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Philharmoniker-Welt v i e rt e A u s g a b e i n d e r 18 6. Ko n z e rt s a i s o n

PEPE ROMERO ZU GA ST BEI DEN P HIL HA RMONIK ERN HAMBURG ERSTES INTERN ATIONA L ES M USIKF EST HA M BURG M IT SIMONE YOUNG & LOUIS LORTIE BRUCKNER SIEBEN F Ü NF NEUN – DER ZYKLUS W IRD KOMPLETT

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zu erleben

Inbegriff der spanischen Gitarre: Pepe Romero (Foto: Antón Goiri)

Rafael Frühbeck de Burgos (Foto: Morten Abrahamsen)

Spaniens  Gitarren W er »Klassisc he G itarre « s agt, d enkt automatisch » P epe Romero « . Seit einem halben Jahr hun d ert ist das nun schon so. In diesem J a h r feiert P epe Romero mit seinen Fans auf d er g an z en W elt seinen 7 0 . Geburtstag – im G eschäft ist er fast ebenso l a nge . K e r s t i n S c hü s s l e r - Ba c h

Schon mit sieben Jahren betrat Pepe Romero erstmals eine Konzertbühne, nachdem ihm das Talent buchstäblich in die Wiege gelegt wurde. Denn auch sein Vater Celedonio war ein berühmter Gitarrist und als Begründer des Gitarrenquartetts »Los Romeros« der musikalische Stammvater der Dynastie. Auch heute noch besteht »Los Romeros« ausschließlich aus Familienmitgliedern. Das Band ist sehr eng geknüpft: »Seit meiner Geburt«, so Pepe Romero, »habe ich die Gitarre als eine so starke einigende Kraft in unserer Familie empfunden, dass ich mir gar nicht vorstellen kann, wie ich mich außerhalb der Familie entwickelt hätte. Wir lernten zusammen, musizierten zusammen, lebten zusammen und wurden Teil des anderen.« Heute sei es ihm am wichtigsten, »die jungen Romeros zu unterrichten«, sein Wissen an die nächste Generation weiterzugeben. »Als ich auf die Welt kam«, erzählt Pepe Romero, »empfing mich mein Vater mit seiner Gitarre. Er spielte, als meine Seele in diese Welt kam und bat mich zu spielen, wenn seine Seele diese Welt verlassen würde. Diese Art zu denken ist wahrscheinlich der schönste Unterricht, den man bekommen kann, denn er lehrt einen das Wichtigste, was ein Lehrer seinem Schüler vermitteln kann: die Musik und die Gitarre zu lieben und zu achten!« Pepe Romeros solistische Karriere ist ohne Beispiel: Kein anderer hat die Grenzen der klassischen Gitarre so erweitert, so viele Menschen für dieses Instrument begeistert, so viele neue Werke in Auftrag gegeben und alte ausgegraben. Über 60 CDs vom Flamenco bis zum Weihnachtsalbum sprechen für sich. Der Andalusier brennt tatsächlich für sein Instrument, und diese Leidenschaft, gepaart mit einer makellosen Technik und überragenden Virtuosität, überträgt sich sofort auf das Publikum. Das Phänomen Pepe Romero war bei den Philharmonikern Hamburg zuletzt 2007 bei einem restlos ausver-

kauften Sonderkonzert zu erleben. Nun kehrt die spanische Legende zurück, und diesmal hat er eine Rarität aus seiner Heimat mitgebracht: das Konzert »Fulgores« von Lorenzo Palomo, Spanier mit Wohnsitz in Berlin. Palomos Musik, sagt Romero, sei »wundervoll«: » eine Kombination aus einer sehr zeitgenössischen Tonsprache und vielen wunderschönen Melodien. Sehr spanisch, sehr melodiös, aber gleichzeitig modern.« Und die Los Angeles Times pries Palomos Werke als »bunten Garten musikalischer Köstlichkeiten«. Angeregt wurde Palomos Konzert von einem anderen spanischen Granden: dem Dirigenten Rafael Frühbeck de Burgos, der nun auch bei den Philharmonikern die musikalische Leitung übernimmt. »Fulgores«, auf deutsch: »Funkelnder Glanz«, das bringt der Klang von Pepe Romeros Gitarre in allen Farben ein. Lorenzo Palomo setzt auf bewährte Grundkonstellationen: mitreißende südliche Tanzrhythmen im ersten und letzten Satz, nächtlich verträumte Serenadenstimmung à la »Concierto de Aranjuez« im Mittelsatz. Gleichzeitig stellt er dem Gitarristen noch eine Solovioline zur Seite, die mit brillanten und graziösen Arabesken ergänzt. 2011 begeisterte »Fulgores« bei seiner Uraufführung im spanischen Valencia – natürlich mit Pepe Romero, der auch andere Stücke von Lorenzo Palomo zu seinen Konzertfavoriten zählt. Den Soloviolinpart übernimmt Ye-Eun Choi. Die junge Koreanerin wurde von AnneSophie Mutter persönlich gefördert, u.a. mit einem Stipendium. Ein Klassiker aus Spanien – das ist auch Manuel de Fallas Suite aus der Kurzoper »El Amor brujo« (»Der Liebeszauber«). Rafael Frühbeck de Burgos – übrigens tatsächlich im spanischen Burgos geboren – liebt die Musik seines Landsmanns, dessen Gesamtwerk er auf CD einspielte. Schon 1965 legte er eine Stereoproduktion von »El Amor brujo« vor. 2008 erschien diese Referenzaufnahme in Neuauflage und hatte, so das Magazin

