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DEUX FRÈRES. LA FEMME. LE FEU. LE SILENCE. (AT) Ein Kurzfilm von Philippe Zwick Eby 9 min., Farbe, D 2009


DEUX FRÈRES. LA FEMME. LE FEU. LE SILENCE.

ROLLEN: ANDREJ JANUSZ DER JUNGE DIE FRAU

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DEUX FRÈRES. LA FEMME. LE FEU. LE SILENCE.

1. AKT – LES FRÈRES

1. AKT - SZENE 1

(ext./day)

(Tag 1) Eine schlafende Stadt. Ein silberner Fluss. Ein leer stehendes Fabrikgebäude. In den toten Fenstern das schmutzige Weiß des Morgenhimmels. Grafittigerahmt. Hohe Mauern. Metallgitter. Zerbrochenes Glas. Plastikflaschen. Plastiktüten. Ein zerbrochener, weißer Plastikstuhl.

1. AKT - SZENE 2

(ext./day)

Eine hohe, dunkle Backsteinmauer. Darüber: Das schmutzige Weiß des Morgenhimmels. Ein Junge auf dem mit Glassplittern übersäten Boden. Sein Gesicht ist blutig. Er krümmt sich und versucht, sein Gesicht vor den harten Tritten der zwei Männer zu schützen. Die zwei Männer: Versteinerte, verzerrte Gesichter. Sie treten und schlagen in blinder Wut auf den Jungen ein. Ein Hund bellt.

1. AKT - SZENE 3

(ext./day)

Auf der anderen Seite der Mauer. Der junge Mann liegt bewusstlos auf dem trockenen Gras. Sand. Plastikflaschen. Stille.

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1. AKT - SZENE 4

(ext./day)

Ein Mann. Janusz. Augen wie das Meer im Winter. Seine schmutzig weißen Haare sind ungepflegt. Er trägt ein verschlissenes Sweatshirt. Enge schwarze Jeans. Janusz wühlt hastig in einem Berg Müll. Plastikflaschen. Fettige Zeitung. Essensreste. Er findet ein Stück altes Fleisch. Er riecht daran.

1. AKT - SZENE 5

(ext./day)

Ein Mann. Andrej. Augen wie das Meer in Winter. Seine schmutzig weißen Haare sind ungepflegt. Er trägt ein verschlissenes Sweatshirt. Ein anderes. Enge schwarze Jeans. Er pisst in ein heimatloses Waschbecken. In der anderen Hand: Ein alter, angebissener Apfel.

1. AKT - SZENE 6

(ext./day)

Andrej und Janusz streunen über das weite, verlassene Gelände der Fabrik und suchen den Boden ab. Andrej schlägt mit einem langen Ast über das hoch wuchernde Unkraut ein. Janusz findet etwas auf dem Boden. Er hebt es auf. Stille.

1. AKT - SZENE 7

(ext./day)

Die Brüder stehen am Ufer und blicken aufs Wasser. Ein Schiff mit Touristen fährt vorbei. Die Menschen machen Fotos von den Brüdern. Andrej wirft wütend mit Steinen nach ihnen. Janusz versucht, ihn zu beschwichtigen.

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1. AKT - SZENE 8

(ext./day)

Ein trockener Platz am Fluss. Die Brüder kämpfen miteinander. Sie lachen. Ihre Körper sind Staub bedeckt. Andrej besiegt seinen Bruder. Er beißt ihm triumphierend in den Nacken.

1. AKT – SZENE 9

(ext./day)

Sie sitzen auf dem Dach des Gebäudes. Janusz sitzt hinter Andrej und durchsucht seine Haare.

1. AKT - SZENE 10

(ext./evening)

Ein Feuer. Die Brüder trinken Wein und lachen. Über dem Feuer ein Stück Fleisch.

1. AKT - SZENE 11

(ext./night)

Am Feuer. Die Brüder heulen den Mond an.

