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SuR | KulturPolitik für Stuttgart und Region Ausgabe 31 — Dez|Jan|Feb 2013|14

Brot und Spiele


GALERIE MOLLINÉ GALERIENHAUS STUTTGART / BREITSCHEIDSTRASSE 48 70176 STUTTGART / T 0711 . 60 55 84 DI – FR 14 - 19 UHR / SA 11 – 16 UHR GESCHLOSSEN 22.12.2013 – 6.01.2014

Daniel Man TALES FROM ABOVE

09.11.2013 - 18.01.2014

Susanne Ackermann EVERYTHING ALWAYS CHANGES

25.01. - 01.03.2014

art Karlsruhe / Halle 2 Stand A31 13. - 16.03.2014

INFO@GALERIE-MOLLINE.DE / WWW.GALERIE-MOLLINE.DE Susanne Ackermann, o.T., 2013 (Detail)


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Inhalt Seite 02 Editorial Seite 03 Schwerpunkt Seite 11 Stuttgart Seite 35 und Seite 49 Region Seite 65 Termine & Kalender

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Liebe SuR-Leserinnen und –Leser, Spielen macht glücklich. Weihnachten steht vor der Tür. Von wegen Zeit der Besinnlichkeit. Alles, was zwei Beine und etwas Geld in der Tasche hat, scheint unterwegs zu sein, um zu kaufen, kaufen, kaufen. Geschenke für Familie, Freunde, sich selbst. Menschen im Shopping-Fieber, prall gefüllte Plastiktüten nach Hause tragend. Oder zuhause bestellend: Der Versandhandel macht angeblich etwa 70 Prozent seines Umsatzes im Internet. Im Durchschnitt wird jedes dritte bestellte Produkt zurückgeschickt, das sind über 250 Millionen Pakete im Jahr. Wir nehmen uns da nicht aus. Genau deshalb haben wir das Schwerpunktthema: »Brot und Spiele« gewählt. Denn die meisten lassen sich mitreißen vom Konsum. Nicht allein jenem der Waren oder Nahrung, auch jenem der Informationen und Unterhaltung. Stetig werden wir berieselt, von TV, Radio, Internet. Wir sind überall erreichbar. Und das wollen wir ja auch – nur nichts verpassen. Dabei verpassen wir das Wesentliche, die Ruhe. Stille ist schwer zu ertragen. Nur »Panem et circenses«, »Brot und Zirkusspiele«, interessiere das Volk, schimpfte bereits Juvenal etwa 100 Jahre vor Christus. Es sei unpolitisch und ängstlich, maßlos und habgierig. Uns hat interessiert, wie sich das heute so verhält. Freilich haben wir zudem geschaut, was geht, in den Kulturtempeln. Dabei Ausstellungen, Festivals wie Eclat, Imaginale oder Filmwinter bis hin zu Personalwechsel entdeckt. Ja, Florian Höllerer verlässt das Literaturhaus, Carl Bergengruen wird neuer Geschäftsführer der MFG. Sie werden es auf den folgenden Seiten lesen. Zuvor aber noch etwas in eigener Sache: SuR wird ab sofort vom Zwei- zum Dreimonatsheft. Sie, liebe Leserinnen und Leser, erhalten nun im Rhythmus der Jahreszeiten mehr Informationen. Uns gefällt’s. Wir hoffen, Ihnen auch.

Wir wünschen Ihnen ein erholsames, entspanntes Weihnachtsfest. Kommen Sie gut in 2014 an! Herzlichst, Ihre SuR-Herausgeberinnen Eva Maria Schlosser und Petra Mostbacher-Dix sowie das gesamte SuR-Team


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Schwerpunkt »Brot und Spiele«


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Kein Nebenprodukt Spielen macht glücklich. Der Mensch wird als Spieler geboren. Als Kind erproben wir im Spiel den Ernstfall, spielen Vater, Mutter, Kind, experimentieren, kreieren Neues, scheinbar noch nie Dagewesenes. Das ist aufregend, macht Spaß. Dabei ist der didaktische Effekt enorm. »Das Spiel(en) hat im Leben von Kindern weder etwas mit zufälliger Freizeitgestaltung noch mit einer rein lustbetonten Tätigkeit zu tun. Es ist kein Nebenprodukt einer Entwicklung noch ist es ein verzichtbares Produkt im Lebenszyklus eines Menschen!« Heißt es im Online-Handbuch zur Kindergartenpädagogik von Pädagoge Martin R. Textor. Es ist die "handelnde Auseinandersetzung" der Kinder mit ihrer gesamten Umwelt. Spieleforscher schätzen, dass Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr etwa 15.000 Stunden spielen sollten, also umgerechnet rund sieben bis acht Stunden täglich. Friedrich Schiller philosophiert in seinen Briefen »Über die ästhetische Erziehung des Menschen« über Ästhetik und Vernunft, Sinnlichkeit und Natur und kommt dabei auch auf den Spieltrieb, der notwendig sei und triebbefriedigende »Glückseligkeit« mit moralischer »Vollkommenheit« vereine. Der den Menschen »human« mache. Ganz so ist es wahrscheinlich nicht. Auch Tiere spielen. Auch ihnen bringt das Spiel Glück, Zufriedenheit und hat nebenbei einen didaktischen Effekt. Hunde werden beispielsweise so sozialisiert, lernen mit Artgenossen umzugehen und ihre eigenen und der anderen Grenzen kennen. Spielen hat eigentlich nur positive Effekte. Allerdings dachte der römische Dichter Juvenal im 1. Jahrhundert an andere Spiele, als er einst über die Menschen schimpfte, die allein nach »panem et circenses« – »Brot und Zirkusspiele« – verlangte. Damit waren damals etwa Gladiatorenspiele und Wagenrennen gemeint, die zur Belustigung und Befriedung des Volkes durch- und aufgeführt wurden. Derlei Spiel ist notwendigerweise eher passiver Natur. Der Mensch wird zum Zuschauer, zum Konsument. Heute sind unsere Zirkusspiele Konsumrausch und Unterhaltungsflut. Wir lassen uns einlullen, zufrieden stellen. Oder besser, wir lullen uns ein, stellen uns zufrieden mit Shoppen und Fernsehen. Wir leben das Leben der anderen, lösen die paranormalen Fälle der Olivia Dunham, fühlen uns wohl im Freundeskreis von Robin, Barney, Ted, Marshall und Lily. So müssen wir nicht selber aktiv werden. Und dagegen ist nicht mal etwas einzuwenden. Auch Fernsehen und Einkaufen kann inspirierend sein, bringt In-


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put für neue Ideen. Nur bleibt es oft nicht beim temporären Input, das eigene Kreativität freisetzt. Beides kann süchtig machen. Fehlt nur noch der Werbespot mit solch einem Hinweis. Aber der wird nie kommen. Schließlich verleiht Konsum der Wirtschaft Flügel. Und Fernsehen bildet beziehungsweise formt den Menschen so, dass er ins System passt. Wir selbst lassen uns außerdem gern ablenken. Das ist so schön bequem. Allerdings gilt das nicht für alle. Es gibt eine Gegenbewegung. Die setzt auf Reparieren statt Wegwerfen, Selbermachen statt Kaufen, selbst kreativ Sein statt Konsumieren. Unter »einfaches Leben«, »freiwillige Einfachheit« und »intelligenter Konsum« finden sich im Internet zahlreiche Tipps, wie man‘s besser machen kann. Doch aufgepasst, auch bei der Recherche nach dem einfachen Leben kann man leicht das Ziel aus den Augen verlieren: Sich eigene Gedanken machen, kreativ sein. Und das Spielen nicht vergessen … • Eva Maria Schlosser

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Emotionalisiert, dass die Schwarte kracht Von Trieben, Spielen und Systemen. Wie erklärte noch der Begründer der psychologischen Anthropologie, der Niederländer Frederik Jacobus Johannes Buytendijk? »Brot und Spiel braucht der Mensch. Brot, um zu wachsen und zu existieren, Spiel, um diese Existenz zu erleben.« Ein Blick in das Tierreich genügt, um Rückschlüsse auf den Menschen zu ziehen – und der lernt wie Welpen, Kitten oder Affenkinder beim Spielen für das Leben. Der Homo ludens – den Begriff des spielenden Menschen prägte einst ein weiterer Holländer, der Kulturhistoriker Johan Huizinga – steckt tief in uns. Aus diesen spielerischen Verhaltensweisen, so Huizingas Ansatz, hätten sich unsere kulturellen Systeme, wie sie sich in Politik und Wissenschaft, in Recht und Religion abbilden, entwickelt. Indes betont er auch den »heiligen Ernst«, der aus der Ritualisierung und Institutionalisierung der in diesen Systemen eingeschriebenen Spiele entsteht. Und wenn diese dann schön eingespielt sind, kostet es oft mehr als Mühe die Regeln zu ändern, denn diese haben dann mitunter einen zwanghaften Charakter. Man denke nur an den elendig langen Atem, denn es etwa braucht, um das ungerechte Steuer- oder Schulsystem zu reformieren. Der Begriff Macht-Spiele sagt schon alles. Schon die Römer wussten, wie man die Herrschaft, also die Herren und Damen im Griff hat: »Panem und Circenses«, mit Brot und Zirkusspielen: Gladiatorenkämpfe, Tierhatzen, Wagenrennen und Seeschlachten auf künstlich angelegten Gewässer nebst Köstlichkeiten: Denn wer nicht hungert und zudem Futter für seinen Voyeurismus bekommt, der muckt auch nicht auf. Wer übrigens stetig beschäftigt ist, auch nicht. So fanden die Forscher des Finnish Institute of Occupational Health heraus – und veröffentlichten im American Journal of Epidemiology –, dass jener, der regelmäßig Überstunden schiebt, verblödet, weil er Intelligenz und Sprachgewandtheit einbüsse. Wer etwa statt 40 regelmäßig 50 Stunden pro Woche maloche, der verfüge über ein geringeres Vokabular. Freilich auch der Körper – durch den Stress, versteht sich. Und da bekanntlich die Überstundenanzahl allenthalben derart ansteigt, das kürzlich im Radio der Mann oder die Frau mit den meisten Überstunden gesucht wurde, muss man sich fragen, ob das auch System hat. Ist der Überstundenkönig nun Held oder ein zu Bemitleidender? Oder beides? Auf jeden Fall hat auch er dadurch seine 15 Minuten medialen Ruhm abbekommen, wie sie schon der Popartist Andy Warhol propagierte. Wer will sich da be-


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schweren oder gar Kritik am System üben, das einen so nach außen in die Öffentlichkeit spült? Sicher auch nicht jener, der ständig vor dem Fernseher Eskapismus betreibt und alle möglichen Soaps und Best-of-Suchen beglotzt oder permanent in Facebook oder auf Twitter Freunden wie Feinden folgt. Das meinen zumindest Psychologen. Der österreichischen Philosoph Konrad Paul Liessmann beschreibt in seinem Essay »Kleines Plädoyer für den Voyeurismus« »Watching ist in. Beobachtung ist zur neuen Tugend des orientierungslosen Menschen geworden. Weil er nicht mehr weiß, was er soll, ist er gezwungen, zu beobachten, was sich tut.« Das sah schon Marshall McLuhan voraus, jener legendäre kanadische Medientheoretiker, der das Wort des globalen Dorfes prägte. In den 70er Jahren erklärte er, dass Kollektive Bilderfahrungen »die Weltanschauung künftig stärker beeinflussen als individuelle Einsichten und Erkenntnisse.« Der Homo sapiens, der wissende Mensch entwickele sich zum Homo videns, zum glotzenden Menschen. Statt selbst zu tun schaut er zu, wie sich Quizkandidaten blamieren, wie sich Möchtegern-Stars abkanzeln lassen, wie sich Familien a coram publico, sprich vor der laufenden Kamera auf das Übelste zoffen. Im P.M. Magazin versucht sich der Schweizer Psychiater Mario Gmür in einer Erklärung; »Der Zuschauer sieht sich in diesen Shows gespiegelt, deshalb mag er sie. Durchschnittliche und langweilige Kandidaten bestätigen ihn in seinem eigenen langweiligen Alltagsleben, in seiner Durchschnittlichkeit. Voyeurismus ist ein menschlicher Grundtrieb, der durch diese Sendungen leicht befriedigt werden kann – warum sollte der Zuschauer abschalten?« Der Psychologe Klaus Weber formuliert im Wissenschaftsmagazin Telepolis, dass mittlerweile die Medien die Funktion übernommen hätten, das System zu stabilisieren, indem sie den Leuten signalisierten: Du bist in Ordnung, weil es unter Dir noch jemanden gibt, dem es schlechter geht und auf den Du treten kannst. »Immer ist irgendjemand der bad guy und irgendwer der good guy - und alle identifizieren sich mit dem Guten und finden etwas, um sich über die Abwertung der Anderen zu stabilisieren. Es wird personalisiert, moralisiert, psychologisiert, emotionalisiert, dass die Schwarte kracht, aber keinesfalls nach Strukturen gefragt, die die Menschen erst zu dem machen, was sie meinen, schon immer zu sein.« Klar, in jedem Mensch steckt ein Voyeur und Spieler, das gehört zu den menschlichen Trieben und ist per se nicht schlimm, sondern

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auch wichtig. Das Problem ist nur, dadurch wird er verführ- und manipulierbar. Der Homo videns glaubt womöglich alles, was er sieht. Der Homo ludens wird abhängig vom Spiel. Das und die suggestive Kraft der – womöglich gefälschten – Bilder ist Medienmachern und Politiker bekannt. Schon Bismarck konstatierte, dass nie so viel gelogen werde, wie vor der Wahl. In der schönen neuen Medienwelt bekommt das englische Sprichwort »Seeing is believing«, also Sehen ist Glauben, eine gänzlich neue Bedeutung. Bleibt die Frage nach dem Ausweg. Und die ist keine einfach zu beantwortende, weil sie eine systemkritische ist. Nach dem japanischen Philosophen Kôichi Morimoto kann sich der Mensch nur eine sensible Wahrnehmung bewahren, wenn er seinen intimen Blick schult. Im PM Magazin empfiehlt er »ein intimes SchaulustTraining, bei dem täglich mindestens eine Viertelstunde lang der eigene nackte Körper mit den Augen abgetastet wird«. Aber vielleicht geht es auch ohne den halben Tag nackert vor dem Spiegel zu verbringen. Vielleicht ist es schon ein guter Anfang, immer wieder kritische Distanz zu den Dingen und zu sich selbst zu üben. Um zu prüfen, wie sehr man schon von dieser Medien- und Konsumgesellschaft eingenommen wurde, und dabei statt dem manipulierten, den ursprünglichen Homo ludens wieder zu entdecken, der spielerisch an die Reform des Systems geht. • Petra Mostbacher-Dix


alea iacta est Um das mal klarzustellen. Folgende Theorie ist Unsinn: was dem antik-römischen Bürger Forum und Arena waren, sind dem postgenderindustriemodernen Menschen von heute Social Media und Fernsehen. Pah! Unsinn. Hatte ich ja gesagt.

Die einzige Gemeinsamkeit von Kolloseum und facebook ist, dass nur Verlierer um die erhobenen Daumen des mehr oder minder gelangweilten Publikums buhlen. Geschichte wiederholt sich. Desweiteren stehe ich jeden Morgen in dem festen Glauben auf, dass nicht allzu viele Gladiatoren aus Selbstüberschätzung und Geltungssucht zu Schwert und Dreizack gegriffen haben. Oder – sagen wir mal – Cicero seine (Lateinschüler bis heute heimsuchende Reputation) nicht dadurch gewonnen hat, dass er auf’s Rednerpult des Forum Romanum stieg und wahlweise möglichst laut rülpste, oder Katzenbabies in die Luft gehalten hat. Nein. Bestimmt nicht. Der hatte nämlich noch was zu sagen. Da ging es noch um mehr, als um sepia-grisselige Fotos vom Frühstückei. Um Wichtiges und Inhalte. You know?! Inhalte? Substanz. Deep Shit. — Politik zum Beispiel. Politik im eigentlichen Sinne. Auf dem Forum. Öffentlich ja, aber eben auch qualifiziert. Profis eben. Kein shitstorm aus Überfluss-Langeweile. Und in der Arena: ging’s um Leben und Tod. Auch nicht ohne. Da gab’s noch echt was zu gewinnen. Die Erlaubnis weiterzuleben zum Beispiel. Oder in seltenen Fällen sogar mal die Befreiung aus der Sklaverei. Das war schon was. Gesellschaftlicher Aufstieg und so weiter. Und heute? Maximal wenig. Äußerst zweifelhafte und flüchtige Berühmtheit. Nicht mal Andy Warhols 15 Minuten. Die Teilnahme am Promidinner vielleicht. Lächerlich. Lächerlich wenig und im Allgemeinen. Um das auszugleichen gibt’s dafür umso mehr zu verlieren. Juhu! Verlieren! Zum Beispiel Selbstachtung. Sofern vorhanden. Ansehen, Ehre, Moral, Glaubwürdigkeit, Hoffnung. Sofern vorhanden. Unter Umständen haben die Teilnehmer von DSDS, GNTM, WWM, TVOG und wie sie nicht alle heißen, weniger zu verlieren als es anfangs scheint. Aber ich weiß jetzt nicht ob es das erträglicher oder noch trauriger macht. Trotzdem. Die menschenverachtende Grundidee bleibt. Ungeachtet der Gladiatoren. Die Shows zielen auf das Versagen des Kandidaten. Grundsätzlich. Einer wird geopfert, damit sich die gaffende

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Masse erhaben fühlen kann. Überlegen. Einfach besser. Körperlich vielleicht, geistig und moralisch bestimmt. Man wird entweder für eine kurze Zeit ein kleines Licht, oder für alle Ewigkeit ein Versager. Dazwischen glänzen die Graustufen durch Nichtexistenz. Alles oder nichts. Eine bipolare Gesellschaftsstörung. Aber was hilft? Solange die Quote stimmt und sich damit Geld verdienen lässt, wird uns diese Errungenschaft bleiben. Die Spätfolgen sind nicht abzusehen, und es bleibt – wie so oft – die gute, alte Hoffnung. Die Hoffnung, dass sich irgendwann keiner mehr findet, der sich öffentlich zum Arsch machen lässt. Dass irgendwann keiner mehr die leeren Versprechungen von Ruhm und Ehre und Berühmtheit und Befreiung aus dem Mittelmaß mehr glaubt. Eine dünne Hoffnung. Zugegeben. Mager, fast transparent. Aber existent. Zum Glück bleibt fernsehen eine freie Entscheidung. Also bitte: reflektieren, aussortieren und nicht verzagen. Im Notfall bleibt die Sendung mit der Maus. • Philipp Schmidt


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Stuttgart Seite 12 Florian Höllerer verlässt das Literaturhaus Seite 14 Uschi und die RAF Seite 15 Studie der Kunststiftung Baden-Württemberg Seite17 Offen für Querdenker Seite 18 Kunstspaziergang in Stuttgart Seite 22 Status Quo der Städte Seite 23 Alles ist Veränderung Seite 24 Und wieder grüsst das Murmeltier … Seite 26 »What happened to Underground?« Seite 28 Söhne der Sonne Seite 30 Die Freiheit des Lesers Seite 31 Mediterrane und andere Identitäten Seite 32 TanzTheaterSzene


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Florian Höllerer verlässt das Literaturhaus Er hat das Literaturhaus Stuttgart durch die schwierige Anfangszeit manövriert. Bereits beim fünfjährigen Jubiläum der Institution im Jahr 2006 war klar: Florian Höllerer konnte das Haus nicht allein als begehrten Ort für regionale und internationale Autoren und Leser etablieren, sondern er gewann auch die Herzen der sonst eher zurückhaltend Lob verteilenden Einheimischen. Mit schüchternem Charme, großer Kenntnis der Literaturszene und Offenheit gegenüber allem und jedem führte er die Institution auf dem Boschareal 13 Jahre. Nun wurde er an die Spitze des Literarischen Colloquiums in Berlin gewählt, eine Einrichtung, die sein Vater Walter Höllerer 1963 gegründet hat und als Mutter aller Literaturhäuser gilt. Herr Höllerer, welches Buch lesen Sie gerade? »Glut«, den »Roman einer Apokalypse« von Murat Uyurkulak, der gerade in der alljährlichen Reihe »Literatür« zur türkischen Literatur zu Gast war. Schon im Oktober bescherte uns Alban Nikolai Herbst in seinem 1000-Seiten-Roman »Argo.Anderswelt« apokalyptische Szenen, die übrigens auch die Stadt Stuttgart nicht heil übersteht. Wieso? Kommt die große Flut, besetzen Außerirdische die Region? Weder noch, sondern eine geysirartige Feuersäule, die Staatsgalerie und Kunstmuseum in der Luft verschmelzen lässt und vieles andere mehr – etwa ab Seite 600 geht’s los... Interessante Zukunftsperspektiven … Nun zurück zur Vergangenheit: Sie haben dreizehn Jahre das Literaturhaus in Stuttgart geleitet. Was waren Ihre persönlichen Höhepunkte? Da gäbe es natürlich viele Antworten. In besonders guter Erinnerung ist mir die Reihe »J’accuse…!«, gemeinsam mit dem Institut Français und der Bosch-Stiftung: Persönlichkeiten wie Régis Debray, Hélène Cixous oder Aminata Traoré wendeten Zolas Anklagebrief auf die Gegenwart, deutschsprachige Autoren wie Juli Zeh, Sibylle Lewitscharoff oder Hans Pleschinski antworteten. Da gelang es dem Haus gut, seine Stärken auszuspielen: Kooperationen,


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spezielle Konstellationen und die Möglichkeit, sich einer Thematik über einen längeren Zeitraum von ganz unterschiedlichen Richtungen aus zu nähern. Und nun gehen Sie nach Berlin. Welche Aufgaben erwarten Sie als Leiter des Literarischen Colloquiums? Die Arbeit des Literarischen Colloquiums hat mit der eines Literaturhauses zunächst einiges gemein, gerade im Bereich der Abendveranstaltungen. Es setzt jedoch stärkere Akzente im Bereich der Autoren- und Übersetzerförderung, hat ja auch, ähnlich der Akademie Schloss Solitude, Stipendiatenzimmer. Überdies führt es zahlreiche Programme im Ausland durch, gerade zum Beispiel ein größeres Autorentreffen in Peking. In der Lage des Hauses, Wannsee auf der einen, S-Bahn auf der anderen, spiegelt sich sowohl seine introvertierte Seite als auch seine extrovertierte. Berlin ist eine spannende Metropole, besonders was die Kulturszene betrifft. Gibt es etwas, von dem Sie dennoch jetzt schon wissen, dass Sie es vermissen werden? Das kann ja gar nicht anders sein: Es beginnt bei unserem Publikum, für das man in dreizehn Jahren natürlich ein ganz eigenes Gefühl entwickelt, geht über die vielen gewachsenen Bindungen zu unseren vielen Stuttgarter Kooperationspartnern und endet bei Restaurant und Buchhandlung in unserem Haus. – Ganz zu schweigen natürlich von meinen Mitarbeitern … Werden Sie Stuttgart in irgendeiner Weise verbunden bleiben? Es ist mein großer Wunsch, von Berlin aus mit Einrichtungen wie der Akademie Schloss Solitude, dem Literaturarchiv Marbach und auch dem Literaturhaus gemeinsame Sache zu machen. Zwischen Colloquium und Robert Bosch Stiftung bestehen bereits jetzt enge Bindungen. Ich werde auch weiter an der hiesigen Universität unterrichten, also regelmäßig für Blockseminare nach Stuttgart kommen. Und nicht zuletzt hoffe ich natürlich sehr auf Stuttgarter Besuche am Wannsee. Fragen von Eva Maria Schlosser. Im nächsten Heft stellen wir Stefanie Stegmann, die Nachfolgerin von Florian Höllerer, vor. Seit 2005 leitete die gebürtige Lübbeckerin (Nordrhein-Westfalen) das Literaturbüro Freiburg und erarbeitete dort das Konzept für ein Literaturhaus. Sie begleitet zurzeit dessen Gründungsprozess (voraussichtliche Eröffnung 2015). Ab 1. Januar leitet sie das Literaturhaus Stuttgart.