FONO FORUM, »auch nach so langer Zeit nichts eingebüßt von ihrem trockenen spanischen Flair, ihrer rhythmischen Sogkraft sowie ihrer archaischen Schönheit.« Auch die Brahms-Sinfonien finden sich selbstverständlich unter den mehr als 100 Aufnahmen von Frühbeck de Burgos, der aktuell als Chefdirigent des Dänischen Rundfunk-Sinfonie-Orchesters amtiert. Im philharmonischen Konzert erklingt Brahms’ Erste. Spanien ist zwar vom nördlich getönten Brahms recht weit weg. Aber Pepe Romeros Entdeckerlust hat ihn auch zu Brahms geführt: In seinem CD-Katalog findet sich eine Bearbeitung eines Brahms-Walzers für Gitarre – elegant, geschmackvoll und mit mediterranem Leuchten.

10. P h i l h a r m o n i s c h e s Ko n z e rt

So 15 06 2014  11 Uhr 

Laeiszhalle

€ 10 – 48

Mo 16 06 2014  20 Uhr 

Manuel de Falla Ballettsuite aus »El amor brujo« Lorenzo Palomo »Fulgores« für Violine, Gitarre und Orchester Johannes Brahms Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68 Rafael Frühbeck de Burgos Dirigent Pepe Romero Gitarre Ye-Eun Choi Violine

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Zum Sonntagvormittags-Konzert gibt es das Familienangebot für Eltern in Begleitung von Kindern im Alter von vier ­­ bis zwölf Jahren. Jüngere Kinder werden während des Konzerts im Klingenden Museum betreut, ältere bekommen parallel zur ersten Konzerthälfte eine kindgerechte Einführung zu Brahms’ Erster Sinfonie, die sie dann nach der Pause gemeinsam mit ihren Eltern im Konzertsaal erleben. Kosten: 25 Euro für Erwachsene, Kinder sind frei. Anmeldung erforderlich unter: (040 ) 35 68 68 Infos: www.philharmoniker-hamburg.de/musikkontakte

P h i lha r m o n i k e r -W e lt

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s o n d e r ko n z e rt

summertime In 80 Minuten um die Welt

Foto: Douglas Kirkland

Vom australischen Didgeridoo zum südamerikanischen Tango – Simone Young und die Philharmoniker Hamburg öffnen ein musikalisches Tor zu Welt und präsentieren kompositionen aus allen fünf Kontinenten. Reisefieber garantiert. K e r s t i n S c hü s s l e r - Ba c h

Das Ende der Konzertsaison verspricht traditionell ein launiges Programm. Diesmal werden die Koffer für eine musikalische Reise um die Welt gepackt. Aus ihrer australischen Heimat bringt Simone Young ein faszinierendes Werk von Peter Sculthorpe mit: In »Earth cry« spielt William Barton das Didgeridoo – das rituelle Blasinstrument der Aborigines, das hier s u m m e rt i m e

So 06 07 2014  11 Uhr 

Laeiszhalle

€ 15– 55

In achtzig Minuten um die Welt. Musik aus fünf Kontinenten. Werke von Astor Piazzolla, Alexander Borodin, Aaron Copland, Jacques Offenbach, Peter Sculthorpe u.a.

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SIMONE YOUNG DIRIGENTIN WILLIAM BARTON DIDGERIDOO

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P h i lha r m o n i ke r -We lt

mit dem klassischen Sinfonieorchester in Dialog tritt. Ein Hörerlebnis, das andere Welten eröffnet, denn die Töne, die William Barton seinem Instrument entlockt, sind unbeschreiblich! Bei einem Konzert Bartons in den USA verglich die New York Times das Werk in seiner vorwärtstreibenden Kraft mit Strawinskys »Le sacre du printemps«: voll von »Farbe und ritueller Würze«. Der 32-jährige William Barton ist ein Aborigine und erlernte­ das Didgeridoo durch seinen Onkel, einen Stammes­ ältesten im australischen Bundesstaat Queensland. »Ich möchte die älteste Kultur der Welt mit Europas reicher musikalischer Tradition mischen«, so William Barton über sein Anliegen. Seit 10 Jahren ist er in dieser Mission­ weltweit erfolgreich, hat zahlreiche Kompositionen für Didgeridoo angeregt und viele Auszeichnungen für seine Musik erhalten. Außer den australischen werden auch nördliche Gefilde musikalisch erkundet, etwa mit Edvard Griegs »Hochzeit auf Troldhaugen« und einer Kopenhagener Eisenbahnfahrt des »dänischen Strauß« Hans Chris-

tian Lumbye. Dann geht es mit Alexander Borodins »Steppenskizze« nach Mittelasien, mit einem JohannStrauß-Walzer an die Nordsee und mit einer spritzigen Ouvertüre von Jacques Offenbach sogar auf den Mond. Südamerika ist durch den Tango-König Astor Piazzolla­ und seinen Landsmann Esteban Benzecry vertreten, Nordamerika durch Aaron Copland. Exotische Reize in französischer Raffinesse schimmern durch Claude Debussys »Pagodes« und Charles Koechlins »Persische Stunden«. Die Expedition geht weiter mit spannenden Komponisten aus China, der Türkei und Afrika. Und auch ihre irischen Wurzeln wird Simone Young nicht verleugnen. Filmmusik aus Hollywood, die uns zum Beispiel fluchend durch die Karibik führt, rundet das »Summertime«-Programm ab, das von Hamburgs General­musikdirektorin nicht nur dirigiert, sondern mit viel Humor auch moderiert wird. Bon Voyage!


