederrhein, Innung für das Fotografenhandwerk, Duisburg

Berlin (23. März), Düsseldorf (5. April), Frankfurt am Main (6. April), München (12. April) und Stuttgart (13. April), weitere folgen.

Nähere Informationen und Anmeldung unter www.sunbounce.com/ workshops.


Portraittage in Erfurt und Innsbruck land): Portrait-/Hochzeitsfotografie; Miriam Spittel (Deutschland): Portraitfotografie. Veranstaltungsort: Radisson Blu Hotel Erfurt, Juri-Gagarin-Ring 127, 99084 Erfurt, Tel. 0361 55100, www.radisson-erfurt.de. Anmeldeschluss ist der 19. März 2014.

Die Teilnahmegebühren betragen bei beiden Veranstaltungen jeweils pro Person 300,- Euro für beide Tage und 185,- Euro pro Person für eine Einzeltagbuchung am 30./31. März 2014 oder 6./7. April 2014. Die Gebühr beinhaltet jeweils den Besuch der Seminare, Mittagsbuffet sowie Pausengetränke. Alle Preise zuzüglich Mehrwertsteuer. Für die Internationalen Portraittage in Innsbruck gilt: Bei Anmeldung mit ATU Nummer wird Fotografen aus Österreich keine MwSt. berechnet.10 % Preisnachlass für Mitglieder des bund professioneller portraitfotografen (bpp). Weitere Informationen zur Veranstaltung, den Prospekt, Preise und die Anmeldung unter www.fotowerkstatt-belz.de.

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Die FotoWerkstatt kommt mit der „Portraittage“-Veranstaltungsreihe erstmalig nach Erfurt. Am 30. und 31. März 2014 werden vier Top-Referenten aus Deutschland und der Schweiz ihre Arbeit im Bereich Portraitund Hochzeitsfotografie präsentieren und Berufsfotografen die Möglichkeit geben, sich auf abwechslungsreiche Art und Weise weiterzubilden. Inspiration und neue Ideen für die tägliche Arbeit im Fotostudio – unter dem Motto „Portrait- und Hochzeitsfotografie 2014 – aktuell und erfolgreich“ bietet die FotoWerkstatt auf den Portraittagen ein Forum, bei dem Top-Referenten ihre Arbeiten in Vorträgen und Praxisseminaren vorstellen. Begleitet werden die Seminartage von einer Fachausstellung namhafter Firmen der Fotobranche, die ihre Neuheiten präsentieren. Die Referenten bei den Portraittagen in Erfurt: Andreas Gemperle (Schweiz): Peoplefotografie; Yvonne Zemke (Deutschland): Hochzeitsfotografie – Seminar; Doris Dörfler-Asmus – Ebpp (Deutsch-

Die „Internationalen Portraittage“ finden dieses Jahr am 6. und 7. April 2014 im österreichischen Innsbruck statt. Vier international ausgezeichnete Fotografen aus Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien vermitteln an den beiden Seminartagen ihre Vorgehensweise rund um die moderne Portrait- und Hochzeitsfotografie. Neben kreativen Anregungen und nachhaltigen Impulsen im Seminar dürfen die Besucher sich auf ein attraktives Ausstellungangebot der Fachindustrie-Partner und auf den kollegialen Austausch mit Referenten und Kollegen freuen. Die Referenten bei den Internationalen Portraittagen in Innsbruck: Richard Mayfield – FBIPP – (Großbritannien): Portraitfotografie – Praxisseminar; Yvonne Zemke (Deutschland): Hochzeitsfotografie – Seminar; Patricia van den Bogaart (Niederlande): Newborn-Fotografie – Praxisseminar; Thomas Zehnder HQbpp (Deutschland): Portrait- und Hochzeitsfotografie – Praxisseminar. Veranstaltungsort: parkhotel hall – das seminarhotel, Thurnfeldgasse 1, A-6060 Hall in Tirol, Tel. +43 5223 53769, Fax +43 5223 54653, www.parkhotel-hall.com. Anmeldeschluss ist der 26. März 2014.

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© Andreas Gemperle

PROFESSIONAL

FOTOWERKSTATT


EIN BILD – ZWEI MEINUNGEN

Steven Haberland. Der Pianist Ein stilles Portrait von einem Musiker ist Gegenstand der heutigen Bildkritik von Christian Popkes und Friedrun Reinhold. Ein Widerspruch, Stille und Musik? Wir können sicher sein, dass es unseren beiden Kritikern nicht die Sprache verschlagen hat.*

© Steven Haberland

Steven Haberland. Er lichtet Charaktere ab, setzt musikalische Gestalt in Bildern um, macht Klänge sichtbar. Leidenschaft, Empathie, Neugier und Geduld machen neben dem Jagdinstinkt für den einen Moment seine Portraits unverwechselbar. Der gebürtige Berliner, der auch in Los Angeles gelernt hat und mittlerweile in Hamburg lebt, hat in den letzten fünfzehn Jahren zahlreiche Künstler vor der Kamera gehabt, auch im Auftrag von Die Zeit, Jazzthing, stern und für zahlreiche Plattencover. Steven Haberland


Doch zurück zum Ausschnitt des Fotos. Losgelöst von meinen vorangegangenen Überlegungen ist mir bei dem mir so vorliegenden Ausschnitt zu wenig Spannung. Die linke leere Fläche steht nicht in einem spannungsreichen Verhältnis zum Rest des Fotos, der Mensch ist zu langweilig in der Mitte positioniert. Sowohl als Quadrat als auch als enger gefasstes Querformat in unterschiedlichen Anschnitten gewinnt das Bild für mich. Vielleicht, verehrte Leser, haben Sie noch in einer Schublade historische schwarze Winkel liegen. In analogen Zeiten haben wir sie für eben dieses Finden des richtigen Ausschnittes verwendet. Versuchen Sie sich im Finden eigener Ausschnitte und berichten Sie uns davon. Ganz abgesehen davon schult eine solche Auseinandersetzung mit Fotos den Blick ungemein. Dieser geschärfte Blick ist unser wichtigstes Kapital im Überlebenskampf um das bessere, neue Bild und wir können das gar nicht genug üben.

