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Gewerkschaft Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst 1/2008

Februar

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Eltern!

aps

WER seine rechte in anspruch nimmt, muss auch seine pflichten erfüllen!

Fahrtkostenzuschuss Lärm & Pendlerpauschale in der Schule


Impressum

„aps“ ist die Zeitschrift der Gewerkschaft Pf­licht­schul­leh­rerinnen und Pf­licht­schul­leh­rer in der Ge­werk­schaft Öf­fent­licher Dienst. He­raus­ge­ber: Ge­werk­ schaft Öf­fent­licher Dienst. Medieninha­ber und Ver­leger: GÖD Wirtschaftsbetriebe GmbH., Teinfaltstraße 7, 1010 Wien. Chefredaktion und für den Inhalt verantwortlich: Rudolf Mayer (Ltg.), Walter Rieg­­ler, Herbert Mod­ritz­ky, 1010 Wien, Schenkenstr. 4/V, Tel.: 01/534 54-435. Redaktion, Pro­duk­tion, Konzeption und Anzeigenverwaltung: Mo­dern Ti­mes Me­di­a Ver­lags­ges.m.b.H., 4020 Linz, Büro Wien: 1030 Wien, Lagergasse 6/2/35, Tel.: 01/513 15 50. Hersteller: Nieder­öster­rei­chi­sches Presse­haus Druck- und Verlagsges.m.b.H., Gutenberg­straße 12, 3100 St. Pölten. Verlagsort: Wien. Herstellungsort: St. Pölten. DVR-Nr.: 0046655. Na­ment­lich ge­kenn­­zeich­nete Bei­trä­ge stel­len die Mei­nung des Au­tors dar, die sich nicht mit der Mei­nung der Re­dak­tion dec­ken muss.

Info

Gewerkschaft Pf­licht­schul­leh­rerinnen und Pf­licht­schul­leh­rer in der Ge­werk­schaft Öf­fen­t­­licher Dienst, 1010 Wien, Schenken­straße 4/V. Te­l.: 01/534 54-435 Fax: 01/534 54-452 E-­Ma­il: aps@goed.at Bü­ro­zei­ten: Mon­tag bis Do­nner­s­­tag von 7.30 bis 16.30 Uhr, Frei­tag von 7.30 bis 13.30 Uhr. Ko­sten­lo­se In­for­ma­tion für Mitglie­der der GÖD, Gewerkschaft Pf­licht­schul­lehrerinnen und Pflichtschullehrer.

inhalt

editorial

Liebe Leserin, lieber Leser!

seite des vorsitzenden 3 Warten auf … service 4 Fahrtkostenzuschuss & Pendlerpauschale aktuell 7 Bildungsstandards Ante portas 8 Ein Zeit-Zeichen: Verwöhnen 10 12 13

Für einen Dialog braucht man einen Partner Jugendgewalt Ein Teil von uns Fragen verboten, oder?

länder 14 Tirol ist anders … 16 Lärm in der Schule Ein pädagogisches Pulverfass presse 18 „Hohe Qualität der Lehrerbildung“ service 19 Leistungen – Hilfe Gewerkschaft Öffentlicher Dienst serie 21 Jugend und (neue) Medien 1. Teil dieser Serie service 24 Diensttausch OFFENLEGUNG GEMÄSS MEDIENGESETZ § 25 Wirtschaftsbetriebe Ges. m. b. H. der Gewerkschaft Öffent­licher Dienst, 1010 Wien, Teinfaltstraße 7. Unternehmens­gegenstand: Herstellung und Verbreitung literarischer Werke aller Art. Geschäftsführung: Hermann Feiner. Einziger Gesellschafter: Bildungs- und Presseverein der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst. Sitz: Wien. Betriebsgegenstand: Herstellung und Ver­ arbeitung sowie Verlag literarischer Werke aller Art. Die Blattlinie entspricht jenen Grundsätzen, die in den Statuten und der Geschäftsordnung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (Fassung gemäß Beschluss durch den 15. Gewerkschaftstag der GÖD) festgehalten sind.

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!

Nie war dieser Satz so richtig wie heute. Um diese „gültige Erkenntnis“ umsetzen zu können, müssen Eltern, die als Partner der Schule für deren Erfolg MITVERANTWORTLICH sind, auch ihre Rudolf Mayer PFLICHTEN erfüllen. Eltern sind hier zuallererst gefordert, dann unterstützen Kindergarten und Schule diese bei ihrem heute sicher nicht einfachen Erziehungsauftrag. Eltern dürfen nicht aus ihrer Verantwortung für ihre Kinder entlassen werden, daher ist es recht und billig, sie auf ihre Pflichten aufmerksam zu machen. In den Schulen sollte wieder mit „DISZIPLIN“ gelernt werden können, damit kostbare Zeit nicht für in der Erziehung Versäumtes verschwendet werden muss. Das Einfordern von Leistung für den Lernerfolg muss möglich sein, ohne dass Eltern sofort von Überforderung sprechen dürfen. Ohne Anstrengung, ohne die richtige Mischung aus Motivation und Üben lernen die Schüler zu wenig. Das zeigt sich gerade bei den Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen. Begriffe wie Lernen, Leistung und Anstrengungsbereitschaft dürfen nicht negativ besetzt sein, sondern sollen wieder als etwas Positives, Erstrebenswertes gelten dürfen. Eltern haben durch konsequente Erziehung den Kindern und Jugendlichen eine wesentliche Voraussetzung dafür zu schaffen. Gesellschaft und Politik dürfen nicht tolerieren, dass Schule als ein notwendiges Übel, als eine lästige Nebensache dargestellt wird. Übrigens: Kinderknast und Bootcamps, wie von manchen Politikern als Lösungsmittel angedacht, sind nicht nur der absolut falsche Weg, sondern sind vehement abzulehnen!

ZERBROCHENES KANN NICHT DURCH WEITERES ZERBRECHEN GEHEILT WERDEN! NICHT WEGSPERREN! • HINSCHAUEN! • ERKENNEN! • HELFEN! • UNTERSTÜTZEN! 

Ihr Rudolf Mayer

Redaktionsschluss der nächsten Ausgabe: 20. März 2008 Beiträge senden Sie bitte auf Diskette oder per E-Mail (aps@goed.at) an die Redaktion.

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aps • Ausgabe 1_2008


seite des vorsitzenden

Warten auf … Education International (EI) Die weltweite Vertretung von gewerkschaftlich organisierten Lehrerinnen und Lehrern, hat mit gutem Grund den Weltlehrertag des vergangenen Jahres unter das Motto Arbeitsplatz Schule gestellt. Zu lange hatte man in der Vergangenheit die Frage der Qualität des Arbeitsplatzes Schule nicht oder mit untauglichen Mitteln zu beantworten versucht. Den Arbeitsplatz Schule in all seinen Dimensionen zu erfassen, dringend notwendige Verbesserungen vorzunehmen und damit endlich den Lehrerinnen und Lehrern jenes berufliche Umfeld zu bieten, das ihrer Arbeitsleistung ebenbürtig wird, ist ein Gebot der Stunde. Natürlich können tolle Leistungen auch unter schwierigen Arbeitsbedingungen erbracht werden. Die Teppichmanufakturen in Indien und Co. sind dafür ein dramatisches Beispiel. Selbstverständlich sind wir in Österreich von diesen Zuständen, unter denen in manch anderen Ländern gearbeitet werden muss, meilenweit entfernt. Aber deshalb zu glauben, man hätte schon optimale Bedingungen geschaffen, wäre ein fataler Irrtum. Das Burn-out-Syndrom steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Qualität des Arbeitsplatzes. Die hohe Quote im Lehrberuf muss ein Alarmsignal für die verantwortlichen Dienstbehörden sein.

Walter Riegler, Vorsitzender der Bundesvertretung Pflichtschullehrer

Gewalt an Schulen Ein Teilaspekt des Arbeitsplatzes Schule ist das Thema Gewalt an Schulen. Auch hier wird nicht bewältigt, sondern verdrängt. Wann immer in den letzten Jahren das Thema von uns in der Öffentlichkeit angesprochen wurde (z. B. mit der Broschüre „Erziehen heißt Ein­greifen“), diskutierte man in der Öffentlichkeit nicht über die wachsenden Probleme unserer Kolleginnen und Kollegen mit offensichtlich schlecht erzogenen Schülern, sondern versuchte das Problem mit dem Schlachtruf „Steinzeitpädagogik“ oder „Rohrstaberlpädagogik“ vom Tisch zu wischen. Diese Atempause, die vor allem die Politik sich mit solchen Äußerungen zu verschaffen ­wusste, hat zwar vielleicht der einen oder anderen Partei, aber ganz sicher nicht der Schule und natürlich auch nicht den Lehrerinnen und Lehrern genützt. Aber es gibt ja von denen, die uns immer nachsagen wollen, wir würden am liebsten zur Prügelstrafe zurückkehren – was natürlich absoluter Unsinn ist –, auch kein vernünftiges anderes Konzept, geschweige denn den Versuch einer glaubhaften Umsetzung. Oder habe ich die gestiegene Lehrerinnen- und Lehrerzahl an den Schulen, mehr Psychologen, mehr Beratungslehrerinnen und -lehrer und wer sonst immer mithelfen könnte, das Problem zu verringern, an den Schulen übersehen?

Dienst- und Besoldungsrecht In der letzten Ausgabe habe ich Sie über unsere Schwierigkeiten informiert, im Unterrichtsministerium endlich eine Antwort auf viele von uns aufgezeigte Forderungen der Pflichtschullehrerinnen und -lehrer zu bekommen. SchulleiterInnen, WerklehrerInnen, Inte­ grationslehrerInnen und viele andere erwarten sich zu Recht eine positive Lösung ihrer ­Forderungen. Auf unser Drängen hat BM Dr. Schmied für die offenen Dienstrechts- und Besoldungs­fragen Ende Februar 2008 als Deadline für die Ressortstellungnahme genannt. Bis dorthin will sich das Ministerium festlegen, welche der berechtigten Forderungen erfüllt werden sollen und welche nicht.  Ich werde berichten! Bildung – Fenster zur Welt

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service

Fahrtkostenzuschuss & Pendlerpauschale Die 2. Dienstrechtsnovelle 2007 bringt einige Änderungen für all jene, die einen Fahrtkostenzuschuss oder eine Pendlerpauschale beziehen. Von Martin Höflehner, Besoldungsreferent

