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»Das Magazin zur Spielzeit«

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EDITORIAL

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Liebe Bürgerinnen und Bürger, liebe Musikerinnen und Musiker, liebe Freunde der Südwestdeutschen Philharmonie, auch im Jahr 2019 war die Südwestdeutsche Philharmonie wieder ein Zentrum unseres kulturellen Lebens in der Stadt. Hier entdecken die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer neue Klänge, nehmen eine kleine Auszeit und lassen sich in der Musik entführen. Durch die vielfältigen Angebote gibt es für jede und jeden etwas Neues zu erkunden. Dabei werden alle Konstanzer Bürgerinnen und Bürger – ob alt oder jung – angesprochen: Bei den abwechslungsreichen Formaten wie eduART-Konzerte für die Kleinsten, über das musikalisch theatralische Kunstwerk »Daheim« mit über 600 Konstanzerinnen und Konstanzern im Jahr 2019 bis hin zum klassischen Kammerkonzert ist für alle Musikfans etwas dabei. Mit der Integration der Musikschule bis Ende des Jahres wird die musikalische Bildung für die Jüngeren noch stärker Teil der Philharmonie und neue Herausforderungen stehen bevor. Zukünftige Generationen nimmt nicht nur die Südwestdeutsche Philharmonie in den Blick: Mit dem Klimanotstand schaut auch die Stadt Konstanz in die Zukunft, um diese für die kommenden Generationen zu sichern. Mit einem direkten Ansprechpartner in Klima-Fragen, zahlreichen Maßnahmen und der Einbeziehung der Bürger im »Klima-Bürgerrat« gehen wir entscheidende Schritte, um unsere Stadt weiterhin so lebenswert zu gestalten.

Uli Burchardt, Oberbürgermeister

Trotz der großen Herausforderungen, die der Klimawandel mit sich bringt, hat unsere Stadt gute Zukunftsaussichten. Mit dem Doppelhaushalt 2019/2020 können wir auch in diesem Jahr weiter wichtige Großbaustellen anpacken: Unter anderem Schulsanierungen, Kitas und Handlungsprogramm Wohnen stehen auf der Agenda. Projekte, die zur konstant hohen Bürgerzufriedenheit beitragen. Die Südwestdeutsche Philharmonie gestaltet einen großen Teil des kulturellen Lebens unserer Stadt, das Konstanz so wertvoll und außergewöhnlich macht. Sie begeistert Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Region. Ich freue mich auf die Konzerte im neuen Jahr und wünsche Gästen wie Musikerinnen und Musikern klangvolle Auszeiten, spannende Entdeckungsreisen und aufregende musikalische Höhepunkte im Jahr 2020!

Ihr Uli Burchardt Oberbürgermeister


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Adventsoratorium Winfried Offele

Samstag, 14. Dez. – 19:00 Uhr 3. Adventssonntag, 15. Dez. – 15:30 Uhr Münster Konstanz Sopran Alt Tenor Bass Kantor

Constanze Störk, Konstanz Ivonne Fuchs, Stockholm Thomas Volle, Stockholm Clemens Morgenthaler, Freiburg Eduard Wagner, Freiburg

Kinder- und Jugendkantorei Konstanz, VoiceMix, Schola Gregoriana, Männer- & Münsterchor Konstanz, Vokalensemble Konstanz Orchester Capella München Dirigent

Steffen Schreyer

Silvesterkonzerte Virtuose Trompetengala zum Jahresausklang

Montag, 30. Dezember - 20.00 Uhr Silvester, 31. Dezember - 22.00 Uhr Münster Konstanz Trompetenkonzerte und Orgelwerke u. a. von Bach, Vivaldi, Clarke, Saint-Saëns und Händel Trompete Orgel

Vorverkauf › Buchkultur Opitz, St. Stephansplatz 45, KN

› reservix

Romain Leleu Ghislain Leroy

Medienpartner


I N H A LT

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Konzerte

PHILHARMONISCHE KONZERTE Mut Im Schutz der Nacht

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GENIAL Tanz Ich! Best-of II

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WOLFGANG AM SEE Wohin? Woher? Wolfgang am See – Inselkonzert UNLIMITED Winter Wonderland VON MEISTERKURS BIS KL ASSIK AM SEE Neujahrskonzert Alles Walzer!

  –   K O N Z E R T E Der allerkleinste Tannenbaum Weihnachtsoratorium zum Mitsingen Weihnachtsoratorium für Kinder Fidel-Zeiten: Vom süßen Klang des Mittelalters Fidel-Zeiten Prinzessin Isabella

39 40

SPECIAL! Die LichtSinfonie

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Gut zu wissen 32 34 36

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Verabschiedungen Backstage – Kinderseite Bücklein Kolumne Konzertkalender Vorverkaufsstellen

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17, 20, 30 18 26 29 48 50

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Mut KONZIL KONSTANZ Freitag, 6. Dezember 2019 _ 19.30 Uhr Sonntag, 8. Dezember 2019 _ 18 Uhr SALA VERDI MAILAND Mittwoch, 11. Dezember 2019 _ 20.45 Uhr Ari Rasilainen Chefdirigent Kar ten und Informationen in der Saisonbroschüre Seite 85

Konzerteinführung Jeweils eine Stunde vor Beginn im Studio der Philharmonie mit Insa Pijanka (gilt auch für Einzelkarten).

Georg Friedrich Händel 1685 – 1759 Concerto grosso G-Dur op. 3 Nr. 3 HWV 314 Largo, e staccato – Allegro Andante Allegro Joseph Haydn 1732 – 1809 Trompetenkonzert Es-Dur, Hob VIIe: 1 Allegro Andante Finale, Allegro Pause Giuseppe Torelli 1658 – 1709 Trompetenkonzert D-Dur TV 8 Allegro Adagio Allegro Ludwig van Beethoven 1770 – 1827 Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92 Poco sostenuto – Vivace Allegretto Presto Allegro con brio

Gábor Boldoczki Trompete Marco Comin Dirigent

KONZIL KONSTANZ KARTEN €

52

Kategorie

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41 30 19 2

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Die Busfahrt zum Konzert innerhalb Konstanz ist kostenlos.


PHILHARMONISCHES KONZERT

MUT

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Erweiterte Ausdrucksmöglichkeiten Vom Concerto grosso über Solokonzerte zur triumphierenden »Apotheose des Tanzes« spannt sich der musikalische Bogen des heutigen Konzerts. Das Solokonzert der Barockzeit hatte sich in Italien aus der Praxis des mehrchörigen Musizierens an der Kirche von San Marco in Venedig entwickelt, die mit ihren verschiedenen kleinen Emporen besondere Möglichkeiten des Raumklangs schuf. Standen sich hier zu Beginn des 17. Jahrhunderts zunächst noch verschiedene Gruppen (etwa Bläser und Streicher) gegenüber, so bildete sich später die Form des Concerto grosso heraus. Hier wächst eine Gruppe von Solisten, oft zwei Violinen und Violoncello, aus dem übrigen Streichorchester heraus, ergibt sich ein Dialog, ein »disputartiger Wechsel der musikalischen Aussage« (Nikolaus Harnoncourt) zwischen Solisten und Tutti. Einer der ersten Meister des italienischen Concerto grosso war Arcangelo Corelli. Vivaldi nahm diesen Konzerttypus auf und entwickelte ihn zum Solokonzert weiter. Die eher kleingliedrigen Strukturen des Concerto grosso mit seinen häufigen Wechseln verwandeln sich in größer angelegte Solopassagen, die auch immer mehr den Solisten ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken. Entsprechend vergrößern sich die Zwischenspiele des Orchesters, im neuen Konzerttypus bildet sich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Orchestereinleitung, Ritornellen (Zwischenspielen) und Solopassagen sowie ein harmonisches Gerüst aus. Vivaldi entwickelte die Konzertform mit zwei schnellen Sätzen und einem langsamen ausdrucksvollen Satz in der Mitte und übte damit einen großen Einfluss auf seine Zeitgenossen und die auch später immer noch gültige Form des Solokonzerts aus.

Georg Friedrich Händel war in seiner Jugend

nach Italien gegangen, um den dortigen Stil in Instrumental- und Vokalmusik kennenzulernen. Wahrscheinlich hielt er sich überwiegend in Rom auf, hatte Kontakt mit den berühmten Adelsfamilien und den Künstlervereinigungen der Zeit. Von ihnen wurde er als »Il caro sassone« (der geschätzte Sachse) willkommen geheißen und in die Accademia degli Arcadi aufgenommen. Arcangelo Corelli, Domenico und Allessandro Scarlatti oder Antonio Caldara lernte er kennen, dazu

den italienischen Opernstil und die geistliche Musik. Danach verbrachte der Barockmeister aus Halle einige Jahrzehnte seines Lebens in England und wurde dort als George Frederic Handel als einer der ihrigen vereinnahmt. Die 1734 in London erschienenen Concerti grossi op. 3 nehmen zum einen die italienische Tradition mit ihren typischen bewegten Streicherfiguren wieder auf, stehen aber stilistisch zwischen dem Concerto grosso und dem Solokonzert. Die Besetzung umfasst Flöte, Oboe, Streicher, Fagott und Generalbass. Wahrscheinlich waren die Concerti grossi ebenso wie Händels Orgelkonzerte als Zwischenspiele für die Aktpausen der Oratorien bestimmt, ihre Entstehung reicht jedoch weit in Händels Jugendzeit zurück. Im Concerto grosso op. 3/3 stehen Soloflöte und Solovioline im Mittelpunkt im lebhaften Wechsel von Solo und Tutti. Zwei bewegte Fugatosätze umrahmen einen langsamen Satz mit ariosen Figuren der Flöte über den Streicherakkorden. Verglichen mit der großen Anzahl von Symphonien, Streichquartetten und Klaviersonaten, in denen Joseph Haydn im Laufe seiner Schaffensjahre am Hof von Fürst Esterházy und später als freier Komponist Maßstäbe setzte, spielen die Solokonzerte in der heutigen Konzertliteratur eine kleinere Rolle. Viel ging verloren, wurde falsch zugeschrieben oder lückenhaft überliefert. Als Komponist der höfischen Kapelle schneiderte Haydn seine Solokonzerte gemäß dem Leistungsvermögen des Solisten diesem auf den Leib, viele Werke waren Gelegenheitskompositionen und verblieben in den Händen der jeweiligen Solisten, während die Experimentierlust, die Haydns Werke in anderen Gattungen so prägte, hier weniger zum Zuge kam. Das Trompetenkonzert Es-Dur stammt aus dem Jahr 1796, also aus der späteren Zeit nach Haydns Abschied aus dem fürstlichen Dienst. Es spiegelt ein Stück Instrumentengeschichte, denn der Hoftrompeter und Instrumententüftler Anton Weidinger hatte erst kurz zuvor ein Instrument mit Klappenmechanismus entwickelt. Damit war es möglich, mehr als die bisher übliche Naturtonreihe zu spielen und die Probleme, Klang und Intonation betreffend, auszugleichen. Schon der erste Soloeinsatz mit seinen geschmeidigen Läufen muss großes Erstaunen hervorgerufen haben. Haydn war auf der Höhe seiner Kraft, hatte Erfahrungen mit seinen Londoner Meistersymphonien gesammelt, spielte mit der Verbindung von Symphonie und Solokonzert. Zur Zeit der Entstehung des Trompetenkonzerts arbeitete Haydn auch an seinem Oratorium »Die Schöpfung«, was durchaus zu hören ist: Der langsame Satz des Konzerts greift die pastorale Stimmung der Sopran-Arie »Nun beut die Flur« auf. Der bekannte Finalsatz ist ein quicklebendig übersprudelnder »Rausschmeißer« im gut gelaunten Dialog von Solisten und Orchester.

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Giuseppe Torelli (1658 – 1709) ist nicht nur der

Komponist eines berühmten Weihnachtskonzerts op. 8/6 »… per il Santissimo Natale«, er trug auch einiges zur Entwicklung des barocken Solokonzerts bei. Er entstammte einer angesehenen Künstlerfamilie und erhielt seine Ausbildung wahrscheinlich im Umfeld des hoch angesehenen Orchesters von San Petronio in Bologna. Im Alter von 26 Jahren wurde er Mitglied der sehr geschätzten Accademia Filarmonica in Bologna und wirkte als Violaspieler im Orchester der Oper. Der durchreisende Markgraf von Ansbach engagierte Torelli als Kapellmeister seiner Hofkapelle, für zwei Jahre war er auch in Wien tätig, bevor er sich 1701 wieder in Bologna niederließ. Hier in Bologna war an der riesigen Basilika San Petronio seit 1665 eine lange Tradition festlicher Bläsermusik entstanden, denn alljährlich wurde zum Fest des Schutzheiligen am 4. Oktober etwas für den Festgottesdienst neu komponiert. So stammt ein großer Teil aller erhaltenen italienischen Sonaten, Symphonienund Konzerte für und mit Trompeten von hier. Dazu wirkte in den Jahren zwischen 1679 und 1699 regelmäßig der virtuose Trompeter Pellegrino Brandi in der Dommusik mit. In den Archiven von San Petronio liegen allein von Giuseppe Torelli 17 Werke für eine, 23 für zwei und 2 Werke für vier Trompeten und Orchester, die er meist als »Sonata« oder »Sinfonia« betitelte. Zum Concerto D-Dur schreibt Edward Tarr: »Das sogenannte Concerto von Torelli gehört nicht zu der großen in Bologna überlieferten Manuskriptsammlung; vielmehr erschien es um 1715 als sechstes in einer Reihe von Konzerten von Bitti, Vivaldi und Torelli bei Etienne Roger in Amsterdam ... Dieses Konzert mit seinen markanten Themen und seiner motorischen Rhythmik gehört heute zu Recht zu den Hauptwerken des Trompetenrepertoires.«

Nach dem barocken Glanz reißt uns die ungeheure Energie der siebten Symphonie von Ludwig van Beethoven mit. Susanne Stähr fasst die Reaktionen auf das Werk so zusammen: »Revolution und Befreiung, Sieg und Triumph, Rausch und Freudentaumel: Kaum ein anderes Werk der Musikgeschichte wird so stark mit ekstatischen Gefühlen in Verbindung gebracht und auch mit politischen Motiven aufgeladen wie Ludwig van Beethovens Siebte Symphonie. Richard Wagner bezeichnete sie als »Apotheose des Tanzes«, Hector Berlioz glaubte aus dem ersten Satz einen Bauernreigen, eine »Ronde des Paysans« herauszuhören; der Musiktheoretiker Adolf Bernhard Marx fühlte sich an das »Fest eines Kriegervolkes« erinnert, der Musikkritiker Paul Bekker attestierte der Siebten »dionysische Dämonie«. Und die mit Beethoven befreundete Schriftstellerin Bettina von Arnim stellte sich gar vor, zu den Klängen dieser Musik »den Völkern mit fliegender Fahne voranziehen zu müssen«. Lassen Sie sich tragen, hineinziehen in den unablässigen Wirbel der Rhythmen, in die so fein differenzierte Melancholie des Allegrettos an zweiter Stelle, in dem ein Pilgerchor vorbeizuziehen scheint, an- und abschwillt und zweimal an das hoffnungsvolle Terzett aus »Fidelio« erinnert. Der Deutungen gibt es viele und Beethovens Urkraft hat an Unmittelbarkeit nichts verloren – auch exakt 206 Jahre nach ihrer Uraufführung am 8. Dezember 1813.

»Revolution und Befreiung, Sieg und Triumph, Rausch und Freudentaumel«

Katharina von Glasenapp


PHILHARMONISCHES KONZERT

MUT

Gábor Boldoczki

Trompete

Der im ungarischen Kiskırös aufgewachsene Gábor Boldoczki ist mit seinem Trompetenspiel die Ausnahmeerscheinung seiner Generation. Auch die internationale Presse feiert ihn regelmäßig als grandiosen Trompetenvirtuosen. Im Rahmen seiner Tourneen gastiert er zusammen mit namhaften Orchestern, u.a. Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Konzerthausorchester Berlin, Czech Philharmonic, Wiener Symphoniker und international bedeutenden Kammerorchestern, sowie bei Gala-Konzerten mit Edita Gruberova. Als erster Trompetensolist weltweit interpretierte Gábor Boldoczki bei den Salzburger Festspielen die Trompetenkonzerte von Michael Haydn. Danach titelten die Salzburger Nachrichten: »Leichtzüngige Artikulation, höchste Beweglichkeit, extrem sicherer Ansatz, Koloraturkunst ... ein Solist von solchem Rang veredelt jedes Musikwerk.« Neben seinem aktuellen Album »Bohemian Rhapsody« spielte er exklusiv für SonyClassical mehrere Alben ein. Für sein Album »Oriental Trumpet Concertos« wurde er mit dem ICM Award für die beste zeitgenössische Einspielung und jüngst mit dem ECHO Klassik als »Instrumentalist des Jahres« ausgezeichnet. Gábor Boldoczki ist gefragter Solist für zeitgenössische Musik und deren Uraufführungen. Ihm wurde der Titel »Doctor Liberalium Artium« von der Franz-LisztMusikakademie Budapest verliehen, an der er als Professor im Fach Trompete lehrt. Des Weiteren wurde Boldoczki mit dem »Franz-Liszt -Ehrenpreis«, der höchsten Auszeichnung des ungarischen Kultusministeriums im Fach Musik, und mit dem Ehrenpreis »Musician of the Year« der Ungarischen Akademie der Künste, ausgezeichnet. Sein vielseitiges Repertoire reicht von Bach bis Penderecki, von Vivaldi über Schostakowitsch bis Hindemith, Takemitsu, Ligeti und Arvo Pärt. Gábor Boldoczki spielt auf B&S-Instrumenten.

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Marco Comin

Dirigent

Geboren in Venedig, gehört Marco Comin zu den spannendsten Dirigenten der neuen Generation. Seine Interessen und Vorlieben reichen von der Aufführungspraxis der Barockmusik bis zum großen Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts. Zu Hause sowohl im Konzert- als auch im Opernrepertoire vermag er mit packenden, emotionalen und höchstsensiblen Interpretationen zugleich zu begeistern. Von 2012/2013 bis 2016/2017 war Marco Comin Chefdirigent des Staatstheaters am Gärtnerplatz in München. Hier wurde er von Publikum und Presse für seine Interpretationen gefeiert und leitete sehr erfolgreiche Barockkonzertserien. Der Großteil der von ihm in München geleiteten Produktionen wurde sowohl mit der Rose der tz München als auch mit dem Stern der Münchner Abendzeitung prämiert. Oper-Gastdirigate führten ihn unter anderem an die Ungarische Staatsoper Budapest, an die Staatsoper Stuttgart, die Oper Graz, die Komische Oper Berlin sowie an das Theater Bremen. In seiner Heimatstadt studierte Marco Comin Klavier und Komposition am Conservatorio di Musica »Benedetto Marcello« sowie Geschichte an der Università Ca’ Foscari. Gleich nach Abschluss seines Dirigierstudiums an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« in Berlin wurde Marco Comin als Zweiter Kapellmeister am Deutschen Nationaltheater in Weimar engagiert. 2008 wurde Marco Comin erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Staatstheater Kassel. Als Gastdirigent arbeitete Marco Comin auf dem Konzertpodium u. a. mit den Münchner Philharmonikern, der Nordwest Deutschen Kammerphilharmonie, der Philharmonie Essen, der Mecklenburgischen Staatskapelle und der Jenaer Philharmonie und mit prominenten Solisten wie der Pianistin Ragna Schirmer und dem Startenor Klaus-Florian Vogt zusammen.


