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»Das Magazin zur Spielzeit«

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EDITORIAL

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Aufbruch?

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Jahrhundert geht zu Ende. Mit jeder anbrechenden Nacht rückt der Punkt » Das näher, wo wir die große Einkehr halten. Der Wahnsinn und die Glorie unserer

Zeit steigen herauf, beide hart nebeneinander; die Größe und die Bestialität; der Fortschritt und der Servilismus; der machtvolle Gedanke der Freiheit; der Zauber technischen Könnens; die listige Lüftung stiller Elementargeheimnisse; die Verfeinerung und Erhöhung der Menschlichkeit; die Verbreitung der ethischen Ideale – auf der anderen Seite die stärkste Machtanbetung aller Zeiten, zum mindesten die bewussteste aller Zeiten, die erste Philosophie der Machtanbetung, die Herrschaft des Säbels, und noch über dem Säbel die Vergottung des Geldes.

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Kind der Aufklärung

Der Schriftsteller, Theater- und Medienkritiker Alfred Kerr scheint mit beunruhigender und doch bezwingender Einsicht in das Herz des 20. Jahrhunderts zu blicken. Scheint? Ja, denn er schrieb diesen Text 1899 angesichts der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert und trifft doch – fast prophetisch – den Nerv der vor ihm liegenden Epoche. Dies eint ihn mit dem musikalischen Visionär Gustav Mahler, sein Erstling – seine erste Symphonie – erschien ebenfalls 1899 in Druck und lässt uns jenes besondere Gefühl an Vorausahnung spüren, dass etwas Großes, Unbeschreibliches, nicht Vorhersehbares kommen wird. Und auch das 21. Jahrhundert, in dem wir uns nun befinden, klingt an in diesen Zeilen, erscheint als logische Entwicklung dessen, was uns das 20. Jahrhundert hinterlassen hat. Wagen wir also einen Blick zurück: Das 20. Jahrhundert – der englische Historiker Eric Hobsbawm hat es einmal als das »kurze Jahrhundert« bezeichnet, dessen Anfang der 1. Weltkrieg 1914 und die Oktoberrevolution 1918 markieren und das mit dem Zusammenbruch der kommunistischen Staaten 1989/90 endet. Historisch-politisch betrachtet mag das plausibel erscheinen. Doch was macht das 20. Jahrhundert musikalisch aus? Ist es überhaupt möglich, an einem bestimmten Punkt zu beginnen? Wo liegen die Wurzeln für das, was wir »Moderne« nennen? Was macht überhaupt »Moderne« aus? Und überhaupt, ist dieser vom – oftmals blinden – Fortschrittsglauben geprägte Begriff denn sinnvoll? Ein Fortschrittsglaube, der jede noch so kleine Neuerung als Innovation feiert und gleichzeitig die Neuerung in der Kunst im öffentlichen Leben viel zu oft diffamiert – und damit eine fast schizophrene Paradoxie schafft. Der Fortschrittsglaube reicht bis weit in die Vergangenheit zurück – er

Insa Pijanka, Intendantin

ist ein Kind der Aufklärung. Der Beginn der »Moderne« ist daher durchaus eine variable Größe, je nach Perspektive des Betrachters. Im 20. Jahrhundert erfährt der Fortschrittsglaube jedoch eine nie da gewesene Radikalität. Gleichwohl erfolgt der Traditionsbruch nicht ohne Auseinandersetzung mit dem Tradierten – ein Konzertprogramm, das sich mit den Brüchen beschäftigt, tut daher gut daran, auch die Tradition zu Wort kommen zu lassen. Daher stehen in dieser Konzertsaison Mozart, Beethoven, Haydn, Bach, Bruckner und Brahms neben Strawinsky, Schostakowitsch, Britten, Berg und Pärt, um nur einige zu nennen. Erst das Nebeneinander offenbart die Radikalität des »Projekts Moderne«, so der Philosoph Jürgen Habermas. Es gilt, die Bruchstellen aufzuzeigen. Sie sind zahlreich in der gesamten Musikgeschichte – im 20. Jahrhundert treffen sie wie in einem Kaleidoskop zusammen und mischen sich neu. Das 20. Jahrhundert – es ist vor allem ein politisches Jahrhundert. Politik und Ideologie hatten einen maßgeblichen Einfluss auf die musikalische Entwicklung. Kampf und Befreiung, Trauer, Empörung, Klage – kulminiert im grausamen Erlebnis zweier Weltkriege. All dies findet sich in der Musik genauso wieder, wie Utopie und die Hoffnung auf Frieden. Für viele Komponisten rückte das Politische, die gesellschaftliche Verantwortung, ins Zentrum ihres Schaffens. Gerade sie gerieten immer wieder in beispielhafter Weise zwischen die Fronten: Dmitri Schostakowitsch ist ein sprechendes Beispiel. Das Revolutionsjahr 1917 erneuerte auch die Musik radikal. Die Grenzen dieses Aufbruchs wurden jedoch nur zu bald deutlich: Bereits Ende der 20er-Jahre begann in der Sowjetunion die Hetzjagd gegen »klassenfeindliche« und »fremde Elemente«. Das Ziel des Aufbaus des Sozialismus verlangte nicht nach einer kritischen Avantgarde, sondern nach einer Kunst, welche die »richtigen« Themen aufgriff: das »glückliche Leben des Volkes«, Heroismus, Patriotismus, Militarismus, Agrarund Landkult, sportlich-asketische Körper, Massenaufmärsche. »Sozialistischer Realismus«, der Schlachtruf und Genrebegriff, war ideologischer Überbau. Die Abschaffung der künstlerischen Moderne und Avantgarde, die Indienststellung des kleinbürgerlichen Spießertums,

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EDITORIAL

»Faszinierende Facetten die mit der wahren real-sozialistischen Realität wenig gemein hatten, das war die tatsächliche sozialistische Realität. Böse-ironisch literarisch gebrochen vom großen sowjetischen Spötter Bulgakow, meisterhaft im »Wohnraum auf Rädern«. Schostakowitsch wird zu solch einem »klassenfeindlichen Element«, seine Musik unspielbar. Seine 10. Symphonie, geschrieben unmittelbar nach dem Tode Stalins, zeigt die ungeschönte Fratze des Diktators; klagt Freiheit ein, wo Unfreiheit herrscht; erkämpft das Recht des Einzelnen auf Individualität und Meinung. Das 20. Jahrhundert – es ist das Jahrhundert der »Neuen Welt«. Eine Welt, die mit ungeahnter Wucht auf das europäische Leben prallt – und mit ungeahnten Folgen. Der Umgang der »Alten Welt« mit der Neuen ist zweigespalten, auch im Bereich der Musik. Die Rezeption amerikanischer Musik erfolgte in Europa nur sehr zögerlich und beschränkte sich auf wenige Komponisten. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Übten nach Ende des Ersten Weltkrieges der technische Fortschritt und die amerikanische Medien- und Massenkultur eine ungeheure Faszination aus, kam nach dem Zweiten Weltkrieg ein Gefühl der Bedrohung hinzu, ausgelöst durch die wirtschaftliche und politische Abhängigkeit. Aber auch der Amerikanismus der 20er-Jahre hatte wenig mit einer reellen Auseinandersetzung mit amerikanischer Kunst gemein: Es war vielmehr eine Projektion – Amerika, das Sinnbild einer funktionierenden Demokratie, das Land der Zukunft – Jazz wurde zum Synonym für Modernität und die Exotik »wilder Völker«. Die Vorstellungen über das reale Amerika hingegen blieben diffus. Zwischen Avantgarde und Entertainment – mit diesem Spannungsfeld amerikanischer Musik befassen wir uns gleich zwei Mal aus sehr unterschiedlichen Perspektiven in dieser Saison: Das Neujahrskonzert nimmt Sie mit auf eine Reise von der »Alten« in die »Neue Welt« und das Philharmonische Konzert IMPULSIV steht ganz im Zeichen amerikanischer Klassik mit all ihren faszinierenden Facetten. Der Hinweis auf die zahlreichen Emigranten, die Europa in Richtung Amerika verließen, deutet es bereits an: Das 20. Jahrhundert, es ist das Jahrhundert gleich zweier Weltkriege. Sie sind das Trauma vieler Generationen und haben tiefe Wunden hinterlassen, deren Folgen uns bis heute begleiten. Unter dem Eindruck der Schrecken des Ersten Weltkrieges entstand Maurice Ravels »La Valse«. Abgesang auf eine vergangene Epoche, Vorahnung der drohenden Katastrophe, eine Tragödie im Walzerrhythmus, der immer wieder vom stampfenden Militärmarsch aus dem Takt gebracht wird. Aaron Copland, der mit seiner »Fanfare for the Common Man« noch ein patriotisches Motivationswerk für den Zweiten Weltkrieg geschrieben hatte, musste nach dessen Ende den Verfolgungswahn der McCarthy-Ära und des Kalten Krieges erfahren: Er

wurde auf die »schwarze Liste« der Hollywood Studios gesetzt und seine erfolgreiche Arbeit als Filmkomponist wurde jäh unterbrochen. Erich Wolfgang Korngold, der junge Komponisten-Star Wiens, hingegen fand zwar in den USA eine Zuflucht nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und wurde zu einem der erfolgreichsten Filmmusikkomponisten seiner Zeit (er gewann zwei Oscars), verlor aber tragischer Weise gerade dadurch seine eigentliche Berufung: Eine Rückkehr als klassischer Komponist blieb ihm nach Ende des Zweiten Weltkrieges versagt. Europa hatte ihn vergessen; ja, fand seine spätromantische Musik gar reaktionär. Angesichts der neuen Dimension der Zerstörungskraft des Krieges bleiben die (musikalischen) Friedensvisionen des 20. Jahrhunderts verhalten. Ludwig van Beethovens Neunte Symphonie gilt hingegen bis heute als Inbegriff der Hoffnung auf Frieden, konkretisiert in den Idealen der Französischen Revolution von Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit aller Menschen. Doch hat nicht die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte ihr ein Ende gesetzt, noch bevor sie je verwirklicht werden konnte? »Man hat die Neunte Symphonie in einen Nebel von hohen Worten gehüllt. Sie ist (…) das Meisterwerk, über das am meisten Unsinn verbreitet wurde. Man muss sich wundern, dass es unter dem Wust von Geschreibe, den er hervorgerufen hat, nicht schon längst begraben liegt.« Mit diesen Worten beschreibt Claude Debussy 1901 eindringlich das schillernde und widersprüchliche Phänomen der Vereinnahmung Beethovens Neunter Symphonie. Wie kaum ein anderes Werk ist sie Gegenstand und Projektionsfläche politischer Ideale und Weltanschauungen geworden. Hanns Eisler bezeichnete die Neunte als »geistigen Besitz der Arbeiterklasse«, die Nationalsozialisten erklärten Beethoven ihrerseits kategorisch zum »Symbol deutscher Selbstbehauptung« und zum »germanischen Meilenstein«. Seit sich der Europarat 1972 entschloss, die Freudenmelodie zur »Europahymne« zu machen, verbinden wir mit der Symphonie nicht zuletzt die Einheit Europas. Eine schwankende Einheit, wie wir gerade schmerzlich erfahren müssen, nicht nur in der anhaltenden Schmierenkomödie der Brexit-Debatte. Es zeigt sich: Die Unvollkommenheit des menschlichen Zusammenlebens verleiht auch der Musik – hier Beethovens Neunter Symphonie – eine utopische Brisanz, die unsere Phantasie noch über 200 Jahre nach der Uraufführung herausfordert. Was ist also »modern«? Sie, liebes Konzertpublikum, sind herzlich eingeladen uns auf zahlreiche und inhaltlich vielfältige Zeitreisen zu folgen. Die einzelnen Programme lassen viele Interpretationen zu – die vorangestellten Überlegungen sind als Anregung gedacht – Ihrer Fantasie, Eigenes zu entdecken, ist keine Grenze gesetzt!

Insa Pijanka Intendantin


I N H A LT

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Konzerte

PHILHARMONISCHE KONZERTE Aufbruch Befreiung Impulsiv GENIAL I (Un) Vollendet?

8 22 40 11

- KONZERTE Saisonauftakt Sofie mit dem großen Horn Der kleine Doppeldecker Der allerkleinste Tannenbaum

7 18 35 49

KAMMERKONZERTE Chor der Nymphen und Hirten Happy Birthday Leopold! Ekloge von Bach bis Bartók Petits Fours

20 36 38 46

UNLIMITED Queen - Glamrock in Concert

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Gut zu wissen Backstage Unser Partner: Musikschule Konstanz Lauschangriff Bücklein Kolumne - Kinderseite Impressionen Lustschloss Corporate Design Jetzt noch schnell abonnieren ... Nachruf Vorverkaufsstellen Konzertkalender

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BACH-TAGE BACH und BrAHms in der LutHerkirCHe konstAnz

24.11. – 22.12. 2019 24.11. | 17 uHr | BrAHms – ein deutsCHes reQuiem

Mechthild Bach | Wilhelm Schwinghammer Michael Stadtherr | BACH-CHOR KONSTANZ

29.11. | 19 uHr | kÖrPer.reiCHer.kLAnG Piano unlimited Bach#Brahms Bearbeitungen für Keys und PC

7.12. | 20 uHr | niederBurGQuArtett

Kammermusik für Streicher von Bach und Brahms

13.12. | 19 uHr | Werke von BACH und BrAHms

Barockcello und Cembalo | Cello und Flügel Johannes Raab | Gunnar Haase

20.12. | 19 uHr | BACH – WeiHnACHtsorAtorium

Sing-along

21.12. | 14 und 16 uHr | WeiHnACHtsorAtorium

Konzerte für Kinder

22.12. | 17 uHr | WeiHnACHtsorAtorium

Mechthild Bach | Zografia Maria Madesi Nik Kevin Koch | Konstantin Wolff | Michael Stadtherr Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz BACH-CHOR KONSTANZ vorverkAuf

Vorverkauf für 24.11. und 22.12. bei BuchKultur Opitz, Stephansplatz und www.reservix.de Abendkasse für alle weiteren Konzerte eine Stunde vor Konzertbeginn

Weitere informAtionen

www.kultur-forum-lutherkirche.de


S A I S O N A U F TA K T

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MÜNSTERPLATZ UND KONZIL KONSTANZ Samstag, 21. September 2019

Achtung: Frisch gestrichen… sowie getrommelt und gepfiffen!

Zurück aus der Sommerpause laden die Südwestdeutsche Philharmonie und die Musikschule Konstanz ein zu einem Tag voller Musik. Gemeinsam musizierend begrüßen wir unser Publikum zur neuen Spielzeit und zum frischen Schuljahr mit einem kunterbunten Programm. Wir freuen uns auf viele offene Ohren und experimentierfreudige Kinder, die auf ein Mitmachen in unserem Orchester neugierig sind. Wir heißen Jung, Alt und alle dazwischen herzlich willkommen!

Auftakt am Münsterplatz _ 14 Uhr

Oberer Konzilsaal _ 18 Uhr Dauer etwa 50 Minuten

Laufend eins auf die Ohren

(Un) Vollendet?

Ein lebendiger »Trommelzug« durch die Stadt – vom Münsterplatz durch die Innenstadt zum Konzil

Moderiertes Konzert der Südwestdeutschen Philharmonie mit der 7. Symphonie in h-Moll von Franz Schubert unter Leitung von Chefdirigent Ari Rasilainen. (Siehe auch Seite 59 in der Saisonbroschüre)

Unterer Konzilsaal _ 15 Uhr

Ari Rasilainen Chefdirigent Insa Pijanka Moderation

Ran an die Instrumente

KONZIL KONSTANZ _ KARTEN 15 € / erm. 11 € / Schüler 6 € _ Freie Platzwahl

Die Musiker der Philharmonie und Constantia Classica (Oberstufen-Orchester der Musikschule Konstanz) präsentieren unter anderem Carmen für Kinder und Leopold Mozarts Kindersymphonie. Bei dieser Symphonie heißt es dann mutig sein: Wer will, kann mitmachen! Am Schlagwerk, mit Wasserpfeife, Ratsche, Woodblock und noch mehr.

Unterer Konzilsaal _ 19.30 Uhr

Landesjugendblockflötenorchester Baden-Württemberg In Concert

Dieter Dörrenbächer Dirigent/Akkordeon Insa Pijanka Moderation/Erzählerin Ari Rasilainen Special Guest Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz Constantia Classica (Einstudierung Sorin Dumitru)

Das Auswahlorchester der besten BlockflötistInnen Baden-Württembergs präsentiert sein Programm der Herbstarbeitsphase 2019.

KONZIL KONSTANZ _ EINTRITT FREI _ Freie Platzwahl

KONZIL KONSTANZ _ EINTRITT FREI _ Freie Platzwahl

IN KOOPERATION MIT DER MUSIKSCHULE KONSTANZ.

Bettina Haugg-Scheu Leitung


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Aufbruch Konzertdauer ca. 135 Minuten

KONZIL KONSTANZ Freitag, 20. September 2019 _ 19.30 Uhr Mittwoch, 25. September 2019 _ 19.30 Uhr MILCHWERK RADOLFZELL Dienstag, 24. September 2019 _ 19. 30 Uhr GRAF-BURCHARD-HALLE FRICKINGEN Sonntag, 22. September 2019 _ 19 Uhr Kar ten und Informationen K u l t u r & To u r i s m u s G e m e i n d e F r i c k i n g e n w w w. s a l e m e r t a l - k o n z e r t e . d e Öffentliche Generalprobe KONZIL KONSTANZ Freitag, 20. September 2019 _ 9.30 Uhr

Konzerteinführung Jeweils eine Stunde vor Beginn im Studio der Philharmonie von und mit Insa Pijanka. (Gilt auch für Einzelkarten.)

