Page 1

Ausgabe 30 – November 2013

Wa(h)re Bildung


GALERIE MOLLINÉ GALERIENHAUS STUTTGART / BREITSCHEIDSTRASSE 48 70176 STUTTGART / T 0711 . 60 55 84

Daniel Man TALES FROM ABOVE 09.11.2013 - 18.01.2014

DI – FR 14 - 19 UHR / SA 11 – 16 UHR GESCHLOSSEN 22.12.2013 – 6.01.2014

INFO@GALERIE-MOLLINE.DE / WWW.GALERIE-MOLLINE.DE


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

Inhalt 2 3

Editorial Schwerpunktthema

13 Stuttgart 33 und 47 Region 57 Termine & Kalender 64 Impressum peh jott Kom mun ikat ions des ign Sey ffer str. 53 | Stu ttga rt-W est 017 6 - 24 265 706 peh jott @gm ail. com | gra fik@ sur-

kult ur.n et 3


Liebe SuR-Leserinnen und -Leser,

»Lernen, ohne zu denken, ist eitel; denken, ohne zu lernen, gefährlich« soll Konfuzius gesagt haben. Ein interessanter Gedanke, der besagt, dass das eine ohne das andere nicht viel taugt. Da der Mensch, und eventuell auch mit ihm alle anderen Lebewesen, während des ganzen Lebens lernt, oder zumindest die Chance hat, zu lernen, ist das Thema unerschöpflich. Dennoch haben wir uns ihm angenommen und sind damit immerhin den neusten Erkenntnisse auf dem Gebiet des Lernens und der Hirnforschung auf der Spur. Petra Mostbacher-Dix hat beispielsweise mit dem Neurobiologen Gerald Hüther gesprochen. Er ist der Meinung, dass die Vorstellung, wir (Erwachsenen) könnten Kindern etwas beibringen, »hirntechnisch gesehen Unsinn« sei. Inspiration und Ermutigung sei das, was uns als Anregung bleibe, ebenso auch in der Schule der Zukunft praktiziert werden solle. Hüther plädiert für ein anderes Menschenbild, dass davon ausgeht, dass Kinder etwas lernen wollen. Der US-amerikanische Psychologe und Forscher Peter Gray kam mittels einer Umfrage zum Thema Kindererziehung unter Ethnologen, die unter Bevölkerungsgruppen von Jägern und Sammlern gelebt hatten, zu einem ähnlichen Schluss. In allen Kulturen durften die Kinder bis zum Teenageralter spielen, beobachten und entdecken. So brachten sich die Kinder selbst die wichtigen Dinge des Lebens, wie etwa das Erkennen von essbaren oder Heilpflanzen, das Anfertigen von Pfeil und Bogen und das Bauen von Hütten bei. Freilich ist diese Welt auf unsere nicht übertragbar. Doch er beobachtete auch über viele Jahre hinweg eine Sudbury-Schule in Framingham, Massachusetts, wo sich Kinder und Jugendliche seit über vierzig Jahren durch selbstangeleitetes Spiel und Forschen eigenständig erziehen – und das angeblich höchst erfolgreich. Außerdem werden an dieser Schule mit rund 200 Schülern aus unterschiedlichsten Milieus Entscheidungen gemeinsam beschlossen. Zu den Regeln gehört etwa, dass jeder seinen eigenen Interessen nachgehen kann, dass die Ruheräume also solche respektiert werden, jeder seine Sachen aufräumt und nichts kaputtmacht. Es gibt keinen Lehrplan und keine Bewertung. Kurse finden dann statt, wenn Schü4


ler die Initiative dazu ergreifen und sie selbst organisieren. Das Lernen sei der Nebeneffekt des selbstbestimmten Spielens. Hört sich traumhaft an, und irgendwie auch einleuchtend. Jedenfalls sind sich hier viele Forscher im Bildungsbereich einig: Eine Bildung die lediglich fit für etwas macht, aber nicht den eigenen Interessen und Talenten entspricht, hat keine echte Zukunft. Denn am leichtesten gelernt wird, wenn Emotionen mit dem Gelernten verbunden werden können. Daher ist die Annahme sicher nicht verwegen, dass Kulturliebhaber stetig am Lernen sind, schließlich geht es auch im Theater, im Kino, bei der Kunst, beim Tanz und in der Literatur vornehmlich um Emotionen. Schön kann man das beispielsweise erleben, wenn man sich die Neuhängung in der Staatsgalerie zur Gemüte führt, Lesungen und Veranstaltungen auf den Buchwochen besucht oder ein Theaterstück im Schauspiel, das seit dieser Saison unter Regie des frisch aus Berlin gekommenen Armin Petras steht. Weiterhin haben das Institut Français und das französische Generalkonsulat endlich ihr neues Domizil bezogen, die Französischen Filmtage feiern ihr 30-jähriges Jubiläum und auch sonst ist in Stuttgart und Region wie immer Einiges geboten! Viel Spaß beim Lesen und schöne Herbsttage wünschen Ihnen die Herausgeberinnen Eva Maria Schlosser und Petra Mostbacher-Dix und das ganze SuR-Team.

Was man lernen muß, um es zu tun, das lernt man, indem man es tut. Aristoteles (384 – 322), griechischer Philosoph

Überall lernt man nur von dem, den man liebt. Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832), deutscher Dichter

5


Man lernt, um zu leben. Man lebt nicht, um zu lernen.

Bruno Bettelheim (1903-90), österreichisch-amerikanischer Psycho­ analytikerund Schriftsteller

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.

Laozi, chinesischer Philosoph, ca. 6. Jahrhundert v. Chr.

Im Altertum lernte man, um sich selbst zu vervollkommnen; heute dagegen lernt man, um anderen gegenüber etwas zu gelten.

Konfuzius (551 – 479 v. Chr.), chinesischer Philosoph

Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt. Aldous Huxley (1894 – 1963), britischer Schriftsteller

6


Wir brauchen ein anderes Menschenbild

50 Begeisterungsstürme am Tag. Er zählt nicht nur zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands, er gehört auch zu den renommiertesten Verfechtern für eine neue Sicht des Lernens. Der Neurobiologe Gerald Hüther beschreibt, was im Gehirn vor sich geht und was man daraus lernen kann – um richtig zu lernen. Frühkindliche Bildung ist immer wieder und allenthalben Fokus, vor allem auch wenn es um Kitas geht. Was macht hier aus neurobiologischer Sicht Sinn?

Kinder kommen mit unglaublichem Potenzial auf die Welt – so können sie sich überall auf der Welt zurechtfinden. Sie werden geboren mit enormer Gestaltungslust und Entdeckerfreude. Damit sie dieser nachgehen können, muss man Rahmenbedingungen schaffen. Förderung brauchen sie nicht. Wenn ein Kind etwas Tolles entdeckt, wird der Glücksbotenstoff Dopamin ausgeschüttet und der Acker des Lernens gedüngt, also neue Verschaltungen geschaffen. Ein Kind hat über 50 dieser Begeisterungsstürme am Tag. Diese dürfen sie nicht verlieren. Braucht es dann frühkindliche physikalische Experimente im Kindergarten?

Unsere enge Vorstellung, wir könnten Kindern etwas beibringen, ist hirntechnisch gesehen Unsinn. Wir können sie nur für Etwas begeistern, inspirieren, ermutigen, selbst zu lernen. Mit Schwerkraft kann ein Kindergartenkind wenig anfangen. Aber vielleicht hat es Lust herauszufinden, warum Dinge herunterfallen oder warum ein Luftballon die Luft hält. »Pisaschock«, G8, Turboabitur, Evaluation und Ähnliches mehr schwirrt durch die Bildungslandschaft. Eltern und Lehrer beklagen den Druck in der Schule. Indes reden – nach den wohl bekanntesten und umstrittendsten Büchern zur Bildung von Monika Sarrazin-Comans, der Tigermutter Amy Chua und was so alles über die Jahre auf den Markt kam – manche Erziehungswissenschaftler

7


dem Drill das Wort. Nach einer aktuellen Studie beklagen Lehrer, die Disziplinlosigkeit der Schüler habe zugenommen. Zwar lehnte etwa der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbands, Heinz-Peter Meidinger, den Drill in Südkorea ab, lobte jedoch in der Presse immer wieder »die auf Leistung und Disziplin ausgerichtete Schulkultur«. Ein heilloses Konzeptchaos?

All dies ist sehr bedauerlich. Mit der Zuckerbrot-und-Peitsche-Methode des Drills wird nur ein primitives Belohnungs-BestrafungsSystem in unserem Hirn angesprochen, das ist Abrichten und Dressur. Wenn Kinder so Gedichte auswendig lernen oder das kleinen Einmaleins, bleibt im Gehirn auch noch was anderes gespeichert: Lernen macht keinen Spaß, ist nur Pflichterfüllung. Dabei bleibt wahre Bildung auf der Strecke. Und obwohl wir diese neurobiologischen Abläufe längst kennen, wird Geld in Forschung gesteckt, wie Bildung funktioniert. Wir haben kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem. Wie geht denn Bildung richtig?

Belohnung und Bestrafung ist das Ende eines Schulsystems. Im Schulsystem der Zukunft finden Kinder so viel Ermutigung und Inspiration vor, dass die Lust am Lernen nicht vergeht, sie gar nicht in die Ferien wollten. Schule macht Spaß, wenn gemeinsam entdeckt und gestaltet wird, man dazugehört und jeder seine spezifischen Fähigkeiten zum Gelingen einer Sache einbringen kann. Wenn sich alle gemeinsam um ein Problem kümmern, die Denker und die Handwerker, Behinderte und Nichtbehinderte. Bei gemeinsamen Projekten kommen die Unterschiedlichkeiten der Kinder zum Tragen. Selektion ist damit überflüssig. Es ist ein biologisches Harakiri-Modell, alle Schüler gleich und EU-genormt in bestimmte Schemata zu pressen. Nennen Sie ein Beispiel!

Statt Kinder zu disziplinieren sollte man sie den Nutzen von Disziplin selbst erfahren zu lassen. Wenn sie gemeinsam ein Baumhaus bauen, lernen sie Zuhören, Denken, Teamgeist, Pünktlichkeit, Selbstdisziplin, Offenheit, Einfühlsamkeit, Impulskontrolle, Verantwortung, das gemeinsame Kümmern und Planen, alles, was als 8


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

soziale Kompetenz bezeichnet wird und Hirnforscher Exekutive Funktionen nennen. Ein anderes Beispiel: In der Grundschule gibt es immer Kinder, die schon lesen oder schreiben können. Sie könnten den Mitschülern diese Fähigkeiten beibringen. Kinder lernen viel leichter von anderen Kindern. Was bedeutet das für die Lehrer und Eltern?

Zunächst einmal brauchen wir ein anderes Menschenbild: Eines, das davon ausgeht, das Kinder etwas lernen wollen und wir nicht ihnen etwas beizubringen haben. Im Schulsystem der Zukunft darf keiner zurückstehen, unter Druck gesetzt und gedemütigt werden. Dafür sollten sich Lehrer einsetzen, das sollten Eltern geschlossen einfordern. Sie sollten sich solidarisieren, statt sich gegeneinander ausspielen zu lassen oder ihre Kinder als Konkurrenten zu sehen. Sie müssen nicht ihre Kinder an einen Ort schicken, an dem es ihnen nicht gut geht. Sie haben jedes Recht sich zu empören.

Das Gespräch führte Petra Mostbacher-Dix

Als Professor für Neurobiologe forscht Gerald Hüther in der Neurobiologischen Präventionsforschung der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen. Unter anderem befasst sich der experimentelle Hirnforscher und Biologe mit den Wirkungsmechanismen von Psychopharmaka, mit dem Einfluss früher Erfahrungen auf die Hirnentwicklung, mit den Auswirkungen von Angst und Stress und der Bedeutung emotionaler Reaktionen bei Lernprozessen und der neurobiologischen Verankerung von Erfahrungen. Er engagiert sich in zahlreichen wissenschaftlichen Beiräten, unter anderem hat er auch Projekte der Stiftung Kinderland BadenWürttemberg betreut und begleitet.

9


Fail. Fail again. Fail better.

Lernen ist der gut gemeinte Versuch, Fehler zu vermeiden, die man schonmal gemacht hat. Weil das aber so unübersichtlich viele sind, und man sich sowieso an die meisten gar nicht erinnert, bleibt es oft, sehr oft beim Versuch. Und gut gemeint ist immer, fast immer das Gegenteil von gut gemacht. Zu vermeiden wäre viel. Richtig viel. Den lieben, langen Tag. Vermeiden kann man aber nur, was auch entschieden werden kann. Will sagen, nur wenn ich eine Wahl habe, kann ich mich bewusst und absichtlich für’s Vermeiden entscheiden. Andere Dinge passieren einfach. Ohne unser Zutun von alleine. Zack: verschlafen! Da hat man keine Wahl. Peng: Bahn verpasst wegen Personenschaden. Nichts zu wollen, nichts zu machen. Wie so vieles sind Personenschäden anderer Leute Entscheidung. Da hilft kein Hadern, kein Fluchen. Nicht mal wütend mit dem Fuß aufstampfen. Nichts. Da bleibt es dann eben beim Versuch, beim gut gemeinten. Entsprechend wenig gibt’s in solchen Fällen dann auch zu lernen. Wecker früher stellen und psychologische Beratung können ja kaum mehr sein als Hoffnung auf Prävention. Keine Garantie. Gut gemeint eben. Vom eigenen Suizid lernt man ja nichts. Vom eigenen Verschlafen wenig. Das passiert trotzdem. Trotz früherem Wecker. Weil man ja weiß, dass man ihn vorgestellt hat. Dass er früher klingelt als sonst. Früher als bei sofortigem Aufstehen nötig wäre. Man weiß, dass man ja noch Zeit hat. Eigentlich. Sich ruhig nochmal umdrehen kann. Dusch’ ich eben heut abend erst. Frühstücken kann ich in der Bahn. Alles kein Problem. Zahnpflegekaugummi. Snooze, Selbstbetrug, Personenschaden. Aber zurück zum Thema. Ist ja alles kein Problem. Theoretisch. Fehler führt zu Lerneffekt führt zu Vermeidung. Zukunft und Fortschritt der Menschheit gesichert. So einfach ist das. Keine Fehler: alles richtig. Doch weit gefehlt. Was im Mathe-Abi gilt, gilt nicht für’s Leben. Wäre auch furchtbar. Keine Fehler zu machen wäre fuchtbar. Im Leben. Wäre langweilig. Blutleer. Bettlägrig. Ein Leben ohne Fehler wäre der größte Fehler überhaupt. Das Fukushima der Fehler. Wäre 10


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

die Vermeidung des Lebens an sich. Das Vermeiden aller lebenswerter Dinge. Eine einzige Zwangshandlung von der Wiege bis ins Grab. Ein einziges montröses ›Nein‹. Absolute Fehlerfreiheit wäre absolute geistige Unfreiheit. Und das kann ja jetzt wohl nicht das Ziel allen Lernens sein. Darf es nicht. Fehler müssen erlaubt sein. Scheitern Option. Das wusste mein Mathelehrer damals offensichtlich nicht. Philipp J. Schmidt

11


Zurück zur Basis

Wer lernen will, muss fühlen. Er gilt als Pionier der experimentellen psychologischen Gedächtnisforschung. Bereits 1885 entwickelte Hermann Ebbinghaus seine Vergessenskurve zur Halbwertzeit des Erlernten. Demnach ist nach einer halben Stunde durchschnittlich die Hälfte des Stoffes verschwunden. Nach etwas einem Monat sei, so der Psychologe, nur noch ein Fünftel im Gedächtnis. Ebbinghaus nannte dies »Verdunstungsbestreben« – und damit frisch gelernte Inhalte sich nicht in Luft auflösen, könne man dem nur durch erneutes Lernen entgegenwirken, sprich Wiederholen, Wiederholen, Wiederholen. Zwar wurde Ebbinghaus später von einigen Forschern wegen seiner Methoden kritisiert. Es habe »sinnlosen« Silben auswendig lernen lassen ohne Bezug zur Wirklichkeit. In Grundzügen aber wird seine Kurve anerkannt. In neueren Untersuchungen aus der Neurologie und Gehirnforschung geht es indes um persönlich bedeutsames Lernen, das ganz andere Vergessenskurven aufweist. Klar ist, Vergessen können ist wichtig, sonst wäre das Gehirn völlig überfordert. Das Kurzzeitgedächtnis hat eine Filterfunktion: Unwichtiges muss schnell aus dem Speicher verschwinden. Leider gerät auch mitunter Wichtiges in die Kategorie unwichtig – und so in Vergessenheit. Klar ist aber auch, dass Dinge mit emotionalem Bezug sich besser einprägen. Das ist ganz im Sinne der Evolution: Was starke Emotionen hervorrief, war überlebenswichtig – im Guten wie im Schlechten, also in Gefahrensituationen oder Glücksmomenten. Dabei bleiben positive Erinnerungen besser haften als negative. Auch hier selektiert das Gedächtnis: Neutrales und Negatives in den Vergessensmüll, Positives ins Langzeitgedächtnis. Freilich bleibt da so manches im Verklärten, eben in den »guten alten Zeiten«. Dem Lernstoff verheißt dies per se Gutes – nicht bei jedem lösen Vokabeln oder Matheregeln emotionale Bindungen aus. Entsprechend viel Geld wird mit Lern-Büchern, Karteikastensystemen zur Wiederholung und allerlei Computerprogrammen, die Tricks und Trainings gegen das Vergessen feilbieten, gemacht. Auch zum Bildungssystem wird alleweil Buch über Buch ge12