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GENIAL

TA N Z

GENIAL II Tanz Beethoven und der Tanz Richard Wagner hat die siebte Symphonie Ludwig van Beethovens als »Apotheose des Tanzes« beschrieben – wird man doch, sobald sich die langsame Einleitung in ein pulsierendes Vivace umgewandelt hat, mitgerissen von einem immer neu belebten Freudentaumel. Inmitten der vor Energie nur so strotzenden schnellen Sätze ist der zweite ein sacht tänzelndes Allegretto im Zweivierteltakt – sicher können Sie, liebes Publikum, gleich einstimmen in die Melodie: Robert Schumann sah ein Brautpaar beim Einzug in die Kirche, Arnold Schering hörte ein Requiem für Mignon, die zarte Mädchenfigur aus Goethes »Wilhelm Meister«. Manchmal, je nach Tempo – und die Wahl des Tempos ist bei Beethoven immer noch Stoff für Diskussionen-, kann sich dieser Satz in einen bedeutungsschweren Trauermarsch verwandeln. Eigentlich aber ist er mit Allegretto überschrieben, und das hat etwas Leichtes, Heiteres in sich. In den übrigen Sätzen kann man sich hineinziehen lassen in den Wirbel der Rhythmen und Akzente, die den Hörer und die Hörerin atemlos zurücklassen – danach zu tanzen, bleibt wohl den Profis vorbehalten: Einige Choreografen haben sich von der siebten Symphonie inspirieren lassen. Doch auch in anderen Werken Beethovens findet sich Tanzbares. Drei Jahre nach seiner Übersiedlung nach Wien erhielt er den Auftrag, für den Ball der Pensionsgesellschaft bildender Künstler in den Redoutensälen der Wiener Hofburg allerlei gesellige Tänze zu schreiben. Beethoven hat diese Tänze zwar nicht mit einer Opuszahl versehen, doch sind sie zum Teil in andere Werke eingegangen – erinnert sei nur an den Kontratanz, der im Ballett »Die Geschöpfe des Prometheus« und im Finale der dritten Symphonie, der »Eroica«, bodenständigen Schwung widerspiegelt. Kürzere Tänze finden sich als »Ecossaisen« (Schottische) unter den Klavierstücken. Traditionell fügt Beethoven natürlich auch in seine Klaviersonaten, Kammermusikwerke und Symphonien Menuette oder Scherzi ein, doch zum Tanzen sind sie wohl nicht gedacht oder geeignet. Katharina von Glasenapp

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KONZIL KONSTANZ S a m s t a g , 7. D e z e m b e r 2 0 1 9 _ 1 8 U h r

Ludwig van Beethoven 1770 – 1827 Symphonie Nr. 7 A-Dur op. 92

Insa Pijanka Moderation Marco Comin Dirigent


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SITZKISSENKONZERT

SPEICHERSAAL KONZIL S a m s t a g , 7. D e z e m b e r 2 0 1 9 _ 1 1 u n d 1 5 U h r

Der allerkleinste Tannenbaum SITZKISSENKONZERT AB 4 JAHREN

Einsam und traurig steht der kleine Tannenbaum im Wald. Seine großen Brüder wurden alle zum Weihnachtsfest in die Stadt geholt, nur er wurde einfach stehen gelassen. Dabei würde er doch so gerne am Heiligabend geschmückt mit Kerzen ein Haus erleuchten. Aber bald kommen Vogel und Esel vorbei und trösten das Bäumchen. Ein frecher Fuchs taucht auf, und dann fängt es auch noch an zu schneien – beste Voraussetzungen für ein etwas anderes, ganz besonderes Weihnachtsfest!

Anna Hertz Spiel und Regie Circolo Quartett Kyoko Tanino Violine Pawel Katz Violine Margit Bonz Viola John Wennberg Violoncello

KARTEN Kinder 5 / Erwachsene 10 / Familien 20 Euro Freie Platzwahl

DRUCKFRISCH

Unser Kalender für die ganze Familie mit Illustrationen von SUSANNE SMA JIĆ

Sie erhalten unseren immerwährenden Kalender ab sofort für 10 Euro bei allen Kinderkonzerten, sowie im Abo- und Kartenbüro der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz (Mo bis Fr 9 – 12.30 Uhr)

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W E I H N A C H T S O R AT O R I U M

ZUM MITSINGEN

LUTHERKIRCHE KONSTANZ Freitag, 20. Dezember 2019 _ 19.00 Uhr _ Probe _ 16.30 Uhr

JOHANN SEBASTIAN BACHS

Weihnachtsoratorium  zum Mitsingen KANTATEN I–III

»Vom Himmel hoch«

Wir laden ein zu einem musikalischen Miteinander in die Lutherkirche. Das Weihnachtsoratorium erklingt als Singalong – das Publikum erhält die Möglichkeit, nach einer vorbereitenden Probe in die Choräle einzustimmen.

Mechthild Bach Sopran Zografia Maria Madesi Alt Nik Kevin Koch Tenor Konstantin Wolff Bass Michael Stadtherr Leitung Bach-Chor Konstanz Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

INFO UND ANMELDUNG ZUM MITSINGEN DER CHORÄLE susanne.schlegel-creutzburg@konstanz.de KARTEN 24 / erm. 12 Euro Auch wenn Sie mitsingen, brauchen Sie eine Karte.


FAMILIENKONZER T

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LUTHERKIRCHE KONSTANZ Samstag, 21. Dezember 2019 _ 14 und 16 Uhr

Weihnachtsoratorium  für Kinder AB 6 JAHREN

Wie die Hirten das Kind in der Krippe fanden oder warum das Christkind beim Klang der Oboe am besten einschlafen kann. Ein Weihnachtsoratorium für Kinder mit den Texten von Michael Gusenbauer (Carus Verlag). Musik aus den Kantaten I–III aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach. »Vor ziemlich langer Zeit hat ein Komponist sich so über das Christkind gefreut, dass er uns die Geschichte noch einmal in seiner Musik erzählen wollte. Und diese Musik ist so wunderschön, dass man sie heute noch oft zu Weihnachten spielt. Die Geschichte beginnt auf einem Feld, in der Nacht …«

Julia Katterfeld Erzählerin Zografia Maria Madesi Alt Nik Kevin Koch Tenor Konstantin Wolff Bass Michael Stadtherr Dirigent Bach-Chor Konstanz Kinderchor Paradies Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

KARTEN Kinder 6 / Erwachsene 12 / Familien 25 Euro Freie Platzwahl


14 MILCHWERK RADOLFZELL Sonntag, 15. Dezember 2019 _ 18 Uhr

BODENSEEFORUM KONSTANZ Samstag, 28. Dezember 2019 _ 19.30 Uhr

Winter Wonderland

Part I

Part 2

ORCHESTRA

DEAN & GIRLS

Little X-Mas Overture

It’s Beginning To Look A Lot Like Christmas

FRANK, DEAN, SAMMY & GIRLS

SAMMY & GIRLS

JUDITH

JUDITH & MEN

Santa Claus Is Coming To Town

Candy Man Santa Baby

Sleigh Ride

DEAN & KATJA

FRANK

Frosty The Snowman

Baby It’s Cold Outside

SAMMY & TABEA

SAMMY

Feliz Navidad

The Christmas Song

FRANK

FRANK, DEAN, SAMMY & GIRLS Let It Snow, Let It Snow, Let It Snow

Little Drummer Boy

FRANK, DEAN, SAMMY

DEAN

Winter Wonderland

Silent Night

DEAN & GIRLS

FRANK & DEAN

Jingle Bells

Well, Did You Evah

DEAN & GIRLS

SAMMY

Mele Kalikamaka

Rudolph The Red Nosed Reindeer

FRANK, DEAN, SAMMY & GIRLS

FRANK & JUDITH

Have Yourself A Merry Little Christmas

I’ll Be Home For Christmas

FRANK

FRANK, DEAN, SAMMY & GIRLS

It’s The Most Wonderful Time Of The Year

The Man With The Bag

BODENSEEFORUM KONSTANZ KARTEN €

  38

Kategorie

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28 2

18 3

MILCHWERK RADOLFZELL 6

KARTEN €

  29

Schüler

Kategorie

1

25 2

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6 Schüler


UNLIMITED II

WINTER WONDERLAND

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» Have yourself a  merry little christmas « Weihnachten mit dem Rat Pack »Singing is for sissies!« – hätte Frank Sinatra auf den Ausruf seines Vaters gehört, wäre die Musikgeschichte nicht nur um einen der größten Entertainer der Welt gebracht worden, sondern auch um eines der legendären Gesichter des Rat Pack, deren unvergessene Versionen berühmter Weihnachtssongs noch heute zu einem gemütlichen Winterabend gehören.

Nigel Casey, Henrik Wager, Andreas Wolfram The Pack Katja Friedenberg, Judith Lefeber, Tabea Henkelmann Ladys Frank Pecher Gitarre Heiko Pape Bass Donato Deliano Klavier Andy Pilger Drums Insa Pijanka Host Gordon Hamilton Dirigent Sybille Pfeiffer Bühne und Kostüme Martin Yates, Tobias Geismann Arrangements Es spielt die Südwestdeutsche Philharmonie

Mitte der 50er-Jahre war The Rat Pack eine Gruppe befreundeter Musiker und Schauspieler um Humphrey Bogart, dessen Frau Lauren Bacall, so sagt man, den Ausdruck Rat Pack prägte, nachdem sie die Jungs von einem Ausflug nach Las Vegas zurückkehren sah: »You look like a goddamned rat pack!« Noch immer kursieren die verschiedensten Versionen über die Gründungsgeschichte des Rat Pack. Sicher ist jedoch: Um Mitglied dieser umtriebigen Clique zu werden, sollte man schon eine gewisse Trinkfestigkeit an den Tag legen, gern die Nacht durchfeiern, einen besonderen Sinn für Humor haben und sich wenig darum scheren, was andere darüber denken. So heißt es in der von Humphrey Bogart verfassten Gründungsurkunde der damals noch als »Holmby Hills Rat Pack« bekannten Formierung: »Die Zeit totschlagen, Unabhängigkeit beweisen, viel Selbstbewunderung an den Tag legen und die Haltung wahren, dass all die anderen uns egal sind.« Gesagt, getan. Legendär wurde The Rat Pack jedoch erst nach Bogarts Tod und durch die gemeinsame Liebe zu Musik, Entertainment und Show. Zu Beginn der 1960er-Jahre, während der Dreharbeiten zum Film Ocean’s Eleven in Las Vegas, machten Frank Sinatra, Sammy Davis Jr. und Dean Martin im Hotel Sands die Nacht zum Tag und versackten regelmäßig im hauseigenen Casino. Als eines Abends Dean Martin auf die Bühne ging, um seine Lieder zu singen, hatten Sinatra und Sammy Davis Jr. nichts anderes zu tun, als aus dem Publikum heraus zu stören. Sie riefen dazwischen, machten Witze über seinen Auftritt und lachten lauthals über den zuerst noch irritierten Kollegen. Als Martin schließlich auf die beiden reagierte, war das Publikum schon mittendrin und eine der größten Entertainment-Shows war geboren, die von da an zum festen Bestandteil des abendlichen Unterhaltungsprogramms im Sands wurden. Die Hits der weltberühmten Entertainer haben bis heute nichts an Glanz verloren. »New York, New York« oder auch »Mr. Bojangles« sind Klassiker, die noch immer das Publikum begeistern. Besonders zur Weihnachtszeit ertönen aus vielen Lautsprechern ihre swinging Hits. »Jingle Bells«, »Let it snow! Let it snow! Let it snow!« oder »Baby it‘s cold outside« dürfen an keinem gemütlichen Dezemberabend fehlen. Ein kurzes Gespräch zwischen Frank Sinatra und Dean Martin zeigt, wie es bei den Herren damals auf der Bühne zuging. »Ich hab ‘ne Idee. An Heiligabend, wenn wir alle bei dir sind, kletterst du um Mitternacht aufs Dach, rutschst den Kamin runter und überraschst alle.« »Was für ne Überraschung? Das mache ich jede Nacht«, entgegnete Dean Martin ... Weihnachten mit dem Rat Pack war immer eine ganz besondere Party und ist noch heute eine Zeitreise ins verschneite Las Vegas der 60er-Jahre.

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» A little Christmas Dictionary Christmas Carol, Weihnachtslied, vom altgriechischen choros – im Kreis tanzen – und vom altfranzösischen carole – Lied, das einen Tanz begleitet. Heute wird Carol hauptsächlich für die Bezeichnung von Weihnachtsliedern verwendet. Carol Singers ziehen in der Weihnachtszeit von Tür zu Tür, um Geld für gute Zwecke zu sammeln. Auch »A Christmas Carol«, Erzählung von Charles Dickens mit unzähligen Verfilmungen. Christmas

Stocking, Weihnachtsstrumpf, wird am Weihnachtsabend am Kamin aufgehängt und über Nacht für die Kinder mit Geschenken gefüllt. Entstehungslegende: Ein armer Vater hatte drei unverheiratete Töchter, für die er sich keine Aussteuer leisten konnte. Santa Claus erfuhr von ihrem Schicksal und füllte nachts ihre Strümpfe, die sie am Kamin zum Trocknen aufgehängt hatten, mit Gold. Am Morgen erwachten die drei, entdeckten das Gold und hatten endlich ihr Brautgeld. So konnten sie heiraten und lebten glücklich …

Christmas Tree, Weihnachtsbaum, erste Belege für das Aufstellen eines solchen stammen aus dem 16. Jhd. Im 19. Jhd. verbreitete sich der Brauch von Deutschland aus über die ganze Welt. Ende November wird der größte Weihnachtsbaum der Welt am Rockefeller Center in New York aufgestellt, die letzten Meilen des Transports werden live im Fernsehen übertragen. Am ersten Dezember-Samstag werden die über 20.000 Lichter durch Bürgermeister und Gouverneur zum Leuchten gebracht.

Eggnogg, auch Egg nog oder Egg flip, alkoholhaltiges Getränk mit Ei und Milch oder Sahne. Meist mit Rum, Brandy oder Whiskey hergestellt und heiß zu verzehren. Seit dem 19. Jahrhundert traditionelles Getränk für Weihnachten und Neujahr in den USA und Kanada. Finnland, angeblich wahre Heimat des Weihnachtsmannes (auch Santa Claus). In Rovaniemi sammelt der Weihnachtsmann das ganze Jahr die Wünsche der Kinder und überwacht Herstellung und Verpackung der Geschenke. Das Weihnachtspostamt bei Rovaniemi bearbeitet und beantwortet Briefe an den Weihnachtsmann von Kindern aus aller Welt.

Jingle Bells, Original-Titel »One Horse Open Sleigh«. James Lord Pierpont schrieb den Song 1857 für einen Thanksgiving-Gottesdienst in einer Kirche in Savannah, Georgia, wo er Organist war. Der Song kam so gut an, dass er an Weihnachten ebenfalls gespielt wurde und dann seinen Weg zu einem der beliebtesten Weihnachts-Songs antrat.

Mistletoe, der Kuss unter dem Mistelzweig, ist amerikanische und englische Weihnachtstradition, der Mistelzweig also beliebte Weihnachtsdekoration für Verliebte und solche, die noch auf der Suche nach dem Traumpartner sind. Der Brauch erscheint umso romantischer, wenn man die germanische Sage kennt, die sich um die Mistelbeeren rankt. Danach bestehen sie aus den Tränen der Liebesgöttin Freya.

Rudolph the Red-Nosed Reindeer, Rudolph mit der roten Nase, wohl berühmtestes Rentier der Welt. Eines von insgesamt neun Rentieren, die den Schlitten des amerikanischen Santa Claus ziehen. Die anderen acht heißen: Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donder und Blitzen.

Santa Claus, von niederländisch Sinterklaas = Sankt Nikolaus. Geht auf den Bischof Nikolaus von Myra (in der heutigen Türkei) im 4. Jhd. zurück, der sein Vermögen den Armen spendete. Santa Claus bringt in den USA am 25. Dezember die Geschenke und entspricht dem Weihnachtsmann. Sein heutiges Aussehen mit rot-weißem Mantel, Pelzkragen und weißem Rauschebart trägt der Weihnachtsmann wohl schon seit den 1920er-Jahren. Weltweit populär gemacht hat dieses Outfit die Coca Cola Company: Ab 1931 warb Santa Claus intensiv für das bekannte Erfrischungsgetränk des Unternehmens.

Thanksgiving, Form des Erntedankfestes, wird in den USA am vierten Donnerstag im November gefeiert und läutet den Beginn der Weihnachtszeit (und der Weihnachtseinkäufe!) ein. X-Mas, die Abkürzung geht vermutlich auf den griechischen Buchstaben Chi (X) zurück, seit frühchristlicher Zeit Abkürzung für das Wort Christos. Der Verein Deutsche Sprache (VDS) wählte X-Mas 2008 als »das überflüssigste und nervigste Wort des Jahres in Deutschland«.


VERABSCHIEDUNG

PETER GRAF

BIO

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Peter Graf Peter Graf, Kontrabass Geboren 1954 in Barsinghausen; Studium am Mozarteum in Salzburg, anschließend Diplom an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Seit 1985 in Konstanz als Kontrabassist der Südwestdeutschen Philharmonie mit Unterbrechungen für Auslandsaufenthalte beim Symphonieorchester von Kuala-Lumpur, Malaysia.

Lieber Peter, bereits vor 14 Jahren, als ich neu in die Philharmonie kam, bist du mir aufgefallen – ein cooler, lässiger Typ, ein routinierter Musiker, den nichts aus der Ruhe bringt. Du hast deine Gelassenheit über die Jahre behalten und bist für mich auch heute noch genauso »cool« wie damals. Dich jetzt »schon« zu verabschieden, kann ich kaum glauben! Wir, die Kontrabass-Gruppe als kleine Familie, ergänzen uns nicht nur, wir beeinflussen uns bewusst oder unbewusst gegenseitig. Es gibt vieles, das ich von dir gelernt habe (dafür danke ich dir), und ich bin glücklich, dass wir zusammen gespielt haben. Ich wünsche dir noch sehr viele glückliche Jahre und dass dir die Musik nicht allzu sehr fehlen wird. Und denk immer dran: Der letzte Ton ohne Akzent! :) Csaba Dimén

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Dessislava Kepenerova Schlagzeugerin

BIO Paul Straessle

Dessislava Kepenerova ist geboren und aufgewachsen in Bulgarien. Ihre musikalische Grundausbildung erhielt sie am Musik-Gymnasium Sofia. Darauf folgte das Studium am Richard-Strauss-Konservatorium München sowie an der Universität der Künste Berlin.

Pauker

STELLE BIO Paul Straessle studierte Musik an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) und war anschließend erster Schlagzeug-Akademist im TonhalleOrchester Zürich. Es folgten europaweite Tourneen mit dem Gustav-Mahler-Jugendorchester und daraus resultierend ein künstlerisches Aufbaustudium an der Universität der Künste Berlin. Seine ersten Anstellungen als Orchestermusiker hatte Paul Straessle am Opernhaus Zürich sowie in der Argovia-Philharmonie. Seit 2004 ist er 1. Solo-Pauker der Südwestdeutschen Philharmonie sowie gern gesehener Gast in diversen Spitzenorchestern & Ensembles in ganz Europa.

STELLE Stimmführer & Solist an der Solo-Pauke sowie TAKT-(An-)geber @ Fachbereich »Rhythmus«

Solo-Schlagzeugerin mit Verpflichtung zur Pauke. Meine Aufgabe ist, die Schlagwerk-Instrumente zu bedienen. Die Fell-Instrumente wie z. B. Kleine Trommel, Große Trommel und manchmal auch die Pauken, sowie die Mallets-Instrumente wie Xylophon, Glockenspiel, Vibraphon und Marimbaphon …

Schlagwerk umfasst ja eine Vielzahl von Instrumenten. Was ist das ungewöhnlichste Instrument, welches Sie bislang spielen mussten? KEPENEROVA Zum Beispiel 2 Oktaven chromatisch gestimmte Cowbells, Steeldrums,

und Boo-Bams. Und manchmal Klänge aus dem Alltag wie Schleifpapier, Müll-Container, Papier zerreißen, und einmal musste ich in einem Stück wie ein Hund bellen. STRAESSLE Auf gestimmten Weingläsern am Rand den »endlosen« reinen Glas-Ton drehen (reiben) …

Kaffee oder Tee? KEPENEROVA Kaffee STRAESSLE Kaffee

Frühstück?

