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18. - 26. Juni 2016

INTRO Ein Festival f端r Dramaturgie in Leipzig

Lass dich einf端hren.


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Mit freundlicher Unterst端tzung von


PROLOG Vom 18. - 26. Juni 2016 organisieren wir, Dramaturgiestudierende in Leipzig, ein INTRO aus Performance, Kunst und theatraler Vielfalt. Wir sind uns an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ begegnet und werfen nun unsere Blicke in alle Himmelsrichtungen. Im Fokus: Die Interessen Einzelner aus verschiedenen Perspektiven für das Leipziger Publikum erfahrbar zu machen und das Angebot, sich mit neuen Themen, neuen Sichtweisen zu beschäftigen. Die Texte von Patti Smith, die Traumberichte eines jungen Mädchens, eine leitende Stimme im Ohr, die StaSi Akten des Hotels Astoria in Leipzig, die Partitur eines überschlagenden Metronoms, philosophische Texte zur Todesangst oder die literarischen Welten eines Roberto Bolaño oder ronald m. schernikaus – das alles und noch viel mehr sind die Zutaten für‘s INTRO – eine neuntägige theatrale Einführung, quer durch die Stadt. Neben den allseits bekannten Theaterhäusern wie dem Schauspiel Leipzig, den Cammerspielen, dem Neuen Schauspiel und dem LOFFT wird das INTRO auch an Orten wie dem Institut für Zukunft, der Blauen Perle, dem Telegraphen oder dem Westwerk zu hören und zu sehen sein! Drum herum finden Installationen, Vorträge, Diskussionen, Publikumsgespräche, ein mehrsprachiger INTROBlog, Partys und Konzerte statt. Ein vielfältiges Rahmenprogramm, getreu dem Motto: Wir führen ein in neue Gedankenwelten und erbitten genauso auch uns selbst Einlass – mit Anliegen, Neugierde und der notwendigen Portion Humor: Lass dich einführen!

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Ein INTRO für Dramaturgie Theaterstücke sind lediglich der Beginn der gemeinsamen Auseinandersetzung, aber das ist sehr viel mehr, als wir denken.*

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Dieses Festival ist eine Initiative von Dramaturgiestudierenden in Leipzig. Der Geburtsort war eine Bildungseinrichtung, ein Ort der Wissensvermittlung unter einem bestimmten Vorhaben: Verbindung von Theorie und Praxis. Sicherlich keine leichte Aufgabe, die ebenso die Frage nach der Identität der Dramaturgie stellt. Was ist sie? Und wo? Kann man sie erlernen? Sind Dramaturgen Wissensträger im Theater- und Kunstbetrieb? Kann Dramaturgie sich entfalten, indem sie allein Wissen wiedergibt, also das Echo eines angeeigneten Wissens ist? Ein Echo – das entsteht, laut frei-enzyklopädischer Definition, „wenn Reflexionen einer Schallwelle so stark verzögert sind, dass man diesen Schall als separates Hörereignis wahrnehmen kann“. Es verfügt über keine eigene Dramaturgie – vielmehr ist es ist nur die Kopie eines Tons, eines Impulses oder eines ausgesprochenen Gedankens. Ein Echo verfügt über keinen wahrhaftigen Kern, ist durch seine wiederkehrende Natur nichts weiter als Reflexion. Entsteht bei Gelegenheit und ertönt nur unter bestimmten Umständen. Ein Intro hingegen ist nicht nur Möglichkeit: Es ist die Verpflichtung auf eine neue Abfolge, auf etwas, das automatisch nach ihm zu kommen hat. Es gibt den Startschuss für eine neue Dramaturgie, die sich nicht aus Widerhall speisen kann, sondern eigene Impulse gibt. Um ihrer eigenen Natur gerecht zu werden, ist die Dramaturgie darauf angewiesen, sich ihr eigenes Intro zu schaffen. Denn durch pure Reflexion und Widerhall kann sie nicht überleben, verliert ihre Relevanz und ihren wahrhaftigen Kern. Doch kann sie beeinflusst werden, andere Töne und Schwingungen aufnehmen, sich mit ihnen vermischen in einem Wirrwarr von Lauten, welches gerade durch seine Viel-


stimmigkeit, seine Dissonanz und Unregelmäßigkeit einen absoluten Anspruch auf Relevanz verfolgen darf. Überall begegnen wir dem Wort Krise: Wir vermögen es zu benennen und werden ihm gleichzeitig doch nicht Herr. Ein Klischeebild des Dramaturgen zeichnet diesen eingeschlossenen in einem Büroraum des Theaters – ist er vertieft in oder versteckt hinter seiner Lektüre? Geflüchtet vor einem alles übertönenden Konzert, welches voll von Konflikten, Themen und Möglichkeiten steht, die ihrer ganz eigenen Dramaturgie folgen? Zurückgezogen in ein längst poröses Herrschaftshaus, welches stets droht zusammenzufallen? Werden die Fenster des Theaters geöffnet, so dringt Straßenlärm hinein.* Wir haben uns entschlossen, nicht nur die Fenster, sondern auch die Türen aufzureißen, und zu einer achttägigen dramaturgischen Einführung zu bitten. Denn ein Intro allein reicht nicht aus um Relevanz zu erlangen: Es sind die verschiedenen Tonarten, verschiedene Blickwinkel auf die selbe Sache, die wir dafür anhören und betrachten müssen. Die uns dazu gedrängt haben, die unterschiedlichsten Partner ins Boot zu holen und mit denen wir auf zahlreiche gemeinsame Intros hoffen. Dieses Festival ist aus der Artikulation eines Anliegens heraus entstanden. Deshalb haben wir die Initiative ergriffen. Um unserem Publikum und auch uns selbst zu beweisen, was Dramaturgie alles kann und was sie vielleicht auch muss: Bestehende Systeme und Strukturen nicht nur kritisch aufzeigen, nicht nur hinterfragen, sondern durch Reflexion einen Vorgang vorantreiben. Dramaturgie stößt nicht nur an – sie hält Prozesse in Bewegung, unterläuft sie und führt sie auf einen neuen Kurs, verändert den Rhythmus und löst ein Echo aus. Doch das kann sie nur, wenn sie aus einem Impuls, einem Anliegen, einer Forderung heraus geboren wird: Nur dann kann ein Intro gewährleisten, dass ihm eine Dramaturgie folgt, die lebensfähig ist.