Einojuhani Rautavaara 1928 – 2016 Cantus Arcticus Konzert für Vögel und Orchester op. 61 Suo (»The Marsh« – »Das Marschland«) Melankolia Joutsenet muuttavat (Swans Migrating – Ziehende Schwäne)

Franz Schubert 1797 – 1828 Symphonie Nr. 7 h-Moll D 759 »Unvollendete« Allegro moderato Andante con moto Pause Gustav Mahler 1860 – 1911 Symphonie Nr. 1 D-Dur »Titan« Langsam. Schleppend. Wie ein Naturlaut – Im Anfang sehr gemächlich Kräftig bewegt, doch nicht zu schnell Feierlich und gemessen, ohne zu schleppen Stürmisch bewegt

Ari Rasilainen Chefdirigent

KONZIL KONSTANZ KARTEN €

52

Kategorie

1

MILCHWERK RADOLFZELL 41 30 19 2

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KARTEN €

29

Kategorie

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Die Busfahrt zum Konzert innerhalb Konstanz ist kostenlos.

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PHILHARMONISCHES KONZERT

AUFBRUCH

Heimliche Stars Ein Aufbruch mit starken Klängen wie zarten Tönen, Vertrautem und Neuartigem – mit drei großen Orchesterwerken aus Klassik, Spätromantik und Moderne startet die Südwestdeutsche Philharmonie in die Spielzeit 2019/20. Vor drei Jahren starb mit dem Komponisten Einojuhani Rautavaara eine der bedeutendsten finnischen Musikerpersönlichkeiten der vergangenen Jahrzehnte. Die bekannteste Komposition seines Landsmanns hat Ari Rasilainen an den Beginn dieses Programms gestellt: »Cantus arcticus«, ein Werktitel, der in unserer klimabewegten und umweltbewussten Gegenwart nicht nur poetische Assoziationen, sondern auch gleich eine gesellschaftlich-politische Dimension mitschwingen lässt. Rautavaaras »Cantus arcticus« stammt allerdings aus dem Jahr 1972, als die Umweltthematik noch weniger globale Reichweite und Brisanz hatte. Und doch ist dieses Konzert für Vögel und Orchester in seiner ganz unmittelbaren Verbindung von Natur und Klang auch aus heutiger Perspektive ein Werk mit Weitblick, des Aufbruchs in eine natur- und umweltbewusstere Zeit. Eine wesentliche Rolle spielte dabei der Entstehungsanlass: Von der Arctic University im nordfinnischen Oulu erhielt Rautavaara 1972 den Auftrag, ein Stück für die Promotionsfeierlichkeiten zu komponieren. Gedacht

»Eine ganze Horde von Singschwänen«

hatte man dabei wohl eher an eine entsprechend festliche Musik. Doch Rautavaara lieferte mit seinem »Cantus articus« inhaltlich wie formal dieses ganz anders ausgerichtete Werk, das nicht die Doktorwürde huldigt, sondern die nordische Landschaft in den Fokus stellt und damit auch die Aufgabe der Universität, durch ihre wissenschaftliche Forschung diese besondere Natur zu bewahren. Als ein entsprechender Fingerzeig an die ebenso verantwortliche Politik ist die Widmung der Komposition an den damaligen finnischen Staatspräsidenten Urho Kekkonen zu verstehen. Der Gesang unter anderem von Kranichen, Ohrenlerchen und Singschwänen wurde extra für Rautavaara an Originalschauplätzen am Polarkreis und in den Mooren

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um Oulu aufgenommen: Ein Zwitschern, Krächzen und Singen, das jedes Ornithologenherz höherschlagen lässt. Per Zuspielband werden die Vogelstimmen in den Kompositionsverlauf integriert – bei diesem Konzert zur Saisoneröffnung tritt zwar kein Solist auf, aber zumindest im »Cantus arcticus« werden die Vögel zu den heimlichen Stars des Abends. »Moor« ist der erste Satz überschrieben. Ein wie vom Wind angetriebenes Wechselspiel zweier Flöten führt in die mystische Moorlandschaft hinein. Später treten vom Band authentische Vogelstimmen dezent hinzu, umgeben von Stimmen aus dem Orchester, deren Spiel wiederum Vogelrufe instrumental imitiert. Schließlich ertönen in der dunklen Moor-Atmosphäre die Rufe der Kraniche. Im zweiten Satz »Melankolia« heißt es dann: Auftritt Ohrenlerche, und zwar zunächst ohne Orchesterbegleitung, um den Zuhörern die Zeit zu geben, den sich gegenseitig imitierenden Lerchengesang aus den beiden Lautsprechern akustisch wahrzunehmen. Ihr Zwitschern ist auf dem Zuspielband um etwa zwei Oktaven tiefer gestimmt und verlangsamt und wird so, umgeben vom gedämpft-melancholischen Streicherklang, zum geradezu flehenden Gesang. Die Überschrift des Schlusssatzes lautet »Ziehende Schwäne«. Dahinter verbirgt sich eine ganze Horde von Singschwänen. Auch sie dürfen erst einmal alleine ihr Vogelkonzert geben, bevor sich ihre Rufe mit den Orchesterstimmen zu einem vielschichtigen, teils bewusst ungeordneten gemeinsamen Gesang verdichten. »Ich stellte mir vor, dass die Schwäne direkt zur brennenden Sonne fliegen«, so Rautavaara. Der ihm noch persönlich bekannte Jean Sibelius lässt hier mit dem in seiner Symphonie Nr. 5 imaginierten Bild von 16 fliegenden Schwänen bestens grüßen. Der »Cantus arcticus« endet in einem Schlussgesang, der nicht zuletzt diesem künstlerischen Credo Rautavaaras entspricht: »Meiner Überzeugung nach ist Musik dann >groß<, wenn der Hörer für einen Moment einen Blick durch die Zeit hindurch auf die Ewigkeit erhascht … Dies ist meines Erachtens die einzige wirkliche Berechtigung von Kunst.« War Franz Schubert einmal im hohen Norden, in Skandinavien, Russland oder in Schottland, wie später Felix Mendelssohn? Diese Frage mag man sich stellen, wenn man mit dem Klang von Rautavaaras »Cantus arcticus« im Ohr den Beginn von Schuberts sogenannter »Unvollendeter«, komponiert 1822, hört: Eine abwärtsgleitende Unisono-Linie der Celli und Kontrabässe führt dunkel raunend ins Ungewisse. Dann kommt ein geheimnisvoll-unruhiger Klangteppich aus Sechszehntelbewegungen in den Violinen auf, über dem sich das lyrische Hauptthema aus dem Zusammenspiel von Oboe und Klarinette in herber Klangschönheit entfaltet – ja, da ließe sich schon nordische Moor-Atmosphäre herausspüren. Aber nein, Schubert ist in seinem kurzen Leben nie im Norden gewesen und überhaupt nie weit über

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PHILHARMONISCHES KONZERT

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AUFBRUCH

Wien hinausgekommen, dafür war er viel zu arm und für längere Reisen wohl auch zu krank. In einem abrupten Sforzato-Akkord endet diese sich ins Dramatische steigernde Anfangsepisode. Mit einem Ländler-artigen Seitenthema scheint man gewissermaßen in Österreich anzukommen. »Frieda, wo kommst du her, wo gehst du hin, wann kommst du wieda?«, dieser Kalauer hat sich, ganz ohne Zutun Schuberts, für diese Melodie eingebürgert. Doch bricht auch diese volkstümliche Episode unvermittelt mit einer Generalpause ab. Krasse Stimmungswechsel, kreisend geführte Motiventfaltung statt der üblichen geordneten klassischen Themenentwicklung prägen nicht nur diesen ersten Satz, sondern auch das folgende Andante con moto. Ruhig, poetisch-intensiv endet dieser zweite Satz und damit die gesamte Siebte Symphonie. Ein Ausklingen, das – nach dem, was sich zuvor musikalisch alles ereignet hat – geradezu versöhnlich und formvollendet anmutet. Es scheint alles gesagt zu sein. Ist diese Symphonie tatsächlich »unvollendet«? Sie hält sich jedenfalls nicht mehr an die in der Wiener Klassik herrschende Norm der Viersätzigkeit. Schubert skizzierte noch einige Takte eines Scherzos, verfolgte dies aber nicht weiter. Die Zeit dazu hätte er noch gehabt, er starb erst 1828 und vollendete vorher noch die Symphonie Nr. 8. Es ist auch nicht überliefert, dass er in irgendeiner Weise mit seiner Siebten gehadert hätte. Betrachtete er die »Unvollendete« als abgeschlossenes, gelungenes symphonisches Experiment? Die Antwort darauf wird für immer Schuberts Geheimnis bleiben. Was für ein Anfang! Das lässt sich auch, und gerade, über das finale Werk dieses Konzerts sagen: Aus einem sphärischen Klang nur aus dem Ton a gestaltet, verteilt über die Streicher in sechs Oktaven, entstehen die ersten Takte von Mahlers Symphonie Nr. 1. »Langsam. Schleppend. Wie ein Naturlaut« sollen sich diese entfalten, so seine Anweisung. Es ist kein lauter, aber ein enorm wirkungsvoller Aufbruch in den symphonischen Kosmos von Gustav Mahler, in eine neue musikalische Welt, die insgesamt neun Symphonien hervorbringen sollte. In seiner Symphonie Nr. 1 setzte der damals knapp 30-Jährige diese facettenreiche Klangwelt bereits eindrucksvoll in Szene. »Aus der Ferne« kündigen Trompeten-Fanfaren nach dem ätherischen Beginn den Eintritt in diese Welt an. Solche räumlichen Klangeffekte gehören zu jenen besonderen akustischen Kunstgriffen, die Mahler in seinen Symphonien in verschiedener Weise einsetzt. Aus einem Quartklang der Klarinette – »den

Ruf eines Kuckucks nachahmend« – entwickelt sich dann das Hauptthema, das ein Selbstzitat Mahlers ist, nämlich die Melodie seines Lieds »Ging heutʼ morgen übers Feld«. Die Einbeziehung von Liedern (aus seinem Zyklus »Lieder eines fahrenden Gesellen« und aus »Des Knaben Wunderhorn«) spielt in Mahlers symphonischem Schaffen eine entscheidende Rolle. Mit »Ging heutʼ morgen übers Feld« taucht in der Ersten Symphonie der Mensch im mahlerschen Kosmos auf, ein Wanderer, der sich frühmorgens zu diesen Naturlauten hinzugesellt und mit in diese Welt aufbricht. Im zweiten Satz geht es volkstümlich zu, wobei, typisch Mahler, der hier präsentierte Ländler übertrieben derb daherkommt und wie die Walzerseligkeit des Trios schmunzeln lässt. Erstaunliches auch im dritten Satz: Der vom Kontrabass in Moll statt Dur gespielte bekannte Kanon »Bruder Jakob« breitet sich zu einem seltsamen Trauermarsch aus, der auch noch einigen Klezmer-Musikanten zu begegnen scheint. »Mit Parodie« notiert Mahler schließlich und konfrontiert tiefste Verinnerlichung mit Tschingderassabum – auch dies eine besondere mahlersche Spezialität. Gänzlich unvermittelt bricht der Schlusssatz herein, der alles in dieser Welt aufgestaute Leid und alle Kämpfe jäh zum Ausdruck bringt: »Es ist einfach der Aufschrei eines im Tiefsten verwundeten Herzen, dem eben die unheimlich und ironisch brütende Schwüle des Trauermarsches vorhergeht.« Das Werk endet jedoch als triumphale Siegesmusik, »als Ziel der Kunst scheint mir doch immer Befreiung und Erhebung vom Leid«, formulierte Mahler 1896 in Hinblick auf sein symphonisches Schaffen. Dass Mahler diese Symphonie überhaupt vollendete, grenzt an ein Wunder. Als Fulltime-Dirigent und aufstrebender Kapellmeister mit einem entsprechend unruhigen Leben und vielen Ortswechseln war seine Zeit mehr als knapp bemessen. Erst die folgenden Symphonien komponierte Mahler in der Sommerfrische, in seinen naturschön gelegenen Komponierhäuschen etwa am Attersee oder am Wörthersee, wohin er sich in den Theaterferien zurückzog. Zur Entstehungsgeschichte der Symphonie Nr. 1 gehören verschiedene Arbeitsorte (Kassel, Prag, Leipzig, Budapest, Hamburg), unterschiedliche Fassungen und damit einhergehend mehrere Ur- bzw. Erstaufführungen, bevor Mahler 1899 seinen symphonischen Erstling in der heute gängigen viersätzigen Version in den Druck gab. Als »Symphonische Dichtung in zwei Teilen« führte Mahler das Werk 1889 in Budapest erstmals auf. Zu den damals fünf Sätzen gehörte noch das lyrisch-schwelgende Andante »Blumine«, das inzwischen als Einzelsatz aufgeführt wird, so auch im Philharmonischen Konzert »Neuland« im März. »Blumine« und ebenso der Titel »Titan«, den Mahler der Symphonie zeitweilig gab, gehen auf seine Lektüre der Werke Jean Pauls zurück. Letztendlich tilgte Mahler alle programmatischen Titel und Erläuterungen zu seiner Symphonie Nr. 1. Diese Musik spricht ganz für sich selbst. Andrea Hechtenberg


GENIAL I

(UN) VOLLENDET ?

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GENIAL! (Un) Vollendet? KONZIL KONSTANZ Samstag, 21. September 2019 _ 18 Uhr

Vollendet oder nicht? Was bedeutet das überhaupt? Zumindest eines: Haben die Symphonien aus der Zeit Franz Schuberts meist vier Sätze, sind es hier nur zwei – ein schneller und ein langsamer Satz. Weshalb dieses Werk so entstanden und auch geblieben ist, darüber gibt es zahlreiche Spekulationen: Häufig ist zu lesen, dass dem Komponist ein Auftragswerk dazwischen kam, weshalb er die Arbeit an der Symphonie unterbrechen musste. Das erscheint zumindest in einer Hinsicht schlüssig: Schuberts Lebenswandel rund um die Entstehungszeit birgt einige Rätsel. Er kündigte seinen Schuldienst und lebte fortan in einer Künstler-WG; seine Syphilis-Erkrankung brach aus und er war notorisch pleite. »Ich kann nirgendwo hinkommen, ich habe GAR kein Geld, und es geht mir überhaupt sehr schlecht. Ich mache mir nichts draus und bin lustig …« Statt von vier Sätzen schien er in der Zeit eher von einer großen Oper zu träumen, denn »übrigens komme ich bald nach Wien. Weil man von mir eine Oper wünscht«, schreibt er an seinen befreundeten Librettisten Bauernfeld. So oder so hat er die Komposition nach seinem Abbruch belassen wie sie war und heute ist sie sehr häufiger Gast in allen Konzerthäusern der Welt. Was in der Musik steckt, was es zu entdecken gibt und vieles mehr, erleben Sie in 50 Minuten Eintauchen in unser Format für Einsteiger in den vollen Genuss Klassischer Musik.

Franz Schubert 1797 – 1828 Symphonie Nr. 7 h-Moll D 759 »Unvollendete« Allegro moderato Andante

Insa Pijanka Moderation Ari Rasilainen Chefdirigent

Corinna Bruggaier

KONZIL KONSTANZ

FAMILIEN-MAXI-PAKET

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GENIAL x 1

15 € / erm. 11 € / Schüler 6 €

(2 Erwachsene/4 Kinder)

(1 Erwachsener/2 Kinder)

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29 €

GENIAL x 1

18 €

GENIAL x 4

95 €

GENIAL x 4

53 €

Freie Platzwahl


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Silvia Stadelhofer Mitarbeiterin im Künstlerischen Betriebsbüro

STELLE Silvia Stadelhofers Hauptaufgabe ist, notwendige Orchesteraushilfen zu bestellen, sowohl geplante Verstärkungen des Orchesters als auch Aushilfen, die zum Beispiel im Krankheitsfall eines Musikers notwendig werden. Es ist eine Besonderheit des Orchesteralltages, dass ausfallende Musiker sofort nachbesetzt werden müssen, zum Teil in extrem kurzer Zeit, was oftmals einer logistischen Meisterleistung gleicht. Auch ungewöhnliche Sonderinstrumente wie Akkordeon, Gitarre, Glasharfe oder Zither, die partiturbedingt erforderlich sein können, prägen den Alltag. Ein weitreichender Pool an Kontakten zu Musikern in ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich ist dabei unverzichtbar. Kontaktfreudigkeit, Stressresistenz und die Bereitschaft, auch an Wochenenden, Feiertagen und spät abends Bereitschaft zu haben, zeigen die Anforderungen an die Position und stellen ihre besondere Herausforderung dar.

BIO Geboren und aufgewachsen in Stuttgart, entschloss sie sich nach dem Schulabschluss zu einem Ortswechsel. Sie studierte am Institut für Kommunikationsdesign in Konstanz, erwarb einen Abschluss als Grafikdesignerin und verliebte sich sofort in die Stadt mit ihrem einzigartigen Flair am Bodensee. Anschließend war sie bei verschiedenen Werbeagenturen in Konstanz und in der Schweiz angestellt. 1991 wurde ihre Tochter geboren. Ihre große Affinität zur klassischen Musik führte sie 1999 zur Südwestdeutschen Philharmonie. Zunächst war sie für das Engagement der Gastmusiker zuständig, seit 2002 ist sie als Mitarbeiterin im künstlerischen Betriebsbüro mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten des künstlerischen Betriebs betraut.