KEPENEROVA Nur Kaffee! STRAESSLE Brunch! PIJANKA

Liebe Kollegen, können Sie uns einen besonders herausfordernden Moment Ihrer Tätigkeit beschreiben, damit wir uns ein Bild machen können? KEPENEROVA Beethovens 9 in Turin im Stadion vor großer Kulisse und mehreren

Tausend Zuhörern. STRAESSLE Da unsere Schlaginstrumente immer nur »auf den Punkt« genau spürund hörbar sind, ist für mich jeder Moment, ob Probe oder Konzert, immer eine besondere Herausforderung! Täglich auf Knopfdruck an der richtigen Stelle kunstvoll »schlagen« hält mich glücklicherweise wach & fit . Und natürlich die »Burleske« von Richard Strauss im Sonderkonzert (Februar 2020) mit der Solo-Pauken-Einleitung und dem genialen Dialog Pauke-Klavier …

Balkonien oder Reise? KEPENEROVA Reise

STRAESSLE Balkonien bis zur Midlife, Sabattical dazwischen, Reisen im Alter …

Schönster Platz in Konstanz?

KEPENEROVA Der Blick von der alten Rheinbrücke, über den See Richtung Alpen. STRAESSLE Dach-Terrasse Hotel VivaSky mit Weitblick auf den Bodensee.

Bester Platz auf der Welt/schönste, nachhaltigste Erinnerung? KEPENEROVA Die Heimat

STRAESSLE Schwarzer Vulkan-Felsen auf »La Palma« (Kanarische Inseln) mit Sicht aufs offene Meer (Atlantischer Ozean).


B A C K S TA G E

D E S S I S L AVA K E P E N E R O VA PA U L S T R A E S S L E

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Zum neuen Paukensatz … Der neue Konzert-Paukensatz der Südwestdeutschen Philharmonie wurde in zweijähriger Handarbeit »Made in Germany« in der Berliner Paukenwerkstatt »Hardtke« gefertigt. Die Berliner Instrumente werden auf internationalem SpitzenNiveau in aller Welt gehandelt und ergänzen in Konstanz in idealer Weise die Kultivierung und Weiterentwicklung des professionellen Klangkörpers! Sie wollen unsere neuen Pauken live erleben? Besuchen Sie unser Konzert »Alles Walzer!« (siehe Seite 42).

See, Berge oder Meer?

KEPENEROVA Den See hab ich jeden Tag, die Berge sind auch nicht weit, daher würde ich sagen das Meer. STRAESSLE »Wenn ich den See seh, brauch ich kein Meer mehr …!?«

Churchill no sports oder selbst aktiv?

Kammermusik oder Orchesterliteratur? KEPENEROVA Beides!

KEPENEROVA Selbst aktiv

STRAESSLE Am Schlagzeug Kammermusik, an den Pauken die große Orchesterliteratur.

STRAESSLE 365 Tage radeln, den Sommer über zusätzlich schwimmen im Bodensee und natürlich öfters »Pauken schleppen«!

Lieblingsinstrument?

Bestes/ungewöhnlichstes Erlebnis im Job

KEPENEROVA Das »Ungewöhnlichste«: im Schwimmbad oder im Bierzelt zu spielen! STRAESSLE Richard Strauss »Zarathustra« an der Solo-Pauke.

Routine, Rituale zum Tagesbeginn/zum Dienstende?

KEPENEROVA Mallets-Instrumente

STRAESSLE Konzert-Pauken/Timpani

Lieblingskomponist? KEPENEROVA Sehr viele …

STRAESSLE Ludwig van Beethoven

KEPENEROVA Früh aufstehen, Kaffee, üben/vorbereiten und vor der Probe einspielen … Zum Dienstende heimfahren und etwas Leckeres kochen. STRAESSLE 10 Paar Pauken-Schlegel fein säuberlich ordnen und spielbereit machen …

Früher Vogel oder Nachteule?

Warum lieben Sie Ihren Job?

Lesen oder fernsehen?

STRAESSLE Leidenschaft (er-)leben!

STRAESSLE Lesen

Besondere Herausforderungen Ihrer Tätigkeit?

Lieblingsautor?

an die verschiedenen Schlaginstrumente mit sich bringt, immer auf einem hohen Niveau zu erfüllen. STRAESSLE Wenns über 100 Pausentakte zu zählen gibt und dann »Der Treffer« …

STRAESSLE »Das Leben«

Alte oder neue Musik?

KEPENEROVA Liebes Publikum, es ist so schön, für euch zu spielen. Danke für euer

KEPENEROVA Weil ich meine Leidenschaft zum Beruf machen durfte.

KEPENEROVA Die Anforderungen, welche die Orchester- und Kammermusik-Literatur

KEPENEROVA Gute Musik!

STRAESSLE »Romantische«!

KEPENEROVA Sehr früher Vogel STRAESSLE Nachteule

KEPENEROVA Beides

KEPENEROVA Tom Wolfe

Noch etwas, das Sie den Lesern mitgeben möchten?

Interesse und eure Treue! STRAESSLE Wir »schlagen« die Percussion-Instrumente nicht – wir »spielen« sie …


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VERABSCHIEDUNG

GABY GERICKE

Gaby Gericke

Gaby Gerickes Laufbahn beim Orchester begann 1987, als sie die Organisation der Internationalen Musiktage sowie die Werbung und Pressearbeit beim damaligen Bodensee-Symphonie-Orchester übernahm. Die Musiktage wurden 1989 zum Bodensee-Festival umgewidmet und mit einer Klangwolke am Seerhein feierlich eröffnet. 1993 zog sich die Stadt teilweise von der Beteiligung am Festival zurück, womit die damit verbundene OrganisationsStelle überflüssig wurde. Weiterhin gebraucht wurden Marketing sowie Öffentlichkeitsarbeit, und so wurde dies ab 1994 ihr Aufgabenbereich. Bald kam der Wunsch der Orchesterleitung nach computergestützten Lösungen bei der Abo-Verwaltung, die von Frau Gericke mit- und weiterentwickelt wurden. Im Jahr 2004 wurde das bis heute eingesetzte Verkaufssystem für Abos und Einzelkarten installiert und von Gaby Gericke administrativ betreut. Mit aktuell über 3000 Abonnenten hat die Philharmonie einen treuen Kundenstamm, der sich trotz der schwierigen Akustik im Konzil an den Konzerten des Orchesters erfreut.

TÄTIGKEIT Frau Gericke, wie viele Geschäftsführer/Intendanten haben Sie während Ihrer Tätigkeit bei der Südwestdeutschen Philharmonie kennengelernt? Na, so knapp zehn in den vergangenen 32 Jahren waren es schon. Also im Schnitt alle drei bis vier Jahre einen neuen Chef. 32 Jahre beim Orchester, was ist Ihre schönste Erinnerung? Das war 1989 bei einer Tournee nach Tschechien, wo wir in Prag in der Deutschen Botschaft spielen sollten. Am Tag unserer Ankunft stellte sich heraus, dass der Auftritt dort nicht möglich war, weil die Botschaft und der ganze Garten mit ausreisewilligen DDR-Bürgern belegt waren. Das Orchester ist ohne Murren in einen anderen Saal ausgewichen und das Konzert war großartig! Zwei Tage später hat der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher vom Balkon der Botschaft die Bewilligung zur Ausreise verkündet, die im Jubel der Menschen unterging. Seither bewundere ich unsere Musiker, wie sie trotz vielfältiger Eindrücke und teilweise großem Stress eine derart professionelle Leistung auf die Bühne bringen. Wird Ihnen im Ruhestand etwas fehlen? Wahrscheinlich nicht. Durch unsere zwei Hunde und einen großen Garten habe ich immer was zu tun und auch schon etliche Pläne für die zukünftige Freizeit. Vermissen werde ich aber sicher die Kontakte zu den Abonnenten, die ich zum großen Teil persönlich kenne. Auch meine Kolleginnen und Kollegen, man wächst im Laufe der Jahre zusammen. Aber ich bin nicht aus der Welt und werde sicherlich mal das eine oder andere Konzert besuchen.

Was hat Ihnen bei Ihrer Arbeit nicht gefallen? Die Finanzkrisen und deren Auswirkungen, die wir als Arbeitnehmer hinnehmen mussten und nicht beeinflussen konnten. Das waren große Belastungen. Auch die Berichterstattung darüber und heute noch, wie in der Presse damit umgegangen wird. So etwas kann ich nicht gutheißen. Was möchten Sie dem Orchester mitgeben? Unsere Musiker verdienen einen Konzertsaal, in dem ihr Können voll zur Geltung kommt. Es ist für ein kulturelles Oberzentrum wie Konstanz sehr schade, dass ein adäquater Raum für die Auftritte des Orchesters fehlt. Deshalb möchte ich an meine Kollegen appellieren, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und weiter für eine angemessene Spielstätte zu kämpfen. Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Vor allem Gesundheit und Tatkraft für die geplanten neuen Projekte. Für das Orchester endlich einen brauchbaren Konzertsaal in Konstanz. Und Frieden für die Welt *zwinkert*.


VON MEISTERKURS BIS KL ASSIK AM SEE

NEUJAHRSKONZERT

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GRAF-BURCHARD-HALLE FRICKINGEN Mittwoch, 1. Januar 2020 _ 19 Uhr

KONZIL KONSTANZ Sonntag, 5. Januar 2020 _ 18 Uhr

MILCHWERK RADOLFZELL Donnerstag, 2. Januar 2020 _ 19.30 Uhr

GRAF-ZEPPELINHAUS-FRIEDRICHSHAFEN Montag, 6. Januar 2020 _ 20 Uhr

LINDENHALLE EHINGEN Samstag, 4. Januar 2020 _ 19.30 Uhr

STADTHALLE SINGEN Samstag, 11. Januar 2020 _ 20 Uhr

Neujahrskonzert – Mythos Broadway: Wien – London – New York Eine musikalische Reise mit Werken von Johann Strauß (Sohn), Eduard Strauß, Josef Strauß, Leroy Anderson, Andrew Lloyd Webber, Richard Rodgers, Frederick Loewe, Henry Mancini und Leonard Bernstein und anderen.

Judith Caspari Sopran Insa Pijanka Moderation Ari Rasilainen Chefdirigent

Judith Caspari

Sopran

Judith Caspari wurde 1994 in Kassel geboren. In Essen studierte sie an der Folkwang Universität der Künste Gesang/Musiktheater. Von 2016 bis 2018 gehörte sie zum Jungen Ensemble des Musiktheaters im Revier Gelsenkirchen und spielte dort unter anderem die Chava in ANATEVKA oder sang die Papagena in der ZAUBERFLÖTE. In ihrer Geburtsstadt Kassel stand sie schon in THE SOUND OF MUSIC und in der Hauptrolle Maria in der WEST SIDE STORY auf der Bühne. Zudem wirkte sie bei vielen Sonderkonzerten mit. Bei der Deutschlandpremiere des Musicals ANASTASIA im November 2018 übernahm Judith Caspari die Titelrolle.

KARTEN KONZIL €

59 47 34 22

KARTEN MILCHWERK €

29 25 21

Kategorie

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3

– 4

Kevin Griffiths Dirigent in Friedrichshafen und Singen Kar ten und Informationen finden Sie in der Saisonbroschüre auf den Seiten 78-83.


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Im Schutz der Nacht KONZIL KONSTANZ F r e i t a g , 1 7. J a n u a r 2 0 2 0 _ 1 9 . 3 0 U h r Sonntag, 19. Januar 2020 _ 18 Uhr Mittwoch, 22. Januar 2020 _ 19.30 Uhr

Konzerteinführung Jeweils eine Stunde vor Beginn im Studio der Philharmonie mit Insa Pijanka (gilt auch für Einzelkarten).

Arvo Pärt * 1935 Cantus in Memoriam Benjamin Britten ÖFFENTLICHE GENERALPROBE KONZIL KONSTANZ F r e i t a g , 1 7. J a n u a r 2 0 2 0 _ 9 . 3 0 U h r KARTEN 5 Euro (an der Tageskasse im Konzil, ab 8.45 Uhr) Schüler 3 Euro bei angemeldeten Gruppen Freie Platzwahl

Benjamin Britten 1913 – 1976 Serenade für Tenor, Horn und Streicher op. 31 Pielogue Pastoral Nocturne Elegy Dirge Hymn Sonnet Epilogue Pause Dmitri Schostakowitsch 1906 – 1975 Symphonie Nr. 10 e-Moll op. 93 Moderato Allegro Allegretto Andante – Allegro

Carsten Duffin Horn Robin Tritschler Tenor Marcus Bosch Erster Gastdirigent

KONZIL KONSTANZ KARTEN €

52

Kategorie

1

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Die Busfahrt zum Konzert innerhalb Konstanz ist kostenlos.


PHILHARMONISCHES KONZERT

IM SCHUTZ DER NACHT

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»Wie davon erzählen? Wie begreiflich machen, dass das Denken, die Gefühle, die Handlungen der Menschen schlicht und brutal sind, seine Psychologie äußerst schlicht, sein Wortschatz reduziert und seine Sinne abgestumpft? Wie zeigen, dass der seelische Tod vor dem physischen Tod eintritt? Und wie den Prozess des physischen Verfalls und parallel des geistigen Verfalls zeigen? Wie zeigen, dass geistige Kraft keine Stütze sein, den physischen Verfall nicht aufhalten kann? Wie von diesen Schicksalen erzählen? Es sind ihrer Tausende, Zehntausende … Wie das Gesetz des Verfalls herleiten? Das Gesetz des Widerstands gegen den Verfall? Wie davon erzählen, dass nur die Religiösen eine vergleichsweise aufrechte Gruppe waren? Dass sich Parteimitglieder und Geistesarbeiter schneller demoralisieren ließen als andere? Worin gründet das Gesetz? In physischer Stärke? Im Vorhandensein irgendeiner Idee? Wer kommt eher um? Die Schuldigen oder die Unschuldigen? Dass der Mensch des Menschen Wolf ist und wann das so ist. An welcher letzten Grenze kommt das Menschliche abhanden? Wie von all dem erzählen?

«

Warlam Schalamow

Nein, die Nächte brachten keinen Schutz; die Ängste einer ganzen Epoche manifestierten sich in der Sowjetunion insbesondere nachts. Nachts kam der schwarze Wagen, der Aufzug. Wo würde er halten? Nachts verschwanden Menschen. Ein paar Jahre zuvor: ein junger Komponist, die größte Hoffnung des noch jungen Sowjetreiches. Verehrt, gefeiert. Ein berühmtes Foto zeigt ihn mit dem Dichter Majakowski, dem Regisseur Meyerhold und dem Künstler Rodtschenko – die Genies von vier Kunstsparten auf einem Bild! Die Rede ist von Dmitri Schostakowitsch. Die vier verband eine Vision, Begeisterung für eine Revolution, welche die Menschen befreien wollte. Den »neuen Menschen« schaffen. Künstler bauen neue Welten und dies scheint nun möglich zu sein. Die revolutionäre Abschaffung des Marktes bedeutete in den Augen vieler Künstler das Ende der Anbiederung an das Publikum, das Ende der Herrschaft des Kommerzes über die Kunst. Das Spiel war sicherlich gefährlich, aber der Gewinn schien zugleich gewaltig zu sein. Was wurde aus dieser Vision, aus diesen vier Künstlern? Majakowski hat sich 1930 selbst das Leben genommen und Meyerhold endete im Gefängnis. Rodtschenko und

Schostakowitsch überlebten, doch mit welchen Zugeständnissen …? Schostakowitsch ist der musikalische Chronist einer Epoche, seine Werke künden vom Grauen und der Grandezza des 20. Jahrhunderts. Enorme Kraft und große Verletzlichkeit liegen in ihnen so eng beieinander wie selten. Er findet eine Sprache für das Unsagbare. Doch was war geschehen? Was aus der Utopie der Revolution geworden? Mit der Jahreswende 1927/28 begann überall in der Sowjetunion ein Kampf um die Seelen der Untertanen, ein Feldzug um Deutungshoheit, der sich bis in die späte Stalinzeit fortsetzte: die Kulturrevolution. Die Kulturrevolution war keine Episode, sie war das Signum des Stalinismus. Sie sollte das Gedächtnis der Gesellschaft leeren und neu konfigurieren und die Feinde aus ihr entfernen. So verband sich die Kulturrevolution, der Traum vom »neuen Menschen«, mit einer Gewaltorgie des Terrors. Der Stalinismus. Die stalinistische Gesellschaft war eine Gesellschaft der Selektion, die Feinde in ihrer Mitte entlarvte und aus sich herausbrannte. Und so war der »neue Mensch« nicht nur eine proletarische Lichtgestalt, er wurde auch ein Denunziant. Wenn das Land um den Sozialismus kämpft, darf auch die Kunst nicht Selbstzweck sein. »Ingenieure der Seele« wird Stalin die Künstler nennen und zeigt damit deutlich die Schlagrichtung an. Der Künstler hat eine Rolle, eine Funktion im Aufbau des Sozialismus: Er soll die Menschen in positive Aufbruchstimmung versetzen. Es ist der Beginn des Sozialistischen Realismus. »Der Sozialistische Realismus, der die Hauptmethode der sowjetischen schönen Kunst darstellt, fordert vom Künstler wahrheitsgetreue, historisch korrekte Darstellung der Wirklichkeit in ihrer revolutionären Entwicklung. Wahrheitsgetreue und historische Konkretheit der künstlerischen Darstellung muss mit den Aufgaben der ideologischen Umgestaltung und Erziehung der Werktätigen im Geiste des Sozialismus verbunden werden.« (1934) Die »Realität« bestimmt sich also vom Ziel her, nicht von der vorgefundenen Situation! Die zentralen Kennzeichen des Sozialistischen Realismus sind demnach: Parteilichkeit, Volkstümlichkeit (volksnah, antiexperimentell, antiformalistisch, gefällig, verständlich), Darstellung des »positiven Helden« als Vorbild des »neuen Menschen« (nicht zu verschweigen, dass zum »positiven Helden« immer auch der Feind als innerer Schädling in Erscheinung tritt …) In der bildenden Kunst wird also wieder gegenständlich gemalt, in der Dichtung werden ordentliche Romane und Gedichte geschrieben, in die Theater zog der Muff des Naturalismus ein und in der Musik setzte man auf Nachahmung der klassischen Formen oder auf Gebrauchsmusik. Alles schön allgemeinverständlich. Die Künstler der Avantgarde, gerade noch begeistert aufseiten der Revolution, geraten ins Kreuzfeuer der Kritik. Auch Berühmtheit schützte nicht vor Angriffen, dies musste neben Schostakowitsch auch Prokofjew erfahren. 1936 erscheint in der Prawda eine Kritik über Schostakowitschs Oper »Lady Macbeth von Mzenks«, angeblich von Stalin persönlich lanciert.