Fahrtkostenzuschuss In der am 28. Dezember 2007 kundgemachten 2. Dienstrechtsnovelle 2007 erfolgte eine Änderung des § 20b des Gehaltsgesetzes 1956 (Fahrtkostenzuschuss). Der Paragraf lautet nunmehr (Gesetzestext im Original ist kursiv gedruckt): Gehaltsgesetz 1956 § 20b (1) Dem Beamten, der durch Erklärung beim Arbeitgeber einen Pauschbetrag gemäß § 16 Abs. 1 Z 6 lit. b oder c EStG 1988 in Anspruch nimmt, gebührt ab dem Tag der Abgabe dieser Erklärung bei sei­ ner Dienstbehörde, frühestens ab 1. Jänner 2008, ein Fahrtkostenzuschuss. Dies bedeutet, dass alle KollegInnen, die irgendwann bei der Dienstbehörde um Pendlerpauschale angesucht haben und Anspruch darauf hatten, jedoch keinen Fahrtkostenzuschuss erhalten haben, ab 1. Jänner 2008 auch Anspruch auf Fahrtkostenzuschuss haben. Wie sich die Situation derzeit darstellt, müssen diese KollegInnen nicht selbst aktiv werden, die Umsetzung wird vonseiten der Dienstbehörde erfolgen. KollegInnen, die bisher keinen Anspruch auf Fahrtkostenzuschuss hat4

ten und das Pendlerpauschale im Zuge der Arbeitnehmerveranlagung im Nachhinein beantragt haben, müssen den Antrag auf Pendlerpauschale (Finanzamtsformular L34 – Download unter http://www.bmf.gv.at/service/formulare/steuern/detail.htm?FTYP=lst) beim Dienstgeber einreichen, um Anspruch auf Fahrtkostenzuschuss zu haben. Alle jene KollegInnen, die unter Umständen Anspruch auf Pendlerpauschale haben könnten (siehe 2. Teil des Artikels) und bisher nicht darum angesucht haben, sollten dies schnellstmöglich tun, da zwar die Pendlerpauschale rückwirkend genehmigt werden kann, jedoch der Fahrtkostenzuschuss erst ab dem Tag der Erklärung gebührt. (2) Der Fahrtkostenzuschuss beträgt für jeden vollen Kalendermonat in den Fäl­ len des 1. § 16 Abs. 1 Z 6 lit. b EStG 1988 bei einer einfachen Fahrtstrecke von 20 km bis 40 km 16,80 Euro 40 km bis 60 km 33,22 Euro über 60 km 49,65 Euro 2. § 16 Abs. 1 Z 6 lit. c EStG 1988 bei einer einfachen Fahrtstrecke von

2 km bis 20 km 9,14 Euro 20 km bis 40 km 36,27 Euro 40 km bis 60 km 63,12 Euro über 60 km 90,16 Euro Die Punkte 1 und 2 beziehen sich auf das kleine (1.) bzw. große (2.) Pendlerpauschale. Diese Monatsbeträge vermindern oder erhöhen sich in dem Maß, das sich aus der Veränderung des von der Bundesan­ stalt Statistik Österreich verlautbarten Verbraucherpreisindex 2005 oder des an seine Stelle tretenden Index gegenüber der für Jänner 2008 verlautbarten Indexzahl ergibt, wobei Änderungen solange nicht zu berücksichtigen sind, als sie 5 % dieser Indexzahl und in der Folge 5 % der zuletzt für die Valorisierung maßgebenden Index­ zahl nicht übersteigen. Die neuen Beträ­ ge gelten ab dem der Verlautbarung der Indexveränderung durch die Bundesan­ stalt Statistik Österreich folgenden über­ nächsten Monatsersten. Der Bundeskanz­ ler hat die durch die Valorisierung geän­ derten Beträge und den Zeitpunkt, in dem deren Änderung wirksam wird, im Bun­ desgesetzblatt kundzumachen. Hier wird gesetzlich geregelt, wann es zu einer Anpassung der Beträge kommen muss. aps • Ausgabe 1_2008


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(3) Der Anspruch auf Fahrtkostenzu­ schuss endet mit Ablauf des Tages, an dem die Voraussetzungen des § 16 Abs. 1 Z 6 lit. b oder c EStG 1988 (Anspruch auf Pendlerpauschale) wegfallen. (4) Auf das Ruhen des Fahrtkosten­ zuschusses ist § 15 Abs. 5 (siehe Klammer unten) anzuwenden. Der Fahrt­ kostenzuschuss ruht weiters während eines Zeitraumes, für den der Beamte Anspruch auf Leistungen nach den §§ 22 (Zuteilungsgebühr) oder 34 (Trennungsgebühr) der Reisegebührenvor­ schrift 1955 hat. (§ 15 Abs. 5 Der Anspruch auf pau­ schalierte Nebengebühren wird durch einen Urlaub, während dessen der Beamte den Anspruch auf Monatsbe­ züge behält, oder eine Dienstverhinde­ rung auf Grund eines Dienstunfalles nicht berührt. Ist der Beamte aus einem anderen Grund länger als einen Monat vom Dienst abwesend, so ruht die pau­ schalierte Nebengebühr von dem auf den Ablauf dieser Frist folgenden Monatsers­ ten bis zum Letzten des Monates, in dem der Beamte den Dienst wieder antritt.) (5) Der Fahrtkostenzuschuss ist mit Bildung – Fenster zur Welt

dem jeweiligen Monatsbezug im Vor­ aus auszuzahlen. Bereits ausgezahlte, nicht gebührende Beträge sind hereinzubringen. (6) Der Fahrtkostenzuschuss gilt als Aufwandsentschädigung. Für jene KollegInnen, die bereits Fahrtkostenzuschuss beziehen, än­ dert sich der derzeitige Betrag nicht. Dafür sorgen Übergangsregelungen im neu eingefügten § 113i. Gehaltsgesetz 1956 § 113i (1) Dem Beamten, der im Dezember 2007 Anspruch auf Fahrtkostenzuschuss gemäß § 20b in der bis zum 31. Dezem­ ber 2007 geltenden Fassung gehabt hat und die Voraussetzungen hiefür auch am 1. Jänner 2008 unverändert erfüllt hätte, gebührt anstelle des Fahrtkosten­ zuschusses nach § 20b in der ab 1. Jän­ ner 2008 geltenden Fassung ein Fahrt­ kostenzuschuss nach Maßgabe der Abs. 2 bis 4. (2) Der Fahrtkostenzuschuss ist in einem fixen Monatsbetrag in jener Höhe festzusetzen, die sich bei Zugrunde­

legung der Fahrtauslagen im Dezember 2007 unter Anwendung eines Eigenan­ teiles von 49,50 Euro ergeben hätte. (3) Allfällige Fahrpreisänderungen der Verkehrsunternehmen nach dem 31. Dezember 2007 bleiben auf die Höhe des Fahrtkostenzuschusses nach Abs. 2 ohne Auswirkung. Treten sonst Tatsachen ein, die für die Änderung der Höhe oder den Wegfall des Fahrtkosten­ zuschusses gemäß § 20b in der bis zum 31. Dezember 2007 geltenden Fassung von Bedeutung gewesen wären, endet der Anspruch auf diesen Fahrtkosten­ zuschuss mit Ablauf des Tages, an dem diese Tatsachen eingetreten sind. Der Beamte hat solche Tatsachen binnen einem Monat nach deren Eintreten sei­ ner Dienstbehörde zu melden. (4) § 20b Abs. 4 und 5 in der ab 1. Jän­ ner 2008 geltenden Fassung ist anzu­ wenden.

Pendlerpauschale

(Quelle: Formular L 34 des Finanzminis­ teriums, Seiten 3 und 4, Version vom 04. 07. 2007. Download unter http:// www.bmf.gv.at/service/formulare/ steuern/detail.htm?FTYP=lst) 5


service Hinweise für die Arbeitnehmerin bzw. den Arbeitnehmer Jeder aktiven Arbeitnehmerin bzw. jedem aktiven Arbeitnehmer steht ein Verkehrsabsetzbetrag von 291 Euro jährlich zu. Dieser Absetzbetrag wird automatisch berücksichtigt, also auch bei jenen Arbeitnehmerinnen bzw. Arbeitnehmern, die kein Auto besitzen. Hiefür bedarf es keiner gesonderten Antragstellung. Wer es aber besonders schwer hat, seinen Arbeitsplatz zu erreichen, der kommt zusätzlich in den Genuss eines Pendlerpauschales. Wenn Ihnen ein Pendlerpauschale zusteht, füllen Sie das Formular L 34 aus und geben es unterschrieben Ihrer Arbeitgeberin bzw. Ihrem Arbeitgeber. Wann steht Ihnen ein Pendlerpauschale zu? Das kleine Pendlerpauschale steht Ihnen zu, wenn die Entfernung zwischen Ihrer Wohnung und Ihrer Arbeitsstätte mindestens 20 km beträgt und Ihnen die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels (Bahn, Straßenbahn, Bus) möglich und zumutbar ist. Das kleine Pendlerpauschale beträgt: • ab 20 km jährlich 546 Euro • ab 40 km jährlich 1.080 Euro • ab 60 km jährlich 1.614 Euro Wenn Ihnen die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht möglich oder nicht zumutbar ist, dann steht Ihnen das große Pendlerpauschale zu. Dieses Pauschale gibt es bereits ab einer Entfernung von 2 km. Das große Pendlerpauschale beträgt: • ab 02 km jährlich 297 Euro • ab 20 km jährlich 1.179 Euro • ab 40 km jährlich 2.052 Euro • ab 60 km jährlich 2.931 Euro Das Pendlerpauschale geht Ihnen auch während des Urlaubs- oder Krankenstandes nicht verloren. Wie stellen Sie fest, ob Ihnen die Benüt­ zung eines öffentlichen Verkehrsmittels möglich oder zumutbar ist? Wenn gar kein öffentliches Verkehrs6

mittel fährt (z. B. bei Arbeitsbeginn in der Nacht), ist seine Benützung natürlich nicht möglich. Ab einer Wegstrecke von mehr als 2 km steht daher das große Pendlerpauschale zu. Der öffentliche Verkehr ist zwar in den letzten Jahren stark ausgebaut worden, aber in den seltensten Fällen hat man die Haltestelle unmittelbar vor der Haustür. Die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels ist aber auch dann zumutbar, wenn man einen Teil der Wegstrecke z. B. mit einem eigenen Fahrzeug zurücklegen muss. Nur wenn der Anfahrtsweg mehr als die Hälfte der Gesamtfahrstrecke betragen würde, ist die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels unzumutbar. Natürlich kann man seine Arbeits­ stätte mit dem öffentlichen Verkehrsmittel nicht immer auf der direkten Route erreichen. Dass sich in einem solchen Fall aus der Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels eine längere Fahrstrecke als mit dem Pkw ergibt, macht die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels noch nicht unzumutbar. Wenn Ihr Wohnort und die Arbeitsstätte innerhalb eines Verkehrsverbundes liegen und Sie während des Tages arbeiten, wird Ihnen infolge der güns­ tigen Verbindungen die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels meist zumutbar sein. Nicht zumutbar ist die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels, wenn folgende Wegzeiten überschritten werden: Wegstrecke Zumutbare Wegzeit unter 20 km 1,5 Stunden ab 20 km 2 Stunden ab 40 km 2,5 Stunden Ist die Wegzeit bei Hinfahrt und Rückfahrt unterschiedlich lang, dann gilt die längere Wegzeit. Wie ermitteln Sie die Wegzeit? Die Wegzeit umfasst die Zeit vom Verlassen der Wohnung bis zum Arbeits­ beginn oder vom Verlassen der Arbeitsstätte bis zur Ankunft in der Wohnung, also Gehzeit oder Anfahrtszeit zur Haltestelle des öffentlichen Verkehrsmittels, Wartezeiten usw.

