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5. Philharmonisches Konzert

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Die heutige Konzertbesetzung des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg

Konzertmeister Juraj Cizmarovic Violine 1 Monika Bruggaier Jens-Joachim Muth Janusz Zis Stefan Herrling Imke Dithmar-Baier Christiane Wulff Sidsel Garm Nielsen Tuan Cuong Hoang Daria Pujanek Violine 2 Hibiki Oshima Stefan Schmidt Sanda-Ana Popescu Thomas F. Sommer Heike Sartorti Felix Heckhausen Annette Schmidt-Barnekow Josephine Nobach Ludovica Nardone Lucy Finckh Viola Naomi Seiler Minako Uno-Tollmann Roland Henn Liisa Haanterä Thomas Rühl Monika Worlitzsch

Violoncello Clara Grünwald Ryuichi R. Suzuki Monika Märkl Arne Klein Tobias Bloos Merlin Schirmer

Kontrabass Gerhard Kleinert Tobias Grove Franziska Kober Flöte Björn Westlund Manuela Tyllack Oboe Nicolas Thiébaud Melanie Jung Klarinette Rupert Wachter Christian Seibold Fagott David Petersen Fabian Lachenmaier Horn Cristian Palau Tena Ralph Ficker Trompete Stefan Houy Martin Frieß Pauke Jesper Tjærby Korneliusen Continuo Rupert Burleigh Orchesterwarte Thomas Geritzlehner Christian Piehl Thomas Storm


5. Philharmonisches Konzert Sonntag, 22. Januar 2017, 11 Uhr Montag, 23. Januar 2017, 20 Uhr Laeiszhalle Hamburg

Joseph Leopold Edler von Eybler (1765-1846) Follia für Orchester nach Arcangelo Corelli (ca. 12 Min.)

Franz Clement (1780-1842) Violinkonzert Nr. 1 D-Dur (ca. 40 Min.) I. Allegro maestoso II. Adagio III. Rondo. Allegro

Pause

Ludwig van Beethoven (1770-1827) Symphonie Nr. 1 C-Dur op. 21 (ca. 28 Min.) I. Adagio molto–Allegro con brio II. Andante cantabile con moto III. Menuetto. Allegro molto e vivace IV. Finale. Adagio–Allegro molto e vivace

Dirigent Reinhard Goebel Violine Mirijam Contzen

Einführung mit Juliane Weigel-Krämer am Sonntag, 10.15 Uhr und am Montag, 19.15 Uhr im Kleinen Saal


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Wahre Kunst bleibt unvergänglich.

Ludwig van Beethoven


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Wiener Klassik3 feurig, vielfarbig, selbstbewusst Eyblers Follia für Orchester Uraufführung: 1802, Wien Besetzung: 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, Pauken, Continuo, Streicher

Sie war einer der großen Schlager der Barockzeit: die Follia. Lärmend, feurig und ausgelas­ sen tanzte man sie bereits Ende des 15. Jahrhunderts auf der iberischen Halbinsel. 100 Jahre später inspirierte sie, nun als charakteristische Melodie und Harmonienfolge, zahlreiche Komponisten zu effektvollen Variationenwerken. Inwieweit beide Formen der Follia mitei­ nander zusammenhängen, ist nicht endgültig geklärt, doch Schlagercharakter hatten beide. Zu den bekanntesten Werken des Italieners Arcangelo Corelli zählen folgerichtig auch seine „Follia“-Variationen, erschienen im Jahr 1700 als letzte seiner zwölf Violinsonaten op. 5. Corelli war als erster Komponist der Musikgeschichte allein durch die Produktion von Instrumentalmusik berühmt geworden, genauer gesagt: ausschließlich durch Musik für Streichinstrumente. Sein Landsmann Francesco Geminiani hat die beliebten Follia-Variatio­ nen dann auch für Orchester instrumentiert. Joseph Eyblers „Follia“-Variationen über dasselbe Stück existieren hingegen strenggenom­ men gar nicht. Offiziell hat Joseph Leopold Edler von Eybler – ihm war im Alter von 70 Jahren aufgrund seiner künstlerischen Verdienste der Adelstitel zugesprochen worden – nämlich niemals eine „Follia für Orchester nach Arcangelo Corelli“ komponiert. Zum Glück aber gibt es Menschen, die regelmäßig Tagebuch führen und der Nachwelt auf diese Weise interessante Details überliefern, in diesem Fall die österreichische Kaiserin Maria Theresia (zweite Ehefrau von Franz II.), die am Wiener Hof unermüdlich Konzerte veranstaltete. Eines dieser Hofkonzerte endete im Sommer 1802 offenbar mit einem Stück, das sie in ih­ ren Notizen als „Die Follia di Spagna mit allen Instrumenten von Eybler“ bezeichnet. „Alle Instrumente“ meint hier eine Besetzung mit Streichern, Pauken sowie paarweisen Flöten, Oboen, Klarinetten, Fagotten, Hörnern und Trompeten. Joseph Eybler, 1765 bei Wien geboren, spielte Orgel, Waldhorn, Viola und Baryton, ein da­ mals beliebtes Streichinstrument, das beim Spielen im Schoß platziert wurde. Nach einem