1. AKT - SZENE 12

(int./night)

Eine schmutzige Matratze auf dem Boden eines trostlosen Raumes. Das kalte Licht einer Straßenlaterne. Ein Hund bellt. Die Brüder liegen nebeneinander auf dem Rücken. Andrej liest Janusz mit leiser Stimme aus einem verschlissenen Taschenbuch vor. Janusz hört aufmerksam zu. ANDREJ: „Und da lachte sie, es war das erste Mal, dass ich sie lachen sah, und Andersson, du

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weißt ja, wie Jun ist, wenn sie lacht, da kann man nicht so tun, als ob nichts wäre, wenn Jun einen anlacht, ist klar, dass man nichts anderes kann als zu denken: Wenn ich diese Frau nicht küsse, werde ich verrückt. Und ich dachte: Wenn ich dieses Mädchen nicht küsse, werde ich verrückt.“ Ein zweiter Hund stimmt ein.

1. AKT - SZENE 13

(int./night)

Andrej und Janusz liegen auf der Matratze und schlafen. Andrej legt seinen Arm um Janusz.

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2. AKT – LA FEMME

2. AKT - SZENE 1

(ext./day)

(Tag 2) Die Stadt schläft noch. Der Fluss schimmert silbern. Auf dem Dach des Gebäudes. Eine junge Frau sitzt auf einem Sockel und blickt über die noch schlafende Stadt. Sie weint. Stille.

2. AKT - SZENE 2

(ext./day)

Janusz wacht auf. Er liegt allein auf der Matratze. Ein Hund bellt.

2. AKT - SZENE 3

(ext./day)

Andrej liegt hinter einem Schornstein. Er beobachtet die junge Frau.

2. AKT - SZENE 4

(ext./day)

Janusz tritt auf das Dach. Die Helligkeit blendet ihn. Er blickt um sich. Da bemerkt er seinen Bruder. Das Kleid der jungen Frau weht im Wind. Janusz zieht sich leise zurück.

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2. AKT - SZENE 5

(ext./day)

Andrej pisst in ein heimatloses Waschbecken.

2. AKT - SZENE 6

(ext./day)

Janusz wühlt hastig in einem Berg Müll. Plastikflaschen. Fettige Zeitung. Essensreste. Er findet eine braune Banane. Er riecht daran.

2. AKT - SZENE 7

(ext./day)

Andrej und Janusz streunen über das weite, verlassene Gelände der Fabrik und suchen den Boden ab. Andrej schlägt mit einem langen Ast über das hoch wuchernde Unkraut ein. Janusz findet etwas auf dem Boden. Er hebt es auf. Stille. Er blickt Andrej an.

2. AKT - SZENE 8

(int./night)

Eine schmutzige Matratze auf dem Boden eines trostlosen Raumes. Das kalte Licht einer Straßenlaterne. Die Brüder liegen nebeneinander auf dem Rücken. Andrej liest Janusz mit leiser Stimme aus einem verschlissenen Taschenbuch vor. Janusz hört aufmerksam zu. ANDREJ: „Jun Rail. Das Gesicht von Jun Rail. Wenn die Frauen von Quinnipak in den Spiegel schauten, dachten sie an das Gesicht von Jun Rail. Wenn die Männer von Quinnipak ihre Frauen anschauten, dachten sie an das Gesicht von Jun Rail. Das Haar, die Backenknochen, die schneeweiße Haut, die Augenlider von Jun Rail. Doch vor allem – ob er nun lachte oder schrie oder schwieg oder einfach nur da war, als wartete er –

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an den Mund von Jun Rail. Der Mund von Jun Rail ließ einem keine Ruhe. Er bohrte sich einfach in die Phantasie. Er besudelte die Gedanken. 'Eines Tages entwarf Gott den Mund von Jun Rail. Das war der Moment, in dem ihm diese absonderliche Idee von der Sünde kam.'“ Ein Hund bellt.

2. AKT - SZENE 9

(int./night)

Andrej legt seinen Arm um den schlafenden Janusz.

2. AKT - SZENE 10

(ext./day)

(Tag 3) Die Stadt schläft noch. Der Fluss schimmert silbern. Auf dem Dach des Gebäudes. Die junge Frau sitzt auf einem Sockel und blickt über die noch schlafende Stadt. Sie weint. Stille.

2. AKT - SZENE 11

(ext./day)

Die Matratze ist verlassen. Ein Hund bellt.