Daran anschließend: Was ist das ungewöhnlichste Instrument, das Sie je suchen mussten? Das war ein Ondes Martenot für Honeggers »Jeanne d’Arc au bûcher«. Da wusste ich noch nicht einmal, dass es das überhaupt gibt. Das war schwierig.*

*Anmerkung: Die Ondes Martenot ist ein elektronisches monophones Instrument und wurde vom Franzosen Maurice Martenot 1928 erfunden. Von den frühen Instrumenten der elektronischen Musik gilt es als dasjenige, das am weitesten verbreitet war. Die handwerkliche Serienproduktion wurde 1968 eingestellt, erst 2001 wurde wieder ein erstes Instrument nach alten Vorgaben gebaut.

Kaffee oder Tee?

Morgens Kaffee, später am Tag gerne Tee

Frühstück? PIJANKA

Am Wochenende sehr gerne, sehr lang und sehr ausführlich. Wenn ich arbeiten muss, dann reicht ein Croissant oder ein Müsli, auch am Arbeitsplatz.

Liebe Frau Stadelhofer, können Sie uns einen besonders herausfordernden Moment Ihrer Tätig- Balkonien oder Reise? keit beschreiben, damit wir uns ein Bild machen Grundsätzlich lieber Reisen, wenn ich kann. können? Koffer oder Rucksack? STADELHOFER Wir hatten einmal ein Neujahrskonzert, da rief mich nachts

um elf der Dirigent an und sagte, der Zitherspieler, den wir engagiert haben, könne auf keinen Fall das Konzert spielen. Er habe schon bei der Probe in der falschen Tonart begonnen. Das geht gar nicht. Nicht nur, dass ich Samstagnacht nochmal aufgestanden bin und den Anruf überhaupt entgegengenommen habe, ich habe mich auch sofort daran gemacht, Namen und Adressen von Zitherspielern zu recherchieren und anzuschreiben. Am nächsten Morgen habe ich dann 8 Stunden telefoniert. Eigentlich hatte ich für abends Gäste eingeladen und wollte kochen. Das Rezept habe ich dann kurzerhand meiner Mutter in die Hand gedrückt und gesagt: Du musst kochen, ich muss telefonieren. Eine halbe Stunde bevor die Gäste kamen, hatte ich dann endlich einen Zitherspieler, der alle Konzerte spielen konnte. Das war wirklich eine besondere Herausforderung, zumal zu diesem prominenten Datum und dann auch noch mit einem Sonderinstrument, bei dem man nicht so viele Adressen hat. So was kommt natürlich nicht dauernd vor, kann aber passieren und dann muss man handeln, da sonst das Konzert ausfallen kann.

Rucksack!

Schönster Platz in Konstanz?

Unten am Gondelehafen, wo man die Tretboote mieten kann. Da sitze ich sehr gerne.

Bester Platz auf der Welt/schönste, nachhaltigste Erinnerung?

Ich bin ja eigentlich eine große Freundin vom Meer, was mich aber am meisten beeindruckt hat, war vor vielen Jahren, als ich eine selber organisierte Reise durch Jordanien unternommen habe. Niemand wollte mit mir nach Arabien fahren, da bin ich einfach alleine gefahren. In Akabar habe ich einen Berber organisiert, der mit mir auf dem Kamel durch die Wüste gezogen ist, das Wadi Rum. Es war phantastisch. Diese Stille in der Wüste, kein Vogel, kein Auto, kein Telefon, nichts. Man hört nur die Schritte des Kamels. Das hat mich schwer beeindruckt.


B A C K S TA G E

S I LV I A S TA D E L H O F E R

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Im Gespräch: Insa Pijanka mit Silvia Stadelhofer

Best denkbares Kopf-Freibekomm-Programm?

Entweder mit dem Fahrrad nach Hause fahren, dann gerne auch mit einem kleinen Umweg durch den Wald, z.B. bei Hegne, oder auch Laufen durch den Wald. Auch Nordic Walking. Bei so etwas kann ich absolut entspannen.

See, Berge oder Meer?

Schwierig, ich finde alles hat seinen Reiz. Aber Sommerurlaub mache ich schon gerne am Meer.

Lieblingskomponist?

Churchill no sports oder selbst aktiv?

Früher Vogel oder Nachteule?

Nordic Walking, gerne auch am Wochenende morgens sehr früh. Ich bin eher ein Frühaufsteher. Und wenn ich dann morgens so ganz alleine im Wald bin oder ganz alleine am See, das finde ich toll.

Kino oder Theater?

Im Moment eher mehr Kino, aber ich bin auch ein großer Theaterfan.

CD oder Konzert?

Kommt auf die Musik an. Klassische Werke höre ich mir lieber im Konzert an. Aber Unterhaltungsmusik z.B. beim Autofahren tut auch gut.

Beethoven und Schostakowitsch

Eigentlich eher ein Morgenmensch

Lesen oder Fernsehen? Lesen

Lieblingsautor? Insgesamt Ken Follett

Bestes/ungewöhnlichstes Erlebnis im Job?

Eigentlich nicht. Emails durcharbeiten, aber keine Rituale.

Das war die Oper »Mord auf dem Säntis«, dort habe ich Projektleitung gemacht. Das Stück war unglaublich schwierig komponiert, ein Musiker nach dem anderen ist abgesprungen, ich musste andauernd auf den Säntis fahren, es ging drunter und drüber. Dann hatte ich endlich Musiker und die sind mir oben auf dem Säntis im wahrsten Sinne des Wortes »aus den Socken gekippt«, haben Höhenkoller bekommen. Es ging einfach ganz viel schief – und ist am Ende so phantastisch geworden! Es hat dann auf einmal alles gepasst zur Aufführung, inklusive dem Wetter, das uns einen traumhaften Sonnenuntergang präsentiert hat an dem Abend. Das war glaube ich mein ungewöhnlichstes Ergebnis, diese Arbeit mit dem Säntis zusammen.

Mozart oder Bach?

Warum lieben Sie Ihren Job?

Lieblingsrückzugsraum

Mein Zuhause, vor allem mein Garten, der ist mein Ein und Alles. Hier kann ich wirklich entspannen.

Routine, Rituale zum Tagesbeginn/zum Dienstende?

Bach

Bruckner oder Mahler? Mahler

Eigenes Instrument?

Geige und Bratsche. Im Moment aber nur noch Bratsche.

Weil ich einerseits das Gefühl habe, Teil von einem Großen Ganzen zu sein, meinen Teil dazu beitragen zu können, dass nachher das Konzert gut funktioniert und ich bin immer unglaublich glücklich, wenn ich im Konzert sehe, dass das ganze Orchester, wunderschön angezogen in ihren Fräcken auf der Bühne sitzt und es funktioniert alles und man immer wieder neue Herausforderungen, Leute und Instrumente kennenlernt selbst nach zwanzig Jahren. Ich genieße den Kontakt zu den Musikern und den anderen Kollegen. Es macht einfach auch nach all den Jahren noch Spaß.


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Liebe Musikfreunde, erstmals kann die Musikschule Konstanz e.V. sich im TAKT-Magazin der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz mit ihren Veranstaltungen präsentieren. Über diese Möglichkeit freuen wir uns sehr und bedanken uns an dieser Stelle herzlich bei der Intendantin Frau Insa Pijanka. Eine außergewöhnliche Freude ist für uns der mit der Südwestdeutschen Philharmonie gestaltete Tag voller Musik am 21.09.2019 zum offiziellen Start des neuen Schuljahres. Unter dem Motto »Frisch gestrichen… sowie getrommelt und gepfiffen!« gibt es zunächst am Münsterplatz und in der Stadt mit einem Trommelzug laufend eins auf die Ohren, anschließend im Konzil die Möglichkeit, aktiv in einem Konzert mit Orchester (bestehend aus Mitgliedern der SWP und Constantia Classica) mitzuwirken (Ran an die Instrumente), ferner ein SWP-Konzert aus der Genial-Reihe (Un) Vollendet? und zum Abschluss das Landesjugendblockflötenorchester Baden-Württemberg in Concert!

Constantia Classica in der Lutherkirche und unterwegs (in den Partnerstädten Tabor, Richmond, sowie in Tannheim). Das Konstanzer Blockflötenorchester feiert 2020 sein 30-jähriges Bestehen, was wir in einem Konzert am 08.02.2020 besonders feiern werden. Selbstverständlich kommen alle anderen Ensembles nicht zu kurz. 2020 ist ein besonderes Jahr der Musikgeschichte: Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag steht an. Aus diesem Anlass werden sich die Fachbereiche Tasten- und Streichinstrumente in einem Konzert ausschließlich Beethovens Werk widmen (29.03.2020, 250. Geburtstags-Beethoven-Konzert mit Klavier- und Kammermusik). Nicht zu vergessen unsere Kollegen, die in einem Lehrerkonzert ihr Können unter Beweis stellen werden. Ein Angebot haben wir mit zwei Konzerten wieder aufgenommen, das sich besonders an Kinder richtet, die sich für Unterricht in einem bestimmten Instrument interessieren: Konzert für junge Ohren! Hierüber werden wir dann Anfang 2020 gesondert informieren. Besonders freuen wir uns auf viele gemeinsame Projekte und neue Kooperationen. Dazu finden Sie in der Presse, auf unserer Homepage und Facebook-Seite, sowie unserem in 2. Ausgabe erschienen Veranstaltungsflyer schon das ein oder andere!

Wie in den vergangenen Jahren auch, werden sich die Starten Sie mit uns gemeinsam ins neue Musikschuljahr! Wir freuen wichtigsten Orchester und Ensembles der Musikschu- uns auf Sie! le in eigenen Konzerten der Öffentlichkeit präsentieren. Das JBOK zweimal im Konzil und in der Konzertmuschel, Auf ein erfolgreiches Schuljahr 2019/2020! Herzliche Grüße

Dieter Dörrenbächer Musikschulleiter


U N S E R PA R T N E R

M U S I K S C H U L E K O N S TA N Z

Veranstaltungsübersicht SEP T EMBER 2019

D E ZEM BER 2 0 1 9

KIKUZ _ REBBERGSTRASSE 34 _ 78467 KONSTANZ Sonntag, 22. September 2019 _ 12 Uhr

LUTHERKIRCHE S a m s t a g , 0 7. D e z e m b e r 2 0 1 9 _ 1 7 U h r

Wiedereröffnung KIKUZ OK TOBER 2019

Domino-Chor-Tabor + Konzert Constantia, Classica + TrompetenEnsemble

MUSIKSCHULE KONSTANZ M o n t a g , 0 7. O k t o b e r 2 0 1 9 _ 1 9 U h r

GÄSTEHAUS TANNENHÖRE IN VILLINGEN Sonntag, 08. Dezember2019 _ 19 Uhr

Schülerpodium

Constantia Classica + Trompetenensemble

KONZIL KONSTANZ Samstag, 19. Oktober 2019 _ 19.30 Uhr

Herbstkonzert JBOK Eintritt 10 € / 5 €

BRUDER KLAUS KIRCHE Donnerstag, 12. Dezember 2019 _ 19 Uhr

Adventskonzert der Junioren- und Mittelstufenorchester

NOVEMBER 2019

MUSIKSCHULE - GROSSER SAAL Donnerstag, 14. November 2019 _ 19 Uhr

Schülerpodium WOLKENSTEIN-SAAL (in Kooperation mit dem Kulturamt) Freitag, 15. November 2019 _ 19 Uhr

Ensemblekonzert mit den Jugendensembles der Musikschule Konstanz MUSIKSCHULE KONSTANZ D onner s tag, 2 8. No vember 2 019 _ 19. 3 0 Uhr

Vernissage Ausstellung „Waldweben“ – Bilder aus dem Regenwald

MUSIKSCHULE - GROSSER SAAL Montag, 16. Dezember 2019 _ 19 Uhr

Schülerpodium

Ausblick

MUSIKSCHULE KONSTANZ _ BENEDIKTINERPLATZ 6 Samstag, 08. Februar 2020 10 bis 12 Uhr

Fidel-Zeiten: Vom süßen Klang des Mittelalters Schnupperstunde 20 €

Peter Achtzehnter, Ulrike vom Hagen, Csaba-Zolt Dimén Dozenten

Mittelalter-/Renaissance-Kurs PREIS pro Lektion 45 €, auch Ensemble-Unterricht möglich

MUSIKSCHULE KONSTANZ Samstag, 30. November 2019 _ 9 Uhr

Blattbaukurs in Kooperation mit der SWP (für Holzbläser)

Hospitation auf Anfrage

Prof. Baptiste Romain, Schola Cantarum Basel Dozenten Infos und Anmeldung: Musikschule Konstanz, mskn.org

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Manchmal wäre es gut, acht Hände zu haben

ORTSTERMIN Ein Geigenbauer, ein Architekturstudent und gelernter Bootsbauer, eine Musikerin EINE BEGEGNUNG voller Fragen, Gemeinsamkeiten und Freude an den mit Zeit und Zuwendung hand gemachten Dingen.

Ulrich Becker und Jona Meyboden sind Experten in alten Handwerksberufen, deren Kernelement das Holz ist. In meinem ersten Gespräch mit Jona, der als Student der HTWG am Lauschangriff der Philharmonie teilnimmt, fragte er mich nach einem ortsansässigen Instrumentenbauer. So entstand die Idee zu einem Werkstattgespräch mit dem Geigenbaumeister Ulrich Becker.

Beide Berufe siedeln sich an im Spannungsfeld zwischen traditioneller hochspezialisierter Handwerkskunst und maschineller Serienproduktion. Und so zieht sich durch das gesamte Gespräch die Fragestellung, welche Formen und Elemente sich durch die letzten Jahrhunderte bewährt haben (wie z.B. Klangkorpus oder Bootsformen) und was sich verändert hat (Materialien, Produktionsarten). Die erste Frage, die Jona stellt und die ihn als Bootsbauer umgetrieben hat, ist die Frage nach dem Leim, in wie weit sich moderne Klebstoffe im Geigenbau durchgesetzt haben, so wie im Bootsbau das Epoxid Harz. Ulrich Becker winkt ab. Ein Klebstoff wie Sekundkleber funktioniert lediglich bei Ebenholzreparaturen oder um Bogenhaare im Knotenpunkt zu verschweißen. Traditionell werden die Hölzer mit Fischleim verbunden. Er zeigt uns ein Stück Fischhaut, eine getrocknete Blase des Stöhr, deren Preis schwindelerregend hoch ist. Daraus wird in Anzeige

Donnerstag, 26.09.2019 , 19:00 Uhr

SWR2 New Talent

Klavierliedduo mit der Mezzosopranistin Esther Valentin und Pianistin Anastasia Grishutina* *Dieses Konzert wird von SWR2 mitgeschnitten

Donnerstag, 24.10.2019, 19:00 Uhr

Maiers Klassikwelt

Reisen Sie mit jungen Talenten durch die Welt der klassischen Musik – humorvoll und hintersinnig moderiert durch Harald Maier (Landesmusikrat)

Mehr Information: www.europaeisches-kulturforum-mainau.com

Klassische Konzerte im Weißen Saal auf Schloss Mainau


LAUSCHANGRIFF

Tropfenform konservierter Leim gekocht, der ein ideales Tempo beim Gelieren aufweist. Und für all diese Arbeiten wünscht sich der Geigenbauer, mit einem Schmunzeln, mindestens sechs Hände mehr. Holz als universeller Werkstoff Schnell spannt sich der inhaltliche Bogen zum Urstoff beider Berufe: zum Holz. Vor 400 Jahren war Holz der universelle Werkstoff überhaupt. Im Gegensatz zum Bootsbau, wo spezifische Hölzer gefragt sind wie Mahagoni, Eiche, Spruce oder Teak, das widerstandsfähig und langfaserig ist und beim Großhändler bezogen wird, ist es wesentlich komplizierter, geeignetes Klangholz aufzuspüren. Hier sind Herkunft und Alter von Bedeutung, die geometrische Struktur von langsam und unter guten Bedingungen gewachsenem Holz, aber auch der Mondstand beim Fällen. Begeistert erzählt Ulrich Becker von einem bosnischen Ahorn, der zwischen 800 und 1200 Jahre alt war und aus dessen Holz er eine Bratsche und eine Geige gebaut hat. In diesem weichen, langsam und unter günstigen klimatischen Bedingungen gewachsenen Holz durchläuft der Klang eine besonders feine Struktur. Zu hartes Holz würde den Klang blockieren. Während im Bootsbau die Tendenz ist, dem Wissen um das Holz eine eher pragmatische und untergeordnete Rolle zu geben und stattdessen auf moderne Verarbeitung zu setzen, erwächst beim Geigenbau gerade eine neue und hoch spezialisierte Generation von Tonholzhändlern, die altes Wissen wieder lebendig werden lassen. Form follows function »Wie kommt ihr auf die Form?« – eine Kernfrage im Instrumenten- wie im Bootsbau, die trotz aller Historie immer wieder diskutiert wird bis ins feinste Detail. Die Form ist nicht trennbar von der Konstruktion, sie muss allen Anforderungen gerecht werden ohne die Ästhetik zu verlieren – ein Satz, der für beide Metiers zutrifft. »An einem Rumpf zu arbeiten, ist etwas wahnsinnig Schönes, das dich anfrisst und nicht mehr loslässt« erzählt Jona begeistert. Er spricht über die Freude, bei dieser Arbeit alle Feinheiten zu überlegen, den Arbeitsbogen über Monate voraus- und mitzudenken, so dass Form und Funktion am Ende ein harmonisches Gefüge ergeben. »Das ist die Herausforderung, die das Glück bei dieser Arbeit ausmacht«.