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MITTWOCH, 22. JUNI 14.00 - 18.00 WORKSHOP Werkstattmacher | HMT Dittrichring 19.00 INTROCine | Cineding

DIENSTAG, 21. JUNI 18.00 NACHTSICHTEN | Schauspiel Leipzig: „Baustelle“ 21.00 NACHTSICHTEN | Schauspiel Leipzig: „Baustelle“ | anschl. Publikumsgespräch

MONTAG, 20. JUNI Eröffnung Installationen | HMT Dittrichring 20.00 INTROBlog | Telegraph

SONNTAG, 19. JUNI 20.00 OPENSTAGE | Telegraph

SAMSTAG, 18. JUNI 19.00 Festivaleröffnung | Institut für Zukunft 20.00 NOCTURNO | Institut für Zukunft

FREITAG, 17. JUNI ab 22.00 INTRO2 | Die Warm-Up Party für‘s Festival | Institut für Zukunft

18. bis 26. Juni 2016

TERMINKALENDER


18.00 ASTORIA | Cammerspiele ab 19.30 alles was weiß ist schnee | krudebude 21.00 THANATOPHOBIA | Westwerk 20.00 KLEINSTADTNOVELLE | Gastspiel im Rahmen der Leipziger Studierendenkonferenz | LOFFT

14.00 Publikumsgespräch THANATOPHOBIA | HMT Dittrichring 15.00 Publikumsgespräch alles was weiß ist schnee | HMT Dittrichring 16.00 - 17.00 Uhr ABSCHLUSSDISKUSSION | HMT Dittrichring

SONNTAG, 26. JUNI 11.00 - 14.00 BLICKWECHSEL - Eine Studierendenkonferenz | HMT / Altes Bläserhaus

SAMSTAG, 25. JUNI 12.00 - 16.00 BLICKWECHSEL - Eine Studierendenkonferenz | HMT / Altes Bläserhaus 18.00 ASTORIA | Cammerspiele ab 19.30 alles was weiß ist schnee | krudebude 21.00 THANATOPHOBIA | Westwerk 22.00 OUTRO - Die ultimative Festivalabschlussparty | Blaue Perle

FREITAG, 24. JUNI 12.00 - 16.00 SYMPOSIUM mit Masterverteidigung | Schauspiel Leipzig: „Baustelle“ 18.00 ASTORIA | Cammerspiele ab 19.30 alles was weiß ist schnee | krudebude 21.30 JUNGSRHYTHMEN (Einlass) | Neues Schauspiel Leipzig

DONNERSTAG, 23. JUNI 18.30 32,7 m/s | Schauspiel Leipzig: „Baustelle“ | anschl. Publikumsgespräch 21.30 JUNGSRHYTHMEN (Einlass) | Neues Schauspiel Leipzig


17. (Vorpremiere), 18. Juni 2016 | 20.00 Uhr* INSTITUT FÜR ZUKUNFT | An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig Eintritt 9 Euro | 7 Euro (ermäßigt) – Karten unter reservierung@intro-festival.de *im Anschluss an den Eröffnungsakt

NOCTURNO

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Chile 1973: Die Moneda steht in Flammen. Die erste Sozialdemokratie des Kontinents ist getötet - der Faschismus hat das Land heimgesucht. Eine Utopie verschwindet, und mit ihr alle Illusionen. Das Verschwinden von damals ist heute kultiviert, wird vor unseren Augen wiederholt und wiederholt. Wir zelebrieren das Verschwinden – hier im Exil – und feiern seine Klänge - mit geschlossenen Augen. Wir feiern und laden ein: Motive und Gäste aus dem Werke Roberto Bolaños.

FOTO Philipp Urrutia

REGIE Philipp Urrutia DRAMATURGIE Carmen Salinas KÜNSTLERISCHE BERATUNG Marjorie Chau REGIEASSISTENZ Anne Wegener MIT Bayan Aljeratly, Luise Audersch, Ivan Gallardo, Edin ´Pivic, Jakob Plutte, Teresa Polle und vielen anderen


21. Juni 2016 | 18.00 und 21.00 Uhr* SCHAUSPIEL LEIPZIG: „Baustelle“ | Bosestraße 1, 04109 Leipzig Karten unter reservierung@intro-festival.de *Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung um 21.00 Uhr

NACHTSICHTEN Eine Traumrecherche

Wir schlafen ein Drittel unseres Lebens. Währenddessen träumen wir fast die ganze Zeit. Viele unserer Träume zerrinnen jedoch, bevor wir uns bewusst an sie erinnern können. Rauscht somit das vielleicht intensivste Drittel unserer Lebenszeit an uns vorbei, ohne dass wir es zu fassen kriegen? NACHTSICHTEN setzt sich mit der Sehnsucht auseinander, Träume festzuhalten, und macht sich auf die Suche nach Zugängen in unsere fremden, eigenen Traumwelten.

