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Region

Zürichsee-Zeitung linkes Ufer Freitag, 26. Juni 2009

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Sicherheit Private Sicherheitsdienste ergänzen vermehrt Gemeindepolizei

Horgen

Flexible Patrouillen sind gefragt

Bushof und Taxistand werden verlegt

Der Trend, dass Gemeinden zur Vorbeugung von Vandalismus vermehrt private Sicherheitsdienste engagieren, bestätigt sich im Bezirk. Ein Zukunftsmodell? Nicht für alle Gemeinden. Viviane Birrer Schwer betroffen von Vandalenakten in den vergangenen Monaten war Adliswil. Nachdem zwei Autos und ein Gartenhaus in Brand gesetzt, Blumenkisten umgeworfen, Schaufenster eingeschlagen und Eisenstangen auf die Bahngeleise gelegt wurden, sah sich der Sicherheitsvorsteher Didier Falbriard (CVP) gezwungen, zu reagieren. «Der Stadtrat hat kurzfristig einen Kredit über 26 000 Franken für den Einsatz eines privaten Sicherheitsdienstes genehmigt», sagt Falbriard. Auch der Horgner Gemeinderat hat in seinen Verhandlungen von vergangener Woche beschlossen, während des Sommers das Dorfzentrum sowie die Uferpromenade intensiver zu überwachen, und zwar mit dem Einsatz eines privaten Sicherheitsunternehmens. «Das Ziel ist, Präsenz zu markieren und so Vandalismus vorzubeugen», sagt Sicherheitsvorsteher Samuel Fröhlich (SVP). Aus demselben Grund patrouillieren private Sicherheitsleute seit Anfang März in Langnau und zur Steigerung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung bereits seit fünf Jahren in Wädenswil.

Wädenswil führt Modell weiter Wenn das Ausmass von Vandalenakten sowie das Befürfnis der Bürger nach mehr Polizeipräsenz so stark zugenommen hat, dass die Gemeinden reagieren müssen, stellt sich die Frage, warum nicht der Bestand der Gemeindepolizei aufgestockt wird. Der Wädenswiler Sicherheitsvorsteher Philipp Kutter (CVP) antwortet: «Im Sommer brauchen wir mehr Patrouillen als im Winter, da bietet der private Sicherheitsdienst eine gute Möglichkeit, den zusätzlichen Bedarf abzudecken.» Zudem müsse die Präsenz von Sicherheitsleuten nicht zwingend von einem Polizisten ausgeübt werden, um das Sicherheitsgefühl der

Präsenz im öffentlichen Raum markieren und so Vandalismus vorbeugen: Zu diesem Zweck stellen Gemeinden vermehrt private Sicherheitsdienste an. (key) Bürger zu stärken. «Wir wollen das Modell mit dem privaten Sicherheitsdienst als Ergänzung der Stadtpolizei weiterführen», sagt Kutter. In Langnau war bis Mitte des letzten Jahres die Stadtpolizei Adliswil zuständig für Patrouillen. Aufgrund des Personalmangels wurde dieser Vertrag jedoch gekündigt, und die Gemeinde musste nach einer anderen Lösung suchen. «Wir haben die Schaffung einer eigenen Gemeindepolizei geprüft, doch die Kosten wären immens», sagt Sicherheitsvorsteher Albert Stocker (SVP). Er schätzt, dass für die nötige Infrastruktur und den Bestand von drei Polizisten Kosten von 450 000 Franken pro Jahr anfallen würden. «Mit dem Sicherheitsdienst und dem Dienst der Kantonspolizei haben wir eine gute Lösung», ist Stocker überzeugt.

Adliswil stockt Polizei auf Anders ist die Situation in Adliswil. Der Einsatz privater Sicherheitsleute sei nur eine Übergangslösung, bis die Umstrukturierungen in der Stadtpolizei vollzogen seien, sagt Sicherheitsvorsteher Falbriard. «Wir haben derzeit ein über-

altertes Polizeikorps, und einige Polizisten eignen sich nicht mehr für Nachtpatrouillen», erklärt Falbriard. Zudem entstünde mit dem Quartier Lebern-Dietlimoos ein neues Stadtgebiet mit zirka 3000 neuen Einwohnern. «Deshalb müssen wir den Polizeibestand aufstocken», sagt Falbriard. Das Ziel ist, dass künftig nicht mehr auf privates Sicherheitspersonal zurückgegriffen werden müsse.