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Mast und Stimmstock Die beiden diskutieren über die Ausrichtung des verbauten Holzes. Die Zimmermannsregel »Der Zopf muss nach unten zeigen«, die sich auf die Holzkapillare bezieht, kontert Ulrich Becker zwinkernd mit dem Zitat des Bach-Sohnes »Die alten Zöpfe gehören abgeschnitten« – auch wenn sich das gewiss auf musikalische Inhalte bezieht. Dennoch findet sich auch hier eine Parallele: Mast und Stimmstock werden in der Wuchsrichtung des Holzes verbaut. So greifen die Themen immer wieder ineinander – ob es um Klangkopien bei Streichinstrumenten geht und das Scannen alter Boote, über das Flößen von Klangholz oder die Tradition, Bootsholz im Moor zu lagern, oder wie das Holz für die Rundungen von Klangkorpus oder Bootsrumpf über heiße Eisen und Feuer gebogen wurde. Was Ulrich Becker und Jona Meyboden in dem Gespräch sehr eint ist die Liebe zu einem Beruf, der in direktem Bezug zum Menschen steht. Zwar kann eine Maschine ein verlängerter Arm des Menschen sein, einer technischen Serienproduktion stehen beide aber kritisch gegenüber. Ulrich Becker formuliert es so: »Ich fühle mich so mit meinem Produkt verbunden, dass ich mich gar nicht von einer Maschine ersetzen lassen möchte«. An dem Punkt, wo sich die Frage stellt, was sich im Produkt aus dem eigenen Wesen in der Welt abbildet, wird das Handwerk zur Kunst. Und ob uns nun eine Geige mit dem Himmel sprechen oder uns ein Boot übers Wasser fahren lässt – letztendlich ist all dieses genau das Wesen der Musik. Susanne Schlegel-Creutzburg (Musikvermittlung, Violine SWP) im Gespräch mit Ulrich Becker (Geigenbaumeister) und Jona Meyboden (Bootsbauer, Architekturstudent HTWG, Lauschangriff)


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FAMILIENKONZER T

AUF DER MS MÜNCHEN _ ABFAHRT IM KONSTANZER HAFEN Samstag, 12. Oktober 2019 _ 11 und 15 Uhr auf der MS München im Konstanzer Hafen

Sofie mit dem großen Horn Ein länderübergreifendes musikalisches Ereignis zu Wasser und zu Lande. Mit einer Geschichte über musikalische Rebellion und Freundschaft. Nach einem Kinderbuch von Hans Traxler. In Sofies hochmusikalischer Familie spielen alle Blockflöte: ihre Eltern, ihr Bruder, ihre Schwestern… und als Jüngste muss Sofie immer die allerkleinste Flöte spielen. Genau davon hat Sofie die Nase gründlich voll! Was für ein Glück, dass sie in den Ferien zu ihrer

Prisca Maier Spiel und Regie Martin Roos Alphorn Ana Stankovic Alphorn Patrik Gasser Alphorn

Oma in die Schweiz fährt und dort den Alphornspieler Alois trifft, den sie samt seinem Alphorn zu einem überraschenden Geburtstagsfest einlädt. Ob sie diesem riesenlangen Instrument wohl selbst einen Ton entlocken kann? Und ob ihr das auch schafft? Um 11 und um 15 Uhr erklingt das Familienkonzert im Hafen. Im Anschluss - gegen 11.45 Uhr und 15.45 Uhr - legt das Schiff ab und wird zur schwimmenden Musikinsel. An Bord können die Kinder Alphörner entdecken und mit Hilfe von Alois und seinen Freunden probieren. Auf dem Wasser feiern wir Sofies Geburtstag mit einem Konzert an Deck. Rückankunft ist jeweils um 13.15 Uhr und 17.15 Uhr.

Stephanie Schacht Blockflöten Alexander Messmer Akkordeon Blechbläser der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz

Ab 6 Jahren KOMBITICKETS FÜR FAMILIENKONZERT / SCHIFF/ ALPHORNKONZERT UND INSTRUMENTENWORKSHOP KARTEN Erwachsene 16 € / Kinder 8 € / Familien 30 € Freie Platzwahl


BÜCKLEIN KOLUMNE

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TOBIAS BÜCKLEIN ist Kabarettist, Musiker, Moderator und produziert seit vielen Jahren Shows für Unternehmen, die Bühne und das Fernsehen. Der Kommunikationskünstler unterhält sich gerne mit interessanten Persönlichkeiten und präsentiert diese Gespräche im TV, auf YouTube oder unter www.inseldenker.de. Nach dem 2017 erschienen Buch »Feierkunst – Leuchtende Augen statt hohler Rituale.« kommt am 5. November »Willkommen in Neuland – Ein Reisebericht für Eltern und Digital Immigrants« auf den Markt.

Und wo liegt Ihr Neuland? Meine Reise nach Neuland begann im August 2018. Denn mein – in den Sozialen Medien nicht unbekannter – Sohn hatte beschlossen, dass auch ich einen Instagram-Account eröffnen sollte. Wir posteten ein Bild von uns beiden, und einen Tag später hatte ich 10.000 Follower und wenig Ahnung, was jetzt weiter zu tun wäre. Aber nach einer Weile merkte ich, dass diese Plattform im Internet, auf der man seine Zuschauer mit Fotos, kleinen Videos und sogenannten Storys am Leben teilhaben lässt, eigentlich für einen Kommunikationskünstler ziemlich geeignet ist. Neuland war gut zu mir. Ich lernte die Mechanismen und Gesetze kennen und eröffnete etwas später einen YouTube-Kanal. Inzwischen veröffentliche ich dort Gespräche zu Themen wie Klimawandel, Elektromobilität oder Nachhaltigkeit, die ich früher auf der Mainau oder im Regionalfernsehen geführt habe – jetzt allerdings mit einem Vielfachen an Zuschauern. Auf beiden Plattformen habe ich jeweils etwa 30.000 Abonnenten. Vermutlich haben viele von Ihnen mit diesem Bereich wenig am Hut. Dabei war das alles vor einigen Jahren für mich genauso »Neuland« – so wie es im Juni 2013 Angela Merkel auf der Pressekonferenz bei Barack Obamas erstem Deutschlandbesuch bezüglich des Internets ausdrückte. (Ihr »Neuland« bezog sich damals auf die Welt des Digitalen im Allgemeinen. Der Anlass ihres Ausspruchs war ihre Überraschung darüber, dass der US-amerikanische Geheimdienst Telefon- und Internetverbindungen auch in Deutschland überwachte.) Neuland bezeichnet ursprünglich wohl ein für die Besiedlung oder landwirtschaftliche Nutzung unerschlossenes Land. Im übertragenen Sinne betreten wir es, wenn wir uns einem Thema oder einem Zusammenhang zuwenden, den wir nicht kennen und der uns wild, unbekannt und potentiell gefährlich erscheint.

Neuland zu betreten birgt Chancen, aber es braucht Mut und Selbstvertrauen und die Bereitschaft, Altes loszulassen. Wer sich nach Neuland aufmacht, kann von seinen Mitmenschen in erster Linie Warnungen und Befürchtungen erwarten: Tu das nicht, das ist gefährlich! Wie Krabben, die in einem Eimer gefangen sind, hindern wir uns instinktiv gegenseitig daran, aus gewohnten Kreisen auszubrechen. Wer Neues erkunden will, stellt ja damit indirekt die anderen in Frage, die ihre vertrauten Wege nicht verlassen möchten. Und das führt oft zu Ablehnung statt Ermutigung. Manchmal können auch Einzelne durch ihren individuellen Aufbruch Neuland für andere erschaffen. Beispielsweise pflügt eine neue Intendantin gewöhnlich das Land um, sorgt für neue Koordinaten, in denen sich Chefdirigent, Orchester, Mitarbeiter und Publikum dann bewegen müssen. Andererseits gehört es zum Wesen von Kunst und Wissenschaft, ein Neuland zu erschaffen oder zu erobern. So wenig wie ein Physiker heute noch den Energieerhaltungssatz ein weiteres Mal beweisen will, so wenig wollen Komponisten heute komponieren wie Bach, Mozart und Beethoven. Also ist es gut, wenn es immer wieder einen Aufbruch gibt – und dass einige der Komponisten des neuen Konzertprogramms doch wenigstens bis weit ins 20. Jahrhundert gelebt haben. So bietet sich auch für das Publikum die Chance, Neuland zu entdecken. Denn unser ganzes Leben ist notwendigerweise eine Entdeckungsreise durch Neuland. In der Pubertät entdecken wir das andere Geschlecht, in der Midlife-Crisis (hoffentlich) unsere Berufung, im Rentenalter, was vom Leben bleibt, wenn wir zunehmend weniger leistungsfähig und »nützlich« werden. »Nur, wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, mag lähmender Gewöhnung sich entraffen«, formulierte es Hermann Hesse in seinen Stufen. Freuen Sie sich also auf jedes Neuland, das sich Ihnen bietet. Im Konzert, im Leben, seien Sie keine Krabbe. Und wenn Sie schon immer mal wissen wollten, was diese jungen Leute da eigentlich auf YouTube, Instagram und Co. so treiben, und was das mit Ihnen zu tun haben könnte, lesen Sie meinen Reisebericht, der Anfang November erscheint: »Willkommen in Neuland!« Tobias Bücklein


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Chor der Nymphen und Hirten Katharina Vogt Violine Johannes Grütter Violine Irene Oesterlee Viola Ulrike vom Hagen Violoncello

MILCHWERK RADOLFZELL KARTEN €

18 / erm. 14

FESTSAAL INSELHOTEL KONSTANZ KARTEN €

18 / erm. 14

KOMBIKARTE *  50 € (Inselkonzert und Essen / Kinder essen à la carte) Veranstaltungsbüro des Inselhotels, Telefon 07531 125 466 Freie Platzwahl, * Kombikarte gilt für das Inselhotel

MILCHWERK RADOLFZELL Sonntag, 13. Oktober 2020_17 Uhr FESTSAAL INSELHOTEL KONSTANZ S o n n t a g , 2 7. O k t o b e r 2 0 1 9 _ 1 1 . 1 5 U h r

Anton Webern 1883 – 1945 Fünf Sätze für Streichquartett op. 5 Heftig bewegt. Tempo I – Etwas ruhiger, Tempo II Sehr langsam Sehr bewegt Sehr langsam In zarter Bewegung Hans Werner Henze 1926 – 2012 Sonata für Violine Solo »Tirsi, Mopso, Aristeo« Tirsi Mopso Aristeo Joseph Haydn 1732 – 1809 Streichquartett D-Dur op. 64 Nr. 5 »Lerchenquartett« Allegro moderato Adagio Menuetto. Allegretto – Trio Finale. Vivace


KAMMERKONZERT

CHOR DER NYMPHEN UND HIRTEN

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Wichtigster Orientierungspunkt Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begründete Anton Webern gemeinsam mit Alban Berg und beider Lehrer Arnold Schönberg die »Zweite Wiener Schule«: Schönberg gilt zwar als der Entwickler der Zwölftontechnik (Dodekaphonie), doch der verstorbene Dirigent Pierre Boulez hob bereits 1963 die Bedeutung von Anton Webern für die Nachkriegsgeneration hervor. Er nannte ihn den »wichtigsten Orientierungspunkt«, der jungen Komponisten geholfen habe, ihre eigene Persönlichkeit zu finden. Kennzeichnend für die Werke Anton Weberns sind ungeheure Verdichtung und zeichenhafte Reduktion, verbunden mit einer großen Ausdruckskraft. In manchmal nur wenigen Takten und kurzgliedrigen Phrasen eröffnen sich neue Klangwelten, die Webern dazu noch durch umfangreiche Spielanweisungen, ungewohnte Spieltechniken und dynamische Vorschriften unterstreicht. Im Mittelpunkt der »Fünf Sätze für Streichquartett op. 5« aus dem Jahre 1909 steht ein heftig bewegtes, aber extrem kurzes Scherzo, umrahmt von zwei äußerst langsamen und zerbrechlich leisen Stücken von jeweils 13 Takten. Kontrastreich zwischen wild auffahrender Bewegung und fast »wienerischen« Melodien ist der Eröffnungssatz, der Schlusssatz ist ein fast verstummender Epilog, »in zarter Bewegung«, so die Satzüberschrift. In ihrer konsequenten Verdichtung setzen Weberns Stücke auch für heutige Komponisten immer noch Maßstäbe! In Hans Werner Henzes Sonata für Violine Solo ist in der Stimme einer einzigen Violine der für dieses Konzert titelgebende »Chor der Nymphen und Hirten« eingefangen: Hans Werner Henze, der 1926 in Gütersloh geborene Komponist, der sich 1953 in Italien niedergelassen hatte, war zeitlebens eng verbunden mit der italieni-

»Ein doller Moment«

schen Kultur und mit dem Musiktheater. Auch in Werken wie der Solosonate für Violine verdeutlicht sich sein Satz »Alles bewegt sich auf das Theater hin und kehrt von dort zurück«: Tirsi, Mopso und Aristeo sind drei Hirten aus der 1480 entstandenen »Favola d’Orfeo« des Komponisten Angelo Ambrogini, der aus Montepulciano stammte. Für sein dortiges Festival »Cantiere Internazionale d’Arte« komponierte Henze 1976/77 als Beitrag zeitgenössischer Musik zum Thema »Orpheus« die Solosonate für Violine. Henze schreibt: »Durch sie (die Hirten) erhalten wir Informationen über Landschaft und Jahreszeit. Wir gewinnen den Eindruck eines erotischen Klimas, es ist Aristeo, der es bestimmt, der die Nymphe Eurydike begehrt. Die beiden anderen Hirtenjungen kommentieren seinen Zustand, verlachen und beklagen ihn.« Virtuosität, sprechende musikalische Figuren, Zitate aus Monteverdis Oper »L’Orfeo«, die in die neue Musik eingebunden werden, prägen das ausgedehnte Solowerk. Henzes Beschreibung des dritten Satzes sei dem Publikum nicht vorenthalten: »Aristeo kommt über die Hügel der Val d’Orcia, laut pfeifend und inbrünstig unter seinem Strohhut, unter der Mittagssonne im August. Er sieht die Nymphe Eurydike und setzt ihr nach. Als sie eben den schützenden Wald erreicht, wird sie von dieser kleinen, grauen mörderischen Viper, einer Höllenbrut gebissen: sie schreit, und im selben Augenblick schreit auch Aristeo, gut und gerne noch über einen Kilometer von seinem Lustobjekt entfernt, laut auf! Ein doller Moment!« Die bildhafte musikalische Rhetorik setzt sich im dritten Werk des Programms fort, dem beliebten »Lerchen-Quartett« von Joseph Haydn aus der Reihe der »Tost’schen Quartette«. Johann Tost hatte als Geiger wahrscheinlich in Haydns Orchester auf Schloss Esterházy gespielt und handelte mit Noten und Büchern. Haydn nahm die Quartette op. 64 auf seine erste Englandreise im Jahr 1790 mit, die naturliebenden Engländer hörten in der aufsteigenden Geigenmelodie, die sich fast unverändert im ersten Satz über den anderen Streichern erhebt, den Gesang einer über den Bäumen schwebenden Lerche. Doch die erste Violine hat auch im wunderbar gesanglich ausgebreiteten langsamen Satz die führende Rolle. Der Menuettsatz ist mit seinen Vorschlagsfiguren und verschobenen Akzenten schon längst kein Tanzsatz mehr und besticht durch das lebhafte Miteinander der Stimmen, im Finale begeistert der musikantische Esprit pulsierender Bewegung. Katharina von Glasenapp


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Befreiung Konzertdauer ca. 120 Minuten

KONZIL KONSTANZ Freitag, 18. Oktober 2019 _ 19.30 Uhr Sonntag, 20. Oktober 2019 _ 18 Uhr

Konzerteinführung Jeweils eine Stunde vor Beginn im Studio der Philharmonie von und mit Insa Pijanka. (Gilt auch für Einzelkarten.)

KONZERTHAUS KLAGENFURT Dienstag, 22. Oktober 2019 _ 19.30 Uhr Kar ten und Informationen w w w. k o n z e r t h a u s - k l a g e n f u r t . a t

François Borne 1840 – 1920 Fantaisie brillante sur Carmen

MUSIKVEREIN WIEN Mittwoch, 23. Oktober 2019 _ 15.30 Uhr Kar ten und Informationen w w w. m u s i k v e r e i n . a t

Ludwig van Beethoven 1770 – 1827 Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 »Emperor« Allegro Adagio un poco mosso Rondo Allegro Pause Johann Severin Svendsen 1840 – 1911 Symphonie Nr. 2 B-Dur op. 15 Allegro Andante sostenuto Intermezzo: Allegro giusto

Stefano Maffizzoni Flöte Shiran Wang Klavier Ari Rasilainen Chefdirigent

KONZIL KONSTANZ KARTEN €

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Kategorie

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Die Busfahrt zum Konzert innerhalb Konstanz ist kostenlos.


