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R e s e a r c h

S O M M E R S E M E S T E R 2 0 14 C r o s s i n g B r i d g e & W i n e r y

Philip Lemanski, Hannah Hemsing


Verfasser Philip Lemanski Hannah Hemsing

Pockelsstraße 4 | 38106 Braunschweig | Deutschland fon +49 (0)531 391 2515 | fax +49 (0)531 391 8137

S O M M E R S E M E S T E R R e s e a r c h

C r o s s i n g

wissenschaftliche Mitarbeiter Mohammadi | Dipl.—Ing. M.Arch. Jan Pingel | Dipl.—Ing.

Fahim

Lehrbeauftrage Astrid Bornheim | Dipl.—Ing. Arch. Sebastian Kaus | Dipl.—Ing. Mag. Arch.

2 0 14 B r i d g e

&

W i n e r y


A B C

D E F

09

Motivation

Analyse Weingüter 15

Bodegas Portia, Foster & Partners

19

Dominus, Herzog de Meuron

22

Vergleich Bodegas Portia und Dominus

Analyse Brücken 29

Bogengeometrien

37

Pont du Gard

43

Allah Verdi Khan Bridge

49

Bloukrans Bridge

55

Simone de Beauvoir Footbridge

Verräumlichungsstrategien 65

Digital: Boolsche Operationen

75

Digital: Loften

91

Analoges Modellieren

118

Résumé

Anhang 124

Literatur- und Abbildungsverzeichnis


A


RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY


Motivation


10

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY


Motivation Zielformulierung

MOTIVATION

Im Rahmen des Research Crossing Bridge & Winery beschäftigen wir uns mit der Thematik, ob und wenn ja auf welche Art und Weise, man Brücken und deren Geometrien für Weingutarchitektur nutzen kann. Basierend auf der Analyse zweier Weingüter werden die essentiellen Aspekte der Weinproduktion herausgearbeitet. Für unsere Arbeit sind diese der Fermentierungsprozess des Weines und das Raumprogramm eines Weingutes. Das Oberflächen-zu-Volumen- Verhältnis (A/V-Verhältnis) wird ebenfalls thematisiert. Das fundamentelle beim Brückenbau sind die Bögen, die das statische Element darstellen. Die Vier analysierten Brücken unterscheiden sich in ihren Bogengeometrien, die wir zunächst konstruktiv erfassen. Im letzten Arbeitsschritt entwickeln wir, bezugnehmend auf diese Geometrien, neue Raumgefüge, die als Grundlage für die Architektur eines neuen Weingutes dienen soll. Abschließend wird die Funktionalität der Raumgefüge bewertet. Methodik Das Grundlagenverständnis über Weingüter und Brücken erarbeiten wir uns anhand konkreter Bauwerke. Für die Weingüter verwenden wir die Bodegas Portia von Foster & Partners und das Dominus von Herzog de Meuron. Die Referenzprojekte der Brücken sind der Pont du Gard in Frankreich, die Allah Verdi Khan-Bridge im Iran, die Bloukrans-Bridge in Südafrika und die Simone de Beauvoir-Footbridge in Frankreich. Mit Hilfe der aus der Brückenanalyse stammenden Untersuchungsergebnisse werden zunächst digital Loft- und Bool-Operationen durchgeführt. Im nächsten Schritt werden einige Ergebnisse auch analog gebaut.

11


B


RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY


Analyse Weing端ter


16

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY


Bodegas Portia ANALYSE WEINGÜTER

Ort: Kastilien-León, Spanien Erbaut: 2010 Architekten: Foster & Partners

Abb. 1.1.1 Bodegas Portia Rendering

Länge / Flügel: 135 m Breite / Flügel: 22 m Höhe: 14,5 m Anbaufläche: 4.000.000 m² Weingut: 12.500 m² Barrique-Keller: 2970 m² Tankraum: 2970 m² Lagerung: 2970 m²

17


Bodegas Portia

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Gravity Flow Verfahren

Abb. 1.1.2 Bodegas Portia Funktionsweise

Das Weingut von Foster & Partner besteht aus einem Zentrum, von dem drei Flügel abgehen, die unterschiedliche Funktionen aufweisen. Der Westflügel integriert den Tankraum, der Nord-Ost-Flügel die Barriquefasslagerung und der Süd-Ost-Flügel die Weinflaschenlagerung. Im Erdgeschoss des Zentrums befindet sich das Foyer, in dem sich Gäste sammeln, sowie einen Einblick in die Weinproduktion erhalten können. Der Mittelpunkt des Weinguts wird außerdem als Verkehrsfläche für den Wein genutzt, indem jede Stufe der Weinherstellung im Gebäude erschlossen werden kann.

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Jeder Flügel kann auch von Besuchern besichtigt werden.


Abb. 1.1.3 Bodegas Portia Wegediagramm im Schnitt Abb. 1.1.4 Bodegas Portia Traubenanlieferung

Wein Besucher

Das Entrappen der Weintrauben vom Traubengerüst findet im Obergeschoss des Weinguts statt. Auf dieser Ebene werden die Trauben vorgepresst und weiter in den Tankraum geleitet. Da durch die Architektur ein Höhenunteschied überwunden wird, kann dieser Prozess ohne jegliche Pumpen vollzogen werden. Dieses Verfahren nennt sich Gravity-Flow, und bedeutet, dass die natürliche Schwerkraft für den Prozess genutzt wird. Der Wein wird im Ergeschoss, dass in den Boden eingegraben ist, in Barriqueflässer abgefüllt. Damit wird vom Gravity Flow Verfahren abgewichen, dasss eine Abfüllung in eine tiefer gelegene Ebene beinhalten würde. Auch das Abfüllen in Flaschen erfolgt im Erdgeschoss.

19

ANALYSE WEINGÜTER

Die Anlieferung der Weintrauben befindet sich bei der Bodegas Portia auf dem befahrbaren Dach. Dort füllen die Anlieferer die Trauben in einen Auffangbehälter, welcher direkt mit der Abbeermaschine verbunden ist. Nachdem die Weintrauben abgeladen wurden, verlässt der abgefertigte Wagendas Weingut über den gegenüberliegenden Flügel.