Können Sie verschiedene öffentliche Verkehrsmittel benützen, ist bei Ermittlung der Wegzeit immer von der Benützung des schnellsten öffentlichen Verkehrsmittels (z. B. Schnellzug statt Personenzug, Eilzug statt Autobus) auszugehen. Dies auch, wenn dadurch die Fahrstrecke länger wird. Ebenso ist zum Erreichen der Einsteigstelle das rascheste zur Verfügung stehende Verkehrsmittel zu verwenden. Wie berechnen Sie die Entfernung ­zwi­schen Wohnung und Arbeits­ stätte? Wenn Ihnen die Benützung des öffentlichen Verkehrsmittels zumutbar ist, dann sind die sich daraus ergebenden Fahrstrecken (z. B. Tarifkilometer zuzüglich Anfahrtsweg usw.) maßgeblich. Ist Ihnen die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels nicht möglich oder nicht zumutbar, dann müssen Sie natürlich die kürzeste Strecke zwischen Wohnort und Arbeitsstätte, die vernünftigerweise unter Bedachtnahme auf die Sicherheit und Flüssigkeit des Verkehrs sowie auf die Vermeidung von Lärm und Abgasen im Wohngebiet zu wählen ist, für die Berechnung des großen Pendlerpauschales heranziehen. Wie ist bei mehreren Wohnsitzen vor­ zugehen? Wenn Sie mehrere Wohnsitze haben, gilt die Entfernung von der Arbeits­ stätte zum nächstgelegenen Wohnsitz. Welches Pendlerpauschale steht Geh­ behinderten zu? Einer/einem dauernd stark Gehbehinderten ist die Benützung eines öffentlichen Verkehrsmittels unzumutbar, es steht ihr/ihm daher das große Pendlerpauschale zu. Eine solche Behinderung liegt jedenfalls vor, wenn die behinderte Person eine Bescheinigung gemäß § 29 b der Straßenverkehrsordnung besitzt oder infolge ihrer Behinderung von der Kraftfahrzeugsteuer befreit ist. n aps • Ausgabe 1_2008


aktuell

Bildungsstandards

ANTE PORTAS

Von Regierungsseite werden überprüfbare Bildungsstandards gefordert, doch wie soll überprüft werden, welche Schule und welche LehrerInnen kompetent sind? Welche Maßnahmen gibt es, die Ergebnisse sinnvoll einzusetzen? Viele Fragen, auf die es (noch) keine Antworten gibt. Von Herbert Modritzky, Vorsitzender-Stellvertreter

„… Wobei die Wirtschaft den künf­ tigen Bildungsstandards einen großen Stellenwert einräumt: … Außerdem müssten sie den Mindeststandard mar­ kieren, der auf jeden Fall erreicht wer­ den soll. Und drittens seien die Ergeb­ nisse zu veröffentlichen, die Schule würde also wissen, welche Lehrkräfte das Unter­ richtsziel erreichen und welche nicht; und die Öffentlichkeit wird informiert, welche Schule besonders gut und welche vielleicht nur durchschnittlich ist. Damit bestehe ein Wettbewerb der Schulen …“ „Die Presse“ v. 11. Jänner 2008 Ministerin Schmied zum selben Thema­in einem Interview mit „Österreich“ (­ v. 11. Jänner 2008): „Wir wollen die gleiche Qualität für alle … Basis sind externe Tests. Dabei geht es nicht um die Beurteilung der ein­ zelnen Schüler, sondern um eine Rück­ meldung an die Lehrer und das System … Die Schüler haben nichts zu befürchten …Wenn eine Klasse die Bildungsstan­ dards nicht erreicht, müssen die Schul­ direktoren reagieren. Lehrer sollten bei wiederholtem schlechtem Abschneiden ihrer Schüler zur Weiterbildung aufge­ fordert werden, ihren Unterricht anpas­ sen oder sogar ein anderes Fach unter­ richten …“ Bildung – Fenster zur Welt

Wachsamkeit ist notwendig, damit die Bildungsstandards nicht missbräuchlich verwendet werden. In hohem Maß missbräuchlich wäre für mich u. a. die Veröffentlichung und daraus entstehende Rankings, wie sie in Medien so beliebt sind. Mit all den negativen Begleiterscheinungen, die solche öffentliche Wertungen mit sich bringen. Schon vor einigen Jahren wurden uns die Inhalte und die Vorgangs­weise für Bildungsstandards von VertreterInnen des Ministeriums kurz vorgestellt. Verhandlungen darüber gab es nie. Wir konnten lediglich unsere ­ Einwendungen, Bedenken und mög­liche missbräuch­liche Szenarien ansprechen. Weitestgehende Anonymität im Umgang mit den Daten wurde uns zugesichert, eine öffentliche Zur-SchauStellung der Schulen ausgeschlossen! Politisch herrscht in Österreich zu den Bildungsstandards allgemein Konsens. Alle Parteien bekennen sich dazu. Dem Test sollen sich jedes Jahr rund 10 % aller Schüler der 4. und 8. Schulstufe unterziehen. Nach einigen Jahren des Verzögerns sollen nun die gesetzlichen Grundlagen bis Herbst 2008 geschaffen werden. Die Finanzierung ist dem Vernehmen nach bis jetzt nicht gesichert.

Fragen, die wir auch weiterhin ­ kritisch stellen werden. Und wir erwarten Antworten! • VertreterInnen der Wirtschaft verlangen von den ArbeitnehmerInnen mehr als lexikalisches Wissen – Teamfähigkeit, Kreativität, Flexibilität, Lösungskompetenz … Darauf nehmen die Bildungsstandards nicht Rücksicht. Kann daher überhaupt eine Aussage über SchülerInnen, Unterricht und LehrerInnen getroffen werden? • Kinder sind kein Stück Plastik, das nach Gutdünken geformt werden kann. Wie können allgemeine in ganz Österreich gültige Standards den individuellen Begabungen der SchülerInnen gerecht werden? • Wird in diesem Fall Gleichmacherei geduldet? • Welche Unterstützung erhalten LehrerInnen, wenn sie ihren Unterricht in eine bestimmte Richtung verändern sollen? • Wie wird verhindert, dass Unterricht aufgrund der angekündigten Konsequenzen für die LehrerInnen auf ein „teaching to the test“ reduziert wird? 7


aktuell

Ein Zeit-Zeichen:

• Beispiele aus anderen Ländern zeigen, dass aufgrund schlechter Ergebnisse bei den Bildungsstandards Ressourcen gekürzt werden. Besteht die Gefahr auch in Österreich? • Unser Dienstrecht ist ein Jahresnormmodell. Erfahren die Schulen rechtzeitig, dass sie Bildungsstandards anzuwenden haben, damit dadurch entstandene Mehrarbeit in der Jahresnorm berücksichtigt werden kann? • Welchem Zweck dienen Bildungsstandards an den Nahtstellen, wenn die LehrerInnen keine Möglichkeit mehr haben, schwachen Leistungen entgegen­zusteuern? • Gibt es nach der Diagnose ausreichend Ressourcen, um eine Therapie folgen lassen zu können? • Auf welche Weise nehmen Bildungsstandards auf die unterschiedlichen Bildungsstände, auf die unterschiedlichen Fähigkeiten, auf die unterschiedlichen Befindlichkeiten, auf die unterschiedliche Unterstützung durch das Elternhaus und auf sonderpädagogischen Förderbedarf Rücksicht. • Folgen den Bildungsstandards Leis­ tungsstandards für LehrerInnen und Erziehungsstandards für Eltern? PISA, PIRLS, TIMMS, TALIS, … in Österreich jagt eine Untersuchung die andere. Der Volksmund hat dazu eine treffende Meinung: Allein vom Messen und Wägen wird ein Schwein nicht fett. Erfreulicherweise hat es in letzter Zeit im Bildungsbereich einige Verbesserungen gegeben – Stichwort Senkung der Klassenschülerhöchstzahl. Statt oder zusätzlich zu teuren Bildungsstandards wäre aus meiner Sicht die Rücknahme der sog. „Stundenentlastungsverordnung 2003(= Streichung von Unterrichtsstunden) eine für die Bildung der SchülerInnen bedeutend effizientere Maßnahme.  n 8

Verwöhnen Um das Mögliche zu erreichen, muss immer neu das Unmögliche versucht werden! (Hermann Hesse) Von Dr. Gerlinde Marek

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iele Eltern halten Konsequenz in der Kindererziehung für wichtig. Was jedoch unter Konsequenz zu verstehen ist und wie sie umgesetzt werden kann/soll – darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Manche Eltern halten Konsequenz für wichtig, praktizieren sie jedoch selten, weil im Erziehungsalltag häufig schnelles Handeln erforderlich ist. Ausreichend Zeit zum Nachdenken haben Erziehende manchmal erst im Nachhinein. Andere Eltern wären gerne konsequenter, möchten aber auf keinen Fall so streng sein wie ihre eigenen Eltern. Das kann dazu führen, dass Regeln, die das Kind nicht sofort akzeptiert, ganz schnell wieder aufgeweicht werden. Dauerndes Verhätscheln, Maßlosigkeit bei Geschenken, Süßigkeiten, Geldzuwendungen, Wunscherfüllung sofort, Inkonsequenz,„In-Watte-Packen“ bei kleinstem Unwohlsein, Konflikte und Aufgaben für ein Kind lösen – die Verwöhnung hat viele Gesichter. Wenn wir gesellschaftliche Umgangsformen beobachten, zeigt sich, dass die Gesellschaft insgesamt sehr durch verwöhnende Umgangsformen geprägt und geschädigt ist. Das Denken und Handeln des Menschen wird aber immer wesentlich durch seine Erfahrungen geprägt. Jeglicher Wollensäußerung im Moment zu entsprechen, heißt Auseinandersetzungen zu vermeiden und Anspruchsdenken zu fördern. Ein Blick in die Schule und Berufsausbildung zeigt deutlich, wie wenig belastbar Kinder/Jugendliche sind, manchmal nicht fähig, das Einbringen von Kraft und Ausdauer als Voraussetzung für Erfolg zu sehen.

1 Albert Wunsch, Die Verwöhnungsfalle: 11. Auflage 2007

Für mehr Konsequenz in der Erziehung Die ersten Kindertränen sind Bitten, sieht man sich nicht vor, so werden Befehle daraus. (Jean-Jacques Rousseau) Wer jeden Wunsch erfüllt – am besten jetzt und sofort – und Aufgaben oder Konflikte für andere löst, der verwöhnt. Und wer sämtliche Unannehmlichkeiten von Kindern fernhält und meint, ihnen damit Gutes zu tun, nimmt ihnen die Chance, die später notwendige Konfliktfähigkeit zu erlernen und eine eigenverantwortliche Persönlichkeit zu werden. Albert Wunsch fordert deshalb, Kindern und Jugendlichen bewusst Herausforderungen zuzumuten, ohne sie dabei sich selbst zu überlassen: Wenn Eltern/ Erzieher ermutigen, klare Orientierungen bieten, konsequent sind, Grenzen verdeutlichen und wohlwollendes Verhalten zeigen, fördern sie die Eigenständigkeit ihrer Kinder. Klare Grenzen und Konsequenz in der Erziehung sind es laut Wunsch, die im Kind Zielstrebigkeit, Mut, Kraft, Geschick, Verantwortungsbewusstsein, Ausdauer, Ideenreichtum und insbesondere die Fähigkeit zu sozialem Handeln freisetzen. Eben die Attribute, die z. B. auch in Stellenausschreibungen ausdrücklich oder zumindest zwischen den Zeilen gefordert werden. Will man Wunschs Thesen1 glauben, dann ist Verwöhnung der Todfeind der Liebe. Wer verwöhnt, räumt nach seiner Ansicht (realistische Beispiele machen diese glaubhaft) ständig Hürden aus dem Weg, statt sie im täglichen Training eher etwas höher zu setzen, damit sie im Ernstfall leicht übersprungen werden ­können. aps • Ausgabe 1_2008


aktuell Sucht nach dem leichten Sein: Verwöhnung als Volksdroge Werden Kinder nicht in einer wohl­ dosierten Mischung aus Zutrauen und Herausforderung aufs Leben vorbereitet, ist Versagen vorprogrammiert. Menschen sind darauf angelegt, etwas leisten zu wollen, um sich selbst auch etwas leisten zu können. Wer Kinder/Jugendliche auf ein Leben in Selbstständigkeit und Eigenverantwortung vorbereiten will, kann nicht für sie handeln! Fehlendes „Gefordertsein“ macht letztlich ohnmächtig und krank. Jede „Über-Behütung“ äußert sich im Kern als Sucht nach dem „leichten Sein“.