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

schrieben, wie dieses am besten funktioniert, von Kennern oder selbst ernannten Experten. Jeder meint sich auszukennen, hat doch schließlich jeder selbst mal die Schulbank gedrückt. Auch Studie um Studie kommt heraus, die eine besagt, dass es auf den niedrigeren Klassenteiler ankommt, andere bringen wiederum Beispiele von Klassen mit 35 Kindern an, die allesamt ihr Lernziel bestens erreichen. Und hier sind wir wieder beim Lernen und den positiven Gefühlen, den Spaß dabei. Und den kann man theoretisch mit mehr oder mit weniger Mitschülern haben. Was freilich im Umkehrschluss keinesfalls für Politiker heißen darf, den Klassenteiler wieder fröhlich hochzusetzen. Die Frage bei allem lautet doch: Warum lernen wir ? Warum lernt der Mensch? Martin Weingardt, Professor am Institut für Erziehungswissenschaft der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, hat daher das Projekt Offene Bürgerschule initiiert, bei dem Rentner, Azubis, kurz Menschen, die nicht eben mehr zur Schule gehen ihre Kompetenzen in Schulen mit einbringen können. »Statt allein nur die Schule neu zu denken und umzuorganisieren, müssen wir das Lernen neu durchdenken und vitalisieren«, so Weingardt. »Offene Bürgerschulen sind keine neuer Schultypus! Sie zielen auf Ansätze, wie Lernen motivierender und nachhaltiger ablaufen kann. Im Bewusstsein bleibt, was man beständig anwendet, Schüler müssen erfahren können, dass das Gelernte in ihrem Leben und Handeln Sinn macht.« Daher sei Schule zu gestalten als »zentrale Plattform in einem Netzwerk von lokalen Bildungsorten mit vielfältigen Gelegenheiten zum Lernen unter direkter Beteiligung der Bürger«, betont Weingardt. Denn diese verfügten über viele ungenutzte Potenziale: Kompetenzen aus Beruf, Hobby und Alltag, Lebensgeschichten und -erfahrungen, sie böten alltagsnahe Lernorte, die zum Fundament für anregende Lernprozesse werden könnten. Will heißen, Orte, die Begeisterung auslösen. Und hier kommt wieder die Emotion ins Spiel. Ex-Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin – auch er hat ein Bildungsbuch verfasst – nennt das die »Philosophie einer humanen Bildung«. Zwar bemüht er, ganz Intellektueller, die Denkschulen beginnend in der Antike 13


über Wittgenstein bis Deweys Theorie der demokratischen Erziehung. Aber er kritisiert auch ganz bodenständig den Gedanken der unmittelbaren Verwertbarkeit – der freilich politisch gewollt im G8 sowie im Bachelor seinen Niederschlag fand. Nach Rümelin fehlt allen Bildungsreformen die kulturelle Leitidee. Stattdessen werde dem Gebot der Stunde, der »Employability« gehuldigt, also der Befähigung für einen Job. Er betont, dass eine Bildung, die den Menschen immer nur "fit für" etwas machen wolle, aber nicht nach seinen Interessen und Talenten frage, nicht einmal den erträumten Markterfolg bringe. Schließlich gehe es stets um die Basis für gelingendes Leben und damit auch für eine fundamentale Form von Erfolg. Und diese sei – hier wird Nida-Rümelin fast zu schön pathetisch, um Ex-Politiker zu sein – Lebensglück. Petra Mostbacher-Dix

14


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

14 Kunstspaziergang 15 Neustart in der Staatsgalerie 18 Stuttgarter Buchwochen 20 TanzTheaterSzene 22 Den Biss behalten 24 Chinas Zeitgenossen 25 Französische Filmtage 26 Institut Français 30 Faktum Farbe 31 Interview Gabriele Röthemeyer 15


Kunstspaziergang in Stuttgart

Russischer Prunk in süddeutschen Herzogsund Königsstuben. »Im Glanz der Zaren« heißt eine Schau im Alten Schloss, das selten so prunkvoll ausgestattet war wie in diesem Herbst und Winter. Dass der zaristische Adel gern europäische Frauen zu sich an den Hof holte, oder auch aus Staatsraison seine Töchter und Nichten nach Westen exportierte, war gang und gäbe – im Amsterdamer Ableger der Hermitage konnte man unlängst eine vergleichbare Ausstellung im russischniederländischen Kontext sehen. Im Schwabenland gab es einen regelrechten Austausch. Heute zeugen die Grablegen in der Schlosskirche des Alten Schlosses und die Grabkapelle am Rotenberg von den binationalen Verhältnissen – und bis März Schmuck, Geschmeide, Malerei, Roben und mehr. (gb)

Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss, bis 23.3.14, andesmuseum-stuttgart.de

Mit Kunst gegen Sucht. Seit Jahren engagiert sich Galerist Horst Merkle für die Aktion »release und Kunst«, die nicht nur den Künstlern ein gut etabliertes Podium bietet, sondern Projekte zur Suchtprävention und -hilfe unterstützt. Fast 30 aktive oder verstorbene Künstler bieten dazu im Foyer der EnBW Energie Baden-Württemberg AG Jahresgaben. Mit von der Partie sind etwa Max Ackermann, Ruth Baumann, Jens Braun, Wolfgang Gäfgen, Karin Kneffel, Jörg Mandernach, Nam June Paik und KRH Sonderborg. (gb) EnBW Energie Baden-Württemberg,

Kriegsbergstr. 32, 15.11.13 – 19.12.14

16


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

Herkomer als Hingucker. Hans Herkomer (1887–1956) gehört zu den großen Stuttgarter Architekten des 20. Jahrhunderts – doch ist er heute kaum noch bekannt. Aktiv war er in den 1920er Jahren, insbesondere als Kirchenarchitekt. So schuf er die Michaelskirche (S-Sillenbuch), aber auch Industrie- und Lagerhäuser wie die Zuckerfabrik Münster (S-Bad Cannstatt). (gb) Architektur-

galerie am Weissenhof, bis 1.12.13, weissenhofgalerie.de

Kulturtransfers nach Brasilien. Alle sich wandelnden Kulturen sind geprägt von symbolischen Formen: Denkfiguren und Formen der Religion werden übernommen, einverleibt oder modifiziert. Das Ifa in Stuttgart widmet sich Brasilien als Einwanderungsland für Menschen aus Afrika und als Land mit enormen inneren, indigenen Beswegungen. Als Künstler agieren die Fotografen Luciana Gama sowie Eustáquio Neves, die den historischen Fotos von Alberto Henschel gegenübergestellt werden. (gb) Insti-

tut für Auslandsbeziehungen, bis 5.1.14, ifa.de

Neustart in der Staatsgalerie

Trotz Déjà-vus der Eindruck von frischem Wind. Unter uns: So richtig warm wurden viele Stuttgarter nicht mit der Präsenz der Staatsgalerie unter der Regie Sean Rainbirds, der deutlich spüren ließ, dass das erst Museum am Ort finanziell an einer zu kurzen Leine gehalten wird, um wirklich große Ausstellungen machen zu können. Dabei gab es sie in der Tat, zuletzt die Domberger-Dokumentation oder die Munch-Schau, doch vergab man sich eine Gelegenheit für eine Beuys-Ausstellung, obwohl Rainbird als Experte sicher einen spannenden Blick auf den Künstler ohne die deutsche Brille hätte zeigen können. Nun hat Christiane Lange die Brücke des musealen Bilderschiffs übernommen, die Vorschusslorbeeren waren immens – und so ist es kein Wunder, dass ihre Handschrift mit Interesse gesucht wird. Zu finden ist diese in der neuen Hängung des Bestands, die in großen Zügen die alte ist (vor der Ära Rainbird), aber bei allen Déjà-vus hat man bei der Begegnung mit der Kunst des Hauses den Eindruck eines frischen Winds. Das mag an der Farbfassung 17


der Räume liegen, die einerseits nobel wirkt und zugleich eine Inszenierung der Einzelwerke zulässt, der man gerne folgt. Kleine Szenerien beflügeln die Betrachtung, so etwa, wenn einmal zwei gestrenge Marmorbüsten von Johann Heinrich von Dannecker über ein Schick-Porträt von Danneckers Frau Heinrike zu wachen scheinen, während das von afrikanischer Kunst beeinflusste erste Menschpaar in ein halb neckisches Zueinander gestellt ist – Eva schaut (neugierig? frech?) auf Adam, der sich womöglich bemüht, in seiner Nacktheit schamhaft von ihr wegzuschauen … Freilich, die Welt ist nicht neu zu erfinden – Beuys ist eine unverrückbare Größe, die ihren Platz zwanghaft behauptet –v und die Bronzeserie von Matisse’ Rückenakten ist da platziert, wo sie einst zu sehen war. Dennoch ist alles dem Titel gemäß »In neuem Glanz«, und sei es eben der schon bewährt gute. Endlich sind auch wieder Kleinode des Museums aus den Magazinen ins Rampenlicht zurückgekehrt und gliedert sich in eine imaginäre Zeitschiene ein, die für experimentelle Konfrontationen keinen Raum mehr hat – ein Wermutstropfen in der soliden Neupräsentation. Was die Ausstellungstätigkeit angeht, muss man noch Geduld haben: Die Beteiligung der Staatgalerie an der Internet-Initiative in Sachen Alfred Flechtheim – ein Zusammenschluss von 15 staatlichen Museen! – ist mehr als vielversprechend. Die für November angekündigte Schau »Brueghel, Rubens, Ruisdael – Schätze der Hohenbuchau Collection« setzt die Rainbird-Linie fort. Eine umfassende Bilanz des Wechsels wird die Super-Schau über Oskar Schlemmer Ende 2014 erbringen. (gb) Staatsgalerie Stuttgart, staatsgalerie.de

18


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

Zeitgenössische italienische Kunst 20. 10. 2013 – 14. 09. 2014

www.schauwerk-sindelfingen.de Eschenbrünnlestraße 15/1 · 71065 Sindelfingen Öffnungszeiten: Samstag / Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr Dienstag / Donnerstag 15:00 – 16:30 Uhr (Führungen) 19


Literatur aus Rumänien und Tipps zum schöner leben

Die Stuttgarter Buchwochen locken Leser und Genießer ins Haus der Wirtschaft. »Nein, Rumänien ist kein Dracula-Land.« Wie vielseitig und spannend der von den Karpaten bis zum Schwarzen Meer reichende Staat ist, wollen uns die Stuttgarter Buchwochen mit der Wahl ihres diesjährigen Gastlands zeigen. Dabei wischt die Journalistin und Autorin Ebba Hagenberg-Miliu in einem Vortrag mit eben diesem Titel die beliebte Assoziation zur Seite. Sie lädt am 1. Dezember ein, das EU-Land vorurteilsfrei in Wort, Bild und Musik zu entdecken, wobei sie Klöster, Dörfer und Städte vorstellen und einen kritischen Blick auf aktuelle politische Ränke werfen möchte. Die große Bücherschau im Haus der Wirtschaft, veranstaltet vom hiesigen Börsenverein des Deutschen Buchhandels sowie vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium, bietet im und außer Haus wieder ein riesiges Rahmenprogramm. Vom 14. November bis 8. Dezember finden Sonderausstellungen, Film-Nachmittage sowie jede Menge Lesungen und Vorträge statt. Mit Gabriela Adamesteanu kommt am 14. November eine bedeutende Vertreterin der zeitgenössischen rumänischen Literatur nach Stuttgart. Sie präsentiert gemeinsam mit ihrem Übersetzer und Moderator des Abends, Georg Aescht, ihr 1975 erschienenes und jetzt erstmals auf Deutsch vorliegendes Debüt »Der gleich Weg an jedem Tag«. Darin schildert die inzwischen vielfach ausgezeichnete Schriftstellerin aus Sicht einer widersprüchlichen, sensiblen jungen Frau die Repression und permanente Angst im totalitären Rumänien zur Zeit des Kommunismus. Aus eben diesem Land flüchtete Catalin Dorian Florescu 1982 mit seinen Eltern. Der jetzt 46-Jährige lebt seitdem in der Schweiz

20


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

und schreibt auf Deutsch. Am 21. November liest er hier aus seinen Romanen »Jacob beschließt zu lieben« und »Zaira«. Der Autor wurde 2011 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet und erhielt letztes Jahr den Josef von Eichendorf-Literaturpreis für sein literarisches Werk. Der deutsche Romancier und Lyriker Jan Koneffke wohnt in Wien, Bukarest - und den Sommer über meist in einem Dorf am Rande der Südkarpaten. Dort entstanden weite Teile seines jüngsten Romans »Die sieben Leben des Felix Kannmacher«, den er am 27. November auf den Buchwochen vorstellt. Darin scheucht er seinen Helden, einen sehr sympathischen Taugenichts, durch die wechselvolle Geschichte des letzten Jahrhunderts. Hauptschauplatz ist natürlich Rumänien. Das Schwerpunktthema »Schöner leben« der Stuttgarter Buchwochen punktet nicht nur mit Ratgeberliteratur, Koch- und Bastelbüchern, sondern auch mit Mitmach-Aktionen. So kann man am 23.11. »Schmuck aus Faden und Draht« gestalten, am 30.11. Mützen häkeln und für Kinder gibt es am 1.12. »Weihnachtliches Glitzerbasteln«. Krimifreunden wird ebenfalls einiges geboten, etwa »Stuttgarts flüssige Kriminacht« (30.11.) mit Kurzgeschichten verschiedener Autoren, in denen jeweils ein Getränk eine Rolle spielt. Das wird dann nach jedem Krimi kredenzt. Über Fakten statt Fiktionen sprechen am 18.11. der Schauspieler Walter Sittler und der früherer Chef von Greenpeace International, Gerd Leipold, unter der Überschrift »Zeit, sich einzumischen«. So lautet auch der Titel ihres gemeinsam verfassten Buchs. Das versucht, eine Bestandsaufnahme der Herausforderungen zu geben, die sich unserer Zivilgesellschaft im 21. Jahrhundert angesichts von Finanzkrisen und Staatspleiten stellen. Und um nochmals auf das Gastland Rumänien zu blicken: Dem lichtscheuen Grafen aus Transsilvanien ist doch eine Veranstaltung gewidmet. Wolfgang Tischer und Lilian Wilfart präsentieren am 22. November »Dracula – Eine Vampyr-Lesung«. Die beiden haben Bram Stokers berühmten Roman in der deutschen Übersetzung von Heinrich Widtmann aus dem Jahr 1908 hervorgekramt. Der Eintrittspreis beinhaltet eine »Bloody Mary« - wohl bekomm’s!

(hoc) www.buchwochen.de

21


TanzTheaterSzene

Zwischen allem und jeden.