2. AKT - SZENE 12

(ext./day)

Andrej und Janusz liegen hinter einem Schornstein. Sie beobachten die junge Frau. Andrej blickt Janusz an.

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2. AKT - SZENE 13

(ext./day)

Janusz wühlt hastig in einem Berg Müll. Plastikflaschen. Fettige Zeitung. Essensreste. Er findet eine braune Banane. Er riecht daran.

2. AKT - SZENE 14

(ext./day)

Andrej pisst in ein heimatloses Waschbecken. Dann onaniert er.

2. AKT - SZENE 15

(ext./day)

Ein trockener Platz am Fluss. Die Brüder kämpfen miteinander. Ihre Körper sind Staub bedeckt. Ihr Lachen verstummt. Janusz versucht, seinen Bruder zum Fallen zu bringen. Nach längerem Ringen besiegt Andrej seinen Bruder. Er beißt ihm triumphierend in den Nacken.

2. AKT - SZENE 16

(ext./day)

(Tag 4) Die Stadt schläft noch. Der Fluss schimmert silbern. Auf dem Dach des Gebäudes. Die junge Frau sitzt auf einem Sockel und blickt über die noch schlafende Stadt. Stille.

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2. AKT - SZENE 17

(ext./day)

Andrej und Janusz betreten leise das Dach des Gebäudes. Die junge Frau sitzt auf einem Sockel und blickt über die noch schlafende Stadt. Die Brüder verstecken sich hinter einem Schornstein und beobachten sie. Die junge Frau dreht sich nicht um. Sie streicht sich eine Haarsträhne aus dem Nacken.

2. AKT - SZENE 18

(ext./day)

Andrej boxt auf einen imaginären Boxsack ein. Sein Körper glänzt. Zwei Hunde bellen.

2. AKT - SZENE 19

(ext./day)

Ein trockener Platz am Fluss. Die Brüder kämpfen miteinander. Ihre Körper sind Staub bedeckt. Nach längerem Ringen lassen sie sich keuchend in den Staub fallen.

2. AKT - SZENE 20

(int./night)

Eine schmutzige Matratze auf dem Boden eines trostlosen Raumes. Das kalte Licht einer Straßenlaterne. Die Brüder liegen nebeneinander auf dem Rücken. Andrej liest Janusz mit leiser Stimme aus einem verschlissenen Taschenbuch vor. Janusz hört aufmerksam zu. ANDREJ: „Acht Musiker, die gerade Probe hatten, waren dort. Es war spät am Abend, und sie waren allein im Crystal Palace, sie und ein paar Wächter. Sie übten für das Konzert am Samstag. Sie wirkte winzig klein, diese Musik, verloren inmitten dieser Weiträumigkeit aus Eisen und Glas. Es klang, als spielten sie ein Geheimnis. Da fing ein Samtvorhang

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Feuer, niemand hat je sagen können, wieso. Der Cellospieler sah aus den Augenwinkeln, wie sich diese merkwürdige Fackel am anderen Ende des Palasts entzündete, und nahm den Bogen von den Saiten. Sie hörten nacheinander zu spielen auf, ohne ein Wort zu sagen. Sie wussten nicht recht, was sie tun sollten. Es schien eine Lappalie zu sein. Zwei Wächter waren unverzüglich herbeigeeilt und gaben sich große Mühe, den Vorhang herunterzureißen. Sie bewegten sich rasch zwischen den Lichtzungen, die die Flammen nach allen Seiten auswarfen. Der Cellist nahm die Partituren vom Notenständer. Er sagte: Vielleicht sollten wir Hilfe holen. Einer der Geiger sagte: Ich verschwinde hier. Sie packten ihre Instrumente in die Kästen und gingen einzeln hinaus. Einer blieb zurück und betrachtete die immer höher schlagenden Flammen. Dann ging alles sehr schnell. Ein Beet mit Sträuchern, nur wenige Meter vom Vorhang entfernt, loderte auf wie ein Blitz und begann heftig zu prasseln, bis es den Petroleumleuchter umzüngelte, der an der Decke hing und jetzt mit solcher Wucht herab fiel, dass das Feuer sich im Nu wie ein Geflecht aus Flammenbächen, das wie wild gegen alles andere geschleudert wurde, ringsumher auszubreiten schien, in einer jähen Pestilenz aus Feuer, Licht, Qualm und glühender Zerstörung. Ein packendes Schauspiel. In wenigen Minuten verschlangen die Flammen zentnerweise Gegenstände. Von außen sah der Crystal Palace nun wie eine gigantische, von Riesenhand entzündete Lampe aus.“