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Die Uschi und die RAF Ein Kommentar von Yvette Hess. Splitter fliegen, eine Bombe reißt einen tiefen Krater in die Wand. Der Terror der Roten Armee Fraktion (RAF) ist in der Sonderausstellung im Haus der Geschichte (HdG) spürbar – Gewalt in rot, Frieden in weiß. Unzählige Originaltöne und -schriften der Prozesse zeugen von zwanzig Jahren RAF-Terrorismus in Deutschland, seit 1970 chronologisch geordnet: 34 Morde, zahlreiche Banküberfälle und Sprengstoffattentate. Ein Dialog darüber kann im Blog »RAF-Ausstellung.de« geführt werden. Dort ist die Stimmung eindeutig kritisch – ohne die Hintergründe der Studentenbewegung und Tatmotive tiefer zu beackern. »Hätte man damals die meist berechtigte Kritik der RAF und anderer politisch Interessierter aufgenommen und diskutiert, wäre es vonseiten der RAF vielleicht nicht zu dieser Gewalt gekommen. Die jungen Leute […] hatten berechtigte Motive gegen die […] Republik und den amerikanischen Imperialismus zu protestieren. In der noch jungen BRD regierten verkrustete Nazi-Strukturen.« schreibt Uschi. »Auch ich war empört über die Art der Geschichtsvermittlung, […], da wird ein Staat ins Recht gesetzt, der viel Unrecht gedeckt hat.« Die Ausstellung habe gute Teil-Aspekte, aber eine differenziertere Sicht wäre notwendig, so die Bloggerin. Sie ist eine von vielen. Einige Museen bieten ihren Besuchern auf ihrer Webseite ein öffentliches »Tagebuch« zum Austausch an. Blogs bilden Meinungen, kreieren Meinungsaustausch – und machen Politik. In China oder im Iran nutzen sie Menschen, um zensurfrei über die aktuelle politische und soziale Lage zu berichten. Politiker verwenden sie als Werbemittel bei Wahlkämpfen oder Wahlveranstaltungen. Doch diese Form von Internetpublikation birgt auch Gefahren und bietet Meinungsmachern nahrhaften Boden für falsche Wahrheiten, egal worüber. Noch ist die Anzahl seriöser Blogs gering, noch werden Blogs nicht von allen genutzt. Das Potential ist indes groß, der Einfluss steigt. Abzuwarten bleibt, was dieses eigentlich demokratische Medium für die Demokratie bedeutet.


Studie der Kunststiftung Baden-Württemberg Geht nur arm und sexy? Ist Baden-Württemberg ein Ort für Künstler? Oder besser gefragt: Fühlen sich Künstler im Land wohl, weil sie hier ideale Bedingungen für ihre Bedürfnisse vorfinden? Ramona Wegenast und Anne-Sofie Ruckhaberle vom Kunstbüro der Kunststiftung Baden-Württemberg wollten es genau wissen und gaben eine Studie zum Thema in Auftrag. Nun liegen die Ergebnisse vor. Obwohl das Land zahlreiche private und öffentliche Museen und Sammlungen zu bieten hat, hervorragende Kunstakademien, zahlreiche Kunstvereine, Künstlerhäuser und Galerien sowie Projekträume für zeitgenössische Kunst, obwohl es viele Fördermöglichkeiten und Preise gibt, scheint »Baden-Württemberg als Ort der für künstlerische Produktion nicht zu überzeugen«, konstatieren die beiden Kunstbüro-Leiterinnen Wegenast und Ruckhaberle in ihrem Vorwort. Das werde in den individuellen Beratungsgesprächen, aber auch bei Veranstaltungen und Diskussionen mit Künstlern, die vom Kunstbüro durchgeführt werden, immer wieder deutlich. Zudem wandern viele Künstler nach ihrem Studium ab, oft nach Berlin. Selten kommen andere von Außen ins Land, um hier zu leben und zu wirken. Deshalb wurde das Kommunikationsbüro Urban Media Project mit Sitz in Offenbach am Main beauftragt, ein Stimmungsbild junger Bildender Künstler zu skizzieren und wissenschaftlich zu analysieren. Die 105 Seiten umfassende Studie trägt den Titel »Baden-Württemberg: Ein Ort für junge Künstler?«

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Befragt wurden Künstler zwischen 25 und 35 Jahren, also kurz vor oder nach ihrem Abschluss an einer Kunsthochschule, dabei wurde hauptsächlich mit der Staatlichen Akademien der Bildenden Künste in Stuttgart und Karlsruhe kooperiert, aber auch mit der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe sowie der Merz Akademie in Stuttgart. Dabei wurde eine qualitative Erhebung mittels Gruppendiskussionen durchgeführt. Zur quantitative Erhebung mit Hilfe eines Online-Fragebogens wurden mehr als 500 Studierende eingeladen. So umfassend das Bild auch ist, dass die Studienteilnehmer vermitteln, so unterschiedlich je nach Standort, so interessant und mitunter überraschend sind die Ergebnisse. Beispielsweise spielen nicht, wie eigentlich auch von den Auftraggebern der Studie erwartet, harte Faktoren wie etwa Bezahlbarkeit von Wohn- und Arbeitsraum die größte Rolle, sondern die Künstler beklagen den »Mangel einer Anerkennungs- und Ermöglichungskultur«. »Die Künstler scheinen zufrieden, wenn sie ihr Auskommen mit einem Nebenjob verdienen und dabei ihre Kunst in Ruhe machen können«, sagt Ramona Wegenast. Kaum einer gebe als Ziel an, irgendwann zu den mystischen drei Prozent zu gehören, die von ihrer Kunst leben können. »Scheinbar geht nur arm und sexy, das hat mich persönlich verwundert«, so Wegenast. Ziel der Studie war es, auf die Probleme in der Künstlerszene aufmerksam zu machen. Beim Stimmungsbild soll es allerdings nicht bleiben: »Unser Wunsch ist es, bis Mitte nächsten Jahres eine Expertenrunde zusammen zu stellen, die Handlungsempfehlungen für die Landesregierung erarbeitet.« Immerhin sei das Interesse seitens der Politik groß gewesen. So hat Jürgen Walter (Grüne), Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, in seinem Grußwort dazu geschrieben: »Ich hoffe, dass die Studie Diskussionen und konstruktive Prozesse anstoßen wird […] Es muss unser aller Ziel sein, die Bedingungen für Künstler zu verbessern, damit diese in Baden-Württemberg ein gutes Umfeld finden.« Die Studie kann auf der Website des Kunstbüros unter »Aktuelles« angeschaut oder in gedruckter Form beim Kunstbüro (19,90 €) bestellt werden. • (eva) www.kunstbuero-bw.de


Offen für Querdenker Die Galerie Abtart feiert ihr Zehnjähriges. Ein Gespräch mit Galeristin Karin Abt-Straubinger über den »Blick zurück nach vorn«. Zehn Jahre Abtart – welches Fazit ziehen Sie? Ich würde nichts anders machen. Wir konnten einen Neubau verwirklichen, das Programm hat sich erweitert. Viele neue Künstler kamen hinzu, manche sind weg, auch weil sie nicht mehr künstlerisch arbeiten. Es ist spannend zu sehen, wie sich die Kunstschaffenden weiterentwickelt haben seit den Anfängen – und wer noch so arbeitet. Die Jubiläumsausstellung zeigt sie alle? Wir zeigen 35 Künstler und 100 Exponate jeglichen Genres. Damit die Schau nicht zu umfangreich wurde, haben wir uns bewusst auf jene konzentriert, die eine Einzelausstellung hatten. Wir baten sie, eine ältere und eine aktuelle Arbeit zu zeigen, dazu aufzuschreiben, warum sie Kunst machen. Die Texte, die wir um die Säulen gewickelt haben, sind lesenswert. Und was passiert in Zukunft? Es geht weiter. Ich fahre ja keines der üblichen Programme, lege mich bewusst nicht auf bestimmte Stile oder Genres fest. Ich will offen bleiben für Neues, Ungewöhnliches, für Querdenker. Weiterhin werden auch Kuratorinnen und Kuratoren bei uns Ausstellungen konzipieren – wie das schon Jan Hoet oder Gabriele und Tilman Osterwold taten. Im kommenden Jahr stehen wieder rund zehn Ausstellungen auf dem Plan, die zeigen, dass der Kunstbetrieb nicht nur in der Innenstadt spielt. Kunstvermittlung und Förderung von Künstlern über meine Stiftung liegen mir sehr am Herzen. • (pam) Bis 24.1.2014, abtart.de

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Kunstspaziergang in Stuttgart Im Netz. Dass der Besucher beim Betrachten der Netzstrukturen im Werk des Grafikers Hans-Christian Brix an das Internet samt seiner www-Kommunikation denkt, ist gewollt, aber keine Voraussetzung zum Verständnis: Immerhin gibt es von jeher Vernetzungen, die in der Moderne allerdings auch als Chiffre für die Verstrickungen im Dasein des Menschen durchgehen. Sicher ist jedoch, dass Elemente des Action Painting – man denke an Jackson Pollock – unter dem Einfluss der neuen Medien nahezu zwangsläufig in die Richtung weist, die Brix akribisch aufgreift. Ob als reine Tuschezeichnung, die dem farbigen Action Dripping die Rückbesinnung auf filigrane Strichführung voraus hat, oder als Klebstoff-Grafik, eine spezielle Technik: Die Arbeiten zeigen symbolhaft Kugelformen (unsre Erde?), an der sich der Mensch in Abwehr oder Zuwendung zu schaffen macht. Gelegentliche Konstruktionszeichnungen oder Handwerkszeug verweisen auf die Kräfte, die auf das Werden bzw. Vergehen der Kugelexistenz wirken. Wie im richtigen Leben: gefangen und befreit zu sein, liegt in der heutigen vernetzten Welt nahe beieinander. Der 1970 geborene Künstler bezieht dabei meist die kosmischen Tiefenerkenntnisse mit ein. • (gb) Galerie Dengler und Dengler, bis 14.2.2014, www.denglerunddengler.de

Farbklänge schaffen Raum. Ben Hübsch ist ein Meister der Oberfläche – was man nicht mit Oberflächlichkeit verwechseln darf: In analytisch verfeinerten Farbverläufen geht es ihm um Schein und Wirklichkeit von Räumlichkeit, die sich weder in der perspektivischen Illusion, noch in linearer Dinglichkeit oder Vorder- und Hintergrund zeigt, sondern allein im Medium der Farbe. So ist es kein Wunder, dass man den Schlüssel zum Bild weniger in der äußeren Natur als in der durchaus tiefgründigen geistigen Natur findet. Spannung erzielt der Dreher-Schüler Hübsch, der mitt-


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lerweile eine Professur in Freiburg hat, im dialektischen Widerspiel abstrakter Formen sowie in der Konfrontation farblich-kontrastiver Deklinationen, wobei der Mut zum freien Raum besondere Beachtung verdient. Spektakulär bringt der Maler in seiner geometrischen Bildsprache einfache Bandgeflechte und Balkendiagramme in sinnlich spürbare Schwingungen. • (gb) Galerie Anja Rumig, bis 1.2.2014, www.galerie-anjarumig.de

Flämische und Niederländische Malerei aus dem Goldenen Zeitalter. Eine große Sammlung steht in der Staatsgalerie

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bereit, um ihre flämischen und holländischen Meister – allen voran, auch im Titel verankert, Breughel, Rubens und Ruisdael, zu präsentieren. Die rund 80 Arbeiten – ergänzt um 60 grafische Werke aus dem Stuttgarter Bestand – stammen aus der Hohenbuchau Collection, einer der wichtigsten privaten Sammlungen der nordund südniederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts. Den Vorlieben des Sammlerehepaars nach ist es inhaltlich schwere Kost, die aber höchsten Genuss verspricht: Landschaften mit düsterer Stimmung, gewichtige Stillleben und Porträts von strenger Ausstrahlung. Neben der oben genannten Troika sind u.a. noch Arbeiten von Ter Brugghen, van Goyen, Aelbert Cuyp, van Balen und Boeckhorst zu sehen. Die Schau ist erstmals in Deutschland zu sehen. • (gb) Staatsgalerie Stuttgart, bis 23.2.2014, www.staatsgalerie.de

Hype der Zeichnung. Die Zeichnung ist auf dem Vormarsch: Ettlingen bestreitet eine vielbeachtete Biennale, Paris hat eine eigene Messe zum Thema. Die Galerie Sturm präsentiert zur Zeit ihre dritte reine Zeichnungsausstellung – nach wir vor ein Wagnis für eine Galerie. Das Ergebnis wird hoffentlich belohnt: mit dem Psycho-Pop-Virtuosen Fernando García Correa, der zeichnerischen Dokumentarin Danica Phelps und besonders der Lebens»Beschreiberin« Dorothea Schulz sind grandiose Positionen vertreten. • (gb) Galerie Michael Sturm, bis 15.2.2014, www.galerie-sturm.de Erste Wahl. Über 20 Künstler hat der Kollege Gert Wiedmaier in der Galerie Franke zusammengeführt, um Zeichnungen und Plastiken in erster Wahl – so legt es der Titel nahe – vorzulegen: So kann Weihnachten kommen, klingt die Namensliste doch wie ein Wunschzettel: darunter finden sich etwa Christiana Baumgartner, Wolfgang Gäfgen, Katharina Hinsberg, Ulrike Kirbach, Jörg Mandernach, Andreas Opiolka und Martin Bruno Schmid. • (gb) Galerie Franke, bis 15.2.2014, www.galerie-franke.de

Ida Kerkovius im Kontext. Die Kerko, wie die Malerin Ida Kerkovius liebevoll in ihrem Freundeskreis genannt wurde, vermochte wie ihr Lehrer Adolf Hölzel mit leichter Hand zwischen Figuration und poetischer Abstraktion zu wechseln. Eine abstrakte Künstlerin wollte sie zunächst gar nicht sein, doch bringt sie die Radikalität, mit der sie ihre figurativen Motive freisetzt, in die Nähe des abstrakten Expressionismus: Arbeiten wie »Zwei Sitzende«, be-


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reits 1942 entstanden, oder »Rot auf Rot« von 1951 machen sie gar zu einer Pionierin der gestisch-figurativen Nachkriegsmoderne. Zu sehen sind sie in einer Ausstellung der Galerie Schlichtenmaier (Schloss Dätzingen), die sich Hölzel und seinem Kreis, insbesondere eben Ida Kerkovius widmet. Ida Kerkovius ging offenbar völlig in ihrem Künstlertum auf, brachte von zu Hause aus ein außergewöhnliches Farbgespür mit, das sie im Austausch mit Hölzel und Paul Klee vervollkommnete und in teils spontanen, ja kindlich naiven, teils in regelrechten Bauplänen auf die Leinwand bannte. Ihre Größe liegt in der Vermittlung von Hölzels rechnerischem Kalkül und einer bis ins Alter jugendlichen Unbekümmertheit sowie in der schlafwandlerisch sicheren Farbkraft und einer unbändigen Phantasie. Die Galerie Saby Lazi zeigt die Künstlerin zusammen mit ihrer Schülerin Gertrud Tonne und dem Bildhauer Karl-Ulrich Nuss; Andreas Henn hat zum Jahreswechsel auch einige Arbeiten von ihr im Programm. Und im fernen Remscheid steht Kerkovius im Rahmen einer großen Bauhaus-Ausstellung auf der Bühne. • (ad) Galerie Schlichtenmaier, Dätzingen, bis 8.2.2014, www.galerie-schlichtenmaier.de, Galerie Saby Lazi, bis 17.1.2014, www.sabylazi.de, Andreas Henn, bis 15.1.2014, www.henn-kunst.de

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Status Quo der Städte Bunte Plastikplanen, ein grün-weiß-gestreifter Schirm: Das an ein Iglu erinnernde Objekt ist nur eines der Gehäuse, die Frank Bayh und Steff Rosenberger-Ochs in ihrer Serie »Die Entwicklung neuer Stadtquartiere im Herzen der City« ablichteten und wie ein technisch brillanter, ironischer Kommentar auf den Status Quo der Städte wirkt. Das brachte den Fotografen den ersten Platz beim »Europäischen Architekturfotografie-Preis« ein, der alle zwei Jahre von architekturbild e. v. ausgelobt wird. 175 Einreichungen aus 14 Ländern gab es 2013, vergeben wurden drei Preise, drei Auszeichnungen und 22 Anerkennungen. In der VHS-Photogalerie werden nun von den Gewinnern je vier thematisch zusammengehörende Arbeiten gezeigt. Sie alle beweisen: Architektur-Fotografie mehr ist als perfekt abgebildete Gebäude, es braucht Emotionen, Reflexionen und Visionen. • (pam) Bis 31.1.14 www.vhs-photogalerie.de Darüberhinaus. »Sein Material war der Raum. Den inneren Raum hat er mit seiner Kettensäge geschaffen.« So erklärte der Künstler Micha Ullman in seinem Nachruf zum Bildhauer und Fotograf Konrad Schreyer, der bei ihm an der Kunstakademie Stuttgart studiert hatte und 2004 nur 28 Jahre alt verstarb. Die Kettensäge sei von Anfang an das Mittel zum Zeichnen, das Bildhauerwerkzeug und der Malerpinsel gewesen, so Ullman. Welche sinnlichen Formen Schreyer geschaffen hat, ist nun im Schauraum zwischenKunst zu sehen: »Darüberhinaus: Innenräume – Außenräume«zeigt eine Auswahl von Holzskulpturen, die nur erahnen lassen, was von Schreyer noch alles geschaffen worden wäre. • (pam) Bis 15.3.14 www.zwischenkunst.net


Alles ist Veränderung

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Galerie Molliné zeigt Susanne Ackermann. Susanne Ackermann ist im deutschsprachigen Raum keine Unbekannte. 2011 erhielt die gebürtige Oldenburgerin den Hanna-Nagel-Preis, der im zweijährigen Rhythmus an eine zeitgenössische bildende Künstlerin aus dem Regierungsbezirk Karlsruhe verliehen wird. Ihre großformatigen, farbintensiven, bewegten Bilder haben eine intensive Wirkung auf den Betrachter. Vertreten wird die Künstlerin von der Heinz-Martin Weigand Gallery Berlin, die von ihr noch bis 1. Februar die Schau »guts and clouds« zeigt, von der Galerie Lindner in Wien und von der Gallery Sonja Roesch in Houston, Texas. In Stuttgart war ihr Standort ehemals die Galerie 14-1. Nun wird sie ab 25. Januar erstmals von der Galerie Molliné präsentiert, welche deren Platz im Galerienhaus übernommen hat. »Everything Always Changes« zeigt rund 25 Werke, darunter großformatige Acrylgemälde, aber auch Graphitzeichnungen, die von der Künstlerin spezifisch für den Raum entworfen und ausgewählt wurden und mit ihm in Dialog treten. »Der Titel hat mit meinem Leben und mit meinen Arbeiten zu tun«, sagt Susanne Ackermann. »Man kann sie sich aus ganz verschiedenen Standpunkten betrachten, sie sind nicht starr. Ein Lidschlag – und es hat sich vielleicht etwas verändert.« Tatsächlich scheinen ihre abstrakten Gebilde bewegt, organisch, fast lebendig: Die Künstlerin zeichnet mit Pinsel oder Bleistift, farbig oder unfarbig, entwirft Formen und folgt Linien. Durch Schichtungen und Überlagerungen entstehen neue Farbkombinationen und komplizierte Strukturen, die eine Dreidimensionalität vortäuschen, neue Räume, Landschaften und Perspektiven bilden, die gleich einem Labyrinth in die Irre führen und immer neue Betrachtungsweisen ermöglichen. Eintauchen in diese Kunst kann man ab Ende Januar im Galerienhaus oder auch auf der Art Karlsruhe (13. bis 16. März 2014), auf der die Galerie Molliné unter anderem mit einem »One-Woman-Stand« mit Werken von Susanne Ackermann vertreten sein wird. • (eva) galeriemolline.de, art-karlsruhe.de