Die leicht gemachte Annehmlichkeit Auch wenn die wenigsten Eltern ihre Kinder bewusst verwöhnen wollen, der leicht über die Lippen gehende Satz „Ich mach das schon für Dich!“ führt mitten ins Kerngeschehen. Je häufiger dies geschieht, desto umfangreicher werden die Bereitschaft und Fähigkeit reduziert, selbst die entsprechenden Handlungen vorzuneh­ men. So führt jede leicht gemachte Annehmlichkeit immer auch schrittweise in eine immer größere Abhängigkeit von Menschen, die es für „Entwöhnte“ richten sollen. Damit wird eine Anspruchshaltung in junge Menschen gepflanzt, welche sich wie ein roter Faden durch das weitere Leben in Freundschaft, Partnerschaft, Beruf und Gesellschaft hindurchziehen wird. Die Devise wird sein: „Weshalb sollte ich mich anstrengen, wenn es sich auch so gut leben lässt – die anderen sollen es richten.“ So nachvollziehbar die Gründe im Einzelfall auch sein mögen: Kinder können nur dann eigenständig ihr Leben meis­tern, wenn sie für die verschiedensten Handlungsfelder, Wirrnisse, Ereignisse und Krisen des Lebens stark gemacht werden. Eltern, Kindergärten, Schulen und Einrichtungen der beruflichen Ausbildung haben demnach ein Umfeld zu schaffen, in welchem gelernt wird, Chancen zu erkennen und aufzugreifen. Die Eltern – in der Realität meist die Mütter – erklären sich für den „Tischleindeck-Dich-Effekt“ zuständig. Wer jedoch in einer „All-inclusive-Atmosphäre“ aufBildung – Fenster zur Welt

wächst, wird weder Eigenständigkeit noch Selbstverantwortung erlernen können und später – nach erfolgter Abhängigkeit – auch nicht mehr wollen. Auch wenn diese Ursache-WirkungsVerkettung in beträchtlichem Umfang Verwöhnverhalten erklärt, leitet dies nicht automatisch die Notwendigkeit der Reduzierung ein. Natürlich ist es nachvollziehbar, Kindern bestimmte Erleichterungen verschaffen zu wollen. Aber der Preis eines solchen Agierens ist allzu häufig die Verhinderung einer sinnvollen oder notwendigen Lebensvorbereitung. Immer führen falsches Helfen, fehlende Begrenzung und ausbleibende Herausforderung dazu, dass wichtige Entwicklungsschritte bei Kindern und Jugendlichen be-/verhindert werden. Da im Leben außerhalb von „Verwöhn-Systemen“ andere „Gesetzmä­ ßigkeiten“ existieren, wachsen Verwöhnte immer intensiver in eine Scheinwelt hinein. Denn Überbehütung und fehlende Grenzerfahrungen haben noch nie zu stabilen Erwachsenen, sondern immer zu einer Reduzierung von Selbsttätigkeit, Eigenverantwortung und sozialer Kompetenz geführt. Manche/-r DiskutantIn meint in diesem Zusammenhang, dass es zu hart sei, so viel von Kindern zu verlangen. Aber ist es nicht viel frevlerischer, dem Nachwuchs eine Leichtigkeit des Lebens vorzuspielen, die im Normalfall nicht vorhanden ist? Wer Kinder in Watte packt, Lernen nur bei Spaß bejaht und wegen einer möglichen Trübung strahlender Kinderaugen nicht nein sagen oder die Folgen eines unguten Verhaltens nicht zulassen kann, potenziert Unvermögen. Dies wird auf jeden Fall in einem durch Wettbewerb und Leistung geprägten Leben hart für die Betroffenen werden. Denn: „Kinder bekommen zu wenig von dem, was sie brauchen, wenn sie zu viel von dem bekommen, was sie ­wollen“, so Jugendforscher Prof. Klaus Hurrelmann.

Grenzen geben Orientierung Bestimmte Verhaltensweisen sind an manchen Tagen akzeptabler als an anderen. Stress kann dazu führen, dass Eltern

entweder überreagieren oder das Kind gewähren lassen, weil sie nicht die Kraft für eine Auseinandersetzung haben. Gute Laune kann großzügiger machen; schlechte Laune macht ungeduldig. Auch die Umgebung, in der sich jemand gerade befindet, kann das Verhalten von Eltern beeinflussen: Was denken die Leute, wenn ich jetzt schimpfe? Bin ich zu streng? Diese Überlegungen können dazu führen, dass manche Verhaltensweisen in der Öffentlichkeit toleriert werden, während sie zu Hause verboten sind. Auch das Fehlen klarer Erziehungsgrundsätze und Familienregeln kann ein Grund dafür sein, dass Eltern mal so und mal so reagieren. Die Welt entdecken und an Grenzen stoßen gehört zur normalen Entwicklung. Grenzen geben Kindern Orientierung und Sicherheit. Es reizt sie aber immer wieder, sich daran zu reiben oder sie zu überschreiten. Wichtig ist deshalb, standhaft und seiner Linie treu zu bleiben. Ist einmal eine Grenze gesetzt, sollte sie weder aus Bequemlichkeit noch aus Überanstrengung oder falsch verstandener Rücksichtnahme aufgeweicht werden. Kinder wissen sonst nicht mehr, woran sie sind. Sollte tatsächlich einmal in einer bestimmten Situation eine Grenze „geöffnet“ werden, sollte klar sein, dass dies eine absolute Ausnahme ist! So wie der Einzelne für seine Verwöhnung zu zahlen hat, so sind in der Gesellschaft Unsummen für die Verweigerer fällig, die keine Verantwortung für ihr Leben übernehmen wollen. Aber auch Ehe und Familie als Keimzelle der Gesellschaft/Freundschaft und Partnerschaften sind betroffen, weil diese nur existieren können, wenn die Beteiligten wenigstens so viel einbringen, wie sie selbst herauszuholen erwarten. Die Bereitschaft für die kleinste Vorleistung bedeutet Kraft, Zeit, Mitwirkung und Emotionalität. Gerade die immer differenzierter werdenden Erwartungen an Familie, Schule, Beruf und Freizeit erfordern von uns ein Höchstmaß an sozialer Investitionsbereitschaft, um unsere diffizile Gesellschaft funktionsfähig zu erhalten. n 9


aktuell

Für einen Dialog braucht man einen Partner Begleitet von großem medialem Interesse tagten im Oktober die Sozialpartner in Bad Ischl. Wirtschaftskammer, Bundesarbeiterkammer, Österreichischer Gewerkschaftsbund und Landwirtschaftskammer präsentierten gemeinsame Konzepte mit dem Titel „Chance Bildung“. Unterschrieben von den Präsidenten Hundstorfer, Leitl, Tumpel und Wlodkowski. Von Michael Georgieff

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eit geraumer Zeit wird mir in diesem Medium die Möglichkeit geboten, Stellungnahmen auch zum Thema fehlenden Miteinanders abzugeben. Als Personalvertreter ist es mir ein Anliegen, im Sinne des Personalvertretungsgesetzes tätig zu sein, also Anregungen und Vorschläge zu erstatten, mit dem Ziel, zum allgemeinen Nutzen und im Interesse der Bediensteten den Dienstbetrieb zu fördern. Hier endet jedoch das Recht der Interessenvertretung. Bei Maßnahmen der verwaltungsinternen Willensbildung muss uns keine Mitteilung zukommen. Exakt da möchte ich nicht müde werden, eine Änderung der Haltung gegenüber Lehrerinnen und Lehrern anzuregen.

Neben der Thematik der Gewalt von Jugendlichen, die nun auch politisch – wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen – wahrgenommen wird, bleiben die Alltagsauseinandersetzungen bestehen. Ein nicht gering zu schätzendes Problem ist das Wegschauen Erziehungsberechtigter vor der Realität. Aus den einlangenden Leserbriefen möchte ich auszugsweise ein Alltagsbeispiel bringen:

Wenn eine nicht geringe Zahl von Kindern und Jugendlichen in ihrer Freizeit sich selbst überlassen sind, mit der Trennung der Eltern nicht fertig werden, unter Zuwendungs- und Geborgenheitsdefiziten leiden, vereinsamt und sprachlos geworden sind, muss für einige (bildungs-)politische Verantwortungsträger die Schule herhalten. Wenn es wirksame Veränderungen geben soll, wird man nicht umhinkommen, die Betroffenen, nämlich uns Lehrer, im Vorfeld einzubinden. Uns über Pressekonferenzen ausrichten zu lassen, dass kurz-, mittelund langfristige Maßnahmen zu einer Verbesserung des Schulklimas beitragen sollen, wird denn doch zu wenig sein. 10

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Schule als Erzieher?

Ein Schüler kommt mit AHS-Reife und einem Gut in die Sekundarstufe. Bei der ersten Schularbeit schreibt er einen Text, der mit der Aufgabenstellung nichts zu tun hat. Die Mutter besteht darauf, dass er die Schularbeit noch einmal schreiben dürfe („Er kann ja alles“). Den ersten Ter­ min lässt er platzen, die Wiederholung zum nächstmöglichen Termin fällt ebenso schlecht aus wie der erste Versuch. Bei der zweiten Schularbeit versagt er vollends und schreibt trotz guten Zuredens und Tipps durch den Lehrer gar nichts ins Heft. Auch die nächste Schularbeit war negativ zu beurteilen (Der Schüler hat­ te zumindest eine Seite Text zu verfassen versucht). Ähnliche Misserfolge erzielte er auch in anderen Fächern. Immer seltener kommt an Volksschulen die fünfteilige Notenskala zur Anwendung. Ein VS-Befriedigend wird so in der Haupt­ schule „überraschend“ schnell zum Nicht genügend. Schüler und Eltern fallen aus allen Wolken und finden sofort d i e Erklä­ rung dafür: neue Schule, neuer Lehrer, viel aps • Ausgabe 1_2008


tihaktuell zu streng, verlangt zu viel, ist ungerecht, übt Druck auf das arme Kind aus, mag Lehrer nicht, … Die „Lösung“: Eltern legen unter Umständen Beschwerde über den Lehrer beim Landesschulrat ein und versuchen zur Durchsetzung ihrer Vor­ stellungen auch noch andere Eltern der Klasse zu gewinnen (Rufschädigung, Mobbing). Wenn Lehrer auf dieser Schiene weiterfahren, züchten wir bald Uni-Absolventen, die zwar nicht rechnen und lesen konnten, auch Texte nicht verste­ hen, die aber künftig die Statik zehnstöckiger Hoch­ häuser planen, Operationen an uns durchführen, uns bei Gericht vertreten und die Pensionistenhei­ me leiten wollen, in denen wir unsere letzten Jahre verbringen! Das Anliegen dieser Veröffentlichung ist es, dass es sehr wohl Hilferufe aus der Lehrerschaft gibt – mit welchem Anliegen auch immer. Sicher gibt es unterschiedliche Denkrichtungen und nicht nur die oben veröffentlichte. Der immer wiederkehrende Frust besteht darin, dass sich viele nicht wahrgenommen oder ernst genommen fühlen. Nach dem ABGB gibt es die Fürsorgepflicht des Dienstgebers gegenüber seinen Angestellten. (Die Fürsorgepflicht ist eine generelle Interessenwahrungspflicht des Arbeitgebers in den Bereichen Leben und Gesundheit, Achtung der Persönlichkeit, unter bestimmten Voraussetzungen auch der Schutz des Vermögens und Auslegungsgrundsatz im Arbeitsrecht.)