PHILHARMONISCHES KONZERT

BEFREIUNG

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»Ein gewöhnlicher Mensch?«

Tragisches Schicksal Woran denken wir, wenn wir das Wort »Befreiung« hören? Es sind auf jeden Fall positive Assoziationen, die wir damit verbinden, weil Befreiung ja auch bedeutet, dass eine frühere Gefangenschaft - in welcher Form auch immer - nun beendet ist. Freiheit als großes Ziel hat über all die Jahrhunderte nichts an seinem Reiz verloren. Im Wesentlichen hat der Begriff »Befreiung« wohl drei Dimensionen: 1. Befreiung im Sinne einer Erlangung (durch eigenes Handeln) oder Verschaffung (durch Handeln anderer) von Freiheit. 2. Befreiung im Sinne einer gesellschaftlichen und politischen Befreiung wie zum Beispiel bei Emanzipationsbewegungen. 3. Schließlich so etwas wie eine Befreiung des Geistes durch Wissen beziehungsweise Aufklärung. Alle drei Dimensionen haben in unserer Zeit ihre Bedeutung, vor allem vom dritten Deutungsmuster wünschte man sich bei einigen Leuten oft mehr. Aber das wäre wieder ein anderes Thema. Dieses Konzertprogramm will von allen drei Dimensionen der Befreiung erzählen. Es tut dies unter anderem mit so prominenten Protagonisten wie Ludwig van Beethoven. Sein Klavierkonzert Nr. 5 steht nicht ohne Grund im Mittelpunkt dieses Konzerts. Wenn man so will, verhandelt es alle drei Dimensionen der Befreiung. Beethoven saß an diesem Werk in dem für Europa sehr schwierigen Jahr 1809. Der Kontinent befand sich mitten in den Napoleonischen Kriegen. Im April hatte Österreich Frankreich den Krieg erklärt. Mitte Mai 1809 wurde Wien von den französischen Truppen unter Napoleon bombardiert und besetzt. Die Lebensverhältnisse in der Stadt verschlechterten sich dramatisch. Die einheimische Bevölkerung musste für den Unterhalt der Besatzer aufkommen, was die allgemeine Versorgungslage weiter verschärfte.

Zudem war Österreich verpflichtet, Reparationszahlungen zu leisten, sowie Zwangsanleihen und Sondersteuern abzuführen. Davon bleibt auch Ludwig van Beethoven nicht unberührt. »Welch zerstörendes, wüstes Leben um mich her! Nichts als Trommeln, Kanonen, Menschenelend aller Art«, schreibt der Komponist in einem Brief. Und am 19. September 1809 notiert er in einem weiteren Brief nach Leipzig: »Wir sind hier in Geldes Noth, dann, wir brauchen zweimal so viel als sonst - verfluchter Krieg!« Für ihn wurde die Lage auch deshalb knapp, weil sein Förderer, Erzherzog Rudolph bereits im Mai aus Wien in den ungarischen Teil seines Herrschaftsbereichs geflohen war. Trotzdem gelingt es Beethoven, sein fünftes Klavierkonzert unter diesen Umständen zu vollenden. Im englischsprachigen Raum erhält das Werk auch den Beinamen »Emperor«. Wer nun daran denkt, dass Ludwig van Beethoven seine Komposition Napoleon gewidmet haben könnte, der liegt falsch. Zwar begeisterte sich der Komponist anfangs an der Persönlichkeit Napoleons. Er sah in ihm die politische Figur, die die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit in Europa durchsetzen könnte. Beethovens Napoleon-Begeisterung endete allerdings jäh, als dieser sich am 2. Dezember 1804 zum Kaiser krönte. Der Komponist reagierte empört und enttäuscht: »Ist er auch nichts anderes wie ein gewöhnlicher Mensch? Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeize frönen, er wird sich nun höher wie alle anderen stellen, ein Tyrann werden!« Der damals weit verbreiteten Gesinnung folgend, wurde auch Beethoven ab 1809 zunehmend deutsch-national. Und so ist diese Klavierkonzert eben nicht Napoleon, sondern Beethovens Förderer und Schüler, dem Erzherzog Rudolph Johann Joseph Rainer von Österreich (1788 – 1831), gewidmet. Interessant an dem Werk ist freilich auch, dass bei aller Freiheitsfantasie in ihm auch eine gegenläufige Tendenz zu beobachten ist. Eine, die die zunehmende Gefangenschaft des Komponisten in seinem Körper offensichtlich macht. Als Beethoven das fünfte Klavierkonzert komponiert, ist er fast vollständig taub. Schrieb er sich früher in den Noten selbst oft nur einzelne Motive als Erinnerungsstützen auf und spielte den Rest frei aus dem Gedächtnis oder erfand es beim Spielen einfach neu, so notierte Beethoven hier jede Kleinigkeit exakt in den Noten. Er kann sein eigenes Werk nicht mehr selbst aufführen und traut das auch keinem anderen mehr zu. So ist dies auch die Geschichte eines Mannes, der nach Freiheit strebte, aber letztlich in der Gefangenschaft seines Körpers endete. Ein tragisches Schicksal. Eine Befreiungsgeschichte ganz anderer Art erzählt der französische Flötist und Komponist François Borne (1840 – 1920) in seiner »Fantaisie brillante sur Carmen«. In dem 1885 veröffentlichten Werk geht es um Carmen aus Georges Bizets gleichnamiger Oper und ihre Emanzipa-

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tionsgeschichte. Die Anlage des Charakters war für das ausgehende 19. Jahrhundert eine Revolution: Eine Frau als Titelheldin, die mit ihrem Drang nach einem selbstbestimmten Leben und ihrer erotischen Ausstrahlung alle Männer wie Deppen aussehen lässt – so etwas galt in jenen Zeiten als unerhört. Das mag ein Grund für den zunächst mäßigen Erfolg von Bizets Oper beim Publikum gewesen sein. Aber auch sonst überforderte Bizet seine Zeitgenossen mit dem Stück: Es hatte wohl zu viel des Neuen und Anrüchigen. Der französische Komponist François Borne veröffentlichte sein Werk mit Motiven aus Carmen zehn Jahre nach der Uraufführung von Bizets Oper. Es wurde seine berühmteste Komposition. Liest man sie als Kommentar zu aktuellen Debatten wie #MeToo oder dem grundsätzlichen Bestreben, mehr Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen, dann ist sie nach wie vor aktuell. So lange Frauen auf Twitter-Fotos von Ministerien oder Dax-Konzernen eine Randerscheinung bleiben, gibt es da noch einiges zu tun.

STEFAN MAFFIZZONI wurde 1973 in Rom geboren und machte mit 16 Jahren am Mantova Konservatorium »L. Campiani« seinen Abschluss mit Auszeichnung. Als Solist spielte er mit zahlreichen Orchestern weltweit. Er trat in angesehenen Häusern auf, wie in der Royal Albert Hall; Mailands Sala Verdi und vielen mehr. Zur Zeit unterrichtet er Flöte am Konservatorium »G. Nicolini« in Piacenza. Er ist Leiter des Theaters von Castiglione delle Stiviere.

»Seine berühmteste Komposition« Befreiungen bedürfen allerdings nicht immer des ganz großen gesellschaftlichen Rahmens. Sie können manchmal auch ganz im Kleinen gedeihen. Wie zum Beispiel bei dem Norweger Johan Severin Svendsen. Der junge Mann war gerade 17 Jahre alt, als er so etwas wie seine musikalische Erweckung erlebte. Svendsen spielte ein Konzert mit Beethovens 5. Symphonie und es war um ihn geschehen. »Plötzlich wurde ihm klar, dass Musik viel reicher sein könnte als die beliebten Tänze und Märsche, die er bisher gespielt hatte«, notiert ein norwegisches biographisches Lexikon dazu. Er hatte von seinem Vater das musikalische Rüstzeug erhalten und war bereits ein geübter Dirigent, als er als 23-jähriger ans Leipziger Konservatorium kam, wo er bis 1867 Violine und Dirigieren studierte.

SHIRAN WANG wurde in Nanjing, China, geboren und wird international als »die Klavier-Prinzessin« gefeiert, der aufgehende Stern in der heutigen Welt der klassischen Musik. Sie wurde zu Konzerten in zahlreiche Länder der Welt eingeladen, in so berühmte Konzerthäuser wie in den Musikverein Wien in Österreich und die Carnegie Hall New York in den USA. Shiran Wang wurde mit zahlreichen Preisen bei Klavierwettbewerben ausgezeichnet, sowohl im In- als auch im Ausland.


PHILHARMONISCHES KONZERT

BEFREIUNG

Nach dem Studium ging Svendsen zunächst nach Paris und kehrte 1870 nach Leipzig zurück. Bald war er einer der renommiertesten Kapellmeister seiner Zeit. 1883 übernahm er die Leitung des Königlichen Hoftheaters in Kopenhagen. Bereits sieben Jahre zuvor, 1876, vollendete er seine zweite Symphonie. Einer seiner größten Fans war sein Komponistenkollege Edvard Grieg: »Svendsen hat all das, was ich nicht habe. Und das ist eine natürliche Beherrschung des Orchesters und der großen klassischen Formen«, lobte Grieg. Svendsens erste Symphonie sei für ihn gewesen, »als ob es mein Innerstes packte. Alles hatte meine volle Sympathie und drängte sich mit unwiderstehlicher Kraft auf mich zu.« Seine zweite steht dem in nichts nach.

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In der norwegischen Musikgeschichte hat Svendsen einen zentralen Platz: »Als unser erster bedeutender Komponist bedeutender Orchesterwerke und als erster norwegischer Orchesterleiter von internationaler Klasse«, schreibt das norwegische biographische Lexikon. Und wer weiß, was aus dem charismatischen Maestro noch alles geworden wäre, wäre da nicht dieser verhängnisvolle Moment im Jahr 1883 gewesen: Eines Tages erhält er von einer der umworbensten Schönheiten Oslos ein Blumenbouquet mit einem Liebesbrief. Dummerweise entdeckt dies seine Frau Sarah. In einem Anfall von Eifersucht schnappte sich seine Frau die fertige Partitur seiner dritten Symphonie und wirft sie ins Feuer. Svendsen versucht später, sie zu vollenden – ohne Erfolg. Seine kompositorische Kraft lässt ab diesem Feueropfer nach. Wirklich bedeutende Werke hat Svendsen nach diesem Jahr nicht mehr geschaffen. Immerhin: Der Legende nach soll dieser Fall einen anderen großen Norweger inspiriert haben: Henrik Ibsens »Hedda Gabler« soll auf diese Episode zurückgehen. Da sieht man mal: Des einen Befreiung kann des anderen Gefangenschaft sein. Alles immer eine Frage der Perspektive. Michael Lünstroth

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Das Alphorn – ein Schweizer Botschafter

Was fällt euch als erstes ein, wenn ihr an die Schweiz denkt? Hohe Berge? Schokolade oder Käse? Oder Schweizer Taschenmesser und Uhren? Die Schweiz hat auch ein musikalisches Markenzeichen: Das Alphorn. Es ist ein richtiges Nationalsymbol für die Schweiz, dabei ist es noch längst nicht so alt wie die Berge – aber ungefähr genauso alt wie die Schokolade in Europa. Das Alphorn ist vor etwa 500 Jahren zum ersten Mal schriftlich erwähnt worden, im Rechnungsbuch eines Klosters. Und eine ganze Zeit kannten die Leute es eher als ein Instrument für arme, musizierende Hirten. Heute ist es gar nicht mehr wegzudenken aus der Schweiz und aus Süddeutschland – zumal es ein wirklich rekordverdächtiges Instrument ist.

Früher hat man zum Alphornbau am Hang gewachsene, krumme Fichten verwendet und schon hatte man die natürliche Biegung unten am Schalltrichter. Und nun schaut mal, wer es sich da bei unserem Alphornspieler gemütlich gemacht hat! Da ist ihm doch tatsächlich ein kleines Schwein zugelaufen und hat sich in die Kurve gekuschelt! Wahrscheinlich liebt es Musik und das Alphorn kitzelt so schön an den Schweineborsten.

onzert k n e i l i m a mF ein zu unsere h c u e n ad e W ir l Alphorn am 12. Oktober! s m u rund Alle, die nicht nur ein Alphorn hören sondern auch ausprobieren wollen, sind genau richtig auf der MS München am 12.10.2019 um 11 Uhr oder um 15 Uhr im Konstanzer Hafen (siehe Seite 18). Wir spielen an Bord die Geschichte »Sofie mit dem großen Horn« und fahren dann hinaus auf den See. Auf dieser Reise könnt ihr euch vertraut machen mit Alphörnern und auf dem Wasser ein Konzert an Deck erleben – ob die Alphörner wirklich 10 km weit über den See schallen?


KINDERSEITE

Das längste Alphorn der Welt ist 47 m lang (aber das ist zu groß als dass man es spielen könnte). Und im Guinness-Buch der Rekorde findet sich noch ein spannender Eintrag: Das längste aus einem Stück gebaute Alphorn ist 20,67 m lang und wurde von einem Herrn Alois Biermaier aus Oberbayern gebaut. Wenn ich mir da den 10 Meter-Turm im Freibad vorstelle und davon zwei übereinander stapele … und das als Musikinstrument, das ist echter Weltrekord!

Übrigens: Wenn man mich aus-g einanderwickelt, bin ich so lan wie ein Alphorn – nämlich zwischen 2,75m und 4m

! l e i p s Gewinn

Unser kleines Schwein liebt nicht nur Alphornmusik – jetzt schwebt es sogar schon mit einer Geige ins Taktheft! Das sieht ganz so aus, als ob es mit unserem Freundschaft schließen und uns durch unsere Kinderkonzerte begleiten möchte. Da braucht es aber ganz dringend einen Namen! Habt ihr eine Idee? Schreibt uns eure Namensvorschläge bis zum 10. Oktober 2019 an Susanne.Schlegel-Creutzburg@konstanz.de Dann können wir im nächsten Taktheft Schweinchentaufe feiern! Der Gewinner erhält eine Familienkarte für unser Konzert auf dem Schiff »Sofie mit dem großen Horn« am 12.10.2019 um 11 Uhr. .2019

Alphorn Weltrekorde:

ten AlpDie meis ann man hörner k re Teile in mehre . Denn zerlegen al uch einm stellt e wolltet vor, ihr nm 4 m la mit eine orn Bus gen Alph t Da hätte fahren! Bus aber ihr den für euch komplett wenn ihr allein, taupt ers es überh in Tür here mal zur würdet… schaffen

12.10

Steckbrief Länge: 2,45 m bis 4,05 m Material: Fichte, Carbon, Glasfaser Hörweite: je nach Landschaft 5 bis 10 Kilometer!!!

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Impressionen aus unserem Lustschloss am Seerhein. 1. bis 14. Juli 2019

Wir sind sehr glücklich, dass wir rund 5000 Gäste in unserer temporären Heimat begrüßen durften und freuen uns über die positive Resonanz rundherum.


IMPRESSIONEN

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fis, staccato, pianissimo und Zeichen-Kollegen Das neue Erscheinungsbild der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz In seinem Buch »Der Mensch und seine Zeichen« wägt Adrian Frutiger die Herkunft, Bedeutung und Funktion der von Menschen verwendeten Zeichen und Symbole ab. Wo liegen die Grenzen zwischen Schriftzeichen, Symbolen und Illustrationen? Für das neue Erscheinungsbild der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz haben wir Grafikschaffende von Abschnitt eins das Zeichen-Repertoire von Musikern und Komponisten – die Musik- und Noten-Zeichen – betrachtet. Wir haben damit gespielt, die Zeichen verfremdet, abstrahiert und Bestandteile neu komponiert. Diese visuelle Sprache steht symbolisch für das was Komponisten und Musiker tun – aus systematischen Elementen neue Musikstücke schaffen oder bestehende anders interpretieren. Damit bewegt sich die Bildsprache im Spannungsfeld zwischen der Systematik und Strenge des Notensystems sowie der Freiheit und Verrücktheit eines Künstlers. Im neuen Logo, einem Typogram, kommt die Systematik des Notensystems dezent zum Ausdruck. Die drei Begriffe sind untereinander und ähnlich der Noten auf den fünf Notenlinien angeordnet. Die vertikale Versetzung des Begriffes »Konstanz« verweist auf die zeitliche Dimension in Musikstücken und der in Leserichtung angeordneten Noten in einer Klaviatur. Abschnitt eins GmbH


C O R P O R AT E D E S I G N

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DAS LOGO

DIE ZEICHEN


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QUEEN - GLAMROCK IN CONCERT

BODENSEEFORUM KONSTANZ Samstag, 19. Oktober 2019 _ 19.30 Uhr MILCHWERK RADOLFZELL Freitag, 25. Oktober 2019 _ 19.30 Uhr

BODENSEEFORUM KONSTANZ KARTEN €

  38

Kategorie

1

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MILCHWERK RADOLFZELL 6

KARTEN €

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Schüler

Kategorie

1

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6 Schüler

Katja Friedenberg Solistin Judith Lefeber Solistin Henrik Wager Solist Alex Melcher Solist Sibylle Pfeiffer Bühne und Kostüm Sven Krause und Marius-James Küttenbaum Ton Insa Pijanka Moderation und Konzeption Rasmus Baumann Dirigent und Klavier Julia Fuchs, Sabine Bürger, Nicole Jucic Backing