»


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»

Ein Exempel wird statuiert, was wir hier erleben ist nichts weniger als das Ende der sowjetischen Avantgardekunst. »Der Komponist der Lady von Mzensk musste die nervöse, verkrampfte, epileptische Musik des Jazz entlehnen, um seinen Helden Leidenschaft zu verleihen.« Schostakowitsch als Krankheit des »gesunden Volkskörpers«, »artfremd«, »volksfremd«, »entartet«, ein »Kosmopolit« und »Formalist« – Begriffe, die uns an eine andere große Diktatur jener Jahre gemahnen. Schostakowitsch wird vom Erfolgskomponisten zum Volksfeind, seine Nächte unruhig, angsterfüllt. Freunde,

Variante des Themas, welches das Vorspiel zu »Boris Gudonov« einleitet und in Mussorgskis Oper das Volk versinnbildlicht. Ein Volk, dem die Individualität ausgetrieben worden war, Ironie par excellence. Der dritte Satz, tänzerisch, ein wenig plump, der das d-es-c-h als Kernmotiv benutzt. Schostakowitsch tanzt sprichwörtlich aus der Reihe, findet seine Identität wieder, bricht den Bann des Irrsinns. Doch all dies noch zaghaft, vorsichtig. Der Satz endet mit einem Fragezeichen. »Per aspera ad astra – vom Dunkel ins Licht«, so könnte man den Weg von den drei ersten Sätzen zum Finale umschreiben. Vom Chaos und Irrsinn der beiden ersten Sätze über die Stagnation des dritten hin zum befreienden Jubel des Finalsatzes. Die Symphonie endet mit der immer aufs Neue wiederholten, jubelnden Bestätigung der gewonnenen Identität: d-es-c-h! Ich! Die Komposition war gewagt. Gerade im Todesjahr Stalins huldigt hier ein Künstler nicht dem verstorbenen »Übervater«, nicht der Partei, sondern setzt dem Kollektivgedanken seine Individualität entgegen. Musik, die kollektive Erschütterung auslöst, den Hörer in seinem Innersten packt – bis heute. Zwei weitere große Humanisten des 20. Jahrhunderts komplettieren das Programm: der Este Arvo Pärt und der Engländer Benjamin Britten. Pärt, die Kommunisten warfen ihm »westliche Dekadenz« vor und zwangen ihn zur Emigration, die westliche Avantgarde beäugte ihn als Esoteriker. Zerrbilder und Klischees begleiten seine Tätigkeit immer wieder: bärtiger Mystiker, Mönch mit mittelalterlichem Vokabular, Weltfremdheit. Vom Publikum wird Pärt akzeptiert. Manche Kritiker dagegen bemängeln die angebliche Schlichtheit seines Werks. Den Intellekt beim Musikhören ruhen zu lassen, still zu werden und sich emotional auf die Hörerfahrung einzulassen, ist nicht jedermanns Sache. Als der Komponist Arvo Pärt 1980 für immer die Sowjetunion verließ, befahlen ihm die Grenzer in Brest, sein Gepäck zu öffnen und, als sie darin Noten und Tonträger fanden, etwas hören zu lassen. Auf seinem Reiseplattenspieler führte er Cantus in Memory of Benjamin Britten vor, aufgenommen vom BBC Symphony Orchestra, eine Streicherstudie in a-Moll, wirklich nichts als a-Moll, wenige Linien in unterschiedlichen Tempi übereinander, sich abwärts bewegend. Einfach, aber nicht simpel, rätselhaft, aber klar. Die Beamten sollen dann gelächelt haben, sowjetische Polizisten! Seine Frau bemerkte ergriffen: »Ich sah, wie die Macht der Musik Menschen verändert.« Das Stück kann als Meditation über den Tod angesehen werden. Der Autor der Biografie Pärts, Paul Hillier, sagt, dass »die Art und Weise zu leben von unserer Beziehung zum Tod abhängt: Wie Musik gestaltet wird, hängt von der Beziehung zur Stille ab«. Demnach wird dieses Stück durch die Stille am Anfang sowie am Ende geprägt. Obwohl die verschiedenen Instrumente nacheinander hinzukommen, spielen sie genau genommen von Beginn an. Die Stille schafft einen Rahmen um das Stück und hat eine religiöse oder spirituelle Bedeutung. Sie verdeutlicht den Gedanken, dass wir aus der Stille entstehen und auch zur Stille zurückkehren werden. Benjamin Britten ist der bedeutendste englische Komponist seit Henry Purcell, sein musikalisches Erbe so klug wie empfindsam, so sperrig wie nobel, so typisch englisch wie unbedingt kosmopolitisch. Rund hundert Werke umfasst sein Œuvre, für Orchester, für Chor, zwölf Opern, ein Requiem, viele Lieder und eine Handvoll Kammermusik. Nicht wenige halten ihnen für das »vierte B« nach Bach, Beethoven und Brahms.

»Sprache für das Unsagbare« Prokofjews Ehefrau beispielsweise, landen im Gulag, bestenfalls. Sein eigenes Leben wird zur Achterbahnfahrt. Aber Schostakowitsch findet eine Sprache, die ihm das weitere Arbeiten ermöglicht, nicht zuletzt in einigen großen Vorbildern. Seine Scherzi folgen dem Weg Gustav Mahlers als beißende Kommentare, voller Ironie und doppelter Böden. Auch das Nebeneinander von Tragik und derben Vergnügen lernt Schostakowitsch bei Mahler. Und auch Tschaikowski ist ein guter Lehrmeister, von dem er die Fähigkeit zu jubeln ohne Inhalt und Überzeugung übernahm, wie im Schlusssatz seiner 5. Symphonie. Von Mussorgski hat Schostakowitsch schließlich den Weg des Narren übernommen, als Gewissen und Stimme eines ganzen Volkes. Ein paradoxer Prophet, der dem System das vielleicht Gewagteste entgegenstellt, das ein kollektives System wie der Kommunismus fürchten muss: sein Recht auf Individualität! Am 5. März 1953 stirbt Prokofjew. Dieses Datum ist jedoch nicht unter seinem Namen in die Geschichte eingegangen. An diesem Tag starb Stalin. Und Schostakowitsch? Er beginnt nach achtjähriger Pause mit der Arbeit an einer neuen Symphonie. Die Uraufführung am 17. Dezember 1953 in Leningrad und am 28. Dezember in Moskau löste heftige Reaktionen aus. Die Klänge waren aufwühlend und gaben zu denken. Es war nicht das Werk, das man erwartet hatte. Rätselhaft vor allem die letzten beiden Sätze und die intensive Verwendung der Initialen Schostakowitschs d-es-c-h. Im ersten Satz ein Bild des Wahnsinns. Die Musik schreit sich aus bis zur Erschöpfung. Am Ende: auswegloses Grübeln. Auf diesen Teufelskreis lässt Schostakowitsch das wütendste seiner Scherzi folgen. Immer wieder erklingt das Gewaltmotiv, das Schostakowitschs Werk seit der »Lady Macbeth von Mzenks« durchzieht. Eine Gewalt, die alles niedertrampelt, was in den Weg kommt. Das Hauptthema des Satzes ist eine bösartig verzerrte

»An welcher letzten Grenze kommt das Menschliche abhanden?«


PHILHARMONISCHES KONZERT

Mit seinem Liedzyklus »Serenade« für Tenor, Horn und Orchester auf sechs Texte englischer Dichter verschiedener Jahrhunderte schreibt Britten ein Meisterwerk der englischen Liedkunst. Ein unbegleiteter Prolog und Epilog für das Horn bilden in der Serenade den Rahmen für die insgesamt sechs englischen Gedichte des Zyklus. Die »Pastorale« zu Anfang ist als imitierendes Duett zwischen Stimme und Horn komponiert. In der sich anschließenden Tennyson-Vertonung erinnert die Hornfanfare an das Waldhorn. Das Horn begleitet die Klage »The Sick Rose« von Blake und in der strukturierten »Dirge« ist das Gesangsostinato Gerüst für eine kunstvolle Streicherfuge. Jonsons »Hymne an Diana«, die Göttin der Jagd, inspirierte Britten zu einem anmutigen, fröhlichen »Jagdscherzo«, während er in der elegischen Vertonung von Keats‘ »O soft embalmer of the still midnight«, getragen von Streichern in hohen Lagen, die Grenzen von Schlaf oder Tod überschreiten lässt. Das Werk entstand in der Endphase des Zweiten Weltkrieges. Es ist vordergründig ein dunkel-romantisches, dessen Bezug zu den Zeitläuften nicht sofort einleuchten will. Tatsächlich aber sind die Gärungen dieser Monate hier nur sublimiert und ins Innere des Individuums hineingenommen – verbunden mit jener Mischung aus inniger Neigung und tiefer Verunsicherung, die sich aus der homosexuellen Partnerschaft zwischen dem Komponisten und dem Tenor Peter Pears im Umfeld des prüde gestimmten englischen Post-Viktorianismus ergab. Beide hatten sich einige Jahre zuvor kennengelernt, und die Serenade ist eine der ersten Kompositionen, die Britten direkt für seinen Sänger-Freund schrieb: ein Hineinsteigen in die Tiefen von Nacht und Schlaf und deren euphorische wie Schrecken gebärende Entgrenzungen. Nur wenige Jahre später wird Britten in seinem »War Requiem« deutlichere Worte gegen den Krieg finden. Das Werk, 1962 zur Einweihung der neuen Kathedrale von Coventry uraufgeführt, 22 Jahre nach der Zerstörung der alten durch deutsche Bomben im November 1940, erklingt hier einer der bewegendsten Appelle an Menschlichkeit und Versöhnung der Musikgeschichte. Ein tief bewegendes Dokument eines leidenschaftlichen Pazifismus. »… Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist: warnen.« Diese Worte des Dichters Wilfred Owen sind der Partitur vorangestellt. Wir sollten die Warnungen, die uns das 20. Jahrhundert im Angesicht von Krieg, Zerstörung, Diktatur, Ausgrenzung, von Gewalt und Leid hinterlassen hat, nicht in Vergessenheit geraten lassen. Arvo Pärt, Benjamin Britten und Dmitri Schostakowitsch haben ihnen eine Sprache gegeben, die universell und zeitlos ist. Hören wir zu! Insa Pijanka

IM SCHUTZ DER NACHT

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Robin Tritschler

Tenor

Der irische Tenor Robin Tritschler wird von Kritik und Publikum hoch gelobt. Er ist mit zahlreichen großen Orchestern aufgetreten, u. a. sang er mit dem RTE Concert Orchestra Messias vor Papst Benedict XVI zur Feier des 80. Geburtstags des Vatikanstaats. Seine Rollen mit der Welsh National Opera umfassen Count Almaviva Il barbiere di Siviglia, Nemorino L’elisir d’amore, Narraboth Salome, Ferrando Così fan tutte, Don Ottavio Don Giovanni und Belmonte Die Entführung aus dem Serail. Er debütierte mit der Royal Opera, Covent Garden in Wozzeck und mit der Garsington Opera als Ferrando. Robin Tritschler singt auch zeitgenössische Opern wie in John Cage’s Europeras 1 & 2 und Louis Andriessen’s De Materie beim RuhrTriennale Festival. Seine stetig wachsende Diskografie umfasst eine viel gelobte Aufnahme von Britten's Winter Words (Onyx), Poulenc: The Complete Songs (Hyperion), eine Aufnahme von World War One songs und eine Britten- und Schubert-CD. 2019/20 umfasst Auftritte in Britten’s War Requiem in Katowice mit Charles Dutoit, c-moll Messe mit dem Bayerischen Rundfunk, Messias mit der Münchner Philharmonie und Liederabende in der Wigmore Hall und dem Amsterdam Concertgebouw.

Carsten Duffin

Horn

Geboren 1987 in Detmold, begann Carsten Carey Duffin, bei dem Detmolder Hornisten Jörg Schulteß bereits mit sechs Jahren Hornunterricht zu nehmen. Im Januar 2001 wurde er bei Prof. Michael Höltzel in Hamburg Privatschüler, 2004 dann Jungstudent an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Stuttgart bei Prof. Christian Lampert. Anschließend nahm er sein Vollstudium im Herbst 2006 in Stuttgart auf. Konzerterfahrungen in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Österreich, Ungarn, Polen, Mexiko, Japan, China und den USA konnte Carsten Duffin bereits sammeln. Erste professionelle Orchestererfahrungen sammelte er beim Konzerthausorchester Berlin unter Lothar Zagrosek, dem Mahler Chamber Orchester Berlin unter Pierre Boulez und Daniel Harding sowie beim Deutschen Symphonieorchester Berlin unter Ingo Metzmacher und beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und den Berliner Philharmonikern. Im September 2007 wurde er Solohornist an der Staatsoper Stuttgart. Seit 1. September 2010 ist Carsten Duffin Solohornist beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, außerdem spielt er seit 2010 im Orchester der Bayreuther Festspiele.


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Warum das Christkind beim Klang der Oboe am besten einschlafen kann

1.

Für manche Menschen beginnt das Weihnachtsfest mit 5 Paukenschlägen: mit dem Beginn des berühmten Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach, das überall auf der Welt im Advent erklingt.

3.

In jener Zeit gab es kein Internet, kein Fernsehen oder Radio, die meisten Menschen besaßen keine Bücher. So wurden viele Geschichten einfach nur erzählt – oder gesungen.

2.

Johann Sebastian Bach lebte in der Barockzeit, er wurde vor über 300 Jahren geboren. Aber die Musik, die er vor so langer Zeit komponierte, ist heute so frisch und lebendig wie damals.

4. Das Weihnachtsoratorium ist so eine musikalische Geschichte. Es ist eine Sammlung von Musikstücken für Orchester, Chor und Sänger, die die Weihnachtsgeschichte erzählen. Und so, wie wir an Weihnachten Geschenke auspacken, packen die Musiker in diesem Stück ganz besondere Instrumente aus, die wir uns hier einmal genauer anschauen wollen: die Mitglieder der Oboenfamilie.

Die Oboe gehört zur Familie der Holzblasinstrumente. Sie ist aus Grenadill- oder Ebenholz gefertigt und hat silberne Fingerklappen. Und sie ist ein wenig wie die Königin des Orchesters – nicht nur, weil sie oft ganz alleine besonders schöne Melodien spielt, sondern weil vor dem Beginn des Konzertes alle Instrumente nach ihr einstimmen.

Im Weihnachtsoratorium könnt ihr vier Oboisten in Aktion erleben, die königlich über den Streichern sitzen und wunderbar musizieren. Und zwischendurch wechseln sie sogar ihre Instrumente, denn die Oboen haben noch weitere Familienmitglieder: die Oboe d‘amore und das Englischhorn. Diese beiden Instrumente klingen tiefer als die Oboe, sie sind länger und haben keinen Schalltrichter, sondern ein birnenförmiges Ende. Oboe d‘amore ist ein Begriff, der schon 500 Jahre alt ist. Er bedeutet »Liebesoboe«, denn ihr Klang ist ganz besonders weich und lieblich. Und das »Englischhorn« hat nichts mit England zu tun – manche sagen, der Name kommt daher, dass es viele alte Abbildungen gibt, auf denen die Engel dieses Instrument spielen. Johann Sebastian Bach hat diese Instrumente gewählt für die Hirtenmusik im Weihnachtsoratorium und für das Schlaflied für das Christkind. Von welchem Instrument würdet ihr euch gerne in den Schlaf spielen lassen?


KINDERSEITE

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Schon gewusst? Hinter vielen Naschereien in der Weihnachtszeit steckt eine Geschichte. Habt ihr schon mal den berühmten Dresdener Christstollen probiert? Dieses Gebäck hat folgende Geschichte: An Weihnachten feiern die Menschen das Christkind, das in Windeln gewickelt in der Krippe liegt. Das haben sich vor etwa 600 Jahren die Bäcker und Konditoren zum Vorbild genommen. Seitdem backen sie den Stollen, der in seiner Form an ein Wickelkind erinnert. Die dicke Schicht Puderzucker soll dabei die weißen Windeltücher darstellen. Auch den Stern, der über dem Stall von Bethlehem stand, finden wir überall in der Weihnachtsbäckerei. Habt ihr Lust, eure eigenen Zimtsterne zu backen? Dann ran die Backbleche, hier ist das Rezept:

1. 2.

Eiweiße mit 1 Prise Salz steif schlagen, Zucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis die Masse glänzt. 5 EL für Glasur beiseitestellen. Mandeln, Gewürze und Gelee mischen, unter die Eiweißmasse ziehen und Teig herstellen.

Konzerttermine »Vom Himmel hoch« Weihnachtsoratorium zum Mitsingen Freitag, 20. Dezember 2019 _ siehe Seite 12 Weihnachtsoratorium für Kinder Samstag, 21. Dezember 2019 _ siehe Seite 13

Dazu braucht ihr: 3 Eiweiße 300 g Zucker 450 g gemahlene Mandeln 1 TL Zimt 1 Prise gemahlene Nelken 1 EL Johannisbeergelee

3. Teig zwischen Frischhaltefolie 5 mm dick ausrollen, Sterne ausstechen. Auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit der Eiweißglasur bestreichen (geht am besten mit einem spitzen Messer!).

4. Im vorgeheizten Ofen bei 150 Grad (unten; Umluft 120 Grad) ca. 15 Min. backen


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DAPHNE

Unser musikalisches e n h p a D : n e m a N n e in e Schwein hat Für die vielen schönen Ideen und Zuschriften möchten wir uns sehr herzlich bedanken – die Wahl ist uns nicht leichtgefallen! Wir freuen uns, dass unser Tubamännchen EduART nun eine Wegbegleiterin hat, und Daphne wird in Zukunft in unsere musikalischen Kinderseiten immer wieder ihren Rüssel stecken!

Schweinchen Quiek

Violina

Philippa Vinni

Schmusi

Fridoline mit der Violine

Fred, das Notenschwein

Den Namen hat sich Leticia Andorno überlegt, die selber Geige spielt und uns ihren Steckbrief geschickt hat:

15 Jahre Schule: Heinrich-Suso-Gymnasium Ich spiele Geige seit: 11 Jahren Alter:

Ich mag eigentlich alle Formen des Musizierens:

Solo, Kammermusik und Orchester. Letztes Jahr habe ich beim Side-by-side-Konzert mit der Südwestdeutschen Philharmonie mitgemacht - eine tolle Erfahrung ! Außerdem spiele ich Klavier und singe gerne. Wenn ich nicht gerade Musik mache,  lese

ich gern oder kümmere mich um unsere Katze Lilli oder unseren Hund Balou. Balou kommt übrigens meistens dazu, wenn jemand bei uns zu Hause Musik macht. Manchmal singt er auch mit oder legt die Pfoten aufs Klavier.

Was ich an Daphne mag:

sich sauwohl in der Musik.

Sie ist unbeschwert, liebt Späße und fühlt


BÜCKLEIN KOLUMNE

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TOBIAS BÜCKLEIN ist Kabarettist, Musiker, Moderator und produziert seit vielen Jahren Shows »mit Hirn und Humor« für Unternehmen, die Bühne und das Fernsehen. Als DieserDad präsentiert er auf YouTube beliebte Videos zu Themen wie Nachhaltigkeit, Energiewende und Elektromobilität. Nach »Feierkunst« (2017) erschien im November 2019 sein zweites Buch: »Willkommen in Neuland – Ein Reisebericht durch YouTube, Instagram & Co. für Eltern und Digital Immigrants«.

Nach dem Anfang wird’s leicht. Aller Anfang ist schwer! Sagt man so. Der hier war jetzt eigentlich ganz leicht. Die erste Zeile ist geschrieben und die Worte purzelten nur so aus meinen Fingern. Sie, liebe Leserinnen und Leser, haben wiederum gerade mit der Lektüre dieser Kolumne angefangen und dabei sicher keine Mühe gehabt. Auch der Anfang des neuen Jahres, das bald beginnt (oder begonnen hat – je nachdem, wann Sie das hier lesen), wird Ihnen keine größeren Schwierigkeiten bereiten. Also, aller Anfang kann schon mal nicht schwer sein. Eine Liebesbeziehung beginnt mit jeder Menge Hormone und Energie – ohne Schwierigkeiten. Für den Anfang eines Musikstücks muss man als Dirigent nur einen Auftakt geben. Und um eine Show zu starten, gehe ich lediglich drei Schritte von hinten durch den Vorhang und schon fängt sie an. Zugegeben, es gibt Menschen und Umstände, die können einem den Anfang schon schwer machen. Als mein neues Buch einen Tag nach dem Erscheinungstermin nicht mehr lieferbar war und dadurch die ganze Werbearbeit zunächst ins Leere lief, war das etwas mühsam. Oder als die lokale Presse den Termin der Buchtaufe nicht ankündigte und man nur über die Social Media davon erfahren konnte. Manchmal ist der Anfang tatsächlich schwer. Man läuft los und stellt fest, dass da Gewichte an den Füßen sind, die man vorher nicht wahrgenommen hatte. Mancher Anfang fühlt sich an wie der Versuch, einen Lastwagen mit bloßen Händen wegzuschieben. Und statt zu helfen, schauen die Umstehenden nicht nur tatenlos zu, sondern hoffen insgeheim, dass man scheitert. Jeder, der in seinem Leben ab und zu etwas bewegen will, hat diese Erfahrung schon gemacht. Und das ist vermutlich der Grund, warum es so wenige gibt, die noch etwas bewegen wollen.