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kurzen, wegen knapper Finanzen bald abgebrochenen Jurastudium wandte er sich ganz und gar der Musik zu, absolvierte einen dreijährigen Kompositionskurs und legte seine Werke anschließend Joseph Haydn vor, der ihm von nun an als Lehrer und Freund den Rücken stärkte. Auch mit Wolfgang Amadeus Mozart war Eybler so eng befreundet, dass ihm des­ sen Witwe Constanze die Vollendung des Requiems anvertraute (die dann aber letztendlich Franz Xaver Süßmayr übernahm). Mit Maria Theresia hatte sich Eybler auch durch zahlrei­ che Hauskonzerte vor der Kaiserfamilie gutgestellt – Anfang des 19. Jahrhunderts machte sie ihn zum kaiserlichen Lehrer. Das Follia-Thema ist für Komponisten bis heute attraktiv geblieben: Franz Liszt verarbeitete es 1863 in seiner „Spanischen Rhapsodie“, Sergej Rachmaninoff 1931 in seinen ausgedehn­ ten „Variationen über ein Thema von Corelli“ für Klavier solo, und 1994 lud sogar Henry Maske seinen Einmarsch in den Boxring der Weltmeisterschaft atmosphärisch mit den Harmonien der Follia auf: In seinem Titel „Conquest of Paradies“ hat der griechische Film­ musik-Komponist Vangelis ihre Harmonien wirkungsvoll mit dem monotonen Rhythmus des Boléro unterlegt, der schon Maurice Ravel zum Welterfolg verholfen hat.

Clements erstes Violinkonzert Uraufführung: 7. April 1805, Wien Besetzung: Solo-Violine, Flöte, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, Pauken, Streicher

Joseph Eybler zählt heute nicht mehr zu den kompositorischen Berühmtheiten, und der Name Franz Clement hat sich vor allem durch seine enge Zusammenarbeit mit Beethoven ins 21. Jahrhundert hinüber gerettet. Durch Wien zog sich um 1800 ein dichtes Netz pro­ duktiver Künstlerfreundschaften, das keineswegs nur von jenen dominiert wurde, die uns heute als große Komponisten der „Wiener Klassik“ geläufig sind. Der Geigenvirtuose Franz Clement, geboren 1780 in Wien, genoss in der Stadt wie in ganz Europa hohes Ansehen, denn ähnlich Mozart hatte er den Kontinent als „Wunderkind“ mit seinem Vater bereist. Größen wie Joseph Haydn, Antonio Salieri und Ludwig van Beethoven lobten den jungen Musiker über den grünen Klee. Nicht oder kaum jedoch kannte man Clement als Kompo­ nisten. Umso mehr überraschte er die Wiener Öffentlichkeit, als er im Alter von 25 Jahren ein rund 40-minütiges Violinkonzert vorlegte, das handwerklich wie künstlerisch höchsten Ansprüchen genügte. Die Orchestrierung ist vielfarbig, das melodische Material einneh­ mend und einfallsreich, die lange Tutti-Einleitung unterstreicht den ernsthaften Charakter des Werkes. Ein Rezensent der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ wies außerdem darauf hin, dass der zweite Satz ein wenig der Romanze in Mozarts d-Moll-Klavierkonzert ähnele, was nicht ganz von der Hand zu weisen ist. Clement führte sein Violinkonzert


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Martin van Meytens: Kaiserliche Familie und Wiener Hofgesellschaft bei der Serenade in den Redoutensälen der Wiener Hofburg (1763)


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William Michael Harnett: Die alte Violine (1886)