Christian Popkes. Beim ersten Betrachten dieses Motives kam mir natürlich sofort der Loriot-Sketch in den Sinn, in welchem sich die vollständig angetretene Familie aufgrund eines Video-Dankeschöns an die Mutter des Empfängers eines Klavieres zum kompletten Affen macht. „Ein Klavier, ein Klavier“, meiner Meinung nach einer der besten Loriot-Sketche, natürlich gleich neben dem Kosakenzipfel und dem Staubsauger Heinzelmann, dem Lottogewinn und Opa Hoppenstedt ... Aber hier geht es ja eher um Fotografien, deren Inhalt, die Fotografen, deren Aussage, ihre Bildsprache und überhaupt.

Instrument? Ich bin ein leidenschaftlicher Klavierspieler, mein Flügel steht direkt in meinem Schlafzimmer, sodass ich keine große Reise antreten muss, wenn mir eine Melodie ins Herz fällt. Ich war am Anfang meiner Karriere als Profifotograf beim Schleswig-Holstein Musikfestival angestellt und habe Musiker über Musiker, dirigierende Justusse und porschefahrende Lennies, Pianistenhände und Orgelmanuale, Taktstöcke, Instrumente und Konzerte über Konzerte noch und nöcher fotografieren dürfen und habe mich natürlich des Öfteren mit dem Gedanken rumgeschlagen: Wie portraitiert man eigentlich einen Klavierspieler? Reduziert man ihn auf die über die Tastatur hastenden Hände, das Gesicht, die Mimik des Spielenden oder gar doch nur auf den ganzen kleinen Menschen, vor dem doch immer noch sehr viel Ehrfurcht einflößenden Steinway D Konzertflügel? Das Unterfangen ist wirklich gar nicht so leicht, wie sich das anhört!

Auf dem heutigen Bild sehen wir einen jungen Mann in einem blütenweißen Hemd, der etwas aus der Bildmitte nach links versetzt, in die Kamera guckt. Sein Gesicht wird von einem Flügeldeckel eingerahmt, der den Blick des Betrachters auf das Ohr des hier Abgebildeten lenkt und es fast in den Bildmittelpunkt rückt. Der Bildhintergrund ist in einem neutralen Grau gehalten, auf der rechten Seite des Bildes sind unscharf Äste eines Baumes zu sehen. Offensichtlich wurde dies Portrait also durch eine Scheibe fotografiert. Hierdurch entstehen mehrere Ebenen, welche das Bild von vorne nach hinten gliedern, abgrenzen und gestalten. Die Außenwelt mit dem unscharfen Baum, die Innenwelt mit dem Flügel, dem Instrument, welches das Auge des Betrachters auf den bildwichtigsten Teil dieser Fotografie lenkt, das Ohr des hier abgebildeten Musikers und der im wahrsten Sinne des Wortes neutrale Hintergrund.

Normalerweise macht ein Klaviervirtuose, wie der hier Portraitierte, natürlich auch eine gehörige Portion Lärm auf dem abgebildeten Instrument. Nur hier, auf unserem heutigen Bild, ist alles still. Je länger ich mich mit diesem Bild beschäftige, umso mehr gefällt es mir. Das quasi nicht Vorhandensein von Klaviermusik auf einem Portrait eines Pianisten ist etwas Neues für mich. Ich mag die leisen Zwischentöne, die Lebensräume als Ebenen inszeniert und vor allem den Blick des hier abgebildeten Menschen, klar, fragend, zart. Dies Bild ist für mich eine Hommage an den weltbekannten New Yorker Fotografen Arnold Newman, den ich einmal auf einer Reise in die Staaten kennenlernen durfte. Wer kennt nicht sein Bild von Igor Stravinsky? Der kleine Pianist sitzt ganz links in der Ecke des Bildes, dominiert von dem riesigen Instrument. Und doch, Menschen haben das Instrument erfunden, sie haben es immer weiter perfektioniert und ohne den Menschen wäre ein Klavier ja eigentlich auch stumm und sinnlos. Genau wie ein Fotoapparat.

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Einen weiteren Aspekt möchte ich noch erwähnen. Der junge Pianist mit klarem Blick in die Kamera, leicht gedrehtem Kopf, das Ohr öffnet sich zum Flügel, zu seinem Instrument, wirkt auf mich noch etwas unsicher. Sein Kinn ist vom Flügeldeckel verdeckt. Ist er den Anforderungen einer Solokarriere gewachsen? Kann er die enorm hohen Erwartungen der Branche und des Publikums erfüllen? Aus seinem Blick kann ich das nicht mit Sicherheit ableiten. Bei meiner Überlegung, ihn mir am Instrument vorzustellen, höre ich Debussy oder Mozart. Klar, sanft weich und dennoch präzise. Ich bin gespannt.