Zivilschutz patrouilliert Anstatt eines privaten Sicherheitsdienstes setzen Kilchberg und Rüschlikon, die zu einem Sicherheitszweckverband zusammengeschlossen sind, Angehörige des Zivilschutzes für Patrouillen ein. «Dieses Modell wenden wir schon fast zehn Jahre an, und es hat sich bewährt», sagt die Kilchberger Sicherheitsvorsteherin Susanne Büchi (parteilos). In Oberrieden werden innerhalb der Politischen Gemeinde keine privaten Sicherheitskräfte beschäftigt. «Die Schulgemeinde setzt jedoch aufgrund zunehmender Vandalenakte gezielt Securitas-Leute ein, die das Schulareal

kontrollieren», gibt Gemeindeschreiber Thomas Dischl zur Auskunft. Gänzlich auf die Gemeindepolizei ergänzende Patrouillen verzichten Richterswil und Thalwil. «Derzeit ist kein Einsatz von privaten Patrouillen geplant», sagt die Richterswiler Sicherheitsvorsteherin Renate Büchi (SP). Dasselbe bestätigt die Kommunikationsbeauftragte Heidi Egli für Thalwil. Die Präsenz der Gemeindepolizei sei ausreichend.

Was private Sicherheitsdienste dürfen Angestellte einer privaten Sicherheitsfirma haben keine polizeilichen Befugnisse, das heisst, sie dürfen keine Personenkontrollen durchführen und keine Verhaftungen vornehmen. Ihre Aufgabe besteht in erster Linie darin, in den Gemeinden Präsenz zu markieren, Meldungen zu machen und bei Auffälligkeiten die Polizei zu informieren. (vib)

Thalwil Ein neuer Übergang verbessert die Bedingungen für Fussgänger an der Seestrasse

Ein Zebrastreifen ersetzt die alte Passerelle Der kürzeste Weg von den Seebädern zur Coop-Tankstelle führt über die Seestrasse. Bald entschärft ein Zebrastreifen die gefährliche Situation.

se eine Rennstrecke», sagt er. «Besonders, wenn Kinder die Seestrasse auf direktem Weg überqueren, bin ich beunruhigt.» Dass es an einer stark befahrenen Kantonsstrasse wie der Seestrasse unerlässlich ist, Fussgängern einen sicheren Übergang zu garantieren, steht für die Gemeinde und den Kanton ausser Zweifel. «Die Passerelle befindet sich gegenwärtig in einem baulich schlechten Zustand», sagt Enrico Schmid vom Tiefbauamt der Baudirektion des Kantons Zürich. Die Gemeinde Thalwil habe sich so vor einiger Zeit an die Baudirektion gewandt, um eine neue Lösung für einen sicheren Fussgängerübergang zu finden. «Die Sanierung der Passerelle wäre mit hohen Kosten verbunden gewesen. So hat man sich auf die kostengünstigere und zudem für Fussgänger attraktivere Variante eines ebenerdigen Übergangs geeinigt», sagt Schmid.

Evelyn Märki Baden macht Hunger und Durst. An heissen Tagen decken sich jeweils zahlreiche Gäste der Thalwiler Seebäder Bürger I und II im Coop-Tankstellenshop an der Seestrasse mit Esswaren und Getränken ein. Der Laden hat seinen Standort unmittelbar gegenüber dem Eingang des Seebads Bürger I. Dieser Tage ist die Passerelle, die zuvor zum Überqueren der Seestrasse diente, aufgrund der Bauarbeiten am Vogelbachweg gesperrt. Die Badegäste sehen sich so gezwungen, den nicht ungefährlichen Weg direkt über die Kantonsstrasse zu nehmen. Doch schon vor der Sperrung, die laut der Gemeinde demnächst wieder aufgehoben werden soll, ersparten sich viele Badegäste das mühselige Erklimmen der Passerelle. «Für jene, die von oben kommen, ist die Passerelle praktisch. Für die vielen Badegäste, die im Coop einkaufen wollen, bedeutet sie aber einen Umweg», sagt die Thalwilerin Sybille Luginbühl, ein Stammgast der