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1805 in jenem Akademiekonzert auf, in dem Beethoven seine 3. Symphonie, die „Eroica“, erstmals öffentlich dirigierte. Beethoven konnte den Erfolg von Clements Solokonzert also hautnah miterleben und auf sich wirken lassen. Die Gattung „Violinkonzert“ war um 1800, zur Zeit der sogenannten Wiener Klassik, nicht sonderlich verbreitet, und auch Ludwig van Beethoven hatte sein einziges Violinkonzert noch nicht komponiert. Franz Clement war nicht nur ein virtuoser Geiger, der durch per­ lend feines, blitzsauberes Spiel herausstach, sondern auch ein hervorragender Pianist, der sich in Partiturspiel und Vokalbegleitung gleichermaßen zu Hause fühlte. Außerdem hatte er ein phänomenales musikalisches Gedächtnis, das ihn dazu befähigte, Haydns „Schöp­ fung“ und weitere große Werke aus dem Kopf niederzuschreiben, obwohl er die Musik nur wenige Male gehört hatte. Dank dieser Begabungen wurde er 1802 Musikdirektor am Theater an der Wien, wo er regelmäßige Akademien organisierte, also Konzerte, die der Öffentlichkeit neue Stücke präsentierten. Als ihm für die Weihnachtsakademie 1806 noch ein Bravourstück fehlte, beauftragte er Beethoven kurzerhand mit der Komposition eines Violinkonzerts. Dieser schrieb es in Eile, quasi als direkte Antwort auf Clements Konzert – sogar in derselben Tonart. Nach kürzester Probenzeit brachte Franz Clement Beethovens Violinkonzert nahezu vom Blatt auf die Bühne und hob damit einen musikgeschichtlichen Meilenstein aus der Taufe, der die spätere Entwicklung des Violinkonzerts stark beeinflusst hat. Obwohl es mit Clements Karriere zunächst steil bergauf ging, funkte ihm sein schwieriger Charakter immer wieder störend dazwischen. Sein mangelnder Ehrgeiz, sein ungeschickter Umgang mit Geld und seine allgemeine Unfähigkeit, gesunde Beziehungen zur Außenwelt zu führen, brachten ihn regelmäßig in heikle Situationen: Während einer Russlandreise wurde er (schuldlos) der Spionage verdächtigt, in Gewahrsam genommen und bis zur öster­ reichischen Grenze eskortiert. Dieser peinliche Zwischenfall fraß seine finanziellen Reser­ ven auf, weshalb er sich mit Auftritten bis nach Hause durchschlagen und in Wien zu allem Überfluss feststellen musste, dass seine Stelle am Theater bereits neu besetzt worden war. Carl Maria von Weber half ihm aus der Patsche, indem er ihm einen Posten an der Prager Oper verschaffte. Als Clement schließlich ans Theater an der Wien zurückkehrte, war das einst so ambitionierte Ensemble zu einem seichten Unterhaltungsorchester verkommen – was seinen Ehrgeiz, sich als ernsthafter Musiker zu begreifen, vollkommen betäubte. Schon in früheren Jahren hatte der Geiger die Neigung gehabt, mit publikumswirksamen Effekten „den Pöbel zu ergötzen“, wie ein Kritiker schrieb, darunter das Spiel auf umgedrehter Geige und andere Spielereien. Nicht nur Beethoven äußerte seine Enttäuschung über dieses „verlorene Genie“, das sein Talent unentschuldbar verschwendet habe. Franz Clements künstlerisch-moralischer Verfall hinterließ auch in seinen späteren Kompositionen Spuren, darunter ein weiteres Violinkonzert, ein Klavierkonzert, einige Bühnenwerke, eine Messe und andere geistliche Werke, zwei Symphonien, Ouvertüren, Kammermusik und eine


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beträchtliche Anzahl kleinerer Violinstücke. Vieles davon dürfte – im Gegensatz zu seinem 1. Violinkonzert – eher der Kategorie „leichtgewichtig und routiniert“ zufallen, auch zeit­ genössische Kritiker konnten ihnen wenig abgewinnen. Am 3. November 1842 starb Franz Clement verwahrlost in einem Wiener Kaffeehaus. Er wurde 62 Jahre alt.