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TEXT, KONZEPT, DRAMATURGIE Clara Probst REGIE, AUSSTATTUNG Anke Bußmann PERFORMANCE Rachel Behringer, Alexander Ritter, Anke Bußmann VIDEO Jessica Steinberg SOUND Lillith Radermacher PRODUKTIONSLEITUNG Antonia Racky AUSSTATTUNGSASSISTENZ Selina Fischer

GRAFIK Clara Probst

Mit freundlicher Unterstützung des Schauspiel Leipzigs, dem StuRa der HMT Leipzig, der HMT Leipzig und Think Big.


23. Juni 2016 | 18.30 Uhr* SCHAUSPIEL LEIPZIG: „Baustelle“ | Bosestraße 1, 04109 Leipzig Karten unter reservierung@intro-festival.de *Publikumsgespräch im Anschluss an die Vorstellung.

32,7 m/s

Eine Sturm- und Klang-Performance

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Was passiert mit uns, wenn wir in einen Sturm geraten? Kämpfen wir panisch gegen den Kontrollverlust oder lassen wir uns vom Risiko treiben? Die Arbeit 32,7 m/s fragt nach der unberechenbaren und zugleich fesselnden Kraft von Stürmen, wenn nicht nur die Frisur, sondern ganze Lebensentwürfe durcheinandergewirbelt werden. Zwischen Vivaldi-Melodien und Maschinenlärm begeben sich die KünstlerInnen auf eine interaktive Suche nach Sturm in unserer Gegenwart – und sind doch längst mittendrin.

FOTO Hanna Kneißler

KONZEPT, TEXT, MUSIKALISCHE LEITUNG Hanna Kneißler INSZENIERUNG, RAUM Stefan Prochnow (kunstkriseln.de) PERFORMANCE Sarah Heinzel, Adele Schlichter FLÖTE Christin Schmidt KLARINETTE Luise Brucksch, Felicitas Sommer ALTSAXOPHON Onno van Winden TENORSAXOPHON Matthias Schleußner SCHLAGZEUG Jonas Petry GRAFIK Michelle Kluge

Mit freundlicher Unterstützung des Schauspiel Leipzigs, dem StuRa der HMT Leipzig und der HMT Leipzig, Kunstkriseln, Studiobühne HaSieReHei


23./24. Juni 2016 | 22.00 Uhr* NEUES SCHAUSPIEL LEIPZIG | Lützner Straße 29, 04177 Leipzig Eintritt 7 Euro | 4 Euro (ermäßigt) – Karten unter www.neues-schauspiel-leipzig.de/karten *Einlass eine halbe Stunde vor Beginn

JUNGSRHYTHMEN (TO FIND A VOICE)

Nach Texten von Patti Smith Übersetzt, geschnitten und gedreht von Jessica Pollnau

Auf der Suche nach der eigenen Stimme begegnet Patti Smith den Helden des Rock‘n‘Roll. Sie eignet sich den Kleidungsstil ihrer Vorbilder an, die Bewegungen, die Musik – und gewinnt so die Freiheit, durch Andere sie selbst zu sein. Wir gehen durchs Leben. Wir häuten uns. Wir werden wir selbst.

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In JUNGSRHYTHMEN ist Patti Smith das Vorbild: Ihre Texte werden zur Reibungsfläche für Schauspieler und Musiker. Stimmen werden laut, sie werden anprobiert, angenommen oder verworfen und vermischen sich zu einem neuen, eigenen Rhythmus.

AM MIKROPHON Reinhart Reimann KONZEPT UND REALISATION Jessica Pollnau ÖFFENTLICHKEITSARBEIT Christoph Awe PRODUKTIONSASSISTENZ Eike Mann DRAMATURGISCHE BERATUNG Rebecca Mühlich

FOTO Eike Mann

Mit freundlicher Unterstützung vom StuRa der HMT Leipzig und der HMT Leipzig.


24./25./26. Juni 2016 | ab 19.30 Uhr* KRUDEBUDE (Startpunkt) | Stannebeinplatz 13, 04347 Leipzig Selbstgeführte Theaterexpedition mit individuellen Anfangszeiten Begrenztes Kartenkontingent! Anmeldung unter theaterexpedition@gmail.com *Publikumsgespräch am 26. Juni um 15.00 Uhr in der HMT Leipzig (Dittrichring)

alles was weiß ist schnee Eine Theaterexpedition

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Eine verlassene Wohnung, in der ein sonderbares Archiv eine Welt nach eigenen Regeln erschafft. Von dort führt eine Audio-Tour jede/n TeilnehmerIn einzeln hinaus durch das abendliche Stadtviertel. Ein seltsamer Auftrag lässt sie Teil einer Erzählung werden, in der Realität und Fiktion, fremde Erfahrung und eigene Wahrnehmung eins werden. Das Vergangene ist immer nur einen Schritt weit entfernt. Eine Expedition in unbekannte Gebiete der Wirklichkeit, auf den Spuren von dem, was ist und was sein könnte.

FOTO M. Kowalski | M. Miske

Eine Produktion von Fort Nox IDEE, KONZEPT, TEXT Milena Noëmi Kowalski SOUNDDESIGN Jaronas Scheurer SZENOGRAFIE Lenja Busch MITARBEIT Christine Duttlinger, Simon Niemann

Mit freundlicher Unterstützung von Fond Soziokultur, dem StuRa der HMT Leipzig und der HMT Leipzig.