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Und wieder grüßt das Murmeltier … Filmbüro, Rocker 33 und mehr. Im November wurde es bekannt: Das Gebäude an der Friedrichstraße, in dem ehemals das Amerika Haus und später das Kommunale Kino beheimatet waren und das noch im Jahr 2002 mit viel Geld von Stadt und Land umgebaut wurde, soll einem Neubau weichen. Das Filmbüro Baden-Württemberg, das gerade erfolgreich die Filmschau des Landes abgeschlossen hat, der Klub Rocker 33, der erst vor rund zwei Jahren einzog, sowie weitere Kulturschaffende werden damit heimatlos. Die LBBW-Immobiliengruppe, Eigentümer des Gebäudes, will noch ein zweites Gebäude – das Pendant in der Lautenschlager Straße – abreißen. Ein Neubau soll an die Stelle beider zusammenhängender Gebäude mit Innenhof treten: Der Komplex nennt sich dann »Friedrich L.«. Er wurde in einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik unter Ausschluss der Öffentlichkeit vorgestellt. Doch die Pläne stießen ob ihres ästhetischen und funktionalen Auftritts auf wenig Gegenliebe bei den Räten. Wie stets bei den zeitgenössischen Neubauten in der Landeshauptstadt sind Handel und Gastronomie im Erdgeschoss geplant und Büroräume in den oberen Stockwerken. Das Filmbüro hat sich unterdessen nach neuen Räumlichkeiten umgesehen und wurde ortsnah fündig – ebenfalls in der Friedrichstraße, in unmittelbarer Nachbarschaft von American Apparel. Januar ist Umzugstermin. Zirka 140 Quadratmeter stehen dem Team um Oliver Mahn im oberen Stockwerk dann dauerhaft zur Verfügung. Der Umzug wird von Mahn mit einem weinenden und einem lachenden Auge gesehen: »Schade um das Haus«, so Mahn. Und schade um das Projekt Filmhaus, mit dem einst das Medienteam um Hans-Joachim Petersen startete. »Die Lage war ideal.« Doch die Bedingungen waren schwierig, das Projekt stand immer wieder auf der Kippe. Bis November war nicht mal den Mietern klar, dass sie nun endgültig raus mussten. Das Filmbüro-Team hat aus der stetigen Unsicherheit Konsequenzen gezogen: »Nie wieder Zwischenlösungen«, so Mahn. Ähnlich sieht es Pejo Babic vom Rocker 33: »Es ist ärgerlich, wie das Ganze vonstatten ging.« Schließlich habe man nicht wenig Geld und Arbeit in den Umbau der Räumlichkeiten Anfang 2011 investiert. Überdies seien die Mieter in der Lautenschlagerstraße erst für Ende September 2014 gekündigt. »Und nun sind wir schon das zehnte Jahr auf der Suche nach einer vernünftigen Fläche«, sagt er. Derweil hat sich in der ehemaligen Mercedes-Benz-Niederlassung


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in der Türlenstraße, der Ex-Interims-Spielstätte des Stuttgarter Schauspiels, wieder einiges getan: Bis zum 30. September nächsten Jahres darf es genutzt werden. Gehören tut es mittlerweile dem Arbeitgeberverband Südwestmetall, der wohl aufgeschlossen gegenüber einer Zwischennutzung war. Unter dem Namen »Kulturniederlassung Südwest« haben Marc Hug von der ehemaligen Filmgalerie 451, Björn Peters und Oliver Scholz, die Macher der Design-Messe Dekumo, sowie der Gastronom Giovanni Atria, der das Café Kaiserbau am Marienplatz gegründet hat und nun mit Catering seine Umwelt kulinarisch versorgt, eine neue Anlaufstelle für Kreative gegründet. Hug will sein Filmtheater, das zu Schauspiel-Zeiten im Glaskasten auf dem Areal für cineatische Ausflüge sorgte, wieder eröffnen. Außerdem sollen hier kurzfristig Kreative, wie etwa auch eine Filmproduktionsfirma eine Heimat und Musiker Übungsräume finden, Künstler ausstellen, Theater und mehr stattfinden. Weiterhin bietet das Quartett auch Räumlichkeiten zur Miete für Partys und Veranstaltungen. Schade eigentlich, dass solch lebendige Orte in Stuttgart immer nur von kurzer Dauer sind. • (eva)

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»What happened to Underground?« Filmwinter 2014. Der Filmwinter ist mittlerweile eine Zutat im Kessel, auf die man nicht mehr verzichten möchte. Immerhin findet er 2014 bereits zum 27. Mal statt und hat sich zu einem der bedeutendsten Festivals für Film und Medienkunst in Europa gemausert. Organisiert wird der Filmwinter von Wand 5, einem der ältesten und unkonventionellsten Vereine für filmische Umtriebe in Stuttgart. Seit geraumer Zeit ist das Festival for Expanded Media für Internetprojekte und Medienkunst im Raum mit dabei. Schauplatz in 2014, vom 16. bis 19. Januar, ist die neue »Kulturniederlassung Südwest« (siehe SS. 23/24) in der Türlenstraße 2. Das Motto: »What happened to Underground?« Damit ist das Filmschaffen frei von kommerziellen Zwängen gemeint, unter anderem wird ein Frühwerk des Starregisseurs Francis Ford Coppola gezeigt. Außerdem gibt’s ein Performance-Programm und eine App des Künstlerduos EcoArtTech navigiert die Festivalbesucher in einer Art performativem Spaziergang durch die Stadt. Im Wettbewerb gehen etwa 80 Arbeiten an den Start. Preise in Höhe von rund 10.000 Euro werden verliehen, darunter der von der Stadt Stuttgart gestiftete »Norman«.

Das traditionelle Warm-Up findet in der Stadtbibliothek, in der Gedok und in der Oberwelt statt. Den Auftakt gibt ab 18. Dezember 2013 (bis 15. März 2014) die Ausstellung »Where are we now?« mit sogenannten »Videokunstinterventionen für eine neue Welt« von Stefan Möckel, Max Hattler und Benny Nemerofsky Ramsay in der Stadtbibliothek. In den Videoarbeiten dieser Ausstellung, so steht es in der Pressemitteilung, wird ebenfalls der »Underground« erforscht. Die Oberwelt zeigt vom 10. bis 27. Januar Arbeiten von Elisabeth Smolarz. Titel: »No worries – it’s going to be OK«. Und die Gedok-Galerie präsentiert »A Fly in Amber« – Arbeiten von Ute Woracek (14. bis 25. Januar 2014). Die Anglizismen scheinen angesichts der Internationalität der Medien Film Internet obligatorisch. In diesem Sinne: »Let’s go and enjoy!« • (eva) filmwinter.de


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[pehjott] Kommunikationsdesign Philipp S chmidt S ey f ferstraße 5 3 7 0 1 9 7 Stuttgar t grafik@sur-kultur.net pehjott@ gmail.com

KONSTRUKTIVES WIDERSPRECHEN Spannungsfelder im künstlerischen Prozess 26. Januar - 9. Juni 2014

Chris Succo, o. T., 2010 K U N S T W E R K I S A M M L U N G A L I S O N U N D P E T E R W. K L E I N I S I E M E N S S T R . 4 0 I 7 1 7 3 5 E B E R D I N G E N - N U S S D O R F ÖFFNUNGSZEITEN MITTWOCH, DONNERSTAG, FREITAG, SONNTAG VON 11 – 17 UHR I SAMSTAG NACH VEREINBARUNG K O N TA K T: K U N S T W E R K @ S A M M L U N G - K L E I N . D E I T E L E F O N : 0 7 0 4 2 - 3 7 6 9 5 6 6 I W W W. S A M M L U N G - K L E I N . D E


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Söhne der Sonne Europaweit erste Ausstellung über die Inka im Stuttgarter Linden-Museum. Das legendäre InkaReich hat für Europäer einen magischen Klang. Die Andenstadt Cusco und die Inkasiedlung Macchu Picchu in Peru zählen zu den beliebtesten Fernreisezielen. Die europaweit erste Ausstellung über die »Inka – Könige der Anden« im Stuttgarter LindenMuseum lüftet einige Geheimnisse dieser sagenumwobenen Kultur. Erstmals ist auch das Gros der rund 260 Objekte in Europa zu sehen: Farbkräftige, reich gemusterte Textilien aus der Inka- und Kolonialzeit, kleine, goldene Lamas als Opfergaben, Zeremoniengefäße, kostbare Opferschalen aus Stein, Goldschmuck, Ritualbecher mit Puma, Kondor oder Schlange als Symbole für übernatürliche Macht. Da es keine schriftlichen Quellen gibt, müssen diese Relikte die Macht- und Lebensverhältnisse des Inkareichs erklären, der größten indigenen Kultur Amerikas im 11. Jahrhundert bis zu ihrem Untergang infolge der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert. Die wertvollen Leihgaben stammen aus Peru und namhaften europäischen Museen. Aber auch viele Schätze wurden zur Überraschung von Museumsdirektorin Inés de Castro im eigenen Haus ausgegraben. Eines der wichtigsten Objekte ist gerade mal sieben Zentimeter groß. Die goldene Opfergabe zeigt einen Orejón, Mitglied des Herrscherclans, von den spanischen Eroberer »Großohren« genannt. Diese Kaste, die sich als »Söhne der Sonne« verstand, trug als Kennzeichen schwere, goldene Schmuckpflöcke in den Ohrläppchen. Diese wurden schon im zarten Kindesalter während eines Initiationsritus im Sonnentempel durchbohrt. Im Zentrum der Schau stehen das Leben der Inka-Adeligen in


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Cusco, ihrem Hauptsitz. Von dort aus verwalteten sie ihr riesiges Reich, das sich in nur 80 Jahren über 5000 Kilometer vom heutigen Kolumbien bis nach Chile ausdehnte, strikt kontrolliert, perfekt organisiert. Geheimnisvolle Knotenschnüre könnten den Wissenschaftlern einmal Aufschluss geben, wie der mächtige Staat ohne Schrift und Geld funktionierte. Weite Teile des Andengebiets eroberte Pachacutec (»Der die Welt verändert«). Er gilt als der bedeutendste Inka-Herrscher und visionärer Stadtplaner. Einer seiner vielen Landsitze war das berühmte Macchu Picchu. Wie kein anderer formte dieser Mann den InkaStaat. Er verfocht den Sonnenkult oder führte das Dezimalsystem ein, auch der Bau der ausgedehnten Terrassenanlagen zum Anbau von Mais und Kartoffeln geht auf ihn zurück. Im Linden-Museum ist eine Kopie seiner Mumie zu sehen. Die echte verschwand wie viele andere Mumien, nachdem die Spanier ins Inkareich eingefallen waren und es ausbeuteten. Übrigens, ein Kinderpfad lädt kleine Besucher zum Entdecken ein. Für die großen bietet das Rahmenprogramm Führungen, Thementage, Filme oder Konzerte. • (sl) Bis 16.3.14, www.lindenmuseum.de

»LEUTE WIE ICH GEHÖREN INS MUSEUM.«

WERDE MITGLIED BEI DEN JUNGEN FREUNDEN STAATSGALERIE! INFOS ZU VERANSTALTUNGEN UND MITGLIEDSCHAFT UNTER: WWW.FREUNDE-DER-STAATSGALERIE.DE ODER BEI FACEBOOK.

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Die Freiheit des Lesers JAK im Württembergischen Kunstverein. Es wurde im Frankfurter Museum für Angewandte Kunst preisgekrönt als eines der »schönsten deutschen Bücher« – und ist doch kein Buch im üblichen Sinne. Beim Durchblättern fallen Blätter heraus: Allerlei Einlagen, die es zu nutzen gilt. Die Jury begründete ihre Entscheidung der Prämierung damit, dass hier das interaktive Geschehen zwischen Buch und Geist zeige, was ein gedrucktes Buch eigentlich wolle, mit oder ohne Text: Es statuiere ein Exempel nach dem darin zu lesenden Zitat von Jean-Paul Sartre: »So ist das Buch nicht wie das Werkzeug Mittel zu irgendeinem Zweck: es empfiehlt sich als Zweck der Freiheit des Lesers.« In andern Worten, es fungiert als »Machina Didactica« und künstlerische Position wie eine mobile Ausstellung, eine »Kunst remote Performance«, die stets neu in den ortsspezifischen global-lokalen Kontexten zu diskutieren ist. Und die Macher? JAK ist die Position der drei Künstler Andreas Geisselhardt, Jangyoung Jung und Kestutis Svirnelis. Ihr Buch, das mit dem Grafikdesigner Demian Bern entstand, sowie Serien szenischer Modelle, Collagen und Zeichnungen bilden nun im Württembergischen Kunstverein ein raumgreifendes, installativen Bühnenbild. »Hunting« heißt das Projekt. Darin wird der Mythos des Künstlers genauso hinterfragt wie das Begriffspaar Fiktion und Wirklichkeit. Mehrere Wochen verwandeln JAK mit der in Seoul lebenden Filmregisseurin Jin-Mi den Glastrakt in einen Arbeitsraum, eine Art Labor, um von dort aus in der urbanen Landschaft zu intervenieren und nach Motiven für ein »aktives Museum« zu jagen. • (pam) Bis 5.1.14, www.wkv-stuttgart.de, www.info-jak.de


Mediterrane und andere Identitäten Das »Eclat Festival für Neue Musik« im Theaterhaus. Eclat bedeutet im Französischen Glanz, Skandal oder Splitter. Also nannte Hans-Peter Jahn, späterer SWR-Redakteur für Neue Musik, seine 1980 gegründeten »Tage für Neue Musik Stuttgart« denn auch 1997 »Eclat Festival Neue Musik«. Damals war es längst zum international angesehen Treffpunkt und Forum zeitgenössischen Musikschaffens avanciert. Nun im Jahr 2014 bricht eine neue Ära an. Jahn ist in Rente, die künstlerische Leitung haben nun Christine Fischer, Intendantin von Musik der Jahrhunderte, sowie Björn Gottstein, Redakteur für Neue Musik des SWR Stuttgart, inne. Und sie lassen es nicht an Uraufführungen sowie genreübergreifender Performances im Theaterhaus, wo Eclat von 6. bis 9. Februar über die Bühne geht, mangeln. Allein vier sind am Abend der SWR-Konzertreihe »Attacca in Eclat« zu hören – vom SWR Vokalensemble und dem ensemble mosaik. Auch das Ensemble Ascolta führt unter anderem Brice Pausets Musik mit Hebewerk erstmals auf, genauso wie die Vokalsolisten Stuttgart »Mediterranean Voices«: Sechs Stunden läuft die Video-Konzert-Architektur über 12 mediterrane Identitäten. Indes haben sich 2014 noch nicht jene dunkle Wolken verzogen, die bereits 2013 das Festival überschatteten: Der SWR will 2016 sein Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg (SO), das international einen exzellenten Ruf in Sachen Neue Musik hat, mit dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart vereinen. Obschon der Beschluss des Rundfunkrats laut SWR-Intendant Peter Boudgoust steht, der es übrigens nicht als zu seinen Aufgaben zählt, die deutsche Orchesterlandschaft in ihrem Bestand zu bewahren, regt sich zunehmend Widerstand. Zu Recht, wie Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, meint: »Da werden zufällig die beiden unterschiedlichsten Orchester Deutschlands zusammengeschlossen, das ist unglaublich. Es bedarf eines halben Jahrhunderts, um Orchester von dieser Qualität aufzubauen, und in wenigen ignoranten Minuten kann man sie kaputt machen … Ich hoffe immer noch, dass da etwas passiert, ich bin einfach Optimist« • (pam) www.eclat.org

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TanzTheaterSzene Leben, Tod, Liebe und Verderben. Der Premierenrun hält auch im Winter an im Schauspiel Stuttgart. So ließ Intendant Armin Petras Niklas Ritter »Liebe Kannibalen Godard« nach Jean-Luc Godards Film »Week-End« inszenieren. Die radikale Apokalypse der Bürgerlichen Welt hat am 4. Dezember im Nord Premiere. Nur zehn Tage später ist in Bastian Krafts Regie die Uraufführung von Arthur Schnitzlers Klassiker »Der Reigen« im Schauspielhaus zu sehen, indes Dominic Friedel Version von Alfred Andersch »Fahrerflucht/Fluchtfahrer« am 18. Dezember im Nord uraufgeführt wird; Autor Philipp Löhle hat das legendäre Hörspiel um Schuld und Moral, aufgezeigt am Autounfall, zum Theaterstück erweitert. Im Januar folgen dann das Musiktheater »Doppelgänger« nach E.T.A. Hoffman, und zwar am 11. des Monats im Kammertheater, Astrid Lindgrens Kinderbuchheldin »Ronja Räubertochter« am 19. im Schauspielhaus sowie »Iphigenie auf Tauris« am 23. im Kammertheater. In dieser Koproduktion des Maxim Gorki Theaters Berlin und den Ruhrfestspielen Recklinghausen erkunden die Schauspieler Franziska Walser und Edgar Selge Goethes Version des antiken Mythos im Kollektiv. Intendant Armin Petras selbst zeigt am letzten Tag des Januars, was passiert, wenn das Weltall über Nacht ohne Mittelpunkt ist: Unter seiner Regie startet am 31. Bertolt Brechts »Leben des Galilei« im Schauspielhaus. Im Nord steht dann Februar eine Koproduktion mit dem Theater Freiburg und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst an. Am 5. wird »Schulden. Die ersten 5000 Jahre« nach dem Sachbuch David Graeber uraufgeführt. Der Vordenker der Occupy-Bewegung bricht mit Scheinmoral sowie Börsenkapitalismus und zeigt, wie Schuldenberge seit der Vorantike bis heute Menschen in Unterdrückung und Revolte trieben. Um Armut, Reichtum, Elend und Ansehen kreist auch Wilhelm Hauffs Erzählung »Das kalte Herz«, das Petras im Schauspielhaus ab 22. Februar inszeniert. Am 28. Februar schließlich gibt es im Nord »Zerbombt«, Sarah Kanes spektakuläres Debüt am Royal Court Theatre von 1955. David Bösch setzt dieses Stück Seelenleben einer beschädigten Nachkriegsgeneration um, die um Krieg und Gewalt kreist. Ob derlei gesellschaftlicher Zustände hatte es einst Peter Pan vorgezogen, niemals erwachsen zu werden und nach Nimmerland ins Vergessens zu flüchten. Zumindest im Buch von James M. Barrie. Der britische Komponist Richard Ayres hat dem verletzlichen Held, seinen »Lost Boys« und seinem Widersacher Captain Hook


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ein musikalisches Denkmal gesetzt: Im Auftrag der Oper Stuttgart und der Komischen Oper Berlin, koproduziert mit der Welsh National Opera, wird seine Familienoper für Kinder ab acht Jahren am 19. Dezember im Opernhaus uraufgeführt. Beim Stuttgarter Ballett laufen im Dezember noch die Ballettabende »Made in Germany« und »Fort//Schritt//Macher«. Letzterer hat »On Velvet im Programm, das unter die Haut gehende neue Stück des Hauschoreografen Marco Goecke. Der Januar steht im Zeichen John Crankos Shakespeare-Klassiker »Der Widerspenstigen Zähmung« sowie Demis Volpis »Krabat«, im Februar lockt der »Blick hinter die Kulissen« im Kammertheater: Zwischen 10. und 16. des Monats geben Ballettintendant Reid Anderson, Ballettmeister, Choreographen und Protagonisten der John Cranko Schule in Probenausschnitten Impressionen vom Arbeitsalltag. Gleich acht Uraufführungen sind indes im Theaterhaus zu erleben: Just so viele Tänzer der Theaterhauskompanie Gauthier Dance wagten die Schritte in die Choreografie und schufen für »Out of the Box IV«, das am 15. Dezember Premiere feiert, eigene Stücke. Auch die Freie Tanz- und Theaterszene hat einige Neuproduktionen zu bieten – wie gehabt über die Stadt verteilt, alldieweil noch über die dringend benötigte eigene Spielstätte verhandelt wird. So feiert das Ensemble meinhardt&krauss am 7. Dezember im Fitz!