kamm e r m u s i k

HEBRÄISCHE RHAPSODIE UND  SOMMERLICHE  SOUVENIRS

Fotos: Michael Haydn

J ü disc h inspirierte Kammermusik un d musik alisc he R eminis z enz en aus der S ommerfrisc h e pr äsentieren P hil harmoniker-Ensembles im M a i und J uni . Da n i e la B e c k e r

Klarinette, Streichquartett und Klavier – im 5. Kammerkonzert formieren sich die Philharmoniker wieder einmal neu: zur Besetzung des vor rund einem Jahrhundert gegründeten Zimro-Ensembles, das mit jüdischer Musik von St. Petersburg aus die Welt eroberte, bald in Vergessenheit geraten ist und dennoch Musikgeschichte geschrieben hat. Zur Verbreitung der jüdischen Schule und ihrer Ästhetik schickte die Gesellschaft für jüdische Volksmusik 1918 sechs Musiker um den Klarinettisten ­Simeon Bellison auf Tournee. Prokofjew steuerte mit seiner »Ouvertüre über hebräische Themen« die erste Komposition für diese Besetzung bei: »Sie baten mich, für sie eine Ouvertüre für ihre sechs Instrumente zu schreiben und gaben mir ein Heft, in dem jüdische Melodien aufgezeichnet waren. Ich wollte es zuerst nicht nehmen, weil ich nur eigene Themen zu verwenden pflegte.« Bellison hingegen berichtete, der damals noch wenig bekannte Prokofjew bot eine Komposition an und besuchte ihn, um aus dessen Sammlung jüdische Melodien auszuwählen. Die thematische Verwendung eines volkstümlichen Klezmer-Tanzes und eines jiddischen Hochzeitsliedes kreiert eine Galerie an Bildern der Jahrtausende alten Kultur – und inspirierte etliche Tonschöpfer, für diese Formation zu schreiben. Auch Mitya Stillmans einziges gedrucktes Werk, die »Fantasie über ein chassidisches Thema«, entstand 1932 für die ungewöhnliche, zur »jüdischen ­Besetzung« avancierte Instrumentenkombination. Ein anderer großartiger Klarinettist – Heinrich Bärmann – verführte den jüdischen Komponisten Giacomo Meyerbeer zu einem kurzen Ausflug in die Kammermusik. Das Klarinettenquintett wurde erst 1981 im Nachlass des Virtuosen wiederentdeckt. Für Alexander Krein und Ernest Bloch war das eigene jüdische Erbe eine konstante Quelle ihrer Inspiration. Krein schöpfte in seinen »Hebräischen Skizzen« unüberhörbar aus dem Vollen der jüdischen Volksmusik, Bloch schuf mit »Schelomo« eine theatrale Musik über die biblische jüdische Nation, ein tönendes Portrait des alttestamentarischen Königs Salomo.

Zum Abschluss der kammermusikalischen Saison präsentieren sich die philharmonischen Bläser. Camille Saint-Saëns komponierte 1887 eine »Caprice über dänische und russische Themen«, die in St. Petersburg zur Huldigung der dort residierenden ­Zarin, einer dänischen Prinzessin, uraufgeführt wurde. Genussvoll verarbeitete der Franzose in diesem Werk dänische und russische Volksweisen. Dem Anlass entsprechend geriet das Stück zu einem wunderbaren Beitrag zur kapriziösen Salonmusik. Was Camille Saint-Saëns den Franzosen, ist den Dänen Carl Nielsen. Der bekannteste­ dänische Komponist hinterließ nur ein Kammermusikwerk für Bläser – für seine Freunde vom Kopenhagener Bläserquintett. »Der Komponist hat versucht, den verschiedenen Instrumenten Charakter zu verleihen. Sie reden bald wie aus einem Munde, bald durcheinander und bald jedes für sich«, so das Eigenbekenntnis des für seine Sinfonik und Bühnenwerke bekannten Nielsen, der bald darauf an Herzversagen starb, nachdem er mit 66 Jahren bei Proben zu seiner Oper »Maskarade« an verhedderten Seilen in den Schnürboden kletterte, um den Bühnentechnikern zu helfen. Auch Samuel Barber komponierte nur ein einziges Bläserwerk: »Summer music«. In lichten Tönen entwirft Barber eine Szenerie von sommerlicher Farbenpracht. Das Werk wurde 1956 ein wegweisender Erfolg – nicht nur musikalisch, sondern auch wirtschaftlich: Die Zuhörer wohnten der Uraufführung unter dem Motto »Pay what you want« bei und griffen vor Begeisterung tief in die Taschen! Das letzte Werk des 6. Kammerkonzerts, Ludwig Thuilles Sextett für Bläserquintett und Klavier, schließt den Kreis. Mit dieser Besetzung legte der Wahl-Münchner aus Südtirol – Lehrer von Ernest Bloch und Bewunderer von Schumann und Brahms – wie auch Prokofjew mit dessen »Ouvertüre über hebräische Themen« den Grundstein für eine neue Gattung der Kammermusik und schenkte uns eine romantische Musik des großen Gestus und zugleich voller intimer Bekenntnisse.