Dabei passiert das Entscheidende eigentlich vor dem Anfang: Ich muss wissen, warum ich den Lastwagen wegschieben will. Wenn der beispielsweise gerade mit einem Rad auf dem Fuß meiner Tochter steht, wird die Frage, ob es schwer ist, unerheblich. Ein großes Ziel verleiht große Kräfte. Schwer ist etwas immer nur in Relation zur eigenen Kraft, zur eigenen Motivation. Menschen, die wirklich Großes bewegen, wissen am Anfang, was sie erreichen wollen, haben sich auf den Anfang vorbereitet und vor allem – sie verschwenden in der Regel keine Energie mit der Angst zu scheitern. Denn es ist sogar tatsächlich möglich, einen Lastwagen mit bloßen Händen wegzuschieben – sofern keiner die Handbremse angezogen hat. Und das Erstaunliche: Wenn er erst einmal rollt, wird es ganz einfach. Diesen Effekt nennt man »Momentum«, und ihn kann nur jemand erleben, der überhaupt einen Anfang gewagt und sich auf den Weg gemacht hat. Viel hilfreicher wäre es also, wenn man uns nicht beigebracht hätte »Aller Anfang ist schwer«, sondern »Nach dem Anfang wird’s leicht«! Im neuen Jahr fangen einige Musikerinnen und Mitarbeiter bei der Philharmonie an, denen wir natürlich wünschen, dass ihr Anfang gar nicht erst schwer wird! Und mit was fangen Sie 2020 an? Wann haben Sie überhaupt das letzte Mal mit etwas angefangen? Was immer es ist: Lassen Sie sich nicht in Bockshorn jagen. Nicht von Umstehenden, die auf Ihr Scheitern warten. Nicht von dem, was Zeitungen und Medien an Entmutigendem beitragen. Wenn Sie wissen, warum Sie anfangen, stehen Ihre Chancen gut. Am Anfang steht das Ziel. Und in meinem Fall war es gerade, diese Kolumne zu schreiben, die Ihnen hoffentlich gefallen hat. Tobias Bücklein


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VERABSCHIEDUNG

EKKEHARD CREUTZBURG

BIO

Ekkehard Creutzburg Ekki, es war schön mit Dir .... Ein Flötist mit Leib und Seele Wie ein Vöglein mit Goldkehle Vom Gewandhaus ging er fort Es zog ihn an nen andren Ort Mal kurz der Chef von nem Café Dann zog es ihn zum Bodensee Als Soloflöte, als Vorstand Die Leistung war ja allerhand Er klebt und schraubt an seiner Flöte Der Wert sich langsam dann erhöhte Er weiß in jedem Augenblick Nen Hilfsgriff oder Trillertrick Begeistert spielt er ohne Nöte auf jeder Art von Flöte Egal ob Gold, Holz, Silber oder Knochen gut kann er auch noch kochen Dank Dir für schöne Momente Mit Vorfreude auf kommende Experimente Ob musikalisch oder menschlich Du bleibst uns unvergesslich

Moni

Ekkehard Creutzburg Geboren 1954 in Gotha; Studium an der Hochschule für Musik in Weimar, anschließend dort Dozent. Engagements als Flötist in Erfurt und am Gewandhaus zu Leipzig. Nach der Übersiedlung nach Hamburg 1983 Tätigkeiten als Kneipier, Schauspielmusiker in Hamburg und Berlin und als Lehrer an der Waldorfschule in Frankfurt am Main. Seit 1985 in Konstanz als Soloflötist der Südwestdeutschen Philharmonie mit einer kurzen Unterbrechung für ein Studium der barocken Traversflöte in Den Haag.

Lieber Ekki, über 25 Jahre habe ich mit Dir im Orchester gespielt! Das ist eine ziemlich lange Zeit. Da ist es normal, dass es Spannungen gibt. Nicht die Norm ist es allerdings, dass es so wenig Spannungen gab in unserer Gruppe. Vielleicht liegt das auch in einer Tugend begründet, die Deiner Herkunft aus dem Osten Deutschlands geschuldet ist, nämlich dem Zusammenhalt. Dieser war unausgesprochen von Beginn an zwischen uns selbstverständlich und äußerte sich unter anderem darin, dass Du auch bei nicht allerbester Gesundheit gespielt hast, wenn jemand aus der Gruppe unbedingt frei brauchte. Du hast die Klangvorstellung, sowie die musikalischen und menschlichen Prioritäten unserer Flötengruppe geprägt. Das merken wir in vielem, auch wenn Du nicht mehr da bist. Zum Beispiel bei jeder schwierigen Stelle, bei der wir uns an einfachere Griffe, die Du uns gezeigt hast, sogenannte »Schummelgriffe«, erinnern. Oder bei ganzen Passagen, die, wenn jeder von uns sie so allein spielen müsste, wie sie aufgeschrieben sind, unglaublich schwer wären. Du hast sie einfach technisch und musikalisch sinnvoller auf zwei bis drei Spieler aufgeteilt. Die Position des Soloflötisten hast Du all die Jahre mit höchstem Anspruch an Dich selbst, absolut professionellem Auftreten und der unschätzbaren Prise Humor erfüllt, die man in der intensiven Zusammenarbeit mit Menschen braucht, damit das Beste daraus entstehen kann. Du bist so präsent bei uns, dass es uns eigentlich so erscheint, als wärest Du noch immer da. Immer wieder fällt bei verschiedenen Gelegenheiten der Satzbeginn: »Weißt Du noch, als der Ekki damals …« Und meist folgt dann eine Geschichte, bei der wir sehr lachen müssen!

Lieber Ekki, eine lange Zeit haben wir im Orchester zusammengespielt und mir kommt es aber ziemlich kurz vor. Wir haben so viele Konzerte weit weg von Konstanz gespielt, mit vielen Busreisen verbunden, mit so vielen verschiedenen Dirigenten. Dein Humor und gute Laune haben manche schwierigen Produktionen unterhaltsam gemacht und unsere Arbeit einfacher gemacht. Viel haben wir gelacht, als zum Beispiel einmal ein Kontrafagottkollege bei einem modernen Stück nicht ein oder zwei Takte im Konzert, sondern ein Stück zu früh gespielt hat … Wir konnten nicht gleichzeitig lachen und Flöte spielen. Oder die legendäre Blicke Herrn Muris auf seiner großen Uhr, bevor er uns den Einsatz für die Moldau gegeben hat. Von deiner faszinierenden Art, für beinahe unspielbare Stellen im Orchester immer Lösungen zu suchen, spezielle Griffe für jeden Ton, egal in welcher Lage und Dynamik, habe ich viel gelernt und benutze sie immer noch … An Deiner Kraft, immer wieder weiterzuspielen und sich professionell zu verhalten, auch wenn es Dir nicht so gut ging, haben wir uns alle ein Beispiel genommen. Die positive Einstellung immer zu behalten, war eine große Stärke von Dir und es hat unsere Gruppe und unser Orchester geprägt. Wir werden Dich vermissen … Gabriel

Karoline

Lieber Ekki, als neue Flötistin im Orchester habe ich Dich in der kurzen Zeit, die wir zusammen spielten, nicht nur als einen super Musiker, sondern auch als liebevollen Mensch kennengelernt. Du hast die Gruppe zusammengehalten, gepflegt – seelisch und musikalisch –, hattest immer gute Ideen und positive Energie reingebracht. So war es ganz leicht für mich, Dein Nachfolger zu werden, in so einer ausgewogenen, tollen Gruppe meinen Platz zu finden. Ich danke Dir für den warmen Empfang und für den vorbereiteten Platz, wo ich mich frei entfalten kann. Eszter


GENIAL

ICH!

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GENIAL III Ich! Komponisten verschlüsseln Botschaften mittels Tonnamen oder Solmisationssilben, seit es notierte Musik gibt. Dazu kommen noch 1000 andere Versteck-Spiel-Möglichkeiten: z. B. symbolisch mit Rhythmus oder Zahlen zu arbeiten o. Ä. Ganze Forscherzweige beschäftigen sich damit, mögliche Codes überhaupt erst aufzufinden und sie dann zu knacken, gleich ob in der Bibel, in Bildern oder in Bachs Werk. In alten Zeiten huldigten Komponisten ihren Dienstherren, indem sie ihre Namen und Embleme in Töne übersetzten. Gelegentlich waren die Komponisten auch heimlich aktiv, versteckten zarte Bande, verarbeiteten Liebesweh, beschimpften, verkündeten Slogans oder gaben Autogramme. Ein so klanglicher Namen wie B-A-C-H eignet sich dafür bestens. Vor ihm verneigten sich Hunderte von Komponisten, von Rameau über Schumann und Liszt bis zu Schönberg, Poulenc, Alban Berg und Max Reger – der in seiner Musik den Kritikern auch klingende A-F-F-E-N zudachte. Auch durch das Werk von Dmitri Schostakowitsch zieht sich die Verwendung seines in Töne übersetzten Namens: d-es-c-h. Von Gustav Mahler, einem der bedeutungsvollen Vorbilder für Dmitri Schostakowitsch, stammt der berühmte Ausspruch: »Symphonie heißt mir eben: mit allen vorhandenen Mitteln der Technik eine Welt aufbauen«. Mahler freilich hat die Welt noch vor dem Ersten Weltkrieg verlassen und musste auch nicht mehr miterleben, wie Europa schon rund 20 Jahre später auf die nächste Katastrophe zusteuerte. 1906 geboren, gehörte Schostakowitsch hingegen jener Generation an, die gleich durch zwei Kriege erschüttert wurde. Was also konnte es heißen, in Symphonien eine Welt aufzubauen, wenn doch die Welt, in der man lebte, völlig aus den Fugen geraten war? Wenn in der Sowjetunion um 1938 im Zuge der »Stalinschen Säuberungen« immer mehr unerwünschte Intellektuelle in den Lagern verschwanden, wenn durch die kulturpolitische Doktrin vom »Sozialistischen Realismus« jegliches individuelle Denken verboten wurde – und das, wo doch Musik eigentlich gerade dieses Persönliche, Innerliche zum Ausdruck bringen konnte? Was bedeutete es, sich eine (musikalische) Seele zu bewahren in einer Zeit, in der ständig ihre Vernichtung drohte? – Eine Welt in Tönen aufzubauen, bedeutete gewiss schon bei Mahler keinesfalls nur ein Abbild der Wirklichkeit. Auch das Ziel, der Realität durch Musik eine erträumte Idealvorstellung gegenüberzustellen, ist nur eine mögliche Auslegung des Mahler‘schen Credos. Es konnte auch etwas ganz anderes heißen: nämlich der umgebenden Welt den Spiegel vorzuhalten, deren schönen Schein und deren Lügen zu entlarven. Während jedoch ein Mahler allenfalls mit Anfeindungen zu rechnen hatte, musste Schostakowitsch bei einem ähnlichen Vorgehen geradewegs um sein Leben fürchten. Es wurde mithin die subtile Arbeit mit Zweideutigkeit und doppeltem Boden zu jener Kunst, in der sich aufrichtige Komponisten unter Stalins Diktatur vielleicht am meisten zu üben hatten … Insa Pijanka

KONZIL KONSTANZ

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KONZIL KONSTANZ Samstag, 18. Januar 2020 _ 18 Uhr

Dmitri Schostakowitsch 1906 – 1975 Symphonie Nr. 10 e-Moll op. 93 – Auszüge

Insa Pijanka Moderation Marcus Bosch Erster Gastdirigent


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Wohin?

Mozart und die Folgen

Werke von Kurt Atterberg sind auf hiesigen Konzertprogrammen immer noch eher selten zu finden, dabei war der 1887 in Göteborg geborene Atterberg der bekannteste schwedische Komponist seiner Zeit. Er schrieb insgesamt fünf, heute praktisch vergessene Opern, während seine neun Symphonien von berühmten Dirigenten wie Furtwängler und Toscanini aufgeführt wurden. Atterbergs international bekanntestes Werk ist die dritte seiner insgesamt neun Orchestersuiten, deren ungewöhnliche Satzbezeichnungen sich aus der Handlung des Dramas ergeben. In dessen Zentrum steht eine Ordensschwester, die das Kloster verlässt und erst gegen Ende ihres Lebens wieder dorthin zurückkehrt. Dem sakralen »Prélude« folgt die »Pantomime«, in der Solovioline und -viola für die Ordensschwester und ihren Geliebten stehen. Die finale »Vision« ist eine Art Rückblick der Ordensschwester auf ihr Leben.

Franz Schubert war auf die katholische Kirche nicht gut zu sprechen. Als »Bonzengeschlecht« und »bigottisch« titulierte er in Briefen die Kirchenoberen, während er seinem persönlichen Glauben an Gott durch seine geistlichen Werke Ausdruck verlieh. Neben den sechs großen Messen komponierte Schubert an die 40 kleinere sakrale Werke. Zu diesen zählt auch das Salve Regina D 676, in dem Schuberts persönlichreligiöser Ton besonders eindringlich zum Ausdruck kommt. Wer den Film »Amadeus« gesehen hat, könnte davon überzeugt sein, dass Antonio Salieri Mozart vergiftet hat. Historisch gesehen ist das Humbug, dennoch wird davon noch immer das Bild eines äußerst vielseitigen und produktiven Komponisten dominiert, der Zeit seines Lebens sehr erfolgreich war. Berühmt war Salieri vor allem als Opernkomponist, während seine Instrumentalwerke einen eher kleinen Raum in seinem Oeuvre einnehmen. Die Sinfonia »La Veneziana« hat Salieri ganz im Geschmack seiner Zeit geschrieben: mit prägnanten Melodien, klarer Faktur und rhythmischer Prägnanz – wie man es eben von einem Italiener erwartete. Der gerade einmal 16-jährige Mozart komponierte sein »Exsultate, jubilate« während seiner letzten Italienreise im Januar 1773 in Mailand für den berühmten Kastraten Venanzio Rauzzini. Der Begriff »Motette« ist dabei etwas irreführend – eigentlich sollte Anzeige


WOLFGANG AM SEE I

man eher von einer Solokantate sprechen, denn Mozart vereint darin Elemente des Solokonzerts, der Symphonieform und des italienischen Opernstils. Geistlich im eigentlichen Sinne ist nur der Text, wobei sich das Stück wegen seiner wirkungsvollen Koloraturen heute bei Sopranistinnen ebenso großer Beliebtheit erfreut wie beim Publikum. Grażyna Bacewicz gilt als die bedeutendste polnische Komponistin der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. 1909 in Łódź geboren, trat sie bereits als Kind öffentlich auf und komponierte mit dreizehn Jahren ihr erstes Werk. 1930 ging sie nach Paris, um unter anderem bei der berühmten Nadia Boulanger zu studieren, nach ihrer Rückkehr wurde sie Konzertmeisterin im Orchester des Polnischen Rundfunks und gab Konzerte in ganz Europa. Das 1948 komponierte, dem Neoklassizismus nahestehende Konzert für Streichorchester verbindet in seinem Rückbezug auf das barocke Concerto grosso traditionelle Formelemente mit zeitgenössischer Klanglichkeit. Nach seiner Uraufführung am 18. Juni 1950 er-

WOHIN?

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KONZIL KONSTANZ Sonntag, 2. Februar 2020 _ 19.30 Uhr

hielt es begeisterte Kritiken, in denen auch die Frage nach dem Geschlecht des Komponisten thematisiert wurde. Der Kritiker und Komponist Stefan Kisielewski schrieb: »Ganz ehrlich kann man sagen, dass die Ehre der polnischen Komponisten dieses Mal von einer Frau, Grażyna Bacewicz, gerettet wurde.« Edward Elgars Serenade geht auf drei Stücke zurück, die Elgar bereits 1888 komponiert hatte und folgende Überschriften trugen: Spring Song (Frühlingslied), Elegy und Finale. Obwohl Elgar diese Titel für die Serenade wieder gestrichen hatte, blieb deren Charakter erhalten. Im Kopfsatz »Allegro piacevole« klingen pastorale Naturtöne an, das Larghetto besitzt ohne Zweifel elegische Züge, bevor das muntere Finale »Allegretto« für einen heiteren Ausklang sorgt.

Werke von Atterberg / Schubert / Salieri / Mozart / Bacewicz / Elgar Hanna Kronqvist Sopran Ari Rasilainen Chefdirigent

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Woher?

»Das künstlichste und schönste in der Musick« Die Fuge als vermeintlich trockenste aller erzdeutschen Zauberkünste mag auf den ersten Blick so gar nicht zu Wolfgang Amadé Mozart (1756 – 1791), dem leichtfüßigen Musengünstling, passen. Und doch hat sie ihn immer wieder umgetrieben. Ein Grund dafür war, dass Johann Sebastian Bach, der Meister der Fuge, nie vollständig vergessen wurde. Doch die Verbindungen zwischen Mozart und den Bachs gingen weit darüber hinaus. Carl Philipp Emanuel Bach (1714 – 1788) genoss in Deutschland in Mozarts Jugend als Cembalist wie Komponist einen Ruf wie Donnerhall, und Mozart kannte natürlich Musik von ihm. Wichtiger aber wurde eine Begegnung mit einem Bach auf einer heute unvorstellbaren Konzerttournee, die Vater Leopold Mozart (1719 – 1787) mit seinem Sohn und der ebenfalls hochbegabten Tochter Maria Anna (Nannerl, 1751 – 1829) unternahm, nachdem beide Kinder untrügliche erste Kostproben ihrer Wunderkind-Magie gegeben hatten. Die drei tourten von Juni 1763 bis November 1766 durch Westeuropa, von Salon zu Salon, von Hof zu Hof. Fast die gesamte Zeit, die heutige Kinder in der Grundschule verbringen, saß der junge Mozart in der Kutsche oder produzierte sich vor Publikum. Man war gemeinsam auf Geschäftsreise. Eine wichtige Station dieser Reise war London, die Stadt Händels. Wolfgang lernte den dort ansässigen Bach-Sohn Johann Christian (1735 – 1782) kennen und schätzen, mit dem er auch zusammen musizierte und der ihm ein wichtiges musikalisches Vorbild wurde.

Während dieses Londoner Aufenthaltes schrieb Mozart, noch nicht einmal zehnjährig, seine ersten Symphonien, so die 4. Symphonie KV 19, bei der Johann Christian Bachs Musik Pate stand. Die persönliche Verbindung zwischen beiden lebte fort, und noch im August 1779 schrieb Mozart: »M.r Bach von london ist schon 14 täge hier […]; – seine freüde, und meine freüde als wir uns wieder sahen, können sie sich leicht vorstellen […]; ich liebe ihn wie sie wohl wissen von ganzem herzen – und habe hochachtung für ihn, und er – das ist ein mahl gewis, daß er mich so wohl zu mir selbst, als bei anderen leüten – nicht übertrieben wie einige, sondern Ernsthaft – wahrhaft gelobt hat.« Man war miteinander europaweit vernetzt.