Beethovens erste Symphonie Entstehung: 1799-1800 Uraufführung: 2. April 1800, Wien Besetzung: 2 Flöten, 2 Oboen, 2 Klarinetten, 2 Fagotte, 2 Hörner, 2 Trompeten, Pauken, Streicher

Doch nun zurück ins Wiener Hofburgtheater, wo am 2. April 1800 eine Fortissimo-Oktave den großen Saal erschüttert. In die darauffolgende Stille schleichen sich, fast schüchtern, erst drei, dann vier, fünf, sechs und schließlich sieben Violin-Tönchen, die sich – immer hurtiger – zur Aufwärtstonleiter formieren. Wie ein kindliches Auszählspiel, zärtlich und simpel, beginnt das Finale von Beethovens erster Symphonie. Als genial auskomponierte Beschleunigung steht diese Einleitung einem „Allegro molto e vivace“ voran, wie ein Motor, der allmählich anläuft und immer mehr in Fahrt kommt. Dass Beethoven seine erste Symphonie erst im relativ fortgeschrittenen Alter von 30 Jahren komponiert hat, spricht für die Bedeutung, die er dieser Gattung zumaß – und sicher auch für seinen gehörigen Respekt vor den Symphonien Mozarts und Haydns. Podium ihrer (von Beethoven selbst geleiteten) Uraufführung war Beethovens erste eigene „Musikalische Akademie“, die seine Lehrjahre beschließt und deren Gewinn er in seine eigene Tasche stecken durfte. Das Konzert brachte seine Karriere ordentlich in Schwung, denn schon ein Jahr später schrieb er enthusiastisch: „Man akkordiert [= verhandelt] nicht mehr mit mir. Ich fordere und man zahlt.“ Mit seiner 1. Symphonie blickt Beethoven zwar noch einmal zurück auf die Wiener Klassik des 18. Jahrhunderts, auf seine Vorbilder und Ahnväter, rüstet sich aber gleichzeitig für den Aufbruch ins Niemandsland. 24 Jahre später stellt er die Gattung Symphonie mit seiner „Neunten“ völlig auf den Kopf und hinterlässt der komponierenden Nachwelt damit ein zentnerschweres Erbe. Doch die Keimzelle für diese Revolution steckt bereits in seiner ersten Symphonie. Der Dirigent Lorin Maazel beschreibt das Verhältnis beider Symphonien mit den Worten: „Meiner Meinung nach ist der letzte Takt der Neunten weder großartiger noch inspirierter als der Anfang der 1. Symphonie. Als Beethoven die erste schrieb, war er schon der reife, gedankentiefe Künstler, der später die 9. Symphonie schuf. Er war vielleicht weniger erfahren, aber nicht weniger vollkommen.“ Fast eineinhalb Minuten lang schweift


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und kreist der erste Satz durchs Universum, bis er endlich zur Grundtonart C-Dur findet und „con brio“ durchstartet. Schon hier hat Beethoven das thematische Material angelegt, das sich wie ein roter Faden durch seine ganze 1. Symphonie zieht. Während Haydn und Mozart ihre Symphonien meist noch päckchenweise als ganze Serien komponierten, stellt Beethoven seine halbstündige C-Dur-Symphonie als Individuum in den Raum – eine ziemlich selbstbewusste Aussage. (Die von Beethoven gewählte Tonart C-Dur verband man damals noch ganz selbstverständlich mit Ideen wie Aufbruch und Neu­ beginn.) Gerissen überschreibt Beethoven den dritten Satz mit zwei sich widersprechenden Aussagen: Ein „Menuett“, das „Allegro molto e vivace“ gespielt werden soll, also ebenso schnell wie der letzte Satz? Das geht eigentlich nicht zusammen, hatte ein Menuett in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts doch für gewöhnlich ein langsameres Tempo. Gehüllt in ein tarnendes Mäntelchen, serviert uns Beethoven hier also im Prinzip schon ein unge­ stümes Scherzo, eine Satzbezeichnung, die er in seiner 2. Symphonie ganz ungeschminkt für das veraltete Menuett ins Rennen schickt. Auch sonst wimmelt seine 1. Symphonie vor überraschenden Einfällen und Originalitäten: Wie der zweite Satz, ein Andante cantabile, quasi auf Zehenspitzen in den Raum tippelt, so delikat und doch so selbstbewusst! Und wie der letzte Satz vor „Witz und Charme“ „Überschwänglichkeit und Brillanz“ sprüht! Mit Beethovens 1. Symphonie kommt der Geniebegriff in Mode, der in der Romantik seine Hochzeit erlebte und bis heute unser Denken und Fühlen über Kunst bestimmt. Die Pforte zur Romantik steht hier – auf der Schwelle zum 19. Jahrhundert – schon einen Spalt weit offen. Katja Tschirwitz