5 . P h i l h a r m o n i s c h e s k a m m e r Ko n z e rt

6 . P h i l h a r m o n i s c h e s k a m m e r Ko n z e rt

So 04 05 2014  11 Uhr 

Laeiszhalle, Kl. Saal

€ 9 – 20

So 22 06 2014  11 Uhr 

Laeiszhalle, Kl. Saal





Sergej Prokofjew Ouvertüre über hebräische Themen c-Moll op. 34 Felix Mendelssohn Bartholdy Streichquartett a-Moll op. 13 Alexander Krein Hebräische Skizzen für Klarinette und Streichquartett op. 13 Giacomo Meyerbeer Klarinettenquintett Es-Dur Ernest Bloch Schelomo. Hebräische Rhapsodie für Violoncello und Klavier Mitya Stillman Fantasie über ein chassidisches Thema

Camille Saint-Saëns Caprice sur des airs danois et russes op. 79 Carl Nielsen Bläserquintett op. 43 Samuel Barber Summer Music op. 31 für Bläserquintett Ludwig Thuille Sextett in B-Dur op. 6 für Bläserquintett und Klavier

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P h i lha r m o n i k e r -W e lt

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i n t e r n at i o n al e s M u s i kf e s t H am b u rg

9. P h i l h a r m o n i s c h e s Ko n z e rt

So 11 05 2014  11 Uhr 

Laeiszhalle

€ 10 – 48

Mo 12 05 2014  20 Uhr 

Alban Berg Lyrische Suite für Streichorchester Frédéric Chopin Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll op. 11 Alexander von Zemlinsky »Die Seejungfrau« Sinfonische Dichtung für Orchester

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SIMONE YOUNG DIRIGENTIN LOUIS LORTIE KLAVIER Louis Lortie (Foto: Elias)

Simone Young (Foto: Philipp Rathmer)

musen und  Liebesgeständnisse

Mit B erg , C hopin un d Zemlinsky verfü hren Simone Young, Louis Lortie und die P h ilh a rmoniker im 9. P hil harmonisc hen Kon z ert im R ahmen d es 1.  Intern ationa len M usikfests H a mburg . i n t e rv i e w: K e r s t i n S c hü s s l e r - b a c h

Alle drei Werke des Programms sind durch eine unerfüllte Liebe inspiriert: Geständnisse voller Zärtlichkeit, aber auch leidenschaftlicher Ver­ zweiflung. Simone Young spricht über die verfüh­ rerische Kraft der Musik von Berg, Chopin und Zemlinsky. Bergs »Lyrische Suite« ist das Dokument einer gro­ ßen Liebe. Was ist die Geschichte dahinter? Simone Young: Über 40 Jahre nach Bergs Tod entdeckte man im Nachlass von Hanna Fuchs, der Schwester Franz Werfels, glühende Liebesbriefe des Komponisten. Hanna Fuchs war ebenso wie Berg verheiratet, ein Zusammenleben ausgeschlossen. Sie wurde Bergs geheime Muse – nicht nur für dieses Stück, sondern auch für seine Oper »Lulu«. Wie spiegelt sich das in der Komposition? Zunächst natürlich in ihrem Ton von großer Sehnsucht und Leidenschaft. Dann auch in der Konstruktion: Berg war besessen von Zahlensymbolik und Anagrammen. Er hat die Initialen »AB« und »HF« als immer wiederkehrende Tonbuchstaben in das musikalische Material eingewoben, aber auch Hannas und seine »Schicksalszahlen«. Berg kam ja aus der Schule Schönbergs, war es also gewohnt, seine Werke nach mathematischen Prinzipien zu ordnen. Das Faszinierende ist allerdings, wie er diese musikalische Grammatik der Zwöfltonmusik mit starken emotionalen Impulsen auflädt. Von den Komponisten der Wiener Schule ist Berg sicher der 6

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Zugänglichste, weil er dem Hörer durch tonale Zentren immer noch Orientierung bietet – und vor allem tief in Emotionen eintaucht. Auf welche Traditionen bezog sich Berg? Die »Lyrische Suite« ist ursprünglich für Streichquartett geschrieben, später instrumentierte er drei Sätze für Streichorchester. Diese Fassung spielen wir. Sie wurzelt in der spätromantischen Wiener Tradition, kommt etwa in der Artikulation von Mahler her. Berg zitiert außerdem aus der »Lyrischen Sinfonie« von Alexander Zemlinsky, die ich ja letztes Jahr in Hamburg dirigiert habe. Es ist die Stelle »Du bist mein Eigen, mein Eigen« – ein berückender, zärtlicher Liebesgesang. Zu Zemlinsky schlagen Sie einen direkten Bogen ... Ja, wir spielen seine sinfonische Dichtung »Die Seejungfrau«, übrigens in der erst kürzlich veröffentlichten 2. Fassung. Ein üppig schillerndes Stück, in dem das Orchester prächtig und virtuos zur Geltung kommt. Schönster Wiener Jugendstil! Zemlinsky hatte damals seine Geliebte Alma Schindler an Gustav Mahler verloren, und in dem traurigen Andersen-Märchen von der Kleinen Seejungfrau schwingt sicher noch etwas von diesem Verlust nach. Frédéric Chopins Muse Konstantia Gladowska inspirierte ihn zu seinen Klavierkonzerten. Wie ­sehen Sie diese Musik? Sie klingt für mich sehr französisch, auch wenn Chopin Pole war. Seine Orchestrierungen werden ja oft nicht so geschätzt, aber sie verleihen dem virtuosen Klavier-