Können Menschen nur sie selbst sein? Statt rasiert, angepasst, gecastet? Den Unwägbarkeiten und Demütigungen des Daseins auf der Spur sind Nana Hülsewig, Fender Schrade und Mona Kuschel ab 30. Oktober im Theaterhaus: »Nana not alone« mit Texten von Weltliteraten bis Heidi Klum, poetischen Tonfolgen und irritierenden Kostümwechsel – nach einer Idee des verstorbenen Günter Brombacher. Einen Tag zuvor, am 29., verschmelzen beim Konzert »cross.art. world« im Treffpunkt Rotebühlplatz neue Musik, Live-Elektronik und Tanz: Das ensemble cross.art mit einer Uraufführung des Komponisten Oliver Frick. Dazu tanzt Robert Robinson, Stuttgarter Ballett, eine Choreografie von Louis Stiens. Weg weisende Schritte präsentiert auch das Stuttgarter Ballett. Am 8. November werden am Ballettabend »Fort//Schritt//Macher« Stücke von innovativen Choreografen aus drei Generationen gezeigt. Zu sehen sind Hans van Manens »Frank Bridge Variations«, Grenzgänger William Forsythes geniale Dekonstruktion des klassische Bewegungsrepertoires »workwithinwork« sowie die Uraufführung »On Velvet« von Hauschoreograf Marco Goecke, der mit seiner skulpturalen Bewegungssprache zeitgenössischen Tanz radikal neu auslotet. Was bleibt, wenn ein Raum verlassen wird? Energie? Bewegungsechos? Goecke arbeitet diesmal mit für ihn Ungewöhnlichem: Märschen von Sir Edward Elgar sowie Klängen des jungen Komponisten Johannes Maria Staud. »Seine feine Instrumentation fasziniert mich«, sagt er. »In der Vergangenheit arbeitete ich oft mit Werken von Komponisten wie Györgi Ligeti, die schwer, ja nüchterner waren. Diesmal will ich etwas mehr Drama im musikalischen Spiel.« Drama an vielen Orten bietet vom 6. bis 10. November »Made in Germany – 3. Interkulturelles Theaterfestival Stuttgart«, das am 6. im Nord eröffnet wird. Mit neun Theatern, namentlich FITZ!, Rampe, Tri-Bühne, Studio Theater, Junges Ensemble Stuttgart, Kulturzentrum Laboratorium, Theater am Faden, Theaterhaus sowie dem Schauspiel, holt das Forum der Kulturen interkulturelle Inszenierungen nach Stuttgart, um einen Überblick über diese wichtige Tendenz aktueller Theaterkunst

22


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

zu geben. Erstmals wurde das Programm vom Publikum zusammengestellt: Die Jury bestand aus theaterinteressierten Bürgern, welche die Kulturvielfalt Stuttgarts widerspiegelten. Am 9. November lohnt ein Abstecher in die Oberwelt zur Lesung »Lenz oder der Wahnsinn der Vernunft« – den ersten Teil performt die Künstlerin Susa Ramsthaler: Im Fokus der Bewegung steht das »Zwischen«. Gustave Flauberts »Universalenzyklopädie der menschlichen Dummheit« indes ist Anregung für Performer der Rampe einmal im Monat eine Standup-Enzyklopädie im Wissensspeicher Stadtbibliothek zu entwickeln. Start: 11. November. Zwei Tage hernach untersucht das Lokstoff! Theater im öffentlichen Raum in »Taxi Odyssee 2028«, ob Stuttgart noch Heimat für Heimkehrer sein kann, nachdem es 16 Jahre wegen Bauarbeiten evakuiert war, Fremdsteuerung inklusive! Ganz eigenständig indes geben am 16. und 17. November die Preisträger des 17. Internationalen Solo-Tanz-Theater Festivals auf der Gala im Treffpunkt Rotebühlplatz ihre im März ausgezeichneten Choreografien. Dann ist es nicht mehr weit bis Weihnachten. »Elsas heiligste Nacht« heißt die Premiere des Figurentheaters Anne-Kathrin Klatt im FITZ! am 30. November: Elsa hat nur ihren Einkaufswagen, aber viele Geschichten. (pam)

23


Den Biss behalten

Armin Petras’ Intendanz am Schauspiel Stuttgart hat begonnen. Dass er ein atemberaubendes Arbeitstempo an den Tag legt, ist in der Kulturszene längst mehr als bekannt. Aber dass der neue Intendant des Schauspiels Stuttgart Armin Petras gleich zum Eröffnungswoche der neuen Saison sieben Stuttgarter Premieren – inklusive zweier Uraufführungen – präsentiert, ist schon außergewöhnlich. So starten vom 25. bis 31. Oktober Bernward Vespers »Die Reise« Roman, Goethes »Urgötz« (Foto), Fritz Katers »5 morgen«, Anne Habermehls »Autostück. Belgrader Hund«, Ingmar Bergmans »Szenen einer Ehe«, Anton Tschechows »Onkel Wanja« und schließlich Friedrich Dürrenmatts »Das Versprechen« in den Spielorten Nord, Schauspielhaus sowie in dessen Foyer. Auf seine Arbeitslust, manche würden es als Arbeitswut bezeichnen, angesprochen zitiert Petras, der im sauerländischen Meschede geboren wurde, aber in der DDR aufwuchs, gerne mal Karl Marx: »Glück heißt, sich seinen Fähigkeiten entsprechend zu verausgaben.« Nun, Petras bringt allein in seiner ersten Spielzeit 32 Stücke auf die Bühne. Rückblick: In seinem ersten Intendanzjahr am Berliner Maxim Gorki-Theater waren es gar 54 Inszenierungen. Dass er umtriebig ist, wurde bereits während seines Regiestudiums an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch deutlich. Kaum den Abschluss in der Tasche gründete Petras 1987 die freie Theatergruppe Medea Ost und setzte Heiner Müllers Wolokolamsker Chaussee 1-3 am Theater Nordhausen um. 1988 in die BRD ausgereist, war er an einigen Bühnen tätig. Er inszenierte am Kleist-Theater Frankfurt/Oder, Theater Chemnitz, Nationaltheater Mannheim, der Volksbühne Berlin oder am Thalia Theater Hamburg. Es war Oberspielleiter im Theater Nordhausen, Schauspieldirektor am Staatstheater Kassel, Leiter der Spielstätte Schmidtstraße des Schauspiels Frankfurt und zuletzt eben Intendant am Gorki Theater. Am Schauspiel Stuttgart habe ihn gereizt, dass das Publikum hier sehr meinungsstark sei und mit Kritik nicht hinterm Berg halte. »Das ist Teil des bürgerlich-kritischen Selbstverständnisses in Stuttgart. Wir 24


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

werden uns anstrengen müssen, um beeindrucken zu können, denn die Stuttgarter sind im Kulturbereich sehr bewandert und verwöhnt.« Sowohl die Oper wie auch das Ballett, mit denen er nun ein Haus teile, hätten über Jahre hinweg Kunst auf höchstem Niveau gezeigt. »Die Drei-Sparten-Konstellation war übrigens einer der Hauptgründe für mich nach Stuttgart zu kommen.« Er freue sich sehr, mit Jossi Wieler, der ein Vorbild für ihn sei, und Reid Anderson spartenübergreifend zusammenzuarbeiten. Seine eigenen Ziele sind klar: »Grundsätzlich will ich ein volles Haus haben. Ich möchte Leute für das Theater entflammen, auch junge Leute. Allerdings dürfen wir bei allem Schielen auf die Auslastungszahlen unseren künstlerischen Biss nicht verlieren. Gefälliges Theater ist langweiliges Theater.« Man wolle aufrütteln und verstören, die Menschen dazu bringen, scheinbar Selbstverständliches und Unveränderliches zu hinterfragen. »Wenn wir unser Publikum gleichzeitig an uns binden und zum Nachdenken bewegen können, haben wir unser Ziel erreicht«, betont Petras, der auch als Dramatiker erfolgreich ist. Seine als Fritz Kater geschriebenen Stücke sind mehrfach ausgezeichnet, waren beim Berliner Theatertreffen. Kritiker bezeichnen ihn denn auch als politischen, unideologischen Zeitgenossen, der zum Bilderbuch-Intendanten tauge – trotz seines unruhigen Temperaments. Petras will nun überprüfen, wie das zu Stuttgart passt. (pam)

25


Chinas Zeitgenossen

Constanze Reinhardt eröffnete im Stuttgarter Süden eine Galerie für zeitgenössische chinesische Kunst. Sigrun Lutz sprach mit der 56-jährigen Bildhauerin. Ist es nicht ein Wagnis, derzeit eine Ga-

Die Gruppe der Kunstsammler erweitert sich – der Kunstmarkt ist derzeit durch die Globalisierung sehr spannend. Chinesische Kunst ist eine interessante, sinnvolle Investition. Bisher ist sie in deutschen Galerien kaum vertreten, da die Abwicklung in und mit China nicht einfach ist. Stuttgart hat für mich persönliche Vorteile. Aber eine Galerie in dieser Nische muss über den lokalen Umkreis hinaus arbeiten – Sammler nutzen eine wachsende Vielzahl der Möglichkeiten. Bei uns können sie sehr erfolgreiche und bekannte chinesische Künstler persönlich kennenlernen. lerie zu eröffnen?

Hält der momentane Boom bei chinesischer Kunst auch dank Wei-Wei an?

Die Chinesische Kunst macht in einem Land, das über eine großartige Kunst- und Kulturgeschichte verfügt, just eine sehr intensive und lebendige Entwicklung durch, die noch am Anfang ihrer Möglichkeiten steht. Zwischen 1949 und den 80er Jahren war es in China verboten, Kunst zu sammeln. Heute ist Peking eine der spannendsten Kunstmetropolen der Welt. Die aktuelle künstlerische Auseinandersetzung mit dem Schatz der alten chinesischen Hochkultur ist faszinierend. Was ist in der aktuellen Schau „Augenzeugen des Daoismus“ zu sehen?

Drei junge chinesische, taubstumme Künstler, die mit Tusche und Scherenschnitt über die Schriften des daoistischen Philosophen Zhuang (350 v. Chr.) arbeiten. Diese gelten als die literarisch interessantesten und schwierigsten der chinesischen Geistesgeschichte. Bis 4.4.14, galerieconstanzereinhardt.com 26


30. Französische Filmtage

Viele Gäste und noch mehr Filme im Programm. Be-

Queen of Montreuil, Foto: Films Distribution

reits im Jahr 1984 fing es an. Damals hatten der Franzose Pierre Achour und der Tübinger Filmkritiker Michael Friederici bei Wein und Camenbert-Brötchen die Idee, ein Filmfestival mit dem Schwerpunkt »französischer Sprachraum« ins Leben zu rufen. Bis heute haben sich die Französischen Filmtage als auch in der Branche viel beachteten Publikumsfestival etabliert. Zugegebenermaßen findet in Tübingen am meisten statt, in den Kinos Arsenal, Atelier und Museum werden die meisten Filme gezeigt, sind auch die meisten der 30 Gäste vor Ort. Dennoch gibt es auch in Stuttgart einige Highlights. So werden zum Eröffnungsfilm »Die Nonne« – »La religieuse« (Delphi 1 am 31. Oktober) Regisseur Guillaume Nicloux und die Schauspielerin Pauline Etienne erwartet. Am 2. November spielt die Musikerin Christine Ott live die von ihr komponierte Musik für ein ganz besonderes Instrument mit dem Namen »Ondes Martenot« und Klavier zu dem Stummfilmklassiker »Tabu« von W. F. Murnau (Konzertsaal der Musikhochschule, 20 Uhr). Nach dem Cinéconcert bitten die Festivalmacher zum Champagner-Empfang. Am Afrikanischen Nachmittag am 3. November, der zusammen mit dem Forum Afrikanum gestaltet wird, wird nicht allein eine Auswahl an Filmen aus der diesjährigen Afrika-Reihe zu sehen sein, sondern auch der Regisseur Souleymane Cissé aus Mali, dem die Hommage der Filmtage gewidmet ist, ist anwesend. Und am 4. und 5. November gibt es dann noch eine ganz besondere »Leçon du cinéma« zum Thema Drehbuchschreiben mit Axelle Roperts Tragikomödie »Tirez la langue, Mademoiselle« und einer Diskussion im neuen Domizil des institut Français. (eva) filmtage-tuebingen.de

27


Institut Français in neuem Domizil

Ein zentraler Standort für französische Kultur. Endlich Zuhause angekommen sind das Institut Français und das französische Generalkonsulat in Stuttgart. Bereits im Jahr 2010 war ein Umzug beschossene Sache. Denn das bisherige Domizil in der Diemershaldenstraße hätte saniert werden müssen, die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Villa mit idyllischem Garten wäre teuer geworden. Außerdem, so ließ damals der amtierende Generalkonsul Christian Dumon wissen, wollte man ins Stadtzentrum ziehen, um für die Menschen besser erreichbar zu sein. Also war man, nachdem ein Investor für die Villa gefunden worden war, auf der Suche nach einem in der Innenstadt gelegenes Gebäude, das man in der Augustenstraße 2 gefunden zu haben glaubte. Doch der Investor für die Villa sagte ab, die Träume von einem neuen, zentralen Domizil waren geplatzt. Noch im Jahr 2011 wurde das 60jährige Jubiläum des Instituts in der Diemershalde gefeiert, aber auch ein neuer Käufer wurde gefunden. Der darauf folgende Abschied war – auch für die Gäste und Teilnehmer der zahlreichen Kulturveranstaltungen und Sprachkurse, die seit den 50er-Jahren dort stattfanden – schwer. Tröstlich ist jedoch, dass der neue Eigentümer eben nicht irgendein Investor, sondern das Hospiz Stuttgart ist. Die Einrichtung, in der Fachkräfte und Ehrenamtliche schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrer letzten Lebenszeit und auch den Angehörigen beistehen, lässt derzeit die Villa für ihre erwachsenen Gäste umbauen. Das Hospizhaus in der Stafflenbergstraße soll bald allein für Kinder und Jugendliche zur Verfügung stehen. Nach dem Verkauf intensivierten das Institut Français und das französische Generalkonsulat die Suche nach einem neuen Domizil, das schließlich am Berliner Platz, gegenüber der Liederhalle, gefunden wurde. Das 900 Quadratmeter große und vier Stockwerke hohe Gebäude wurde in den vergangenen Monaten umgebaut und energetisch saniert. Institut und Generalkonsulat konnten den Umbau aus nächster Nähe, aus ihrer Interimsbehausung am Rotebühlplatz 8, mitverfolgen. Nun sind die Bauarbeiten endlich fertig, die letzten Handgriffe gemacht. Am 17. Oktober wird wurde das Gebäude feierlich eröffnet, zunächst mit musika28


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

lischem Rahmenprogramm und Podiumsdiskussion in der Liederhalle, anschließend direkt vor Ort in der Schlossstraße 51. Die Eröffnung des neuen Institut Français ist gleichzeitig auch Auftaktveranstaltung der 14. Französischen Wochen, die in diesem Jahr bis 31. Oktober unter dem Motto »Kreation und Innovation« stattfinden. Rund 70 Veranstaltungen an verschiedenen Orten im Raum Stuttgart und Tübingen sind geplant. (eva)

institutfrancais.de/stuttgart, franzoesischewochen.de

29


Faszination des Fremden

Gesichter und Geschichte Afrobrasiliens. Ort, der sich wandelnden und verschmelzenden Kulturen: Im Einwanderungsland Brasilen fließen viele Religionen, Ethnien, Bildformen und Denkmuster zusammen. Die portugiesische Kolonisation, aber vor allem die gewaltvolle Migration afrikanischer Sklaven und die indianischen Ureinwohner prägten die Tradition der afrobrasilianischen Kultur. Dieser Kulturtransfer ist Thema der Ausstellung „Afro-Brasil – Porträtfotografie in Brasilien 1869/2013“ in der ifa-Galerie in Stuttgart. In drei Fotoserien präsentiert das Institut für Auslandsbeziehungen die lange Geschichte des Bildes der Afrobrasilianer. Das Zeitgenössische macht den Anfang: Unter Moskitonetzen hängen die Aufnahmen der jüdischen Fotografin Luciana Gama aus São Paulo. Eine farbenfrohe Prozession von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen thematisieren die unterschiedlichen kulturellen Strömungen im afrobrasilianischen Glauben. In scharfem Kontrast hierzu stehen die düsteren, grauen Bilder von Eustáquio Neves aus der Serie „Objektivierung des Körpers“. Er löst seine Porträts in komplexen Entwicklungs- und Manipulationsverfahren auf, bis die abgebildeten Personen unter den vielen visuellen Ebenen, Symbolen und Schriftzügen nur noch schemenhaft zu erkennen sind. Das Zentrum der Schau bildet indes die historische Bilderserie von Alberto Henschel – gegenüber den zeitgenössischen Künstlern. Seine Fotografien zeigen die Faszination des Fremden, Anderen, Exotischen. Der aus Berlin stammende Einwanderer und einstige Hoffotograf des Kaisers Dom Pedro II setzte nicht nur den Adel und das Bürgertum in Szene, sondern porträtierte auch Sklaven aus der afrikanischen Diaspora. Visitenkartenporträts, welche die Gesellschaft Brasiliens vor und nach Abschaffung der Sklaverei im Jahr 1888 widerspiegeln. Darüber hinaus informieren historische Zeitungsausschnitte, Statistiken und Infotexte über die Geschichte und heutige Situation der Afrobrasilianer. Vorträge und Diskussionen zum Thema finden auf Portugiesisch, Englisch und Deutsch statt. Anlass der kleinen, aber feinen Ausstellung, die man sich größer wünschen würde, ist das Deutschlandjahr 2013/2014, bei dem sich Deutschland als Kulturnation in Brasilen präsentiert. (fh) Bis 5.1.14, ifa.de 30