2. AKT - SZENE 21

(ext./day)

(Tag 5) Die Stadt schläft noch. Der Fluss schimmert silbern. Auf dem Dach des Gebäudes. Stille.

2. AKT - SZENE 22

(ext./day)

Andrej und Janusz betreten leise das Dach des Gebäudes. Der Platz auf dem Sockel ist leer. Sie blicken sich suchend um. Stille.

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2. AKT - SZENE 23

(ext./day)

Andrej boxt wütend auf einen imaginären Boxsack ein.

2. AKT – SZENE 24

(ext./day)

Die Brüder liegen nebeneinander im Sand. Der graue Himmel in ihren Augen.

2. AKT – SZENE 25

(ext./evening)

Janusz schlägt die Augen auf. Die junge Frau sitzt neben ihm. Sie blickt aufs Wasser. Janusz berührt seinen Bruder am Arm. Andrej richtet sich auf.

2. AKT – SZENE 26

(ext./evening)

Das helle Lachen der jungen Frau über dem silbernen Wasser.

2. AKT – SZENE 27

(ext./night)

Ein Feuer. Janusz flüstert der jungen Frau unbeholfene Worte ins Ohr. Sie lacht. Andrej schenkt ihr Wein nach. Seine Hand berührt ihren Unterarm.

2. AKT – SZENE 28

(ext./night)

Andrej pisst ins Gebüsch. Er blickt zum Feuer. Janusz küsst die junge Frau auf den Mund. Stille.

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2. AKT – SZENE 29

(ext./night)

Janusz und die junge Frau liegen sich stürmisch küssend im Sand neben dem lodernden Feuer. Andrej legt sich neben die junge Frau. Sie dreht sich zu ihm. Ein Hund heult. Ein zweiter stimmt ein. Andrej blickt in ihre leuchtenden Augen. Zu seinem Bruder. Ihre Augen. Er küsst sie.

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3. AKT - LE FEU

3. AKT – SZENE 1

(ext./morning)

(Tag 6) Die Stadt schläft noch. Der Fluss schimmert silbern. Die junge Frau liegt zwischen den beiden Brüdern im Sand. Sie schlafen noch. Ihre Glieder ineinander verschlungen. Sie sind nackt. Stille.

3. AKT – SZENE 2

(ext./morning)

Andrej schlägt seine Augen auf. Die junge Frau ist verschwunden. Er steht leise auf.

3. AKT – SZENE 3

(int./day)

Andrej betritt den trostlosen Raum. Die junge Frau steht am Fenster und blättert in dem verschlissenen Taschenbuch. Als sie Andrej bemerkt, liest sie, ohne aufzublicken, einen Satz daraus vor. DIE JUNGE FRAU: „Aber Jun sagte nichts. Sie brach einfach, ohne dass sich etwas in ihrem Gesicht regte, vollkommen lautlos in Tränen aus, in dieser Art, die wunderschön ist, das Geheimnis nur weniger Menschen, sie weinen nur mit den Augen, wie bis zum Rand mit Traurigkeit gefüllte Gläser, ...“ Andrej tritt zu ihr, nimmt ihr das Buch aus der Hand und küsst sie dann stürmisch auf Mund und Hals.

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3. AKT – SZENE 4

(ext./day)

Janusz streunt über das weite, verlassene Gelände der Fabrik.

3. AKT - SZENE 5

(ext./day)

Andrej presst die junge Frau an die trostlose Mauer, zieht ihr stürmisch das Kleid von Körper und dringt in sie ein. Sie wehrt sich nicht. Im den Fenstern das schmutzige Weiß des Morgenhimmels. Ein Hund bellt.

3. AKT – SZENE 5

(ext./day)

Janusz steigt die Treppen des Gebäudes empor.