part eine zusätzliche Tiefe. Chopins außerordentliches ­Talent für wunderschöne Melodien kommt nicht nur dem Klavier, sondern auch den Streichern sehr zugute. Der langsame Satz ist tatsächlich wie ein träumerisches Gespräch zwischen Liebenden.

1. Internationales Musikfest Hamburg 2014 feiert Hamburg eine Premiere: Zum ersten Mal präsentieren die Orchester und Veranstalter der Stadt gemeinsam ein Musikfestival von internationalem Format. Vom 9. Mai bis 15. Juni 2014 ist das 1. Internationale Musikfest Hamburg Abschluss und Höhepunkt der Konzertsaison – dank der großzügigen finanziellen Unterstützung der Klaus-Michael Kühne Stiftung sowie weiterer engagierter Förderer und Sponsoren. Mehr als 50 Klassik-, Jazz-, Weltmusik- und Pop-Konzerte machen Hamburg zu einer strahlenden Festivalstadt. Bei einem Tag der offenen Tür mit Open Air-Konzerten wird auch die Elbphilharmonie musikalisch erlebbar und zugänglich. »Verführung« lautet das programmatische Motto und der Auftrag der ersten Ausgabe des biennal geplanten Musikfests. Weitere Informationen unter www. musik­fest-hamburg.de Familienangebot für Eltern in Begleitung von Kindern im Alter von ­­vier bis zwölf Jahren. Jüngere Kinder werden während des Konzerts im Klingenden Museum betreut, ältere bekommen parallel zur ersten Konzerthälfte eine kindgerechte Einführung zu Zemlinskys »Seejungfrau« die sie dann nach der Pause gemeinsam mit ihren Eltern im Konzertsaal erleben. Kosten: 25 Euro für Erwachsene, Kinder sind frei. Telefon (040 ) 35 68 68


9. Mai bi s 1 5 . J u n i 2 014

M a t t h i as Go er n e, A n j a H ar tero s , Ma rti n G ru bi n g e r A n d ri s N e l so n s, Lo r i n Maazel , Th o mas H en ge l bro ck, Si m o n e Yo u n g Co n ce r tge b o u wo r kes t A m s terd am, P h i l h arm o n i ke r Ham bu rg Mü n ch n e r P h i l h ar m o n i ker, Mar i a Jo ão Pi res, C h ri sto ph Esch e n bach A n o u sh ka S h an kar, C am ero n C ar p en ter, N i co las Jaar u .v.a.

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187. Konzertsaison SIMONE YOUNG | MIDORI | KLAUS FLORIAN VOGT PINCHAS ZUKERMAN | ROGER NORRINGTON | CAROLIN WIDMANN BERTRAND DE BILLY | KATIA & MARIELLE LABÈQUE | JUN MÄRKL EIVIND GULLBERG JENSEN | CÉDRIC TIBERGHIEN u. a. www. p h il h a rmoniker - h a mburg . d e


S c hw e r p u n k t b r u c k n e r

Foto: Monika Rittershaus

Bruckner live Aus der S ommerpause in d ie Aufn ahme-Session : M it d er S iebten sta rten S imone Young un d die P hil harmoniker im August d en B ruckner- E n dspurt i n t e rv i e w: H a n n e s Rat hj e n

Unter der Leitung von Simone Young spielen die Philharmoniker Hamburg alle elf Sinfonien ­Anton Bruckners für das Label »OehmsClassics« ein. In der Spielzeit 2014/2015 stehen noch drei Sin­ fonien auf dem Programm, um den Zyklus zu kom­ plettieren. Orchesterdirektor Thorsten ­Stepath ­gibt­ Einblicke in das Management von Orchester­ aufnahmen bei Konzerten. Worin liegt der Unterschied zwischen einem LiveMitschnitt und einer Studio-Aufnahme? Thorsten Stepath: Oftmals wird eine CD-Produktion, die im Studio eingespielt wurde, aus vielen kleinen Einzelstücken zusammengeschnitten. Die Gefahr dabei ist, dass zugunsten winziger Details der große Musikfluss nicht eingefangen wird. Ein Live-Mitschnitt eines Konzerts bietet genau diese Möglichkeit. So ist der unschlagbare Vorteil, dass man den »großen Bogen« ­eines Werkes auch auf der Aufnahme nacherleben kann. Und da die technischen Möglichkeiten heute so perfekt sind, s o n d e r ko n z e rt