20

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY


Dominus Ort: Yountville (San Francisco), USA ANALYSE WEINGÜTER

Erbaut: 1997 Architekten: Herzog & De Meuron

Abb. 1.2.1 Dominus Fotografie

Länge: 100 m Breite: 25 m Höhe: 9 m Anbaufläche: 517.888 m² Weingut: 3260 m² Barrique-Keller: 968 m² Tankraum: 813 m² Lagerung: 465 m²

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Dominus

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Standartverfahren

Abb. 1.2.2 Dominus Ansicht Ost Abb. 1.2.3 Dominus Wegeführung Abb. 1.2.4 Dominus Schnitt durch das Barriquefasslager

Das Weingut von Herzog & De Meuron positioniert sich wie ein Monolith inmitten der Weinfelder. Alle Funktionen der Weinherstellung befinden sich in dem rechteckigen Grundriss. Die Büros und Weinverköstigung liegen über dem im Norden liegenden Barriquefasslager. Von dort aus kann der mittig liegende Tankraum entweder über die Gallerie oder über eine Öffnung im Erdgeschoss erschlossen werden.

22

Die zweite, kleinere Öffnung des Gebäudes dient als Zugang zum Lagerraum.


Abb. 1.2.5 Dominus Wegeführung Wein Abb. 1.2.6 Dominus A/V - Verhältnis

Vom Tankraum abgehend wird der Wein weiter in das Barriquefasslager unter den Büroflächen geleitet. Nachdem der Wein einige Wochen bis Monate reifen konnte, wird er in Flaschen abgefüllt und in den Lagerraum transportiert. Dieser befindet sich südlich des Gebäudes. A/

A/

A/

V=

5,4

0

V=

6, 7

6

V=

9,9

3

Das Diagramm auf der linken Seite verdeutlicht die Proportionen der Fläche zur Füllmenge im Lager. Dabei stellt man fest, dass der Lager- und Tankraum effizient genutzt werden. Lediglich das Barriquefasslager schneidet, mit einem A / V Verhältnis von 9.93 schlecht ab, verdeutlicht aber die Wichtigkeit des ungedrungenen Lagers mit anschließendem Weinverköstigungsraum. 23

ANALYSE WEINGÜTER

Hauptsächlich werden die offenen Flächen im Erdgeschoss zur Weinanlieferung genutzt. Die Weintrauben können von beiden Seiten angeliefert, verarbeitet und in den Tankraum eingespeisst werden.


Vergleich RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Bodegas Portia & Dominus

Die prägnantesten und für unsere Analyse wichtigsten Unterscheide zwischen den beiden Weingütern ist die Produktion und ihre Sichtbarkeit für die Besucher sowie das A/V Verhältnis. Die Bodegas Portia verwendet, zu mindestens zu Beginn der Produktion, das Gravity Flow Verfahren. Dieses bringt den Vorteil mit sich, dass durch natürliche Weise ein dynamischer Fluss entsteht und keine Pumpen benötigt werden. Nachdem die Trauben von ihrem Gerüst getrennt und gepresst wurden, findet der restliche Prozess auf einer Ebene statt, wodurch das traditionelle Gravity Flow Verfahren nicht vollständig durchgeführt wird. Abb. 1.3.1 Gravity Flow Verfahren

Die Art der Schwerkraftnutzung beim Gravity Flow Verfahren war die erste bekannte Art Wein herzustellen und wurde schon im Mittelalter angewandt.

24

Alle Produktionsschritte können von den Besuchern verfolgt werden, wodurch die Herstellung des Weins transparent gemacht wird. Im A/V - Verhältnis erkennt kann die gleichwertige Berücksichtigung der Weinherstellung und des Weinverkaufs. In allen Bereichen ist es nahezu identisch.


Das Barriquefasslager ist der einzige repräsentative Bereich des Gebäudes und besitzt im Obergeschoss zugleich einen Verköstigungsraum mit Blick auf die Fässer. Ablesen kann man die zentrale Aufgabe des Lagers als Showroom für den Verkauf auch im A/V -Verhältnis von Fläche zu Wein (9,93). Im Tank- und Lagerraum ist das A/V-Verhältnis deutlich kleiner (6,76 und 5,4).

Weingutarchitektur dient also unterschiedlichen Funktionen. In jedem Fall muss die Weinherstellung gewährleistet sein. Darüber hinaus findet oft in kleinem Rahmen Weinverkauf statt, manchmal wird sogar die Weinherstellung als Marketingwerkzeug genutzt. 25

ANALYSE WEINGÜTER

Im Dominus findet der Weinherstellung abgeschottet von den Besuchern auf einer Ebene statt


C


RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY


Analyse Br端cken


30

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY


Bogengeometrien In diesem Analyseschritt haben wir verschiedene Bogengeometrien untersucht. Als Referenzobjekte dafür dienen der Pont du Gard in Frankreich (Rund- und Korbbogen), die Allahverdi-Khan Bridge im Iran (Spitzbogen), die Bloukrans Bridge in Südafrika und die Simone de Beauvoir Footbridge ebenfalls in Frankreich (beides Segmentbögen). Um die Geometrien erstmals zu erfassen, erklären wir anhand der Beispiele die unterschiedlichen Konstruktionsweisen der Bögen. Im zweiten Schritt werden Tangenten und Sekanten der Bögen gezogen, um die Regelmäßigkeit des Bauens zu analysieren. ANALYSE BRÜCKEN

Segmentbogen Segmentbogen

Spitzbogen (gestaucht)

Spitzbogen ( gestaucht)

Korbbogen Korbbogen

Rundbogen Rundbogen

Abb. 2.1.1 Bogengeometrien

31


RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Abb. 2.1.2 Konstruktion Rundbogen

M

r

Rundbogen Der Rundbogen ist ein Halbkreis und wird aus einem Kreis konstruiert. Hierf端r betrachten wir den Mittelpunkt M und ziehen mit dem Radius r einen Halbkreis um M.

32


Abb. 2.1.3 Konstruktion Korbbogen

r

M1

r

M2

r

M3

Korbbogen

Bei unserem Beispiel setzt sich der Korbbogen aus drei Kreisen zusammen; einem großen, der den höchsten Punkt des Bogens formt und zwei kleineren. Diese dienen als Basis. Der Krümmungsgrad des Bogens vergrößert sich.

33

ANALYSE BRÜCKEN

Der Korbbogen wird in der Regel aus drei bis fünf Kreisen konstruiert. Diese können unterschiedliche Radien aufweisen, was dazu führt, dass sich der Krümmungsgrad des Bogens verändert.