Bloßes Verständnis reicht nicht Der Pressesprecher des Vereins „Neustart“, der straffällig gewordenen Jugendlichen eben zu einem Neustart verhelfen will, bekannte sich erst vor kurzem in einem Referat zu folgender Aussage: Bloßes Verständnis ist keine effiziente Haltung. Es gilt, begründete Orientierungen zu geben, Grenzen zu setzen und sinnvolle Aufgaben zu stellen. Jugendliche erwarten sich von uns ein deutliches Zeichen, dass sie akzeptiert werden. Sie erwarten von uns Klarheit. Unsere Reaktion soll nicht bagatellisieren, nicht dramatisieren, sie soll entschieden, prompt und verständlich sein – auch auf die Gefahr hin, dass wir selbst dadurch angreifbar werden und persönlich stark gefordert sind. Dem will ich nichts hinzufügen. Oder eines doch: Die Reaktionen/Unterstützungen unserer Vorgesetzten mögen entschieden, prompt und verständlich sein – auf die Gefahr hin, dass sie selbst dadurch angreifbar werden und persönlich stark gefordert sind.  n Bildung – Fenster zur Welt

Bildungsstandard Basiswissen Deutsch (4. Klasse AHS / HS) EUR 10,20 – Andreas Zinterhof, Reinhold Zinterhof, Dipl.-Päd. für Deutsch Das sollten 14-Jährige wissen und können. Ein Arbeitshandbuch für Schüler und Lehrer. Gerade in Zeiten der Pisa-Studie, die das Schulwissen von Jugendlichen vieler Länder vergleicht, ist es sinnvoll, das Wissen und ­Können unserer eigenen SchülerInnen zu kontrollieren. Die vorliegenden 32 übersichtlich gestalteten Testaufgaben prüfen das Basiswissen in Deutsch. Gleichzeitig bietet diese Aufgabensammlung eine umfassende Stoff­ wiederholung und somit eine nachhaltige Festigung des Basiswissens. Für viele SchülerInnen ist dieses gesicherte Wissen Grundvoraussetzung für einen guten Start im Unterrichtsgegenstand Deutsch in einer weiterführenden Schule im kommenden Schuljahr. Dieses Arbeitsbuch wurde vom Bundesministerium in die Schulanhang­ liste aufgenommen und wird als Schulbuch für die 4. Klasse AHS / HS empfohlen.

Bildungsstandard Basiswissen Deutsch (4. Klasse Volksschule) EUR 10,20 – Andreas Zinterhof, Reinhold Zinterhof, Dipl.-Päd. für Deutsch Das sollten 10-Jährige wissen und können. Ein Übungsbuch für SchülerInnen. 32 Testauf­ gaben mit Lösungen. Bildungsstandards legen fest, welches Wissen und welche Kompetenzen Schüler der 4. Klasse Volksschule laut Lehrplan im Unterrichts­ gegenstand Deutsch erreichen sollen. Dieses Arbeitsbuch ist übersichtlich und abwechslungsreich gestaltet und bietet eine unabhängige und überaus hilfreiche Lernzielkontrolle für Lehrer, Schüler und Eltern. Es enthält 32 Aufgaben zu den Bereichen Lesen, Schreiben, Rechtschreibung und Sprachbetrachtung. Dabei können diese Aufgaben von den Schülern weitgehend selbstständig gelöst werden. Die Lösungen im Anhang ermöglichen eine leichte Selbstkontrolle. Anhand der Ergebnisse lässt sich gezielt feststellen, in welchen Bereichen der betreffende Schüler Defizite aufweist, um ihn dort anschließend gezielt zu fördern. Dieses Arbeitsbuch wurde vom Ministerium in der Schulanhangliste aufgenommen und kann als Schulbuch für die 4. Klasse Volksschule bestellt werden.

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aktuell

Jugendgewalt ein Teil von uns Viele LehrerInnen sind tagtäglich in die Symptombekämpfung von m Vergleich zu 2006 ist die Krijugendlicher Gewalt involviert. minalität der 14- bis 18-Jährigen um 15,3 % gestiegen. Sachbeschä- Für tatsächliche Lösungen fehdigungen verzeichneten ein Plus von­ len ihnen die Mittel. Politik und 29 %­. Die schweren Körperverletzungen stiegen um 17 % (Quelle: ORF Teletext, Gesellschaft sind gefordert.

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Hilflos gegenüber geballter Gewalt An vielen Schulstandorten in unserem Land versuchen LehrerInnen in Zusammenarbeit mit den unterschiedlichsten außerschulischen ExpertInnen und Organisationen gegenzusteuern, doch die soziale Radikalisierung in unseren Schulen führt bei vielen unserer KollegInnen zu Unsicherheit und dem Gefühl der Hilflosigkeit. Nicht der Einzelfall eines Kindes mit massiv ausgeprägten sozialdynamischen Defiziten lässt Pädagogen verzweifeln, sondern die mancherorts geballte Ansammlung von solchen SchülerInnen zeigt selbst gut eingespielten Teams ihre Grenzen auf. Familiär oder gesellschaftlich bedingte Leidensgeschichten, physische bzw. 12

Von MMag. Dr. Thomas Bulant

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9. 1. 2008). Politik und Gesellschaft sind in Aufruhr. Medien übertreffen sich mit Schlagzeilen. Mancherorts wird das Thema­für starke, populistisch anmutende Sprüche genützt. All das also unter einem immensen Getöse, sodass das ruhige, aber seit Jahren beharrliche Aufzeigen der Problematik durch LehrerInnen untergeht. Immer mehr Jugendliche scheren aus einem sozialen Gefüge aus, das ihnen eigentlich Heimat und Werte­ orientierung bieten sollte, aber emotio­ nale Leere, latente Überforderung und einen Mangel an Anerkennung zulässt.

psychische Krankheiten sind Aus­ löser von verbal aggressiven oder gewalttätigen Handlungen. Diesbezügliche Analysen und wissenschaftliche Erkenntnisse sind umfassend bekannt. Der Hinweis in Sonntagsreden, alle verfügbaren Ressourcen können ausgeschöpft werden, führt uns zum Kernpunkt des Problems: „Wer Wind sät, erntet Sturm.“ (Prof. Max Friedrich in den „SN“ vom 10. 1. 2008, S. 3). In den Schulen werden seit Jahren die vom Bund vergebenen Ressourcen nicht mehr den sonderpädagogischen Bedürfnissen angepasst. Die Personalstände in den Jugendämtern können seit Jahren

mit der steigenden Notwendigkeit von Interventionen seitens von SozialarbeiterInnen nicht Schritt halten. Bezüglich der Präventionsmaßnahmen vertraut man auf die in vielerlei Hinsicht überlas­ teten Exekutivorgane. Bewusstsein und Handlungsmöglichkeiten aller sozialpädagogisch Tätigen stoßen an die Ressourcengrenzen. Die öffentliche Hand ist unwillig, die notwendigen Zukunftsinvestitionen zu tätigen.

Möglichkeiten der Aggressionsbewältigung sind begrenzt Nicht die Finanzen allein werden die Verbesserungen erzielen, denn auch Aggressionen auslösende Strukturen sind zu reformieren. Im Bereich der Schulen können Grundschulpädagogen noch auf die sozialen Selbstregulierungskräfte in einer Klasse aufbauen. Der Druck vom Arbeitsmarkt auf die Eltern, mit dem 10. Lebensjahr eines Kindes vermeintlich nicht eine falsche Schultypenwahl zu treffen und dem Kind dadurch Nachteile für den ökonomischen Existenzkampf einzuhandeln, belastet unsere Volksschulen jedoch frühzeitig. In den Ballungsräumen gehen dann diese Regulierungskräfte in den Hauptschulen und sonderpädagogischen Einrichtungen großteils verloren, die Ansammlung „verhaltensauffälliger“ Kinder hat in einem LehrerInnenteam oft das einzige regulierende Korrektiv. Die Grenzen ihrer Möglichkeiten sind bekannt. Erschwerend wirkt auch, dass oft der mit ungenügenden Mitteln ausgestattete Helfer anstatt des gesellschaftaps • Ausgabe 1_2008


Fragen verboten, oder?

tih aktuell

Die Neue Mittelschule der Frau Dr. Claudia Schmied: Eintritt ins pädagogische Schlaraffenland? Von Paul Kimberger, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft APS OÖ lichen Problems der Jugendgewalt an den Pranger gestellt wird. Die Gewerkschaft hat diese belastenden Umstände bereits thematisiert und wird auch nicht müde, auf die Folgekos­ ten im Personalbereich hinzuweisen. Schwerste Erkrankungen sind unter den LehrerInnen im Zunehmen. Mit dem persönlichen Leid drohen dem System und damit der nächsten Generation wesentliche VerantwortungsträgerInnen verloren zu gehen. Die Gewerkschaft hat die Stunden­ reduktionen in den vergangenen Jahren heftig kritisiert, weil sie wusste, dass die Kürzungen besonders die persönlichkeitsbildenden Gegenstände in den kreativen und bewegungsorientierten Bereichen treffen werden. Unsere mit kognitiven Inhalten überfrachteten Lehrpläne lassen es kaum zu, der emotionalen Leere und kreativen Armut vieler Jugendlicher entgegenzuwirken.