Sa 30 08 2014  20 Uhr 

Laeiszhalle

Anton Bruckner Sinfonie Nr. 7  E-Dur

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SIMONE YOUNG DIRIGENTIN

Einführung: Tonmeister Jens Schünemann im Gespräch mit Orchesterdirektor Thorsten Stepath. 19.30 Uhr, Großer Saal

kann man auch bei einem Live-Mitschnitt dieselbe klangliche Qualität erreichen wie bei einer Studio-Produktion. Warum findet die Aufnahme der Siebten Sinfo­ nie »außerhalb« der Philharmonischen Konzerte statt? Bruckners Siebte hatten wir bereits Ende der Spielzeit 2012/2013 im Programm. Simone Young musste das ­damalige Konzert aus familiären Gründen kurzfristig absagen und nun haben wir uns für dieses Sonderkonzert entschieden, um unserem Publikum einen kleinen, exklusiven Einblick »Hinter die Kulissen« unserer Bruckner-Aufnahmereihe zu bieten. Es wird ein Einführungsgespräch mit dem Tonmeister Jens Schünemann geben, von der Mikrophonierung bis zum Surround Mix und Mastering. Wie ist die Siebte innerhalb dieser Reihe zu bewer­ ten? Am Anfang der Bruckner-Reihe standen alle Sinfonien dieses Komponisten, die in einer Urfassung vorliegen

(Nr. 1–4 und Nr. 8). Die Einspielungen sind von Publikum und Presse hoch gelobt worden; so zählte das FONO FORUM unsere Urfassung der 8. Sinfonie unter die acht besten Interpretationen dieses Werks. Nun setzen wir diese Reihe angefangen von der Studien­sinfonie über die »Nullte« bis zur 9. Sinfonie fort. Gerade die­ 7. Sinfonie stellt dabei an das Orchester – und dort namentlich an die Hörner bzw. Wagner-Tuben – ­extreme Herausforderungen und ich denke, dass die Philharmoniker Hamburg, die unter Simone Young schon wieder­ holt ihre Kompetenz für das Bruckner-Klangbild so erfolgreich unter Beweis gestellt haben, wieder ein besonders schönes Konzert präsentieren werden.

Weitere Bruckner-Konzerte mit Simone Young in der Spielzeit 2014/2015: 26. / 27. Oktober 2014 (9. Sinfonie) 1. / 2. März 2015 (5. Sinfonie)

A b M a i i m H a n d e l e r h ä l t l i c h : BRUC K NERS STUDIENSIN F ONIE € 7– 24

»Bei Bruckners früher Studiensinfonie grüßt die Tonsprache früher Romantiker, Weber, Mendelssohn, Schubert und Schumann (…) Inspiriert dirigiert, von den Philharmonikern in Bestlaune gespielt – so wird diese Sinfonie ein weiteres Juwel für Youngs Bruckner-Reihe auf CD.« Hamburger Abendblatt Anton Bruckner: Studiensinfonie f-Moll Simone Young & Philharmoniker Hamburg OehmsClassics (OC 686), Hybrid SACD

P h i lha r m o n i k e r -W e lt

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Na c h r u f

gerd albrecht 1935 – 2014 Foto: Yomiuri Nippon Symphony Orchestra

G erd Albrecht war von 19 8 8 bis 19 9 7 G ener almusik d irektor der P h ilh a rmoniker H a mburg un d der Hamburgisc hen Staatsoper. Er starb am 2.  F ebrua r 2 014 in B erlin . E i n Na c h r u f v o n S o lv e i g h Ro s e

Wir Philharmoniker trauern um Gerd Albrecht. Er war Chefdirigent in Lübeck, ­­Kassel, Zürich, Prag und Kopenhagen sowie ständiger Dirigent an der Deutschen Oper Berlin, doch unsere gemeinsame Zeit hier in Hamburg war zugleich seine längste Wirkungszeit in der Funktion als GMD. Wir spüren noch heute die große Fruchtbarkeit und Nachwirkung dieser Ära, die von seinem unermüdlichen Engagement für große Ideen und Ideale geprägt war. Dazu zählen sowohl die zeitgenössische Musik als auch das Werk verfemter oder zu Unrecht vergessener Komponisten der Spät- und Nachromantik. Eine echte Herzensangelegenheit waren ihm außerdem Kompositionen derjenigen, die dem Holocaust zum Opfer gefallen sind. Zusammen mit dem damaligen Intendanten, dem auch heute noch eng mit uns verbundenen Peter Ruzicka, sorgte er an der Hamburgischen Staatsoper mit zahlreichen viel beachteten Uraufführungen und Auftragswerken für internationales Aufsehen, was uns in die A-Liga der Opernhäuser zurückführte. Die Erarbeitung vieler dieser Werke war für uns Musiker – im Konzert wie in der Oper – oft eine echte Herausforderung. Um nur einige Namen zu nennen: Fortner, Ligeti, Zemlinsky, Reimann, Henze, Rihm, Liebermann, Lachenmann, Penderecki, Krása, Schulhoff und Ullmann. Doch gemäß seiner Devise »Das Musikleben kann nur an denen wachsen, die es permanent in Frage stellen« schaffte es Gerd Albrecht, mit kluger Probenarbeit und dem Anspruch äußerster Perfektion bei uns Musikern Neugier, wenn nicht sogar Begeisterung zu wecken. Viele der CDs, die er mit dem Philharmonischen Staatsorchester aufgenommen hat, waren Ersteinspielungen, auf die wir bis heute stolz sind. Die Zahl unserer gemeinsamen Reisen ist beachtlich – ganz abgesehen von der damit verbundenen Logistik, denn gleichzeitig ging der Spielbetrieb an der Staatsoper hier in Hamburg weiter. Konzertreisen führten uns in verschiedene Musikzentren Europas, bis zu vierwöchige gemeinsame Gastspiele mit der Staatsoper sogar nach Moskau (1990), Dresden (1991), Wien (1991), Barcelona (1992), Israel (1995) und Japan (1996). Gerd Albrecht war weltweit der Pionier der Musikvermittlung. Schon sehr früh hat 10