Abb. 2.1.4 Konstruktion Spitzbogen

r

r

M‘

M Kämpferlinie

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Spitzbogen Der Spitzbogen setzt sich aus zwei sich überschneidenen Kreisen zusammen, die eine Spitze bilden. Unser Beispiel stellt einen gestauchten Spitzbogen dar. Da dessen Radius r kleiner ist als die Spannweite des Bogens. Zum Konstruieren betrachtet man die beiden Mittelpunkte M und M‘ und deren Radien r. Der obere Schnittpunkt der beiden Kreise formt die Spitze. Die Strecke zwischen M und M‘ bezeichnet man als Kämpferlinie.

34


Abb. 2.1.5 Konstruktion Segmentbogen

Segmentbogen

Bei unserem Beispiel beträgt der Winkel des Segmentbogen in etwa 90°.

35

ANALYSE BRÜCKEN

Als Segmentbogen bezeichnet man einen Kreisbogen der einen Winkel größer als 180° aufweist. Er ist somit flacher als ein Rundbogen.


RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Abb. 2.1.6 Konstruktion zweier Segmentbรถgen

Dieses Beispiel zeigt zwei aus รœberschneidung entstandene Segmentbรถgen. Gemeinsam bilden diese eine LInse.

36


Abb. 2.1.7 Überlagerung zweier Bogengeometrien

37

ANALYSE BRÜCKEN

Es wurde mit dem Übereinanderlagern zweier Bogenanalysen experimentiert mit dem Ziel zusammengehörende Geometrien zu generieren. Leider hatte dieser Versuch für uns keinen Erfolg.


38

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Pont du Gard ANALYSE BRÜCKEN

Ort: Vers-Pont-du-Gard, Frankreich Département Gard (Frankreich) Erbaut: 1. Jh. v. oder n. Chr Architekt: Marcus Vipsanius Agrippa

Konstruktion: Bogenbrücke mit Keilsteingewölbe Länge: 275 m Breite: 6 m (untere Arkade) Höhe: 49 m

Abb. 2.2.1 Pont du Gard Ansicht und Schnitt

Anzahl der Bögen: 52 Bogenspannweite: untere Ebene: 6 Bögen, 142 m lang, 6 m breit, 22 m hoch mittlere Ebene: 11 Bögen, 242 m lang, 4 m breit, 20 m hoch obere Ebene: 35 Bögen, 275 m lang, 3 m breit, 7 m hoch

39


Abb. 2.2.2 Pont du Gard Isometrie

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Das Äquadukt ist in drei Ebenen aufgeteilt. Die Untere, in der durch die zweite Bogenöffnung der Fluss Gardon fliesst, die Mittlere, die durch eine Verjüngung der Bögen die Verkehrsfläche für Besucher bildet und die Obere, die den Wasserkanal beinhaltet. Dieser befindet sich oberhalb der Bogenreihe.

Abb. 2.2.3 Pont du Gard Verhältnis Masse : Leere

Kanalwasser

Menschen

Fluss Kanalwasser

rung

rung

Menschen

40 Fluss

Die Grafiken zeigen den Pont du Gard trotz seiner massiven Bauweise filigran. Dies entsteht durch die in den unteren Reihen großen Bogenöffnungen. Im Schnitt erkennt man wie schmal die Zwischenebenen gebaut sind. Allein die obere Ebene weist durch den innenligenden Kanal mehr Masse auf.


Abb. 2.2.4 Pont du Gard Grundgeometrie

Der Pont du Gard weist elf vertikale und drei horizontale Hauptachsen auf. Im Schnitt erkennt man, dass sich das Äquadukt an einer Seite verjüngt.

ANALYSE BRÜCKEN

Besonderheit: 5:1 - Verhältnis Spannweite : Pfeilerbreite

Abb. 2.2.5 Pont du Gard Stützenraster

Das Stützenraster zeigt die unteren sechs Bogenstützen (6m dick), die Mittleren (4m dick) und die Oberen (3m dick). Besonderheit: 5:1 - Verhältnis Spannweite : Pfeilerbreite Besonderheit: 5:1 - Verhältnis Spannweite : Pfeilerbreite

Eine Besonderheit des Stützenrasters ist das Verhältnis von Spannweite zu Pfeilerbreite. Für die damalige Zeit war ein Verhältnis von 3:1 üblich, hier beträgt es 5:1. Kanalwasser

Wegeführung Menschen

Fluss Wegeführung

41 Wegeführung


5:1 - Verhältnis Spannweite : Pfeilerbreite

Abb. 2.2.6 Pont du Gard Blickachsen

In der unteren Bogenreihe sind die Blickachsen weitläufig, nur unter der Brücke ist man durch die Stützen eingeschränkt. Die Mittlere ermöglicht zur einen Seite einen freien Blick auf die Natur, zur anderen wird der Blick durch die Bogenreihen eingerahmt. Die obere Bogenreihe schränkt die Sicht durch ihre kleiWegeführung nen Öffnungen ein.

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

n

Kanalwasser

Abb. 2.2.7 Pont du Gard Wegeführung

Kanalwasser Menschen

Verkehrsfläche Menschen Flusswasser Fluss

Wegeführung

42

Das Äquadukt ändert mit seiner Höhe die Fließrichtung.


Wegeführung

Abb. 2.2.8 Pont du Gard Spiegelung der Bogengeometie Besonderheit: 5:1 - Verhältnis Spannweite : Pfeilerbreite

Die untere und mittlere Bogenreihe besteht aus Segmentbögen mit unterschiedlich großen Winkeln. Die obere besteht aus Rundbögen mit gleichem Radius.

Wegeführung

ANALYSE BRÜCKEN

Abb. 2.2.9 Pont du Gard Tangenten der Bögen

Beim Pont du Gard zeigt die Tangentenzeichnung deutlich Unregelmäßigkeit auf, was man an den unterschiedlichen Winkeln der Segmentbögen erkennt. Ein gleichbleibender Winkel würde die Zeichnung in eine gleichbleibende Abfolge der Tangenten bringen, was eine gleichmäßige Bauweise bedeutet.

43


44

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Allah Verdi Khan Bridge Ort: Isfahan, Iran ANALYSE BRÜCKEN

Erbaut: 1602 Architekt: Shah Abbas I.