24./25./26. Juni 2016 | 18.00 Uhr* CAMMERSPIELE LEIPZIG | Kochstraße 132, 04277 Leipzig Karten unter Cammerspiele | Tel.: +49 341 / 3067606 | www.cammerspiele.de *Nach den Vorstellungen gibt es die Möglichkeit zum Gespräch mit den Beteiligten

ASTORIA

LECTURE PERFORMANCE

Selbst jetzt gelingt mir keine Vorstellung von ihren Bewegungen im Hotel. Es löst sich kein Dunkel auf, nein, es verdichtet sich bei dem Gedanken, wie wenig ich erzählen kann über das, was nie wirklich erinnert wurde. Ich lese die Geschichten in ihren Akten, die Steckbriefe ihrer sogenannten IMs – Biografien –, Notizen, minutiöse Protokolle, sorgsam angelegt und archiviert. Aber es bleibt fast alles im Dunkel, ungezählte Leerstellen, die ein Teil meiner Lebensgeschichte sind.

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AUTOR Jonas Schönfeldt MIT Gisela Anton Und andere

FOTO Jonas Schönfeldt

Mit freundlicher Unterstützung vom StuRa der HMT Leipzig und der HMT Leipzig.


25./26. Juni 2016 | 21.00 Uhr* WESTWERK | Karl-Heine-Straße 93, 04229 Leipzig Eintritt 6 Euro | 4 Euro (ermäßigt) – Karten unter reservierung@intro-festival.de *Publikumsgespräch am 26. Juni um 14.00 Uhr in der HMT Leipzig

THANATOPHOBIA

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Der Tod geht uns alle an. Denn früher oder später wird er jeden von uns ereilen. Die Angst vor ihm hat uns seit jeher beschäftigt. Die Imagination der eigenen Nicht-Existenz birgt eine Dimension, der wir uns nicht entziehen können, so wir ihr verfallen sind. Doch wovor haben wir eigentlich Angst? Und gibt es Menschen, die vor ihr gefeit sind, obwohl ihnen selbiges widerfahren wird wie allen anderen auch? THANATOPHOBIA befragt dieses Phänomen und versucht es sowohl sinnlich, als auch diskursiv erfahrbar zu machen.

FOTO Joanna Jankowska

KONZEPT, TEXTFASSUNG, REGIE Maiko Miske PRODUKTIONSASSISTENZ Miriam Herdt SOUNDGESTALTUNG Sven Blau SPECHCHORLEITUNG Jenny Kühl sowie ein Sprech- und Bewegungschor

Mit freundlicher Unterstützung von Ambulanter Pflegedienst Magdeburg, StuRa der HMT Leipzig, HMT Leipzig.


26. Juni 2016 | 20.00 Uhr* LOFFT Das Theater (großer Saal) | Lindenauer Markt 21, 04177 Leipzig Karten unter www.lofft.de *Gastspiel im Rahmen der Konferenz der Dramaturgiestudierenden

kleinstadtnovelle

nach ronald m. schernikau

auf klassenfahrt in berlin beginnt b. eine affäre mit seinem mitschüler leif: jeden donnerstag treffen sie sich in b.s kinderzimmer, trinken orangensaft, schweigen sich an und schlafen miteinander. über monate schaffen sie sich eine welt voll nähe und zärtlichkeit, die jedoch in immer stärkerem kontrast zu leifs alltag steht: es kommt zum bruch. schernikaus text hinterfragt, warum menschen ihre sexuellen bedürfnisse so bereitwillig den forderungen der gesellschaft anpassen. aus seiner novelle entwickelt sich ein lebendiger theaterabend mit politischer prosa und sensiblen dialogen.

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REGIE, BÜHNE Moritz Beichl KOSTÜME Astrid Klein DRAMATURGIE Maximilian Enderle MIT Alexander Angeletta, Sebastian Doppelbauer, Toini Ruhnke, Hanna Stange, Mervan Ürkmez

FOTO Louise Schlepper

Eine Produktion der Theaterkademie Hamburg.


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1 krudebude 2 Telegraph 3 HMT Leipzig 4 Schauspiel Leipzig: „Baustelle“ 5 LOFFT 6 Blaue Perle 7 Neues Schauspiel Leipzig 8 Westwerk 9 Cineding 10 cammerspiele 11 Institut für Zukunft

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RAHMENPROGRAMM

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So vielfältig wie unsere Gesellschaft sind auch die Interessen jedes Einzelnen. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in unserem INTRO Festivalprogramm wieder. Doch liegen die Anknüpfungspunkte oft gar nicht so weit auseinander, wie wir vermuten. Manchmal lohnt es sich, ein Themengebiet von einer weiteren Warte aus zu betrachten. Den routinierten Blick durch eine andere Perspektive erweitern, sich einer komplett neuen Thematik ausgesetzt sehen: Um diese Vorhaben umzusetzen, laden wir uns Fachleute ein, die unsere Veranstaltungen aus ihrer Sicht beleuchten werden. Was sagt ein Physiker zu einem Streichkonzert, das Überschallgeschwindigkeit simuliert? Was hat das Hotel Astoria mit der Veröffentlichung der StaSi-Akten zu tun? Welche Botschaft kommt bei dem ältesten Patti Smith Fan Leipzigs an, wenn er ihre Texte auf Deutsch hört? Wir möchten diese beiden Perspektiven, die der Fachleute und die von uns, Studierenden der Dramaturgie, gegenüberstellen, um das Publikum vor die Fragen zu stellen: Welche Relevanz hat das Thema für mich? Finde ich mein Interesse zwischen den beiden Polen wieder? Oder reicht es mir, wenn ich mich zurücklehne, zusehe und mich in eine andere Gedankenwelt einladen lasse? Die Vorbereitung dafür, das dramaturgische Arbeiten, soll transparent gemacht werden: Zu jeder Produktion wird das Recherchematerial offengelegt – keine Lektüreliste, keine durchgestrichene Textfassung, kein Mixtape wird vorenthalten. Die sonst von uns erwartete dramaturgische Einführung übernimmt das Ausgangsmaterial von selbst – das Publikum hat vor Beginn die Möglichkeit, dieses für sich als einen kleinen Blickwinkel auf unsere Vorarbeit heranzuziehen und sich sein ganz eigenes INTRO zu erschaffen.