*Bildeinsendungen bitte an kritik@photopresse.de 35

Was mag der junge Mann denken? Er schaut gelassen, ja fast fragend nicht etwa in die Kamera des Fotografen, sondern direkt in das Auge des Betrachters. Spannend an diesem Bild ist für mich die Tatsache, dass das Klavier nicht spielt. Es gibt keinen Ton von sich, es ist totenstill. Was mag der junge Mann wohl hören, neben einem stummen

PROFESSIONAL

Friedrun Reinhold. Danke an Steven für dieses spannende Foto. Es zeigt einen jungen Pianisten mit seinem Instrument. Die reduzierte Farbigkeit lenkt den Blick des Betrachters direkt auf das Gesicht. Denn mit den sanften Hauttönen sehen wir die einzige Farbe im Foto. Schwarz, weiß, grau sind Flügel, Hemd und Hintergrund im Bild, sehr neutral und gekonnt ist die Weißbalance gelegt. Wenn ich mir den Bildaufbau und Ausschnitt anschaue kommen bei mir einige Fragen: Natürlich hat Steven als alter Profi in diesem Bereich ausreichend Platz für die schnippelwütigen Grafiker gelassen, denn ob als Pressebild oder Cover einer CD, meistens wird im Foto mit zusätzlichen Textelementen gearbeitet, die schon bei der Aufnahme berücksichtigt werden sollten. Unter diesem Aspekt ist der große Freiraum links im Bild für mich tolerabel. Die geschickt gesetzte Spiegelung rechts über dem Flügel und oberhalb davon empfinde ich als schönen Ausgleich zur ruhigen linken Bildseite. Sie bringt sehr viel Leben und Authentizität in das Foto, lässt mich einen Bezug zur Realität ahnen. Es ist ein grauer Tag in der kalten Jahreshälfte, die kahlen Äste sind in eine sanfte Unschärfe getaucht und geben ein wenig Struktur.


CAMERA WORK | CWC GALLERY

Jimmy Nelson. Before They Pass Away Camera Work und die CWC Gallery präsentieren zurzeit die international mit Spannung erwartete Ausstellung „Before They Pass Away“ von Jimmy Nelson. Die weltweit erstmalig gezeigte Ausstellung gibt mit über 80 Werken einen Einblick in die epochale Serie „Before They Pass Away“, die zur Würdigung des Künstlers und aufgrund des Umfangs des Schaffenswerkes zeitgleich in den Berliner Galerien Camera Work und CWC Gallery gezeigt wird. Noch nie zuvor wurde diese Ehre einem Künstler bei Camera Work zuteil.

© Jimmy Nelson, Tumbu, Hangu, Peter, Hapiya, Kati, Hengene & Steven, Huli Wigmen, Ambua Falls, Tari Valley, Papua New Guinea, 2010

„Einzigartig“ umschreibt die von Jimmy Nelson Portraitierten in vielerlei Hinsicht am treffendsten: Derart unvergleichbar faszinierend sind die rot, gelb und weiß geschminkten Huli Wigmen aus Papua-Neuguinea, so exotisch ist der Karo-Stamm aus Äthiopien und so ergreifend das Himba-Volk in Namibia. Stammesvertreter der letzten indigenen Völker auf der Erde sind die Protagonisten der Fotografien des Künstlers Jimmy Nelson. Die Arbeiten gehen weit darüber hinaus, die vage Vorstellung der Öffentlichkeit über deren Existenz mit einem nüchternen visuellen Beleg zu bedienen. Jimmy Nelson schafft mit seiner epochalen Serie ein Bewusstsein für die faszinierende Vielfalt der kultur- und geschichtsträchtigen Symbole dieser Völker, die Zeugenschaft über deren Riten, Bräuche und Traditionen abliefern. Seine Reisen führten Nelson unter anderem nach Äthiopien, Tansania und Kenia, nach China und Nepal oder auch nach Sibirien und durch die Mongolei. Der kulturelle Reichtum der indigenen Bevölkerung dieser Länder differenziert sich bei jedem einzelnen Stamm auf jeweils eigene Weise neu und andersartig aus. Über die prunkvollen Pelzgewänder der Kasachen aus der Mongolei, die farbenprächtigen Tücher der Massai in Tansania, den Perlen- und Federschmuck der Einwohner Gorokas in Papua-Neuguinea, die tätowierte oder kunstvoll bemalte, aber auch die ungeniert bloß gezeigte nackte Haut der Kara in Äthiopien wird der Betrachter im Exotisch-Unvertrauten mit dem genuin Anderen konfrontiert. Eine mitunter gar mystische Atmosphäre wird evoziert. Der