UNLIMITED

QUEEN-GL AMROCK IN CONCERT

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The Show must go on Seit der Entscheidung, dieses neue Konzert ins Leben zu rufen, war die häufigste Frage, die mir gestellt wurde: »Wer wird Freddie Mercury darstellen?«. Merkwürdigerweise war dies die am einfachsten zu beantwortende Frage: »Niemand, da niemand es könnte.« Die Songs der legendären Rockband QUEEN sind nicht nur ein bedeutender Teil der Musikgeschichte, der uns für immer an die 1970er und -80er Jahre erinnern wird, sondern stehen insgesamt für einen Meilenstein enormen Talents und kreativer Genialität. Die große Leinwand, auf der die Songwriter schrieben, reichte fast nicht, um die einzigartigen Ideen aufzunehmen. Ihre pulsierende und manchmal für die damalige Zeit verstörende Lebensauffassung ist uns zwar heute vertraut, aber damals hatte sie auf Musikkonsumenten einen ähnlichen Einfluss wie die Gemälde Dalis auf Kunstliebhaber seiner Zeit hatten. Mit Themen von Radrennen bis hin zu Mädchen mit fettem Hintern erklangen die Kompositionen in einem farbigen, andersartigen und unkonventionellen Stil und wurden in ungewöhnliche Rhythmen mit exotischen Klängen gefügt. Beim Produzieren dieses neuen Konzerts war es vor allem die Musik, die mir die Richtung zeigte. Die überwältigende und kompromisslose Größenordnung eignet sich so selbstverständlich für das expressive und gewaltige Potential eines modernen Symphonieorchesters. Der Gesangsstil ist im passenden Verhältnis

opernhaft und gleichzeitig frei und theatralisch. Durch die Kombination einer Rockgruppe mit einem Symphonieorchester hoffte ich, dass die Kraft der Musik auf eine Art umkämpft wird, die nur möglich ist, wenn man zwar ähnliche, aber doch nicht verbundene Gruppen zusammensetzt. Dies war der Ausgangspunkt. Natürlich hört man, wenn man an QUEEN denkt, ausschließlich die faszinierende Stimme von Freddie Mercury, aber bei der Vorbereitung musste ich mir vorstellen, seine Songs nie gehört zu haben. Um den epischen Charakter des Konzerts zu verwirklichen, musste ich sieben brillante und facettenreich talentierte Sängerinnen und Sänger finden. Sie mussten über Stimmen verfügen, die die Songs mit aller Aufrichtigkeit und Virtuosität verkörpern, auch wenn sie vom Theater geprägt waren. Es ist nicht nur ein Wunder, dass wir sie gefunden haben, sondern auch ein lebendiger Beweis für die fortwährende Faszination und Anziehungskraft dieser wahrhaft großartigen Musik. Es war eine lange und aufwändige Arbeit, in der viel Liebe steckt, also lehnt euch zurück und genießt das geniale Phänomen QUEEN. Martin Yates, Arrangeur

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25 Jahre ensemble cantissimo

Messe in h-Moll

Joh. Seb. Bach - Messe in h-Moll - BWV 232 Robert Schneider - Fünf Tropen

Samstag, 28. September – 20:00 Uhr – Münster ensemble cantissimo Barockorchester le buisson prospérant Dirigent Markus Utz

Oratorienkonzert Georg Friedrich Händel– Messiah

Donnerstag, 31. Oktober – 19:00 Uhr – Münster Allerheiligen, 1. November – 17:00 Uhr – Münster Sopran Theresa Plut, Ljubljana Altus Kai Wessel, Köln Tenor Thomas Volle, Stockholm Bass Jakob Högström, Stockholm Vorverkauf › Buchkultur Opitz, St. Stephansplatz 45, KN

Vokalensemble Konstanz Barockorchester Concerto München Dirigent Steffen Schreyer › reservix

Medienpartner


CONCERTINO PICCOLO

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STUDIO DER PHILHARMONIE Samstag, 26. Oktober 2019 _ 11 Uhr

Der kleine Doppeldecker Eine musikalische Abenteuerreise nach einem Bilderbuch von James Krüss Der kleine knallrote Doppeldecker hat lange Jahre im Schuppen verbracht und ist dabei ein wenig eingerostet. Aber eines Tages überkommt ihn die Lust zu fliegen, und nachdem er ein bisschen hin und her gerollt ist, zerreißt er seine Halteleine und erhebt sich in die Lüfte. Dort oben trifft er verschiedene Vögel, schlägt tolle Kapriolen und wird zur Freude aller Kinder am Ende sogar mit frischer Farbe zum Postflugzeug befördert.

»Er dröhnt und knattert, knufft und pufft, und plötzlich fliegt er in die Luft.«

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p o N E U- c o n c e r t i n

Michael J. Müller Spiel und Regie Klaus Valcu Viola und Violine

Für Kinder zwischen 3 und 5 Jahren Dauer ca. 30 Minuten STUDIO DER PHILHARMONIE KARTEN Erwachsene 8 € / Kinder 4 € / Familien 16 € Freie Platzwahl


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Happy Birthday Leopold! Pawel Katz Violine Ilija Andrianov Violoncello Grigori Katz Kontrabass

KUNSTVEREIN KONSTANZ Donnerstag, 14. November 2019 _ 19 Uhr

Leopold Mozart 1719 – 1787 Frosch-Parthia (Parthia di rane) für Violine, Violoncello und Kontrabass Moderato Pastorella. Larghetto à mezza voce Vivace Polonaise Josef Myslivecek 1737 – 1781 Trio G-Dur für Violine, Violoncello und Kontrabass Pēteris Vasks * 1946 Castillo Interior (2013) für Violine und Violoncello Sachar Katz * 1941 Sonate im alten Stil für Kontrabass Solo Sachar Katz Streichtrio Nr. 3 in memoriam Boris Pergamenschikow

KUNSTVEREIN KONSTANZ

In Kooperation mit dem

KARTEN

Kunstverein Konstanz e. V.

Freie Platzwahl

18 € / erm. 14 €

Kulturzentrum am Münster

Zeitgleich sehen Sie im Kunstverein die Ausstellung »OTGO Otgonbayar Ershuu – Malerei« noch bis zum 24. November 2019


KAMMERKONZERT

H A P P Y B I R T H D AY L E O P O L D !

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Geschenk Gottes Die Kulturgeschichte ist voll von Söhnen, die im Schatten ihrer erfolgreichen Väter standen und damit zu kämpfen hatten. Von dem umgekehrten Fall, also von Vätern, die durch ihre Söhne überstrahlt wurden, gibt es nicht so viele Überlieferungen. Dabei gibt es ein durchaus prominentes Beispiel: Leopold Mozart (1719 – 1787), Vater des großen Wolfgang Amadeus Mozart. In diesem Jahr, genauer gesagt am 14. November, wäre Leopold Mozart 300 Jahre alt geworden. Ein guter Anlass, um sich mit dem Mann zu beschäftigen, der selbst fleißig komponierte, aber zeitlebens vor allem damit beschäftigt war, seinen Sohn Wolfgang ins Rampenlicht zu stellen. Als Knabensopran im jesuitischen Schultheater des heimatlichen Augsburg sammelte Leopold Mozart seine ersten musikalischen Erfahrungen. Er wirkte als Schauspieler und Sänger auf der Bühne. Ein zunächst begonnenes Philosophie- und Jurastudium in Salzburg endete jäh: 1739 wurde Leopold Mozart wegen Faulheit von der Hochschule verwiesen. Später bildete er sich zum hervorragenden Geiger heran, was ihm den Posten des Vize-Kapellmeisters am Salzburger Hof brachte. An der Salzach entdeckte er auch seine pädagogische Ader. Seine »Violinschule«, ein Lehrbuch, das zum Standardwerk seiner Zeit wurde, brachte er just in den Monaten zum Druck, als seine Frau mit dem kleinen Wolfgang schwanger war.

»liebender Familienmensch« Mit der Geburt seines Sohnes stellte Leopold sein eigenes künstlerisches Schaffen hintenan. »Die Bildung seines Sohnes, dessen Genie er als Geschenk Gottes und als persönlichen Auftrag an ihn betrachtete, wurde für ihn zu so etwas wie dem >Experiment Genie<. Er war Erzieher und Mentor seines Sohnes und dessen erster Marketingberater«, schreibt der Kammermusikführer dazu. Tatsächlich war Leopold Mozart lange Zeit der

einzige Lehrer seines Sohnes. Bis in die frühen 1770er Jahre findet sich kaum eine Komposition Wolfgangs, in die der Vater nicht zumindest kleine Änderungen oder Ergänzungen vorgenommen hat. Leopolds Ziel war es, seine beiden Kinder – neben Wolfgang gab es ja auch noch das Nannerl – auf den ausgedehnten Reisen durch Europa einem möglichst erlauchten Publikum zu präsentieren. Er überließ dabei wenig dem Zufall. Leopold Mozart korrespondierte schnell und viel, war bestens vernetzt, ein glänzender Organisator und Logistiker. Er nutzte früh Printmedien, lancierte auf Reisen Zeitungsberichte, um auf Konzerte seiner musikalischen Wunderkinder hinzuweisen. Ein Bild von ihnen ließ er zu Werbezwecken anfertigen und durch Kupferstichtechnik verbreiten. Aus all diesen Anstrengungen stammte auch das Bild von Leopold Mozart als gestrengem Vater und Zuchtmeister seiner beiden Wunderkinder. Eine aktuelle Ausstellung in Salzburg will diesem Bild entgegenwirken. Sie porträtiert Leopold Mozart auch als liebenden Familienmensch, vorausschauenden Planer und Manager, sowie als sozial engagierten Musiker und Bürger. Letzteres führt Anja Morgenstern, Kuratorin der Ausstellung, vor allem auf eines zurück: »Er hat nicht nur für sich selbst und für seinen Sohn Gesuche geschrieben, sondern auch für Hofmusiker und für deren Witwen und Waisen«, sagte sie gegenüber dem Deutschlandfunk. Seine Leistung als Komponist werde zudem durch den ständigen Vergleich mit seinem Sohn unterschätzt: »Er hat viele Werke in den 40er und 50er Jahren geschaffen. Wenn man in dieser Zeit seine Zeitgenossen betrachtet, wie Michael Haydn oder Joseph Haydn, dann war Leopold ein Komponist auf der Höhe seiner Zeit, und wir wissen, dass Wolfgang auch von seinem Vater gelernt hat. Und, dass er zum Beispiel die Kirchenmusik seines Vaters geschätzt hat«, sagt Morgenstern. Trotzdem – der Sohn bleibt immer die Bezugsgröße. Selbst bei jenen, die eigentlich die Fahnen des Vaters tragen. So weist die Internationale Leopold-Mozart-Gesellschaft in einem Text darauf hin, dass Leopold »sein kompositorisches Handwerk so souverän beherrschte, dass eine seiner Symphonien (die so genannte »Neue Lambacher Symphonie«) einige Zeit für ein Werk seines Sohnes gehalten wurde«. Ein Lob, das man wahrscheinlich nur als liebender Vater ertragen kann. Michael Lünstroth


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Ekloge von Bach bis Bartók Eszter Simon Flöte Peter Bácsi Gitarre

TERTIANUM KONSTANZ Donnerstag, 21. November 2019 _ 18 Uhr

Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791 Sonate C-Dur für Flöte und Gitarre KV 330 (bearbeitet von Stephan Schäfer) Allegro moderato Johann Sebastian Bach 1685 – 1750 e-Moll Siciliano (aus BWV 1031) C-Dur Menuett I-II (aus BWV 1033) Kaspar Fürstenau 1772 – 1819 Op. 35. No. 5 Andante No. 3 Allegretto Eric Satie 1866 – 1925 Gnossienne No.1 Claude Debussy 1862 – 1918 Réverie Gabriel Fauré 1845 – 1924 Op. 78 Sicilienne Máximo Diego Pujol * 1957 Dos Aires Candomberos I. Nubes De Buenos Aires II. Candombe De Los Buenos Tiempos Ferenc Farkas 1905 – 2000 Egloga Burattinata Béla Bartók 1881 – 1945 Rumänische Volkstänze

TERTIANUM KONSTANZ KARTEN Freie Platzwahl

18 € / erm. 14 €


KAMMERKONZERT

EKLOGE VON BACH BIS BARTÓK

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Farbenvielfalt Eine musikalische Reise durch die Epochen »Ekloge« bedeutet »Hirtengedicht« oder »das Auserwählte«. Das Motto ihres Kammerkonzerts haben sich die Flötistin Eszter Simon und der Gitarrist Peter Bácsi vom Komponisten Ferenc Farkas und seinem Stück »Egloga« geliehen. »Wir fanden es passend für unser Programm«, so Eszter Simon, »da wir gerne ausgewählte, kleine, stimmungsvolle Stücke spielen, um dem Publikum möglichst viele Farben zu zeigen.« So präsentiert das Duo Favilla einen kurzweiligen Reigen quer durch die Epochen – Originalkompositionen, aber auch Bearbeitungen. So etwa den ersten Satz aus Wolfgang Amadeus Mozarts 1783 komponierter Klaviersonate C-Dur KV 330, die sich für ein Arrangement für Flöte und Gitarre hervorragend eignet – wegen ihres intimen, kantablen, vorhaltsreichen lyrischen Stils, der sich in markanten melodischen Linien, einer unkomplizierten Begleitung und übersichtlicher Harmonik zeigt, in der gelegentlich auftretende Irritationen umso mehr zum musikalischen Ereignis werden. Eines der bekanntesten Stücke Johann Sebastian Bachs, das Siciliano, stammt aus seiner Sonate Es-Dur für Flöte und Cembalo BWV 1031. Es macht seinem Namen alle Ehre, denn typisch für ein Siciliano (=Hirtenidyll) ist sein wiegender 6/8-Takt und seine zärtlich-melancholische Melodik. Dass die Flötensonate C-Dur BWV 1033, aus der die beiden flotten Menuette erklingen, tatsächlich von Bach stammte, wird von der Bach-Forschung dagegen angezweifelt.

»anarchische Experimentierlust« Kurzweilig und gefällig sind die zwölf Stücke, die der Flötenvirtuose Kaspar Fürstenau (1772 – 1819) in seinem Opus 35 für Flöte und Gitarre zusammengefasst hat. Er komponierte am liebsten für sein eigenes Instrument: so etwa Flötenkonzerte, Flöten-Duos und eben auch sein Opus 35, aus dem mit den Nummern 3 und 5 melodienselige, kokette Stückchen in einfacher Reprisenform erklingen. Erik Satie (1866 – 1925) hatte Humor, skurrile Ideen und wurde von einer anarchischen Experimentierlust getrieben. Seine drei »Gymnopédies« von 1888 und seine sechs »Gnossiennes« von 1890 für Klavier solo werden

zwar gerne als Untermalung kitschiger Filmszenen oder in der Werbung missbraucht, aber sie richten sich in ihrer eingängigen Melodik, ihrer harmonischen Einfachheit, ihrem antivirtuosen Klaviersatz eigentlich gegen den überbordenden Habitus der Romantik. Claude Debussy (1862 – 1918) wiederum hat die Musikgeschichte revolutioniert durch raffiniert eingesetzte Klangfarben, die Erweiterung der Tonalität, außerdem durch die Befreiung der Rhythmik von der Metrik. Das Klavierstück »Réverie« (Träumerei), vor 1890 entstanden, aber erst 1904 veröffentlicht, offenbart bereits diese Farbenvielfalt in seiner elegisch verträumten Ausrichtung. Weil es Elemente spanischer Musik in sich trägt, passt es perfekt auch aufs Klangidiom der Gitarre. Wie Debussy zählt auch Gabriel Fauré (1845 – 1924) zu den französischen Impressionisten. Von seinem harmonischen Farbenreichtum steckt viel auch in seinem Sicilienne g-Moll op. 78 von 1893, im Original für Cello und Klavier. Wie Bachs Siciliano wird auch dieses Stück getragen vom wiegenden 6/8-Takt und sehr melancholischer Melodik. Dem argentinischen Gitarristen und Komponisten Máximo Diego Pujol (* 1957) ist die Musik Astor Piazzollas wie auch der Tango natürlich heilig. In »Dos aires candomberos«, einer zweisätzigen Komposition für Flöte und Gitarre, wird das vor allem im zweiten Stück, »Candombe De Los Buenos Tiempos« hörbar, einem südamerikanischen Tanz afrikanischen Ursprungs, der als Vorfahr des Tango gilt. Im ersten Stück »Nubes de Buenos Aires« (Wolken über Buenos Aires) geht es freier zu: durch plötzliche Stimmungswechsel, von melancholisch bis rhythmisch aufbrausend. Der ungarische Komponist Ferenc Farkas (1905 – 2000) schrieb über 700 Kompositionen. Seine atmosphärisch kontrastierenden Charakterstücke Due pezzi per flauto (o violino) e chitarra erschienen 1981 und stellen eine Art Diptychon dar: Im ersten Stück »Egloga« dominiert das melodische Prinzip, in der »Burattinata« (Puppenspiel) geht es rhythmisch wild zu. Typisch für den Personalstil Béla Bartóks (1881 – 1945) ist die musikalische Kraft des folkloristischen Idioms Ungarns und des Balkans, das die Frucht bedeutender musikethnologischer Forschungen an authentischen Orten ist. »Das Studium all dieser Bauernmusik«, so Bartók, habe ihn »auf die Möglichkeit einer vollständigen Emanzipation von der Alleinherrschaft des bisherigen Dur- und Moll-Systems« gebracht. Er schätzte an dieser Musik die modale Harmonik und die ungeheure Vielfalt freier rhythmischer Gebilde und Taktwechsel. Eine der Früchte seiner Forschungsreisen sind die sechs aphoristisch kurzen »Rumänischen Volkstänze« von 1925 für Klavier solo. Verena Großkreutz


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Impulsiv

Konzer tdauer ca. 110 Minuten

KONZIL KONSTANZ M i t t w o c h , 2 7. N o v e m b e r 2 0 1 9 _ 1 9 . 3 0 U h r Freitag, 29. November 2019 _ 19.30 Uhr Sonntag, 1. Dezember 2019 _ 18 Uhr

Konzerteinführung Jeweils eine Stunde vor Beginn im Studio der Philharmonie von und mit Insa Pijanka. (Gilt auch für Einzelkarten.)