Konstruktion: Bogenbrücke mit Ziegeln auf Steinpfeilern Länge: 297,76 m Breite: 13,75 m Höhe: 49 m

Abb. 2.3.1 Allah Verdi Khan Bridge Teilansicht

Anzahl der Bögen: 33 Bogenspannweite: 5,60 m 45


Abb. 2.3.2 Allah Verdi Khan Bridge Isometrie

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Das zweistöckige Viadukt besteht aus einem Hauptweg im Obergeschoss, der von überdachten Arkadengängen eingerahmt ist. Im Unergeschoss befinden sich einige Teehäuser, die über sorgfältig platzierte Steine erreichbar sind.

Abb. 2.3.3 Allah Verdi Khan Bridge Verhältnis Masse : Leere

Das Verhältnis von Masse zu Leere lässt eindeutig die Massivbauweise der Brücke erkennen.

Wegeführung

46


Abb. 2.3.4 Allah Verdi Khan Bridge Grundgeometrie

Die Grundgeometrie besteht aus einem Rechteck aus dem Öffnungen subtrahiert wurden.

Grundgeometrie

Grundgeometrie

Abb. 2.3.5 Allah Verdi Khan Bridge Stützenraster

Blickachsen

Die Allah-Verdi-Khan Bridge weist ein Stützenraster von 34 Stützen in der unteren Bogenreihe auf. In der Oberen verdoppelt sich die Anzahl auf 68. Die Bogenanzahl verdoppelt und verkleinert sich ebenso. Wegeführung

Stützraster

Bogenstudie Tangenten

Blickachsen

Wegeführung

47

ANALYSE BRÜCKEN

Stützraster


Stützraster

Abb. 2.3.6 Allah Verdi Khan Bridge Blickachsen

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Blickachsen

Das Obergeschoss enthält 3 Hauptblickachsen. Einmal über den Hauptweg und innerhalb der Arkadengänge. Zusätzlich kann man aus den Arkadengängen durch die Bogenöffnungen hinausschauen. Im Hauptweg öffnet sich einem dieser Blick ca. nach jedem fünften Bogen zu beiden Seiten. Im Untergeschoss hat man ebenfalls die Hauptachse zwischen den Stützen, sowie den Blick nach außen durch die Bögen. Wegeführung

Bogenstudie Tangenten

Abb. 2.3.7 Allah Verdi Khan Bridge Wegeführung

Wegeführung

48

Im Obergeschoss gibt es den Hauptweg in der Mitte liegend und zwei Arkadengänge. Die Arkadengänge können vom Hauptweg aus jedem sechsten Bogen betreten werden. Das Untergeschoss kann von den Seiten betreten werden, steht das Wasser jedoch zu hoch, nur von einer Stirnseite der Brücke.


Abb. 2.3.8 Allah Verdi Khan Bridge Spiegelung der Bogengeometrien

Bogenstudie Tangenten Stützraster

Blickachsen

Das Viadukt weist zwei unterschiedliche Spitzbögen auf. Die Winkel verändern sich bis auf drei Ausnahmen auf der linken Seite der Grafik nicht.

Wegeführung

ANALYSE BRÜCKEN

Abb. 2.3.9 Allah Verdi Khan Bridge Tangenten

Bogenstudie Tangenten

In der Tangentenzeichnung erkennt man die regelmäßige Bauweise. Nur die drei Bögen an der linken Seite sind unregelmäßig.

49


50

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY


Bloukrans Bridge Ort: Plettenberg Bay, Südafrika ANALYSE BRÜCKEN

Erbaut: 1984 Architekt: Liebenberg & Stander Western Cape (Pty) Ltd

Konstruktion: Bogenbrücke aus Stahlbeton

Länge: 451 m Breite: 9 m Höhe: 219 m

Abb 2.4.1 Bloukrans Bridge Ansicht

Anzahl der Bögen: 1 Bogenspannweite: 272 m

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Abb. 2.4.2 Bloukrans Bridge Isometrie

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Die Bloukrans Bridge spannt sich in einer Höhe von 216 Metern über dem Boden am südlichen Kap Afrikas auf. Mit einer Bogenspannweite von 272 Metern ist sie die größte Brücke auf dem afrikanischen Kontinent. Bis die Bloukrans Bridge gebaut wurde, mussten Reisende einem Pass folgen, der zum Flussbett herunter führte, um dann über Haarnadelkurven und Serpentinen auf die andere Seite zu gelangen. Nach der Fertigstellung hat die Brücke 15 Km des herkömmlichen Wegs eingespart und eine Plattform für den höchsten BungeeSprung der Welt zur Verfügung gestellt. Die Brücke ist eine von drei in Auftrag gegebenen Brücken des so genannten „Gardenroute“ um den Transport zwischen Port Elizabeth und Kapstadt zu verbessern. Abb. 2.4.3 Bloukrans Bridge Verhältnis Masse : Leere

Durch die Ständerbauweise wird die Filigranität der Brücke erzeugt. Hinzu kommt, dass Kosten eingespart werden konnten. Die Dicke des Bogens ändert sich parabolisch von einer Dicke von 3.6 Metern am Zentrum zu 5.6 Metern an den Auflagern.

52


Abb. 2.4.4 Bloukrans Bridge Grundgeometrie

In Abbildung 2.4.4 sind 23 vertikalen und eine horizontale Hauptachse dargestellt. Die Stützenlänge wird durch die Topographie bzw. durch den Bogen definiert.

Das Stützenraster zeigt dir regelmäßig angeordneten Stahlbetonstützen, sowie den für den Lastenabtrag notwendigen Bogen.

360˚

360˚ 53

ANALYSE BRÜCKEN

Abb. 2.4.5 Bloukrans Bridge Stützenraster


Abb. 2.4.6 Bloukrans Bridge Blickachsen

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

360˚

Dadurch, dass die Konstruktion sich komplett unter dem Deck befindet, erlaubt die Bloukrans Brücke einen 360° Blick in die umgebende Natur.

Abb. 2.4.7 Bloukrans Bridge Wegeführung

Das Verkehrsdiagramm zeigt die zweifache Nutzung der Brücke durch Verkehrsteilnehmer auf dem Deck und Bungee-Jumper unterhalb des Decks.

54


360˚

Bei der Bloukrans Bridge ziehen wir die Tangenten durch das Stützraster der Brücke. Man erkennt in der Grafik deutlich die Bogenstruktur und die Symmetrie der Brücke.