positiven Irritation über die real existente Mannigfaltigkeit der kulturellen Hervorbringungen der Erdbevölkerung wohnt zugleich ein mahnender Appell zu deren Schutz und Bewahrung inne. Neben der Befremdung wird eine Brücke geschlagen über den all diese kulturellen Artefakte einenden Ausdruck des Bemühens um Schönheit, der sich auf der Ebene der Bildkomposition und -ästhetik wiederholt und so schließlich auch den Betrachter über die ästhetische Empfindung integriert. Jimmy Nelson ist kein Wissenschaftler, vielmehr erzählt er Geschichten und lässt dem Rezipienten Raum für Fragen, anstelle diese vorab beantworten zu wollen. Dies gelingt ihm dank eines auf der ethnologischen Ebene bisher einzigartigen stilistischen Ansatzes. Die in der Ausstellung über 80 – teilweise großformatigen – Arbeiten entziehen sich einer klaren Kategorisierung: Sie oszillieren zwischen visuellem Authentizitätsbeleg und Ausdruck eines gemäß Leitmotiven von Schönheit, Stolz und Würde verpflichteten Kompositionskalküls. Stolz und Würde strahlen auch die Blicke der Stammesvertreter in den Portraits aus, die kraftvoll genug sind, auch vor häufig ganz ausgeblendetem Hintergrund über sich selbst hinauszuweisen, eben jene Geschichten zu erzählen, die Jimmy Nelson auf seinen Reisen gefunden hat. Aus dem direkten Blick eines der Dassanetch-Mädchen in die Kamera spricht ein geradezu herausforderndes Selbstbewusstsein, das


KULTUR

© Jimmy Nelson, Goroka, Eastern Highlands, Papua New Guinea, 2010

Die Fotografien verführen geradezu, indem sich darin über den Schmuck und die Bemalungen ihrer Protagonisten eine Welt an unbekannten Zeichen eröffnet, deren Referenzwerte sich dem Betrachter

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wiederum aus den Augen des Maori-Mädchens, das ein reich mit Federn bestücktes Gewand trägt.

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sich auch aus der Gewissheit der Einbettung in den Stammeszusammenhalt zu speisen scheint, wie die Vertrautheit und Schutz suggerierenden Gesten zwischen den drei Mädchen nahelegen (unser Titel). Gleichermaßen schwingt im in die Ferne schweifenden Blick der beiden anderen eine Schwermut aber auch Grazie über den Moment des Fotografiertwerdens mit. Sanftheit und Stärke zugleich sprechen


© Jimmy Nelson, Rauwhiri Winitana Paki, Taupo Village, North Island, New Zealand, 2011

entziehen. Zugleich finden sich etwa in der Weise der Positionierung der Stammesvertreter vor episch anmutenden Landschaften Ikonografien, die dem Fundus des Rezeptionshorizonts der globalisierten Welt entlehnt sind. Von Berggipfeln und Anhöhen übersehen die Protagonisten ihr Territorium, mit dem sie zugleich in harmonischer Einheit verbunden zu sein scheinen, wie damit auch ein eindeutiger besitzmarkierender Gestus einhergeht. Pfeil und Bogen, wie sie die beiden Männer auf Vanuatu bei sich tragen, oder die Positionierung mit in die Erde gerammten Speerenden der drei hinterrücks fotografierten Männer des Samburu-Stammes, unterstreichen diesen Gestus zusätzlich. In den Werken überlagern sich also verschiedene Betrachtungsebenen. Die Authentizität ihres Inhalts wirft den Betrachter zugleich darauf zurück, innerhalb welchen Rahmens er diese attestieren kann. Der Körper ist für die Protagonisten Schmuck gleich dem, mit dem er versehen ist. Dieses Spiel mit Zeichen, das Nelson in seiner Bildsprache wiederholt, schreibt den Arbeiten eine Doppelbödigkeit ein, ist letztlich auch

ein Spiel mit dem Schein. Diesen zu hinterfragen ist eine der zentralen Botschaften, die Nelson für sich auf seinen Reisen mitgenommen hat. Über Jimmy Nelson 1967 in Kent geboren, ist Jimmy Nelson seit 1987 als Fotograf tätig. Bereits nach seinem Schulabschluss durchquerte er zu Fuß auf einer einjährigen Reise Tibet und ermöglichte mit seinem fotografischen Tagebuch der Öffentlichkeit Einblicke in ein bisher unzugängliches Land. Einer Vielzahl an aktuellen kulturellen Themen, mit deren fotografischer Dokumentation er betraut war, schloss 1994 das 30-monatige Projekt „Literary Portraits of China“ an. Die Werke wurden nach Abschluss zunächst im Palast der Republik auf dem Tiananmenplatz präsentiert und begründeten eine weltweite Ausstellungstour. Neben seiner erfolgreichen Tätigkeit als professioneller Werbefotograf, vertiefte Nelson diesen ethnologischen Ansatz seiner künstlerischen Arbeit. Das einzigartige visuelle Resultat seiner Arbeit mit einer über


KULTUR

© Jimmy Nelson, Rock of Rah, Rah Lava Island, Torba Province, Vanuatu Islands, 2011

50 Jahre alten Plattenkamera von 13 Reisen in über 40 Länder mündete durch die überwältigende internationale Resonanz schließlich in seiner monumentalen Serie „Before They Pass Away“. Den letzten indigenen Völkern setzt er damit ein stilistisch einmaliges Denk-, der Öffentlichkeit ein Mahnmal derer gefährdeten Existenz.

Camera Work Kantstraße 149, 10623 Berlin www.camerawork.de Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11 bis 18 Uhr Ausstellungsdauer: bis 19. April 2014

CWC Gallery Auguststraße 11 bis 13, 10117 Berlin Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11 bis 19 Uhr PP05

Ausstellungsdauer: bis 21. Juni 2014

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Jimmy Nelsons Enthusiasmus, mit dem er seine Arbeit verfolgt, speist sich nicht aus einer rein dokumentarischen Intention. Er versteht sich nicht als Wissenschaftler, der sich um Fakten bemüht. Er ist Romantiker, Idealist, Ästhet: Erst aus dem Zusammenspiel all dieser Blickwinkel entsteht das in seiner Ikonografie und Stilistik faszinierende Werk. „Before They Pass Away“ wurde 2013 in ein imposantes und gleichnamiges Fotobuch (teNeues) gefasst, welches mit dem Goldenen Deutschen Fotobuchpreis 2014 ausgezeichnet wurde. Jimmy Nelson wird exklusiv von Camera Work in Deutschland vertreten. Seine in kleinen Editionen verfügbaren Fotoarbeiten sind bei Camera Work verfügbar.