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Reinhard Goebel

Reinhard Goebel war Gründer und 33 Jahre lang Leiter der legendären Musica Antiqua Köln. Er ist auf das Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts spezialisiert und hat wesent­ lich zur neuzeitlichen Wiederentdeckung von Komponisten wie G.P. Telemann, J.C. Bach und J.D. Heinichen beigetragen. Als Vermittler der historischen Aufführungs­ praxis an moderne Symphonie- und Kam­ merorchester sowie Alte Musik Ensembles und als unversiegbare Quelle für Reper­ toireschätze ist er ein weltweit gefragter Spezialist. Wissend um den Anachronismus, Musik zu „dirigieren“, die ursprünglich vom Generalbass-spielenden Kapellmeister und vom geigenden Konzertmeister ge­ schmacklich und fachlich koordiniert wurde, erarbeitet Reinhard Goebel in den Proben eine von „Stab-Führung“ im wesentlichen unabhängige Eigenaktivität des Ensembles, darunter die Berliner Philharmoniker, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Gewandhausorchester Leipzig, die Säch­ sische Staatskappelle Dresden, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, die Berliner Barock Solisten, das Royal Philharmo­

nic Orchestra London, das National d’Île de France Paris, das Tonhalle-Orchester Zürich, das Odense Symfoniorkester, das Residentie Orkest, die Taipei, Melbourne und Sydney Symphony Orchestras sowie die deutschen Rundfunk-Symphonieorchester von Frankfurt (HR), Köln (WDR), Hannover (NDR), München (BR), Leipzig (MDR) und Saarbrücken (SR). Er ist Erster Gastdirigent der Bayerischen Kammerphilharmonie Augsburg und seit Herbst 2010 in der Nach­ folge von Nikolaus Harnoncourt Professor am Mozarteum in Salzburg. CD-Aufnahmen mit Reinhard Goebel liegen bei allen großen Labels vor: bei der Deutschen Harmonia Mundi, bei der Deutschen Grammophon, bei Sony BMG und bei Oehms Classics. Lübeck würdigte Reinhard Goebel 1984 mit dem Buxtehude-Preis, Magdeburg 2002 mit dem Telemann-Preis. 1980 erhielt er den Sie­ mens-Förderpreis und 1997 den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen. Im April 2007 nahm Reinhard Goebel den IAMA Award in London entgegen. 2015 wurde er vom BBC Music Magazine in die Liste der 20 besten Geiger aller Zeiten gewählt.


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Mirijam Contzen

Mirijam Contzen ist seit vielen Jahren weltweit auf den großen Konzertpodien zu hören. Als eine der vielseitigsten und interessantesten Musikerpersönlichkeiten ihrer Generation kann man sie als Solistin, Kammermusikerin und Festivalleiterin erleben. Der legendäre ungarische Violi­ nist Tibor Varga entdeckte das Talent der deutsch-japanischen Künstlerin bei ihrem Orchesterdebüt im Alter von sieben Jahren. Heute arbeitet Mirijam Contzen weltweit mit bedeutenden Orchestern zusammen, darunter das Gewandhausorchester Leipzig, RSO Berlin, RSO Frankfurt, die Bamber­ ger Symphoniker, das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, BBC und Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und das Sydney Symphony Orchestra. Ferner gastiert sie regelmäßig bei renommierten Festivals wie dem Rheingau Musik Festival, MDR Musiksommer, Verbier oder Lucerne Festi­ val. Seit 2005 leitet sie ihr eigenes Kammer­ musikfestival auf Schloss Cappenberg. Mit großem Erfolg war Mirijam Contzen mit dem Zyklus aller sechs Violinkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart unter Leitung