24. Juni 2016 | 12.00 Uhr SCHAUSPIEL LEIPZIG: „BAUSTELLE“ | Bosestraße 1, 04109 Leipzig

INTROPosium

Literally Anything Goes Über die Repräsentation von Sexarbeit im Amerikanischen Musical des 20. Jahrhunderts. Vortrag zur gleichnamigen Masterarbeit im Studiengang Dramaturgie an der HMT Leipzig. REFERENTIN Lisanne Wiegand

Denkt man an Musicals, sieht man große Ensembleszenen, Glitzerkostüme und Jazzhands. Und doch tauschen dort auch immer wieder am Rand ernste Themen auf. Auf der Suche nach der starken Frau in der scheinbar seichten Unterhaltung behandelt die Masterarbeit bespielhaft drei Frauenfiguren, die ihren Lebensunterhalte als Sexarbeiterinnen verdienen, und fragt, wie diese Frauen in ihren Stücken auftreten, wie sie konnotiert sind – und wo sie ihren Platz im Musicaldiskurs haben.

Anmeldung unter reservierung@intro-festival.de Veröffentlichung des Ablaufs auf www.intro-festival.de Mit freundlicher Unterstützung des Schauspiel Leipzigs.

FOTO Frederieke Tambaur

Die zwei Diskurse Musiktheater und Gender treffen im INTRO Festival sowohl als Theorie und Praxis aufeinander. Im Anschluss an den Mastervortrag wird die Philosophie des Zwitterwesens Patti Smith in den Fokus genommen. Es werden Experten der Themengebiete Musical und Gender in Impulsreferaten zu Wort kommen. Ist in Zeiten von Conchita Wurst jedes Geschlechtertabu auf der Bühne im Mainstream angekommen und salonfähig geworden? Oder gibt es vielleicht ein Revival konservativer Werte im Musiktheater? Diesen und anderen Fragen möchten wir uns gemeinsam mit Gästen aus verschiedenen Disziplinen und Fachgebieten in gemeinsamen Gesprächen stellen.

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24. - 26. Juni 2016 | ganztägig in den Räumlichkeiten der HMT LEIPZIG | Dittrichring 21, 04109 Leipzig Teilnahmegebühr 3 Euro

BLICKWECHSEL

Eine Studierendenkonferenz

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Dieses Treffen ist der Versuch, eine im letzten Jahr entstandene Initiative von Studierenden der Goethe-Universität Frankfurt am Main weiterzudenken und eine mögliche Tradition zu etablieren: Zum zweiten Mal werden sich die Dramaturgiestudierenden aus Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main, Leipzig, Ludwigsburg, München und Zürich, diesmal in Leipzig, zusammenfinden. Es gilt: Blickwechsel durch Austausch. Wo findet sich die Schnittstelle im Interesse der eigenen Arbeit mit der von anderen? Wann kann dramaturgisches Interesse im theaterfernen Kontext Relevanz haben? Jede Stadt hat ein Thema im Gepäck, das den jeweiligen Studierenden diskurswürdig erscheint und für sie von privatem oder beruflichem Interesse ist. Hier treffen sie auf Leipziger, die das Interesse an einer Thematik mit ihnen verbindet. Drei Tage lang werden in interdisziplinären Gesprächsrunden und Impulsreferaten diese Inhalte aus verschiedenen Blickwinkeln gemeinsam betrachtet.

Veröffentlichung des Konferenzplanes am 24. Mai 2016 auf www.intro-festival.de Anmeldung bis zum 16. Juni 2016 unter blickwechsel@intro-festival.de


20. Juni 2016 | 20.00 Uhr TELEGRAPH | Dittrichring 18 - 20, 04109 Leipzig

INTROBlog

www.intro-festival.de Vorstellung der Blogger und ihrer Werke am 20. Juni 2016 um 20 Uhr im Telegraph

Fünf schreib- und posting affine LeipzigerInnen werden mit Neuigkeiten, Rezensionen, Interviews und Hintergrundinformationen das Festival virtuell beleuchten. Das macht jeder und jede von ihnen auf seine ganz eigene Art: Die BloggerInnen haben unterschiedliche Hintergründe, schreiben teilweise in verschiedenen Sprachen, filmen und zeichnen ihre Eindrücke nach, um sie dann einer virtuellen Öffentlichkeit zu präsentieren. Mitten im Festival tauschen sie dann die Blickwinkel und geben ihren Texten selbst eine Bühne. Die Fünf stellen ihre eigene Gedankenwelt und damit auch sich selbst vor, um den Blick auf das Geschehen um eine Perspektive zu erweitern.