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Stuttgart mit dem Figurentheater »Herr Eichhorn und der erste Schnee« Premiere, indes das beim Stuttgarter Tanz- und Theaterpreis 2013 ausgezeichnete Künstlerduo Herbert/Mohren im Theater Rampe in »Die Aufführung« ab 12. Dezember einen Mix aus Theater, Kongress und Konzert mit begehbarer Kulisse und mehrere Bühnen zeigen. Im Theaterhaus Stuttgart wiederum ist ab 17. Dezember »in camera«, zu sehen, Eva Baumanns neues »Kammertanzstück«. Jean-Paul Sartres legendäres Theater »Geschlossene Gesellschaft« hat die Choreografin zu dem Wechselspiel zwischen Selbstbehauptung und Selbstaufgabe in problematischer Dreierkonstellation inspiriert. Einmal mehr in der Rampe ist das Ensemble post theater zu Gast, diesmal im Bunde mit diskodanny.com, alias Pole Dancer Daniel Kok. Am 28. Dezember zeigt das Kollektiv die Multi-Media- Performance »Space Monkeys«, Erlebnistheater über Gruppenverhalten. Das Denksystem aus dem Gleichgewicht bringen will der Künstlerische Leiter des Studio Theaters und Regisseur Christof Küster mit seiner Inszenierung von Thomas Bernhards Roman »Beton« – ab 22. Januar. Knapp einen Monat hernach, am 15. Februar, versprechen Choreografin Claudia Senoner und Musikerin Anja Füsti im Produktionszentrum Tanz+Perfor mance einen Abend voller Humor und Überraschungen bei der Performance »iss mich!/ Opera with objects«. Bei dem inszenierten Konzert, einer »Hymne an das Huhn«, geht es um nicht weniger als um Leben und Tod, Liebe und Verderben. • (pam)


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und Seite 36 Blaue Notizen von Thomas Klingenmaier Seite 38 Bildergeschichten von Oliver Stenzel Seite 40 Kinderb체cher und mehr von Ina Hochreuther Seite 42 Gesch채ftsf체hrung in einer Hand Seite 44 Weihnachtsgeschenktipps von SuR Seite 47 Figuren aller Facetten

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Blaue Notizen. Von Thomas Klingenmaier Furry Lewis: Shake ’Em On Down. Den Dreck auf den Straßen wegzufegen, das ist eine nützliche Arbeit. Es ist bloß keine, die man Tag um Tag verrichten möchte, schon gar nicht, wenn man am Stumpf eines Beines eine eher grobe Prothese trägt. Furry Lewis hat diese Arbeit jahrzehntelang getan. Rententechnisch gesehen, sogar sieben Jahre zu lang. Dieser kleine Arbeiter in Diensten der Stadt Memphis hatte sich nämlich irgendwann, als seine ersten Jahre als Profiblueser vorbei waren, entschieden, er müsse wohl im Jahr 1900 geboren worden sein. Einige Wochen, Monate, Jahre waren da wohl ein unklarer Wirbel in seinem Gedächtnis. Aber Walter Lewis war, wie eine spätere Recherche ergab, schon 1893 in Greenwood, Mississippi, geboren worden und hätte seinen Straßenkehrerjob viel früher an den Nagel hängen dürfen. Dieses Pech, dieses vom Schicksal Ausgetrickstwerden, aber nicht ohne eigene Schuld, ist eine archetypische Bluesergeschichte. So wie Furry Lewis in allem der Bluesmann schlechthin zu sein scheint, eine Figur, in der sich Können und Pech, Verelendung und Wiederaufstieg seiner Musikergeneration so ausgewogen und mit prägnanten dramatischen Schlenkern treffen. Furry Lewis war der Verdammte und Gesegnete. Einer, der 1917 beim Schienentrampen an der Kupplung zweier Waggons hängenblieb, aber nur ein Bein verlor. Der dann nicht zum Bettler absank, sondern seine Musikerkarriere umso ernsthafter betrieb. Einer von denen, die es nach Jahren der Tag-um-Nacht-um-Tag-Klampferei in Kneipen und an Straßenecken zu Aufnahmesitzungen für die Plattenindustrie brachte, die gerade den schwarzen Markt entdeckt hatte. Zwischen 1927 und 1929 hat Lewis 25 wunderbare Einspielungen hingelegt, in einem Mix aus klassischem Memphis-Blues-Sound und sehr individueller Geschichtenerzählerei. Dann hat ihn, wie so viele andere, die Große Depression kalt erwischt. Aus dem Musiker wurde der Straßenfeger. Als die Krise vorbei war, wollte seinen vermeinltich vorvorgestrigen Stil kaum noch jemand hören in einem schwarzen Amerika, das wieder mal in der Hoffnung lebte, nun kämen endlich die fairen Zeiten. Aus für ihn heiterem Himmel wurde Furry Lewis, auch das eine typische Volte, Ende der 50er Jahre von weißen Enthusiasten wiederentdeckt, bekam in seiner Armeleutebude ein kleines Tonband vor sich hingestellt. Furry Lewis ergriff diese Chance mit Witz und Nonchalance. Er blieb bis zu seinem Tod 1981 in Kontakt zur neuen


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Musik- und auch Entertainmentwelt, von der ihn und die Seinen manchmal Jahrhunderte zu trennen schienen. Lewis war nie ein Druckmacher. In seinen Blues und Balladen, ob er sie mit Picking oder Slide begleitete, lag eine Lässigkeit und Ironie, die selbst die brutalsten Gewalt- und Mordandrohungen relativierte. Er sprach allenfalls von Gefühlsaufwallungen, nicht von Handlungen. Lewis’ Musik war katharsisch: das Aussprechen ließ die Wut schon verfliegen. Die auf »Shake ’Em On Down« (Fantasy CD) versammelten Aufnahmen stammen von zwei LPs, die er im Frühjahr 1961 aufgenommen hat. Das bisschen, was er an Drive eingebüßt hat, und das ist nicht viel, macht er durch Knitzheit, Erfahrungssattheit und Dringlichkeit wieder weg.

Hier singt einer, der zwar mehr Zutrauen als je hat, dass einem Absturz ein Aufschwung folgen wird, der aber in den Knochen spürt, dass es eine biologische Grenze gibt für die Aufs, die er noch erleben kann. Er will keine Chance mehr verpassen. Und so schwingt anklagender Ernst in seinen Geschichten über jene mit, die ihre letzte Chance schon hatten, über Casey Jones, John Henry oder Frankie und Johnny. Scheißleben eigentlich, scheint er dann zu sagen, Du kannst in jeder Sekunde unter den Zug kommen. Also mach mal lieber Party, solange der Zug noch nicht da ist. •

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Bildergeschichten. Von Oliver Stenzel Außenseiter auf der Flucht – Neues von Baru. Ziemlich spät hat Hervé Barulea mit dem Zeichnen angefangen, er war schon 37, als er 1984 unter dem Künstlernamen Baru sein erstes Comicalbum »Quéquette Blues, Part Ouane« veröffentlichte. Schon dafür bekam er den »Prix Alfred« für das beste Debüt, heute gilt er als einer der wichtigsten und bekanntesten französischen Zeichner. Trotz der Comicbegeisterung in unserem Nachbarland kann man darüber auch staunen, ist Baru doch mit seiner Vorliebe für Stoffe über sozial Ausgegrenzte, Immigranten und Außenseiter jeglicher Couleur ein bisschen so etwas wie das zeichnende Gegenstück zum nicht gerade für Mainstream stehenden britischen Filmemacher Ken Loach – mit einer kleinen Prise Tarantino. Was weit besser passt, als es auf den ersten Blick klingen mag. Stilistisch finden sich weniger Referenzpunkte. Zwar bewegt sich Baru mit seinen mal mehr, mal weniger abstrakten Figuren vor realistisch gezeichneten Hintergründen durchaus in den Traditionen des frankobelgischen Comic; doch die extrem dynamische Art, wie Baru seine Figuren grotesk karikaturistisch verzerrt oder expressionistisch verformt, sucht im europäischen Comic ihresgleichen, ebenso Barus Meisterschaft darin, mit verschiedensten zeichnerischen Mitteln – durch Bilderfolgen, Ausschnitte oder Perspektiven – Dramatik zu erzeugen. In einem Interview vom Juli 2013 sagte Baru unter anderem, er sei ein politischer Zeichner, »weil ich mich dafür interessiere, wie Gesellschaft funktioniert«. Vor allem interessiere ihn dabei die »Herrschaft des Menschen über den Menschen und die Folgen der sozialen Wanderungen«, die Gefahren des Rechtsextremismus – und »die Frage, wie man all dem entkommen kann.« Versuche zu entkommen, zu fliehen, unternehmen seine Protagonisten tatsächlich oft, ob vor politischen Vereinnahmungen zur Zeit des Algerienkrieges wie der Boxer Said in »Der Champion« (1990), vor rechtsradikalen Häschern und einem perspektivlosen Leben wie die beiden jugendlichen Hauptfiguren in seinem Meisterwerk »Autoroute du Soleil« (1995) oder vor einem unbefriedigenden bürgerlichen Leben wie das Paar in »Wieder unterwegs« (1997). Eine Flucht beschreibt auch Barus neuester Comic »Bleierne Hitze« (Edition 52, 110 S., 20 Euro), wenn er auch hier »nur« einen Kriminalroman von Jean Vautrin adaptiert: Ein Gangster flieht nach einem Raubüberfall mit der Beute vor der Polizei und Ex-Komplizen in einem Bauernhof – nicht ahnend, es hier mit einer ziemlich de-


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generierten und brutalen Familie zu tun zu bekommen. Vautrins Vorlage »Canicule« ist von 1982 und wurde bereits 1984 mit Lee Marvin und David Bennent in den Hauptrollen als ziemlich drastische Gewaltstudie verfilmt. Barus Adaption dagegen ist nicht nur in ihren Figurenzeichnungen vielschichtiger, sondern auch einfach noch eine Spur pointierter, düsterer, böser. Vergingen bei »Bleierne Hitze« nur wenige Monate von der Veröffentlichung in Frankreich bis zu der einer deutschen Übersetzung im Mai 2013, dauerte es bei »Wieder unterwegs« (Bild) ganze 16 Jahre, bis ebenfalls 2013 endlich eine deutsche Fassung erschien (Reprodukt, 104 S., 20 Euro). Immer noch nur im Original gibt’s die zwischen 1984 und 1986 erschienene »Quéquette Blues«-Trilogie (in einem Band kompiliert als »Roulez Jeunesse!«), mit der Baru der Durchbruch gelang. Dank regelmäßiger Neuauflagen bekommt man sie via Internet aber immerhin nicht nur zu Sammlerpreisen. •

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Kinderbücher und mehr. Von Ina Hochreuther Die Weihnachtsgeschichte. Ganz natürlich und zutiefst menschlich erscheint hier »Die Weihnachtsgeschichte«. Tanja Jeschke bringt das Kunststück fertig, höchst lebendig in wenigen und zudem noch dialogorientierten Sätzen bis in die Kleinkindzeit von Jesus hinein alles zusammen zu fassen. Die Erzählung beginnt damit, wie ein Engel Maria ihre bevorstehende Schwangerschaft verkündet, verweilt bei der Geburt im Stall von Bethlehem samt den Hirten und den drei Waisen und endet damit, dass die Kleinfamilie nach ihrer Flucht zurückkehrt aus Ägypten und wieder in Nazareth ankommt. Die Illustratorin Ulrike Möltgen akzentuiert Details mit kleinen, roten Vignetten, etwa die im Kochtopf rührende Maria vor der Ankunft des Engels. Dem gegenüber stehen ihre großflächigen, orientalisch anmutenden farbigen Bilder. Sie erzählen nicht eins zu eins. Vielmehr vermitteln sie durch ihre subtile, fast ikonographische Machart »das Wunder« der Geschichte und ziehen uns gleichzeitig in den Bann. Ein wunderschönes Bilderbuch! • S. Fischer Verlag / Sauerländer 2013, 28 S., € 14,99. Ab 5.

Plötzlich Schwestern. So fröhlich der Begriff Patchwork-Familie klingt, Kinder finden diese Form der Wahlverwandtschaft oft wenig lustig. So ergeht es auch den beiden elfjährigen Mädchen Mia und Kelly. Mia hat keine Erinnerungen an ihre Mutter, lebt aber ganz harmonisch mit ihrem Vater Steffen zusammen. Als der sich in Colette verliebt, ist nicht nur plötzlich eine Frau im Haus, sondern zudem deren Tochter Kelly. Während Mia der neuen Situation erst einmal vorsichtig positiv gegenübersteht, leidet Kelly extrem darunter, dass ihr früheres Leben zerstört scheint. Weg vom Vater, weg von den Freunden und weg vom geliebten Kater muss sie sich in einer fremden Umgebung neu orientieren. Bettina Obricht beschreibt in »Plötzlich Schwestern« sensibel, alltagsnah und mit Humor, wie schwierig eine solche neue Konstellation für Kinder sein kann. Abwechselnd schlüpft sie in die Sichtweisen der zwei Mädchen, so dass uns beide sehr nahe kommen. Bis hin zum guten, aber offenen Ende fühlen wir uns hier als Leser mitten im Leben. • Gabriel Verlag 2013, 160 S., € 11,95. Ab 10. Heartbreak-Family. Die temperamentvolle Jannah Kismet bekommt die Familie, die zu ihr passt, auch wenn ihr das erst peu à peu klar wird. Ihre energische türkische Mutter, geschieden von


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Jannahs deutschem Vater, beschließt, mit ihrem neuen Freund Sebastian und dessen Kindern Ken und Merrie in eine große gemeinsame Wohnung zu ziehen. Sebastian findet die Vierzehnjährige in Ordnung, Merrie hält sie für eine »Zicke«, das eigentliche Problem aber ist Ken. Denn in den dunkelhäutigen zwei Jahre älteren Jungen ist Jannah seit einiger Zeit verknallt. »Als meine heimliche Liebe bei uns einzog« lautet der Untertitel dieses spritzig geschriebenen Jugendromans. Es ist der erste Band einer geplanten Trilogie über die »Heartbreak-Family«. Wie schon in ihrem schwungvollen Debüt »Zimtküsse« spielt Deniz Selek, selbst halb türkisch, halb deutsch, ein wenig mit den Kulturen. Hier setzt sie noch eins drauf mit der äthiopischen Herkunft von Jannahs neuen Familienmitgliedern. Eine leichte, kluge und sehr vergnügliche Lektüre! • S. Fischer Verlag / KJB 2013, 288 S. € 13,99. Ab 12.

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Geschäftsführung in einer Hand Carl Bergengruen führt in Zukunft beide Bereiche der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Wür ttemberg – die Filmförderung und die Medienentwicklung. Eigentlich hat Carl Bergengruen Romanistik und Germanistik studiert. Zum Film kam er dennoch recht schnell – er bekam ein Fulbright-Stipendium und absolvierte ein Filmaufbaustudium in den USA. Das dies den Grundstein zu einer beachtlichen Karriere legen würde, war damals kaum abzusehen. Seit 1. Dezember ist Bergengruen Geschäftsführer der Filmförderung der Medien- und Filmgesellschaft (MFG) und damit Nachfolger von Gabriele Röthemeyer, die sich nach 18 Jahren in den Ruhestand verabschiedet hat. Zusätzlich übernimmt er ab 1. Januar 2014 die Geschäfte des zweiten Zweigs der MFG, der Medienentwicklung, die Klaus Haasis bislang führte. Der Medieningenieur und Journalist verabschiedet sich überraschend ebenfalls von der MFG. Damit liegen in Zukunft die zwei großen Bereiche des Kompetenzzentrums des Landes für IT und Medien in der Hand eines Mannes, der unter anderem zwanzig Jahre zunächst beim Südwestfunk, später beim Südwestrundfunk (SWR) gearbeitet hat: Nach seinem Stipendium in den USA arbeitete er als Dramaturg in der Fernsehspielabteilung des SWF. Im Jahr 1990 volontierte der 30-Jährige ebenda, dann arbeitete er als Filmredakteur, unter anderem auch beim Mitteldeutschen Rundfunk, wo er die Nachwuchsreihe »First Cuts« begründete. Ab 1994 war er beim Südwestfunk für die Reihe »Debüt im Dritten« verantwortlich. Vier Jahre später wurde er im neugegründeten Südwestrundfunk (SWR) Redaktionsleiter und Produzent der Stuttgarter »Tatort«-


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Folgen. Schließlich wurde er im Jahr 2002 der Hauptabteilungsleiter von »Film und Serie«, drei Jahre später übernahm der zweifache Familienvater zusätzlich das Kinder- und Familienprogramm, beide Abteilungen wurden bald im »Film und Familienprogramm« zusammen geführt. Sein Ruf als »Qualitätsmacher« mit Gespür für Filmstoffe eilt ihm voraus. Unter seiner Leitung wurden – auch was die Zuschauerquote angeht – erfolgreiche und mit Preisen ausgezeichnete Spielfilme wie »Stauffenberg«, »Margarete Steiff«, »Mogadischu« und »Bis nichts mehr bleibt« über die Organisation »Scientology« realisiert. Im Jahr 2009 war er an der Novellierung der Filmförderung Baden-Württemberg beteiligt. Seit 2010 ist Bergengruen außerdem Honorarprofessor an der Hochschule RheinMain im Studiengang »Medienmanagement«. Anfang 2011 wechselte Bergengruen zur drittgrößten deutschen Filmproduktionsfirma Studio Hamburg und leitete dort die Geschäfte. Er kennt also viele Seiten der Filmund Medienbranche – die des Programmmachers, des Auftraggebers, des Wissenschaftlers und die des Produzenten. Und er hat hervorragende Verbindungen zum potentiell größten Auftraggeber der hiesige Produzenten, dem SWR. Bergengruen, der in der Mi, 22.01. Branche als strukturiert, be20 Uhr sonnen und verlässlich gilt, EUR 8,freut sich auf seine zukünftige Aufgabe als alleiniger Geschäftsführer der MFG: »Darin liegt die Chance, die beiden Bereiche näher zusammenzuführen und inWidersprüche zwischen haltliche und organisatoriIntuition und neurobiosche Synergien zu schaffen.« Wohl müssen dafür auch logischen Erkenntnissen strukturell und inhaltlich Vortrag von Prof. Dr. hc. mult Wolf Singer im bei der MFG einige VerändeRahmen der Reihe „ZukunftBilden - In welcher rungen stattfinden. Wie geZukunft wollen wir leben?“ nau diese aussehen, wird die www.treffpunkt-rotebuehlplatz.de Zukunft zeigen • (eva) mfg.de www.vhs-stuttgart.de

TREFFPUNKT Rotebühlplatz Lernen.Bildung.Kultur


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Weihnachtsgeschenktipps von SuR Filme:

Unter Menschen. Sie vollführen den sprichwörtlichen Affenlärm, wenn das Futter herbeigekarrt wird. Dann wieder kuscheln sie still zu Zweit. Die vierzig Schimpansen dürfen sich in ihrem Altersrefugium in der Nähe Wiens endlich wieder artgemäß verhalten. Denn einst wurden sie illegal als Versuchstiere für die Entwicklung von Aids- und Hepatitis-Impfstoffen nach Österreich verfrachtet. Hier hielt man sie viele Jahre lang isoliert in kleinen Käfigen. Mauscheleien zwischen Pharmaindustrie und Regierung machten das möglich - trotz Protesten von Tierschützern. Die Dokumentation »Unter Menschen« von Christian Rost und Claus Strigel mit klug montiertem Archivmaterial wirkt streckenweise wie ein Politthriller. • (hoc) 91 Minuten, DVD missingFilms, etwa € 16,— Weg in die Wildnis. Die vierteilige Western-Miniserie »Weg in die Wildnis«, jetzt erstmals in Deutschland auf DVD erhältlich, begeistert wie bei ihrer Entstehung vor rund 25 Jahren. Es geht um eine große Männerfreundschaft und um eine gefahrvolle Tour mit Rindern, Pferden und Cowboys quer durchs Land. Regisseur Simon Wincer hat den gleichnamigen, mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Roman von Larry McMurtry grandios in Szene gesetzt.


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Von vielschichtigen Charakteren wird wunderbar ausführlich, dabei spannend und höchst authentisch erzählt. Beim Gucken spürt man förmlich Staub, Hitze und Gefahren … • (hoc) 358 Minuten. DVD Alive, etwa € 20,—

Abseits aller Pfade. Der liebevolle Umgang mit ihren Tieren ist wie vor hundert Jahren. Die rumänischen Hirten im Norden Transsilvaniens treiben im Frühjahr die Schafe auf die Weiden und ziehen zwischendurch mit schwer beladenen Eseln hinunter in die Stadt, um frischen Käse anzubieten. Der Dokumentarfilmer Dieter Auner nimmt sich Zeit, uns Zuschauer von »Abseits aller Pfade« in diese faszinierende, archaisch anmutende Welt einzuführen. Doch wenn wir anfangen, jene Männer um ihr zwar arbeitsintensives, aber auch freies, der Natur angepasstes Leben zu beneiden, zeigen sich feine Risse. Die durch die EU-Mitgliedschaft gewachsene Konkurrenz drückt die Preise der Produkte. Ihre selbstbewussten Frauen verdienen als Erntesaisonkräfte in Deutschland mehr als sie. Und spätesten, wenn wir einen jungen Mann die von seiner Mutter mitgebrachten Chips essen sehen, spüren wir deutlich, wie die Traditionen dieser beeindruckenden Menschen zu zerbröseln drohen. • (hoc) 87 Minuten, OmU, DVD Good Movies, etwa € 19,—

Spiele:

Der Hobbit. Bereits im Vorfeld zu Peter Jacksons Hobbit-Trilogie entwickelte Spielautor Reiner Knizia nicht nur für Fans das Brettspiel »Der Hobbit« (Kosmos, ca. 26,40 €). Zwei bis fünf Spieler ab neun Jahren machen sich auf, um gemeinsam zahlreiche spannende Abenteuer zu bestehen, etwa den Hinterhalt der Orks und den Angriff der Wargs. Held Bilbo wird von allen Spielern gleichermaßen vorwärts gebracht, gemeinsam muss der Drache Smaug bekämpft werden. Dennoch muss auch hier jeder seinen eigenen Wettkampf bestreiten und Klugheit, Mut und Stärke sowie Proviant für sich gewinnen, um die einzelnen Aufgaben zu bestehen und so seinen persönlichen Schatz – nebst Ring – anzuhäufen. Wer am Ende die meisten Edelsteine besitzt, hat gewonnen. Und ja, klar gibt’s auch zur zweiten Folge der Trilogie ein neues Spiel mit dem Untertitel »Smaugs Einöde«. • (eva) Kingdom Builder. Auch hier geht’s wieder um Gold und Macht, und auch hier ist Strategie gefragt: »Kingdom Builder« von Donald X. Vaccarino (Queen Games, ca 19,99 €) war Spiel des Jahres 2012.