NIKON 4DS

Das neue ultimative Profiwerkzeug Vor wenigen Wochen wurde sie angekündigt, jetzt ist sie da: Die Nikon 4DS punktet mit außergewöhnlicher Bildqualität in überragender Geschwindigkeit. Der gegenüber der D4 nochmals erweiterte ISO-Spielraum und die Bildverarbeitungs-Engine EXPEED 4 setzen neue Maßstäbe für die Fotografie in schwachem Licht. Und auch sonst haben die Nikon Ingenieure weiteres Optimierungspotenzial gefunden. verzögerungsfrei aufgenommen. Ein neuer Verschluss- und Spiegelmechanismus sorgt bei schnellen Bildraten dafür, dass der Spiegel zwischen zwei Belichtungen länger ruhig steht. Dies bedeutet eine kürzere Sucherbildverdunklung, bessere Sicht auf das Motiv während einer Serienaufnahme sowie insbesondere eine deutlich verbesserte AF-Performance. Geschärfte AF-Technologie Interessantes Neues auch in Sachen Scharfeinstellung: Die neue Option „Messfeldgruppensteuerung“, die eine wesentlich feinere Kontrolle über den zu fokussierenden Bereich im Bildfeld gestattet, nutzt konstant fünf vorgewählte, als Raute angeordnete AF-Messfelder, deren Position frei innerhalb des 51-Messfeld-Rasters verschoben werden kann. In diesem Modus kann bei schnell bewegten Motiven die Schärfe mit herausragender Präzision über große Entfernungen nachgeführt werden. Bei Aufnahmen von Motiven, die vergleichsweise klein sind und sich nah vor einem kontrastreichen Hintergrund befinden, ist eine bessere Motiverfassung und Isolation vom Hintergrund möglich. Auch die dynamische Messfeldsteuerung mit 9, 21 oder 51 Messfeldern, die sich in der D4 bereits bewährt hat, wurde für eine noch sicherere Schärfenachführung weiterentwickelt, insbesondere im Nahbereich und bei Querbewegungen. Der Autofokus weist eine Empfindlichkeit bis zu -2 LW (ISO 100, 20°C) auf. Neben der Bildqualität ist vor allem die Geschwindigkeit das Leitmotiv der 4DS. Der ISO-Bereich von 100 bis 25.600 ist auf branchenführende ISO 409.600 erweiterbar. Mit Nikons neuer Bildverarbeitungs-Engine EXPEED 4 setzt die Kamera auch in Sachen Gesamtperformance völlig neue Maßstäbe. Die D4S eignet sich für den Einsatz bei Dunkelheit fast genauso wie bei Tageslicht und verfügt über fortschrittliche Funktionen zur Rauschunterdrückung, Scharfzeichnung und Optimierung der Farbtiefe. So erhält man selbst bei ungünstigen Lichtverhältnissen, in denen Sport- und Pressefotografen häufig arbeiten, außergewöhnliche Ergebnisse. Die Serienbildrate von 11 Bildern/s wird durch die ISO-Einstellungen oder die Auswahl des Objektivs nicht beeinflusst. Die Kamera ist in ein robustes, wetterbeständiges Metallgehäuse eingebettet, das von Nikon mit einigen Details verfeinert wurde, die zu einer besseren Handhabung der Kamera beitragen. So sorgen eine moderat geänderte Anordnung und neue Formen der Tasten für optimale Einsatzfähigkeit in feuchten Umgebungen. Die Kamera verfügt über neu gestaltete Fingerauflagen für Daumen und Mittelfinger und liegt insgesamt besser in der Hand. Auf die Schnelle Wie gesagt, bei der D4S dreht sich alles um Geschwindigkeit. Die volle Autofokusnachführung steht nun auch bei der maximalen Bildrate von 11 Bilder/s zur Verfügung (D4: 10 Bilder/s). Damit ist die D4S die schnellste digitale Spiegelreflexkamera mit Autofokus in der Geschichte von Nikon. Die Kamera verfügt über einen Gigabit-100/1000TXEthernet-Anschluss und bietet eine neue RAW-Option für die Größe S, die eine schnellere Bildübertragung ermöglicht. Wenn es auf Millisekunden ankommt, kann die Auslöseverzögerung von 42 ms den entscheidenden Unterschied ausmachen, denn Fotos werden praktisch