STADTHALLE SINGEN Samstag, 30. November 2019 _ 20 Uhr Kar ten und Informationen K u l t u r u n d To u r i s m u s S i n g e n Te l e f o n 0 7 7 3 1 8 5 5 0 4

Aaron Copland 1900 – 1990 Appalachian Spring – Suite Sehr langsam Schnell Mäßig Ziemlich schnell Noch schneller Sehr langsam (wie zu Beginn). Ruhig und Fließend Mäßig Leonard Bernstein 1918 – 1990 Serenade für Violine, Streichorchester, Harfe und Schlagzeug (Klavier) nach Platons »Symposion« Phaedrus: Pausanias (Lento – Allegro marcato) Aristophanes. Allegretto Eryximathus. Presto Agathon. Adagio Socrates: Alcibiades (Molto tenuto – Allegro molto vivace) Pause Franz Waxman 1906 – 1967 Carmen-Fantasie für Violine und Orchester Duke Ellington 1899 – 1974 Suite from »The River« – Auszüge Spring Meander Vortex Lake Giggling Rapids

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Die Busfahrt zum Konzert innerhalb Konstanz ist kostenlos.

David Coucheron Violine Ari Rasilainen Chefdirigent


PHILHARMONISCHES KONZERT

IMPULSIV

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Eine illustre Runde Zeusmäßiger Kater Kugelmenschen? Nein, nicht was Sie denken! Damit sind nicht jene bedauernswerten ZeitgenossInnen gemeint, die man drei Monate im Hungerturm zum Bauchabschmelzen anketten muss, ehe sie ihre Zehenspitzen erstmals wieder ohne Zuhilfenahme eines Spiegels in Augenschein nehmen können. Echte Kugelmenschen können Sie gar nicht kennen, weil es sie schon lange nicht mehr gibt. Was es mit ihnen auf sich hatte, wusste aber der noch heute berühmte Aristophanes, als er sich im Februar 416 vor Christus mit einigen Freunden und Bekannten zu einem abendlichen Gastmahl hinlegte. Gastgeber war der Theaterdichter Agathon, der am Tag zuvor einen Preis gewonnen hatte und diesen Sieg nach dem gestrigen Spontanumtrunk nun auch noch mit einem etwas formelleren Bankett begehen wollte. Er hatte eine illustre Runde um sich versammelt, zu der neben anderen Sokrates (Geist & Boxernase im Überfluss) sowie Alkibiades (Macht & Verrat ohne Ende) zählten. Nach dem Essen griff man, wie es der Brauch forderte, zu geistigen Getränken. Die Herren hatten aber einen zeusmäßigen Kater vom Besäufnis am Vortag, so dass sie es an diesem Abend ruhiger angehen lassen mussten. Um sich trotzdem nicht zu langweilen, beschlossen sie, sich mit einem Thema zu beschäftigen, das ihrer Meinung nach sonst meist zu kurz kam: Heute würden manche es vielleicht »Liebe« nennen, andere »Erotik«, wieder andere vereinfachend »Sex«.

»Märchenhafte Mythologie der Liebe« All das ist bald zweieinhalbtausend Jahre her, und unsere Vorstellungen von Liebe und Sex sind gänzlich andere als jene, die die alten Griechen damals vertraten. Die Jet-Set-Intellektuellen wie etwa Platon sahen zwar für unsere Augen schlechter aus als Richard David Precht, pflegten dafür aber um ein paar Ecken mehr zu denken, so dass ihre Ideen über Liebe und Sex weit über Unterhaltszahlungen und Porno hinausgingen, sondern das Göttliche und die Welt der Ideen miteinschloss. Eine ziemlich knifflige Angelegenheit, über die nicht mehr verraten sei, als dass die platonische Liebe sich nicht aufs Händchenhalten beschränkte. Im Suff von den Freuden sexueller Enthaltsamkeit zu reden, solch Unfug wäre keinem Griechen eingefallen. Aristophanes löste in dieser Runde das Rätsel, woher denn die stete Begierde der Menschen nach anderen Menschen wohl kommt: Früher waren die Menschen

Kugeln mit vier Händen und vier Füßen und zwei Gesichtern an einem Kopf, die in entgegengesetzte Richtungen schauten. Es gab sie als Männlein, als Weiblein und auch als Zwitter (Mann/Frau): »Nun können wir uns das Dasein dieses dreifachen Geschlechtes daher erklären, dass das männliche Geschlecht aus der Sonne, das weibliche aus der Erde, das Zwittergeschlecht aus dem Monde, der auch ein Zwitter von jenen beiden ist, seinen Ursprung hatte.« Schließlich fühlten sich diese Menschen stark genug, sogar die Götter anzugreifen, die damit in der Zwickmühle saßen: Sie hätten die Kugelmenschen locker vernichten können, aber damit hätten sie auch auf deren Opfergaben verzichten müssen und ihre eigene Geschäftsgrundlage zerstört. Doch Zeus fiel eine Lösung ein: »Ich werde sie von oben herunter in zwei Hälften zerschneiden. So können sie dann noch immer auf zwei Beinen aufrecht herumgehen. Werden sie aber alsdenn noch nicht Ruhe halten, so spalte ich sie noch einmal, dann mögen sie sehen, wie sie auf einem Beine herumhüpfen.« Außerdem hatte dieses Verfahren, wie Zeus klug berechnete, den Vorteil, dass zwei Menschen ja doppelt so viel opfern wie einer allein, Also spaltete Zeus die Kugelmenschen, und Apollo drehte ihnen den Kopf zur Schneidefläche hin, nähte sie zu (daher der Bauchnabel) und hübschte sie auch sonst noch ein wenig auf. Schnell zeigte sich aber, dass diese Wesen ohne ihre andere Hälfte nicht leben konnten, sie den ganzen Tag umschlungen hielten und vor Sehnsucht starben. Also griff Zeus zu einem Trick: Bisher hatten sich die Menschen ungeschlechtlich wie die Heuschrecken durch die Erde fortgepflanzt, und ihre Geschlechtsteile standen nutzlos nach hinten in der Gegend rum. Also verschob Zeus die Geschlechtsteile an die Vorderseite und schuf die Lust, damit diese Wesen nach der geschlechtlichen Befriedigung jeweils für einige Zeit einer vernünftigen Betätigung nachgehen und ausreichend Opfer darbringen konnten. »Seitdem ist die Liebe ein Naturtrieb der Menschen, ein Drang, die ursprüngliche Beschaffenheit wiederherzustellen, zwei Wesen in eins zu verbinden und die Verstümmelung der menschlichen Natur wieder aufzuheben. Jeder von uns ist also nur ein Fragment von einem Menschen, aus einem in zwei geteilt,« schließt Aristophanes. Leonard Bernstein (1918 – 1990) hat Platons gesamtes Symposion, das natürlich in der Rede des Sokrates gipfelt, 1953/54 als eine Art Violinkonzert für Isaac Sterne vertont. Lenny hatte in Harvard nicht nur Musik studiert, sondern auch Philosophievorlesungen besucht, und war belesen genug, erfolgreich den Bildungsbürger zu markieren. Zu Aristophanes (Allegretto) bemerkt er: »Aristophanes spielt in diesem Dialog nicht die Rolle des Clowns, sondern jene des Gute-Nacht-Geschichten-Erzählers, der an die märchenhafte Mythologie der Liebe erinnert.« Zehn Jahre vor Bernsteins Serenade entstand Aaron Coplands (1900 – 1990) neben seiner Fanfare for the Common Man berühmtestes Werk, Appalachian Spring. Das 1944 aufgeführte Ballett erhielt 1945 den Pulitzer Price und ist vor allem als Orchestersuite bekannt geworden. Da Copland seinem Ballett, einem Auftragswerk der Modern-Dance-Ikone

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Sinfonischer Chor Konstanz

BRUCKNER

Messe d-Moll • TeDeum Carina Schmieger • Sopran Hanna Roos • Alt Thorsten Büttner • Tenor Milcho Borovinov • Bass Südwestdeutsche Philharmonie Wolfgang Mettler • Leitung

So. 17. 11. 2019 • 17 Uhr St. Gebhardskirche Konstanz

TICKETS: www.sinfonischer-chor-konstanz.de/tickets oder BuchKultur Opitz Konstanz, Tel.: 07531 914517 mail@buchkulturopitz.de

www.kissundklein.de

www.sinfonischer-chor-konstanz.de


PHILHARMONISCHES KONZERT

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IMPULSIV

Martha Graham, den Titel erst nachträglich gab (eigentlich hieß es »Ballet for Martha«), war er amüsiert, wenn Zuhörer darin den »Frühling« (engl. Spring), eine »Quelle« (ebenfalls Spring) oder gar die Appalachen hören konnten. Als echt amerikanisches Werk handelt das Stück übrigens von strenggläubigen Pionieren, die der Natur ein Stück Wildnis abringen. Duke Ellington (1899 – 1974) gehört auch weiterhin zum kollektiven Gedächtnis der Menschheit, denn er war einer der innovativsten und intelligentesten Musiker des 20 Jahrhunderts, der gern über alle vermeintlichen Grenzen hinwegdachte. Ein Blick in seine oft komplexen Partituren beweist, wie weit er auch die vermeintlichen Stilgrenzen des Jazz überschritt. Seine »The River«-Suite fasst die Musik eines Balletts zusammen, das 1970 in New York uraufgeführt wurde, als der Duke bereits Zeichen musikalischer Altersmilde erkennen ließ. Die Idee, einen Fluss von der Quelle bis zur Mündung musikalisch zu verfolgen, ist natürlich nicht ohne Vorbild – das berühmteste stammt von Bedřich Smetana. Franz Wachsmann (1906 – 1967) ist heute zwar weitgehend vergessen, machte aber zu Lebzeiten eine ebenso steile wie logische Karriere, und Sie werden mehr Musik von ihm gehört haben als von vielen anderen Komponisten, deren Namen Ihnen vertraut klingen. Er wurde als Jazzund Unterhaltungspianist tätig und arbeitete bald auch für den Film – bereits 1930 war er an »Der blaue Engel« beteiligt. Nach seiner Flucht vor den Faschisten machte er in den USA als Franz Waxman Filmkomponisten-Karriere. Seine Partituren brachten Filme von »Frankensteins Braut« bis »Dr. Jekyll und Mr. Hyde« zum Klingen, unvergessen sind auch Hitchcocks »Rebecca« und »Das Fenster zum Hof« und vor allen anderen Billy Wilders Meisterwerk »Boulevard der Dämmerung«, für dessen Musik Waxman einen seiner beiden Oscars erhielt. Seine Carmen-Fantasie schrieb er für den 1946 erschienenen Film »Humoresque« mit Joan Crawford und John Garfield, in dem ein Geiger am Ende

»Musikalische Altersmilde« der Musik den Vorzug vor der Liebe gibt. Waxman hatte mit Isaac Stern, der die Filmmusik mit einspielte, einen herausragenden Violinisten zur Hand, und so konnte er in seiner »Carmen« (wie früher schon Sarasate in seiner Carmen-Fantasie) dem Affen so richtig Zucker geben. Aus der Filmmusik wiederum ein Werk für den Konzertsaal zu machen, war eine Idee von Jascha Heifetz, der sich ja auch für die teils ähnlich gelagerte Musik von Erich Wolfgang Korngold einsetzte und vor allem in den Untiefen der populäreren Musik ein stilsicheres Händchen bewies. Waxman genoss übrigens in den USA eine derart hohe Wertschätzung, dass man ihn sogar millionenfach haben konnte: Sein Porträt zierte 1999 sogar eine US-Briefmarke. Harald Borges

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DAVID COUCHERON ist seit 2010 Konzertmeister im Atlanta Symphony Orchestra und damit der jüngste Konzertmeister aller größeren Orchester in den USA. Mit drei Jahren begann er, Geige zu spielen. Er hat unter anderen mit Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Mstislav Rostropovich und Charles Dutoit gespielt. Als Solist trat er neben anderen mit dem BBC Symphonieorchester und dem Philharmonieorchester Bergen auf. Auch als Kammermusiker und mit Solokonzertabenden ist er weltweit auf den Bühnen zu erleben. Coucheron spielt auf einer Stradivari von 1725.


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Konzerte im Konstanzer Konzil einen festen Sitzplatz sichern.

Wir beraten Sie gerne persönlich: Gabriele Gericke und Elke Mades Öffnungszeiten Mo – Fr 9 bis 12.30 Uhr Telefon 07531 900 816 abo@konstanz.de

FREIE PLÄTZE = MIT NUMMERN (Zwischenverkauf vorbehalten) KATEGORIE 1 KATEGORIE 2 KATEGORIE 3 KATEGORIE 4

Saalpläne KONZIL KONSTANZ / Oberer Saal SITZBELEGUNG _ ABO C

SITZBELEGUNG _ ABO D

4 Konzerte _ freitags _ 19.30 Uhr

4 Konzerte _ sonntags _ 18 Uhr


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SITZBELEGUNG _ ABO A

SITZBELEGUNG _ ABO B

8 Konzerte _ mittwochs _ 19.30 Uhr

6 Konzerte _ freitags _ 19.30 Uhr

SITZBELEGUNG _ ABO E 4 Konzerte _ sonntags _ 18 Uhr

Wir freuen uns auf Sie!


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Petits Fours Eszter Simon Flöte Antje Stefaniak Klarinette Mitsuo Kodama Fagott Michael Stefaniak Horn

FESTSAAL INSELHOTEL KONSTANZ Sonntag, 1. Dezember 2019 _ 11.15 Uhr

Louis Emmanuel Jadin 1768 – 1853 Nocturne I für Flöte, Klarinette, Horn und Fagott Adagio/Andantino Allegro von troppo Gordon Lewin 1921 – 2008 Nostalgia d’españa für Flöte und Klarinette Viva Granada, Sevillanas Por La Noche, Habanera Los Campesinos, Jota Sergei Prokofiew 1891 – 1953 aus »Music for children« op. 65 für Klarinette, Horn und Fagott (arr. William Schmidt) Evening Playing Tag Gioachino Rossini 1792 – 1868 Quartett II für Flöte, Klarinette, Horn und Fagott Moderato Andante Allegro Pause Francis Poulenc 1899 – 1963 Sonata für Klarinette und Fagott Allegro, très rhythmé Romance, Andante très doux Final, très animé Ferenc Farkas 1905 – 2000 Tre Bagattelle für Flöte, Klarinette und Fagott Allegretto Andante Allegro Armando Ghidoni * 1959 Swinging Counterpoint für Flöte, Klarinette, Horn und Fagott Jean Francaix 1912 – 1997 Petit quatuor für Flöte, Klarinette, Horn und Fagott (Bearbeitung: Sebastian Manz) Gaguenardise, Allegro Cantilène, Lento ma non troppo Sérénade comique, molto vivo


KAMMERKONZERT

PETITS FOURS

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Kleine Häppchen für die Seele Die Musikgeschichte gleicht einem weitverzweigten Höhlensystem von gigantischen Ausmaßen, von dem nur ein winziger Teil erschlossen ist. Weicht man vom schmalen Hauptpfad ab, der von blakenden Fackeln halbwegs erleuchtet wird, erschließen sich immer wieder neue Pfade und Nebenhöhlen, in denen die Schätze der Vergangenheit lagern. Nicht alles, was im Lichte der Funzel glänzt, ist lauteres Gold – und doch ist es immer wieder reizvoll, hier und dort ein paar alte Noten in die Hand zu nehmen und vergessene KomponistInnen zumindest für ein paar Minuten wieder zum Leben zu erwecken. Diese »Petits Fours«, kleine, teils vergängliche Köstlichkeiten, schreien schnell nach mehr. Wenn Sie aber von manchen Komponisten, die in diesem abwechslungsreichen Programm erklingen werden, noch nie gehört haben, sind Sie damit gewiss nicht allein, und auch die MusikerInnen haben intensiv gesucht, bis sie all diese Stücke für ihre ungewöhnliche Besetzung beisammen hatten.