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Zwei bis vier Spieler (mit der Erweiterung »Nomads« fünf Spieler«, ab acht Jahren) müssen Siedlungen bauen, die bestimmten Ansprüchen, welche durch ausgewählte Karten bestimmt werden, genügen. Landschaften und Karten wechseln mit jedem neuen Spiel. Mehr Varianten gibt’s mit den Erweiterungen – nach »Nomads« ganz neu »Crossroads« mit Landschaften, Kriegern, Schiffen und mehr. So wird’s nie langweilig! • (eva) Ubongo. »Ubongo« Grzegorz Rejchtman verlangt vom Spieler räumliches Denken, Schnelligkeit und strategisches Denken. Beim Ursprungsspiel (Kosmos, 32,99 €) bekommt jeder eine Karte mit einer Art Schablone, welche sich wiederum aus verschieden farbigen und geformten Kärtchen wie ein Puzzle zusammensetzen lässt. Welche Formen genommen werden müssen, entscheidet der Würfel, wer Sieger im Kleinen ist, die Sanduhr. Der Sieger darf auf einem zweiten Spielbrett, das von allen Spielern genutzt wird und mit verschieden farbigen, wild durcheinander gewürfelten Edelsteinen (die sind sehr beliebt bei Kosmos) belegt ist, zuerst wählen, welche Edelsteine er sich in die Tasche stecken darf. Wer am Schluss die meisten von der gleichen Farbe besitzt, hat gewonnen. »Ubongo« gibt’s in zahlreichen Varianten – etwa als Mitbringspiel oder in 3-D! • (eva)


Figuren aller Facetten Auftakt zur vierten Imaginale, dem internationalen Figurentheaterfestival. Seit 40 Jahren lebt sie auf einem Tisch. Nur dort ist sie lebensfähig. Doch die Puppe mit dem eigenwilligen Kopf fühlt sich zu Höherem berufen. Sie erzählt eine Geschichte biblischen Ausmaßes: die letzten zwölf Stunden in Moses Leben. Das britische Summit Theatre erhielt mit ihrem Figurentheaterstück »The Table« 2011 den ersten Preis des Fringe Festivals Edinburgh. Und am 6. Februar eröffnet es in Mannheim in der Alten Feuerwache die Imaginale 2014. Bis 16. des Monats findet die vierte Ausgabe des zweijährig ausgetragenen Internationalen Figurentheaterfestivals Baden-Württemberg statt. Dort existiert eine lange Tradition des Genres: An der Musikhochschule Stuttgart wurde 1983 die erste Ausbildungsstätte für Figurentheater in West-Europa eingerichtet. Die Imaginale ist das größte Festival seiner Art in Deutschland. Neben den drei Hauptveranstaltern, dem Stuttgarter FITZ! Zentrum für Figurentheater sowie der Alten Feuerwache Mannheim und dem Schnawwl - Theater für junges Publikum am Nationaltheater Mannheim, sind das Theater Heilbronn, das Eppinger Figurentheater, das Figuren Theater Phoenix in Schorndorf und die Junge Bühne Ludwigsburg als Partner beteiligt. Dort treten 22 Ensembles und Solisten aus neun europäischen Nationen auf, von Belgien über Frankreich, die Schweiz bis nach Russland. Sie präsentieren in 27 Inszenierungen und über 70 Vorstellungen alle Facetten des Figurentheaters. Das Spektrum reicht von Puppen- und Objekttheater über Bildertheater bis in die Grenzbereiche zu Tanz, Film und Bildender Kunst. Und das kommt an: die durchschnittliche Zuschauerauslastung der vergangenen Jahre lag bei 90 Prozent. • (pam) www.imaginale.net

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Region Seite 50 Kunstspaziergang in der Region Seite 53 Hinter den Bergen Seite 54 Hoch hinaus Seite 56 Dem Leben einen Sinn geben Seite 58 Mehr als nur Oberfl채che Seite 60 Zwischen Sampling, Slang und Slogans Seite 62 Tanz & Theater Seite 64 Botschaft ohne Zeigefinger


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Kunstspaziergang in der Region Real Estate als Fiktion. Die Preisträgerin des Internationalen WeldeKunstpreises für Fotografie 2013, Susa Templin, wird im Mannheimer »Zephyr« mit einer umfassender Ausstellung ihrer Arbeiten geehrt. Unter dem Titel »Real Estate« zeigt die Künstlerin mittels baulicher, installativer, fotografischer Elemente imaginäre und gesehene Bildgebäude. Vielschichtig erkundet sie dabei den musealen Raum durch Inszenierungen, die den Gedanken vom Gesamtkunstwerk wieder aufgreifen. Originell ist die Idee, eine Führung »auf den zweiten Blick« durchzuführen, der Schule machen sollte. Susanne Weiß, Chefin des Heidelberger Kunstvereins, näherte sich ungesehen – also unvorbereitet wie die Besucher – der scheinbar spontanen Raummodelle an. • (gb) Galerie Zephyr, Mannheim, bis 26.1.2014, zephyr-mannheim.com

Gewichtige Begegnung. In der Mannheimer Kunsthalle treffen Arbeiten von Otto Dix und Max Beckmann aufeinander – treffender Titel dieser Begegnung ist »Mythos Welt«. Den Besucher erwarten ungeahnte Bezüge dieser zwei wichtigsten figurativen Malern ihrer Zeit, deren Werk bereits 1925 im Rahmen der Neuen Sachlichkeit in Mannheim aufeinandertraf. • (gb) Kunsthalle Mannheim, bis 23.3.2014, www.kunsthalle-mannheim.de

Und es bewegt sich doch. Die Sammlung Ritter erweitert ihre formbetonte Ausstellungsserie um eine Ausstellung von Arbeiten der italienischen Künstlerin Grazi Varisco, die in den 1960er


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Jahren in der Mailänder Gruppe »T« aktiv war und die Kunst fortschrittstauglich machen wollte. Dazu erschafft die Künstlerin Objekte, Materialbilder und kinetische Arbeiten. Verwendung finden dabei Industrieglas, Metall, Alu, Leuchtstoffröhren und allerhand traditionelle Bildtäger wie Papier oder Holz. Die Avantgardekunst der 1960er Jahre schart sich um Opart, Kinetik und Lichtkunst, die parallel zu Varisco präsentiert werden – es fällt im Vergleich auf, dass sie eine singuläre Rolle spielt, die hierzulande vielleicht erst mit dieser Ausstellung ersichtlich wird. Immerhin stehen rund 40 Arbeiten im Blickfeld des Betrachters. • (gb) Musum Ritter, Waldenbuch, bis 27.4.2014, www.museum-ritter.de

Mendler und Mandernach in Leonberg. Das Werk Hans Medlers changiert zwischen kettensägentraktierten Holzfiguren und zeichenhaften Buntbildern, die für Kontraste sorgen. Im Januar wird Jörg Mandernach der Hannes-BurgdorfPreis für zeitgenössische bildende Kunst überreicht. Der im Dreijahresrhythmus geplante Preis wir erstmals vergeben und ist mit 10000 Euro dotiert. Der Vorgabe nach richtet sich der Preis an Künstler um die 40/50 Jahre (gerade noch geschafft!), deren Werk tendenziell gegenstandsfrei

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sein sollte. Im Fall von Mandernach war es weniger die abstrakte Position als die Experimentierfreudigkeit bei der Mischung der Materialien. • (gb) Galerieverein Leonberg e.V., Mendler bis 5.1.2014, Mandernach ab 19.1.2014, www.leonberg.de

Rückkehr des Löwenmenschen. Der sogenannte Löwenmensch hat Weltruhm erlangt: mit seinen 35000 bis 40000 Jahren auf dem Buckel gilt er als eines der ältesten Kunstwerke überhaupt. Kein Wunder, dass die Welt neidisch auf Ulm blickte, wo das Elfenbeinfigürchen seine Heimat gefunden hat, und Kopien in Fülle herstellte, um zumindest einen schwachen Abglanz zu haben. Nachdem der Löwenmensch in mühsamer Arbeit ergänzt und um zahlreiche Splitter ergänzt wurde, steht der Globus Kopf: Das ästhetische Kleinod steht wieder alleine da –die Kopisten müssen neu ans Werk, denn das Tiermenschlein hat kräftig an Substanz zugelegt. Wer also die neue alte Skulptur sehen will, wie sie rundumerneuert aussieht, kommt um den Weg nach Ulm nicht herum. • (gb) Ulmer Museum, bis 9.6.2014, www.ulm.de

Poetische Leidenschaft. Jean-Honoré Fragonard ging in die Kunstgeschichte ein als frivoler Leichtfuß unter den Malern und Zeichnern – der Nachname allein genügte genannt zu werden, um kühne Bilder locker schaukelnder Mädchen in Gedanken durchzuexerzieren. Die Kunsthalle Karlsruhe legt bei der großen Vorstellung des Franzosen nun den Poeten frei, der von der Leidenschaft im Duktus der Zeichenmittel oftmals verdeckt wurde. So hat der Maler die berechtigte Chance, in Deutschland den Stellenwert für seine Zeit zu erlangen, den er in seinem Heimatland selbstverständlich längst hat. • (gb) Kunsthalle Karlsruhe, bis 23.2.2014. www.kunsthalle-karlsruhe.de


Hinter den Bergen Alpenfotografie jenseits der Ansichtskarte in der Galerie Stihl. Im Sonntagsstaat klettern sie einen steilen Felsweg empor, als ob es keinerlei Anstrengung erfordere. Aus dem Jahr 1907 stammt die Fotografie der Gebrüder Wehrli, die Ausflügler auf den Säntis in Anzug und langem Kleid dokumentiert. Zu sehen ist die historische Aufnahme in der Galerie Stihl Waiblingen. »Jenseits der Ansichtskarte« ist die Ausstellung von 120 Exponaten übertitelt, die sich mit den Alpen in der Fotografie beschäftigt. Das Spektrum der Werken beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und führt zur aktuellen Fotokunst, wobei der Fokus auf der zeitgenössischen künstlerischen Fotografie liegt. Während Balthasar Burkhard mit seinen Aufsichten auf schneebedeckte Gipfel die Erhabenheit der Bergwelt festhält und Edgar Mall deren mystische Formen in seinen »Snowscapes«, zeigt Lois Hechenblaikner mittels Schneekanonen wie unromantisch es »Hinter den Bergen« aussieht. Auch in Berthold Steinhilbers Serie »Passbilder« wird die Zerschneidung, Vermarktung und Zerstörung dieses einzigartigen Landschaftsraums deutlich: Straßen kreuzen um ein hoch gelegenes Gebäude. Im Vergleich dazu erzählt aus Andreas Gurskys flussartiger »Aletschgletscher«, das farblich Johann Anton Kochs erhabene Landschaften der Romantik gemahnt, geradezu von Ewigkeit – obschon auch dieser schon als Folge der Erderwärmung an Größe eingebüßt hat. Dem Klischee der Alpen ist indes Thomas Wrede in seiner inszenierten »Gebirgslandschaft mit Kissen und Stehlampe« auf der Spur, das aus seiner Serie »Domestic Landscapes«stammt. Insbesondere das Zusammenspiel dieser 44 gegenwärtigen Künstlerpositionen eröffnet den Besuchern irritierende, überraschende, aber vor allem neue Perspektiven auf die Bergwelt. • (pam) Bis 6.1.14, www.galerie-stihl.de

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Hoch hinaus Der Turm und urbane Giganten in der Skulptur. Heilbronn ist derzeit im Höhenrausch – zumindest was die zeitgenössische Plastik angeht. Unter dem fast bedrohlichen Titel »Macht. Wahn. Vision« stellen die Kunsthalle Vogelmann und das Museum im Deutschhof den Turm als bildhauerisches Sujet in den Raum – durchaus füllend. Die himmelstürmende Schau nimmt gedanklich Maß an den Türmen dieser Welt: von San Gimignano über den Eiffelturm und das derzeit höchste Gebäude der Welt in Dubai bis hin zu den zerstörten Twin Towers in New York. Nun müssen die Bildhauer demgegenüber kleinere Brötchen backen, aber es ist doch erstaunlich, wie gut es sich an dem Thema austoben lässt. Zum einen machen sich die Bildhauer an den baulichen großen Brüdern zu schaffen – als Modell, gewitzter Gegenentwurf oder als Karikatur: Ob nun der schiefe Turm von Pisa oder der Kölner Dom, auch in klein zeigen die Inkunabeln der Weltarchitektur Größe. Und die darf auch kritisch überspitzt sein – wenn etwa aus nach oben gedrehten Tischbeinen die Geschlechtertürme im toskanischen San Gimignano heraufbeschworen wird, oder der Fernsehturm von Berlin schlaff an der Wäscheleine hängt. Zum anderen machen es die Bildhauer ihren Architektenkollegen gleich und


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entwerfen Türme oder turmhohe Bauten, die im Extremfall auch mal bewohnbar sind. Wo liegen die Grenzen? Sowohl in der physikalischen Größe als auch im Ansinnen von Machtdemonstration, höhenrauschgierigem Größenwahl und monumentaler Vision stehen sich geformte Wirklichkeit und gebaute Phantasie gegenüber. Denn am jenseitigen Firmament zeichnet sich zwangsweise die fiktive Hybris im Turmbau zu Babel ab. Diesseits zeigt etwa eine Arbeit wie »Nothing stops a New Yorker«, dass eine gefeierte Skyline plötzlich in ein panisches Horrorszenario von 09/11 münden kann. 70 Arbeiten von rund 50 Künstlern nähern sich dem Thema Turm in der Plastik bzw. Bildhauerei als Turm an. Präsentiert werden Werke von Doumbouya Aboudramane, Claus Bury, James Lee Byars, Abraham David Christian, Tony Cragg, Stephen Craig, Malachi Farrell, Romuald Hazoumé, Albert Hien, Leiko Ikemura, Tadashi Kawamata, Per Kirkeby, Wasa Marjanov, Werner Pokorny, Bettina Pousttchi, Peter Sauerer, Jo Schöpfer, Roman Signer, Giuseppe Spagnulo, Annette Streyl, Timm Ulrichs, Thomas Virnich, Erwin Wurm und Yin Xiuzhen u.a. • (ad) Städtische Museen Heilbronn, bis 13.2.2014, www.museen-heilbronn.de

Neue e! Stück

Die freien Tanz- und Theaterschaffenden Stuttgarts präsentieren ihre Produktionen unter:

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Dem Leben einen Sinn geben In Carmen Würths Hotel-Restaurant Anne-Sophie arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen erfolgreich zusammen. Inmitten eines mit Stuck umrandenden Lichtkreises erstrahlt ein Kronleuchter, der spektralfarbige Lichter an die Decke zaubert. Darunter kontrastieren auberginefarbene Sitzbänke mit honigfarbenen Holzpaneelen, weiß eingedeckten Tischen und großen, goldumrahmten Porträts. Carmen Würth selbst hat die Gemälde für das klassisch, aber heimelig gestaltete Restaurant »handikap« ausgesucht, das vor zehn Monaten in Künzelsau eröffnete. Es ist der Erweiterungsbau des Hotel-Restaurants Anne-Sophie, das es bereits seit März 2003 gibt. Das Konzept: Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten dort Hand in Hand. Rund ein Drittel der 50 Mitarbeiter hat ein Handicap, sie sind in den Abteilungen Küche, Service, Housekeeping, aber auch in der Haustechnik beschäftigt – von Fachangestellten an die Hand genommen und angeleitet. Mit dem neuen Gebäude verfügt das Hotel-Restaurant Anne-Sophie nun über insgesamt über 49 Gästezimmer samt allen Annehmlichkeiten zeitgemäßer Hotelerie wie Wellness oder die Konferenzräume »GedankenGut« und »QuerDenker«. Eine Besonderheit ist das »lindele«, ein Laden, in dem das Hotel-Restaurant Anne-Sophie Produkte verkauft, die von körperlich und geistig behinderten oder sozial benachteiligten Menschen hergestellt werden. Das in Deutschland einzigartige Konzept des Anne-Sophie wurde denn auch zum ausgewählten Ort im »Land der Ideen« ausgezeichnet. Und seit 2012 findet sich das Hotel- Restaurant in den Gastronomie-Führern Gault Millau und Guide Michelin. Die Idee, Menschen mit Behinderung in die Arbeitsabläufe eines Gastro- und Dienstleistungsbetriebes einzulernen, entwickelte Carmen Würth mit der Beschützenden Werkstätte, einer karitativen Einrichtung in Heilbronn/Ingelfingen. Dabei fungiert das Hotel als Außenstelle der Werkstätten, neben der fachlichen ist


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auch die pädagogische Betreuung gewährleistet. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Kollegen aus der Beschützenden Werkstätte langfristig zu befähigen, eine Stelle auf dem freien Arbeitsmarkt anzutreten. Seit über 30 Jahren engagiert sich die Ehefrau des Schraubenunternehmers Reinhold Würth für Menschen mit Behinderungen. Sie will Verständnis für deren Bedürfnisse bei nicht betroffenen Menschen wecken und vor allem Barrieren im täglichen Umgang miteinander abzubauen. »Immer mehr Menschen sprechen von Inklusion. Doch hier gibt es noch viel zu tun«, sagt sie. »Es geht darum, dem Leben von Menschen mit Handicaps einen Sinn zu geben. Und das geschieht am besten dadurch, dass sie selbst im Alltag erleben: Ich tue etwas für andere Menschen.« Sie spricht aus Erfahrung: auch ihr Sohn hat eine Behinderung, als Folge eines Impfschadens. Heute wohnt er in einem Ort, wo vorbildlich Behinderte und Nicht-Behinderte zusammenleben. »Ein wunderbares Konzept«, beschreibt Carmen Würth. Sie habe zahlreiche Eltern mit ähnlichem Schicksal kennengelernt und sich viele Jahre überlegt, welches Projekt im Hohenlohischen verwirklicht werden könne, das Menschen mit und ohne Behinderung etwas bringe. Sie betont denn auch, dass der Ursprung des Hauses Anne-Sophie weniger im Kopf sondern vor allem aus dem Herzen geboren sei. »Die Menschen sind nur mit Herzenskräften zu erreichen.« Denn durch ihr Schicksal habe sie wunderbare Begegnungen gehabt – mit Menschen, die Menschen geblieben seien. • (pam)

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Mehr als nur Oberfläche Das Sammlerpaar Alison und Peter W. Klein schreiben in ihrem Museum »Kunstwerk« kulturelle Bildung groß. Der Eingangsbereich schiebt sich schräg in die hohe Glasfront, der ebenfalls gläserne Dachfirst dockt etwas diagonal an. Wer vor dem Kunstwerk steht, jenem Museum in Eberdingen-Nussdorf, das Alison und Peter W. Klein 2007 für ihre Sammlung von Architekt Folker Rockel ökologisch-nachhaltig errichten ließen, der wird mit leicht verschobenen Perspektiven konfrontiert. Auch im Inneren ergeben sich so ungewöhnliche Aus- und Durchblicke. Gucklöcher, offene industriell anmutende Konstruktionen und Aufgänge, schaffen allerlei Blickachsen. »Als wir die Firma verkauften und das Museum bauen ließen, ging es neben einem Ort für unsere in 30 Jahren gesammelte Kunst auch darum, der Bevölkerung hier etwas zurück geben: Kunstbetrachtung und -vermittlung direkt vor der Haustüre«, so Klein. Er schmunzelt: »Ohne Schwellenangst und Gehabe.« Bis heute können die Mitarbeiter seines einstigen Unternehmens Bilder aus dem Depot für ihre Büros ausleihen. Und auch das Museum wird besucht. Ob Führungen oder Workshops, die Angebote für Schulklassen brummen. »Bilder und Skulpturen können viel bewirken«, sagt Alison Klein. Die Amerikanerin ist überzeugt: Kinder merkten, dass mehr dahinter stecke als eine Oberfläche. »Es wird Kreativität geweckt, im besten Falle kommen sie dadurch selbst ins Tun.« Ihr Mann betont, dass die Kunst vor vielen Jahren seine ganze Denkweise über Haufen geworfen habe. Anfangs habe er keine Fotografie gesammelt. Das änderte sich, als er in New York Werke von Shirin Neshat sah. »Meine Frau hat gleich die Qualität gesehen, wir lieben die sozial-politische Aussage«, so Klein. Mittlerweile vergibt die Alison und Peter Klein Stiftung gar einen Preis zur Förderung junger Fotokünstler. »Kunst macht tolerant und offener, das will ich an den Nachwuchs weitergeben.« Das begann er schon einst mit seinen Azubis. Der Nussdorfer erinnert sich, wie Lehrlinge begannen durch die Bilder des Chefs selbst zu malen, um die Wahrnehmung zu erforschen. Heute befinden sich in der Sammlung rund 1800 Werke von 750 Künstlern, junge wie etablierte Positionen, darunter Anselm Kiefer, Markus Oehlen, Tracey Moffatt, Les Levine, Rosemary Laing und viele mehr. Sammelschwerpunkte sind Malerei, Arbeiten auf Papier und Fotografie, bevorzugt figürliche Darstellungen. Ein Fo-