P h i lha r m o n i ke r -We lt

er erkannt: »Wenn es uns nicht gelingt, die Jugend in die Konzertsäle zu bekommen, wird es das Musikleben, wie wir es kennen, innerhalb kürzester Zeit in Deutschland nicht mehr geben.« Wir durften ihn dabei unterstützen und mit ihm zusammen dazu beitragen, jungen Menschen die Zusammenstellung eines Orchesters oder die Raffinessen eines Musikstücks zu erklären. In der Oper sorgten darüber hinaus die bühnentechnischen Tricks stets für Faszination. Seine »Gesprächskonzerte« wurden weltweit kopiert, unsere gemeinsamen »Musikkontakte« werden bis heute im Fernsehen gesendet. Wenn wir die Laeiszhalle hier in Hamburg betreten, kommen wir an dem im Sou­ terrain beheimateten »Klingenden Museum« vorbei, dessen Gründung allein seinem selbstlosen und couragierten Einsatz zu verdanken ist, und mit dem er sich Ende der 1980er Jahre selbst ein Denkmal gesetzt hat. Und wie bei vielen anderen Projekten, so war er auch hier der Erste, der Initiator, worauf er selbst sehr stolz war. Er war Förderer vieler junger Talente. Noch im Oktober 2013 hörte er hier die Generalprobe unseres Sonderkonzertes mit David Garrett, den er entdeckt und als 10-Jährigen 1991 dem Hamburger Publikum als Solisten vorgestellt hat. Als wir Philharmoniker­ bei dieser Gelegenheit mit Gerd Albrecht sprachen, ahnte keiner von uns, dass es ­unsere letzte Begegnung sein würde. Wir denken mit großer Dankbarkeit und tiefer Verbundenheit an unsere gemeinsame Zeit zurück und werden ihn und seine wertvolle und nachhaltige Arbeit stets in Ehren halten. Solveigh Rose gehört seit 1990 zu den ersten Violinen des Philharmonischen Staatsorchesters und ist Vorsitzende des Orchestervorstands der Philharmoniker Hamburg. Unter Gerd Albrecht spielte sie bereits im Alter von 19 Jahren als Solistin mit dem Philharmonischen Orchester Lübeck Mozarts A-Dur-Konzert.


WELT.DE/NEU

Die Welt gehört denen, die lauter denken, als andere schreien. ALAN POSENER, REDAKTEUR

ALMIRA Oper von Georg Friedrich Händel

07.04.14 12:26

Musikalische Leitung Alessandro De Marchi Inszenierung Jetske Mijnssen Bühnenbild und Kostüme Ben Baur Premiere 25. Mai 2014 Weitere Vorstellungen 28., 31. Mai; 6., 9., 15., 19. Juni 2014 www.staatsoper-hamburg.de (0 40) 35 68 68

Robin Johannsen (Almira) Foto: Jörn Kipping

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5. P h i l h a r m o n i s c h e s k a m m e r Ko n z e rt

So 04 05 2014 11 Uhr  

Laeiszhalle, Kl. saal

Werke von Prokofjew, Mendelssohn, Meyerbeer u.a. mitglieder der philharmoniker Hamburg

9. P h i l h a r m o n i s c h e s Ko n z e rt

So 11 05 2014 11 Uhr  Mo 12 05 2014 20 Uhr 

Werke von Berg, Chopin und Zemlinsky

konzert der

Orchesterakademie

Foto: Michael Haydn

Laeiszhalle

Simone Young Dirigentin Louis Lortie Klavier

10. P h i l h a r m o n i s c h e s Ko n z e rt

So 15 06 2014 11 Uhr  Mo 16 06 2014 20 Uhr 

Dreiz ehn Nachwuchstalente pr äsentieren K ammermusik von Mend elssohn bis L igeti V o n H a n n e s Rat hj e n