Mit drei Bildfeldoptionen Videos können jetzt mit Bildraten von bis zu 60p/50p aufgenommen werden und der Fotograf kann bei Verwendung der manuellen Belichtungssteuerung den ISO-Empfindlichkeitsspielraum ab ISO 200 aufwärts nutzen. Zudem kann er das Sensorformat auswählen, die Blende motorisch ansteuern und die Belichtungszeit fixieren. Wie die D4 bietet die D4S drei Bildformate für Videos: FX-basiert, DX-basiert und einen nativen Beschnitt (ca. 2,7-fache scheinbare Brennweitenverlängerung) sowie die HDMI-Ausgabe des unkomprimierten Videosignals in FullHD-Auflösung für externe Geräte. Auch die Tonaufnahmen konnten aufgrund der Verfügbarkeit von mehr Audiofunktionen verbessert werden. Dazu gehört die Option zur Auswahl des Frequenzgangs (Sprache oder Breitband) und zur Reduzierung von Windgeräuschen bei Aufnahmen mit dem integrierten Mikrofon. Die Nikon D4S ist für 6149,Euro (UVP) bei ausgewählten Nikon Vertriebspartnern (selektive Distribution) erhältlich. Wir meinen: Mit ihrer im wahrsten Sinne des Wortes konsequenten Fokussierung auf Geschwindigkeit ist die neue D4S nicht nur das schnellste Nikon Pferd im Stall, sondern sie gehört zweifellos für Sport-, Action- und Tierfotografen zum Besten, was man derzeit an Kameras für Geld bekommen kann. Dass im professionellen Kamerabau die Meinungen der User hinsichtlich Optimierungen eine große Rolle spielen, belegt die D4S eindrucksvoll. Die ständige Verbesserung des Bestehenden ist eine wahre Tugend – doch für die Zukunft wünschen wir uns noch ein wenig mehr Sex-Appeal in Form von Innovationen. www.nikon.de


Im Rausch der Geschwindigkeit

PRODUKTE

SONY ALPHA 6000

Die neue Sony Alpha 6000 stellt schneller scharf als jede andere Kamera mit APS-C Sensor und Wechselobjektiv. Sagt Sony. Dank ihres neuen Hybrid-Autofokus-Systems macht sie jedes Motiv in nur 0,06 Sekunden so richtig scharf. sich ruhigen Gewissens auf die zahlreichen Automatikfunktionen verlassen – wollen wir aber erst einmal nicht und freuen uns über die vertrauten Einstellungen bei Blendenautomatik und Co. Volle Bildkontrolle dank des Suchers und aufklappbaren Monitors Der schön helle elektronische OLED Sucher unterstützt den Fotografen bei der Bildkontrolle. Verändert der Nutzer die Aufnahmeparameter wie zum Beispiel den Weißabgleich oder die Belichtung, sind die Auswirkungen dieser Korrektur auf das Foto in Echtzeit im Sucher zu erkennen. Der Nutzer sieht exakt, welches Bild er erhält, falls er jetzt auf den Auslöser drückt, denn der Sucher bildet das Motiv zu 100 Prozent ab. Natürlich kann das Motiv auch auf dem 7,5 Zentimeter (drei Zoll) großen Monitor betrachtet werden. Er kann um 90 Grad aufgeklappt werden, so behält man auch dann die Kontrolle, wenn die Kamera mit ausgestrecktem Arm oder aus der Froschperspektive ausgelöst wird.

Und wie fasst sich das Ganze an? Die Bedienknöpfe und das Einstellrad sind logisch angebracht, sodass auch ungeübte Finger sie leicht finden und bedienen können. Darüber hinaus stehen dem Nutzer sieben frei programmierbare Tasten zur Verfügung, deren Funktionen er nach Belieben festlegen kann.
Wer sich nicht mit Fragen nach der richtigen Blende oder Belichtungszeit auseinandersetzen möchte, kann

Wir meinen: Ein starkes Stück im klassischen Sony Design – das man mag oder auch nicht. Wir mögen es, weil es eine Alternative zum aktuellen Retro-Rausch darstellt: Klar, aufgeräumt, formstark. Völlig zweifelsfrei ist die Leistung der Alpha 6000, das bestätigen auch erste Tests unserer Kollegen aus dem TIPA-Lager. Ganz so wichtig, wie Sony es selbst nimmt, nehmen wir die Sache mit der angeblich weltbesten Schnelligkeit nicht. Sie ist, und das ist wichtig, mehr als schnell genug. www.sony.de PP05

Exzellente Sensoren sind schon seit langem eine ausgesprochene Sony-Domäne – das nutzen die Japaner selbst und trägt darüber hinaus bei anderen Marken gute Früchte. In der Alpha 6000 kommt der Exmor HD CMOS Bildsensor in APS-C Größe mit 24,3 Megapixel Auflösung und der leistungsstarke BIONZ X Bildprozessor zum Einsatz. Die verfügbaren Einstellungen für die Lichtempfindlichkeit reichen im Foto-Modus von ISO 100 bis ISO 25.600 und im Video-Modus von ISO 100 bis ISO 12.800. Zur Freude versierter Bildbearbeiter speichert die Alpha 6000 Fotos nicht nur im jpg-, sondern auch im unkomprimierten RAW-Format. Für die Videoaufnahme stehen das AVCHD- und das internetfreundliche MP4-Format zur Auswahl.

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Sony schwärmt über die Alpha 6000: „Ihr Autofokus (AF) reagiert so schnell, dass das Scharfstellen mit menschlichen Sinnen nicht mehr wahrnehmbar ist.“ Hauptverantwortlich für das schnelle Scharfstellen ist der leistungsstarke BIONZ X Prozessor in Kombination mit dem neuen Hybrid-AF-System. Dieser koppelt 179 Phasendetektions-Messpunkte mit einem Kontrast-AF. Deren Zusammenspiel ermöglicht auch eine Serienbildfunktion mit elf Bildern pro Sekunde und nachführendem Autofokus. Perfekt, um schnelle Sportarten zu fotografieren oder Tiere in Bewegung abzulichten. Der Hybrid-Autofokus ist darüber hinaus auch im Video-Modus verfügbar. Klar ist: Ein leistungsstarker Hybrid-AF ist derzeit in Sachen Geschwindigkeit durch nichts zu ersetzen.