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kus liegt auf Werken und dot-paintings zeitgenössischer Aboriginekünstler. »Wir lassen uns nicht von Trends oder dem Markt leiten, wir kaufen Kunstwerke, die uns berühren, denn das ist es, was Kunst tun sollte«, so Alison Klein. »Einmal ließ uns ein Bild von Max Neumann ein Jahr nicht los, dann haben wir es geholt.« Im Kunstwerk wird die Sammlung unter verschiedenen Vorzeichen präsentiert. »Hängung« heißen diese Ausstellungen, die das Ehepaar mit der Sammlungsleiterin Valeria Waibel kuratiert. Die aktuelle Hängung #10 handelt von Aspekten des »Ankommen« mit eingefügter Sonderschau ...und deine alten Bäume rauschen mir vergang‘ne Tage zu«. Am 26. Januar startet die elfte Ausstellung »Konstruktives Widersprechen« – mit Werke und Werkgruppen unter anderem von Ivan Chuikov, Franziska Holstein, Carolin Jörg, Tobias Lehner und Chris Succo. Diese, so Waibel, seien scheinbar widersprüchlich und gegensätzlich, und bauten so produktive Spannungsfelder auf. »Sie reflektieren den künstlerischen Prozess als permanenten Wechsel von Rede und Gegenrede, als fortschreitende Setzung und Korrektur, als Fluss einer Auseinandersetzung, die aus dem Neben- und Nacheinander disparater Äußerungen immer wieder neue Impulse schöpft.« • (pam) www.sammlung-klein.de

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Zwischen Sampling, Slang und Slogans Villa Merkel zeigt zwei Ausstellung zur Macht der Bilder. »getting fooled, right? and the sales staff run.« Die Frage des androgyn anmutenden Wesens scheint eher rhetorischer Natur. Just, als ob es normal sei, von Verkäufern übers Ohr gehauen zu werden, die hernach abhauen. Und sie macht deutlich, womit sich der Künstler Stefan Panhaus in seinen Videos, Fotografien und Installationen beschäftigt: Seine Bildwelten bewegen sich zwischen Dokumentation und Künstlichkeit und verfolgen die Spur der vermeintlich Glück versprechenden Konsumwelt. Als Requisiten seiner fotografischen Stillleben oder mit Akribie ausgestatteten Videokulissen tauchen nicht nur Markenturnschuhe, Fitnessgeräte oder Müslimischungen auf, sondern auch maskenhafte Kunstfiguren. Potenzielle Konsumenten, die im Medienhype von Lifestyle, Selbstdarstellung und der scheinbar so essentiellen Optimierung des Ichs irgendwie den Faden verloren haben – zwischen Sampling, Slang und Slogans. Die opulenten Zeugnisse einer Zeit, in der die Mechanismen des Marketings regieren und alle Glück suchen, sind nun in der Villa Merkel Esslingen zu sehen. Für »Stefan Panhans – Schnee schnell Schnee du bleiches Reh« hat der Künstler Fotografien neu produziert sowie eigens ein Videosetting als skulpturale Installation realisiert. Wie Fotografien als soziale Setzungen funktionieren kommt im Obergeschoss der Villa zur Sprache: In der auf ein Projekt der Universität Konstanz basierenden Schau »Wozu Bilder? Gebrauchsweisen der Fotografie« sind Albuminabzüge, Photogravuren, Ferrotypien, handkolorierte Aufnahmen oder Woodburytypien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu sehen, die Alltägliches, Tierzucht, Industrialisierung, Forschung oder Exotisches zeigen. Museumsleiter Andreas Baur geht es dabei um einen neuen Blick auf die Geschichte der Fotografie, der eng mit den Verben, die Bilder beschreiben, verbunden ist. Fotografien können erregen, gedenken, identifizieren, verzaubern, erkunden, dokumentieren … Verben dienen daher auch als Rubriken der Ausstellungschoreografie und machen deutlich, wie ein scheinbar objektives Medium durch Technik und Perspektive Unmögliches möglich erscheinen lassen kann. • (pam) 15.12.13 bis 16.2.14, www.villa-merkel.de


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Tanz & Theater Der Name ist Programm. Spellbound bedeutet »verzaubert« oder »fasziniert«, »contemporary« meint zeitgenössisch. Und die römischen Kompanie Spellbound Contemporary Ballet steht für beides. Wie etwa Choreograf und künstlerischer Leiter Mauro Astolfi die »Vier Jahreszeiten« von Antonio Vivaldi in seinem Stück »Le quattro stagioni« interpretiert und mit Gegenwartskompositionen verbindet, das ist überraschend und zeugt von experimentellem Sinn. Nicht das Werden und Vergehen der Natur will Astolfi simplizistisch auslegen. Ihm geht es um die Jahreszeiten der Seele, dem Erstarken, Erlahmen und Wiederkehr der Kräfte. Und so lässt er seine Tänzer in einem Raum, der mittels Projektionen und einem beweglichen Kubus sich stetig wandelt, ihre Emotionen und Impulse ausleben, als ginge es um ihr Leben. Live ist das nun im Forum am Schlosspark Ludwigsburg anzuschauen: Das Spellbound Contemporary Ballet ist am 18. Januar zu Gast. Und mit Italien, zumindest auf tänzerischem Gebiet, geht es denn auch im Forum weiter: Dessen wohl bekannteste zeitgenössische Truppe, das 1979 als erste unabhängige, nicht an ein Opernhaus gebundene Tanzkompanie Italiens gegründete Aterballetto, macht auf seiner Tournee durch die Republik Halt in der Barockstadt. Neben »Les Noces« und »Intermezzo«, zwei Werke ihres einstigen künstlerischen Leiters Mauro Bigonzetti, haben die Tänzer auch ein brandneues Stück von Eugenio Scigliano im Gepäck: »Don Quijote« hat am 13. Februar in Ludwigsburg DeutschlandPremiere. Für den neuen Stern unter Italiens Tanzschaffenden ist Cervantes Antiheld der ultimative Non-Konformist. Vor allem die Spannung zwischen Fantasie und Realität interessiert Scigliano, eine Dichotomie, die sich als roter Faden durch seine Choreografie zieht. Daher wechseln sich auch in der Musik klassisch spanische Weisen mit den massiven experimentellen Klängen von Kimmo Pohjonen ab. Scigliano hat dazu eine Traumlandschaft geschaffen, in der sämtliche 18 Tänzerinnen und Tänzer individuelle Rollen ausfüllen. Und im Forum ist ein weiteres Tanzschmankerl zu erleben, und zwar eines aus New York. Am 25. Februar gibt die José Limón Dance Company eines ihrer raren Gastspiele in Deutschland. Ihr Gründer, der Mexikaner José Limón, war stilbildend, seine Stücke prägten durch ihre Dramatik und Strenge eines konturierten Bewegungskosmos die Werke zahlreicher Tanzschaffenden. Er zog als einer der wichtigsten Vertreter des Modern Dance Schüler wie


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etwa Tanztheaterikone Pina Bausch an. Heute finden sich Limóns Choreografien in den Repertoires vieler Kompanien. Seit 1978 wird seine Kompanie von Carla Maxwell geleitet. Sie arbeitet bis zu Limóns Tod im Jahr 1972 eng mit dem Tanzpionier zusammen. In Ludwigsburg sind denn zwei Stücke Limóns, »Chaconne« und »Psalm«, zu sehen, aber auch aktuelle Kreationen wie Maxwells »Etude« sowie »Come with me« des gefragten brasilianischen Tanzschaffenden Rodrigo Pederneiras • (pam) forum.ludwigsburg.de

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Botschaft ohne Zeigefinger Katajun Peer-Diamond arbeitet am Tiroler Landestheater als Librettistin für Ballett. Mit Schülerinnen und Schülern der New York City Dance School inszenierte sie Charles Dickens Weihnachtsgeschichte im Forum Ludwigsburg. Wie ist es, mit Kindern zu arbeiten? Es ist wunderbar mit Profis zu arbeiten, aber es ist rigider. Mit Kindern und Jugendlichen etwas zu inszenieren, hat seinen eigenen Reiz. Sie gehen frisch an alles heran, überraschen mit Talent und Ideen. Das ist sehr inspirierend. Jeder spricht von kultureller Bildung – sehen Sie Veränderungen bei Kindern und Jugendlichen im Laufe der Inszenierung? Definitiv! Es ist erstaunlich, wie Tanz und Theater die Entwicklung einer Persönlichkeit positiv beeinflussen, das Selbstbewusstsein stärken. In dieser schnelllebigen Zeit müssen wir Kinder und Jugendliche, etwa über Schulprojekte, die Chance geben, sich spielerisch ausprobieren zu können. Nur so können sie ihre Fähigkeiten und Interessen entdecken. Wie herausfordernd war es, Charles Dickens »A Christmas Carol« in Tanz umzusetzen? Dickens Weihnachtsgeschichte ist eines meiner Lieblingswerke. Der Autor geht kritisch – auf den ersten Blick – märchenhafte Themen an. Die Hauptfigur Ebenezer Scrooge trifft ja auf Geister. Darum schlug ich das Stück NYCDS-Leiterin Sabine Lynch vor: nicht, weil es kindertauglich ist – eigentlich ist es ja auch ziemlich gruselig. Nein, ich wollte wissen, wie geht man mit so einer moralischen Botschaft um, ohne dass man dauernd den moralischen Zeigefinger hebt. Hier helfen Musik und die vielen Tanzstile, von Ballett über Modern bis HipHop und Urban. Um das Düstere zu brechen, habe ich einen zweiten Hauptdarsteller eingeführt, »Schafn«. Zudem sorgen Songs der 80er Jahre wie Ghostbuster oder Thriller für fröhliches Gruseln. • (pam)


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Kalender & Termine

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Termine ABTART Agnes Lörincz: Transfer / Der Blick zurück nach vorn – 10 Jahre Abtart / bis 24.1.14 / Rembrandtstr. 18 / abtart.com Akademie Schloss Solitude »architecture & … Sounds … Long Distances … Regional Development …« / bis 22.1.14 / Solitude 3 / akademie-solitude.de Akademie der Bildenden Künste / Am Weißenhof 1 / abk-stuttgart.de Amrei Heyne gallery Dezemberschau #4 / bis 21.12.13 / Olgastr. 138 / Katja FezerEifert, Heidi Sand, Rainer Berghausen / bis 6/14 / Sympra / Stafflenbergstrasse 32 / Uwe Ditz / Dr. Bolz Immobilien / Rosenbergstr. 16 / bis 21.2.14/s.a. / Weinstadt / amreiheyne.com

Galerie Bovistra Masculine, Fotografien Ralf Wehrle/Uwe Frank, Skulpturen Hubert Rieber / Ludwigstr. 66 / bovistra.com Galerie Dengler u. Dengler András Pinczehelyi: Hans-Christian Brix / bis 8.2.14 / Rosenbergstr. 102a/denglerunddengler.de Galerie Klaus Gerrit Friese Michael Wutz / bis 31.1.14 / Rotebühlstr. 87 / galeriefriese.de Galerie Thomas Fuchs Rainer Fetting, Bernd Kirschner, Tomas Nemec: Landscapes / bis 27.11.13 / Reinsburgstr. 68a / galeriefuchs.de Galerie Angelika Harthan Fernando X. Gonzalez, Malerei / bis 1.2.14 / Gerberstr. 5c / galerieharthan.de

Architektur-Galerie am Weißenhof Soziale Projekte – Fragen/Antworten / bis 16.2.14 / Am Weißenhof 30 / weissenhofgalerie.de

Galerie Reinhard Hauff Frank Julika Rudelius, Liaison / bis 31.1.14 / Paulinenstr. 47 / reinhardhauff.de

Bund Bildender Künstlerinnen Württemberg Rund: Jahresausstellung / 27.11. bis 22.12.13 / Eugenstr. 17 / bbkwuerttemberg.de

Galerie Henn Malerei, Skulptur, Grafik / bis 15.1.14 / Wilhelmsplatz 8 / henn-kunst.de

Deutsch-Amerikanisches Zentrum / James-F.-Byrnes-Institut Carola Dewor: »Snapshot Drawings«, Ghost Town oft he American West / 30.1. bis 9.5.14 / Charlottenplatz 17 / daz.org

Galerie Hollenbach Herbert Hamak: Grundlagenforschung / bis 17.1.14 / Ganghoferstr. 18 / galerie-hollenbach.de Galerie Keim Fein & Mein / bis 11.1.14 / Marktstr. 31 / galerie-keim.de

Galerie Saby Lazi Ida Kerkovius, Gertrud Tonne, Karl-Ulrich Nuss / bis 17.1.14 / f-75 Galerie für Architekturfotografie Europäischer Architekturfotografiepreis Bopserwaldstr. 61 / sabylazi.de / bis 21.12.13 / Christopher Domakis / ab Galerie Brigitte March Izima Kaoru, Ki14.1.14 / Filderstr. 75 / f-75.de muro Yohino wears Alexander McQueen / 10.1.14 / Helmut Dietz, Werke 2005Forum3 Julian Salamon: Fotografien 2013 / 19.1. bis 28.2.14 / Solitudestr. / 17.1. bis 6.3.14 / Gymnasiumstr. 21 / 254 / artfacts.net/brigmarch forum3.de Galerie Merkle 30 × 30 II / bis 18.1.14 / Hannes Steinert - 60 - Zeichnungen und Galerie Klaus Braun Arthur Aeschbacher Collagen / 25.1. bis 5.4.14 / Galerienhaus, Breitscheidstr. 48 / galerie-merkle.de zum Neunzigsten / bis 18.1.14 / Charlottenstr. 14 / galerie-klaus-braun.de Galerie AK 2 Lorenzstaffel 8 / galerie-ak2.de


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Galerie Molliné Daniel Man: Tales from Above / bis 18.1.14 / Galerienhaus, Breitscheidstr 48 / galerie-molline.de

Haus des Waldes StadtWaldWelt / ab 1.2.14 / wieder geöffnet / Königsträßle 74 / hausdeswaldes.de

Galerie Mueller-Roth hin und wieder Vollmond / bis 1.2.14 / Christophstr. 6 / galerie-mueller-roth.de

Haus der Katholischen Kirche Die anderen Künstler / bis 31.1.14 / Königstr. 7 / hdkk-stuttgart.de

Galerie Anja Rumig Ben Hübsch / bis Hospitalhof wegen Umbau in der Brenz1.2.14 / Markus F. Strieder – Plastiken kirche / Am Kochenhof 7 / hospitalhof.de und Tuschzeichnungen / 18.2. bis 29.3.14 ifa-Galerie Stuttgart Afro-Brasil, Port/ Ludwigstr. 73 / galerie-anjarumig.de rätfotografie Brasilien 1869/2013 / bis Galerie Schlichtenmaier Willi Baumeis5.1.14 / The Space between / 23.1. bis ter, Die andere Mitte / bis 11.1.11 / Kleiner 15.3.14 / Charlottenplatz 17 / ifa.de Schlossplatz 11 / schlichtenmaier.de Institut Français Infos auf Homepage / Galerie Michael Sturm Zeichnung 13: Rotebühlplatz 8 / institutfrancais.de Fernando García Correa, Danica Phelps Künstlerhaus Stuttgart Ich versteh nur und Dorothea Schulz / bis 15.2.14 / Nordbahnhof / bis 19.1.13 / Reuchlinstr. Christophstr.6 / galerie-sturm.de 4b / kuenstlerhaus.de Galerie Edith Wahlandt Rupprecht Geiger: Alles ist Licht / bis 14.12.13 / Hölder- Kunstbezirk Licht in dunkler Zeit / bis 15.12.13 / Flop Lefévre / ab 6.2.14 / linstr. 55 / edith-wahlandt-galerie.de Gustav-Siegle-Haus, Leonhardsplatz 28 Galerie Rainer Wehr Sebastian Tröger: / kunstbezirk-stuttgart.de Pathos Paradise / bis 7.2.14 / AlexandKunstmuseum Stuttgart Willi Baumeister erstr. 53 / galerie-rainer-wehr.de international / bis 2.3.14 / Frischzelle: Mona Galerie Valentien Farbe Farbe Farbe / bis Ardeleanu / bis 30.3.14 / Fritz Winter / 15.2.14 / Zuspiel, Kooperation mit KunstKleiner Schlossplatz 13 / kunstmuseumstiftung Baden-Württemberg / 27.2. bis stuttgart.de 22.3.14 Gellertstr. 6 / galerie-valentien.de Kunstraum Filderstraße Sabine Krusche Galerie Z Karin Brosa – Schichtwechsel / / 17.1. bis 23.2.14 / kunstraum34.de bis 31.12.13 / Im Kulturpark Berg, TeckKunststiftung Baden-Württemberg Lisa str. 66 / galeriez.net Mühleisen: Bermuda Dreieck / bis 18.1.14 Gedok e.V. Anke Westermann, Transitor / Gerokstr. 37 / kunststiftung.de / bis 19.12.13 / Hölderlinstr. 17 / gedokLandesmuseum Württemberg Im Glanz stuttgart.de der Zaren. Die Romanows, Württemberg Hauptbahnhof Stuttgart Kunstakademie- und Europa / bis 23.3.14 / Legendäre Studierende / Klett-Passage / bis 06.14 / MeisterWerke / seit 25.5.13 / Schillerabk-stuttgart.de, klett-passage.de platz / landesmuseum-stuttgart.de Hauptstaatsarchiv Siegel – mittelalterli- Linden-Museum Inkas. Könige der Anche Kleinodien / bis 31.1.14 / Konradden / bis 16.3.14 / Julius Euting / bis Adenauer-Str. 3 / landesarchiv-bw.de 11.1.15 / Hegelplatz 1 / lindenmuseum.de

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Literaturhaus Stuttgart K: KafKa in KomiKs / bis 7.2.14 / Breitscheidstr. 4 / literaturhaus-stuttgart.de

Staatsgalerie Stuttgart In neuem Glanz/ Alfred Flechtheim/Brueghel, Rubens, Ruisdal – Schätze der Hohenbuchau Collection / bis 23.2.14 / Konrad-Adenauer-Str. / staatsgalerie.de

Lotte. Land Of The Temporary Eternity Jan Erbelding und Max Grau / bis 20.12.13 / Willy-Brandt-Str. 18 / projektraum-lotte.de Stadtbücherei Stuttgart Where are we now? Videokunstinterventionen / bis Maier & Co. Fine Art André Cottavoz 15.3.14 / stuttgart.de/stadtbibliothek (1922 – 2012) Maître de la Nouvelle Figuration / bis 31.1.14 / Eberhardstrasse 6 Stadtmuseum Stuttgart Wilhelmspalais / barbizon.de / wilhelms-palais.de Muse-o Spielen und staunen: Modelleisenbahnen / bis 2.3.14 / Gablenberger Hauptstr. 130 / muse-o.de

Stuttgarter Kunstverein Infos auf Homepage / Filderstrasse 34 / stuttgarterkunstverein.de

Oberwelt e.V. Kilobase, Bukarest: œconomy - an already tumultuous landscape where phantasms cross / bis 30.12.13 / Elisabeth Smolarz: No worries – it’s going to be OK / 10. bis 27.1.14 / Reinsburgstr. 93 / oberwelt.de

Treffpunkt Rotebühlplatz Vhs Photogalerie: Focus of Attention, Europäischer Architekturfotografiepreis / bis 31.1.14 / Vhs Kunstgalerie: Maria Grazia Saccitelli: Haltung bewahren / Rotebühlgalerie: Medizinische Versorgung von Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten / Rotebühlplatz / vhs-stuttgart.de / vhsphotogalerie.de

Outerrim Phixe21, Graffiti / bis 24.1.14 / Bebelstr. 70 / outerrim-stuttgart.de Parotta Contemporary Art Blackout – Am Rande des Fotografischen / bis 18.1.14 / Benjamin Bronni, Mateusz Szczypinski / 24.1. bis 8.3.14 / Augustenstr. 87–89 / parrotta.de Schacher – Raum für Kunst Mark Thompson, Susanne Wegner – Winterbilder / bis 18.1.14 / Claudia Thorban, Peter Franck – Natürlich Künstlich / Projektraum: Johanna Jakowlev/Jenny Brosinski / 24.1. bis 1.3.14 / Galerienhaus, Breitscheidstr. 48 / galerie-schacher.de Design Center Concept Art Willi-Bleicher-Str. 19 / design-center.de Rathaus 100 Jahre VBKW / bis 18.12.13 / Lebendige Bilder / bis 2.1.14 / Marktplatz 1 / stuttgart.de Suedwestbank Hans-Christian Brix / Rotebühlstr. 125 / suedwestbank.de

Wechselraum 9 Ans 45 Concours 9 Projets Arbeiten in Frankreich und Luxemburg / bis 6.1.14 / Friedrichstr. 5 / wechselraum.de Württembergischer Kunstverein Der Ungeduld der Freiheit Gestalt zu geben / bis 12.1.14 / JAK-Hunting / bis 5.1.14 / Schlossplatz 2 / wkv-stuttgart.de Württembergische Landesbibliothek Haute Couture, 100 Jahre Einbandkunst / bis 22.3.14 / Konrad-Adenauer-Str. 8 / wlb-stuttgart.de Uno Art Space Oliver Mark: Außenseiter und Eingeweihter / bis 31.1.14 / Liststr. 27 / on-photography.com Zero Arts e.V. »Frei Liebe und Verkehr« Monika Ehret / ab 31.1.14 / Ostendstr. 16 / zeroarts.de zwischenKunst Konrad Schreyer: Darüberhinaus: Innenräume – Außenräume / bis 15.3.14 / Hohnerstr. 25 / zwischenkunst.net


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Albstadt Galerie der Stadt / Otto Dix: Dirnen, Weiber und Madonnen/Matthias Bitzer / bis 6.1.14 / Kirchengraben 11 / albstadt.de