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ANALYSE BRÜCKEN

Abb. 2.4.8 Bloukrans Bridge Tangenten


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Simone de Beauvoir Footbridge Ort: Paris, Frankreich ANALYSE BRÜCKEN

Erbaut: 2006 Architects: Dietmar Feichtinger

Konstruktion: Zweigeschossige Brücke in einer Kombination aus Bogen- und Hängebrücke

Length: 304 m Width: 16 m Height: 219 m

Abb. 2.5.1 Simone de Beauvoir Footbridge Grundriss und Ansicht

Number of arches: 1 Archspan: 194 m

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Abb. 2.5.2 Simone de Beauvoir Footbridge Isometrie

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Mit einer Länge von 304 Metern verbindet die Fußgängerbrücke die Bezirke - Bercy und Tolbiac- in Paris und außerdem die neue nationale französische Bibliothek mit dem Park Tolbiac. Die statischen Elemente der Brücke setzen sich aus einem Bogen und einem weit spannnenden Tau zusammen. Durch die Verschneidung der beiden Elemente stabilisieren sie sich gegenseitig und erzeugen eine freie Spannweite von 194 Metern. Die Zugspannung wird über das Tau abgetragen, die Druckspannung über den Bogen.

Abb. 2.5.3 Simone de Beauvoir Footbridge Verhältnis Masse : Leere

Die Simone de Beauvoir Footbridge erscheint durch ihre einfache Bauweise sehr filigran. Obwohl es zu unterschiedlichsten Raumsituationen (s. Querschnitte) kommt, bleibt die Filigranität konstant. Durch die Verschneidungen beider Elemente kann die Brücke entweder oberhalb, unterhalb oder seitlich begangen werden.

58


Abb. 2.5.4 Simone de Beauvoir Footbridge Grundgeometrie

DIe Brücke besteht in ihrer Grundgeometrie aus zwei horizontalen Hauptachsen/Ebenen. Die untere Grafik verweist auf die vertikale Teilung der Brücke in drei Elemente. Die Schnittpunkte dafür sind die Kreuzungspunkte des Bogens und des Taus.

eometrie

ANALYSE BRÜCKEN

eometrie

ster

ster

Abb. 2.5.5 Simone de Beauvoir Footbridge Stützenraster

Abbildung 2.5.5 zeigt die ineinander laufenden Bögen und das zwischen den Ebenen liegende Stützraster. Die Stützen sind stabilisierende Elemte. Innerhalb der Fußgängerbrücke kann zwei mal zwischen Bogen und Tau gewechselt werden. Auch diese Eigenschaft konnte lediglich durch die Verschneidung beider Elemente zustande kommen.

hsen

hsen

59


Abb. 2.5.6 Simone de Beauvoir Footbridge Blickachsen

Dem Fußgänger können verschiedene Perspektiven ermöglicht werden, welche sich eröffnen wenn man die Brücke überquert. Tau und Bogen erzeugen ein Auge im Zentrum der Brücke. Dieses bietet einen gerichteten Ausblick über das Wasser. Auf dem Rest der Brücke wird der Blick, durch die Bogenform, lediglich in die Laufrichtung und an die Seite geöffnet.

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ickachsen

ogenstudie ngenten

Abb. 2.5.7 Simone de Beauvoir Footbridge Wegeführung

Durch die Verschneidungen beider Elemente kann die Brücke entweder oberhalb, unterhalb oder seitlich begangen werden. Die untere Ebene des Auges bildet einen 12 Meter breiten und 65 Meter langen Platz aus. Durch Zeitungsstände, Cafés und andere vorläufige Installationen, wird den Fußgängern ein Platz zum Entschleunigen geboten. Das Hauptdeck, der obere Teil des Auges, schützt diese Verkaufsstände und Installationen vor schlechten Wetterbedingungen.

60


ickachsen

tützraster

Abb. 2.5.8 Simone de Beauvoir Footbridge Bogengeometrien dargestellt aus Stützen

Die Brücke besteht aus drei Teilen. Der Hauptteil spannt über die Seine, gekuppelt mit zwei sekundären Bögen, welche jeweils über Schnellstraßen führen.

ogenstudie angenten

ickachsen

Durch das Verbinden der stützenden Elemente entsteht die in Abb. 2.5.9 dagestellte Grafik. Die Bauweise der Brücke weist keine Unregelmäßigkeiten auf.

61

ANALYSE BRÜCKEN

ogenstudie angenten

Abb. 2.5.9 Simone de Beauvoir Footbridge Tangenten


D


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Verr채umlichungsstrategien


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Loft Operationen

Bei unseren Verräumlichungsstrategien definieren wir unsere Rundbögen zunächst in 2 Bogenhälften die jeweils aus mehreren Punkten bestehen. In 3 Operationsschritten wählen wir unterschiedliche Kurvenpunkte und entwickeln so unterschiedliche Flächen.

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VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Loften ist ein operativer Prozess von 3D-Programmen wie z.Bsp. 3D Studio Max, Creo und Rhinoceros. Er bedeutet das Erstellen einer Fläche zwischen zwei ausgewählten Kurven. Um die Operation verstehen zu können muss eine Kurve als Summe mehrerer Punkte betrachtet werden. Abhängig von der Wahl des Punktes einer Kurve entstehen geradlinige und in sich verdrehte Flächen (Geradlinig: linker Ankerpunkt einer Kurve mit linkem Ankerpunkt einer anderen Kurve; Verdreht: linker Ankerpunkt einer Kurve, rechter Ankerpunkt einer anderen Kurve).


Abb. 3.1.1 Vorgehensweise Loften 1

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Loften1 Die Punkte A, B, C und D liegen jeweils an den äußeren Endpunkten der Bogenhälften. Punkt A wird dann mit Punkt B geloftet, sowie Punkt C mit Punkt D. Das Ergebnis sind zwei gerade Flächen zwischen den beiden Bogengeometrien. Gemeinsam wirken sie wie eine Fläche.

D B

C A

Abb. 3.1.2 Grundriss Loften 1

68


VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Abb. 3.1.3 Isometrie Loften 1

69


Abb. 3.1.4 Vorgehensweise Loften 2

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Loften 2 Die Punkte A und C liegen weiterhin an den äußeren Enden der Bogenhälften, Punkt B und D an den Inneren. Wiederholt wird Punkt A mit Punkt B geloftet, sowie Punkt C mit Punkt D. Das Ergebnis sind zwei ineinander gedrehte Flächen die mittig und an den Rändern Öffnungen bilden. Die Flächen wirken unabhängig voneinander.