Omnipotente Vernetzung Die Parameter, wie gute Fotos in die Kamera hineinkommen, sind ja heute nur die eine Seite der Medaille „Fotografie“ – die andere Seite bezieht sich darauf, wie die Bilder wieder aus der Kamera hinaus gelangen. Damit der Nutzer Fotos auf andere Geräte wie ein Tablet, Smartphone oder einen Laptop übertragen kann, ist die Alpha 6000 reichlich vernetzt. WiFi ist selbstverständlich, ebenso wenig muss der Nutzer auf NFC (Near Field Communication) verzichten – es genügt eine Berührung mit einem NFC-tauglichen Android-Mobilgerät, schon können Fotos und Videos übertragen werden. Zukunftssicher ist die Alpha 6000 (Gehäuse in schwarz oder silber UVP 649,- Euro) zudem durch das wachsende Angebot an PlayMemories Camera Apps, die den Funktionsumfang der Kamera kontinuierlich erweitern. So stellen sich gleichzeitig mit der Alpha 6000 auch mehrere neue Apps vor. „Smooth Reflection“ zum Beispiel kreiert Fotos mit Langzeitbelichtung, ohne dass sich der Nutzer bei der Aufnahme um die Belichtungszeiten kümmern muss. „Lifeview Grading“ wiederum ermöglicht eine verblüffend einfache Farbkorrektur eines Videos. Der Nutzer kann die Farbtiefe, Farbbalance und Sättigung justieren und kontrollieren – sogar schon vor der Aufnahme. Ein weiteres Beispiel ist die App „Star Trail“. Sie lässt jeden Videoclip aussehen, als wäre er unter einem Sternenhimmel entstanden. Eine Übersicht aller Apps gibt es unter www. sony.net/pmca.


FUJIFILM FOTOSERVICE PRO

Jetzt auch für MAC-Plattformen erhältlich Zudem ist der Bedienumfang der Software bewusst schlank gehalten, um dem Nutzer maximale gestalterische Freiheit zu bieten. Fujifilm Fotoservice pro soll bewährte Bearbeitungstools nicht ersetzen, sondern diese mit einem smarten Farbmanagement sowie in der Software als auch im Downloadpaket angelegten Profilen sinnvoll ergänzen. „Da Fotoservice pro mit Ausnahme der Maße keinerlei Beschränkungen vorgibt, sind dem Einfallsreichtum keine Grenzen gesetzt. Eigene Hintergründe oder ausgefallene Schriften in jeder beliebigen Farbschattierung lassen sich problemlos verwenden“, so Manfred Rau, Leiter Marketing bei Fujifilm Imaging Germany.

Das perfekte Foto lebt von den Emotionen, die es beim Betrachter weckt. Umso größer die Enttäuschung, wenn der Ausdruck nicht das halten kann, was die digitale Darstellung versprach. Aus diesem Grund hat Fujifilm die kostenlose Fotofinishing-Software Fotoservice pro entwickelt, mit der Bilder ohne Farbabweichungen von der digitalen Vorlage produziert werden können. Die erfolgreiche Software, die bisher ausschließlich für Windows erhältlich war, steht nun auch für Apple MAC OS zur Verfügung. Verbunden mit der erweiterten Kompatibilität ist ein überarbeitetes Design, welches mit noch weniger Klicks zu einem perfekten Ergebnis führt. Die Software verfügt über ein integriertes Farbmanagement, welches für einen farbverbindlichen Workflow im Fotofinishing sorgt. Fujifilm Fotoservice pro ermöglicht dadurch Fotos, Fotobücher und -leinwände sowie Kalender und XXL-Bilder, die mit einer exakten Farbwiedergabe qualitativ nachhaltig überzeugen.

Durch die freie Konfiguration des Rendering Intents kann der Nutzer selbst bestimmen, nach welcher Methode die Bilddaten in den Farbraum des Ausgabedruckers umgerechnet werden: ob perzeptiv, relativ farbmetrisch mit oder ohne Tiefenkompensierung oder mit der von Fujifilm konzipierten sRGB Optimierung. Der Fotograf kann am kalibrierten Monitor den Einfluss der gewählten Umrechnung auf das spätere Druckergebnis direkt über die Softproof-Funktion visuell überprüfen und bei Bedarf korrigieren. Den gewählten Rendering Intent speichert die Software in der Bestelldatei ab, die online über eine sichere Verschlüsselung an das Fujifilm Labor übertragen oder alternativ auf einen Bestell-Datenträger gebrannt wird. Mit wenigen Klicks liefert Fujifilm Fotoservice pro überzeugende Fotoprodukte mit exakter Farbwiedergabe, die den hohen Ansprüchen von professionellen Fotografen und Bildbearbeitern entsprechen. Fotoservice pro stützt sich dabei auf die jahrzehntelange Erfahrung im Bereich des Fotofinishings, die Fujifilm als zuverlässiger Partner vorweisen kann. Fotoservice pro für Windows und für MAC OS lässt sich unter www.ffspro.de kostenlos herunterladen.