Bis zum Herbst fertig

Der bestehende Übergang zwischen Badi und Coop-Tankstelle ist bei den Fussgängern wenig beliebt. (Evelyn Märki) Seebadi. Von Fussgängern und Autofahrern ist angesichts des regen Tankstellenund Einkaufsbetriebs und der stark befahrenen Seestrasse erhöhte Aufmerk-

samkeit gefordert. Werner Henzen, Bademeister in der Seebadi Bürger I, zeigt sich besorgt über die jetzige Situation: «Für manche Autofahrer ist die Seestras-

Im Herbst soll der Fussgängerstreifen mit Schutzinsel an der Seestrasse fertig sein. Um die unbefriedigende Situation bereits in den kommenden Wochen zu verbessern, plant die kantonale Baudirektion in Absprache mit der Kantonspolizei einen provisorischen Übergang. Die ohnehin ungeliebte Passerelle wird dank dieser Massnahmen endgültig ausgedient haben.

Die wegen schlechten Wetters verschobenen Belagsarbeiten an der Horgner Bahnhofstrasse sollen am Sonntag, 28. Juni, stattfinden. Betroffen ist der Abschnitt vom neuen Bushof bis zur Kirchstrasse. Diese Belagseinbauten bedingen eine Vollsperrung der Bahnhofstrasse. Zudem ist das Parkhaus Schinzenhof vom 27. Juni von Mitternacht bis 29. Juni um 5 Uhr geschlossen. Die Zu- und Wegfahrt zur Tiefgarage Meierhof/Stünzihaus ist vom 28. Juni von 5 Uhr in der Frühe bis Montag, 29. Juni, um 5 Uhr nicht möglich. Der Bushof wird am Sonntag während der gesamten Betriebszeit nicht bedient. Für die Dauer der Sperrung wird ein provisorischer Bushof an der Seestrasse zwischen beiden Kreiseln zusammen mit der Haltestelle Schinzenhof betrieben. Die Taxistände vor dem Bahnhofsgebäude werden zwischen dem 28. Juni um 5 Uhr bis Montag, 29. Juni, um 5 Uhr an die Seestrasse verlegt. Die provisorischen Standplätze befinden sich vor dem Coiffeur Wermelinger sowie der Post. Für die Dauer der Belagsarbeiten sind die Fussgängerverbindungen vom Bahnhof ins Zentrum sowie zum provisorischen Bushof signalisiert und permanent gewährleistet. (sta)

Gattikon

Strassensanierung erneut verschoben Aufgrund der ungünstigen Wetterprognosen für das kommende Wochenende müssen die geplanten Belagsarbeiten und damit die zweite Vollsperrung der Gattikonerstrasse zwischen Langnau und Thalwil erneut verschoben werden. Dies teilte das Tiefbauamt des Kantons Zürich gestern mit. Die Sanierung und damit die Sperrung der Gattikonerstrasse ist nun vorgesehen vom Samstag, 11. Juli, ca. 4 Uhr morgens, bis Montag, 13. Juli, 5 Uhr morgens. Die Baudirektion wird wiederum vorgängig mitteilen, ob die Arbeiten durchgeführt werden können oder verschoben werden müssen. (pkl)

Veranstaltung Grosseltern und Enkel im Dampfzug Sihltal. Am Sonntag, 28. Juni, können Grosseltern ihren Enkelkindern zeigen, wie man früher mit der Eisenbahn reiste: vorne am Zug die Dampflok, genannt «Schnaaggi-Schaaggi», Baujahr 1899, dann Wagen III. Klasse aus den 1930er-Jahren mit Holzbänken – dieser nostalgische Zug fährt um 12 Uhr und um 15 Uhr ab Bahnhof Zürich Wiedikon auf Gleis 3 nach Sihlwald, ab Sihlwald Richtung Zürich um 11.10 Uhr sowie um 14.10 Uhr. Billette kann man im Zug lösen. Kinder bis 6 Jahre fahren gratis. (e) Weitere Informationen im Internet unter www. museumsbahn.ch.

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