Vor rund drei Jahren hat die Orchesterakademie der Philharmoniker Hamburg ihre Arbeit aufgenommen. Mittlerweile durchläuft der zweite Jahrgang mit 13 Teilnehmern das zweijährige Ausbildungsprogramm. Jetzt geben die 22 bis 26 Jahre alten Musikerinnen und Musiker ihr erstes eigenes Konzert. »Neben populären Werken von Mendelssohn, Prokofjew oder einem amüsanten Arrangement von Richard Strauss’ ›Till Eulenspiegel‹ haben wir weitere Stücke in sehr reizvollen und ungewöhnlichen Besetzungen im Programm«, erklärt Thomas Rühl, Bratschist bei den Philharmonikern Hamburg und Beauftragter für die ­Orchesterakademie. »Ein Duo für Trompete und Schlagzeug von ­André Jolivet, ein Trio für Blechbläser des schweizerischen Zeitgenossen Daniel Schnyder oder Ligetis Bagatellen für Holzbläserquintett. Es wird auf jeden Fall sehr vielfältig und bunt – und musikalisch höchst anspruchsvoll«, verspricht Thomas Rühl. Die Philharmoniker Hamburg gründeten die Akademie mit dem Ziel, die Lücke zwischen der Hochschulausbildung junger Musiker und der großen Herausforderung, die eine feste Anstellung in einem Orchester darstellt, zu schließen. Die Künstler bekommen im zweijährigen Programm die Möglichkeit, Erfahrungen im Alltag

eines professionellen Orchesters zu sammeln. Sie wirken bei Proben, Konzerten, Opern- und Ballettvorstellungen mit, bekommen Einzelunterricht durch Musiker der Philharmoniker und werden gezielt auf Probespiele vorbereitet. Thomas Rühl: »Die Akademisten spielen als gleichberechtigte Kollegen im Orchester. Dazu gibt es auch Kammermusikveranstaltungen, in denen die Musiker neben den Philharmonikern ihr Können zeigen dürfen.« Beim Akademiekonzert am 7. Juni gehört die Bühne dann ganz ausschließlich den jungen Musikern.

K a m m e r Ko n z e rt d e r O rc h e s t e r Ak a d e m i e

Fabian Bischof

Felix Mendelssohn Streichquartett op. 44 Nr. 2 André Jolivet Heptade für Trompete & Schlagzeug Sergej Prokofjew Quintett op. 39 György Ligeti Sechs Bagatellen Daniel Schnyder Trio für Blechbläser Richard Strauss  »Till Eulenspiegel einmal anders« FABIAN BISCHOF & ANNA GÖBEL VIOLINE THOMAS RÜHL VIOLA YURA PARK VIOLON­ CELLO ALEXANDER TEGTMEIER KONTRA­ ­ OGER BASS LAURA NOWAK FLÖTE R HENRIETTE STÖREL CRAMERS OBOE ­KLARINETTE ADRIANA DEL POZO TORREÑO FAGOTT PAUL PITZEK HORN ANDRE ­S CHOCH TROMPETE MAX BENTZ POSAUNE OLIVER PLOSCHEWSKI SCHLAGZEUG

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Rafael Frühbeck de Burgos Dirigent Pepe Romero Gitarre YE-EUN CHoi Violine

6. P h i l h a r m o n i s c h e s K a m m e r Ko n z e rt

So 22 06 2014 11 Uhr  

Laeiszhalle, Kl. saal

Werke von Saint-Saëns, Nielsen, Barber und Thuille mitglieder der philharmoniker Hamburg

s u m m e rt i m e

So 06 07 2014 11 Uhr  Laeiszhalle 

Simone Young Dirigentin William Barton Didgeridoo

s o n d e r ko n z e rt

Sa 30 08 2014 20 Uhr  Laeiszhalle 

Anton Bruckner: Sinfonie Nr. 7 E-Dur Simone Young Dirigentin

€ 10 Jugendmusikschule

Werke von de Falla, Palomo und Brahms

Werke von Piazzolla, Borodin, Copland, Sculthorpe u.a.

Violine (Orchesterakademie) sA 07 06 2014  19.30 Uhr

Laeiszhalle

Fabian Bischof, 1986 in München geboren, studiert seit April 2007 Violine an der Hochschule für Musik »Franz Liszt« in Weimar. Ein Erasmus-Stipendium führte ihn zusätzlich ans Conservatorium van Amsterdam. Außer­dem konnte er Erfahrungen in Jugendorchestern sammeln, wie beispielsweise im Festivalensemble des Internationalen Bachfestivals, bei der Jungen Deutschen Philharmonie und in der Internationalen Jungen ­Orchesterakademie Bayreuth. Dabei spielte er unter ­Dirigenten wie Mariss Jansons, Helmuth Rilling, Christoph Poppen u.v.a. Fabian Bischof war Substitut der Staatskapelle Weimar, Mitglied der Rheinischen Philharmonie Koblenz und spielt als regelmäßige Aushilfe beim Bach-Collegium Stuttgart. Seit Januar 2012 ist er als Akademist bei den Philharmonikern Hamburg.

Die Philharmoniker-Welt wird ermöglicht durch die Unterstützung der Philharmonischen Gesellschaft.

Das Orchester der Hansestadt.

Herausgeber Landesbetrieb Philharmonisches Staatsorchester Redaktion Hannes Rathjen, Dr. Kerstin Schüssler-Bach Titelmotiv Pepe Romero (Naoya Ikegami) Gestaltung bestbefore, Matthias Rawald Druck Hartung Druck + Medien GmbH Anzeigen Antje Sievert, Telefon (040) 45 06 98 03 antje.sievert@kultur-anzeigen.com Kontakt / Tickets Große Theaterstraße 25, 20354 Hamburg Öffnungszeiten: Mo – Sa 10.00 – 18.30 Uhr Telefon (040) 35 68 68, Fax (040) 35 68 610 www.philharmoniker-hamburg.de


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