3. AKT - SZENE 6

(ext./day)

Das Gesicht der jungen Frau an der rauen Wand. Andrejs Hände in ihren Haaren. Sie wehrt sich nicht. Andrej beißt der jungen Frau in den Hals.

3. AKT – SZENE 7

(ext./day)

Andrej und die junge Frau liegen nackt auf der schmutzigen Matratze. Sie atmen schwer. Ihre Augen geschlossen. Andrej legt seinen Arm um die junge Frau. Janusz steht an der Tür und beobachtet die Szene. Leise verlässt er das Zimmer.

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3. AKT - SZENE 8

(ext./day)

Janusz wühlt in einem Berg Müll. Plastikflaschen. Fettige Zeitung. Essensreste. Er findet ein in Cellophan eingepacktes Sandwich. Er riecht daran. Janusz beißt ab. Dann wirft er den Rest wütend ins Gebüsch.

3. AKT – SZENE 9

(ext./day)

Ein trockener Platz am Fluss. Die Brüder kämpfen miteinander. Ihre Körper sind Staub bedeckt. Die junge Frau sieht zu. Sie lacht. Nach längerem Ringen beginnt Janusz auf seinen Bruder einzuschlagen. Das Lachen der jungen Frau verstummt. Wütend schlägt Andrej zurück. Er trifft seinen Bruder im Gesicht. Janusz blutet. Die junge Frau schreit. Andrej schlägt mehrfach auf seinen Bruder ein. Janusz’ Gesicht ist Blut überströmt. Da lässt Andrej von ihm ab und fällt keuchend in den Staub. Janusz springt auf und läuft weg. Die junge Frau folgt ihm nach kurzem Zögern.

3. AKT – SZENE 10

(ext./day)

Keuchend steht Janusz hinter dem leer stehenden Fabrikgebäude. Die junge Frau wischt ihm das Blut aus dem Gesicht. Janusz blickt sie an. Er presst sie an sich und küsst sie stürmisch auf den Mund. Dann zieht er ihr stürmisch das Kleid von Körper und dringt in sie ein. Sie wehrt sich nicht. Ein Hund bellt.

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DEUX FRÈRES. LA FEMME. LE FEU. LE SILENCE.

3. AKT – SZENE 11

(ext./evening)

Ein Feuer. Die junge Frau lacht. Die Brüder blicken sich an. Andrej schenkt ihr Wein nach.

3. AKT – SZENE 12

(ext./night)

Das helle Lachen der jungen Frau über dem silbernen Wasser.

3. AKT – SZENE 13

(ext./night)

Andrej pisst ins Gebüsch. Er blickt zum Feuer. Janusz küsst die junge Frau auf den Mund. Er blickt zu Andrej. Stille.

3. AKT – SZENE 14

(ext./night)

Janusz und die junge Frau liegen sich küssend im Sand neben dem lodernden Feuer. Andrej legt sich neben die junge Frau.

3. AKT - SZENE 15

(ext./night)

Über das silberne Wasser klingt das Heulen der Brüder.

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4. AKT – LE SILENCE

4. AKT – SZENE 1

(int./morning)

(Tag 7) Eine schmutzige Matratze auf dem Boden eines trostlosen Raumes. In Fenstern das schmutzige Weiß des Morgenhimmels. Ein Hund bellt. Die Brüder liegen nebeneinander und schlafen. Andrejs Arm hält Janusz umschlungen. Ein zweiter Hund stimmt ein.

4. AKT – SZENE 12

(ext./morning)

Die Stadt schläft noch. Der Fluss schimmert silbern. Ein trockener Platz am Fluss. Plastikflaschen, Essensreste, Zeitungen. Ein Kleid im Staub. Stille.

SEITE 19


DEUX FRÈRES. LA FEMME. LE FEU. LE SILENCE.

Drehbuch:

Philippe Zwick Eby 2009

Texte:

Alessandro Baricco: „Land aus Glas“ Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 2006

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deux frères. la femme. le feu. le silence. (DREHBUCH)  

Ein Kurzfilm von Philippe Zwick Eby (9 min., Farbe, D 2009)

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