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

hrautezehndoppelpunkt

ANKOMMEN

23. juni 2013 - 5. januar 2014 marco schuler, filmstill "bypass", 2009

k u n s t w e r k ı s a m m l u n g a l i s o n u n d p e t e r w. k l e i n ı s i e m e n s s t r. 4 0 ı 7 1 7 3 5 e b e r d i n g e n - n u s s d o r f museum geöffnet mittwoch, donnerstag, freitag, sonntag von 1 1 – 1 7 uhr ı samstag nach vereinbarung k o n t a k t : k u n s t w e r k @ s a m m l u n g - k l e i n . d e ı t e l e f o n : 0 7 0 4 2 - 3 7 6 9 5 6 6 ı w w w. s a m m l u n g - k l e i n . d31 e


Faktum Farbe

Christiane Conrad bei Klaus Braun. Er ist leicht, aber intensiv. Die Rede ist von dem Grünton in Christiane Conrads Bild. Und obschon dieses in nur einem Farbton gemalt ist, scheint man viele weitere Farbnuancen erkennen zu können. „Neue Arbeiten“ heißt schlicht die Schau der Galerie Klaus Braun, in welcher die Künstlerin den Betrachter auf eine Reise durch die unterschiedlichsten Farbfelder und Farbnuancen schickt. Es ist die Farbe als Faktum, als Materie, ihre Bedeutung und Schwingung, die Conrad seit Ende ihres Kunststudiums in Berlin umtreibt. Von der Figuration und Landschaft kommend, widmet sich die einstige Meiserschülerin Walter Stöhrers ganz der monochromen Malerei – kein einfaches Unterfangen im Berlin der 90er Jahre, in dem die Farbmalerei unüblich, dafür die Figuration alles war. Allein auf sich gestellt, probt indes Christiane Conrad, wie sie Stimmungen der Natur allein in Farbe umsetzen kann, wobei die in die Vertikale verlängerte Quadratform sowie der fehlende Horizont bewusst den Bezug zur Natur erschwert. Bis zu zehn Schichten Farbe – nur in kleinsten Nuancen verändert – trägt Conrad nass in nass auf die Leinwand auf, zieht mit dem Spachtel senkrechte Riefen ein. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Facetten eines Tons sowie plastische Abhebungen, die den Bildern Lebendigkeit und Tiefe verleihen. Conrad entdeckt mit ihren Werken die Welt der Farben immer wieder neu und zeigt dem Betrachter, wie enorm und faszinierend das Reich der polychromen Einfarbigkeit ist. (mz) Bis 9.11. www.galerie-klaus-braun.de

32


Interview mit Gabriele Röthemeyer

»Für große Produzenten gibt es zu wenig Arbeit.« Seit 18 Jahren ist Gabriele Röthemeyer Geschäftsführerin der MFG Filmförderung und zuverlässige Ansprechpartnerin für die Filmschaffenden im Land. Aus der Filmszene in Baden-Württemberg ist sie nicht mehr wegzudenken. Am 1. Dezember geht sie in den Ruhestand. Ihr Resümee zum Filmstandort Baden-Württemberg.

Frau Röthemeyer, wie geht es der Filmszene im Land? Wir haben in Baden-

Württemberg die spezielle Situation, dass wir zwar eine super Ausbildung haben, aber dass der Heimsender unseren Filmemachern nicht genug ›Futter‹ bietet, damit sie sich auch entwickeln können. Debüts werden vom Sender noch gezeigt, aber dann kommen keine Aufträge mehr. Das heißt, wir haben hier gute Leute, die gute Projekte durchziehen können. Uns fehlt es aber an großen Produzenten wie etwa Regina Ziegler, Odeon Film oder auch Constantin Film, die auch Talente beschäftigen können. Es gibt hier zu wenig Arbeit für große Produzenten. Deshalb werben wir für den Standort auch niemanden mehr an. Das ist traurig, aber es wäre nicht verantwortungsvoll.

Heißt das, Baden-Württemberg ist kein guter Filmstandort? Wie gesagt, frü-

her bin ich losgezogen und habe für den Standort geworben. Das mache ich definitiv nicht mehr. Wir haben den Schwerpunkt verlagert, sprechen eher die VFX-Leute, also die Animationsfilmemacher an, die auch von der Industrie beziehungsweise von der Werbung leben. Deshalb haben wir das Animation Media Cluster gegründet, für das wir richtig – auch weltweit – werben. Diese Branche wächst erheblich, gerade auch was die Mitarbeiterzahlen angeht.

Der Südwestrundfunk (SWR) ist für die Filmemacher einer der wichtigsten Auftraggeber im Land. Die Rolle des Senders diesbezüglich wird aber seit vielen

33


Jahren kritisiert. Warum tut sich da nichts? Wir, die MFG, aber auch Christian Dosch von der Film Commission Region Stuttgart haben das immer wieder problematisiert. Es gab zahlreiche Veranstaltungen zum Thema, aber wir konnten leider keine Veränderung bewirken in all diesen Jahren. Da gibt es so viele alte Verpflichtungen in alten Verträgen für Inhouse-Produktionen. Die Tatorte werden vom SWR mit der Maran Film, die zum Teil den SWR Media Services Stuttgart und zum Teil den Bavaria Film gehört, selber gemacht, die Fallers werden selber gemacht. Und wenn der SWR große historische Geschichten verfilmen will, dann heißt es, die Produzenten im Land sind zu klein und man wendet sich an andere Firmen in Berlin oder München. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Am 1. Dezember gehen Sie in den Ruhestand. Wie geht es für Sie weiter? Ich

gehe wieder zurück nach Hamburg. Und ich werde sicher noch ein bisschen im Bereich Film tätig sein.

Das Gespräch führte Eva Maria Schlosser Mit Leben erfüllen

Stuttgarts neue Kulturamtsleiterin. Die Würfel sind gefallen, das Vakuum im Kulturamt Stuttgart ist zumindest personell gefüllt. Der Gemeinderat der Landeshauptstadt entschied in seiner Sitzung am 17. Oktober, Birgit Schneider-Bönninger möge der nach Köln ausgezogene Susanne Laugwitz-Aulbach als Leiterin des Kulturamtes Stuttgart nachfolgen. 43 von 58 abgegebenen Stimmen gingen auf ihr Konto. Die promovierte Historikerin und Sozialwissenschaftlerin leitete seit 2010 in Wolfsburg den Geschäftsbereich Kultur und Bildung. Dort erarbeitete die gebürtige Kamenerin einen Kulturentwicklungsplan, von dessen Projekten inzwischen die Hälfte umgesetzt sei, heißt es. In Stuttgart will die 50-Jährige die hiesige Kulturentwicklungsplanung mit Leben erfüllen. Als Projekte für die kommenden Jahre nannte sie etwa die Entwicklung des Planetariums und des Stadtmuseums, das die Chance biete, Wurzeln und Visionen aufzuzeigen. (pam) 34


und

SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

34 Kinderbücher und mehr 36 Blaue Notizen 39 ARTplacc Festival Tihany 40 Glosse 42 Buchtipps von SuR 44 Bildergeschichten 46 Filmtipp von SuR

35


Kinderbücher und mehr von Ina Hochreuther

Silber – Das erste Buch der Träume. Liv Silber und ihre jüngere Schwester Mia sehnen sich nach einem festen Wohnort. Denn ihre Mutter, eine Literaturwissenschaftlerin mit Lehraufträgen in der ganzen Welt, zerrt sie von einer Stadt zur nächsten. In London erfahren sie, dass ihre Mutter nun doch sesshaft werden will. Allerdings plant sie, mit ihrem neuen Freund Ernest Spencer eine Art Patchwork-Familie zu gründen. Darüber sind weder die Schwestern noch dessen zwei Kinder, Florence und Grayson, beglückt. Höchst unterhaltsam und mit viel Sinn für witzige Dialoge schildert Kerstin Gier Alltagskalamitäten, wie sich möglichst schnell in der Stadt und in der neuen Schule zurechtzufinden - und natürlich die Begegnungen der künftigen Familienmitglieder. Aber sie baut noch eine andere Ebene in »Silber – Das erste Buch der Träume« ein, um die es eigentlich geht. Denn Liv hat lebhafte Träume, in denen sie mit Grayson und seinen drei Freunden seltsame Abenteuer besteht. Das Mysteriöse daran ist, dass die Jungen im realen Leben um diese Geschichten wissen. Die Bestsellerautorin scheint ihr Erfolgskonzept der Zeitreisen aus der »Edelstein«Trilogie zu variieren. Auch hier stellt sie besondere Fähigkeiten ihrer in diesem Fall rätselfreudigen, mutigen und ziemlich bodenständigen Heldin in den Mittelpunkt. Aber das macht sie so mitreißend, dass nicht nur weibliche Jugendliche den ersten Band lieben und den nächsten heiß ersehnen werden. FJB - S. Fischer Verlag

2013, 414 S., € 18,99. Ab 14.

Wenn er mich findet, bin ich tot. Eine »sonderpädagogische Maßnahme«, quasi aus dem (nicht existenten) Handbuch der Hilfe für gestrandete Jugendliche soll es richten. Die 15-jährige Tilly, geprägt von Heimaufenthalten, Pflegeeltern und Psychiatrie wird nach Finnland verfrachtet, um dort mit anderen Gestrauchelten in der winterlichen Einöde ein Eishotel zu bauen. Sandra, die ihr Outfit nachahmt, kommt ums Leben. Aber vermutlich hat es ihr Mörder auf Tilly abgesehen. Die in Stuttgart aufgewachsene Schauspielerin, Grafikerin und Drehbuchautorin Elisabeth Rapp bleibt in ihrem beeindruckenden Krimi »Wenn er mich findet, bin ich tot« in Sprache und Haltung ganz nah am Lebensgefühl von Jugendlichen. Unbedingt lesenswert!

dtv (Originalausgabe) 2013, 377 S., € 13,95. Ab 13.

36


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

In guten wie in toten Tagen. Ein Junggesellinnenabschied gehört zwingend dazu. Jedenfalls aus Helenas Perspektive, die in einer Woche Tom heiraten will. Für Cara, ihre jüngere Schwester, eher eine Außenseiterin, ist klar, dass sie diese Sichtweise übernimmt – und den Event organisiert. Der Alkohol fließt in Strömen, Pillen kommen auch ins Spiel und am nächsten Morgen wird Tom ermordet in seiner Wohnung aufgefunden. Niemand kann sich so recht erinnern, was in der Nacht passiert ist. Helena gerät durch Zeugenaussagen unter Verdacht. Cara ist völlig verstört und versucht alles, um ihre bewunderte Schwester zu entlasten. Gina Mayers zweiter Psychothriller «In guten wie in toten Tagen« fasziniert von der ersten bis zur letzten Seite - und wieder verblüfft wie schon in »Morgen wirst du sterben« die Auflösung. Subtil lockt uns die Autorin auf falsche Fährten und lässt nebenbei einen überaus realistischen, bedenklich stimmenden Mikrokosmos entstehen, wie er in jeder Stadt vorstellbar ist. Script5 Verlag 2013, 358

S. € 14,95. Ab 14.

37


Blaue Notizen von Thomas Klingenmaier

Frank D’Rone: In Person. So viel kann schiefgehen für jemanden mit großem Talent. Manche Hindernisse wirken im Rückblick unumschleichbar wie Naturgesetze, andere pure Kleinigkeiten. Aber auch über einen dünnen Draht kann man böse stolpern. Der im Oktober dieses Jahres gestorbene Sänger und Gitarrist Frank D’Rone hat nie die steile Karriere gemacht, die man ihm gewünscht hätte – obwohl er einer der faszinierendsten Musiker war im Grenzbereich zwischen Jazz, Broadway und Erwachsenenpop, den die Amerikaner Lounge Singing nennen, oder, wenn’s ein klein wenig rauer wird, Saloon Singing. Vielleicht haben die kleinen Programmtafeln von einst geholfen, ihn auszubremsen. Sein Geburtsname, Frank Caldarone sei ein wenig zu lang gewesen, hat er einmal erzählt, die Veranstalter hätten ihm zu etwas Kürzerem und Knackigerem geraten. So wurde aus Caldarone D’Rone. Man darf zweifeln, ob das wirklich die ideale Marketingentscheidung war, erst recht bei

38


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

einem jungen Burschen, der mit Vornamen Frank hieß und in den Markt des Frankie-Boy schlechthin eindringen musste, den von Frank Sinatra. Wobei Sinatra nicht der bad guy im Leben von D’Rone ist, keiner, der ihn willentlich von der Fahrbahn gedrängt hat. Der siebzehn Jahre ältere Sinatra war ziemlich begeistert von dem in Providence, Rhode Island aufgewachsenen Jungspund, der früh den Berufswunsch Musiker gehabt hatte und im Alter von Dreizehn Sieger in einem Wettbewerb für Klassikgitarristen geworden war. Sinatra hat für D’Rone Türen geöffnet, er hat ihn in Las Vegas untergebracht. Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre trat D’Rone oft im Fernsehen auf. Allein 13 Mal sang er in der Johnny Carson Show. Er muss als Person wohl so sympathisch gewesen sein, wie er auf seinen Aufnahmen klingt, warmherzig, bedacht, sensibel. Seine Fachkollegen hatten den höchsten Respekt vor ihm. Wenn Ella Fitzgerald oder Dinah Washington die Chance dazu hatten, hörten sie sich ein Set von D’Rone an. Auch Jazzinstrumentalisten, die Sänger(innen) oft als Publikumsbespaßer ohne wirkliches Musikverständnis verspotten, zogen den Hut vor ihm. Nat King Cole, dem sowohl als Sänger wie als Pianist keiner etwas vormachte, stieg einmal, als er einen Auftritt von D’Rone besuchte, wortlos auf die Bühne, setzte sich ans Klavier und begleitete ihn. Aber das große Hindernis in D’Rones Leben war die Poprevolution: Er war zu spät geboren, er hing zu innig an klassischen Interpretationen des Great American Songbook, und das leicht Schleimige der Hausfrauentrösterei, mit dem sich manch anderer Saloon Singer in die neue Zeit rettete, lag ihm ganz und gar nicht. Man begreift das hoffnungslos Anachronistische dieses Mannes sofort, wenn man in eine der wenigen Platten hineinhört, die man mit ihm gewagt hat, am besten in »Frank D’Rone – In Person«, aufgenommen live 1962 im damals oberhippen Club »hungry i« in San Francisco. »In Person« beginnt mit dem Entsagungslied »But Not for Me«, und vom Fleck weg macht D’Rone klar, dass er keine Mätzchen braucht und keine Stimmjongliernummern einbauen, keine 39


Höhentestflüge absolvieren wird. Wie Mel Tormé, dem er in Phrasierung und Ausdrucksfarbe viel ähnlicher ist als Sinatra, bewegt er sich mit staunenswerter Geschmeidigkeit durch die Landschaft eines Liedes und gestaltet sie um, ohne auch nur einen Moment invasiv zu wirken. Tatsächlich scheint D’Rones Respekt vor dem Material noch ausgeprägter als der von Tormé. Er mag lange Noten, überraschende Modulationen, auch abrupte Emotionssprünge sind ihm nicht fremd. Aber bei ihm wirkt alles stimmig, bleibt alles Erkundung einer Gefühlslage statt sich in die Präsentation von Artistik zu verwandeln. Wenn einer etwas derart gut beherrscht und das ideale Genre für sich gefunden hat – warum sollte er etwas anderes versuchen? Diese Frage hat D’Rone für sich klar beantwortet, und seine Absage an Moden und Geschmackswechsel hat ihn vermutlich ein paar Millionen Fans und Dollar gekostet. Aber für alle, die gern in alten Plattenkisten stöbern, hat diese Absage außergewöhnlich schöne Fundstücke hinterlassen.

40


Erfahrungen auf dem ARTplacc Festival Tihany

Wackelige Existenzen.

Eine professionelle, zweisprachige Homepage, etliche Sponsoren, 444 Zusagen auf Facebook und die Ansage »Contemporary Art moves to Tihany«. Eigentlich hätte das »ARTplacc Contemporary Art Festival Tihany 2013« gut werden müssen oder zumindest können. Vor Ort offenbarte sich der Hauptausstellungsraum am Hafen der ungarischen Halbinsel als etwa 800 Quadtratmeter großes Zelt, in dem zwei Dutzend Galerien (»the leading Hungarian and a Central Eastern European contemporary fine art galleries«) wackelige Stellwände mit einem bunten Potpourri bestückt hatten. Leider befanden sich selbst bei der offiziellen Vernissage an den wenigsten Ständen auskunftsfreudige Galeristen oder Künstler. Suchende Blicke wurden von niemanden aufgefangen. Schade … Die zweite »Venue«, ein paar Hundert Meter weiter am BalatonUfer war für Ortsunkundige aufgrund mangelnder Beleuchtung und Beschilderung trotz Lageplan kaum zu finden. Die wegen der überlangen Soundchecks mit erheblicher Verspätung stattfindenden Konzerte wurden höchst lustlos runtergespielt. Den sprichwörtlichen Vogel schoss aber die dritte, mit dem Motto »Existence Pictures« werbende Fotografie-Abteilung im 200 Quadratmeter großen separaten Zelt ab. Stolpern konnte man hier nicht über neue Seherlebnisse, sondern über die unebenen BodenPlanken, die ihre Kanten gefährlich in die Höhe streckten. Schiefer war nur noch die Hängung der Exponate. Man kann das Ganze natürlich auch positiv sehen: Wer ein menschliches, unperfektes Kunst-Event als Kontrast zu den Massen-Messen in Basel & Co sucht, ist 2014 bei der vierten Ausgabe des Tihany-Festivals gut aufgehoben. Marko Schacher

41


Glosse

Als ich mich mal beworben habe.