Der Baron mit dem Bach-Fimmel

Doch auch zu Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) gewann Mozart eine musikalische Beziehung, die über den Baron van Swieten (1733 – 1803) zustande kam, einen Diplomaten und Bekannten Haydns, Mozarts und Beethovens. Swieten war äußerst musikbegeistert, hatte in halb Europa eine umfangreiche Sammlung an Noten Bachs und Händels zusammengetragen und diese nach Wien verfrachtet. Mozart zeigte sich in einem Brief an Nannerl vom 20. April 1782 schwer beeindruckt: »Baron van suiten zu dem ich alle Sonntage gehe, hat mir alle Werke des händls und Sebastian Bach, nachdem ich sie ihm durchgespielt, nach hause gegeben. – als die konstanze [Mozarts Frau] die fugen hörte, ward sie ganz verliebt darein; – sie will nichts als fugen hören, besonders aber in diesem Fach nichts als Händl und Bach«. Mozart betonte in diesem Zusammenhang übrigens, wie wichtig es sei, eine Fuge langsam zu

spielen, sodass die Hörer das Thema »deutlich und klar ausnehmen« können. Konstanze forderte Mozart dazu auf, selbst Fugen zu Papier zu bringen, denn diese seien »das künstlichste und schönste in der Musick«. Der ließ sich von Konstanze nicht lange bitten und bereicherte die einschlägige Literatur etwa um Bearbeitungen von Fugen Bachs aus dem »Wohltemperierten Klavier« für Streicher (KV 505). Ob hingegen Adagio und Fuge KV 404a Nr. 4 tatsächlich von Mozart stammen, ist nicht gesichert. Das Werk macht Gebrauch von Bachs Orgelsonate Nr. 3 BWV 527 sowie dem Contrapunctus 8 aus Bachs Opus magnum, der »Kunst der Fuge« BWV 1080. Klar dem Einfluss der Musik Bachs geschuldet sind auch Mozarts Adagio und Fuge c-moll KV 546, die in der vorliegenden Form 1788 entstanden und Mozarts anhaltende Begeisterung für die barocke Klang- und Formwelt ausstrahlen. Natürlich verrät gerade das Adagio sehr deutlich die Handschrift Mozarts und damit seine nachbarocke Entstehungszeit. Mozart kopiert hier nicht nur, sondern hat sich die alten Formen angeeignet und klanglich weiterentwickelt. Die fugenbegeisterte Konstanze jedenfalls dürfte von ihrem Göttergatten entzückt gewesen sein.

Hat der Starstecher Bach und Händel umgebracht?

Eine wirkliche künstlerische Verbindung ist es nicht, dass sowohl Bach 1750 in Leipzig als auch Händel 1759 in London nicht allzu lang nach Augenoperationen verstarben, die der Okulist John Taylor (1703 – 1770) an ihnen vornahm – ob die Eingriffe dieses auch mit van Swieten bekannten Starstechers ursächlich für ihren Tod waren, ist unklar. Zu Lebzeiten sind sich die beiden Großkomponisten zwar nie begegnet, musikalisch pflegten sie aber durchaus auch verwandte Interessen. Händel ist zwar – anders als Bach – vor allem mit Oratorien und Opern berühmt geworden; eine Gattung, in der beide gleichermaßen brillierten, war aber das barocke Konzert. In diesem Zusammenhang erinnert man sich unwillkürlich Arcangelo Corellis (1653 – 1713), dessen noch


WOLFGANG AM SEE II

heute atemberaubenden Concerti grossi op. 6 nach ihrer Veröffentlichung 1714 für Jahrzehnte zum Vorbild für konzertante Orchestermusik wurden. Auch Corelli und Händel hatten sich – Europa: ein Dorf – persönlich kennengelernt, als Händel 1706 – 1710 eine lange Reise durch Italien unternahm, bei der Corelli nicht nur als Geiger in Händel-Werken mitspielte, sondern am Ostersonntag 1708 gar die Uraufführung von Händels Oratorium »La Resurrezione« leitete. Als Händel dann im Herbst 1739 in nur vier Wochen seine zwölf Concerti grossi op. 6 runterschrieb (sie tragen zufälligerweise dieselbe Opuszahl wie die Concerti von Corelli 25 Jahre zuvor), kannte er natürlich das Schaffen des Italieners bestens, ging mit dem Vorbild aber durchaus schöpferisch um: So steht im vierten Werk des Zyklus, dem Concerto a-moll HWV 322, der zweite Satz – höchst ungewöhnlich – im Zeichen der Fuge. Es handelt sich dabei um ein Allegro und soll daher wohl deutlich schneller gespielt werden, als dies Mozart Jahrzehnte später ausdrücklich empfahl. Als Fußnote der Musikgeschichte sei zudem erwähnt, dass sich Beethoven, der nächst Bach großmächtigste aller Fugenschöpfer, später etwa 100 Takte dieser Fuge abschrieb.

WOHER?

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Nebenlinie der Hohenzollern und hatte keine Aussicht, jemals an die Macht zu gelangen, um seinen Mitmenschen das Leben gründlich zur Hölle zu machen. Aber er verfügte über eine ausreichende Apanage und konnte sich nebst einem stattlichen Bäuchlein auch die Pflege seiner musikalischen Interessen leisten. Er traf Bach in Berlin, und der schickte ihm einige Zeit später diese Konzerte, wohl in der Hoffnung auf einen nennenswerten Zustupf oder lukrative Aufträge. Spätestens, als der Bach-Biograf Philipp Spitta dann 160 Jahre später den Begriff »Brandenburgische Konzerte« prägte, machte er, der Bürgerliche, den vergessenen Adeligen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt doch noch zu einem mächtigen Monarchen – zumindest in jenem wunderbaren Weltreich der Widmungsträger, in dem die Sonne bekanntlich niemals untergeht. Harald Borges

FESTSAAL INSELHOTEL KONSTANZ Samstag, 8. Februar 2020 _ 19.30 Uhr Mozarts »Bach-Erlebnis« (Albert Schweitzer ) – musikalische Begegnung mit Bach und Händel Werke von Mozart / Bach / Händel Insa Pijanka Moderation Jörg Halubek Leitung und Cembalo

KARTEN WOLFGANG II

38 / 28 Euro

WOLFGANG X 3

74 / 56 Euro

Unsterblich gemacht

Bach konnte (fast) alles, und in Sachen Unterhaltungsmusik sind bis heute seine »Brandenburgischen Konzerte« aus kaum einer CD-Sammlung, und sei sie auch noch so unerleuchtet, wegzudenken. Sein erstes und sein fünftes Konzert aus dieser Reihe zählen zu seinen Frühwerken, und nicht anders als seine komponierenden Zeitgenossen hat er Musik immer wieder recycelt, ältere Werke be- und verarbeitet und auch später noch in anderer Form und zu anderen Zwecken wiederverwendet. Geistlich, weltlich – egal, Hauptsache, es passte und ging schnell. Bei den »Brandenburgischen Konzerten« handelt es sich denn auch nicht um einen eigens komponierten Zyklus von Werken, sondern um einen Mix aus älteren und neueren Stücken, die Bach 1721 überarbeitete und zusammenfügte. So ist es nicht verwunderlich, dass von beiden Konzerten frühere Fassungen erhalten sind, dass manche Sätze in anderem Zusammenhang später wieder auftauchen und dass sowohl die Satzfolge als auch die Besetzung der einzelnen Werke differieren. Immerhin hat Bach mit diesen Konzerten – ähnlich wie mit seinen »Goldberg-Variationen« – einen Menschen unsterblich gemacht, der sonst dem Vergessen anheimgefallen wäre. Der Widmungsträger Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt entstammte einer

Jörg Halubek

Dirigent / Maestro al Cembalo

Jörg Halubek ist einer der vielversprechenden Spezialisten für Alte Musik sowie Professor für Historische Tasteninstrumente an der Musikhochschule Stuttgart. Er studierte Kirchenmusik, Orgel und Cembalo in Stuttgart und Freiburg bei Jon Laukvik und Robert Hill. An der Schola Cantorum Basiliensis spezialisierte er sich bei Jesper Christensen und Andrea Marcon auf die historische Aufführungspraxis. Als Gast dirigierte Jörg Halubek in den letzten Jahren u. a. an der Komischen Oper Berlin, am Staatstheater Kassel, am Nationaltheater Mannheim, bei den HändelFestspielen Halle, bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik, am Opernhaus Wuppertal und in der Liederhalle Stuttgart. Neben seiner Tätigkeit als Dirigent ist Jörg Halubek als Cembalist und Organist im In- und Ausland tätig. Seine Expertise im Umgang mit Alter Musik belegen die preisgekrönten Einspielungen von Werken für Tasteninstrumente und Violine Johann Sebastian Bachs (2016) und Carl Philipp Emanuel Bachs (2014). 2019 startete er sein multimedial angelegtes Projekt »Bach. Das Orgelwerk«, eine Gesamteinspielung der Orgelwerke Bachs an Originalinstrumenten mit online zugänglichem Zusatzmaterial.


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Wolfgang am See III Sreten Krstic Violine Branislava Tatic Violine Pawel Katz Violine Evgenia Murtazaeva Violine Berenice Guerrero Ogando Viola Ilija Andrianov Violoncello Anna-Lena Cech Kontrabass Tina Speckhofer Cembalo

INSELKONZERT IM FESTSAAL DES INSELHOTELS STEIGENBERGER Sonntag, 09. Februar 2020 _ 11.15 Uhr

Johann Sebastian Bach 1685 – 1750 Präludium Nr. 6 BWV 875 und Fuge in g-Moll BWV 542 (arrangiert von Sreten Krstic) Arcangelo Corelli 1653 – 1713 Sarabande, Gigue und Badinerie Antonio Vivaldi 1678 – 1741 Konzert für Streicher und Basso continuo d-Moll RV 127 Allegro Largo Allegro Johann Sebastian Bach Konzert für 2 Violinen d-Moll BWV 1043 Vivace Largo Ma Non Tanto Allegro PA U S E Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791 Adagio und Fuge c-Moll KV 546 Charles Avison 1709 – 1770 Concerto grosso Nr. 3 d-Moll nach Domenico Scarlatti 1685 – 1757 Largo Andante Allegro (Allegro spiritoso) Vivace Allegro Unico Wilhelm van Wassenaer 1692 – 1766 Konzert Nr. 2 G-Dur Largo A cappella (non Presto) Largo affettuoso Allegro

FESTSAAL INSELHOTEL KONSTANZ KARTEN

18 / erm. 14 Euro

KOMBIKARTE *  50 Euro (Inselkonzert und Essen / Kinder essen à la carte) Veranstaltungsbüro des Inselhotels, Telefon 07531 125-466 * Kombikarte gilt für das Inselhotel

Wolfgang Amadeus Mozart 1756 – 1791 Divertimento F-Dur KV 138 Allegro Andante Presto


WOLFGANG AM SEE III

INSELKONZERT

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Mozart und seine Vorbilder. Französische Orchestersuiten in Hamburg, italienische Opera seria in London, italienische Concerti grossi und Solokonzerte in Den Haag oder Newcastle upon Tyne: Die Musik des Barock ist international, und durch Notenausgaben und örtlich flexible Komponisten verbreiten sich die nationalen Stile und Formen im Nu in ganz Europa. Auch in Mozarts Oeuvre klingt die Musik des Barocks natürlich noch nach. Und hier wie dort gilt: Je abwechslungsreicher, desto besser. Langweile niemals deine Zuhörer! Besonders erfolgreich wurden das italienische Concerto grosso und das Solokonzert. Der größte Meister darin war Antonio Vivaldi. Der Venezianer war es, der mit seinen gut 500 Solokonzerten und 55 Concerti grossi sowie Konzerten ohne Solisten dem dreisätzigen Formtyp zum Durchbruch verhalf: Ein langsamer, melancholischer Satz wird darin eingerahmt von zwei quirligen, vorwärtspreschenden Sätzen. Zudem festigte Vivaldi das konzertierende Prinzip des spielerischen Wechsels von Tutti-Ritornellen und sich variativ fortspinnenden Soloepisoden. Dank seines fasslichen Stils, seiner eingängigen Melodik und Harmonik, seiner prägnanten, mitreißenden Rhythmik und motivischen Einheitlichkeit entwickeln seine Konzerte einen Hörsog, dem sich wohl niemand entziehen kann – was auch sein Konzert für Streicher d-Moll RV 127 (eines ohne Solisten) offenbart: Geballte Energie entlädt sich in den Rahmensätzen, schwermütig, klagend gibt sich das Largo in der Mitte.

»Langweile niemals deine Zuhörer.«

Der niederländische Diplomat und Freizeitkomponist Unico Wilhelm van Wassenaer bevorzugte in seinen sechs Concerti Armonici für Streichorchester noch die ältere viersätzige Concerto-Form, wie sie in Rom und Neapel gepflegt wurde. Wassenaers einst anonym veröffentlichte Konzerte sind so meisterlich komponiert, dass sie lange unter dem Namen des berühmten Pergolesi verkauft wurden, weswegen der vierte Satz des Concertino Nr. 2 G-Dur als »Tarantella« in Strawinskys Pergolesi-Adaption »Pulcinella« Eingang fand.

Arcangelo Corelli, eine Generation älter als Vivaldi, hinterließ ein übersichtliches Oeuvre. Dennoch waren seine 72 Werke, in sechs Sammlungen europaweit publiziert, bis Anfang des 19. Jahrhunderts die meistverlegten der Musikgeschichte: die Triosonaten op. 1 bis 4, die Violinsonaten op. 5 und die Concerti grossi op. 6. Sie wurden mannigfach bearbeitet und imitiert. Die Suite »Sarabande, Gigue und Badinerie« für Streichorchester ist allerdings ein von Ettore Pinelli bearbeitetes populäres Tanzsatz-Extrakt aus Corellis Opus 5. Auch Johann Sebastian Bach hat die Werke der italienischen Meister genau studiert. Wie Vivaldis Werke ist auch sein Konzert für zwei Violinen d-Moll BWV 1043 dreisätzig. Allerdings ist bei Bach die motivisch-thematische Arbeit hörbar dichter, der Tonsatz polyphoner, die Harmonik komplexer. Der britische Komponist Charles Avison ist heute noch wegen seiner 12 viersätzigen Concerti grossi für Streicher nach den einsätzigen Cembalosonaten Domenico Scarlattis im Gedächtnis. Er komponierte sie 1744 in seinem Heimatort Newcastle upon Tyne. Pro Satz adaptierte Avison jeweils eine Scarlatti-Sonate. Es sind keine bloßen Bearbeitungen, sondern er griff in die Substanz der Stücke ein, kürzte, änderte Tempi oder die Harmonik, fügte zusätzliche Stimmen hinzu, um den Klang voller zu machen. In Wolfgang Amadeus Mozarts Adagio und Fuge c-Moll KV 546 von 1788 strahlt das Barock per se noch nach. Er bearbeitete darin seine c-Moll-Fuge für zwei Klaviere von 1782 für Streichorchester und stellte ihr einen langsamen Satz voran: ein ungeheuer expressives, von tödlichen Stillen durchfurchtes Adagio. Die vierstimmige Fuge scheint zunächst barock, verweist aber schon bald in ihrem entspannten Umgang mit Dissonanzen und anderen Freiheiten deutlich auf Mozarts Jetztzeit. Als Vorbild für dieses musikalische Gegensatzpaar diente Mozart natürlich Bachs »Wohltemperiertes Klavier«, aus dessen zweiten Band das Präludium d-Moll BWV 875 stammt, das der Geiger Sreten Krstič in seinem Arrangement für Streicher allerdings nicht mit der Original-Fuge gekoppelt hat, sondern mit der berühmten Orgel-Fuge d-Moll BWV 539. In seinen Divertimenti für Streicher KV 136 bis 138, die vor allem wegen ihrer ausdrucksvollen Melodik populär geworden sind, orientierte sich der 16-jährige Mozart wiederum am dreisätzigen italienischen Concerto-Modell. Kein Wunder: Entstanden die drei Werke doch im Rahmen der Vorbereitungen seiner Italienreise – sicher mit dem Ziel, frische eigene Orchestermusik für den Bedarfsfall im Reisegepäck zu haben. Verena Großkreutz


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MUSIKVERMITTLUNG

ABENTEUER FÜR NEUGIERIGE

MUSIKSCHULE KONSTANZ _ BENEDIKTINERPLATZ 6 Samstag, 8. Februar 2020 _ 10 bis 12 Uhr

SCHNUPPERSTÜNDCHEN UND MEISTERKURS

FÜ R S P IE L F RE U D IG E

Fidel-Zeiten: Vom süßen Klang des Mittelalters In historischen Räumlichkeiten gibt es die Gelegenheit, Streichinstrumente des Mittelalters und der Renaissance (Fidel und Viola d‘arco) in die Hand zu nehmen und unter Anleitung erste Spielversuche ohne die modernen Hilfsmittel wie Kinnhalter, Schulterstütze oder Stachel zu machen. Instrumente werden zur Verfügung gestellt. Nach einer gemeinsamen Einführung finden Einzel-Probier-Lektionen statt. Fidel: für fortgeschrittene Geiger und Bratschisten (Laien und Profis) Viola d‘arco und Fidel: für fortgeschrittene Cellisten, Gambisten und Kontrabassisten Peter Achtzehnter Ulrike vom Hagen Csaba-Zolt Dimén Dozenten

INFO UND ANMELDUNG susanne.schlegel-creutzburg@konstanz.de

MUSIKSCHULE KONSTANZ TEILNAHME AM SCHNUPPERSTÜNDCHEN 10 bis 12 Uhr / 20 Euro

Mittelalter-/Renaissance-Kurs Ein kleiner Meisterkurs für Fidel-/Viola d‘arco-/ Viola da gamba-Spieler mit eigenem Instrument Prof. Baptiste Romain (Schola Cantorum Basel) Dozent

MUSIKSCHULE KONSTANZ PREIS pro Lektion 45 Euro, auch Ensemble-Unterricht möglich Hospitation auf Anfrage


FAMILIENKONZER T

HISTORISCHER ZUNFTSAAL DES ROSGARTENMUSEUMS Sonntag, 9. Februar 2020 _ 11 und 15 Uhr

Fidel-Zeiten Ab 8 Jahren

Ein Familienkonzert mit Streichinstrumenten des Mittelalters und der Renaissance. Unsere musikalische Reise führt uns nach Frankreich, Spanien und Italien zur Zeit der Burgen und Ritter. Wir entdecken die Streichinstrumente dieser Jahrhunderte, die Musik, die damit gespielt wurde, und lernen einige interessante Personen des Mittelalters und der Renaissance kennen. Musik des 12. bis 16. Jahrhunderts mit Fideln, Violen, Lira und Gesang von einem anonymen Trobador, Francesco Landini, Guillaume Dufay, Antoine Busnoys und anderen.