Burgrieden-Rot Museum Villa Rot / Auf Schritt und Tritt - Schuhwerk in Kunst und Design / bis 16.2.14 / Burgrieden-Rot / villa-rot.de

Backnang Galerie der Stadt Backnang / Wagenhallen außer Haus / bis 16.2.14 / PetrusJacobi-Weg 1 Graphik-Kabinett / Wagenhallen außer Haus / bis 16.2.14 / Stiftshof 8 / galerieder-stadt-backnang.de

Donaueschingen Museum Biedermann / Dialog - Trialog #2 - Künstlerbund Baden-Württemberg im Museum Biedermann / Angela Flaig / bis 16.2.14 / museum-biedermann.de

Baden-Baden Museum Frieder / Burda Franz Gertsch: Geheimnis der Natur / bis 16.2.14 / Lichtentaler Allee 86 / museum-friederburda.de Staatliche Kunsthalle / Macht der Machtlosen / bis 9.2.14 / Lichtentaler Allee 8a / kunsthalle-baden-baden.de

Crailsheim Stadtmuseum / Biodiversität in Entenhausen – Tiere aus einer parallelen Welt / bis 2.2.14 / museum-crailsheim.de Eberdingen-Nussdorf Kunstwerk – Sammlung Klein / Ankommen / bis 5.1.14 / Konstruktives Widersprechen / 26.1. bis 9.6.14 / Siemensstr. 40 / sammlung-klein.de

Bietigheim-Bissingen Städtische Galerie / Fred Stelzig / Vom Tagebuch bis Weblog / bis 6.1.14 / Raw Materials: Vom Baumarkt ins Museum / 18.1. bis 30.3.14 / Hauptstr. 60–64 / galerie.bietigheim-bissingen.de

Esslingen Villa Merkel – Galerie der Stadt Esslingen / Wozu Bilder? Gebrauchsweisen der Fotografie/ Stefan Panhans / Schnee schnell Schnee Du bleiches Reh / bis 16.2.14 / Pulverwiesen 25 / villa-merkel.de

Böblingen Städtische Galerie / Contact Infos auf Homepage / Pfarrgasse 2 / boeblingen.de Galerie Schleuse / (in)habitanCITY Wohn(t)räume, Utopien, Urbanismus und der ganz normale Raumkonsum / Altes Amtsgericht, Schlossberg 11 / kunstvereinbb.de

Fellbach Galerie der Stadt / Infos auf Homepage / Marktplatz 1 / fellbach.de

Brackenheim Kunstverein Brackenheim / Infos auf Homepage / Flüchttorgebäude, Schleglergasse 13 / kunstverein-brackenheim.de

Grafenau Galerie Schlichtenmaier / Adolf Hölzel, Schloss Dätzingen / schlichtenmaier.de Hechingen Kunstverein / Jahresausstellung / bis 8.1.14 / Galerie Weißes Häusle, Zollernstr. 1 / kunstvereinhechingen.de

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Heidelberg Kunstverein / It’s only a state of mind, Gruppenschau / bis 2.2.14 / Hauptstr. 97 / hdkv.de Heilbronn Kunsthalle Vogelmann / Kunstverein / Macht. Wahn. Vision. Der Turm und urbane Giganten in der Skulptur / bis 23.2. 13 / Allee 28 / museen-heilbronn.de Museum im Deutschhof / Macht. Wahn. Vision / Deutschhofstr. 6 / museenheilbronn.de Hemmenhofen Museum Haus Dix / Dauerschau / kunstmuseum-stuttgart.de Karlsruhe ZKM / Sasha Waltz: Installationen Objekte Performances / bis 2.2.14 / Kata Legrady. Smart Pistols / bis 30.3.14 / Lorenzstr. 19 / zkm.de Kirchheim/Teck Städtische Galerie/Kornhaus / Frank Darius: Das Paradies ist hier / bis 19.1.14 / staedtische-galerie-kirchheim-teck.de Kornwestheim Museen der Stadt / Simona Deflorin Traum Gesichte / bis 6.4.14 / Stuttgarter Str. 93 / kornwestheim.de Kraichtal Ursula-Blickle-Stiftung / Drawingroom / bis 15.12.13 / Mühlweg 18 / ursula-blicklestiftung.de Künzelsau Hirschwirtscheuer Hermann / Farben Geschichten Poesien: Karl Hurm / bis 16.2.14 / kunst.wuerth.com Museum Würth / A.E.I.O.U. – Austrian Art in the Würth Collection / bis 30.3.14 / Reinhold-Würth-Str. 15 / kunst.wuerth.com

Leinfelden-Echterdingen Altes Rathaus Musberg / Infos auf Homepage / altes-rathaus-musberg.de Leonberg Galerieverein / Hans Mendler / bis 5.1.14 / Jörg Mandernach / 19.1. bis 2.3.14 / Zwerchstr. 27 / galerieverein-leonberg.de Ludwigsburg Galerie Gudrun Fuckner / Kleine Formate / bis 21.12.13 / Schaulager, Grönerstr. 34 / galerie-fuckner.de Mannheim Reiss-Engelhorn-Museen / Barockschloss / Die Wittelsbacher / bis 2.3.14 / wittelsbacher2013.de / rem-mannheim.de Marbach Literaturmuseum / Der ganze Prozess / bis 19.2.14 / August 1914. Literatur und Krieg / bis 30.3.14 / Schillerhöhe 8 / dla-marbach.de Neuhausen/Fildern Kunstverein / siehe Homepage / kvnneuhausen.wordpress.com Nürtingen Kunstverein / Daniela Brahm, Les Schliesser / bis 6.12.13 / Mühlstr.16 / Ecke Sigmaringerstr. / kunstvereinnuertingen.de Ostfildern Städtische Galerie / Klaus Illi - Sisyphosmaschine und andere Apparate / bis 21.1.14 / Christine Gläser / 2.2. bis 29.4.14 / Gerhard-Koch-Str. 1 / ostfildern.de Ravensburg Kunstmuseum / Egon Schiele: Der Anfang / bis 23.3.14 / kunstmuseumravensburg.de


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Reutlingen Kunstmuseum Spendhaus / Städtische Galerie / Friedemann Flöther / bis 26.1.14 / Wege zu Gabriele Münter und Käthe Kollwitz / bis 12.1.14 / Spendhausstr. 4 / reutlingen.de

Waiblingen Galerie Stihl / Jenseits der Ansichtskarte. Die Alpen in der Fotografie / bis 6.1.14 / Loriot / 25.1. bis 21.4.14 / Weingärtner Vorstadt 16 / galerie-stihlwaiblingen.de

Rottweil Forum Kunst / Rolf Gunter Dienst / bis 29.12.13 / forumkunstrottweil.de

Waldenbuch Museum Ritter / Licht. Kunst. Kinetik. Werke aus der Sammlung Marli HoppeRitter / Grazia Varisco – Mit rastlosem Blick / bis 27.4.14 / Alfred-Ritter-Str. 27 / museum-ritter.de

Schorndorf Galerien für Kunst & Technik / Kunstverein / bis 6.1.14 / Thomas Rissler, Holzschnitte / 13.1. bis 16.2.14 / Arnoldstr. 1 / galerien-kunst-technik.de Schwäbisch Hall Kunsthalle Würth / Menagerie – Tierschau aus der Sammlung Würth / bis 11.5.14 / Lange Str. 35 / kunst.wuerth.com Johanniterhalle / Hans Holbeins Schutzmantelmadonna / Im Weiler 1 / kunst-wuerth.de Sindelfingen Galerie der Stadt / Gegenklänge / bis 12.1.13 / Lützemuseum / galeriesindelfingen.de Schauwerk / Rotesque / bis 12.1.14 / Jacob Hashimoto / bis 7.9.14 / Incontri / bis 14.9.14 / Eschenbrünnlestr. 15/1 / schauwerk-sindelfingen.de Tübingen Kunsthalle / Sanierung bis Febr. 2014 / Philosophenweg 76 / kunsthalletuebingen.de Ulm Kunsthalle Weishaupt / Hans Peter Reuter. Der Weg ins Blau / bis 4.5.14 / Hans-und-Sophie-Scholl-Platz / kunsthalle-weishaupt.de

Weil der Stadt Kunstforum / Fliegen lernen – Klasse Zaumseil / bis 8.12.13 / HermannSchütz-Str. 14 / kunstforumweilderstadt.de Weinstadt-Endersbach Patricia Thoma / bis 31.12. / Steybe, Heerbergstr. 8 / amreiheyne.com Wendlingen Galerie der Stadt Wendlingen / Künstler der Region / bis 12.1.14 / Weberstr. 2 / galerie-wendlingen.de

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Kalender Fr, 6. Dezember Vernissage / Amrei Heyne Gallery / Olgastraße 138 / 19 Uhr / Dezemberschau #4 mit Alvar Beyer, Uwe Ditz, Timo Klos, Renate Liebel, Jürgen Pollak, Patricia Thoma, Peter Wehinger / Bis 21. Dezember 2013 / amreiheyne.com Vernissage / Kunstverein Gästezimmer / Vaihinger Str. 140 / 19 Uhr / Rolf Bier: »Ich kann euch die Schilder gerne höher hängen/Aurapunkt / Es spielt die Akademische Betriebskapelle – u.a. den Hit »Life without Art« (Texte: R. Bier) / bis 22. Dezember Rundgang auf der Linie West / 17–21 Uhr / Linie West ist eine Initiative der Stuttgarter Galerien Klaus Gerrit Friese, Reinhard Hauff, Parrotta Contemporary Art und des Künstlerhaus Stuttgart / liniewest.de Fr, 6. bis So, 8. Dezember Dekumo – Verkaufsplattform und Grüne Bühne / Ex-Mercedes Benz Niederlassung / Türlenstrasse 2 / Design, Kunst und Mode Stuttgart; Aktionsplattform für nachhaltige Produkte mit sozialem und ökologischem Mehrwert / Fr 14 – 22 Uhr, Sa & So 11 – 20 Uhr / dekumo.de Mo, 9. Dezember 20. BDA Wechselgespräch / Wechselraum / 19 Uhr / Behaglichkeit: Gefühlt oder gerechnet. Wann, wo und warum fühlt sich der Mensch wohl? / wechselraum.de Do, 12 Dezember »Die Aufführung« / Theater Rampe 20 Uhr / Das beim Stuttgarter Tanz- und Theaterpreis 2013 ausgezeichnete Künstlerduo Herbert/Mohren gibt einen Mix aus Theater, Kongress und Konzert mit begehbarer Kulisse auf mehreren Bühnen zeigen / theaterrampe.de Fr, 13. Dezember Schauspiel in englischer Sprache / Wilhelma Theater / 16 und 20 Uhr / Charles Dickens: A Christmas Carol – The American Drama Group

Katalogvorstellung / Galerie Molliné im Galerienhaus / 20 Uhr / Daniel Man: »Tales from above« / Mit Klangperformance von Sebastian Giussani, Snacks und Getränke im Anschluss. Der Künstler ist anwesend. Musical-Premiere / Altes Schauspielhaus / 20 Uhr / Jan Ammann spielt King Marchan in Blake Edwards Geschlechterverwirrungskomödie »Victor/Victoria« / Bis 1.2.14 / schauspielbuehnen.de Sa, 14. Dezember Premiere / Schauspielhaus / 19.30 Uhr / Bastian Kraft inszeniert Arthur Schnitzlers »Reigen« zur unerbittlichen Mechanik des Beischlafs / Schauspielstuttgart.de So, 15. Dezember Tanzpremiere / Theaterhaus / 19.30 Uhr / Zum vierten Mal haben die Tänzer von Gauthier Dance die Chance ergriffen, selbst ein Stück zu kreieren und zu überraschen. »Out of the Box IV« ist bis ins neue Jahr hinein zu sehen / theaterhaus.de Di, 17. Dezember Musiktheater / Opernhaus / 19.30 Uhr / Zum letzten Mal in dieser Spielzeit geht Rossinis »La Cenerentola« über die Bühne / oper-stuttgart.de Tanztheater / Theaterhaus / 20.15 Uhr / Ein leerer Raum, in dem das Licht nie erlischt: Eva Baumann ließ sich zu »in camera« von Jean-Paul Sartres »Geschlossene Gesellschaft« inspirieren. Kunstgespräch für Senioren / Kunstmuseum / 15 Uhr / Afrikanische Legenden – mit Texten von Willi Baumeister und Nelson Mandela / kunstmuseum-stuttgart.de Mi, 18. Dezember Vernissage / Galerie B, Stadtbibliothek Stuttgart / 19 Uhr / »Where are we now?« Videokunstinterventionen für eine neue Welt von Stefan Möckel, Max Hattler und Benny Nemerofsky Ramsay / Warm-Up für den Filmwinter / bis 15. März 2014 / filmwinter.de


SuR 31_12|01|02_ 2013|14_Brot & Spiele Tanztheater / Rampe / 20 Uhr / Christine Chu beschäftigt sich in ihrem performativen Stück »Darf ich bitten? Der Tod, die Zeit und alles andere« mit dem größten Geheimnis des Daseins. Zum Tod hat sie Menschen verschiedenen Alters befragt. Uraufführung / Nord / 20 Uhr / »Fahrerflucht/Fluchtfahrer«, Autor Philipp Löhle hat Alfred Andersch Hörspiel zum Theaterstück gemacht, Regie führt Dominic Friedel. Ballett / Opernhaus / 19 Uhr / »Fort// Schritt//Macher« vereint drei grandiose Choreografen: Hans van Manen, William Forsythe und Marco Goecke, dem mit »On Velvet« ein außergewöhnliches Stück gelungen ist / stuttgarterballett.de Animationsfilme / Altes Amtsgericht Böblingen / 19 Uhr / Der Böblinger Kunstverein zeigt einen Filmabend mit dem Internationalen Trickfilmfestival Do, 19. Dezember Uraufführung / Opernhaus / 18 Uhr / Der Komponist Richard Ayres hat im Auftrag der Oper Stuttgart und der Komischen Oper Berlin »Peter Pan«, James M. Barries Geschichte des Jungen, der nicht erwachsen werden wollte, vertont / Für Kinder ab 8 Jahren. Ballett / Schauspielhaus / 19 Uhr / »Made in Germany« zeigt Choreografiekunst aus Stuttgart. Konzert / Akademie Schloss Solitude / 20 Uhr / »Architecture & … Sounds« mit ensemble]h[iatus und Werken von Peter Jakober (Stipendiat 2011 – 13) und Jennifer Walshe (Stipendiatin 2003 - 05) / akademie-solitude.de Vortrag / Staatsgalerie / 19.30 Uhr / Nils Büttner, Professor der Akademie der Bildenden Künster, spricht über 'Landschaft als Kunst bei Brueghel, Rubens und Ruisdael' / staatsgalerie.de Solo mit sechs Musikern / Theaterhaus / 20.15 Uhr / Walter Sittler spielt Erich Kästner »Als ich ein kleiner Junge war«.

Fr, 20. Dezember Konzert / Liederhalle / Beethovensaal / 19 Uhr / Sakral Modern II / Vokalsolisten, Gächinger Kantorei und Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR / Leitung: Stéphane Denève Sa, 21. Dezember Adventstee / Schacher – Raum für Kunst / 14 Uhr / Galeriejahr-Abschluss und Geburtstagsparty / Schacher – Raum für Kunst / 19Uhr Räubergeschichte / Wilhelma Theater / 20 Uhr / Theater Lindenhof: »Der Sonnenwirtle« von Franz Xaver Ott, nach dem Theaterstück von Martin Schlecker So, 22. Dezember Bühne / Stuttgarter Poetry Slam / Keller Klub / Rotebühlplatz 4 / 20 Uhr Figurentheater / FITZ! Stuttgart / 15 Uhr Das Ensemble Materialtheater zeigt »Das Mädchen im Löwenkäfig« / fitzstuttgart.de Mo , 23. Dezember Fortsetzung von Erich Kästners Lebensgeschichte / Theaterhaus / 20 Uhr / Walter Sittler spielt »Prost, Onkel Erich! Oder vom Kleinmaleins des Seins.« Di, 24. Dezember Weihnachtsparty / Heilig Abend feiern im Schlesinger!!! / Einlass: 21.00 Uhr / mit DJ Super Jörgi Mi, 25. Dezember Christmas-Show / Wilhelma Theater / 19 Uhr / »Roll Agents – The Elvis Xperience« Do, 26. Dezember Konzert / Wilhelma Theater / 17 Uhr / »Spirituals, Lyricals, Classicals«: George Bailey, David Whitley Ballett / Opernhaus / 19 Uhr / John Crankos Umsetzung von William Shakespeares »Der Widerspenstigen Zähmung« ist immer sehenswert.

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76 Sa, 28. Dezember Bühnenglosse / Wilhelma Theater / 16 und 20 Uhr / »Gottes schönste Gabe«: Ulrich Kienzle und die Frotzler Disco / Rosenau Tanznacht / Rosenau / ab 19.30 Uhr / »Back in Paradise« mit DJ Hafenrand Familienführung/Workshop Stuttgarter Ballett / 14.00, 15.30, 17.00 Uhr / So bleiben die Kinder in den Ferien bei Laune. Theater und Tanz / Rampe / 16 Uhr / Das Ensemble post theater ist im Bunde mit diskodanny.com, alias Pole Dancer Daniel Kok und zeigt die Multi-Media- Performance »Space Monkeys«: Performance über die Community, von der Community und für die Community. Aber … welche Community überhaupt? / Teil des Warm-Ups zum Filmwinter 2014. Führung / Kunstmuseum / 15 Uhr / 360°: Die Rückkehr der Sammlung Mo, 30. Dezember Figurentheater / FITZ! Stuttgart / 18 Uhr / Anne-Kathrin Klatt gibt »Die wilden Schwäne« / ab 10 Jahren. Di, 31. Dezember Silvester-Party / Jazzclub Bix / 22 Uhr / Schaumweine aus dem Breisgau und der Champagne warten auf Anstoßer, wir tanzen zu von hochkarätigen DJ's liebevoll selektierter Musik, gediegene Garderobe ist gern gesehen … Schellack-Platten auf Grammophonen, Vinyl auf 1210er-Turntables / Tickets über www.bix-stuttgart.de/ karten oder an der Abendkasse / Di – Sa ab 18 Uhr / Begrüßungs-Sekt und spätem, hausgemachtem BIX-Currywurst-Eintopf / bix-stuttgart.de Oper / Opernhaus / 18 Uhr / Giuseppe Verdis trinkfreudiger »Falstaff« stimmt auf den Jahreswechsel ein. Mi, 1. Januar Neujahrskonzert des Staatsorchesters Stuttgart / Opernhaus / 17 Uhr / Einführung 45 Minuten vor Konzertbeginn im Foyer I. Rang, Opernhaus / Sylvain Cambreling dirigiert Beethoven und Bernstein

Neujahrskonzert / Theaterhaus / 19 Uhr / Das Wolfgang Dauner Trio vereint drei Generationen: Wolfgang Dauner spielt mit Dieter Ilg und Flo Dauner, na was, genau Jazz. Do, 2. Januar Tanztheater / Theaterhaus / 19 Uhr / Katja Erdmann-Rajskis verhandelt in ihrem Tanz(lab)OratoriumII. »Die sieben Schmerzen oder Was machst du gegen die Stunden, Marie?« existenzielle Fragen anhand einer Auseinandersetzung mit Maria, der Mutter Jesu. Fr, 3. Januar Oper / Opernhaus / 19 Uhr / Zum Jahresbeginn Dramatisches: Zum 25. Mal wird Hector Berlioz »Fausts Verdammnis« gespielt. Sa, 4. Januar Figurentheater / FiTZ! / 20.30 Uhr / Lille Kartofler zeigt »Grimmiges für Große« / ein Märchenpotpourri für Erwachsene Kurzfilmfestival / Café Merlin / 17.30 Uhr / Das Kufife findet zum 15. Mal statt / merlin-kultur.de So, 5. Januar Konzert / Theaterhaus / 20 Uhr / Schauspieler Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys geleiten »Mit Schwung & Rhythmus ins Neue Jahr«. Mi, 8. Januar Lesung und Gespräch / Literaturhaus / 20 Uhr / »Lexikon der Angst«, Annette Pehnt, Nina Verheyen / Veranstaltungsreihe: Gefühlslagen / In der Wissenschaft ist man sich nicht einmal einig, was ein Gefühl ist und Literatur ist ohne sie kaum zu denken: Die Reihe Gefühlslagen stellt Emotionen auf den Prüfstand und befragt sie aus den Perspektiven der Literatur, Wissenschaft und Philosophie. Sitzkissenkonzert / Opernhaus/Kammertheater / 15.30 Uhr / Für kleine Musikliebhaber zwischen 5 und 7 Jahren. Tanz / Theaterhaus / 19 Uhr / In »Me, myself and I« untersuchen zwanzig