Neulich habe ich mich bei einem Sender im Südwesten beworben. Wenn man Journalist werden will, muss man ja mit allerhand Praxiserfahrung aufwarten können. So dachte ich. Und die zweite Radiostation dieses Senders, die macht allerhand gute Geschichten. Das könnte interessant werden dort. Denn die anderen Sachen des Senders sind nicht so meins. „Eisbär, Affe & Co“ oder „Sturm der Liebe“ oder „Die Fallers“ gehen ja gar nicht. Oder sagen wir: ist jetzt nicht so mein Geschmack. Aber der mit der Nummer zwei, das wär schon was. Also gut, Bewerbung abgeschickt. Hat richtig Arbeit gemacht, mit extra-schicken Fotos ablichten lassen, beim Fotografen und so. Nach zwei Monaten dachte ich dann, eigentlich könntest du mal beim Sender nachhaken. Was die Bewerbung so macht. Das Problem war nur: Die dort Tätigen wussten gar nichts von meiner Bewerbung. Das war komisch, schließlich hatte ich eine Eingangsbestätigung bekommen. Daraufhin hab’ ich ein bisschen hin und her telefoniert, mit – ungelogen – ungefähr 17, mehr oder weniger freundlichen und mehr oder weniger dienstbeflissenen Damen gesprochen. Nach etlichen Tagen intensivem Telefonkontakt hatte ich es dann dicke und habe jemanden angerufen, der jemanden kennt, der dort was zu sagen hat. Der war dann ziemlich sauer. Plötzlich ging alles ganz schnell. Ich musste meine Bewerbung nochmal schicken, aber woanders hin. Innerhalb von zwei Tagen kam eine Antwort, meine Bewerbung war in der Redaktion angekommen. Toll!

Die Öffentlich-Rechtlichen bekommen seit Januar ja nochmals mehr Kohle von den Gebührenzahlern. Die ARD, zu deren Familie der Sender gehört, hat Mehreinnahmen von plus-minus 900 Millionen Euro gefordert, aber so richtig scheint in diesem Rundfunkdschungel niemand durchzublicken. Nicht mal Medienjournalist Stefan Niggemeier, der bekanntlich nicht nur das Handelsblatt der Falschaussage bezichtigt hat. Von diesen plus-minus 900 Millionen bekommt der Sender auch was ab. Das könnte er in die Personalabteilung investieren, die sich übrigens „Strategische Personalsteuerung“ nennt. Vielleicht kön42


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

nen ein paar Leute mehr eingestellt werden, um den Laden zu strukturieren oder wenigstens nach ökonomischen Gesichtspunkten strukturiert aussehen zu lassen. Oder man könnte mehr von denen einstellen, die so richtig was zu sagen haben. Geld ist ja jetzt wieder da. Heute ist übrigens eine E-Mail von der Personalabteilung gekommen – elf Monate nach meiner Bewerbung. Eine der 17 Damen empfahl mir, mich anderweitig zu orientieren, mich für einen anderen Praktikumsplatz – woanders – zu entscheiden. Diejenige Dame, die nämlich für meine Bewerbung zuständig wäre, sei seit längerem krank. Und es sei auch nicht absehbar, wann die erkrankte Dame wieder komme und ich eine Entscheidung erwarten könne. Jemand anderes könne meine Bewerbung auch nicht bearbeiten. Aha. Vielleicht ist es mit der neuen Gebührenordnung – nennen wir sie Dukatenproduktionsmaschine – ja so, dass kostenlose und arbeitswillige Praktikanten dem Sender einfach zu billig sind. Vielleicht hätte ich mich als gagenträchtiger Berater bewerben sollen mit der quotengarantierenden Einschaltsensation im Gepäck. Noch flacher, noch bunter, noch mehr Privatfernsehen im Öffentlich-Rechtlichen. Um den Sender vom angestammten und schon reservierten vorletzten Tabellenplatz der Dritten Programme wegzukatapultieren. Aber eigentlich will ich für die überhaupt nicht mehr arbeiten. Weder für Geld noch für ohne. (nd) 43


Buchtipps von SuR

Stuttgart in den Roaring Twenties. Die 1920er-Jahre waren eine Zeit des Aufbruchs, in politischer, gesellschaftlicher und kultureller Hinsicht. Auch in Stuttgart brodelte der Kessel. Der Historiker und Journalist Jörg Schweigard hat sich der Jahre von 1919 bis 1933 in Stuttgart angenommen und die Stimmung der Zeit eingefangen: Thematisch eingeteilt in Kapiteln beschreibt er die Zeit der Inflation bis 1923 und die folgende Aufbruchsstimmung der Roaring Twenties, den Wandel von Stuttgart zur Großstadt, die politischen Verhältnisse sowie die höchst lebendige Kunst-, Literatur- und Theaterszene. Mehr oder weniger bekannten Persönlichkeiten wie Karl Lautenschlager, Else Kienle, Robert Bosch, Fritz Elsas und Oskar Schlemmer widmet der Autor eigene Kurzporträts. Dabei präsentiert er die geballte Ladung historischer Fakten so spannend wie ein Krimi. Ein schönes, erhellendes Buch, nicht nur für Menschen, die Stuttgart kennen und lieben. (eva) Verlag Braun

2013, 280 S., 24,95 €

Luftpost für eine Stelzengängerin. Ihre Sätze bestechen durch Klarheit. Schnell wird diese Klarheit zur Poesie und Sinnlichkeit. Denn die Ulmer Schriftstellerin Tina Stroheker schreibt ihre Gedanken und Beobachtungen für ein dem Leser unbekanntes, von der Autorin geliebtes Gegenüber nieder, das sie auch anspricht, mit dem sie ihren Gedanken nachhängt, dem sie ihre Liebe und ihr Glück, aber auch ihre Zweifel und Ängste mitteilt. So ist »Luftpost für eine Stelzengängerin« eine Sammlung von Miniaturen, Augenblicken, Sinneseindrücken, die sie mit dem Leser teilt: »Manchmal überfällt mich Misstrauen. Mit Dir, befinde ich dann, war doch in meinem Leben nicht zu rechnen …« (eva) Klöpfer &

Meyer 2013, 18 S., 16 €

ABC der fabelhaften Prinzessinnen. Vogelhochzeit einmal anders: Prinz Willem soll eine von 26 Prinzessinnen wählen. Sie stellen sich mit ihren Reizen und Vorlieben vor. Prinzessin Apfelsine eröffnet den Reigen, Prinzessin Coletta aus Caracas ist cool, clever und charmant, aber was ist mit ihrer Liebe zu Currykraut und dem Cayennekiebitz? Prinzessin Wendy aus Wrexham in Wales schenkt Willem ein weißblaues Walbaby aus Wachs. Und 44


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

schließlich Prinzessin Zenobia aus Zürich … Mit Willy Puchners fabelhaften Prinzessinnen prägt sich das ABC über Auge und Ohr mit Bild- und Wortwitz ein – wie kann man sich da für nur einen Buchstaben entscheiden? (bm) NordSüd-Verlag 2013, 19,95 €.

Ab 5.

Neue e! Stück

Die freien Tanz- und Theaterschaffenden Stuttgarts präsentieren ihre Produktionen unter:

45


Bildergeschichten von Oliver Stenzel

Graphische Begriffsverwirrungen: 170 Jahre Cartoon. Wenn mit gezeichneten Bildern eine Geschichte erzählt werden soll, kann das mit mehreren Einzelbildern (Panels) als Comic geschehen oder mit nur einem Bild als Cartoon. Aber was unterscheidet dann die Karikatur vom Cartoon? Was im deutschsprachigen Raum an Definitionen dazu herumgeistert, ist oft vage und bisweilen kompletter Humbug. Anlässlich des 170. Geburtstag des Cartoons: Ein klärender Blick in die Geschichte. Den Begriff in der heutigen Verwendung prägte 1843 die britische Satirezeitschrift Punch, wobei ein ins englische Königshaus eingeheirateter Deutscher den Anstoß lieferte. Cartoon bezeichnete davor – und später auch noch – die auf Karton angefertigte Skizze eines Künstlers für ein Gemälde, Fresko oder einen Wandteppich. Um Entwürfe für Fresken des neuen Londoner Parlamentsgebäudes zu bekommen, organisierte 1843 Königin Victorias Prinzgemahl Albert einen Wettbewerb und eine Ausstellung solcher Cartoons. Manche davon waren offenbar so lächerlich, dass der Punch sie in seinen Karikaturen parodistisch aufgriff – die dann »Punch's Cartoons« hießen. Der Begriff verselbständigte sich und bald war »Cartoon« der feste Begriff für die ganzseitigen Karikaturen, die aktuelle politische Ereignisse kommentierten und das Herzstück des Blattes bildeten. Ein klassi46


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

scher Cartoon in diesem Sinne war auch eine der berühmtesten Punch-Karikaturen: »Dropping the Pilot« (Foto) von John Tenniel (1890), deutsch meist hinkend mit »Der Lotse geht von Bord« übersetzt, der Kommentar zur Entlassung Reichskanzler Bismarcks durch Wilhelm II. Ein »Cartoon« war also zunächst eine spezielle Karikatur, erst allmählich verdrängte er allgemein für Bildsatiren die Bezeichnung »Caricature«. Nachdem der Punch »Cartoon« als Begriff für politische Karikaturen popularisierte, sollte in den 1920er Jahren die Zeitschrift The New Yorker einen »neuen Cartoon« etablieren, der nicht nur formal viel sparsamer war – skizzenhaft, wenige klare Linien, knapper Text (»one-line joke«) – sondern auch andere Themen aufgriff, nämlich eher das Alltagsleben reflektierte. In Deutschland wurde nur diese zweite Variante aufgegriffen; Cartoons gelten bei uns tendenziell als inhaltlich eher weniger anspruchsvolle Gag-Zeichnungen. Werden dagegen »ernsthafte«, tagesaktuelle politische Themen behandelt, muss es Karikatur heißen. Eine solche, rein thematische Unterscheidung ist im Grunde unsinnig, denn sie bedingt zwangsweise Ungenauigkeiten und Abgrenzungsschwierigkeiten, zumal sich die Bereiche überschneiden können. Präziser und schlüssiger der Gebrauch im englischen Sprachraum: »Caricatures« gibt es hier immer noch – nur bezeichnen sie allein Porträtkarikaturen, die außer physiognomischer Verzerrung keine Handlung bieten. Ein Cartoon dagegen enthält immer eine „action“, er illustriert eine Szene, kann eine Pointe haben. Ein Cartoon kann dabei auch Karikaturen enthalten, er setzt sie dann sozusagen in Szene – dies tun meist die »editorial cartoons« der Zeitungen, denen in Deutschland die politischen Karikaturen auf der ersten Seite oder im Meinungsteil entsprechen. Soviel zur Theorie – wer sich anschauen will, wie das Ganze angefangen und sich entwickelt hat, dem seien zwei kiloschwere Prachtbände ans Herz gelegt: »Best of Punch Cartoons« von Helen Walasek (Prion Books, 608 S., nur als GBImport, 25-38 Euro) und »The Complete Cartoons of the ›New Yorker‹« von Robert Mankoff (Abram Books, 672 S.,

22,95 Euro/Taschenbuchausgabe).

47


Filmtipp von SuR: »Um Klassen besser«

Amerikanisches Feel-Good-Movie.

»Du kannst alles, wenn Du nur willst!« lautet das immer wieder gern wiederholte Credo der US-Amerikanischen Filmemacher, das im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ja nicht von ungefähr kommt. Also vom Tellerwäscher zum Millionär oder von der ungelernten Bürokraft und engagierten Mutter sowie von der desillusionierten Lehrerin und ebenso engagierten Mutter zu Schulleiterinnen. Die Rede ist von Jamie (Maggie Gyllenhaal) und Nona (Viola Davis). Beide haben das gleiche Problem: Sie wollen ihre Kinder auf eine Schule schicken, die diese fitt macht fürs Leben und Spaß am Lernen vermittelt, die den Kindern eine Chance bietet, aus ihrem Leben etwas machen zu können und deren Lehrer sie nicht vorauseilend in der Gosse oder im Gefängnis sehen. Ein verständlicher Wunsch, der die mit ihm Konfrontierten – Rektor, Lehrer, Gewerkschaft und Schulbehörde – nur bedauernd mit den Schultern zucken lässt. Doch damit lassen sich die beiden Frauen nicht abspeisen. Schließlich gibt es einen Paragrafen im Gesetzbuch, der die Schulübernahme durch Eltern vorsieht – was in der Realität allerdings viel Fachwissen, noch mehr Ausdauer und Geduld wie auch ein gerüttelt Maß an Glück vorsieht. Die Tragikomödie »Um Klassen besser« des us-amerikanischen Regissuers Daniel Barnz orientiert sich angeblich an wahren Begebenheiten. Auf jeden Fall bietet sie sympathische Protagonisten, viel Mutmach-Psychologie und mitunter auch herzerfrischenden Humor und ist damit also genau das richtige für die kürzer werdenden Tage. (eva) Polyband, 116

48

© Polyband

Min. DVD, Blue-Ray, ab 13,99 €


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

48 Perspektiven außer Kontext 50 Von Sue bis Woyzeck 52 Kunstspaziergang in der Region 54 Das Museum Biedermann 56 Fröhliches Stühlerücken 57 Termine 60 Kalender

49


Perspektiven außer Kontext

Sasha Waltz im ZKM-Medienmuseum. Der Kopf berührt fast den Boden, die Arme schweben in der Luft. Es hat etwas Surreales, gleichwohl Leichtes und Fragiles, wie der Mann da in hautfarbenen Unterhosen von der Decke baumelt. An keinem seidenen Faden indes einem feinen, festen per Karabiner verankert. »Hängende« heißt die performative Installation, die aus dem Stück »Dialoge 09/ MAXXI« stammt, das die Choreografien Sasha Waltz 2009 schuf. Nun ist es als Videoinstallation im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) zu sehen – eine von acht monumentalen Arbeiten, zahlreichen kleineren Installationen und Objekten sowie nie gezeigtem Dokumenten und Archivmaterialien. Die Schau »Sasha Waltz. Installationen Objekte Performances« präsentiert erstmals einen Überblick über die vergangen 15 Jahre ihres Schaffens. Waltz zählt zu den derzeit international prägendsten Choreografinnen in Deutschland, sie gilt als Erneuerin des Tanztheaters nach Pina Bausch. ZKM-Leiter Peter Weibel plante im Medienmuseum schon seit langem eine Schau mit der gebürtigen Karlsruherin, die zum Haus passend medienübergreifend arbeitet. Nun, zum 50. Geburtstag der Künstlerin sowie dem 20-jährigen Bestehen ihrer Kompanie »Sasha Waltz & Guests«, ist es wahr geworden. Dass dabei die Werke bewusst in den Kontext der bildenden Kunst gesetzt werden, ist nur folgerichtig: Bewegt sich Waltz als dezidiert multidisziplinäre Künstlerin stets zwischen allen Genregrenzen. So müssen ihre Tänzer schon mal ins Wasserbecken, wie etwa in der Oper »Dido & Aeneas« oder ihre »Körper [Bodies]« zum Tableuax vivants zusammenfügen. Diese temporären Werke nun von der Bühne in einen musealen Zusammenhang als Objekt, Installation oder Videoarbeit zu überführen, sei eine Herausforderung gewesen, sagt Waltz. Sie wollte einst Bildende Künstlerin werden, 50