Ensemble Il Cigno Peter Achtzehnter Fidel, Lira da braccio, Gesang, Moderation Baptiste Romain Fidel, Renaissancevioline Ulrike vom Hagen Viola d‘arco, Fidel Csaba-Zsolt Dimén Viola d‘arco

HISTORISCHER ZUNFTSAAL DES ROSGARTENMUSEUMS KARTEN Erwachsene 12 / Kinder 6 / Familien 25 Euro Freie Platzwahl

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SITZKISSENKONZERT

WOLKENSTEIN-SAAL IM KULTURZENTRUM AM MÜNSTER KONSTANZ Sonntag, 16. Februar 2020 _ 11, 14 und 16 Uhr

Prinzessin Isabella Ab 4 Jahren

Nach einem Kinderbuch von Cornelia Funke und Kerstin Meyer. Isabella ist eine richtige Prinzessin! Aber den ganzen Tag hübsch aussehen und sich gut benehmen kann nun mal stinkelangweilig sein. Nicht mal auf Bäume klettern oder in der Nase bohren darf man. Kurzerhand wirft Isabella ihre Krone aus dem Fenster und direkt in den Goldfischteich. Der König tobt und zur Strafe muss die ungezogene Prinzessin in der Küche aushelfen: Geschirr spülen, Töpfe polieren und Schlagsahne schlagen. Zu dumm nur, dass Isabella dieser Tapetenwechsel so gut gefällt, dass sie eigentlich gar nicht mehr zurück will …

Kolibri Geschichten-Quintett Prisca Maier Schauspielerin Cornelius Nieden Schauspieler Margit Bonz Viola Ekkehard Creutzburg Flöte Alexander Messmer Akkordeon

WOLKENSTEIN-SAAL IM KULTURZENTRUM AM MÜNSTER KARTEN Erwachsene 10 / Kinder 5 / Familien 20 Euro Freie Platzwahl


GENIAL

BE S T- O F F I I

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GENIAL! SPEZIAL Best-of II Eine musikalische Länderreise In einem einstündigen unterhaltsam moderierten Konzert flitzen wir kreuz und quer um den Globus, um der Orchestermusik unterschiedlichster Länder zu lauschen. Anhand ausgewählter Werkausschnitte werden musikalische Besonderheiten und gesellschaftliche Hintergründe erläutert und einzelne, prägnante Werkdetails herausgestellt. Ein kurzweiliges Konzerterlebnis, das Lust auf »mehr« macht.

KONZIL KONSTANZ Samstag, 15. Februar 2020 _ 18 Uhr Mit Werken von Händel / Bach / Smetana / Strauss / Offenbach / Dvořák und Abreu

Peter Herrbold Moderation Gesine Mayer-Herrbold Konzept Joonas Pitkänen Dirigent

Konzert für weiterführende Schulen KONZIL KONSTANZ Freitag, 14. Februar 2020 _ 9.30 und 11 Uhr Information und Anmeldung susanne.schlegel-creutzburg@konstanz.de PREIS PRO SCHÜLER 5 Euro / 7 CHF Freie Platzwahl

KONZIL KONSTANZ KARTEN 15 / erm. 11 / Schüler 5 Euro Freie Platzwahl


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Alles Walzer! MILCHWERK RADOLFZELL Samstag, 29. Februar 2020 _ 19.30 Uhr CONGRESSZENTRUM PFORZHEIM S o n n t a g , 7. J u n i 2 0 2 0 _ 1 9 U h r Kar ten und Informationen finden Sie

Man kann sich das heute kaum noch vorstellen, aber es gab mal eine Zeit, da galt ein Walzer als so ziemlich das Verruchteste auf der Welt. Jenes uns heute bisweilen so bieder vorkommende und um sich selbst kreisende »Um-pah-pah-um-pah-pah« erregte im 18. Jahrhundert die Gemüter. Von Kritikern und Moralisten wurde der »Deutsche«, so hieß eine frühe Form des Wiener Walzers, als besonders wilder und nicht gesellschaftsfähiger Tanz angeprangert.

in der Saisonbroschüre auf Seite 81.

Dimitri Schostakowitsch 1906 – 1975 Moskau, Tscherjomuschki – Suite Eine Fahrt durch Moskau Walzer Tänze Balett Richard Strauss 1864 – 1949 Burleske TrV 145 d-Moll Erich Wolfgang Korngold 1897 – 1957 Straussiana Polka Mazurka Walzer Richard Strauss 1864 – 1949 Der Rosenkavalier – Suite für Orchester op. 59 TrV 227 Con molto agitato Allegro molto Tempo di Valse assai comodo da primo Moderato molto sostenuto Schneller Walzer Molto con moto

NN Klavier Paul Straessle Pauke Markus Huber Dirigent Herzlichen Dank an den Freundeskreis der Philharmonie e. V. und die Werner und Erika Messmer-Stiftung Radolfzell.

1785 notierte die Schrift »Beherzigung der Wiener Schönen« Folgendes: »Sie müssen jeden unbefugten Beobachter schamlos vorkommen. Arm in Arm geschlungen, Brust auf Brust gepreßt, oder Blick in Blick geschmolzen mit einem jungen Kerl herumzutollen, bis sich alles um sie her im Kreise dreht und Wolllust ihr und ihm aus den Augen glüht; oder glauben Sie etwa, daß einige der rankelnden Geigen hier einen Unterschied machen, und daß lascive Schlingungen oder wollüstige Blikke die Sittsamkeit nicht mehr beleidigen, wenn sie im Takt gewalzt, empfangen und gegeben werden?« Ja, es waren andere Zeiten. Dass man sich mit Walzerklängen nicht nur beliebt macht, musste auch der Komponist Richard Strauss (1864 – 1949) erfahren. Wenn auch aus ganz anderen Gründen. Die Uraufführung seiner Oper »Der Rosenkavalier« am Königlichen Opernhaus Dresden am 26. Januar 1911 missfiel einigen Kritikern. Ein Vorwurf: Die Walzerpassagen passten historisch gar nicht zu der im Stück dargestellten Zeit. Das war freilich nicht alles, was bemängelt wurde. Der damalige Dresdner Intendant Nikolaus Graf von Seebach befand das Werk für zu lang. Er befürchtete zudem, dass die freizügige Schilderung des Liebeslebens unter Adeligen ablehnende Reaktionen des Dresdner Hofes provozieren könnte. Die Reaktionen des Publikums waren nach der Uraufführung wesentlich euphorischer: »Der Rosenkavalier« wurde ein überwältigender Erfolg. Bis zum Jahresende 1911 wurde das Werk an mehr als 40 Bühnen im In- und Ausland gespielt. Um das Stück entwickelte sich ein regelrechter Hype. Die Reichsbahn setzte Sonderzüge von Berlin nach Dresden ein, um die Scharen in die Semperoper zu lotsen, die Figuren der Handlung dienten als Vorbilder für Fasnachtsverkleidungen, selbst Zigaretten wurden unter dem Namen »Rosenkavalier« verkauft. Verantwortlich für diesen Erfolg war nicht zuletzt Hugo von Hofmannsthal: Der österreichische Schriftsteller hatte nicht nur das Libretto geschrieben, sondern er hatte auch dafür gesorgt, dass mit Max Reinhardt als Regisseur und Alfred Roller als Bühnen- und Kostümbildner erstrangige Künstler für die Uraufführung gewonnen werden konnten. In seinem Text habe er gar nicht versuchen wollen, die historische Zeit des Rokoko wieder auferstehen zu lassen, erklärte Hofmannsthal einmal. »Dahinter war der geheime Wunsch, ein halb imaginäres, halb reales Ganzes entstehen zu lassen, dies Wien um 1740, eine ganze Stadt mit ihren Ständen, die sich gegeneinander abheben und miteinander mischen, mit ihrem Zeremoniell, ihrer sozialen Stufung, ihrer Sprechweise oder vielmehr ihren nach den Ständen verschiedenen Sprechweisen, mit der geahnten Nähe des großen Hofes über dem allen, mit der immer gefühlten Nähe des Volkselementes«, so der Dichter in seinem Geleitwort zum Stück.


VON MEISTERKURS BIS KL ASSIK AM SEE

AL L E S WAL ZER

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Richard Strauss selbst wollte das Stück übrigens nie »Der Rosenkavalier« nennen. Der Titel war bis kurz vor Drucklegung umstritten. Strauss wünschte sich, dass der Ochs auf Lerchenau und die silberne Rose im Titel erscheinen. Den letzten Ausschlag gab der Legende nach Strauss’ Ehefrau Pauline. Sie plädierte für »Der Rosenkavalier«. Strauss gab sich geschlagen und kommentierte: »Also Rosenkavalier, der Teufel hol ihn.« Neben Richard Strauss avancierte Erich Wolfgang Korngold (1897 – 1957) im frühen 20. Jahrhundert zum meist gespielten Opernkomponisten Österreichs und Deutschlands. Bei allen Unterschieden zwischen den beiden – hier Strauss, der den Nazis als Präsident der Reichsmusikkammer diente, dort Korngold, der als Jude aus Österreich fliehen musste – sie verband ein Faible für den Wiener Walzer, wie ihn der Komponist Carl Maria von Weber als Konzertwalzer begründet hatte. »Sein 1819 entstandenes Klavierrondo ʻAufforderung zum Tanzʻ, das Hector Berlioz später für Orchester setzte, lieferte das Modell für den Aufbau und die Form: eine langsame Einleitung zur Eröffnung, dann eine Folge von Walzermelodien und schließlich eine abrundende Coda mit Reminiszenzen an das Vorangegangene«, schreibt Klaus Meyer für BR Klassik.

hinzu. In den folgenden Jahren wird Korngold zu einem der gefragtesten Filmkomponisten Hollywoods. 1936 erhält der Komponist seinen ersten Oscar für die Filmmusik zu »Anthony Adverse«, 1938 bereits den zweiten für »The Adventures of Robin Hood«. Danach entschließt sich Korngold, in den USA zu bleiben. Er weiß, dass auf ihn als jüdischer Künstler in Nazi-Deutschland nur der Tod wartet. Insgesamt komponierte er zwischen 1935 und 1946 die Musik zu 19 Filmen. Richtig heimisch fühlt sich der Komponist in den Vereinigten Staaten jedoch nicht und so kehrt er nach dem Krieg 1949 zurück nach Österreich. »Doch das Klima bei seiner Heimkehr war frostig. Zwölftonmusik und Avantgarde geben inzwischen den Ton an. Wer wie Korngold im Wohlklang schwelgte, galt als reaktionär«, schreibt Roland Mörchen in der Jüdischen Allgemeinen. Korngold geht enttäuscht zurück in die USA. 1953 komponiert er mit der »Straussiana« sein letztes Orchesterwerk – eine Hommage an Johann Strauss, jenem Komponisten, der gemeinhin als der Walzerkönig gilt. An seine früheren Erfolge kann Korngold damit allerdings nicht anknüpfen. Am 29. November 1957 stirbt er nach einer Herzattacke in Los Angeles.

Aber konzentrieren wir uns auf Erich Wolfgang Korngold. Geboren am 29. Mai 1897 im tschechischen Brünn, gilt er schon früh als musikalisches Wunderkind. Im Alter von 11 Jahren schreibt er die Pantomime »Der Schneemann«, die in der Wiener Hofburg erfolgreich aufgeführt wird, 1916 ist er mit seinen Werken »Der Ring des Polykrates« und »Violanta« längst ein fester Begriff in der Musikwelt, nur vier Jahre später erklimmt er den Gipfel des Ruhms: Seine Oper »Die tote Stadt« geht um die Welt. 1934 reist Korngold auf Einladung des Regisseurs Max Reinhardt nach Hollywood, dort soll er die Musik zu Reinhardts Film »Ein Sommernachtstraum« arrangieren.

Was Korngold und den russischen Komponisten Dmitri Schostakowitsch (1906 – 1975) verbindet: Das wohl bekannteste Lied, das Schostakowitsch je geschrieben hat, stammt aus einem Film. Sein »Dem kühlen Morgen entgegen« wurde durch den Propagandafilm »Der Gegenplan« aus dem Jahr 1932 berühmt. Dieser Ohrwurm hat in der Sowjetunion und weit darüber hinaus enorme Verbreitung erfahren. Das Lied ist auch Teil der Operette »Moskau, Tscherjomuschki«, aus der an diesem Konzertabend die Suite zur Aufführung kommt. Die Operette spielt in der titelgebenden Trabantenstadt Tscherjomuschki am Rande Moskaus. Lieblos aus dem Boden gestampft, sollen die an der Wohnungsnot verzweifelnden Menschen in Moskau dort eine neue Heimat finden. Tscherjomuschki gilt als sowjetisches Vorzeigeprojekt. Schostakowitsch nimmt in seiner Musik satirisch Propaganda, Baumängel, Korruption, Funktionärsgehabe und Neid aufs Korn.

Mit seiner Arbeit setzt der Komponist neue Maßstäbe für die damalige Filmmusik: Er vergrößert das Orchester auf Symphonieorchester-Stärke, passt die Sprache der Schauspieler an den Rhythmus der Musik an und komponiert längere Passagen im Stile Mendelssohns

Die Musik dazu ist eingängig, Schostakowitsch verarbeitet eifrig musikalische Zitate. Aus russischen Klassikern wie »Schwanensee« oder »Fürst Igor« einerseits, aber auch aus seinen eigenen Werken. Schostakowitsch-Experten können sich während des Konzertes also damit die Zeit vertreiben, sämtliche Verweise und Selbstbezüge in der Operette herauszuhören. Übrigens: Dass Walzer komponieren können nicht automatisch auch Walzer tanzen können bedeutet, legt auch ein oft behaupteter, allerdings nie bewiesener Fun Fact aus dem 19. Jahrhundert nahe. Der legendäre Walzerkönig Johann Strauss, so etwas wie der erste Schlagerstar der Musikgeschichte, soll alles andere als ein Partylöwe gewesen sein. Am liebsten verkroch er sich mit ein paar guten Freunden zum Kartenspielen in ein verrauchtes Café. Mit Drehen im »Um-pah-pah-Takt« war da eher wenig: Tanzen konnte Strauss zu seinen eigenen Melodien nämlich angeblich nicht. Michael Lünstroth


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14. MÄRZ 2020 18:00 UHR

Moltkestraße 2-4 St.-Gebhard-Platz Konstanz

LICHT SINFONIE


SPEZIAL!

LICHTSINFONIE

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Die LichtSinfonie EHEMALIGES FERNMELDEGEBÄUDE / MOLTKESTRASSE / ST.-GEBHARD-PLATZ Samstag, 14. März 2020 _ 18.00 Uhr

EIN GESPRÄCH MIT TERESA RENN & J AN BE H N S T E DT-R E N N, P R OJ E K T L E I T U N G

Licht als musikalisches Ereignis 62 Meter hoch, 45 Meter breit. Das ehemalige Fernmeldegebäude in der Moltkestraße ist nach dem Konstanzer Münster das zweithöchste Gebäude der Stadt. Im Spätsommer 2020 wird der Umbau des leer stehenden Hochhauses zu einem belebten Wohngebäude beginnen. Es ist die Gelegenheit, die Verwandlung des Gebäudes durch ein Kunstprojekt in Szene zu setzen, in dem Musik und Lichtkunst verschmelzen: Beethovens 5. Symphonie, live gespielt von der Südwestdeutschen Philharmonie unter der Leitung des Dirigenten Kevin Griffiths und visuell interpretiert durch 351 LED-Fluter in den Fenstern der Frontfassade. Die leuchtenden Fensterreihen des Hochhauses verbinden sich dabei zu dynamischen Farbflächen, zu Kombinationen aus Farben und Bewegung in unterschiedlicher Lichtintensität, deren Formen ebenso jäh aus dem Nichts auftauchen, wie sie wieder verschwinden können. In einer einzigartigen Kooperation mit der Südwestdeutschen Philharmonie loten die Konstanzer Medienkünstler Teresa Renn und Jan Behnstedt-Renn das Verhältnis von Musik und Licht als Ausdrucksmittel aus.

»Musik und Lichtkunst verschmelzen.«

Wie kamt ihr auf die Idee für die LichtSinfonie? Die Idee dafür kam uns beiden tatsächlich im gleichen Augenblick. Wir saßen abends am Rheinufer und an einem Hotel auf der gegenüberliegenden Flussseite leuchteten immer wieder die Lichter eines Fahrstuhls auf. Manchmal gingen an entfernten oder benachbarten Häusern die Lichter gleichzeitig an. Das hatte etwas sehr Rhythmisches, Musikalisches und Interaktives. Wir stellten uns daraufhin vor, wie es wäre, wenn die Lichter in allen Fenstern der gegenüberliegenden Häuserreihe im Takt einer Musik ein- und ausgeschalten würden. Das war die Geburtsstunde der LichtSinfonie. Aus welchen Gründen habt ihr euch für Beethovens 5. Symphonie entschieden? Beethovens 5. Symphonie mit ihrem markanten und weltberühmten Anfangsmotiv war tatsächlich schon an diesem Abend am Rhein das erste, was uns spontan in den Sinn gekommen ist, auch wenn wir danach dann systematisch in die Recherche gegangen sind. Wir spielen zwar beide Instrumente, sind aber eher musikalische Gelegenheitsdilettanten, sodass das auch für uns ein wirklich spannender Prozess war, ein Lernprozess letztlich auch, weil sich für uns mit der Geschichte der symphonischen Musik ein vollkommen neues ästhetisches Feld aufgetan hat, eine ganze Klangwelt, mit der wir bislang wenig Berührungen hatten. Die Gespräche mit Insa Pijanka über die mögliche Auswahl der infrage kommenden Stücke waren da wirklich sehr inspirierend und sehr hilfreich. Dann da einzutauchen in diese Klangwelt, das erst mal auf sich wirken zu lassen und sich dann Abende lang mit der Frage zu beschäftigen: Welche Bilder und welche Stimmungen löst das bei uns aus? Welche Geschichte erzählt das? Hat das eine Struktur, die sich visuell interpretieren lässt? Das war sehr eindrücklich. Dass wir am Ende wieder bei unserer Ausgangsidee angelangt sind, hatte zwar auch pragmatische Gründe, etwa die Orchestergröße oder dass wir voraussetzen können, dass die 5. Symphonie auch einem weniger klassikaffinen Publikum bekannt ist. Tatsächlich aber war die Symphonie das Stück, das visuell den stärksten Eindruck auf uns gemacht hat und die intensivsten Bilder und Ideen für eine visuelle Auseinandersetzung ausgelöst hat. Dass im nächsten Jahr das 250. Jubiläum von Beethovens Geburtsjahr gefeiert wird, ist natürlich umso schöner.

War euch auch von Anfang an klar, dass ihr die LichtSinfonie am ehemaligen Fernmeldegebäude in Petershausen aufführen werdet? Das ehemalige Fernmeldegebäude prägt ja wie das Münster das Stadtbild und ist kaum zu übersehen, das lag also nahe. Mit seiner Rasterarchitektur der Fenster und dem weitläufigen Rasenplatz vor dem Gebäude bietet es die perfekten Voraussetzungen für die technische und organisatorische Umsetzung des Projekts. Ein ganzes Hochhaus


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zum Leuchten zu bringen, ist natürlich auch visuell extrem eindrücklich. Das Areal ist aber auch kulturell und sozial ein spannender Ort. Als das Gebäude eröffnet wurde, war es mit seiner klaren und sachlichen Architektur ein funktionalistischer Traum, der sehr viel über die kulturellen und wirtschaftlichen Modernisierungspläne der Stadt in den späten 60er-Jahren erzählt, ein Emblem der rasant aufsteigenden Kommunikationsgesellschaft. Jahre später sind das Gebäude und der Platz ja jetzt eher ein Schandfleck und stehen wieder vor gewaltigen Veränderungen. Das ist prinzipiell schon mal eine spannende Konstellation für Kunstprojekte, mit der man arbeiten kann und die wir im Rahmenprogramm zur LichtSinfonie aufgreifen. Unsere sprechenden Bäume, die »Talking Trees«, in denen sehr unterschiedliche Menschen und Akteure zu Wort kommen, die hier jahrzehntelang gearbeitet haben, die die Geschichte des Gebäudes kennen, aber auch einen Ausblick in die Zukunft geben werden. Als wir vom Verkauf des Hochhauses und dessen Umbau hörten, haben wir uns mit Rainer Beitlich in Verbindung gesetzt, dem zuständige Projektleiter von der BPD Immobilienentwicklung GmbH, die das Hochhaus gekauft hat und umbauen wird. Er war von unserer Idee sofort begeistert und sagte uns bereits beim ersten Treffen seine volle Unterstützung bei vollständiger künstlerischer Freiheit zu, weil ihn auch die Idee überzeugt hat, unterschiedliche Akteure und Institutionen aus der Kultur der Stadt durch ein Projekt wie dieses zusammenzuführen. Ein solches Angebot bekommt man nur sehr selten.