LEICA S EDITION 100

Erste Sonderedition im Jubiläumsjahr

Die Leica Camera AG feiert in diesem Jahr „100 Jahre Leica Fotografie“ Den Auftakt als erste Sonderedition im Jubiläumsjahr macht die „Leica S Edition 100“. Die Jubiläumsedition besteht aus der Mittelformatsystemkamera Leica S und zwei der beliebtesten S Objektive mit Zentralverschluss für vielseitige Einsatz-

möglichkeiten: Leica Summarit-S 2,5/70 mm ASPH. CS und Leica Elmarit-S 2,8/30 mm ASPH. CS. Das Leica Summarit-S 2,5/70 mm ASPH. CS empfiehlt sich als Standardbrennweite für viele fotografische Anwendungen. Die große Lichtstärke und hohe Abbildungsqualität erzielen herausragende Ergebnisse – bei allen Blenden und Entfernungseinstellungen. Das Leica Elmarit-S 2,8/30 mm ASPH. CS entspricht vom Bildwinkel einem 24-mmObjektiv für Kleinbildsysteme und eröffnet so vielseitige Möglichkeiten der Bildgestaltung insbesondere bei Architektur- und Landschaftsaufnahmen. Besonderes Merkmal der Jubiläumsedition ist die Sondergravur – das Logo zum 100-jährigen Jubiläum – mit der sowohl die Leica S

Kamera als auch die beiden S Objektive versehen sind. Geliefert werden die Produkte in einer Leica Variante des Rimowa Topas Cabin Trolleys Multiwheel aus hellem Aluminium mit hochwertiger Einlage. Mit seinen kompakten Abmessungen ist der Koffer ideal als Flughandgepäck geeignet. Darin aufbewahrt, sind Kamera und Objektive sicher geschützt – selbst bei Fotoproduktionen unter extremen Bedingungen. Die Leica S Kamera und die Objektive Leica Summarit-S 2,5/70 mm ASPH. CS und Leica Elmarit-S 2,8/30 mm ASPH. CS aus der Jubiläumsedition sind nicht einzeln, sondern nur im Set ab sofort in den Leica Stores erhältlich. Die unverbindliche Preisempfehlung in Deutschland für die „Leica S Edition 100“ beträgt 29.500,- Euro. www.leica-camera.com


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Fit for Future

Foto-Convention

28.03. – 29.03.2014 ©Catriona Donagh

Convention-Programm Donnerstag, 27.03.2014 10.00 Uhr Treffpunkt

13.00 Uhr CV on Tour

OM-D Studio HH | Lilienstraße 5-9 20095 Hamburg Komm in das Photography Playground Atelier! Erlebe, wie die Kunst der Fotografie den Raum zurückerobert, den sie verdient.

16.00 Uhr get together im Haus 54

Busreise von Hamburg nach Zingst

18.00 Uhr Check in Haus 54

mit Teilnehmern, Referenten und Veranstaltern

Entertainmentreise ©Fotolia

inkl. Übernachtung und Verpflegung (Frühstück) ©Ralph Man

©Cewe Color

©Thomas Herbrich

Convention Top 03 Robert Geipel ©Cewe Color

15.30 Uhr Portrait – Mimik – Gestik

17.00 Uhr Ende Convention Teil A

Convention Top 02 Antonius

Convention Top 01 Thomas Herbrich

13.30 Uhr Professionelle Buchgestaltung

16.00 Uhr Fashionshooting am Catwalk

17.00 Uhr Ende Convention Teil B

11.00 Uhr Modern Stills

9.00 Uhr Special Effects

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

Freitag, 28.03.2014

Convention Top 04 Walter Schels ©Günter Prust

18.00 Uhr Ausstellungseröffnung Gesellenprüfungsarbeiten

©Fotolia

Hotel 4 Jahreszeiten, mit Preisverleihung PLW von den Bundessiegern. Die Preise werden überreicht durch NIKON und calumet.

9.00 Uhr Wedding Day

11.00 Uhr Akt anders inszeniert

Convention Top 05 Patrick Ludolph

©Patrick Ludolph

Convention Top 06 Andy Hens ©Andy Hens

12.30 – 13.30 Uhr Mittagspause

Samstag, 29.03.2014 13.30 Uhr Gestaltete Bewegung Convention Top 07 Ralf Mohr

Convention Top 08 Ralph Man

©Ralf Mohr

©Ralph Man

Sonntag, 30.03.2014

©Tarjei Krogh

Travel + Convention

269,- EUR

19.00 Uhr Fotoevent Lichtertanz der Elemente

20.00 Uhr Fotoevent Zingst Live! Die Musiknacht!

Ort: Seebrücke Zingst

Ort: Zingst

Leistungen: Travel + Foto-Convention »Fit for Future«

Kontakt und Anmeldung: Erlebniswelt Fotografie Zingst Tel. 03 82 32 – 16 51 20 | E-Mail: fotografie@zingst.de www.erlebniswelt-fotografie-zingst.de

Busreise von Zingst nach Hamburg Hbf

©Fotolia

©Shutterstock

• Reise ab Hamburg • Ticket für »Haus der Photographie« Hamburg • 3 x Übernachtung inkl. Frühstück im Haus 54

10.00 Uhr Ende der Convention

• Ticket für 2-tägiges Programm • Ticket für die Musiknacht • Rückreise ab Zingst nach Hamburg

Convention Preis

69,- EUR

Leistungen: Foto-Convention »Fit for Future« • Ticket für 2-tägiges Programm


PP 05- 2014