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

kam aber dann durch einen Kontaktimprovisations-Workshop bei Laurie Booth in Freiburg zum Tanz. Für die Präsentation habe sie daher zunächst eine neue Perspektive jenseits des Aufführungskontexts einnehmen müssen, um Schlüsselmomente ihrer Arbeiten selektieren zu können. »Da ich mit unterschiedlichsten Kunstformen arbeite, waren mir Elemente wichtig, die sich an der Grenze zwischen Tanz und Bild, Musik, Körper und Installation bewegen«, beschreibt die Wahlberlinerin ihre Vorgehensweise. »Die Choreografie ›Körper‹ aus dem Jahr 2000 nimmt eine zentrale Funktion ein, sie war das erste Video, das ich für die Ausstellung vor acht Jahren umsetzte.« Die Glaswand darin erzähle vom Bühnenraum, Volumen, Funktion und Herkunft werden spürbar. Schmunzelnd fährt Waltz, die seit 1992 in Berlin lebt, dort die den Künstlerort Sophiensäle mitgegründet hat, fort: »Die Tänzer, die sich live in der Installation bewegen, sind mitunter dieselben wie auf dem Video, nur jünger: Gegenwart trifft auf Vergangenheit.« Denn die Szenen, die in den Videoinstallationen vorkommen, werden während der gesamten Ausstellungsdauer von Tänzern parallel getanzt. »Tanz ist skulptural gedacht: Der Besucher sieht eine Abfolge von Sequenzen von Tanz, Zeit und Raum, mehrfach präsent als Objekte, Installation und Performance«, so Waltz, die Räume als Essenz bezeichnet. Sie seien zwar abstrakt, müssten dennoch Idee, Atmosphäre und den gefühlsmäßigen Rahmen des Stückes tragen. Die Architektur ZKM sei denn auch die Basis der Schau, so Waltz, die gleich nach dem Abitur Karlsruhe verließ, um in New York und Amsterdam Tanz zu studieren. Nach fast zehn Jahren ist sie wieder in ihrer Heimatstadt: »Im Arbeitsprozess fließen plötzlich Familie und Arbeit zusammen.« (pam)

51


Von Sue bis Woyzeck

Tanzmomente in Ludwigsburg. Vier skurrile Gestalten – und jede beschäftigt sich in seiner eigenen Welt, um eine wie auch immer geartete Tat vorzubereiten. Es wird spekuliert, vorbereitet und mitunter der eine oder andere Plan fallengelassen. »Incovenient Sue« heißt das Kooperationsprojekt, bei dem vier Darsteller – die 77-jährige Tänzerin Natascha Ahlbeck, die 23-jährige Tänzerin Avianna MC Kee, die Choreografin Claudia Senoner sowie der Musiker Mark Lorenz Kysela – von der Filmemacherin Ana Husmann nicht nur begleitet, sondern auch in eine Tierwelt vergangener Zeiten entführt werden. Wann? Am 8. November auf der Kleinen Bühne des Kunstzentrums Karlskaserne in Ludwigsburg. Und die Barockstadt hat Weiteres in Sachen Tanz und Theater zu bieten. Gleich am Tag darauf, dem 9. November, gastiert im Forum Ludwigsburg das Balé da Cidade de São Paulo, der von Kritikern innere Glut bescheinigt wird. Garant für deren stilistische Vielfalt ist die neue künstlerische Leiterin Iracity Cardoso. Drei Werke zeigt die Kompanie: In »A Sagração da Primavera« wirft der Argentinier Luis Arrieta einen neuen Blick auf das weltberühmte Tanzmotiv des »Frühlingsopfers«. Cayetano Soto wiederum wird in »Uneven« persönlich und lässt tief das Auf und Ab der Seele eines rastlosen Choreografen blicken. Und der Tänzer, Choreograf und Filmemacher Alex Soares schließlich erforscht in »Abrupto« die dramatischen Gefühlswelten des Erlkönigs. Kulturelle Vielfalt ist auch am selben Abend nur einige Straßen weiter Trumpf: In der Karlskaserne heißt es »The Open Stage. Tanzkulturen« – Experimentierbühne frei für Profis, Semiprofis und Nachwuchstalente in Bereich ethnischen Tanz. Das Spektrum reicht von Tango, Flamen-

52


co, Samba, Forró bis zu indischem und griechischem Tanz oder einer Fusion aus verschiedenen Tanzstilen. Zu den Höhepunkten im Ludwigsburger Tanznovember gehört sicher am 27. und 28. des Monats ein Wiedersehen mit Christian Spuck, der einst lange als Hauschoreograf das Repertoire des Stuttgarter Balletts prägte. Nun stattet er als Chef des Ballett Zürich mit seiner Kompanie der alten Tanzheimat einen Besuch ab. Mit dabei sind nicht nur die beiden ehemaligen Stuttgarter Solisten Katja Wünsche und William Moore. Auf der Bühne ist auch Georg Büchners »Woyzeck« zu sehen, jenes Fragment gebliebene Drama um den einfachen Soldaten, der Marie liebt, mit ihr ein uneheliches Kind hat, aber ob Geldmangels einen Hauptmann rasiert und sich für medizinische Experimente zur Verfügung stellt; ein Leben aus Demütigungen und Willkür durch andere. Als Marie ihn betrügt, nimmt das Schicksal seinen Lauf. Spuck hat sein Werk, das er 2011 für das Norwegische Nationalballett schuf, für Zürich neugefasst und zeichnet das Innenleben der Protagonisten mit eindringlichen Charakterbildern. Die Abgründe der Seele, Wahnsinn, Verbrechen, Melancholie, Eifersucht und andere Leidenschaften, sind tief. Es ist ein höchst moderner Woyzeck, den Spuck hier in der ihm eigenen Tanzsprache zeichnet – pünktlich zum 200. Geburtstag Büchners, der sich im Oktober jährte. Unterstützt wird die Atmosphäre des Ballet Noir noch durch das Klangkonzept, bei dem Martin Donners perkussive Intermezzi auf Kompositionen von Philip Glass und György Kurtág, sowie neu entdeckter Filmmusik von Alfred Schnittke trifft. (pam) 53


Kunstspaziergang in der Region

Intime Blicke ins öffentlich gemachte Leben. Irgendwo zwischen den Seiten eines Tagebuchs und den Datenströmen des WWW haben die Gläser von Peter Dreher Platz: Das Spannende der aktuellen Ausstellung in der Städtischen Galerie BietigheimBissingen mit dem Titel »Von Tagebuch bis Weblog« sind die konzeptionellen Sprünge und Brüche, Denkmuster und Lebensentwürfe – so geht es in der nicht enden wollenden Gläserserie von Dreher um das zen-buddhistisch inspirierte Festhalten an der Maxime »Tag um Tag guter Tag«. Derart hartnäckige Dokumentation des eigenen künstlerischen Tuns findet sich auch in den »Today«-Datensicherungen On Kawaras oder den Zahlenkolonnen Roman Opalkas. Die Idee des Tagebuchs in seiner Intimität und des Weblogs liegt in seiner unbegrenzten Offenheit, so ist die Bandbreite privater Äußerungen groß – mit erstaunlich faszinierender Außenwirkung, was ja gerade in der Zurschaustellung geheimer Sphären zum Ausdruck kommt. So manche gelegte Spuren sind indes Irrwege, sprich reine Fiktionen, wenn etwa Simon Beer die Biographie von Barbie vorstellt. Und der Besucher darf sich in einer Art Tagebuch selbst einbringen, wie auch immer. (gb)

Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen, bis 6.1.14, bietigheimbissingen.de

Frauenpower. Es ist – zum Glück – kein Novum mehr, Künstlerinnen einen ihnen gebührenden Raum zu bieten, der nicht minder vielfältig ist als der für die männlichen Kollegen. Das Städtische Spendhaus Reutlingen weist übers Jahr »Wege zu Gabriele Münter und Käthe Kollwitz«: rund 170 Holzschnitte von über 40 54


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

Künstlerinnen, die sich zwischen Jugendstil und Expressionismus einordnen lassen. Dass neben den Spitzenkünstlerinnen, von denen die wichtigsten schon im Titel stehen, viele unbekannte Namen stehen, ist Indiz dafür, dass eine Sonderschau dringend nötig ist. Lea Grundig, Hannah Höch und andere sind noch geläufig, auch wenn sie mehr Reputation verdient hätten. Die Künstlerinnen hatten schwer um Anerkennung zu kämpfen, waren auf Seitenpfade der Ausbildung angewiesen, zu denen der Holzschnitt gehörte. Die Exponate stammen vielfach aus eigenen Beständen. (gb)

Städtischen Kunstmuseums Spendhaus Reutlingen, bis 12.1.14, reutlingen.de

Der Weg ins Blau. Als Kachel-Reuter ist er – etwas simpel – in der Szene bekannt geworden. Doch die Konzentration auf die Farbe Blau und die ganz spezielle Rasterstruktur seiner Arbeiten vermitteln mehr als kalte Badatmosphäre. Hans Peter Reuter gehört zu den wichtigen Vertretern eines neuen Realismus, der die künstlerischen Grundelemente Raum, Licht und Farbe zwischen Fiktion und Konstruktion neu definiert. Ulm zeigt eine Retrospektive mit 70 Arbeiten, die in knapp 50 Jahren entstanden sind. (gb)

Kunsthalle Weishaupt, Ulm, bis 4.5.14, kunsthallenweishaupt.de

Die Welt der Zeichen. Die Städtische Galerie Karlsruhe stellt Sprache, Zeichen und Bilder in Beziehung zueinander – ein später, aber exzellenter Beitrag zu symbolischen Formen der modernen Kunst. Die Highlights ergeben einen Überblick über die Kunst der Gegenwart: Franz Ackermann, Richard Artschwager, Jean-Michel Basquiat, Joseph Beuys, Matthias Bitzer, Marcel Broodthaers, Hanne Darboven, Jochen Gerz, Georg Herold, Jenny Holzer, Roni Horn, Robert Indiana, Jasper Johns, Anselm Kiefer, Martin Kippenberger, Astrid Klein, Harald Klingelhöller, Joseph Kosuth, Dieter Krieg, Thomas Locher, Jonathan Monk, Tobias Rehberger, Ed Ruscha, Kurt Schwitters, Lawrence Weiner, Rémy Zaugg und Heimo Zobernig – selten dürfte eine Aus55


stellung so dicht in Konzeption, Auswahl und Präsentation dem beziehungsreichen Feld der Zeichensysteme nachgegangen sein.

(gb) Städtische Galerie Karlsruhe, 9.11. bis 23.2.14, karlsruhe.de

Poesie der lichten Strenge. Die Kreissparkasse präsentiert eine Einzelausstellung des im Stuttgarter Raum längst etablierten konkreten Künstlers Camill Leberer, der neue Wandobjekte vorstellt, zudem mit Zeichnungen, Collagen und Graphiken eine weniger bekannte Seite seines Schaffens zeigt. Der Meister der poetisch-leichten Raumillusion demonstriert damit die enge Verbindung von farbplastischen und zeichnerischen Strukturen. (gb)

Kreissparkasse EsslingenNürtingen, Galerie am Kronenhof, bis 17.1.14, ksk-es.de

Das Museum Biedermann

Teamplayer im Dia- und Trialog. Das Museum Biedermann hat gemeinsam mit der Künstlerbund Baden-Württemberg den Dialog der Künste eröffnet, um ihn in einem zweiten Schritt zum Trialog zu erweitern – in Zeiten kommunikativer Hochgeschwindigkeitsvernetzung, die zuweilen im Leerlauf endet, eine brandaktuelle Frage vorausblickender Beziehungspflege oder gar Rück-Besinnung. Unter fast 100 Bewerberpaaren hat eine Jury, bestehend aus Vertretern beider Ausstellungspartner, 21 Duo-Gespanne ausgesucht, die in der Ausstellung »Dialog« präsentiert werden und die für die anschließende »Trialog«-Schau jeweils einen dritten Partner aussuchen. Ute Bauermeister, Pressefrau des Museums, sieht in dem Konzept eine konsequente Programmgestaltung: »Unser Anliegen ist die Vernetzung in der Region, weshalb wir gezielt nach Kooperationen suchen.« Aktuell profitiert davon der Künstlerbund, der seinerseits eine Chance bekommt, sich nach außen zu öff56


SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

nen – für eine Mitglieder-Institution ist das für die Eigenwerbung hoch attraktiv, während der Künstlerbund im besonderen mit seinen über 300 Mitgliedern auch erstklassige Künstler ins Rennen schicken kann. Für die Dialog-Austellung seien hier stellvertretend nur die temporären Zweierkonstellationen Daniel Mijic / Reto Boller, Voré / Simon Pfeffel und Elisabeth Wagner / Platino genannt. »Manche Künstler«, so Ute Bauermeister, »entwickelten gemeinsame Konzepte, andere fanden eher zufällig zusammen«. Irmela Maier und Albrecht Schmidt etwa inspirierten sich spontan gegenseitig. Die Ateliernachbarinnen Anne Römpp und Julia Wenz treten dagegen gleich gemeinsam auf. Dass diese spannenden Konstellationen vorerst nicht für die Öffentlichkeit dokumentiert sind, ist bedauerlich, aber da hat die Presse-Chefin des Museums schon eine Karte im Ärmel: »Zum Trialog erscheint dann der Katalog.« (gb) Muse-

um Biedermann, Donaueschingen, bis 3.11.13 (Teil 2: 17.11.13 – 23.2.14), museum-biedermann.de

57


Fröhliches Stühlerücken

Rochaden in Böblingens und Stuttgarts Kunstszene. Als Eva-Marina Froitzheim von der Städtischen Galerie Böblingen ans Stuttgarter Kunstmuseum wechselte, war in der Stadt mit dem Doppel-B erst mal Pause im Karussell. Das fiel überregional nicht weiter auf, da das Vakuum, das die rege Museumsfrau hinterließ, in der Landeshauptstadt auf ein gutes Echo stieß. Die vermeintliche Schockstarre in Böblingen, in der manch’ besorgte Geister des Galerievereins schon witterten, die Stelle könnte wieder unter dem Mäntelchen des Bauernkriegsmuseums verschwinden, löste sich mühsam. Termine verstrichen, ein Formaldehydbefall im Alten Rathaus drängte die Personalie weiter ab – und das beschlossene Programm des Museums für 2013 wurde kleingedampft. Dafür schwitzten unter Ausschluss der Öffentlichkeit bereits die Kandidaten für die vakante Stelle vor dem Gemeinderat, der sich schließlich Corinna Steimel ausguckte, die im Oktober die Nachfolge Froitzheims antrat. Keine leichte Aufgabe: muss sie sich bei einer 50-Prozent-Stelle doch gleich wappnen für Gefechte um mehr Raum für die Kunst. Ihr Rüstzeug erwarb sie in der Galerie Schlichtenmaier, die im Schloss Dätzingen sowie in Stuttgart – gleich am Kunstmuseum – unter anderem die Fahne für die Klassische Moderne hochhält. Nach Steimels Weggang holte sich die Galerie Günter Baumann, ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Böblinger Kunstvereins sowie langjähriger Mitarbeiter unserer Zeitschrift »SuR«, welche wiederum in Stuttgart sitzt. Der Kunsthistoriker und Philologe war knapp 19 Jahre im Reclam Verlag, der zwar unter Stuttgarter Flagge fährt, aber in Ditzingen beheimatet ist. »Ich sehe das als großartige Chance, all das zusammenführen zu dürfen, was ich bisher hauptamtlich und nebenbei machen konnte«, so Baumann, und lobt die erfreulich flache Hierarchie und kreative Atmosphäre bei Schlichtenmaier. Im hierarchisch eher steilen Verlag hatte sich das Potential hier wohl deutlich erschöpft. (ad)

58


Te r m i n e ABTART Agnes Lörincz: Transfer / 10 Jahre

Abtart 15.11. bis 20.12.13 Rembrandtstr. 18 abtart.com

Akademie Schloss Solitude

»architecture & …« ab 21.11.13 Solitude 3 akademie-solitude.de

Akademie der Bildenden Künste Diplom Kunst 27.11. bis 1.12.13 Am Weißenhof 1 abk-stuttgart.de

Amrei Heyne gallery Clemens

Schneider, Malerei & Zeichnung bis 14.11.13 Katja.Fezer-Eifert, Heidi Sand, Rainer Berghausen 22.11. bis Juni ’14 Sympra, Stafflenbergstrasse 32 Uwe Ditz, Dr. Bolz Immobilien, Rosenbergstr. 16 bis 21.2.14 Weinstadt amreiheyne.com

Architektur-Galerie am WeiSSenhof Hans Herkommer – ein Stuttgarter Architekt Bis 1.12.13 Am Weißenhof 30 weissenhofgalerie.de

Bund Bildender Künstlerinnen Württemberg, Malerei abstrakt bis 17.11.13 Rund: Jahresausstellung 27.11. bis 22.12.13 Eugenstr. 17 bbk-wuerttemberg.de

Deutsch-Amerikanische Zentrum/James-F.-Byrnes-Institut Carola Dewor: »Snapshot Drawings« bis 29.11.13 Charlottenplatz 17 daz.org

f-75 Galerie für Architekturfotografie Der zweite Blick Herbst 13 Filderstr. 75 f-75.de

Forum 3 Monika Ehret: »Patches« bis 21.11.13 Gymnasiumstr. 21 forum3.de

Galerie AK 2 Being Peter Granser bis 22.11.13 Lorenzstaffel 8 galerie-ak2.de

Galerie Klaus Braun Christiane Conrad bis 16.11.13 Charlottenstr. 14 galerieklaus-braun.de