Wie kam es zur Kooperation mit der Südwestdeutschen Philharmonie? So ein Projekt braucht wegen seiner Komplexität natürlich einen längeren Vorlauf, aber wir hatten bereits früh mit Insa Pijanka Kontakt und haben ihr das Projekt vorgestellt. Vermutlich waren wir eines der ersten Konstanzer Projekte außerhalb des Spielbetriebs, das sie auf dem Schreibtisch hatte. Auch sie sagte sofort zu und war von Beginn an mit großer Freude und großem Engagement dabei. Sie überzeugte und engagierte auch den Dirigenten Kevin Griffiths für diesen Abend, der mit besonderen Anforderungen konfrontiert wird, weil die im Vorfeld erstellten Animationen und das Orchester absolut synchron sein müssen.

Wie lässt sich so ein großes Projekt realisieren? Zunächst braucht es einen fähigen, erfahrenen und mutigen Technikpartner, der sich zutraut, neue Wege zu gehen. Mit Andreas Reinl und Andrea Riegel von a2r:media haben wir Veranstaltungstechniker im Boot, die ihre langjährige Erfahrung optimal für das Projekt einsetzen können und mit denen wir wirklich sehr gerne zusammenarbeiten. Ohne die beiden und ihr Team könnten wir ein solch verrücktes Vorhaben nicht umsetzen, weil sie vor allem auch kreative Mitdenker sind. Das ist auch nötig, weil die Bildsprache der LichtSinfonie maßgeblich durch die Technik bestimmt ist, mit der wir arbeiten, das heißt durch die LED-Fluter, die wir in jedem Fenster platzieren. Jedes Fenster funktioniert dabei wie ein Bildpunkt, ein Pixel. Wir bespielen zwar die gesamte Fassade, aber die Animationen, die wir gemeinsam mit dem Kommunikationsdesigner Fabian Zwesper entwickeln, sind auf diese 351 Pixel begrenzt.

Was sagt die Stadt zu eurer Idee? Egal wo wir von unserer Idee erzählt haben, überall stießen wir sofort auf großes Interesse. Die Stadt ist sehr unterstützend, sowohl die MTK (Marketing und Touristik Konstanz) als auch das Kulturamt sind beteiligt und helfen bei der Organisation der LichtSinfonie und der Rahmenveranstaltung. Inzwischen hat auch der Oberbürgermeister Uli Burchardt die Schirmherrschaft übernommen. Damit sind wir bestens aufgestellt.

»Kombination von klassischem Konzert und Lichtkunst«

Was erwartet die Zuschauerinnen und Zuschauer am 14. März 2020 auf dem St.-Gebhard-Platz? Wir wollen natürlich noch nicht alles verraten, aber es wird auf jeden Fall verdammt hell! Das Projekt ist nicht nur wegen seiner Dimension für Konstanz außergewöhnlich und sicher auch visuell extrem eindrücklich, es ist in seiner Kombination von klassischem Konzert und Lichtkunst auch weltweit gesehen ziemlich einmalig. Der Eintritt wird frei sein – wir machen das in erster Linie für die Konstanzerinnen und Konstanzer. Und wenn das Feuerwerk beim Seenachtsfest tatsächlich abgeschafft wird, hat man zumindest im März schon die Gelegenheit, einem Kunstevent beiwohnen zu können. Ab 18 Uhr wird man die »Talking Trees« auf dem Platz belauschen können, die von ihrem ganz eigenen Blick auf das Gebäude und das Gelände erzählen werden. Dazu werden regionale Foodtrucks für das leibliche Wohl sorgen. Um 20 Uhr beginnt dann die LichtSinfonie. Wer ganz neugierig ist, ist natürlich herzlich eingeladen, schon am 13.3. der öffentlichen Generalprobe beizuwohnen.


SPEZIAL!

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LICHTSINFONIE

T E R E S A R E N N & J AN BE H N S T E DT-R E N N INSA PIJANKA INTENDANTIN DER SÜDWESTDEUTSCHEN P H I L H A R M O N I E K O N S TA N Z

In dieser Saison geht es im Programm der Philharmonischen Konzerte viel um Erinnerung, insbesondere im Rückblick auf das uns doch noch so nahe 20. Jahrhundert. Schöne Erinnerungen zu bewahren, ist immer einfach, die weniger schönen hingegen vergisst man ganz gerne. Kultur in jeder Form und so auch die Musik ist immer auch ein Bewahrer von Erinnerungen, das Gedächtnis einer Gesellschaft. Das Telekom-Hochhaus ist sicherlich bald eine Erinnerung, die man im ansonsten baulich so schönen Konstanz gerne vergessen möchte. Aber gerade diesen vermeintlich tristen und sperrigen Ort neu in einen künstlerischen Kontrast zu setzen, macht den Reiz des Projektes aus. Zudem stellt sich uns immer wieder die Frage, warum wir uns nach wie vor mit Werken beschäftigen, welche zum Teil Hunderte von Jahren alt sind. Einfach nur weil es schöne Musik ist? Sicher nicht! Kunstwerke immer wieder neu zu hinterfragen, im wahrsten Sinne des Wortes »in Szene« zu setzen, sie auf ihre Relevanz für unsere heutige Gesellschaft zu überprüfen, ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Die LichtSinfonie bietet hierfür den idealen Raum. Sie vereint visuelle Kunst (Licht, Architektur) mit klanglicher, erschließt neue Räume, eröffnet Kontexte, baut eine Brücke der Kunstformen und ihrer Darbietungsmöglichkeiten über die Jahrhunderte hinweg und in die Stadtgesellschaft hinein. Könnte eine Vision schöner sein?

SARAH MÜSSIG

ERIC THIEL

K U LT U R A M T K O N S TA N Z

M A R K E T I N G U N D T O U R I S M U S K O N S TA N Z G M B H

Mit der Lichtsinfonie verbinden sich Lichtkunst, live gespielte philharmonische Musikperformance und Architektur zu einem bewegenden und packenden Kulturereignis, auf das sich nicht nur Petershausen, sondern die ganze Stadt freuen darf. Reizvoll an diesem Projekt ist die Verknüpfung all dieser Sparten zu einem neuen, mit allen Sinnen erlebbaren Gesamtkunstwerk. Neue Orte zu finden, aus den traditionellen Institutionen herauszugehen und neue, öffentliche Räume zu bespielen und inspirierend zu gestalten, das ist das, was Kultur in Konstanz auch spannend und immer wieder neu erlebbar macht. Diesen Ort vor dem Umbau nochmal in Szene zu setzen und ihn für einen Abend künstlerisch in den Mittelpunkt zu rücken und im wahrsten Sinne des Wortes im neuen Licht zu sehen und zu hören, ist sowohl für die Stadt, aber insbesondere für das Quartier ein gelungener Wendepunkt in der Nutzung des Gebäudes.

Die LichtSinfonie ist innovativ und einzigartig – so etwas gab es in Konstanz noch nicht und wir unterstützen dieses Projekt daher gerne! Die Kombination aus Architektur, Licht und klassischer Musik macht das Projekt so besonders. Das sonst eher triste, zweithöchste Gebäude von Konstanz wird an diesem Abend neu in Szene gesetzt bzw. in ein neues Licht gerückt – mit intensiven Farbspielen und klangvollen Tönen. Es ist etwas ganz Besonderes, wenn unterschiedlichste Konstanzer Akteure aus der Kultur für Konstanz zusammenkommen. Das Projekt bietet dabei einen Mehrwert für die BürgerInnen. Neben der Licht- und Musikinszenierung gibt es die audiovisuelle Installation »Talking Trees« auf der Grünfläche vor dem Hochhaus. Zudem erzählen die BürgerInnen die Geschichte des Hauses aus ihrer Sicht. Vielleicht gibt es zudem neue Sinnesimpulse für das gesamte Quartier …


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Konzertkalender

Dez 2019 bis März 2020

DE ZEMBER 2 0 1 9 Philharmonisches Konzert

KONZIL KONSTANZ Fre i t a g , 6 . D ez em b er 2 0 19 _ 19. 3 0 Uh r S o n n t a g , 8 . D ez em b er 2 0 19 _ 18 Uhr

Abo C Abo D

LUTHERKIRCHE KONSTANZ Frei t ag , 2 0 . D ez em b er 2 0 19 _ 19 Uhr Pro b e 1 6 . 3 0 Uhr

SALA VERDI MAILAND Mi tt w o ch , 11 . D ez em b er 2 0 19 _ 2 0 .4 5 Uhr

Johann Sebastian Bachs

Mut

Vom Himmel hoch

Weihnachtsoratorium zum Mitsingen Kantaten I–III

Werke von Händel / Haydn / Torrelli / Beethoven Gábor Boldoczki Trompete Marco Comin Dirigent Ari Rasilainen Chefdirigent (in Mailand)

→ Seite 6

Genial! II

Mechthild Bach Sopran Zografia Maria Madesi Alt Nik Kevin Koch Tenor Konstantin Wolff Bass Michael Stadtherr Leitung Bach-Chor Konstanz Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

KONZIL KONSTANZ S a ms t a g , 7. D ez em b er 2 0 19 _ 18 Uh r

→ Seite 12

e duART Familienkonzer t

LUTHERKIRCHE KONSTANZ S am s t ag , 2 1 . D ez em b er 2 0 19 _ 14 u nd 16 Uhr

Tanz

Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 7

Weihnachtsoratorium für Kinder

Insa Pijanka Moderation Marco Comin Dirigent

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e duART Si t zkissenkonzer t

SPEICHERSAAL KONZIL S a ms t a g , 7. D ez em b er 2 0 19 _ 11 u n d 1 5 Uh r

Der allerkleinste Tannenbaum Ab 4 Jahren

Anna Hertz Spiel und Regie Circolo Quartett Kyoko Tanino Violine Pawel Katz Violine Margit Bonz Viola John Wennberg Violoncello

Wie die Hirten das Kind in der Krippe fanden Ab 6 Jahren Julia Katterfeld Erzählerin Zografia Maria Madesi Alt Nik Kevin Koch Tenor Konstantin Wolff Bass Michael Stadtherr Dirigent Bach-Chor Konstanz Kinderchor Paradies Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz ST. GEBHARDSKIRCHE KONSTANZ S am s t ag , 2 1 . D ez em b er 2 0 19 _ 18 . 3 0 Uhr

→ Seite 11

Unlimited II

MILCHWERK RADOLFZELL S o n n t a g , 1 5. D ez em b er 2 0 19 _ 18 Uhr BODENSEEFORUM KONSTANZ S a ms t a g , 2 8 . D ez em b er 2 0 19 _ 19. 3 0 Uh r

Winter Wonderland – A Swingin‘ Christmas Show Nigel Casey, Henrik Wager, Andreas Wolfram The Pack Katja Friedenberg, Judith Lefeber, Tabea Henkelmann Ladys Frank Pecher Gitarre Heiko Pape Bass Donato Deliano Klavier Andy Pilger Drums Insa Pijanka Host Gordon Hamilton Dirigent Sybille Pfeiffer Bühne und Kostüme Es spielt die Südwestdeutsche Philharmonie → Seite 14

Werke von Rheinberger und Saint-Saëns Gebhardchor Konstanz Martin Weber, Hans Jaskulsky Dirigenten Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz LUTHERKIRCHE KONSTANZ S o n n t ag , 2 2 . D ez em b er 2 0 19 _ 1 7.00 Uhr → Vorverkauf bei Buch Kultur Opitz und www.reservix.de Johann Sebastian Bachs

Weihnachtsoratorium

Mechthild Bach Sopran Zografia Maria Madesi Alt Nik Kevin Koch Tenor Konstantin Wolff Bass Michael Stadtherr Leitung Bach-Chor Konstanz Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

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KONZERTKALENDER

DEZ 2019 – MÄRZ 2020

JAN UAR 2 020

49

FEBR UAR 2 0 2 0 Neujahrskonzert

GRAF-BURCHARD-HALLE FRICKINGEN Mi tt w och, 1 . Januar 2 0 2 0 _ 19 Uh r MILCHWERK RADOLFZELL D o n n er s tag, 2 . Januar 2 0 2 0 _ 19. 3 0 Uh r

Abo R

LINDENHALLE EHINGEN S a m s tag, 4 . Januar 2 0 2 0 _ 19. 3 0 Uh r KONZIL KONSTANZ S o n n t ag, 5. Januar 2 02 0 _ 18 Uh r

GENIAL! SPEZIAL

Wolf gang am S e e I

KONZIL KONSTANZ S o n n tag , 2 . F eb ru ar 2 0 2 0 _ 19. 3 0 Uhr

KONZIL KONSTANZ S am s t ag , 1 5. F eb ru ar 2 0 2 0 _ 18 Uhr

Wohin?

Best–of II

Hanna Kronqvist Sopran Ari Rasilainen Chefdirigent

Peter Herrbold Moderation Gesine Mayer-Herrbold Konzept Joonas Pitkänen Dirigent

Werke von Atterberg / Schubert / Salieri / Mozart / Bacewicz / Elgar

Eine musikalische Länderreise

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e duART Si t zkissenkonzer t

Wolf gang am S e e II

GRAF-ZEPPELIN-HAUS FRIEDRICHSHAFEN Mo n tag, 6 . Januar 2 02 0 _ 2 0 Uh r

FESTSAAL INSELHOTEL KONSTANZ S a ms t ag , 8 . F eb ru ar 2 0 2 0 _ 19. 3 0 Uh r

WOLKENSTEIN-SAAL IM KULTURZENTRUM AM MÜNSTER S o n n t ag , 1 6 . F eb ru ar 2 0 2 0 _ 11, 14 u nd 16 Uhr

STADTHALLE SINGEN S a m s tag, 11 . Januar 2 02 0 _ 2 0 Uh r

Woher?

Prinzessin Isabella Ab 4 Jahren

Werke von Mozart / Bach / Händel

Mythos Broadway: Wien – London – New York

Insa Pijanka Moderation Jörg Halubek Leitung und Cembalo

Judith Caspari Sopran Insa Pijanka Moderation Ari Rasilainen Chefdirigent Kevin Griffiths Dirigent in Friedrichshafen und Singen → Seite 21

HISTORISCHER ZUNFTSAAL DES ROSGARTENMUSEUMS S o n n t ag , 9. F eb ru ar 2 0 2 0 _ 11 u n d 1 5 Uh r

Philharmonisches Konzert

KONZIL KONSTANZ Fre i tag, 1 7. Januar 2 0 2 0 _ 9. 3 0 Uh r Fre i tag, 1 7. Januar 2 0 2 0 _ 19. 3 0 Uh r S o n n t ag, 19. Januar 2 02 0 _ 18 Uh r Mi tt w och, 2 2 . Januar 2 0 2 0 _ 19. 3 0 Uh r

ÖGP * Abo B Abo E Abo A

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Genial III

KONZIL KONSTANZ S a m s tag, 18. Januar 2 02 0 _ 18 Uh r

Ich!

Dmitri Schostakowitsch: Symphonie Nr. 10 – Auszüge Insa Pijanka Moderation Marcus Bosch Erster Gastdirigent

GRAF-ZEPPELIN-HAUS FRIEDRICHSHAFEN S o n n t ag, 26. Januar 2 0 2 0 _ 19 Uh r Ludwig van Beethoven: Symphonie Nr. 9 Vokalensemble Camerata Serena Nikolaus Henseler Dirigent Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz

e duART Familienkonzer t

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MILCHWERK RADOLFZELL S am s t ag , 2 9. F eb ru ar 2 02 0 _ 19. 3 0 Uhr

Alles Walzer

Fidel-Zeiten

Werke von Schostakwitsch / Strauss und Korngold

Ab 8 Jahren

Ensemble Il Cigno

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Wolf gang am S e e III

FESTSAAL INSELHOTEL KONSTANZ S o n n t ag , 9. F eb ru ar 2 0 2 0 _ 11 .1 5 Uhr

Im Schutz der Nacht Werke von Pärt / Britten und Schostakowitsch Carsten Duffin Horn Robin Tritschler Tenor Marcus Bosch Erster Gastdirigent

Kolibri Geschichten-Quintett → Seite 34

NN Klavier Paul Straessle Pauke Markus Huber Dirigent

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/ Inselkonzer t M ÄR Z 2 0 2 0

Wolfgang am See III Werke von Vivaldi / Wassenaer / Corelli / Avison / Bach / Mozart

Ehemaliges Fernmeldegebäude Moltkestraße / St.-Gebhard-Platz S am s t ag , 1 4 . Mär z 2 0 2 0 _ 18 Uhr

Sreten Krstic Violine Branislava Tatic Violine Pawel Katz Violine Evgenia Murtazaeva Violine Berenice Guerrero Ogando Viola Ilija Andrianov Violoncello Anna-Lena Cech Kontrabass Tina Speckhofer Cembalo

Die LichtSinfonie

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50

VORVERKAUFSSTELLEN

Kasse im Stadttheater 1 Öffnungszeiten Di bis Fr 10 – 19 Uhr // Sa 10 – 13 Uhr Konzilstraße 11 // 78462 Konstanz Telefon 07531 900 21 50 theaterkasse@konstanz.de Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz  2 Abo- und Kartenbüro Öffnungszeiten Mo bis Fr 9 – 12.30 Uhr Fischmarkt 2 // 78462 Konstanz Telefon 07531 900 28 16 philharmonie-karten@konstanz.de abo@konstanz.de www.philharmonie-konstanz.de Tourist Information Konstanz 3 Nur Schalterverkauf Öffnungszeiten November bis März Mo bis Fr 9.30 – 18 Uhr Öffnungszeiten April bis Oktober Mo bis Fr 9 – 18.30 Uhr // Sa 9 – 16 Uhr // So 10 – 13 Uhr Bahnhofplatz 13 // 78462 Konstanz counter@konstanz-info.com Für Konzerte im Milchwerk  Tourismus- und Stadtmarketing Radolfzell GmbH Bahnhofplatz 2 // 78315 Radolfzell Telefon 07732 81-500 info@radolfzell-tourismus.de www.reservix.de Ortsverwaltungen Litzelstetten, Dingelsdorf, Dettingen-Wallhausen (Schalterverkauf, kein Tausch) Jederzeit bequem von zu Hause print@home www.philharmonie-konstanz.de

IMPRESSUM Herausgeber Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz // Fischmarkt 2 // 78462 Konstanz Redaktion Insa Pijanka // Susanne Schlegel-Creutzburg Illustrationen Susanne Smajić // Fotografie 15 Nils Klinger // 17, 20, 30 SWP // 19 privat (Bücklein) // 35 Marco Borggreve Gestaltung Abschnitt eins GmbH // Druck Druckerei Konstanz GmbH // Auflage 70.000 Exemplare

Bild- und Tonaufnahmen der Konzerte durch jede Art elektronische Geräte sind nur in Absprache und mit Genehmigung der Südwestdeutschen Philharmonie gestattet. Zuwiderhandlungen sind nach dem Leistungsschutz- und Urheberrechtsgesetz (UrhG) strafbar. Wir bitten, im Konzertsaal Mobiltelefone auszuschalten sowie während des Konzerts auf Essen und Trinken zu verzichten. Im Sinne der Lesbarkeit verwenden wir für alle Geschlechter eine einheitliche Schreibweise.


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KONSTANZ ERHELLT MOMENTE. Licht kann so vieles. Es zeigt uns den Weg, wenn es dunkel ist. Es sorgt für die richtige Stimmung und weckt angenehme Gefühle. Es ist warm. Manchmal sogar ein echter Romantiker. Das richtige Licht macht den Moment. Wir erhellen die einzigartigen Augenblicke in Konstanz – mit unserer vielseitigen Stromversorgung.

Mehr Konstanz im Leben. Deine Stadtwerke. www.stadtwerke-konstanz.de


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