B

D C A

Abb. 3.1.5 Grundriss Loften 2

70


Abb. 3.1.6 Isometrie Loften 2

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 71


Abb. 3.1.7 Vorgehensweise Loften 3

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Loften3 Die Punkte A und C liegen an den äußeren Enden der Bogenhälften, Punkt B und D an den Inneren. Punkt A wird über Kreuz mit Punkt D geloftet, sowie Punkt C mit Punkt B. Das Ergebnis sind zwei sich kreuzende Flächen die an den Rändern Öffnungen bilden. Die Flächen wirken gemeinsam und bilden eine Gerade.

D

B C A

Abb. 3.1.8 Grundriss Loften 3

72


VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Abb. 3.1.9 Isometrie Loften 3

73


In diesem Schritt entwickeln wir aus den entwickelten Elementen Raumgef端ge.

RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Abb. 3.1.10 Grundriss Raumbildung 1

Abb. 3.1.11 Isometrie Raumbildung 1

74


Abb. 3.1.12 Grundriss Raumbildung 2

VERRĂ„UMLICHUNGSSTRATEGIEN

Abb. 3.1.13 Isometrie Raumbildung 2

75


76

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Boolsche Operation

Ein Boolescher Operator (englisch Boolean operator) ist ein logischer Operator, der auf einer Verknüpfung aus der Booleschen Algebra beruht. Boolesche Operatoren sind damit Verknüpfungen beziehungsweise Ausdrücke wie UND (Konjunktion), ODER (Disjunktion), NICHT (Negation) und XOR (ausschließendes ODER). Wichtige Operatoren in der Digitaltechnik sind auch NAND und NOR. Den einzelnen Booleschen Operatoren können graphische Symbole zugeordnet werden. Diese benutzt man, um eine logische Schaltung – eine Kombination miteinander vernetzter Boolescher Operatoren – übersichtlich darzustellen und rasch die zugehörige Wahrheitstabelle (den output 0/I der Schaltung in Abhängigkeit aller möglichen inputs) herzuleiten. 77

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Abb. 3.2.1 George Boole (2.Nov.1815 - 8.Dez.1864) englischer Mathematiker, Logiker & Philosoph


RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Schritt 1: Um eine Boolsche Operation durchführen zu können, werden aus den Bogengeometrien zunächst Flächen generiert, die dann im weiteren Schritt extrudiert werden können. Die fünf Bogengeometrien werden, wie unten aufgeführt, jeweils in vertikale und horizontale Richtung extrudiert und miteinander gekreuzt. Es entstehen verschiedenste Volumina die für die Boolschen Operationen als Ausgangspunkt dienen.

Abb. 3.2.2 Grundriss Extrudierte Bogengeometrien

78


Abb. 3.2.3 Isometrie Extrudierte Bogengeometrien

VERRĂ„UMLICHUNGSSTRATEGIEN 79


RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Schritt 2: Bei der ersten boolschen Operationen erzeugen wir die Überschneidungsflächen aller extrudierten Bögen.

Abb. 3.2.4 Grundriss Boolen 1

80


VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Abb. 3.2.5 Isometrie Boolen 1

81


RESEARCH CROSSING BRIDGE & WINERY

Schritt 3: Diese Boolsche Operation subtrahiert alle horizontal extrudieren Bรถgen von den vertikal extrudierten.

Abb. 3.2.6 Grundriss Boolen 2

82


Abb. 3.2.7 Isometrie Boolen 2

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 83


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Schritt 4: Entgegengesetzt zu Operation zwei werden in diesem Schritt alle vertikal extrudieren Bรถgen von den horizontal extrudierten subtrahiert.

Abb. 3.2.8 Grundriss Boolen 3

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VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Abb. 3.2.9 Isometrie Boolen 3

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Schritt 5: Für die letzte Boolsche Operation erzeugen wir Volumina, die die in Schritt eins erzeugten Flächen umhüllen. Wir substrahieren pro Volumen erst die vertikale und dann die horizontale Fläche. Es entstehen Module mit unterschiedlich großen Öffnungen.

Abb. 3.2.10 Draufsicht Boolen 4

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Abb. 3.2.11 Isometrie Boolen 4

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 87


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Abb. 3.2.12 Unteransicht Boolen 4

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Abb. 3.2.13 Isometrie Unteransicht Boolen 4

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 89


Abb. 3.2.14 Modul 1

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Schritt 6: Mit Hilfe der Spiegelung einzelner Module entsteht ein geschlossener Raum.

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Abb. 3.2.15 Modul 2

Abb. 3.2.15 Modul 3

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 91


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Analoges Modellieren Loften

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN Die Raumgefüge der Loftoperationen werden aus Kupferdraht und Seidenpappmasche gebaut. Der Kupferdraht bildet die Tragstruktur des Modells und wird aneinander gelötet. Auf die Tragstruktur wird dann mit Seidenpapier die Hülle der Elemente gekleistert. 93


Abb. 3.3.1 Raumgef端ge Loften 1 94

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VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 95


Abb. 3.3.2 Raumgef端ge Loften 2 96

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VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 97


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Analoges Modellieren Boolen

Abb. 3.4.1 Negativform Boolen

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VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Die boolschen Raumgefüge werden aus Gips gegossen. Dafür schneiden wir zunächst Negativformen aus Styrodur und verschalen diese formgemäß. Dann wird der Gips in die Form gegossen. Nach ca 24 Stunden entfernen wir das Styrodur aus den Gipsformen.