Galerie Bovistra So ist es bis 8.11.13 Ludwigstr. 66 bovistra.com

Galerie Dengler und Dengler

András Pinczehelyi: Wenn ich realistisch bin bis 9.11.13 Hans-Christin Brix 21.11. bis 8.2.14 Rosenbergstr. 102A denglerunddengler.de

Galerie Klaus Gerrit Friese

Jürgen Klauke bis 2.11.13 Rotebühlstr. 87 galeriefriese.de

SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen

Galerie Thomas Fuchs Martin-Jan

van Santen, Bertram Hasenauer und Kris Knight: Secrets bis 27.11.13 Reinsburgstr. 68a galeriefuchs.de

Galerie Angelika Harthan Ian

Hamilton Finlay, Situations bis 2.11.13 Gerberstr. 5c galerieharthan.de

Galerie Reinhard Hauff Frank Stephen Willats, World Of Objects bis 31.10.13 Paulinenstr. 47 reinhardhauff.de

Galerie Henn Dieter Elsässer bis 15.11.13 Wilhelmsplatz 8 henn-kunst.de

Galerie Hollenbach Norbert Pran-

genberg: In Memoriam bis 15.11.13 Ganghoferstr. 18 galerie-hollenbach.de

Galerie Keim Andreas H. Adler, Silvia Sie-

mes: Die Magie des Sehens bis 2.11.13 Marktstr. 31 galerie-keim.de

Galerie Saby Lazi Kolev – Zimmermann Bopserwaldstr. 61 sabylazi.de

Galerie Brigitte March Izima Ka-

oru, Kimuro Yohino wears Alexander McQueen Nov. ’13 Solitudestr. 254 artfacts.net/ brigmarch

Galerie Merkle 30×30 II 9.11. bis Jan. ’14 Galerienhaus Breitscheidstr. 48 galerie-merkle.de

Galerie Molliné Daniel Man: Tales from Above 9.11.13 bis 18.1.14 Galerienhaus Breitscheidstr 48 galerie-molline.de

Galerie Mueller-Roth Nikolaus

Koliusis bis 9.11.13 Christophstr. 6 galeriemueller-roth.de

Galerie Anja Rumig Ben Hübsch

19.11.13 bis 1.2.14 Ludwigstr. 73 galerieanjarumig.de

Galerie Schlichtenmaier Willi Baumeister, Malerei und Grafik bis 30.11.13 Kleiner Schlossplatz 11 schlichtenmaier.de

Galerie Michael Sturm Wolfram Ullrich und Jo Schöpfer bis 9.11.13 Christophstr.6 galerie-sturm.de

Galerie Edith Wahlandt Rupprecht Geiger: Alles ist Licht bis 30.11.13 Hölderlinstr. 55 edith-wahlandt-galerie.de

59


Galerie Rainer Wehr Und ewig lockt

die Malerei bis 9.11.13 Sebastian Tröger ab 27.11.13 Alexanderstr. 53 galerie-rainer-wehr.de

Galerie Valentien Andreas Grunert

- Poetischer Realismus 2.11. bis 31.7.13 Gellertstr. 6 galerie-valentien.de

Galerie Z Karin Brosa – Schichtwechsel

5.11. bis 31.12.13 Im Kulturpark Berg Teckstr. 66 galeriez.net

Gedok e.V. Anke Westermann, Transitor

21.11. bis 19.12.13 Hölderlinstr. 17 gedokstuttgart.de

Hauptbahnhof Stuttgart Kunstakademie-Studierende Klett-Passage 28.11. bis Juni ’14, abk-stuttgart.de, klett-passage.de

Hauptstaatsarchiv Erinnern und Versöhnen. Hitlers Verbrechen bis 17.11.13 Konrad-Adenauer-Str. 3 landesarchiv-bw.de

Haus des Waldes StadtWaldWelt Königsträßle 74 hausdeswaldes.de

Im Glanz der Zaren. Die Romanows, Württemberg und Europa Bis 23.3.14 Legendäre MeisterWerke seit 25.5.13 Schillerplatz landesmuseum-stuttgart.de

Linden-Museum Inkas. Könige der Anden

bis 16.3.14 Julius Euting bis 11.1.15 Hegelplatz 1 lindenmuseum.de

Literaturhaus Stuttgart K: Kaf-

Ka in KomiKs 8.11.13 bis 7.2.14 Breitscheidstr. 4 literaturhaus-stuttgart.de

Lotte. Land Of The Temporary Eternity Infos auf Homepage WillyBrandt-Str. 18 projektraum-lotte.de

Maier & Co. Fine Art Französische Meis-

terzeichnungen und Aquarelle Schwabstr. 22 / Eberhardstrasse 6 barbizon.de

Muse-o Ostend-Autor Manfred Esser

bis 24.11.13 Gablenberger Hauptstr. 130 muse-o.de

Haus der Katholischen Kirche

Oberwelt e.V. Georg Lutz »Der letzte

Hospitalhof Florian Klette: Above us only

Outerrim Ole Kiosk: Strange Ways here we

ifa-Galerie Stuttgart Afro-Brasil, Porträtfo-

Parotta Contemporary Art

Institut Français Infos auf Homepage

Schacher – Raum für Kunst Mark

Inge Neef, Sehbrücken bis 16.11.13 König­str.  7 hdkk-stuttgart.de

sky bis 10.11.13 wegen Umbau in der Brenzkirche Am Kochenhof 7 hospitalhof.de

tografie Brasilien 1869/2013 bis 5.1.14 Charlottenplatz 17 ifa.de Rotebühlplatz 8 institutfrancais.de

Künstlerhaus Stuttgart Post Scriptum bis 8.12.13 Reuchlinstr. 4b kuenstlerhaus.de

Kunstbezirk Streynsch xD _über_identi-

tät_über fremde_s_und_andere_impulse_ bis 30.11.13 Gustav-Siegle-Haus Leonhardsplatz 28 kunstbezirk-stuttgart.de

Kunstmuseum Stuttgart Willi

Baumeister international bis 2.3.14 Frischzelle: Mona Ardeleanu 9.11.13 bis 30.3.14 Kleiner Schlossplatz 13 kunstmuseum-stuttgart.de

Kunstraum FilderstraSSe Hildegard Esslinger bis 17.11.13 kunstraum34.de

Kunststiftung Baden-Württemberg Sébastien Gouju: Versteckte Details bis 30.11.13 Gerokstr. 37 kunststiftung.de

60

Landesmuseum Württemberg

Mensch« 15.11. bis 1.12. 13 Reinsburgstr. 93 oberwelt.de come bis 16.11.13 Bebelstr. 70 outerrimstuttgart.de

Blackout – Am Rande des Fotografischen 8.11.13 bis 8.1.14 Augustenstr. 87–89 parrotta.de Thompson, Susanne Wegner – Winterbilder 8.11.13 bis 18.1.14 Galerienhaus Breitscheidstr. 48 galerie-schacher.de

Design Center Concept Art Willi-Blei-

cher-Str. 19 design-center.de Rathaus Point of View Nov. ’13 Marktplatz 1 stuttgart.de

Suedwestbank Hans-Christian Brix Rotebühlstr. 125 suedwestbank.de

Staatsgalerie Stuttgart Alfred

Flechtheim bis 23.2.14 In neuem Glanz ab 13.9.13 Brueghel, Rubens, Ruisdal – Schätze der Hohenbuchau Collection 8.11.13 bis 23.2.14 Konrad-Adenauer-Str. staatsgalerie.de

Stadtbücherei Stuttgart No Ru-

les bis 19.11.13 99 Beautiful Tessa Knapp bis 5.12. stuttgart.de/stadtbibliothek

Stadtmuseum Stuttgart Wilhelmspalais wilhelms-palais.de


Stuttgarter Kunstverein Aktuelle Ausstellung auf Homepage Filderstr. 34 stuttgarter-kunstverein.de

Treffpunkt Rotebühlplatz Vhs Photogalerie: Visions of Time bis 17.11.13 Vhs Kunstgalerie: Maria Grazia Saccitelli: Haltung bewahren Teil 2 ab 14.11.13 Rotebühlplatz vhs-stuttgart.de, vhs-photogalerie.de

Wechselraum AKJAA Aus allen Richtungen. Positionen junger Architekten im BDA bis 16.8.13 Jugend Hopkins Architect, Design and Detail bis 24.11.13 Friedrichstr. 5 wechselraum.de

Württembergischer Kunstverein Der Ungeduld der Freiheit Gestalt zu geben bis 12.1.14 Schlossplatz 2 wkvstuttgart.de

Württembergische Landesbibliothek Haute Couture, 100 Jahre Einbandkunst 27.11.13 bis 22.3.14 Konrad-AdenauerStr. 8 wlb-stuttgart.de

Uno Art Space Oliver Mark: Außenseiter

und Eingeweihter bis 31.1.14 Liststr. 27 onphotography.com

Zero Arts e.V. Steffen Osvath, Fisch und

Feuer bis 22.11.13 Ostendstr. 16 zeroarts.de

zwischenKunst Konrad Schreyer:

Darüberhinaus: Innenräume – Außenräume bis 15.3.14 Hohnerstr. 25 zwischenkunst.net

R E G I O N Backnang

Galerie der Stadt Backnang

Delphine Reist/Laurent Faulon bis 17.11.13 Petrus-Jacobi-Weg 1 Graphik-Kabinett: s. Homepage Stiftshof 8 galerie-der-stadt-backnang.de Baden-Baden

Museum Frieder Burda Franz

Gertsch: Geheimnis der Natur bis 16.2.14 Lichtentaler Allee 86 museum-frieder-burda.de Staatliche Kunsthalle Macht der Machtlosen 16.11.13 bis 9.2.14 Lichtentaler Allee 8a kunsthalle-baden-baden.de Bietigheim-Bissingen

Städtische Galerie Fred Stelzig: Vom

Tagebuch bis Weblog bis 6.1.14 Hauptstr. 60–64 galerie.bietigheim-bissingen.de Böblingen

Städtische Galerie Contact Stadt-

Land-Fluss / Mitgliederjahresausstellung Kunst-

SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen verein BB 8.11. bis 29.11.13 Pfarrgasse 2 boeblingen.de Galerie Schleuse siehe Homepage Altes Amtsgericht Schlossberg 11 kunstvereinbb.de Brackenheim

Kunstverein Brackenheim Stephan Jung bis 17.11.13

Flüchttorgebäude Schleglergasse 13 kunstverein-brackenheim.de

Donauseschingen

Museum Biedermann Dialog – Trialog #1 - Jahresausstellung Künstlerbund Baden-Württemberg im Museum Biedermann bis 3.11.13 museum-biedermann.de

Eberdingen-Nussdorf

Kunstwerk – Sammlung Klein

Hrautezehndoppelpunkt: Ankommen bis 5.1.14 Siemensstrasse 40 sammlung-klein.de Esslingen

Villa Merkel – Galerie der Stadt Esslingen Helmut Stromsky, Esslinger Kunstverein bis 1.12.13 Pulverwiesen 25 villa-merkel.de

Fellbach

Galerie der Stadt Keine Ruhe im Karton bis 14.11.13 Marktplatz 1 fellbach.de

Heilbronn

Kunsthalle Vogelmann / Kunstverein Macht. Wahn. Vision. Der Turm und urbane Giganten in der Skulptur bis 23.2.13 Allee 28 museen-heilbronn.de

Museum im Deutschhof Macht.

Wahn. Vision. Deutschhofstr. 6 museen-heilbronn.de

Karlsruhe ZKM Sasha Waltz: Installationen Objekte Performances bis 2.2.14 Lorenzstr. 19 zkm.de Kirchheim/Teck

Städtische Galerie/Kornhaus

Jeanette Zippel, Arbeiten über Bienen bis 24.11.13 staedtische-galerie-kirchheim-teck.de Kornwestheim

Museen der Stadt Sebastian Krüger:

Sleepwalking by S. Krüger bis 24.11.13 Stuttgarter Str. 93 kornwestheim.de Kraichtal

Ursula-Blickle-Stiftung Drawingroom bis 15.12.13 Mühlweg 18 ursulablickle-stiftung.de 61


Künzelsau

Hirschwirtscheuer Hermann

Farben Geschichten Poesien: Karl Hurm bis 16.2.14 kunst.wuerth.com Museum Würth A.E.I.O.U. – Austrian Art in the Würth Collection bis 30.3.14 Reinhold-Wuüth-Str. 15 kunst.wuerth.com Leonberg

Galerieverein Hans Mendler

10.11.13 bis 5.1.14 Zwerchstr. 27 galerieverein-leonberg.de

Ludwigsburg

Galerie Gudrun Fuckner Schaulager Grönerstr. 34 galerie-fuckner.de

Mannheim

Reiss-Engelhorn-Museen/Barockschloss Die Wittelsbacher bis

2.3.14 wittelsbacher2013.de, rem-mannheim.de Marbach

Literaturmuseum Der Tag, an dem

Siegfried Unseld Verleger wurde bis 24.11.13 Schillerhöhe 8 dla-marbach.de

Neuhausen/Fildern Kunstverein siehe Homepage kvnneuhausen.wordpress.com Nürtingen

Kunstverein Daniela Brahm, Les Schlies-

ser 8.11. bis 6.12.13 Mühlstr.16 / Ecke Sigmaringerstr. kunstverein-nuertingen.de Ostfildern

Städtische Galerie Klaus Illi - Sisy-

phosmaschine und andere Apparate 10.11.13 bis 21.1.14 Gerhard-Koch-Str. 1 ostfildern.de Ravensburg

Kunstmuseum Egon Schiele: Der Anfang 16.11.13 bis 23.3.14 kunstmuseumravensburg.de

Reutlingen

Kunstmuseum Spendhaus/ Städt. Galerie Wege zu Gabriele Münter und Käthe Kollwitz bis 12.1.14 Spendhausstr. 4 reutlingen.de

Rottweil

Forum Kunst Rolf Gunter Dienst

17.11. bis 29.12.13 forumkunstrottweil.de Schorndorf

Galerien für Kunst & Technik

Farbe Raum Objekt - Hildegard Elma und Daniel Erfle bis 17.11.13 Arnoldstr. 1 galerienkunst-technik.de 62

Schwäbisch Hall

Kunsthalle Würth Menagerie – Tierschau aus der Sammlung Würth bis 11.5.14 Lange Str. 35 kunst.wuerth.com Johanniterhalle Hans Holbeins Schutzmantelmadonna Im Weiler 1 kunstwuerth.de

Sindelfingen

Galerie der Stadt The Sixties, Werke

aus der Daimler Kunst Sammlung bis 3.11.13 Lützemuseum galerie-sindelfingen.de Schauwerk Rotesque bis 12.1.14 Jacob Hashimoto bis 7.9.14 Incontri bis 14.9.14 Eschenbrünnlestr. 15/1 schauwerksindelfingen.de Tübingen

Kunsthalle Sanierung bis Febr. 2014

Philosophenweg 76 kunsthalle-tuebingen.de Ulm

Kunsthalle Weishaupt Hans Peter Reuter. Der Weg ins Blau Bis 4.5.14 Hans-und-Sophie-Scholl-Platz kunsthalleweishaupt.de

Waiblingen

Galerie Stihl Jenseits der Ansichtskarte.

Die Alpen in der Fotografie bis 6.1.14 Weingärtner Vorstadt 16 galerie-stihl-waiblingen.de Waldenbuch

Museum Ritter Licht. Kunst. Kinetik.