Investition in die Zukunft Jugendämter und Schulen sind keine Einsparungsfelder für finanzielle Notlagen der öffentlichen Haushalte. Sie sind die Bereiche, die der Investitionen in die Zukunft bedürfen. Höhere Etats und strukturelle Reformen tragen bei, die Problematik Jugendgewalt an einer ihrer Wurzeln anzugreifen. Die Symptombekämpfung kann man getrost politischen Sonntagsrednern überlassen. Zuhören sollte man jedoch den SozialarbeiterInnen und LehrerInnen, die ihre Stimme in einer starken Gewerkschaft, die den Arbeitsplatz von morgen aktiv mitgestaltet, haben. n Bildung – Fenster zur Welt

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s wird ja inzwischen von niemandem mehr ernsthaft angezweifelt, dass die Einführung der Neuen Mittelschule – nicht nur aufgrund der millionenschweren Werbekampagne des bm:ukk – mit einem enormen Kostenaufwand verbunden ist. Sie bedeutet nämlich einen dramatischen Umbruch in unserer Bildungslandschaft und dieser bedarf meiner Meinung nach einer viel sorgfältigeren Planung und umfangreicheren Vorbereitungsarbeiten. Es geht aber auch um mehr Ehrlichkeit in der Bildungsdiskussion, in der ja alles versucht wird, um den Eindruck zu erwecken, dass wir bei der Einführung der Neuen Mittelschule ins pädagogische Schlaraffenland katapultiert werden und mit einem Schlag alle Probleme im Schulbereich beseitigt wären. Claudia Schmied und ihre „Experten“ sprechen von Individualisierung, Differenzierung, Integration, sozialer Gerechtigkeit, Projektorientierung, ganztägiger Betreuung, offenen Lernformen, Begabungs- und Interessenförderung. Begriffe, mit denen nur zu oft Fachwissen vorgetäuscht wird, die aber schnell zu Reizwörtern werden, wenn diese „Experten“ merken, dass sich der Wunsch nach Kostenneutralität damit absolut nicht verträgt. Wir brauchen also nicht nur, wie in Hochglanzbroschüren und Werbeinsera­ ten des bm:ukk betont wird, motiviertes, sondern vor allem mehr Lehrpersonal. Wenn man also die Motivation nicht nur durch zusätzliche berufliche Anforderungen steigern will, müssen berechtigte

Forderungen erfüllt werden und die Rahmenbedingungen für uns stimmen. 1. Wer gibt uns diese Ressourcen? 2. Brauchen wir ein neues Dienstrecht? 3. Wie hoch wird dann unsere Unterrichtsverpflichtung bzw. Jahresarbeits­ zeit sein? 4. Von wem bekommen wir notwendige Arbeitsmaterialien? 5. Werden wir alle L1-Gehälter (AHSLehrer) bekommen? 6. Wer wird uns die räumliche und technische Infrastruktur in den Schulen zur Verfügung stellen? 7.  Von wem werden wir fachlich be­ gleitet? 8.  Sind damit alle gesellschaftspolitischen Probleme – Stichwort Erziehungsproblematik – gelöst? 9. Wie werden Struktur und Inhalte einer notwendigen gemeinsamen Lehreraus- und Lehrerfortbildung gestaltet? 10. Wo sind wir mit unseren Familien krankenversichert, wenn der „Landeslehrer“ und damit die LKUF OÖ abgeschafft sind? Alles Fragen, die unsere Bildungsminis­ terin bis jetzt nicht beantwortet hat. Claudia Schmied will „die Modellregionen mit Schulen der Vielfalt zum Schwingen bringen“, wie sie sich in einem Interview ausgedrückt hat. Beim Verhandeln mit der Lehrergewerkschaft über die notwendigen Ressourcen und Rahmenbedingungen für uns Pflichtschullehrerinnen und Pflichtschullehrer fällt die Ausdrucksweise dann weniger blumig aus, wie wir schon erfahren mussten.  n 13


länder

Immer, wenn ich nach einigen Stunden Autofahrt die Bundeshauptstadt erreiche, begrüßen mich kurz vor Auhof Transparente mit der Aufschrift: Wien ist anders! Von Walter Meixner, Vors. LS Tirol

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ien ist – im Vergleich zu meinem Heimatbundes­ land Tirol – wirklich anders: Es ist ein eigenes Bundesland, das aber gleichzeitig auch eine Stadt und somit eine einzige Gemeinde ist. Groß ist Wien schon, 1,7 Mio. Menschen leben dort. Und sicher auch viele Kinder, die in die Schule gehen müssen – also Pflichtschüler sind. Daher hat Wien auch 286 Volksschu­ len, 136 Hauptschulen, 12 Polytechnische Schulen und 39 Sonderschulen.

Weniger Einwohner, mehr Schulen? Das ganze Bundesland Tirol hat hinge­ gen etwa 1 Mio. Einwohner weniger, also nur ca. 700.000. Und auch in Tirol müs­ sen Kinder in die Pflichtschulen gehen. 14

Wahrscheinlich aber nur 41 % der Zahl von Wien. Daher braucht es in Tirol auch nur 41 % an Bildungseinrichtungen für den Pflichtschulbereich und logischer­ weise auch nur 41 % der Lehrerinnen und Lehrer? Gelernte Bankfachleute werden an dieser Rechnung hoffentlich nichts auszusetzen haben – oder? In unserem konkreten Fall können wir aber bald fest­ stellen, dass Theorie (= Rechnerei) und Praxis (= tatsächliche Zahlen) stark von­ einander abweichen. Den Eingangsüberlegungen folgend dürfte Tirol nur 117 Volksschulen (41 %­ von 286 Wiener Volksschulen) haben. Tatsächlich hat Tirol aber 390 Volksschu­ len. Bei den anderen Schularten sieht es nicht viel anders aus:

Hauptschulen – Wien 136, Tirol 109 (obwohl im Vergleich nur 56 nötig wären!). Sonderschulen gibt es in Wien 39, in Tirol 34 statt 16 im Vergleich zu Wien. Und bei den Polytechnischen Schulen dasselbe Bild: Wien 12 PTS, Tirol gar 32, nur 5 ergäbe die Vergleichs­ rechnung. Sie werden sich nun langsam fragen, was will denn der Schreiber mit diesen Aussagen überhaupt? Nun, ich will weder Unfrieden stiften oder Neid schüren noch Bundesländer gegeneinander ausspielen. Es soll viel mehr eine Zusammenschau unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte sein. Wenn allerdings ein bevöl­ kerungsmäßig viel kleineres Bundesland wie Tirol um 104 Volksschulen mehr hat aps • Ausgabe 1_2008

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Tirol ist anders …


länder als Wien, so muss das Gründe haben. Und solche gibt es fürwahr. Der Bezirk Reutte beispielsweise – es ist einer der kleinsten Bezirke Tirols (was die Zahl der beschäf­ tigten Pflichtschullehrer angeht) – hat allein 39 (= 10 % der Tiroler) Volksschu­ len in nur 37 Gemeinden. Im Bezirk Lan­ deck gibt es in 30 Gemeinden sogar 48 Volksschulen. Ein Wahnsinn, wird man sich denken, diesen Luxus müssen sicher andere büßen! Von Luxus ist wohl nicht zu sprechen, wenn man die geografischen Gegeben­ heiten und die infrastrukturellen Mög­ lichkeiten dieser Gegenden kennt. Man­ che Tiroler Gemeinden sind flächenmä­ ßig weit größer als viele Millionenstädte. So ist etwa die Gemeinde Sölden mit 466,9 km² größer als die Stadt Wien, der Bezirk Lienz mit 2.019,87 km² gar nicht so viel kleiner als das Bundesland Vorarl­ berg (2.601,48 km²).

Beispiel: Sölden Natürlich wohnen in Sölden nur ganz wenige Menschen. Deren Siedlungen sind aber regional sehr weit verstreut. Und die Söldener Kinder wollen (müs­ sen) ja auch in eine Schule. Viele Gemein­ den liegen wie Sölden in den Seitentälern oder in den Bergen und bestehen aus ver­ schiedenen „Fraktionen“. Das Erreichen der verschiedenen Ortsteile ist im Win­ ter nicht immer möglich, weil nicht sel­ ten Straßen tagelang wegen Lawinenge­ fahr gesperrt werden müssen. Aber auch ohne diese Gefahren wären die Schul­ wege für die Kinder oftmals viel zu lan­ ge und auch öffentliche Verkehrsmittel sind weit weniger zahlreich vorhanden als etwa in den Zentralräumen. Es gibt zwar – um den Vergleich mit Wien wie­ der herzustellen – auch in Tirol eine UBahn, in der Gemeinde Serfaus. Diese hat aber ausschließlich touristische Aufgaben zu erfüllen und dient nicht der schnellen Überwindung großer Entfernungen oder dem Transport tausender Menschen. Aus all diesen Gründen haben die Tiro­ ler Gemeinden in den letzten Jahrzehn­ ten mit Unterstützung des Landes Tirol enorm viel in Schulbauten investiert. Bildung – Fenster zur Welt

Der Ausstattungsstandard der Tiroler Pflichtschulen ist im Durchschnitt um einiges höher als der der Bundesschulen in unserem Land. Müssen das nun ande­ re büßen? Nun, Tatsache ist, dass der Bund den Ländern für eine bestimmte Schülerzahl Lehrer zur Verfügung stellt. Dadurch ist der gerechte Ausgleich zwischen den Bundesländern gegeben. Wien bekommt also in Relation gleich viele (wenige) Lehrer wie Tirol. Wie die Länder diese Lehrer verteilen, bleibt diesen überlas­ sen. Und hier zeigt sich, dass auch Tirol anders ist: 33 Tiroler Pflichtschulen haben weni­ ger als 11 SchülerInnen. Dies sind 33 Standorte, die laut Maßzahlen eigent­ lich ohne eigenen Lehrer bzw. eigene Lehrerin auskommen und zusammen­ gelegt werden müssten. Dennoch beste­ hen solche Schulen nicht zuletzt aus den bereits erwähnten Gründen weiter, auch wenn sie die Maßzahl nie erreichen. Im vorhin erwähnten Bezirk Reutte gibt es nicht nur mehr Schulen als Gemeinden, dort gibt es auch 7 Schulen mit nur einer Lehrperson.

an den Finanzausgleichsverhandlungen beteiligt, nicht unmöglich gewesen, den Finanzausgleich wieder in die (schon einmal da gewesene) Richtung eines „Standortzuschlages“ für die Klein­ schulen zu lenken. Andere Inhalte des Finanzausgleiches scheinen aber größe­ re Wichtigkeit gehabt zu haben und so muss dass Land nun selbst in die Tasche greifen – oder? Oder man spart diesen „Luxus“ an den großen Schulstandorten ein. Durch strengere Maßstäbe bei Gruppen- und Teilungszahlen lässt sich da schon etwas jonglieren, einsparen, umverteilen … Solche Probleme hat die Bundes­ hauptstadt nicht, ich weiß. Dennoch glaube ich nicht, dass es Wien deshalb leichter hat. Die vielen Volksschulklas­ sen etwa, in denen die Zahl der Kin­ der mit nichtdeutscher Muttersprache wesentlich höher ist als die Gesamtzahl der Volksschüler in so mancher Tiro­ ler Volksschule, machen die Sache auch nicht einfacher. Aber Wien ist eben anders … n

Wer finanziert Kleinstschulen?