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FOTO Frederieke Tambaur


22. Juni 2016 | 19.00 Uhr CINEDING | Karl-Heine-Straße 83, 04229 Leipzig Eintritt 3 Euro

INTROCine Dramaturgie fokussiert in Leipzig neben den Schwerpunkten Theater und Musik auch den Bereich Medien.Mit professioneller Ausstattung und eigenem Video-und Tonstudio sind in den letzten Jahren zahlreiche Kurzfilme, Hörspiele und andere mediale Mischformen im Rahmen des Studiums aber auch in Kooperation mit anderen entstanden. Es darf Popcorn und Wein gereicht werden, wenn wir die cineastischen Arbeiten bei passender Atmosphäre in einer langen Filmnacht präsentieren.

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20. - 25. Juni 2016 Foyer der HMT LEIPZIG | Dittrichring 18 - 20, 04109 Leipzig

lang ersehntes Videoinstallation

In Giuseppe Verdis Oper Nabucco gibt es den berühmten Gefangenenchor/Freiheitschor, durch den in einem kurzen Moment der Hoffnung alle Erhabenheit jener zutage tritt, die es gewohnt sind, im Dunkeln zu stehen. Dies als Bewegung zu denken, die sich durch alle Räume unserer Gesellschaft zieht, bedeutet auch, jenes Bild von unserer Umgebung abzulegen, welches sich aufdrängt und jenes zu suchen, das vom Alltag verschluckt wird.

KONZEPT UND REALISATION Moritz von Schurer


22. Juni 2016 | 14.00 bis 18.00 Uhr in den Räumlichkeiten der HMT LEIPZIG | Dittrichring 21, 04109 Leipzig

WERKSTATTMACHER E.V. Geldakquise, aber wie?

Workshop zur Fördermittelgewinnung und Antragsberatung*

Du planst ein künstlerisches Projekt und dir fehlt noch Geld für die Realisierung? In unserem Workshop stellen wir euch mögliche Förderinstitutionen auf lokaler, Landes- und Bundesebene vor. Darüber hinaus geben wir euch einen umfassenden Einblick in Methoden, wie man Förderanträge stellt und zeigen in Umsetzungsbeispielen, wie ihr eure künstlerischen Ideen in einem Projektantrag zusammenfassen könnt.

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FOTO Frederieke Tambaur

* Eine Veranstaltung von Werkstattmacher e.V. in Kooperation mit INTRO – ein Festival für Dramaturgie in Leipzig. Gefördert von der Stadt Leipzig, Kulturamt.


17. Juni 2016 | 22.00 Uhr INSTITUT FÜR ZUKUNFT | An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig

INTRO2 Niemals war mehr Anfang als jetzt. // There was never any more inception than there is now.

Ein Intro für‘s INTRO, die Warm-Up Party für‘s Festival: Einen Tag vor dem offiziellem Beginn öffnen wir die Türen des Instituts für Zukunft für einen furiosen Festivalauftakt zur Freitagnacht. Tretet ein zum gediegenen Warmtanzen. Kommt vorbei, kommt in Scharen, niemals war mehr Anfang als jetzt. Lasst euch einführen!

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Veröffentlichung des Line-Ups ab Juni auf www.intro-festival.de und auf www.ifz.me

19. Juni 2016 | 20.00 Uhr TELEGRAPH | Dittrichring 18 - 20, 04109 Leipzig Eintritt 3 Euro | HMT-Studenten kostenfrei -- Anmeldungen unter team@intro-festival.de

OPENSTAGE An der HMT bereits ein Dauerbrenner: Die Bühne ist offen für jeden künstlerischen Beitrag (maximal 5 Minuten) – egal ob von Studierenden oder Festivalbesuchern! Jeder bekommt die Gelegenheit für sein ganz eigenes INTRO.

In Kooperation mit dem StuRa der HMT Leipzig.


25. Juni 2016 | 22.00 Uhr BLAUE PERLE | Apostelstraße 24, 04177 Leipzig

OUTRO Es graut vom Morgenreif In Dämmerung das Feld, Da schon ein blasser Streif Den fernen Ost erhellt; Man sieht im Lichte bald Den Morgenstern vergehn, Und doch am Fichtenwald Den vollen Mond noch stehn: So ist mein scheuer Blick, Den schon die Ferne drängt, Noch in das Schmerzensglück Der Abschiedsnacht versenkt. [...]

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Eduard Mörike

Mit einem gepflegten Ausklang verabschiedet sich das INTRO und lädt ein zum letzten gemeinsamen Tanz in entspannter, sommerlicher Atmosphäre.