Werke aus der Sammlung Marli Hoppe-Ritter/ Grazia Varisco – Mit rastlosem Blick bis 27.4.14 Alfred-Ritter-Str. 27 museum-ritter.de

Weil der Stadt

Kunstforum Fliegen lernen – Klasse Zaumseil bis 17.11. bis 8.12.13 HermannSchütz-Str. 14 kunstforum-weilderstadt.de

Weinstadt-Endersbach Patricia Thoma bis 31.12.13 Steybe Heerbergstraße 8 amreiheyne.com Wendlingen

Galerie der Stadt Wendlingen Rüdiger Penzkofer bis 10.11.13 Künstler der Region ab 27.11.13 Weberstrasse 2 galerie-wendlingen.de


K a l e n d e r Mi, 30. Oktober Eröffnung 30. Franzö-

sische Filmtage Tübingen, Kino Museum 18.45 Uhr Eröffnungsfilm: »Les Garçons et Guillaume, à table!« Feier in den Oberen Museumssälen bis 6. November filmtage-tuebingen.de

Premiere Performance Theaterhaus 20 Uhr Nana & Friends: »Nana not alone« Nana Hülsewig, Fender Schrade und Mona Kuschel über des Lebens Gefahren theaterhaus.de IGJazz presents: Die 34. Jazztage XXL Jazzclub Bix 20.30 Uhr Doppelkonzert Jürgen Bothner/ Markus Geiselhart Quintett und Eberhard Budziat Big Band

Do, 31. Oktober Buchpräsentation

Galerie Parrotta 19 Uhr Falk Jaeger über den Architekten Alexander Brenner parrotta.de

Fr, 1. November Ballett Opernhaus 18 Uhr John Neumeiers Choreografie »Othello« stuttgarter-ballett.de

SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen Oper Opernhaus 19.30 Uhr Giuseppe Verdis »Nabucco« 5 Jahre Joe Bauers Flaneursalon Theaterhaus 20 Uhr Geburtstagsshow mit Dacia Bridges & Wolfgang Dauner, Roland Baisch u.a. Theater Theaterhaus 20.15 Uhr »Gespenster oder Was ist der Mensch in Zeiten der Krise?« – Janet Stornowski inszeniert Ibsen

Di, 5. November Theater Schauspielhaus 19.30 Uhr Dürrenmatts »Das Versprechen«

Beginn Ringvorlesungen Württembergischer Kunstverein 19.30 Uhr Stadt als Medium: Michael Weingarten (Universität Stuttgart) über »Das Städtische der Stadt« Bis 26.11. wkv-stuttgart.de

Mi, 6. bis 10. November »Made in Germany – 3. Interkulturelles Theaterfestival Stuttgart«: Neun Theater mit interkulturelle Inszenierungen madeingermany-stuttgart.de

Mi, 6. November Lesung und Filmabend Theater Foyer Schauspielhaus 19/21 Uhr GEDOK-Galerie 20 Uhr Renate Reismann: Autostück. Belgrader Hund, Anne Habermehl »Landschaftsbildung« (Schauspielhaus) 19.30 Uhr Bergmanns »Szenen einer Ehe« (Nord) 20 Uhr Vespers »Die Reise« 2. Kammerkonzert Liederhalle 19.30 Uhr schauspiel-stuttgart.de Original mit Fälschung: Joseph Haydn und Franz Liszt, Staatsorchester Stuttgart Konzert Theaterhaus 20 Uhr David Orlowsky Trio & Kammerakad. Potsdam: Symphonic Klezmer Do, 7. November Kolloquium Akademie der Bildenden Künste 19 Uhr »Was wären wir Sa, 2. November Show Theater Rampe ohne die Dinge!« 25 Jahre Studiengang Konser20 Uhr Uwe Schenk trifft … Gregor Hübner vierung und Restaurierung von archäologischen, theater-rampe.de ethnologischen und kunsthandwerklichen Objekten (Voranmeldung) abk-stuttgart.de Jazz-Konzert Laboratorium 20.30 Uhr Krisch | Höfler | Elgart: 34. Stuttgarter Jazztage laboratoriKonzert Merlin Stuttgart 20 Uhr Daniel Kahn & um-stuttgart.de The Painted Bird spielen Folk-Punk merlinstuttgart.de So, 3. November Stuttgarter Poetry Slam Fr, 8. November Start Ausstellung StaatsRosenau 20 Uhr rosenau-stuttgart.de galerie »Brueghel, Rubens, Ruisdael« Oper Opernhaus 18 Uhr Giuseppe Verdis Vernissage Kunstmuseum 19 Uhr »Frischzel»Falstaff« le_19: Mona Ardeleanu« Theater Schauspielhaus 19.30 Uhr Goethes Ballett-Premiere Opernhaus 19 Uhr »Fort// »Urgötz« Schritt//Macher«: Hans van Manen, William Forsythe sowie eine Uraufführung von Marco Goecke Mo, 4. bis 17. November Jüdische Kulturwochen Stuttgart 2013 »Aufbruch in die Performance / Tanz Karlskaserne Ludwigsburg 20 Moderne – Judentum heute« – an verschiedenen Uhr »Incovenient Sue« mit Choreografin Claudia Orten irgw.de Senoner u.a. Mo, 4. November Wissen/Unterhaltung Sa, 9. November Stuttgarter Premiere – Science Pub 19 Uhr »Zufall ist unser Leben« Schauspiel Stuttgart 20 Uhr »Fräulein Smillas mit Prof. Dr. Christian Hesse, Universität Stuttgart, Gespür für Schnee«, nach Peter Hoegs Roman Fachbereich Mathematik Regie: Armin Petras 63


Lesung & Performance Oberwelt 20 Uhr »Lenz oder der Wahnsinn der Vernunft« – mit Susa Ramsthaler oberwelt.de Sitzkissenkonzert Opernhaus 14/17 Uhr Für Kinder von 5 bis 7 Jahren Tanz Forum Ludwigsburg 20 Uhr Balé da Cidade de São Paulo zeigt drei Werke forum. ludwigsburg.de Tanz Karlskaserne Ludwigsburg 20 Uhr »The Open Stage. Tanzkulturen«: Bühne frei für ethnischen Tanz

So, 10. November Tag der Kulturen Treffpunkt Rotebühlplatz 11 – 19 Uhr

Friedensgala 2013 Theaterhaus 17 Uhr Die Stuttgarter AnStifter verleihen ihren Friedenspreis Politisches Frühstück Laboratorium 11.30 Uhr Ingenieure ohne Grenzen berichten über Projekte in Simbabwe

Mo, 11. November Performance im Wis-

64

mit dem Jazz … in Stuttgart« wirtschaftsclubliteraturhaus.de Jazz im Jazzclub Bix 20.30 Soul Diamonds »ladies night« feat. Fola Dada & Lilly Thornton & Eva Leticia Padilla Mit Soul/R&B/Souljazz der 60er bis 80er Jahre bix-stuttgart.de Konzertabend Musikhochschule Stuttgart 19.30 Uhr Das Opernstudio 2013/2014 stellt sich vor mh-stuttgart.de Premiere Theater im öffentlichen Raum, Pariser Platz 19.30 Uhr Lokstoff! mit »Taxi Odyssse 2028. 20 years later«: Stuttgart nach der Baustelle lokstoff.com Figurentheater im FITZ! 20.30 Uhr FAB-Theater Stuttgart Figurentheater Raphael Mürle Pforzheim und Figurentheater Tübingen zeigen »Wunderkammer« fitz-stuttgart.de

Fr, 15./16. November Kuratorenführung Kunstmuseum 18 Uhr Willi Baumeister international bis 2. 3.14 kunstmuseum-stuttgart.de

sensspeicher Stadtbibliothek 20 Uhr monatliche Tanz im Treffpunkt Rotebühlplatz 20 Uhr Gala Standup-Enzyklopädie nach Flauberts »Universalendes 17. Internationalen Solo-Tanz-Theater Festivals zyklopädie der menschlichen Dummheit« Sa, 16. November Stuttgart x Blicke FoHommage an Paul Celan Theaterhaus 20 Uhr yer im Schauspielhaus 18 Uhr Götz W. Werner, Giora Feidman & Ben Becker: Zweistimmig dm-Gründer und Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens, spricht mit Simon Solberg, RegisDi, 12. November Publikations-Präsentaseur von Urgötz. tion Heusteigtheater 19 Uhr »Zeig her, Führ vor, Tausch ein« Performance: Cara Benedetto Museumsnacht ab 19 Uhr Linden-Museum, Kunstmuseum und Landesmuseum Württemberg Halbzeitbilanz der Landesregierung Theaterhaus laden zu einer Museumsnacht ein. 19 Uhr Ministerpräsident Winfried Kretschmann und andere stellen sich den Fragen der Moderatoren Premiere Theater Rampe 20 Uhr Auftakt von und des Publikums. »BABEL«, dem Kunst- und Musiktheaterprojekt des Regisseurs Marcelo Cardoso Gama in 18 Städten Mi, 13. November Stuttgarter Premiere Schauspielhaus 19.30 Uhr Schillers »Die RäuSo, 17. November Wiederaufnahme ber« (Nord) 20 Uhr Fritz Katers »5 morgen« Opernhaus 18 Uhr Hector Berlioz »Fausts Do, 14. bis 8. Dezember Stuttgarter Buch- Verdammnis« wochen Haus der Wirtschaft Willi-Bleicher-Str. 19 Di, 19. November Theater Altes SchauSchwerpunkt: »Rumänien« buchwochen.de spielhaus 20.30 Uhr International Theatre: »Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran«, franzöVortrag ifa 19.30 Uhr Kunstwissenschaftlerin sischsprachige Produktion schauspielbuehnen.de Sandra Koutsoukos über »Bilder der Schwarzen« in der Fotografie ifa.de Tanz Theaterhaus 11 Uhr Gauthier Dance Youth Special – ein eigenes Show-Format für Schüler Tanz Theaterhaus 20 Uhr Gauthier Dance mit Cantata Speciale und der Uraufführung von Marco Master-Tagung „Figuren der Zerstreuung“ MerzGoeckes »I Found a Fox Part II« Auch 15. und 18.11. Akademie 13–23 Uhr mit musikalischer Zerstreuung am Abend merz-akademie.de Business-Lunch des Wirtschaftsclubs Literaturhaus 12 – 14 Uhr Zu Gast: Bix-Leiter und Musikprofessor Mi, 20. November Lesung Vaihinger Mini Schulz, Jazzclub. Thema: »Was ist das eigentlich Buchladen 20 Uhr Thomas Glavinic: »Das grö-


ßere Wunder« lies-jetzt.de/#/termine/1 Ausstellung und Vortrag Treffpunkt Rotebühlplatz Projekte der Deutschen Cleft Kinderhilfe e.V.

Do, 21. November Doppel-Vernissage

Atelier Wilhelmstraße 16 e.V. 20 Uhr Carolin Jörg / Jan Löchte bis 01.12.13 Wilhelmstr. 16, Bad Cannstatt

Vernissage GEDOK-Galerie 19.30 Uhr Anke Westermann: »Transitor« Vernissage Akademie Schloss Solitude 20 Uhr »architecture & …« Lesung Haus d. Wirtschaft 20.15 Uhr Catalin Dorian Florescu: »Jakob beschließt zu lieben« & »Zaira« Konzert Rosenau 20 Uhr R.Schübel:»SongsSung« Konzert Staatsgalerie 19 Uhr Open Music: Open_Music Ensemble und Schülerinnen und Schüler aus Stuttgart

Freitag, 22. November Lesung Haus der Wirtschaft 20.15 Uhr Wolfgang Tischler und Lilian Wilfart: »Dracula – Eine Vampyr-Lesung«

Stuttgarter Premiere Schauspielhaus 19.30 Uhr Dürrenmatts »Der Besuch der alten Dame«

Sa, 23. November »Kaffee, Keks und Kinderbuch«, Schiller Buchhandlung 15 Uhr Kati Fräntzel gibt Kinder- und Jugendbuchtipps schiller-buch.de

Familienführung Mini-Tanzworkshop Stuttgarter Ballett 14.00, 15.30 & 17.00 Uhr Kabarett Merlin in den Wagenhallen 20 Uhr Frank Goosen über Heimat, Fußball, Rockmusik - Ein bisschen was vom Besten

So, 24. November La Cenerentola –

Aschenputtel Opernhaus Stuttgart 19 Uhr

Theater Treffpunkt Rotebühlplatz 16 Uhr Kindertheater Mär spielt den »Maulwurf Grabowski« Experiment Theater Rampe 18 Uhr Performer Malte Scholz und Informationsethiker/Philosoph Rafael Capurro eröffnen das performative Forschungslabor Bouvard und Pecuchet 3000: Vier Wochen beschäftigen sich ein Künstler und ein Wissenschaftler nach Flauberts Roman »Bouvard und Pecuchet« mit einem Thema. Kapitel 1: Freundschaft theater-rampe.de

Mo, 25. November Vortrag Akade-

mie der Bildenden Künste 19 Uhr Kimberley Schenk: »A Page from Giorgio Vasari‘s Libro de dise-

SuR 30 Okt / Nov 2013 lernen gni as Composite Object« Sinfoniekonzert Liederhalle 19.30 Uhr Erlösung: Sylvain Cambreling dirigiert Haydn, Staatsorchester Stuttgart

Di, 26. November Vernissage Akademie der Bildenden Künste Stuttgart 19.30 Uhr Ausstellung Diplom Kunst: Abschlussarbeiten

Mi, 27. November Lesung Haus der

Wirtschaft 20.15 Uhr Jan Koneffke: »Die sieben Leben des Felix Kannmacher«

Tanz Forum Ludwigsburg 20 Uhr Choreograf Christian Spuck zeigt mit dem Ballett Zürich »Woyzeck« »Krimi an der Bar« GEDOK-Galerie 20 Uhr Christine Lehmann präsentiert Stefanie Wider-Groth Vernissage Klett-Passage Hauptbahnhof Stuttgart 14 Uhr Studierende der Akademie der Bildenden Künste

Fr, 29. November Performatives Spiel

Theater Rampe 20 Uhr Perfides Spiel der Kunst der Verführung über das so tun als ob Bis 1.12.

Blues Laboratorium 20.30 Uhr Musiklegende Lucky Peterson mischt Blues mit Funk, Gospel und Soul Text und Klänge Merlin 20.30 Uhr Schauspielerin Luise Wunderlich und Percussionist Bernd Settelmeyer im Dialog zu Georg Büchner 200. Geburtstag

Sa, 30. November Lesung Haus der

Wirtschaft 20.15 Uhr Johannes Scherer präsentiert: »Stuttgarts flüssige Kriminacht«

Tango Ball Treffpunkt Rotebühlplatz 20 Uhr mit den fünf Musikern von »Nueva Generación Tango« Stuttgarter Premiere Schauspielhaus 19.30 Uhr Kleists »Der zerbrochene Krug« Premiere FITZ! 16 Uhr Figurentheater AnneKathrin Klatt, Tübingen zeigt »Elsas heiligste Nacht«

So, 1. Dezember Flamencotanzkonzert

Karlskaserne Ludwigsburg 20 Uhr Montserrat Suárez, David Moràn »El Gamba«, Alejandro Suárez tanzundtheaterwerkstatt.de

Mi, 4. Dezember Eröffnung der 19. Film-

schau Baden-Württemberg Metropol Kino Stuttgart ab 19 Uhr Eröffnungsfilm: »Schwestern« mit Kino-Star Jesper Christensen, Schauspielerin Marie Leuenberger, Regisseurin Anne Wild und Produzent Felix Zackor 19.filmschaubw.de 65


SuR – KulturPolitik für Stuttgart und Region Herausgeber und Redaktionsleitung Eva Maria Schlosser (V.i.S.d.P.) und Petra Mostbacher-Dix www.sur-kultur.net | mail: redaktion@sur-kultur.net Kontaktadressen Eva Maria Schlosser Petra Mostbacher-Dix Forststraße 180 Eichenweg 1/2 70193 Stuttgart 70839 Gerlingen T 0711-636 28 29 T 07156- 434 512 redaktion@sur-kultur.net Mitarbeiter dieser Ausgabe Günter Baumann (gb), Andreas Däuerling (ad), Natalie Deininger (nd), Fiona Herdrich (fh), Ina Hochreuther (hoc), Thomas Klingenmaier (tkl), Sigrun Lutz (sl), Oliver Stenzel (os), Miriam Zilly (mz) Grafik, Design und Anzeigen [pehjott] – Kommunikationsdesign Philipp Schmidt T 0176 - 242 657 06 grafik@sur-kultur.net | pehjott@gmail.com

Titelbild

Alex Kern, hallo@alexkern.com

Fotos

Daniela Wolf, Julian Röder, Arthur Zalewski, Redaktion, PR,Galerien und Museen, Verlage, Veranstalter

Druck

UWS Papier & Druck GmbH Libanonstraße 72 a 70184 Stuttgart

Auflage 5.000 Exemplare Erscheinungsweise alle zwei Monate. – Die nächste Ausgabe erscheint im Dezember 2013, Redaktionsschluss ist der 22.11.13, Anzeigen- u. Kalenderschluss: 25.11 .13 SuR liegt an folgenden Stellen aus: Akademie der Bildenden Künste, Atelier am Bollwerk, Filmgalerie 451, Galerien, Galerienhaus, i-Punkt, Literaturhaus, Rathaus, Rotebühlzentrum, Staatsgalerie, Theaterhaus, WKV, weitere Galerien und Kulturinstitutionen in Stuttgart und Region. SuR ist auf Facebook!

66


peh jott Kom mun ikat ions des ign Sey ffer str. 53 | Stu ttga rt-W est 017 6 - 24 265 706 peh jott @gm ail. com | gra fik@ sur-

kult ur.n et


JENSEITS DER ANSICHTSKARTE

DIEIN DERALPEN FOTOGRAFIE In Kooperation mit:

Unser Partner:

Mit freundlicher Unterstützung von:

Abbildung: © Sonja Braas / Gestaltung: i_dbuero + cluss

12.10.2013 – 06.01.2014

SuR 30  

November 2013