Universitätslehrgang

Das Lehrer-Schüler-Verhältnis, die Volksschul-Maßzahl im Bezirk Reutte lautet 7,9 oder anders ausgedrückt: 1.406 VolksschülerInnen teilen sich 178 Volks­ schullehrerInnen. Im Nachbarbezirk Landeck stehen für 1.944 Volksschüle­ rInnen 249 LehrerInnen zur Verfügung. Dies entspricht einer Maßzahl von 7,8! Zur Erinnerung: Der bundesweit vorge­ gebene Richtwert lautet für Volksschu­ len 14,5! Die Politik steht zum Erhalt der Klein(st)schulen – so tönt es immer wie­ der von den Rednerpulten der politisch Verantwortlichen. Wie dieser „Luxus“ aber finanziert wird, darüber hüllt man sich in Schweigen. Im letzten Jahr über­ nahm das Land Tirol erstmals ca. 70 Dienstposten für den Pflichtschulbe­ reich. Dabei wäre es für den Landes­ hauptmann, der zugleich auch Finanz­ referent des Landes ist und als solcher

> eEducation Zielgruppe: Personen im schulischen oder außerschulischen Aus- und Weiterbildungsbereich, insbesondere LehrerInnen aller Schulformen. Start: 17. März 2008 Abschluss: Master of Arts – MA Dauer: 4 Semester, 90 ECTS – berufsbegleitend Universitätslehrgang

> EducationalLeadership Zielgruppe: LehrerInnen aus allen Schulbereichen sowie Personen, die in der Aus- und Weiterbildung tätig sind. AbsolventInnen des ECHA Diploms. Start: 17. März 2008 Abschluss: Master of Science – MSc Dauer: 5 Semester, 120 ECTS – berufsbegleitend Universitätslehrgang

> PROvokativpädagogik Zielgruppe: LehrerInnen aller Schulformen; in der LehrerInnenfortbildung engagierte Kolleginnen und Kollegen, Vortragende an Fachhochschulen, Pädagogischen Hochschulen und Universitäten; sowie Angehörige von Bildungs-, Gesundheits- und Sozialberufen, die mit verhaltensorginellen oder auch sozial behinderten Menschen arbeiten. Start: 17. März 2008 Abschluss: Master of Arts – MA Dauer: 4 Semester, 90 ECTS – berufsbegleitend Information und Anmeldung: Tel. +43 (0)2732 893-2341 gabriele.funke@donau-uni.ac.at www.donau-uni.ac.at/imb Universität für Weiterbildung

90 breit x 160 hoch mm, 4c Unterlagen per E-Mail Dateiname: Ins. IMB APS_DUK 12.07

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länder

Lärm in der Schule Ein pädagogisches Pulverfass

Personalvertretung und Gewerkschaft der Lehrerschaft an Pflichtschulen in Salzburg sagten gemeinsam mit der ARGE Zuhören dem zunehmenden Lärm in der Schule den Kampf an. Wichtige Grundlage dafür war eine große (selbstverständlich anonyme) Online-Umfrage unter Lehrerinnen und Lehrern. Von Rudolf Mair, Vors. GÖD PflichtschullehrerInnen Salzburg

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mmer mehr Fakten deuten darauf hin, dass Lärm zu einer der brisan­ testen Problemzonen in der Schule geworden ist. Zahlreiche Untersuchun­ gen im In- und Ausland haben ergeben, dass es massive Zusammenhänge zwi­ schen übermäßiger Lautstärke und der Befindlichkeit von Lehrerinnen und Leh­ rern gibt. Studien der ARGE Zuhören be­ legen, dass auch eine klare Mehrheit der Schülerinnen und Schüler vom Lärm die Nase voll hat. Es herrschen also Bedin­ gungen, unter denen es allen schlecht ge­ hen muss. Lärm wirkt wie ein Turbolader genau in jene Problemzonen hinein, die die Schule von heute zum pädagogischen Pulverfass gemacht haben. Ein Übermaß an Krach fördert Unlust, Erschöpfung, ja sogar Aggressivität.

Internationale Herausforderung Lärmbekämpfung ist international eine der ganz großen Herausforderun­ gen des Schulsystems. Es geht uns natürlich in besonderer Weise um die Befindlichkeit der Kolle­ ginnen und Kollegen. Ich kenne viele Leidensgeschichten zu diesem Thema und auch die Ergebnisse der Arbeits­ zeituntersuchung 2000 bestätigen, dass Lärm von Lehrerinnen und Lehrern als Berufsbelastung genannt wird. Erst jüngst ergab auch eine Untersuchung 16

der ARGE Zuhören in der Steiermark, dass sich zwei Drittel aller Pädagogin­ nen und Pädagogen (65,9 Prozent) davon (sehr) beeinträchtigt fühlen. Lärm in der Schule kann allerdings nicht nur als pädagogisches Problem gesehen werden. Schlechte Rahmenbe­ dingungen für modernen Unterricht, der unter anderem auch durch neue Arbeitsformen wie Frei-, Partner-, Gruppen- oder Projektarbeit einfach lauter werden musste, verstärken die Probleme. In der Mehrzahl der Schul­ gebäude wurde bislang auf Kriterien der Raumakustik wenig bis gar nicht geach­ tet. Es gibt drei Akut-Zonen, wo Krach tatsächlich Dimensionen annehmen kann, die die Gesundheit gefährden und wo Lehrkräfte theoretisch nach gelten­ den Vorschriften sogar Lärmschutz (!) tragen müssten: Pausenhallen, Turnsäle und Werkräume. Das traurige Phänomen der vielen Stimm- und Halserkrankungen unter der Kollegenschaft entsteht meist durch das Sprechen mit erhobener Stimme, die gegen den hohen Lärmpegel ankämpfen muss. Daher haben wir im Bundesland Salz­ burg eine Online-Umfrage durchge­ führt, die spannende Ergebnisse gelie­ fert hat:

ENDERGEBNIS der GÖD-UMFRAGE SALZBURG Wie häufig erscheint Ihnen der Lärm in Ihren Klassen zu laut? 11,9 sehr oft – 34,7 eher oft – 38,4 manch­ mal 46,6 Prozent haben es mit zu lautem Lärm in der Klasse eher oft oder sehr oft zu tun, sind also intensiv mit dem Problem konfrontiert. Das ist fast jede/jeder zweite LehrerIn! Signifikant wahrscheinlicher tritt das Problem in der Hauptschule bzw. in Stadtgemeinden auf. Wie stark sind Sie durch Lärm in Klassen in Ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt? 14,3 sehr stark – 34,4 eher stark – 31,6 mittel Ein alarmierender Wert: 48,7 Prozent (wieder fast jeder Zweite!) sind stark bzw. sehr stark in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt. Bemerkenswert: Das Problem trifft alle gleich. Wie sehr ist Ihr Unterricht durch Lärm in den Klassen beeinträchtigt? 5,8 sehr stark – 24,8 eher stark – 37,1 mittel 30,6 Prozent sehen dadurch ihren Unterricht stark bzw. sehr stark beeinträchtigt, fast ein Drittel … aps • Ausgabe 1_2008


länder Signifikant wahrscheinlicher tritt das Problem in der Hauptschule und in Stadtgemeinden auf. Verglichen mit der Lärmsituation vor drei Jahren, wurde es in den Klassen eher lauter oder leiser? 10,9 viel lauter – 48,6 eher lauter 59,5 Prozent (fast zwei Drittel!) meinen, es sei eher bzw. viel lauter geworden. Man bedenke den Zeitraum von drei Jahren! Eine rasante Zunahme … Signifikant stärker sieht man diese Ent­ wicklung in der Hauptschule und unter älteren Lehrkräften so. Sind Sie von Stimmproblemen betrof­ fen, die Sie auf Lärm in den Klassen zurückführen? 5,1 sehr oft – 12,9 eher oft – 34,4 manch­ mal 18 Prozent (jede sechste Lehrkraft) kämpfen intensiv mit lärmbedingten Stimmproblemen. Signifikant häufiger tritt das Problem in Stadtgemeinden, unter älteren Lehr­ kräften sowie an Hauptschulen auf. Fällt es Ihnen schwer, sich in der Klasse stimmlich durchzusetzen? 0,7 sehr oft – 6,5 eher oft – 30,6 manch­ mal Sieben Prozent sind von diesem Problem betroffen. Signifikant öfter kommt es dazu in Stadtgemeinden und bei weiblichen Lehrkräften. Wie benoten Sie das gegenseitige Zuhö­ ren in Ihrem Kollegium? 17,7 eins – 43,5 zwei – 27,9 drei – 9,5 vier – 0,4 fünf 9,9 Prozent sind stark unzufrieden. Signifikant kritischer ist man dazu in Hauptschulen. Wie benoten Sie das Zuhören Ihrer Schülerinnen und Schüler? 0,4 eins – 23,5 zwei – 42,2 drei – 31,3 vier – 1,7 fünf. Durchschnitt: 3,09 Bildung – Fenster zur Welt

Ein Drittel der Schülerinnen und Schüler befindet sich in der Risikozone. Signifikant wahrscheinlicher sind schlechte Benotungen in Stadtgemein­ den und an Hauptschulen.

3. Schulneubauten und -renovierungen müssen unbedingt auch in die­ sem Kontext gesehen werden. Akus tische Aspekte dürfen dabei nicht übersehen werden.

Würden Sie an einer Weiterbildung zum Thema Lärm teilnehmen? 27 Prozent „ja“ – 61 Prozent vielleicht – 12 Prozent „nein“ Die Zustimmung ist erheblich, die geringe Ablehnung sehr erfreulich – hier fehlt noch viel Information (siehe „vielleicht“). Signifikant größer ist die Bereitschaft in Stadtgemeinden und bei weiblichen Lehrkräften.

4.  Lärm ist ein Schlüsselfaktor der Lehrerbefindlichkeit – fast die Hälfte (48,7 Prozent) der Befragten betrach­ tet sich davon (sehr) stark in ihrem Wohlbefinden beeinträchtigt. Hier sind unter anderem auch die schu­ lischen Führungskräfte gefordert, in ihrem Verantwortungsbereich ent­ sprechend initiativ zu werden.

Würden Sie an einer Weiterbildung zum Thema Zuhören teilnehmen? 26 Prozent „ja“ – 64 Prozent „viel­ leicht“ – 10 Prozent „nein“ Ein etwa gleiches Stimmungsbild wie beim Thema Lärm. WICHTIG: 42 Lehrerinnen und Lehrer (18 Prozent) haben auf jede einzelne der lärmbezogenen Fragen Antworten ausgewählt, die klar im Problembereich liegen. Dieser Risikogruppe gehören signifikant mehr Lehrkräfte aus Hauptschulen und aus Stadtgemeinden an.

Es ergibt sich folgender Handlungsbedarf: 1. Lärm ist klar belegt ein brisantes The­ ma der modernen Pädagogik und nimmt massiven Einfluss auf alle aktuellen Sorgenbereiche des Schul­ wesens. Lärm muss Teil der öffentlichen Bildungsdiskussion werden! 2. Maßnahmen zur Sanierung der akus tischen Rahmenbedingungen in vielen Schulgebäuden und Schulräu­ men sind dringend notwendig. Als in besonderer Weise betroffen erweisen sich Pausenhallen, Turnsäle und Werk räume, aber auch Klassenzimmer sind häufig akute Problemzonen.

5. Es gibt eine alarmierende Problem­ dynamik, die Lärmspirale dreht sich rasant und erfordert in der Schule ein rasches (!) Gegensteuern. Hier darf nicht lange nachgedacht werden! 6. Die Stimmen der Lehrerinnen und Lehrer sind massiv überstrapaziert und brauchen unbedingt Hilfe! Hier ist vor allem medizinische Unterstüt­ zung angesagt, aber es tut sich offen­ bar auch ein spannendes Feld für die LehrerInnenfortbildung auf. 7. Der Einsatz von Lärmampeln ist ani­ mierend und hilfreich für das The­ ma, aber genügt – wie die Dimension der Krisensituation zeigt – nicht, um das Problem in seiner ganzen Band­ breite zu lösen. In diesem Zusam­ menhang ist viel Bewusstseinsarbeit notwendig. 8. Die Hauptschule – ohnedies häufig von extrem schwierigen pädagogi­ schen Herausforderungen geprägt – ist zusätzlich eine akustische Problemzone der besonderen Art. Hier sind auch die Schulerhalter eiligst gefordert, mit Sanierungskonzepten entsprechend gegenzusteuern. n 17


presse

„Hohe Qualität der Lehrerbildung“ Marian Heitger im Gespräch. Der Erziehungswissenschaftler fordert, das Augenmerk auf die Pädagogen, ihr vorhandenes Potenzial und ihre Unabhängigkeit zu richten. Quelle: („Die Presse“, Print-Ausgabe, 29. 12. 2007), ERICH WITZMANN Die im Dezember veröffentlichte Pisa-Studie hat der österreichischen Bildungspolitik wiederum ein eher schlechtes Zeugnis ausgestellt.

der Ministerin eingesetzte Kommission einerseits die Abschaffung der Schulno­ ten, fordert aber gleichzeitig ein erwei­ tertes Kontrollsystem durch Evaluation. Auf die Macht durch Kontrolle will man denn doch nicht verzichten.