FOTO Frederieke Tambaur


*27 FORDERUNGEN von Hannes Becker und Wolfram Lotz

1. Die Theaterbauten werden verschwenderisch gestaltet, denn die Verschwendung ist für das Theater grundlegend. 2. Unter dem Bühnenboden befindet sich ein gewaltiger Hohlraum, damit auf der Bühne jeder Schritt seltsam klingt. 3. Die Rückwand der Bühne ist zugleich die Rückwand des Theaters. Sie ist mithilfe einer entsprechenden Vorrichtung hochfahrbar. Während jeder Aufführung geschieht dies zu gegebener Zeit für einen kurzen Moment. 4. Im Theater gibt es eine Kantine, damit dort auch gegessen werden kann. 5. Die Bühne ist der Ort, wo die Vorstellung beginnt. Sie ist in munteren Farben gehalten und singt einen erfreulichen Gesang. Jemand hört zu und schaut – und bemerkt plötzlich, dass sie gar nicht das gesehen oder gehört hat, was sie dachte. Dadurch verändert sich wieder, was sie sieht oder hört, und sie hört nicht auf, es zu hören, sich vorzustellen, es zu sehen und sich zu denken. 6. Eine Frau wird auf der Bühne von einer sogenannten Frau gespielt, ein Mann von einem sogenannten Mann, ein Ritter wird auf der Bühne von einem sogenannten Ritter gespielt, eine Brillenträgerin von einer sogenannten Brillenträgerin, Gardinen, die sich im Wind bewegen, werden von sogenannten sich im Wind bewegenden Gardinen gespielt, und ein sogenanntes Theaterstück wird von einem Theaterstück gespielt. Und alle sehen, was für ein Missverständnis das ist! 7. Auch Genitalien werden gezeigt im Theater, genauso wie Ohren, Bauchnäbel und ungewaschene Kaffeetassen. Sie sehen stumm und seltsam aus. 8. Im Theater gibt es Menschen und Tiere und Steine und Pflanzen, denn auch auf der Welt gibt es Menschen und Tiere, Steine und Pflanzen. 9. Werden die Fenster des Theaters geöffnet, so dringt Straßenlärm hinein. 10. Das Theater ist in der Gesellschaft. 11. Im Theater werden die Leute anständig bezahlt, aber nicht nur dort. 12. Im Theater ist das Gelingen des Lebens der Arbeitenden von Bedeutung, aber nicht nur dort. 13. Was wer spielen will oder was wer für wichtig hält und wer also was machen will und wie er das zu machen hat, kann jeder nach der gemeinsamen Auseinandersetzung noch am besten selbst entscheiden. 14. Der Tontechniker ist ein Beleuchtungsmeister, der Sekretär ist eine Regisseurin, die Hospitantin ist ein Regisseur, die Theaterpädagogik ist ein Inspizient, die Maske ist ein Fundus in der Requisite, die Presseabteilung ist der Kartenvorverkauf, die Dramaturgie ist die Website, der Beleuchtungsmeister ist eine Maskenbildnerin, die Kostüme sind Sekretäre. 15. Die Entscheidungen für alle werden von allen gemeinsam getroffen. (Die Kunst wird so gemacht, dass das möglich ist, und das heißt, die Kunst wird geändert.) 16. Die Aufgabe der Regie ist es ausschließlich, eine Aufmerksamkeit zu haben für alles (die schlechte Akustik, die Lichtwechsel, die zufällig entstehenden Zeichen) und also nichts zu vergessen (die möglichen Einsätze der Maschinen, ein nochmals anderes Sprechen, das Potenzial anderer Kostüme). Dafür sind mehrere Personen besser geeignet als nur eine einzige. So ermöglicht es die Regie den Einzelnen, völlig bei sich zu bleiben, um sich ganz einbringen zu können. 17. Alles, was gezeigt wird, wird von all denen, die an diesem Zeigen (auf irgendeine Art) beteiligt sind, ganz und gar verantwortet. 18. Gewalt auf einer Bühne


N AN DAS THEATER ist trotzdem Gewalt. Deshalb findet sie auch dort (wie überall) ausschließlich gegen Sachen statt. 19. Niemand kann sich hinter einer Rolle verstecken. Niemand kann sagen, sie habe auf der Bühne nicht selbst gehandelt. Niemand kann sagen, er habe auf der Bühne nur eine Anweisung erfüllt. 20. Alle Beteiligten betreten nach der Aufführung die Bühne zum Schlussapplaus, auch der Pförtner und die Kartenabreißerin und das Publikum. 21. Die Hierarchien im Theater werden abgeschafft, wieder und wieder. 22. Und wieder. 23. Die Sprache, die auf einer Bühne gesprochen wird, ist nicht natürlich (was soll das sein!), sondern literarisch. Das heißt, sie ist künstlich, aber nicht irgendwie, sondern auf eine besondere Art: Alles, was gesagt wird, ist so auch wirklich gemeint. Gleichzeitig ist etwas anderes gemeint. 24. Die Stücke der Autoren sind so sperrig und unhandlich, dass sie bereits beim Transport in das Theater Probleme verursachen, weil sie beispielsweise nicht durch die Tür passen, so dass die Tür mit Gewalt vergrößert werden muss, und sich für die Beteiligten die Frage stellt, warum diese Tür nur so klein war, ja: wie sie nur immer durch diese kleine Tür gehen konnten. Warum sie eigentlich bisher nie bemerkt haben, dass diese Tür so klein ist. Wie die Tür eigentlich sein sollte, durch die sie da ja immerhin täglich gehen, und ob es überhaupt eine Tür braucht oder nicht etwas völlig anderes. 25. Theaterstücke sind lediglich der Beginn der gemeinsamen Auseinandersetzung, aber das ist sehr viel mehr, als wir denken. 26. Die Proben sind ein langer Weg. Dieser Weg führt durch Wälder, über Berge und Täler, ans Meer, in die Dörfer und Städte, in die Zoos, die Häuser der Menschen, an die Arbeitsstätten, in die Einkaufsläden, in die Museen und Archive, in die Gärten, an die Bushaltestellen, in die Kanalisation, in die Skateparks und Ameisenhaufen, in das Knistern des Feuers und in das Laserlicht der Pfandflaschenautomaten, hinter die Garage, in die Kindheit, in die Bücher und die Sitcoms, in die Mobiltelefone und Tablets, auf die Probebühne, in die Gedichte und in den Gesang der Vögel, in den Staub und den Wind und den Rauch, in die kleinen Teile, in den Mittelfinger, in den Schnürboden, in den Ausstoß der Vulkane, in die Voliere und in die Vogesen, in den Ausdruck, in den ersten Zeppelin des Luftfahrt-Enthusiasten David Schwarz (1895), der nicht gebaut wurde, in die Münder aller Beteiligten (nach vorheriger Absprache), nach Wien und in die Wiesen, ins Gewöll, auf den Müllhaufen der Geschichte, in die Schatzschiffe, in die Städte, in den Stillstand, in die Bewegung, in das Poloch, in die Dynamik, in den Pausenhof und in die fürchterliche Pause, in die Auflösung der Scham und in die Auflösung der Geschichte, in den Jubel, ins Versteck und in die Plaza, ins innerste Revier, ins Äußerste, in die Beteiligung, in das winzige kleine Kästchen, in die Medien und in die Nacht, d.h. in die Mediennacht und in die Schlucht, in das Unbestimmte bestimmter blauer Quasten und Krümel im Vorhang, in den Vorgang, in den Ausgang, in den Zugang, in den Anfang, in den Aufgang, in den Rückgang, Eingang, Umgang. 27. Im Herbst fliegen Zugvögel über das Theater. Sie sind auf dem Weg in den Süden. Juni 2014