SuR 31_12|01|02_ 2013|14_Brot & Spiele Schülerinnen und Schüler der LindenRealschule Untertürkheim und der Uhlandschule Stuttgart-Rot das schwankende Zusammenspiel von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Input gab es bei den Probenbesuchen und Kurzworkshops von Gauthier Dance. Theater / Rampe / 20 Uhr / Die Performance »Birthday« von Andreas Liebmann feiert Stuttgart Premiere: ein Grenzgang zwischen Dokumentation, Fiktion und Gesellschaftsproduktion. Do, 9. Januar Vortrag / Stadtbibliothek / Max-Bense-Forum / 19.30 Uhr / Staatstrojaner – Wenn der Staat heimlich in Deinen Computer einbricht / Chaos Computer Club Stuttgart / Stefan Leibfahrt gibt Einblicke in Funktionsumfang, Infektionswege und Gefahren einer solchen Schadsoftware. Fr, 10. Januar Vortrag / Stadtbibliothek / Max-BenseForum / 20 Uhr / »Cradle to Cradle®«: eine Welt, in der alles Nährstoff ist / Michael Braungart / Man stelle sich eine Welt ohne Abfall vor: Alle Menschen können sich darüber freuen, dass konsumfreudiges Verhalten für ihre Umwelt förderlich ist, ohne die Einschränkungen und Bemühungen, die das gegenwärtige Vermeiden, Reduzieren und Sparen ,der Umwelt zuliebe’ mit sich bringen. Das ist die Welt, die das Konzept von Prof. Dr. Michael Braungart und William McDonough eröffnet. Man darf gespannt sein … / 1.stuttgart.de Konzert / Forum Ludwigsburg / 20 Uhr / Das kammerorchesterbasel präsentiert zusammen mit der Ausnahmesängerin Angelika Kirchschlager ein Operettenund Musical-Programm mit Schmuckstücken von Johann Strauß über Cole Porter bis zu Kurt Weill. Sa, 11. Januar Uraufführung / Kammertheater / 20 Uhr / »Doppelgänger« / Musiktheater nach E.T.A. Hoffmann

Figurentheater / FiTZ! / »King Lear« interpretiert von Wilde & Vogel, Leipzig / Frank Schneider, Essen / Johannes Frisch, Karlsruhe. So, 12. Januar Blick in die Forschung / Rampe / 18 Uhr / Bouvard und Pecuchet 3000, ein Stuttgarter Wissenschaftler und Künstler haben ein Atelier für zehn Monate eingerichtet und geben Einblicke in ihre Arbeiten. Kapitel 3 handelt von Biologie, Ernährung und Evolution. Mo, 13. Januar Vernissage / Galerien für Kunst und Technik / Arnoldstraße 1, Schorndorf / 20 Uhr / Thomas Rissler – Holzschnitt / galerienkunst-technik.de Open Stage / Rosenau / 20 Uhr / Präsentiert von Roland Baisch / rosenaustuttgart.de Di, 14. Januar Lesung mit Musik / Literaturhaus / 20 Uhr / Wolfgang Schorlau: »Am 12. Tag«, Denglers siebter Fall / Moderation: Wolfgang Niess; Musik: Werner Dannemann / »Dieses Fleisch stammt aus Massentierhaltung. Sie vergiften damit sich und ihre Familie.« Als Privatdetektiv Georg Dengler Aufkleber mit diesem Text in den Sachen seines Sohnes Jakob findet, steckt er bereits mitten in den Ermittlungen / literaturhaus-stuttgart.de Vortrag / Stadtbibliothek Stuttgart / Max-Bense-Forum / 19.30 Uhr / »Generationenvertrag statt Generationenverrat. Wolfgang Schuster« / Die demografische Entwicklung wird in Deutschland in den nächsten Jahrzehnten gravierende Veränderungen zur Folge haben. Doch wie kann der Überalterung der Gesellschaft entgegengetreten werden? Dieser Frage widmen sich Prof. Dr. Wolfgang Schuster, Direktor des Instituts für Nachhaltige Stadtentwicklung und ehemaliger Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Stuttgart, und Prof. Dr. Ulrich Reinhardt, Wissenschaftlicher Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen. Wieder im Ballettrepertoire / Opernhaus 19 Uhr / Demis Volpis preisgekrönte Umsetzung von »Krabat« ist wieder da.

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78 Jour fixe-Vortrag / Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart / 19 Uhr / Peter Cook, CRAB Studio und Gründer von Archigram spricht / abk-stuttgart.de Tanz / Theaterhaus / 20.30 Uhr / Egon Madsen & Eric Gauthier geben Christian Spucks Choreografie »Don Q« nun nur noch zwei Abende / am 14. und am 15.1. Lesung / Theaterhaus / 20.15 Uhr / Joachim Król liest aus Alessandro Bariccos »Seide«: Die Geschichte des südfranzösischen Seidenhändlers Hervé Joncour ist eine berührende Parabel auf die Liebe. Mi, 15. Januar Filmvorführung / Treffpunkt Rotebühlplatz / Robert-Bosch-Saal / 20 Uhr / Mit den Augen der Anderen: Filmland Afrika »No time to die«, Ghana 2007, Regie: King Ampaw, OmdU Vortrag / Stadtbibliothek Stuttgart / Max-Bense-Forum / 19.30 Uhr / Das Gehirn als Erbe der Seele? Thomas Fuchs in der Reihe: Philosophie heute / Prof. Dr. Thomas Fuchs setzt sich kritisch mit einer popularisierten Neurobiologie auseinander, die das Gehirn zum neuen Subjekt erhebt: Es erscheint dann als Denker unseres Denkens, als Täter unseres Tuns, als Schöpfer der erlebten Welt. Konzert / Schauspielhaus / 20 Uhr / »Ich sang um mein Leben«, eine Hommage an Judith Schneidermann / Helene Schneidermann und Motti Kastón singen jiddische, sephardische, deutsche und amerikanische Lieder, Franziska Walser liest aus Schneidermanns Autobiografie. Do, 16. bis So, 19. Januar 27. Stuttgarter Filmwinter – Festival for Expanded Media / Kulturniederlassung Südwest / Türlenstr. 2 / Um Preisgelder von rund 10.000 € bewarben sich in diesem Jahr rund 1400 Einreicher / filmwinter.de Fr, 17. Januar Premiere / Komödie im Marquardt / 20 Uhr / »Auf und davon« – Komödie von Peter Yeldham

Konzert / Forum Ludwigsburg / 20 Uhr / Neben Dmitrij Schostakowitsch und Ludwig van Beethoven haben die beiden vielfach preisgekrönten Brüder Gerassimez Rossini-Variationen von Bohuslav Martin und »Le grand tango« von Astor Piazzolla gegenüber. Sa, 18. Januar Tanz / Forum Ludwigsburg / 20 Uhr / Eine Plattform für einen innovativen Umgang mit diversen Tanzstilen ist das römische Spellbound Contemporary Ballet: Das wird gerade bei Antonio Vivaldis »Le quattro stagioni« deutlich. Uwe Schenk trifft … in der Rampe / 20.30 Uhr / mal wieder Gäste, diesmal David Stürzel. So, 19. Januar Konzert mit Einführung / Liederhalle / 10.15 Uhr Premiere / Schauspielhaus / 16 Uhr / Astrid Lindgrens »Ronja Räubertochter« wird von Robert Neumann auf die Bühne gebracht. 3. Sinfoniekonzert: Wunder / Michael Schonwandt dirigiert Brahms / ab 10.15 Uhr / Einführung im Silchersaal / Konzert im Beethovensaal / ab 11 Uhr Mo, 20. Januar Science Pub / Rosenau / 19 Uhr / Zum Thema »Nachhaltige Entwicklung – ein Widerspruch zu den Methoden der Naturwissenschaften?« / Mit Wissenschaftlern der Uni Stuttgart / Einlass 18 Uhr Di, 21. Januar Lesung und Gespräch / Literaturhaus / 20 Uhr / Alice Munro – Liebes Leben / Ein Abend für die Literaturnobelpreisträgerin Alice Munro: Mit Judith Hermann, Manuela Reichart / Der letzte MunroBand ist gerade in deutscher Übersetzung erschienen, der Titel könnte programmatisch über all ihren Geschichten stehen: »Liebes Leben«. Reading / Deutsch-Amerikanisches Zentrum DAZ / 19 Uhr / »Good Medicine Stories« read by Richard Van Camp, Fort


SuR 31_12|01|02_ 2013|14_Brot & Spiele Smith, Canada, proud member of the Dogrib (Tlicho) Nation / Im Rahmen des nordamerika-filmfestival.com. Mi, 22. Januar Vortrag und Diskussion / Treffpunkt Rotebühlplatz / Robert-Bosch-Saal / 20 Uhr / Gesellschaft im Gespräch – ZukunftBilden - In welcher Zukunft wollen wir leben? / Vortrag von Wolf Singer: »Widersprüche zwischen Intuition und neurobiologischen Erkenntnissen«. Singer ist Direktor a.D. des Max-Planck Institutes für Hirnforschung in Frankfurt am Main / Moderiert von Dr. Wolfgang Niess (SWR). Do, 23. bis So, 26. Januar Filmfestival / Treffpunkt Rotebühlplatz / Indianer Inuit: Das Nordamerika Filmfestival / Das Motto: »No more silence« / Eröffnung am 23.1. / 19 Uhr Do, 23. Januar Stuttgarter Premiere / Kammertheater / 20 Uhr / »Iphigenie auf Tauris« von Johann Wolfgang von Goethe / Koproduktion des Maxim Gorki Theaters Berlin mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen Neues Schloss Stuttgart / Weißer Saal / 20 Uhr / West-Ost-Passagen / Konzert mit Lesung mit dem Stuttgarter Kammerorchester, Hossam Mahmoud (Musikbearbeitung, Komposition, Oud), Frank Stadler (Violine und Leitung) und Vera Klug (Flöte). Die Schriftsteller Maisoon Saqr und Hassan Teleb lesen auf Arabisch. Rudolf Guckelsberger liest die deutsche Übersetzung. Fr, 24. Januar Oper mit Einführung / Opernhaus / ab 18.15 Uhr / »Die Zauberflöte« von Wolfgang Amadeus Mozart / Einführung im Foyer ab 18.15 Uhr / Oper ab 19 Uhr Vernissage / Galerie Molliné / Galerienhaus / 19 Uhr / Susanne Ackermann: »Everything Always Changes« / Malerei und Zeichnungen

Vernissage / Schacher – Raum für Kunst / Galerienhaus / 19 Uhr / Claudia Thorban, Peter Franck – Natürlich Künstlich, Florales (Wandinstallationen, Fotografien) / Im Projektraum: Gemälde von Johanna Jakowlev und Jenny Brosinski / bis 01.03. Vernissage / Galerie Horst Merkle / 19 Uhr / Hannes Steinert: 60 – Zeichnungen und Collagen / bis 5. April. Sa, 25. Januar Wiederaufnahme / Opernhaus / 19 Uhr / Giuseppe Verdis »La Traviata« in der Regie von Ruth Berghaus. Konzert / Forum Ludwigsburg / 20 Uhr / Weltklasse-Bariton Thomas Hampson singt, die Amsterdam Sinfonietta spielt auf – eine außergewöhnliche Paarung. So, 26. Januar Lesung / Café Merlin / 20 Uhr / Die bewährte Get Shorties Lesebühne für Kurzgeschichten von Stuttgarter Autoren mit Musik. Mo, 27. Januar Lesung / 20 Uhr / Literaturhaus Stuttgart / »Konzentrische Kreise« / mit Yang Lian und dem Übersetzer Wolfgang Kubin Di, 28. Januar Konzert / Theaterhaus / 20 Uhr / KONTRASTE präsentiert neue Musik von Stuttgarter Komponisten wie Eva Schorr, Gerhard Braun, Arthur Dangel, Oliver Prechtl und Wolfgang Ludewig / Zur Aufführung kommen Werke von Eva Schorr, Gerhard Braun. Mi, 29. Januar Wieder im Repertoire / Opernhaus / 19 Uhr / Richard Strauss »Ariadne auf Naxos«, inszeniert von Jossi Wieler und Sergio Morabito Do, 30. Januar Premiere / Rampe / 20 Uhr / »Kongo Müller« ist ein Theaterabenteuer nach der Geschichte des Wehrmachtssoldaten Siegfried Müller, den es als Söldner

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80 in den Kongo verschlug – der gestürzte »Herrenmensch« als personifizierter Rüstungsexport in Afrika. Vernissage / Deutsch-Amerikanisches Zentrum DAZ / 19 Uhr / Ghost Towns of the American West: Fotografien von Berthold Steinhilber, Stuttgart – im Im Rahmen der Reihe The American West Fr, 31. Januar Vernissage / ZeroArts / 20 Uhr / »Frei Liebe und Verkehr«, Monika Ehret / zeroarts.de Stuttgart-Premiere / Schauspielhaus / 19.30 Uhr / Intendant Armin Petras inszeniert Bertold Brechts »Leben des Galilei«. Weltmusik / Laboratorium / 20.30 Uhr / Afenginn aus Kopenhagen spielen einen einzigartigen Stilmix mit Einflüssen aus dem slawischen Osteuropa, irren Polkas, Rock’n’Roll-Feeling und klassischen Kompositionen / laboratoriumstuttgart.de Sa, 1. Februar Shakespeare-Solo / Theaterhaus / 20.30 Uhr / Bernd Lafrenz wagt sich an »Die lustigen Weiber von Windsor« und feiert mit dem Theaterhaus den 450. Geburtstag des Dichters. Tanz / Forum Ludwigburg / 18 Uhr / Die John Cranko Schule Stuttart gibt ein Gastspiel. Mo, 3. Februar Lesung und Gespräch / Stadtbibliothek Stuttgart / Max-Bense-Forum / 20 Uhr / »Refugium«, Claire Beyer / In der Reihe: Autor im Gespräch / Moderation: Wolfgang Niess, SWR Di, 4. Februar Jour fixe-Vortrag / Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart / 19 Uhr / Architektin Anna Herringer ist eine Vordenkerin des nachhaltigen und sozialen Bauens. Sie spricht über Projekte in Drittweltländern.

Mi, 5. Februar Lesung / Stadtbibliothek Stuttgart / Café LesBar / jeweils um 19 Uhr / »Bel-Ami« von Guy de Maupassant / In der Reihe Jahreszeiten-Lesungen: Winter / Der Stuttgarter Sprecher, Schauspieler und Regisseur Michael Speer liest an vier Abenden die Geschichte des skrupellosen, zynischen und machtgierigen Verführers, dessen Spitzname Bel-Ami sprichwörtlich geworden ist. / Auch am 12.02., 19.02., 26.02. Do, 6. bis So, 16. Februar Imaginale 2014 / Das Internationale Festival des Figurentheaters BadenWürttemberg läuft wieder in Stuttgart, Mannheim, Heilbronn, Eppingen, Schorndorf und Ludwigsburg. Künstler aus neun europäischen Ländern präsentieren in über 70 Vorstellungen alle Facetten des Figurentheaters. / imaginale.net Do, 6. bis So, 9. Februar Das ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart 2014 / Theaterhaus / lockt mit einigen Uraufführungen und genreübergreifenden Werken die Welt der zeitgenössischen Musik nach Stuttgart. / eclat.org Uraufführung / Altes Schauspielhaus / 20 Uhr / Gabriel Baryllis »Showtime«, Stichwort »Wie ist die Quote«, wird von ihm selbst inszeniert. Fr, 7. Februar Wiederaufnahme / Opernhaus / 19 Uhr / Waltraud Lehner inszeniert Peter Tschaikowskys »Eugen Onegin«. Blues / Laboratorium / 20.30 Uhr / The Blues Band sind britische Legenden mit eigenem Stil. Sa, 8. Februar Akademiekonzert VI / Liederhalle, Beethovensaal / 19 Uhr / Johann Sebastian Bach: Matthäus-Passion BWV 244 / Einführung ab 18.15 Uhr / Leitung: Masaaki Suzuki / bachakademie.de


SuR 31_12|01|02_ 2013|14_Brot & Spiele Mo, 10. bis So, 16. Februar Blick hinter die Kulissen / Kammertheater / Macher des Stuttgarter Balletts lassen einmal mehr in ihren Alltag blicken. Di, 11. Februar Wirtschaftsclub / Literaturhaus Stuttgart / 20 Uhr / Michael Klett, Verleger und Christian Rotta, ebenfalls Verleger / »Druck auf allen Seiten? Autoren und die Zukunft der Verlage« im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Brotlos? Kunst im Spannungsfeld der Ökonomie« Fr, 12. bis mo, 23. Februar Kinder- und Jugendbuchwochen 2014 / Treffpunkt Rotebühlplatz / Zu erleben: Literatur aus rund 80 Kinder- und Jugendbuchverlagen und namhafte Kinder- und Jugendbuchautoren Do, 13. Februar Tanz / Forum Ludwigsburg / 20 Uhr / Die berühmteste Kompanie Italiens gastiert mit einer Deutschlandpremiere: Aterballetto tanzt Eugenio Sciglianos »Don Q. – Don Quixote de la Mancha«. Mit im Gepäck: »Les Noces / Intermezzo« von Mauro Bigonzetti. Performance / Rampe / 20 Uhr / Nana und Friends spielen sich durch allerlei Rollen und Zitate aus Funk, TV und Literatur, kurz in »Nana not alone« begegnen sie den Gefahren des alltäglichen Lebens. Sa, 15. Februar Perfomance / Produktionszentrum Tanz+Performance / 20 Uhr / Choreografin Claudia Senoner und Musikerin Anja Füsti mit einem inszenierten Konzert voller Humor und Überraschungen: »iss mich!/Opera with objects«. produktionszentrum.de Mo, 17. Februar Jazz / Jazzclub Bix / 19 Uhr / Stipendien 2014 der Kunststiftung Baden-Württemberg Jazz / Neue Musikformen / Die Kunststiftung Baden-Württemberg fördert auch in 2014 junge Baden-Württembergische Musiker unter 35 Jahren durch ein Stipendium in den Bereichen Jazz und

Neue Musikformen. Unter den zahlreichen Bewerberinnen und Bewerbern haben die Juroren für die Endrunde eine spannende Auswahl zum öffentlichen Vorspiel in das BIX eingeladen / kunststiftung.de Di, 18. Februar Tanz / Theaterhaus / 20.15 Uhr / Einmal mehr sind Flamencos en route zu Gast: In paso por paso greift die Kompanie altbewährtes, überliefertes Schritt-und Klangmaterial der Flamencokunst auf und entwickelt es fort / bis 23.2. Do, 20. Februar Soul / Jazzclub Bix / 20.30 Uhr / Soul Diamonds feat. Charles Simmons, Fola Dada & Lilly Thornton / Eine sehr lange, intensive und freundschaftliche Zusammenarbeit in verschiedensten Besetzungen ist die Basis für das besondere und erfolgreiche Konzept der Band. Sa, 22. Februar Merlin in den Wagenhallen / 20 Uhr / TV Noir Konzerte #11 mit CÄTHE & JONATHAN KLUTH Di, 25. Februar Tanz / Forum Ludwigsburg / 20 Uhr / José Limón prägte einst die Tanzwelt. Seine Limón Dance Company bewahrt sein Erbe, aber schaut auch nach morgen. Die New Yorker zeigen Stücke von Maxwell, Limón und Pederneiras. Mi, 26. Februar Vernissage / Galerie Valentien / 20 Uhr / »Zuspiel«, Eine Gemeinschaftsausstellung mit der Kunststiftung Baden-Württemberg / bis 22. März / galerie-valentien.de Konzert / GEDOK Galerie / 20 Uhr / Bugallo-Williams Piano Duo in Concert / gedok-stuttgart.de Do, 27. Februar Release-Party / Kap Tormentoso / Hirschstraße 27 / 20 Uhr / Hawelka (Blues, Pop, Polka - Stuttgart - Experience Music) / Support: Levin Goes Lightly; Eintritt frei! / hawelka-band.de

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82 SuR – KulturPolitik für Stuttgart und Region Herausgeber und Redaktionsleitung: Eva Maria Schlosser (V.i.S.d.P.) und Petra Mostbacher-Dix www.sur-kultur.net, mail: redaktion@sur-kultur.net Kontaktadressen: Eva Maria Schlosser

Petra Mostbacher-Dix

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Mitarbeiter dieser Ausgabe: Günter Baumann (gb), Andreas Däuerling (ad), Yvette Hess (yv), Ina Hochreuther (hoc), Thomas Klingenmaier (tkl), Sigrun Lutz (sl), Oliver Stenzel (os) Grafik, Design und Anzeigen: Philipp Schmidt M 0176 - 242 657 06 grafik@sur-kultur.net, pehjott@gmail.com, www.pehjott.com Titelbild: Alex Kern, hallo@alexkern.com Fotos: Alfredo Anceschi, Regina Brocke, Anatol Dreyer, Andi Kurz, Sofia Pintzou, Bettina Stöß, Hotel-Restaurant Anne-Sophie/Andi Schmid, Würth/ Andi Schmid, Redaktion, PR, Galerien und Museen, Verlage, Veranstalter Druck: UWS Papier & Druck GmbH, Libanonstraße 72 a, 70184 Stuttgart Auflage: 5.000 Exemplare Erscheinungsweise: alle drei Monate Die nächste Ausgabe erscheint im März, Redaktionsschluss ist der 20. Februar, Anzeigen- und Kalenderschluss der 22. Februar. SuR liegt an folgenden Stellen aus: Akademie der Bildenden Künste, Atelier am Bollwerk, Galerienhaus, i-Punkt, Literaturhaus, Rathaus, Rotebühlzentrum, Staatsgalerie, Theaterhaus, WKV, weitere Galerien und Kulturinstitutionen in Stuttgart und Region SuR ist auf Facebook!


VILLA MERKEL GALERIEN DER STADT ESSLINGEN 15. DEZEMBER 2013—16. FEBRUAR 2014

WOZU BILDER? Gebrauchsweisen der Fotografie

Stefan Panhans Schnee schnell Schnee du bleiches Reh

Villa Merkel Galerien der Stadt Esslingen Pulverwiesen 25 73728 Esslingen am Neckar

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DER TURM UND URBANE GIGANTEN MACHT.WAHN.VISION.

>> 26.10.2013 – 23.02.2014 STÄDTISCHE MUSEEN HEILBRONN www.museen-heilbronn.de

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Dez/Jan/Feb 2013/2014