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Abb. 3.4.2 Raumgef端ge Boolen

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Abb. 3.4.3 Atmosphäre Boolen 1

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 101


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Abb. 3.4.4 Atmosphäre Boolen 2

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 103


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Abb. 3.4.5 Atmosphäre Boolen 3

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 105


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Abb. 3.4.6 Atmosphäre Boolen 4

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN 107


Abb. 3.4.7 Isometrie A Modul 1

Abb. 3.4.8 Isometrie B Modul 1


Abb. 3.4.9 Isometrie A Modul 2

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Abb. 3.4.10 Isometrie B Modul 2

109


Abb. 3.4.11 Isometrie A Modul 3

Abb. 3.4.12 Isometrie B Modul 3


Abb. 3.4.13 Isometrie Modul 4

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Abb. 3.4.14 Isometrie Modul 5

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Abb. 3.4.15 Atmosph채re Module 1

Abb. 3.4.16 Atmopsh채re Module 2


Abb. 3.4.17 Raumgefüge Module 1

VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Abb. 3.4.18 Raumgefüge Module 2

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VERRÄUMLICHUNGSSTRATEGIEN

Abb. 3.4.18 Raumgefüge Module 3

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E


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Résumé


Résumé

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Ziel der vorliegenden Researcharbeit war es, aus den unterschiedlichen Startpunkten Weingut -und Brückenbau eine Raumbildungsstrategie zu entwickeln, bei der sinnvolle und ästhetische Raumgefüge entstehen. Diese bilden die Grundlage der Architektur eines nachfolgenden Entwurfes. Zu Beginn des Researches haben wir uns entschieden die Funktionalität des Weingutes zu analysieren und die Brücken als Ideenquelle für die Raumgebung zu nutzen. Als Ergebnis der Analysephase ergeben sich drei Hauptaspekte des Weingutes und zwei für den Brückenbau. Das Weingut hat für uns die Hauptfunktionen Weinherstellung, Weinverkauf und Marketing. Diese drei Aspekte werden wir in unseren Entwurf mit einbeziehen. Die wesentlichen Elemente des Brückenbaus sind die unterschiedlichen Bogengeometrien sowie die (Un-) Regelmäßigkeiten. Aus den Bogengeometrien entwickeln wir im zweiten Schritt Verräumlichungsstrategien. Die (Un-) Regelmäßigkeiten beim Brückenbau werden nicht weiter berücksichtigt. Bei den Verräunlichungsstrategien wird mit Loft-und Booloperationen experimentiert. Die erste Verräumlichungsstrategie, das Loften, bildet nach den von uns aufgestellte Regeln unterschiedliche Elemente, die aneinandergeschachtelt ein Raumgefüge ergeben können. Sowohl die geschlossenen Figuren als auch die mit wechselnden Öffnungen, seitlich und mittig der Elemente, erzeugen spannende Atmospheren. Die Problematik, die diese Vorgehensweise mit sich bringt, zeigt sich relativ schnell. Die Raumgefüge können lediglich in eine Richtung entstehen, da jedes Element nur zwei Öffnungen (bzw. Bögen) in jeweils die gleichen Richtungen besitzt. Bis auf die gegebenen Bogenöffnungen erfolgt das aneinanderreihen der Elemente beliebig. Auch das analoge Modellbauen deckt Probleme auf. Die ineinander gedrehten und gekreuzten Flächen lassen sich schwer nachbauen, die erzeugten Räume beinhalten wenig nutzbare Fläche. Die möglichen Raumgefüge der Loftoperationen ergeben begehbare Skulpturen. Eine Anwendung auf den Entwurf ist für uns nicht sinnvoll. Durch die boolschen Operationen können ebenfalls verschiedenste Raumgefüge zusammengesetzt werden. Die am Ende entstandenen Module basieren auf der systematischen Vorgehensweise der boolschen Operationen. Jedes einzelne Modul kann alleine stehend, vervielfacht und in Kombinationen mit anderen betrachtet werden. Das Ergebnis sind unterschiedliche Atmospheren. Die Bogengeometrien lassen sich, anders als beim loften, immer noch klar ablesen. Problematisch erscheinen uns allein die immer gewölbten Wände / Bodenplatten.


Trotz der grundsätzlichen Herausforderungen, die sich durch die allseits gewölbten Boden-, Wand- und Deckenflächen ergeben, sind die entstehenden Räume so spannend, dass gerade in Hinblick auf den für Weingüter sehr wichtigen repräsentativen Aspekt eine Realisierung auf Basis dieses Grundkonzeptes umsetzbar erscheint. Hierzu wären aber noch weitere Detaillierungen und Variationen nötig, die im Rahmen des Entwurfes fortgeführt werden.

RÉSUMÈ 121


F


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Literatur- und Abbildungsverzeichnis


Literaturverzeichnis: F端r die Analysen haben wir mit folgende Quellen gearbeitet: Bodega Portia: http://www.architektur-online.com/heft/83-0211/1144-weinfabrik-bodegas-portia-foster-partners Dominus: http://isites.harvard.edu/fs/docs/icb.topic502069.files/dominus_winery.pdf Pont du Gard: http://de.wikipedia.org/wiki/Pont_du_Gard

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Allah Verdi Khan Bridge: http://de.wikipedia.org/wiki/Si-o-se_Pol Bloukrans Bridge http://www.highestbridges.com/wiki/index.php?title=Bloukrans_Bridge Simone de Beauvoir Footbridge http://www.archimagazine.com/afeichtinger.htm Boolsche Operationen http://de.wikipedia.org/wiki/Boolescher_Operator

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Abbildungsverzeichnis Abb. 1.1.1 Bodegas Portia Rendering http://www.decanter.com/news/wine-news/483340/faustino-unveils-portia-to-ukpress Abb. 1.1.2 Bodegas Portia Funktionsweise Abb. 1.1.3 Bodegas Portia Wegediagramm im Schnitt Abb. 1.1.4 Bodegas Portia Traubenanlieferung Erarbeitet mit Hilfe von Abbildungen von: http://www.architektur-online.com/heft/83-0211/1144-weinfabrik-bodegas-portiafoster-partners Abb. 1.2.1 Dominus Fotografie http://dominusestate.com/dominus/wp-content/themes/dominus/images/home. jpg Abb. 1.2.2 Dominus Ansicht Ost Abb. 1.2.3 Dominus Wegeführung Abb. 1.2.4 Dominus Schnitt durch das Barriquefasslager Abb. 1.2.5 Dominus Wegeführung Wein Erarbeitet mit Hilfe von Abbildungen von: http://isites.harvard.edu/fs/docs/icb.topic502069.files/dominus_winery.pdf mit ergänzenden