von Reinhard Goebel zu hören. 2013/14 war Mirijam Contzen „artist in residence“ bei den Stuttgarter Philharmonikern. 2015 folgte eine Asien-Tournee auf Einladung des Goethe-Instituts mit Gastspielen in Kuala Lumpur (Malaysia), Hanoi (Vietnam), Ma­ nila (Philippinen) und Yangon (Myanmar). Mirijam Contzen, die auf einer Violine von Carlo Bergonzi aus dem Jahr 1733 spielt, nahm bei ARTE NOVA/BMG mehrere CDs auf, darunter ein Recital mit dem Titel „Favourite Violin Pieces“, für das sie 2001 den ECHO-Klassikpreis als beste Nach­ wuchskünstlerin erhielt. Ferner erschien eine Gesamtaufnahme aller Violinkonzerte Mozarts mit der Bayerischen Kammer­ philharmonie unter Leitung von Reinhard Goebel bei Oehms Classics, die von der internationalen Presse mit großem Lob be­ dacht wurde. Zum Wintersemester 2016/17 wurde Mirijam Contzen als Professorin für Violine an die Universität der Künste in Berlin berufen.


Vorschau

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3. Kammerkonzert

6. Philharmonisches Konzert

Sonntag, 29.01.2017, 11.00 Uhr

Sonntag 19.02.2017, 11:00 Uhr Montag, 20.02.2017, 20:00 Uhr

Ludwig van Beethoven: Serenade D-Dur op. 25 Ludwig van Beethoven: Streichtrio c-Moll op. 9/3 Claude Debussy: Six Épigraphes antiques Franz Doppler: Fantaisie pastorale hongroise op. 26 Violine: Sidsel Garm Nielsen Viola: Bettina Rühl Violoncello: Arne Klein Flöte: Björn Westlund

Johann Sebastian Bach: Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542 Olivier Messiaen: Offrande et Alléluia final aus „Livre du Saint Sacrement“ Anton Bruckner: Symphonie Nr. 8 c-Moll Dirigent: Kent Nagano Orgel: Christian Schmitt Elbphilharmonie, Großer Saal

Laeiszhalle, Kleiner Saal

Die Blumen für Solisten und Dirigenten werden gesponsert von


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Stiftung Philharmonische Gesellschaft Hamburg Die Stiftung Philharmonische Gesellschaft Hamburg steht seit ihrer Gründung im Jahre 1985 dem Philharmonischen Staatsorchester zur Seite und führt die hanseatisch-philharmonische Tradition der Gründerväter des Orchesters fort. Die Stiftung unterstützt den Klangkörper im Bereich der Orchesterakademie, bei der Finanzierung von CD-Produktionen und der Zeitungsbeilage „Philharmonische Welt“ oder bei der Anschaffung von Instrumenten. Bringen auch Sie Ihre Verbundenheit mit der Musikstadt Hamburg und dem Orchester der Hansestadt zum Ausdruck! Spendenkonto Haspa, IBAN: DE24 2005 0550 1280 3739 92, BIC: HASPDEHH

Freunde und Förderer Freundeskreis-Mitglieder sind ganz nah dran an den Philharmonikern und kommen in den Genuss von Probenbesuchen, Künstler- und Expertengesprächen sowie Einladungen zu exklusiven Veranstaltungen rund ums Orchester. Der Freundeskreis unterstützt die künstlerische Arbeit der Philharmoniker einerseits durch Förderbeiträge, andererseits als engagierter Botschafter für das Orchester in der Hansestadt. Seien auch Sie dabei! Unterstützen Sie Ihr Orchester und werden Sie Mitglied im Freundeskreis! Weitere Informationen: www.staatsorchester-hamburg.de/freundeskreis

Herausgeber Landesbetrieb Philharmonisches Staatsorchester Generalmusikdirektor Kent Nagano

Redaktion Janina Zell Gestaltung Annedore Cordes Design-Konzept

Orchesterintendant Georges Delnon

PETER SCHMIDT, BELLIERO & ZANDÉE

Orchesterdirektorin Susanne Fohr

Litho Repro Studio Kroke GmbH

Dramaturgie Dr. Dieter Rexroth

Herstellung Hartung Druck + Medien

Presse und Marketing Hannes Rathjen

Nachweise Der Artikel von Katja Tschirwitz ist ein Originalbeitrag für das Philharmonische Staatsorchester Hamburg Kunsthistorisches Museum Wien, National Gallery of Art, Washington – Christina Bleier, Josef Molina Anzeigenverwaltung Antje Sievert, Telefon (040) 450 69803 antje.sievert@kultur-anzeigen. com


Programm 5. Philharmonisches Konzert  

Joseph Leopold Edler von Eybler: Follia für Orchester nach Arcangelo Corelli Franz Clement: Violinkonzert Nr. 1 D-Dur Ludwig van Beethoven:...

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