»Schätze der Vergangenheit« Da wäre etwa Louis Emmanuel Jadin (1768-1853), der es unbeschadet durch eine Zeit schaffte, in der die Köpfe oft locker auf den Hälsen saßen: Er diente zuerst unter dem Ancien Régime dem König, spielte dann im Orchester der revolutionären Nationalgarde und brachte es schließlich, nun wieder unter einem Bourbonen-König, zum Professor, zum Kapellmeister und sogar zum Ritter der Ehrenlegion. Sein Nocturne dürfte um 1806 entstanden sein, also etwa gleichzeitig mit Beethovens 5. Symphonie und dessen Violinkonzert, haftet aber nicht ganz so sicher wie diese in der Erinnerung. Eine solche Bläserbesetzung scheint sich – vielleicht als Nebenwirkung der Harmoniemusik – in jener Zeit ihrer größten Beliebtheit erfreut zu haben und danach nur noch stiefmütterlich mit Werken bedacht worden

zu sein. Daher ist es nicht verwunderlich, dass es sich bei zwei Programmpunkten um Bearbeitungen von Werken für andere Besetzungen handelt, die dem Mangel abhelfen: Das »Petit Quatuor« (1935) von Jean Françaix (1912 – 1997) ist eigentlich ein Werk für Saxophonquartett, und Sergei Prokofjews (1891 – 1953) »Stücke für Kinder« op. 65 aus demselben Jahr waren ursprünglich Klaviermusik. Auch zeitgenössische Musik ist dabei. Antje Stefaniak, die Klarinettistin des Abends, nennt Armando Ghidonis (* 1959) »Swinging Counterpo »int« ein »tolles, ungewöhnliches Stück, überhaupt nicht atonal, dafür aber mit Swing-Elementen.« Diese Musik weckt zahlreiche Assoziationen, neben etwas Jazz klingen auch Erinnerungen an den französischen Impressionismus und die Group de Six an. Ghidoni ist ein vielseitiger Komponist, der von der Oper über die Big Band bis hin zu Kammermusikbesetzungen für viele etwas geschrieben hat. Gordon Lewins (1921 – 2008) »Nostalgia d‘España« für Flöte und Klarinette hingegen präsentiert eine kleinere, höchst seltene Besetzung und spielt auf Muster der spanischen Folklore an. Ein weiteres Duo ist Francis Poulencs (1899 – 1963) Sonata op. 32 (1922/1945) für Klarinette und Fagott, ein Werk, das über jenen Esprit verfügt, den wir Germanen der französischen Musik des 20. Jahrhunderts gern nachsagen. Als Trio für Flöte, Klarinette und Fagott hingegen sind Ferenc Farkas‘ (1905 – 2000) »Tre Bagatelle« von 1992 geschrieben. Farkas gehört zur goldenen Zeit der ungarischen Musik des 20. Jahrhunderts, und Berühmtheiten wie György Kurtág und György Ligeti haben unter anderem bei ihm gelernt. Und dann ist da noch der berühmteste Komponist dieses Programms, einer, den man fast nur aus dem Opernhaus kennt, Gioachino Rossini (1792 – 1868). Sein Quartett ist die Bearbeitung einer seiner Streichersonaten, die er als 12-jähriges Wunderkind innerhalb weniger Tage geschrieben zu haben behauptete. Auch der Meister der Opera buffa verstand es eben zu flunkern, wenn es galt, sein Genie noch ein wenig heller erstrahlen zu lassen. Aber es sei ihm verziehen, denn von ihm, der ja auch ein begnadeter Feinschmecker war, stammt eines der wunderbarsten Zitate zur Musik überhaupt: »Ich gebe zu, dreimal in meinem Leben geweint zu haben: als meine erste Oper durchfiel, als ich Paganini die Violine spielen hörte und als bei einem Bootspicknick ein getrüffelter Truthahn über Bord fiel.« In diesem Sinne: Einen guten Appetit bei den musikalischen Petits Fours. Harald Borges

FESTSAAL INSELHOTEL KONSTANZ KARTEN

18 € / erm. 14 €

KOMBIKARTE  50 € (Inselkonzert und Essen / Kinder essen à la carte) Veranstaltungsbüro des Inselhotels, Telefon 07531 125-466 Freie Platzwahl


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NACHRUF

Dr. Helmut Weidhase † 21. Juni 2019 * Mai 1936 Es gibt einen einsamen Gipfel der Musik: Johann Sebastian Bach (…) Und der zweite (Lieblingskomponist) ist Wagner, der absolute Gegenpol, den ich aber auch ungeheuer liebe. (Zitat aus einem Gespräch mit Helmut Weidhase aus dem TAKT 1/Saison 17-18)

Unvergesslich ist uns sein Humor, sein Fachwissen und seine Verbundenheit mit unserem Orchester für über 50 Jahre. Sei es als Konzertkritiker für den Südkurier, Autor für unsere Programmhefte oder als Moderator unserer Konzerteinführung für eine lange Zeit: Viele von uns haben ihre persönliche Anekdote und Erinnerung an die Begegnungen und Gespräche mit ihm, die wir uns bewahren und an die wir gern zurück denken. Wir trauern um Helmut Weidhase und bekunden den Angehörigen unser tief empfundenes Mitgefühl. Stellvertretend für alle Kolleginnen und Kollegen der Südwestdeutschen Philharmonie Insa Pijanka Intendantin

Alexander Hanßmann Orchestervorstand

Katharina Vogt Personalrat

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Fauré

REQUIEM Edward Elgar NIMROD / Enigma Variation Nr. 9

Jenkins

GLORIA

Julia Küsswetter, Sopran Armin Kolarczyk, Bariton Kantorei der Evangelischen Schule Schloss Gaienhofen Männerchor Singen Vokalensemble Gaienhofen Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

Siegfried Schmidgall, Dirigent

KONZERT Samstag, 9. November 2019 19 Uhr

Kirche St. Meinrad Radolfzell Sonntag, 10. November 2019 19 Uhr

Liebfrauenkirche Singen Kartenvorverkauf: Buchhandlung Greuter Radolfzell Buchhandlung Lesefutter Singen Bücherstube Rielasingen Abendkasse: 1 Stunde vor Konzertbeginn Online-Buchung und Infos unter: www.vokalensemble-gaienhofen.de

Vokalensemble Gaienhofen

Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz


SITZKISSENKONZERT

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SPEICHERSAAL KONZIL S a m s t a g , 7. D e z e m b e r 2 0 1 9 _ 1 1 u n d 1 5 U h r

Der allerkleinste Tannenbaum Einsam und traurig steht der kleine Tannenbaum im Wald. Seine großen Brüder wurden alle zum Weihnachtsfest in die Stadt abgeholt, nur er wurde einfach stehengelassen. Bald kommen zwei Vögel und ein Esel vorbei und stehen dem winzigen Bäumchen mitfühlend zur Seite. Und dann fängt es plötzlich an zu schneien – beste Voraussetzungen für ein etwas anderes, ganz besonderes Weihnachtsfest! »Da begannen der Vogel und der Esel ihr liebstes Weihnachtslied zu singen. Als die anderen Tiere den Gesang hörten, verließen sie ihre Verstecke im Wald und in den Wiesen und machten sich auf den Weg. Auch sie wollten dort sein, wo so schön gesungen wurde…«

Anna Hertz Spiel und Regie Circolo Quartett Kyoko Tanino Violine Pawel Katz Violine Margit Bonz Viola John Wennberg Violoncello

Ab 4 Jahren SPEICHERSAAL KONZIL KARTEN Erwachsene 10 € / Kinder 5 € / Familien 20 € Freie Platzwahl

Aufgrund der hohen Nachfrage erneut im Programm


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VORVERKAUFSSTELLEN

Kasse im Stadttheater 1 Öffnungszeiten Di bis Fr 10 – 19 Uhr // Sa 10 – 13 Uhr Konzilstraße 11 // 78462 Konstanz Telefon 07531 900-150 theaterkasse@konstanz.de Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz  2 Abo- und Kartenbüro Öffnungszeiten Mo bis Fr 9 – 12.30 Uhr Fischmarkt 2 // 78462 Konstanz Telefon 07531 900-816 philharmonie-karten@konstanz.de abo@konstanz.de www.philharmonie-konstanz.de Tourist-Information Konstanz 3 Nur Schalterverkauf Öffnungszeiten November bis März Mo bis Fr 9.30 – 18 Uhr Öffnungszeiten April bis Oktober Mo bis Fr 9 – 18.30 Uhr // Sa 9 – 16 Uhr // So 10 – 13 Uhr Bahnhofplatz 13 // 78462 Konstanz counter@konstanz-info.com

Konzertkalender

Sep–Dez 2019

SEP T EM BER 2 0 1 9 Philharmonisches Konzert

KONZIL KONSTANZ Frei t ag , 2 0 . S ep tem b er 2 0 19 _ 9. 3 0 Uhr Freitag, 20. September 2019 _ 19. 30 Uhr Mi tt wo c h , 2 5. S ep tem b er 2 0 19 _ 19. 3 0 Uhr

ÖGP * Abo B Abo A

MILCHWERK RADOLFZELL D ien s t ag , 24 . S ep tem b er 2 0 19 _ 19. 3 0 Uhr Abo R GRAF-BURCHARD-HALLE FRICKINGEN S o n n t ag , 2 2 . S ep tem b er 2 0 19 _ 19 Uhr

Aufbruch

Werke von Rautavaara / Schubert / Mahler Ari Rasilainen Chefdirigent MÜNSTERPLATZ UND KONZIL KONSTANZ S am s t ag , 2 1 . S ep tem b er 2 0 19 _ a b 14 Uhr

Achtung: Frisch gestrichen… sowie getrommelt und gepfiffen! Saisonauftakt

Diverse musikalische Aktivitäten und Konzerte mit Musikern der Philharmonie und der Musikschule Konstanz Genial! I

Für Konzerte im Milchwerk  Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH Bahnhofplatz 2 // 78315 Radolfzell Telefon 07732 81-500 info@radolfzell-tourismus.de www.reservix.de Ortsverwaltungen Litzelstetten, Dingelsdorf, Dettingen-Wallhausen (Schalterverkauf, kein Tausch) Jederzeit bequem von zu Hause print@home www.philharmonie-konstanz.de

KONZIL KONSTANZ S am s t ag , 2 1 . S ep tem b er 2 0 19 _ 18 Uhr

(Un-) Vollendet?

Franz Schubert: Symphonie Nr. 7 »Unvollendete« Insa Pijanka Moderation Ari Rasilainen Chefdirigent KIRCHE ST. STEPHAN KREUZLINGEN _ SCHWEIZ S o n n t ag , 2 9. S ep tem b er 2 0 19 _ 1 7 Uhr

Mozart: c-Moll-Messe Oratorienchor Kreuzlingen Annedore Neufeld Dirigentin O K TO BER 2 0 1 9 BASILIKA BIRNAU S o n n t ag , 6 . O k to b er 2 0 19 _ 1 7 Uhr

Verdi: Messa da Requiem Birnauer Kantorei Chor Thomas Gropper Dirigent

IMPRESSUM Herausgeber Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz // Fischmarkt 2 // 78462 Konstanz Redaktion Corinna Bruggaier // Insa Pijanka // Susanne Schlegel-Creutzburg Illustrationen Susanne Smajić // Fotografie 3 Johannes Raab (Pijanka) // 13, 17, 32, 48 SWP // 14 Musikschule Konstanz // 19 privat (Bücklein) // 28-29 (Ilja Mess, SWP) // 43 Derek Blanks (Coucheron) Gestaltung Abschnitt eins GmbH // Druck Druckerei Konstanz GmbH // Auflage 70.000 Exemplare

Bild- und Tonaufnahmen der Konzerte durch jede Art elektronische Geräte sind nur in Absprache und mit Genehmigung der Südwestdeutschen Philharmonie gestattet. Zuwiderhandlungen sind nach dem Leistungsschutz- und Urheberrechtsgesetz (UrhG) strafbar. Wir bitten, im Konzertsaal Mobiltelefone auszuschalten, sowie während des Konzerts auf Essen und Trinken zu verzichten. Im Sinne der Lesbarkeit verwenden wir für alle Geschlechter eine einheitliche Schreibweise.


KONZERTKALENDER

SEP – DEZ 2019

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e duART Familienkonzer t

AUF DER MS MÜNCHEN _ ABFAHRT IM KONSTANZER HAFEN S a m s tag, 12 . O k tober 2 0 19 _ 11 un d 1 5 Uh r

Sofie mit dem großen Horn Ab 6 Jahren

Prisca Maier Spiel und Regie Martin Roos Alphorn Ana Stankovic Alphorn Patrik Gasser Alphorn Stephanie Schacht Blockflöten Alexander Messmer Akkordeon Blechbläser der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz TONHALLE MAAG ZÜRICH S o n n t ag, 13 . Ok tober 2 0 19 _ 1 7 Uh r

Unlimited I

TERTIANUM KONSTANZ D o n n er s t ag , 2 1 . N o vem b e r 2 019 _ 18 Uhr

MILCHWERK RADOLFZELL Fre i t a g , 2 5. O k to b er 2 0 19 _ 19. 3 0 Uhr

Ekloge von Bach bis Bartók

Glamrock in Concert – Queen Katja Friedenberg, Judith Lefeber, Henrik Wager, Alex Melcher Solisten Sibylle Pfeiffer Bühne und Kostüm Albert Geisel Licht Sven Krause Ton Insa Pijanka Moderation und Konzeption Rasmus Baumann Dirigent und Klavier

Opern-Gala Philharmonischer Chor Friedrichshafen Joachim Trost Dirigent

e duART Conc er tino Pic c olo Philharmonisches Konzert

Für Kinder zwischen 3 und 5 Jahren

KONZIL KONSTANZ Mi tt wo c h , 2 7. N o vem b er 2 019 _ 19. 3 0 Uhr Frei t ag , 2 9. N o vem b er 2 019 _ 19. 3 0 Uhr S o n n t ag , 1 . D ez em b er 2 019 _ 18 Uhr

Michael J. Müller Spiel und Regie Klaus Valcu Viola und Violine

STADTHALLE SINGEN S am s t ag , 3 0 . N o vem b er 2 019 _ 2 0 Uhr

Der kleine Doppeldecker

Samuel Bürki Klavier Heiko Mathias Förster Dirigent Kammerkonzert

MILCHWERK RADOLFZELL S o n n t ag, 13 . Ok tober 2 0 19 _ 1 7 Uh r

Chor der Nymphen und Hirten Werke von Webern / Henze und Haydn Katharina Vogt Violine Johannes Grütter Violine Irene Oesterlee Viola Ulrike vom Hagen Violoncello

Werke von Bernstein / Copland / Waxman / Ellington

KIRCHE ST. MARTIN FREIBURG S o n n t ag , 3 . N o vem b er 2 0 19 _ 19. 3 0 Uhr

David Coucheron Violine Ari Rasilainen Chefdirigent

Mendelssohn: Oratorium »Paulus« D E ZEM BER 2 0 1 9

Oratorienchor Freiburg Bernhard Gärtner Dirigent

Philharmonisches Konzert

Abo C Abo D

Abo A Abo B Abo E

Impulsiv

N OVEM BER 2 0 1 9

FESTSAAL INSELHOTEL KONSTANZ S o n n t ag, 2 7. Ok tober 2 0 19 _ 11.1 5 Uh r

Kammerkonzert

FESTSAAL INSELHOTEL KONSTANZ S o n n t ag , 1 . D ez em b er 2 019 _ 11.1 5 Uhr

KIRCHE ST. MEINHARD RADOLFZELL S a ms t ag , 9. N o vem b er 2 0 19 _ 19 Uhr

Petits Fours

LIEBFRAUENKIRCHE SINGEN S o n n t ag , 10 . N o vem b er 2 0 19 _ 19 Uhr

Eszter Simon Flöte Antje Stefaniak Klarinette Mitsuo Kodama Fagott Michael Stefaniak Horn

KONZERTHAUS KLAGENFURT Die n s tag, 2 2 . O k tober 2 0 19 _ 19. 3 0 Uh r

Werke von Fauré / Elgar und Jenkins

MUSIKVEREIN WIEN Mi tt w och, 2 3 . Ok tober 2 0 19 _ 1 5. 3 0 Uh r

Vokalensemble Gaienhofen e.V. Siegfried Schmidgall Dirigent

Befreiung Werke von Borne / Beethoven und Svendsen

KUNSTVEREIN KONSTANZ D o n n e r s t ag , 1 4 . N o vem b er 2 0 19 _ 19 Uh r

Stefano Maffizzoni Flöte Shiran Wang Klavier Ari Rasilainen Chefdirigent

Happy Birthday Leopold! Werke von Mozart / Myslivecek / Vasks und Katz

e duART Si t zkissenkonzer t

SPEICHERSAAL KONZIL S am s t ag , 7. D ez em b er 2 019 _ 11 u nd 1 5 Uhr Kammerkonzert

Pawel Katz Violine Ilija Andrianov Violoncello Grigori Katz Kontrabass ST. GEBHARDSKIRCHE KONSTANZ S o n n t ag , 1 7. N o vem b er 2 0 19 _ 1 7 Uhr

Bruckner: Messe und Te Deum Sinfonischer Chor Konstanz Wolfgang Mettler Dirigent * Ö f f entliche G eneralprobe

Eszter Simon Flöte Peter Bácsi Gitarre GRAF-ZEPPELIN-HAUS FRIEDRICHSHAFEN S o n n t ag , 24 . N o vem b er 2 019 _ 1 7 Uhr

STUDIO DER PHILHARMONIE S a ms t ag , 26 . O k to b er 2 0 19 _ 11 Uh r

Werke von Grieg und Dvořák

KONZIL KONSTANZ Fre i tag, 18. O k tober 2 0 19 _ 19. 3 0 Uh r S o n n t ag, 2 0 . Ok tober 2 0 19 _ 18 Uh r

Kammerkonzert

BODENSEEFORUM KONSTANZ S a ms t ag , 19. O k to b er 2 0 19 _ 19. 3 0 Uh r

Der allerkleinste Tannenbaum Ab 4 Jahren

Anna Hertz Spiel und Regie Circolo Quartett Kyoko Tanino Violine Pawel Katz Violine Margit Bonz Viola John Wennberg Violoncello


Bodenseeforum auรŸergewรถhnlich

Profile for Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

TAKT 1 - 2019/2020 | Südwestdeutsche Philharmonie  

TAKT 1 - 2019/2020 | Südwestdeutsche Philharmonie  

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