ANHANG

Abb. 1.2.6 Dominus A/V - Verhältnis Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014 Abb. 1.3.1 Gravity Flow Verfahren Abgezeichnet von: http://winetable.com/blog/piattelli-commences-winemakingin-sustainable-facility/ Abb. 2.1.1 Bogengeometrien Abb. 2.1.2 Konstruktion Rundbogen Abb. 2.1.3 Konstruktion Korbbogen Abb. 2.1.4 Konstruktion Spitzbogen Abb. 2.1.5 Konstruktion Segmentbogen Abb. 2.1.6 Konstruktion zweier Segmentbögen Abb. 2.1.7 Überlagerung zweier Bogengeometrien Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014 Abb. 2.2.1 Pont du Gard Ansicht und Schnitt Abgezeichnet von: http://www.revendeurs.rmngp.fr/uploads/photos/1428/1399_ xl.jpg Abb. 2.2.2 Pont du Gard, Isometrie Abb. 2.2.3 Pont du Gard, Verhältnis Masse : Leere Abb. 2.2.4 Pont du Gard, Grundgeometrie Abb. 2.2.5 Pont du Gard, Stützenraster Abb. 2.2.6 Pont du Gard, Blickachsen Abb. 2.2.7 Pont du Gard, Wegeführung Abb. 2.2.8 Pont du Gard, Spiegelung der Bogengeometie Abb. 2.2.9 Pont du Gard, Tangenten der Bögen Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014

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Abb. 2.3.1 Allah Verdi Khan Bridge Ansicht Abgezeichnet von: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Allahverdi_Khan_ Bridge,_plans_by_Pascal_Coste.jpg

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Abb. 2.3.2 Allah Verdi Khan Bridge, Isometrie Abb. 2.3.3 Allah Verdi Khan Bridge, Verhältnis Masse : Leere Abb. 2.3.4 Allah Verdi Khan Bridge, Grundgeometrie Abb. 2.3.5 Allah Verdi Khan Bridge, Stützenraster Abb. 2.3.6 Allah Verdi Khan Bridge, Blickachsen Abb. 2.3.7 Allah Verdi Khan Bridge, Wegeführung Abb. 2.3.8 Allah Verdi Khan Bridge, Spiegelung der Bogengeometrien Abb. 2.3.9 Allah Verdi Khan Bridge,Tangenten Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014 Abb 2.4.1 Bloukrans Bridge Ansicht Abgezeichnet von: http://www.highestbridges.com/wiki/index. php?title=Bloukrans_Bridge Abb. 2.4.2 Bloukrans Bridge, Isometrie Abb. 2.4.3 Bloukrans Bridge, Verhältnis Masse : Leere Abb. 2.4.4 Bloukrans Bridge, Grundgeometrie Abb. 2.4.5 Bloukrans Bridge, Stützenraster Abb. 2.4.6 Bloukrans Bridge, Blickachsen Abb. 2.4.7 Bloukrans Bridge, Wegeführung Abb. 2.4.8 Bloukrans Bridge, Tangenten Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014 Abb. 2.5.1 Simone de Beauvoir Footbridge Grundriss und Ansicht http://www.archimagazine.com/afeichtinger.htm Abb. 2.5.2 Simone de Beauvoir Footbridge, Abb. 2.5.3 Simone de Beauvoir Footbridge, Abb. 2.5.4 Simone de Beauvoir Footbridge, Abb. 2.5.5 Simone de Beauvoir Footbridge, Abb. 2.5.6 Simone de Beauvoir Footbridge, Abb. 2.5.7 Simone de Beauvoir Footbridge, Abb. 2.5.8 Simone de Beauvoir Footbridge, Stützen Abb. 2.5.9 Simone de Beauvoir Footbridge, Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014 Abb. 3.1.1 Vorgehensweise Loften 1 Abb. 3.1.2 Grundriss Loften 1 Abb. 3.1.3 Isometrie Loften 1 Abb. 3.1.4 Vorgehensweise Loften 2 Abb. 3.1.5 Grundriss Loften 2 Abb. 3.1.6 Isometrie Loften 2 Abb. 3.1.7 Vorgehensweise Loften 3 Abb. 3.1.8 Grundriss Loften 3 Abb. 3.1.9 Isometrie Loften 3 Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014 128

Isometrie Verhältnis Masse : Leere Grundgeometrie Stützenraster Blickachsen Wegefürung Bogengeometrien dargestellt aus Tangenten


Abb. 3.1.10 Grundriss Raumbildung 1 Abb. 3.1.11 Isometrie Raumbildung 1 Abb. 3.1.12 Grundriss Raumbildung 2 Abb. 3.1.13 Isometrie Raumbildung 2 Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014 Abb. 3.2.1 George Boole https://de.wikipedia.org/wiki/George_Boole#mediaviewer/Datei:George_Boole_color.jpg Abb. 3.2.2 Grundriss Extrudierte Bogengeometrien Abb. 3.2.3 Isometrie Extrudierte Bogengeometrien Abb. 3.2.4 Grundriss Boolen 1 Abb. 3.2.5 Isometrie Boolen 1 Abb. 3.2.6 Grundriss Boolen 2 Abb. 3.2.7 Isometrie Boolen 2 Abb. 3.2.8 Grundriss Boolen 3 Abb. 3.2.9 Isometrie Boolen 3 Abb. 3.2.10 Draufsicht Boolen 4 Abb. 3.2.11 Isometrie Boolen 4 Abb. 3.2.12 Unteransicht Boolen 4 Abb. 3.2.13 Isometrie Unteransicht Boolen 4 Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014

ANHANG

Abb. 3.2.14 Modul 1 Abb. 3.2.15 Modul 2 Abb. 3.2.15 Modul 3 Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014 Abb. 3.3.1 Raumgefüge Loften 1 Abb. 3.3.2 Raumgefüge Loften 2 Abb. 3.4.1 Negativform Boolen Abb. 3.4.2 Raumgefüge Boolen Abb. 3.4.3 Atmosphäre Boolen 1 Abb. 3.4.4 Atmosphäre Boolen 2 Abb. 3.4.5 Atmosphäre Boolen 3 Abb. 3.4.6 Atmosphäre Boolen 4 Abb. 3.4.7 Isometrie A Modul 1 Abb. 3.4.8 Isometrie B Modul 1 Abb. 3.4.9 Isometrie A Modul 2 Abb. 3.4.10 Isometrie B Modul 2 Abb. 3.4.11 Isometrie A Modul 3 Abb. 3.4.12 Isometrie B Modul 3 Abb. 3.4.13 Isometrie Modul 4 Abb. 3.4.14 Isometrie Modul 5 Abb. 3.4.15 Atmosphäre Module 1 Abb. 3.4.16 Atmopshäre Module 2 Abb. 3.4.17 Raumgefüge Module 1 Abb. 3.4.18 Raumgefüge Module 2 Abb. 3.4.18 Raumgefüge Module 3 Philip Lemanski, Hannah Hemsing 2014 129



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