IMPRESSUM DRAMATURGIE & ORGANISATION IDEE & LEITUNG Philipp Urrutia TEAM Antje Cordes, Alesa Gottwald, Anna Schwindack, Hannah Spielvogel, Mirjam Strzata, Frederieke Tambaur, Søren Zweiniger sowie alle Dramaturgiestudierenden der HMT Leipzig. GESTALTUNG Anselm Schwindack (www.schwindack.de) PR & INTROBlog Hannah Spielvogel & Frederieke Tambaur BLICKWECHSEL Alesa Gottwald & Mirjam Strzata RAHMENVERANSTALTUNGEN Antje Cordes & Anna Schwindack MITARBEIT INTROBlog Lisanne Wiegand INTRO2 Aniko Bartfai FOTOS (Postamt) Frederieke Tambaur FOTO (Umschlag) Nolan Issac

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Das INTRO Festival ist eine Initiative von Dramaturgiestudierenden in Leipzig. KONTAKT INTRO – Ein Festival für Dramaturgie in Leipzig WEB intro-festival.de MAIL team@intro-festival.de FACEBOOK facebook.com/INTROLeipzig YOUTUBE youtube.com/INTROLeipzig TWITTER twitter.com/INTROFestivalLE

© COPYRIGHT 2016 | INTRO Festival, die Autoren und Fotografen. Alle Rechte vorbehalten. Abdruck (auch auszugsweise) nur mit Genehmigung der Herausgeber und Autoren.


TICKETS 32,7 m/s | NACHTSICHTEN | NOCTURNO | THANATOPHOBIA sowie alle Rahmenveranstaltungen unter reservierung@intro-festival.de alles was weiß ist schnee Anmeldung unter theaterexpedition@gmail.com ASTORIA Cammerspiele | Tel.: +49 (0) 341 / 3067606 | www.cammerspiele.de Kartenvorverkauf im Infoüro der Kulturfabrik | Kochstraße 132, 04277 Leipzig und in der Ticketgalerie | Hainstraße 1, 04109 Leipzig JUNGSRHYTHMEN Neues Schauspiel Leipzig | Tel.: + 49 (0) 341 / 927997 – 70 | www.neues-schauspiel-leipzig.de/karten Kartenvorverkauf Dienstag bis Freitag von 10 bis 12 Uhr im Büro des Neuen Schauspiel Leipzigs | Lützner Straße 29, 04177 Leipzig kleinstadtnovelle LOFFT – das Theater | Tel.: + 49 (0) 341 355955 – 10 | www.lofft.de Onlinekartenvorverkauf unter www.eventim-light.com/de/shop Infos zu den Kartenpreisen und allen Rahmenveranstaltungen ab dem 9. Mai 2016 auf www.intro-festival.de

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SPIELORTE

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krudebude e.V. Stannebeinplatz 13, 04347 Leipzig

Stannebeinplatz Tram 1 H.-Liebmann-/Eisenbahnstr. Tram 1, 3, 8

Telegraph Dittrichring 18-20, 04109 Leipzig

Thomaskirche Tram 9, Bus 89 Gottschedtstraße Tram 1, 14

Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Dittrichring 21, 04109 Leipzig

Thomaskirche Tram 9, Bus 89 Gottschedtstraße Tram 1, 14

Schauspiel Leipzig: „Baustelle“ Bosetraße 1, 04109 Leipzig

Gottschedtstraße Tram 1, 14 Thomaskirche Tram 9, Bus 89

LOFFT – Das Theater Lindenauer Markt 21, 04177 Leipzig

Lindenauer Markt Tram 7, 8, 15

Blaue Perle Apostelstraße 24, 04177 Leipzig

Lindenauer Markt Tram 7, 8, 15

Neues Schauspiel Leipzig Lützner Straße 29, 04177 Leipzig

Lindenauer Markt Tram 7, 8, 15

Westwerk Karl-Heine-Straße 89, 04229 Leipzig

Tram 14, 3

Cineding Karl-Heine-Straße 89, 04229 Leipzig

Tram 14, 3

Cammerspiele Leipzig e.V. Kochstraße 132, 04277 Leipzig

Connewitzer Kreuz Tram 9, 10, 11

Institut für Zukunft An den Tierkliniken 38-40, 04103 Leipzig An den Tierkliniken Tram 16 MDR Leipzig S Bahn, Bus 74


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www.intro-festival.de

INTRO Festival Leipzig  

INTRO. Ein Festival für Dramaturgie in Leipzig. 18 - 26. Juni 2016. Lass dich einführen. (Programmheft / Festival booklet)

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