Marian Heitger: Eine schlechte Nach­ richt vor allem jenen, die unverdrossen an die Aussagen dieses Befragungsunter­ nehmens mit den Rankings und daran anschließende Interpretationen glau­ ben. Trotz aller Kritik an den Verfahren, trotz der grundsätzlichen Einwände ist der Glaube an die Zahl und an die Mess­ barkeit von Bildung nicht zu erschüttern, vor allem nicht von jenen, die daraus ihre Reformvorschläge ableiten. Man kennt die Liste der Vorschläge: Beseitigung der frühen Selektion, des Frontalunter­ richts – schon das Wort weckt unliebsa­ me Erinnerungen von Drill und Autori­ tät, von pädagogischen Herrschaftsgelüs ten –, die Didaktik in der Schule müsse ganz neu gefasst werden, die Inhalte des Unterrichts hätten sich an den Bedürf­ nissen und Interessen der Schüler zu richten, ganz im Gegensatz zu der von den Mächtigen der Zeit immer wieder geforderten Instrumentalisierung der Schulen für die Steigerung des Wohl­ standes.

Heitger: Ja, die hektische Betrieb­ samkeit um die Zahlenspiele von Pisa hat offensichtlich ein anderes Papier übersehen. Es sind Vorschläge zur Leh­ rerbildung, das eine Kommission am 3. August 07 dem Rat und dem europä­ ischen Parlament vorgelegt hat. Zwar werden auch in diesem Papier die Men­ schen als wichtiges „Gut“ und die Bil­ dung „als ausschlaggebender Faktor für die Entwicklung des langfristigen Wett­ bewerbspotenzials der EU“ angesehen. Daraus wird die besondere Bedeutung des Lehrers abgeleitet. Die „Qualität der Lehrkräfte wirkt sich viel stärker aus als Faktoren wie Schulorganisation, Schul­ leitung oder finanzielle Umstände“. Des­ halb ist eine „hohe Qualität der Lehrer­ bildung sicherzustellen“.

Eine Erneuerung der Schule kann doch nichts Schlechtes sein.

Der Lehrer als wichtigster Faktor im Schulalltag?

Heitger: Es scheint eine gewisse Stim­ migkeit derer, die die politisch geförder­ ten Reformen verkünden, nicht gerade zu deren hervorstechenden Eigenschaf­ ten zu gehören. So empfiehlt die von

Heitger: Das muss für viele eine uner­ wartete und frustrierende Behauptung sein, weil sie doch unverdrossen an ihrer Doktrin festhielten, dass die Schulleis tungen vorwiegend oder ausschließlich

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In den zahlreichen Stellungnahmen wurde offensichtlich der Stellenwert der Lehrer übersehen.

von der sozialen Herkunft abhängen. Und nun bestätigt der europäische Rat, dass die Qualität der Lehrerin oder des Lehrers für das Gelingen der Bildung des jungen Menschen entscheidend sei. Schnell sind moderne Erziehungswis­ senschaftler bei der Hand, auch diese Frage durch Organisation zu beantwor­ ten. Selbst wenn man diese dem Zeitgeist gehorchend auf Englisch ankündigt und die Gründung von „Schools of educa tion“ an den Universitäten vorschlägt, ist das eher ein Zugeständnis von Hilflosig­ keit. Man fragt sich, was man denn in die­ sen Instituten bisher gemacht hat. Die schwierige Frage lautet: Wie soll eine gute Lehrerbildung aussehen? Heitger: Die Beantwortung dieser Fra­ ge ist davon abhängig, was man als die Aufgaben der Schule definiert. Will man brauchbare, gut qualifizierte Arbeits­ kräfte, oder will man Menschen, die selbstständig denken, urteilen und ver­ antwortlich entscheiden können. Will man Lehrer, die nur noch auf den mess­ baren Output hinarbeiten, oder solche, die dem jungen Menschen zu seiner Selbstbestimmung helfen, seinen Weg im Leben zu finden, der seinem Tun und Lassen einen Sinn geben kann. Die­ se Fragen sind unbequem, das Bemühen um eine Antwort aber ist unausweich­ lich und deshalb so schwierig, weil es sich hier um eine Tätigkeit handelt, die mit dem lebendigen Menschen zu tun hat, noch dazu mit einem Menschen, der erst lernen soll, sich als Mensch zu entfalten. aps • Ausgabe 1_2008


service Die Lehrkräfte müssen also besondere, über die fachliche Eignung hinausgehende Qualifikationen mitbringen. Heitger: Der Lehrer, der diesem beruflichen Auftrag gerecht werden will, muss jenes Ethos entwickeln, das von der Achtung vor der Würde des Menschen getragen ist, und der von dem Ernst seiner Aufgabe durchdrun­ gen ist. Dieses Ethos kann man weder unmittelbar erzeugen noch als patheti­ sche Stimmung hervorrufen: Es muss erwachsen aus einer tiefen Ehrfurcht vor dem Menschen und der unver­ zichtbaren Hoffnung, dass es mit dem Kind nie hoffnungslos ist. Eine Leh­ rerbildung, die auf das Bedenken die­ ser grundsätzlichen Fragen verzichtet, hat ihren Auftrag schon verraten. Mit dieser Forderung nach einem pädago­ gischen Ethos ist nicht ein Appell an vordergründige Gefühle gemeint, nicht ein romantisierendes Pathos, sondern die Wahrnehmung der Verbindlichkeit philosophischer Einsichten. Der Lehrer also als ein selbstständig Denkender und Handelnder. Heitger: Wenn die jungen Menschen in unseren Schulen lernen sollen, auto­ nom, d. h. selbstständig und verant­ wortlich zu denken und zu handeln, dann ist die Autonomie der Lehrer kein Privileg für einen ausgewählten Berufs­ stand, sondern eine Bedingung für die „Vorbereitung der Schüler auf autono­ mes Lernen“. Es geht um die Einsicht, dass alles Wissen nur von dem selbst nach Erkenntnis Strebenden erworben werden kann. n

LEISTUNGEN – HILFE GEWERKSCHAFT ÖFFENTLICHER DIENST Solidaritätsversicherung Spitalsgeld 6 4,– pro Tag max. 6 308,– im Falle eines unfallbedingten Ab dem 1. Tag – Spitalsaufenthaltes Aufenthalt mindestens 4 Tage (gilt für Freizeit- als auch Arbeitsunfälle) Freizeitunfallversicherung Totalinvalidität Tod Mitgliedsdauer: 3 bis 10 Jahre 6 3.200,– 6 800,– Mitgliedsdauer: 10 bis 25 Jahre 6 4.800,– 6 1.000,– Mitgliedsdauer: über 25 Jahre 6 6.400,– 6 1.200,– ▼ Für aktive Mitglieder Bei Teilinvalidität: Anteilige Leistung Begräbniskosten Anspruchsberechtigt sind Ehepartner, Lebensgefährten, Kinder, Eltern, Geschwister und Großeltern, soweit sie im gemeinsamen Haushalt gelebt haben, bzw. Personen, die für die Bezahlung der Begräbniskosten aufgekommen sind. Beilagen: Nachweis der Mitgliedschaft, Sterbeurkunde, Begräbniskostenrechnung (ausgestellt auf Namen – des Antragstellers), Hausgemeinschaftsbescheinigung (ausgestellt vom Wohnsitzgemeindeamt) Mitgliedsdauer 3 bis 10 Jahre 10 bis 20 Jahre 20 bis 30 Jahre über 30 Jahre

6 150,– 6 160,– 6 170,– 6 180,–

Unentgeltlicher Rechtsschutz „ÖGB-BERUFSSCHUTZ“ In Angelegenheiten, die mit dem Dienstverhältnis oder mit der Ausübung einer gewerkschaftlichen Funktion oder der eines Personalvertreters in unmittelbarem Zusammenhang stehen. Ausgenommen sind Rechtsstreitigkeiten zwischen Mitgliedern. Voraussetzung: mindestens 6 Monatsvollbeiträge. Rechtsbüro der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, Teinfaltstraße 7, 1010 Wien, Tel.: 01/53 454-253 • Rechtsberatung • Durchführung von Interventionen • Vertretung vor Gerichten, Ämtern und Behörden

Berufshaftpflicht-Versicherung

Zur Person Marian Heitger (geb. 1927 in Hamm/D), Erziehungswissenschaftler, war von 1966 bis 1995 Professor für Theoretische und Systematische Pädagogik sowie Sonderund Heilpädagogik an der Universität Wien.

Bildung – Fenster zur Welt

Versicherungsschutz besteht, wenn das ÖGB-Mitglied wegen eines im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit fahrlässig verursachten Personen- oder Sachschadens von einer dritten Person zur Schadenersatzleistung aufgefordert wird. Die Versicherung übernimmt nicht nur die Erfüllung der Schadenersatzverpflichtung, sondern auch die gerichtlichen und außergerichtlichen Kosten der Abwehr von unberechtigten Ansprüchen. Darüber hinaus fallen Regressansprüche des Dienstgebers unter die Versicherung, wenn dieser einen vom ÖGB-Mitglied verursachten Schaden ersetzt hat. Versicherungsschutz bis 6 75.000,–

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service

Berufsrechtsschutz-Versicherung Versichert sind alle Kosten der Geltendmachung der Schadenersatzansprüche wegen Schäden, die das ÖGB-Mitglied im Zusammenhang mit seiner beruflichen Tätigkeit erlitten hat (ausgenommen Schäden aus Vertragsverletzungen). Darüber hinaus umfasst der Versicherungsschutz die Verteidigung in Strafverfahren wegen des Vorwurfes fahrlässiger strafbarer Handlungen und Unterlassungen bei der Berufsausübung. Weiters übernimmt die Versicherung einmal jährlich bis zu 6 200,– die Kosten einer anwaltlichen oder psychologischen Beratung, wenn ein ÖGB-Mitglied Opfer von Mobbing, sexueller Belästigung oder Diskriminierung am Arbeitsplatz wird. Sind in einem Versicherungsfall von einem anderen Versicherer Leistungen zu erbringen, wird Versicherungsschutz aus gegenständlichem Vertrag erst dann wirksam, wenn die Leistungen des anderen Versicherers zur Deckung des Schadens nicht ausreichen. Versicherungsschutz bis 6 15.000,–

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1x/Jahr bis 6 200,–

Bildungsförderungsbeitrag Voraussetzung: Anspruch besteht ab einjähriger Dauer der Mitgliedschaft zum Zeitpunkt des Kursabschlusses und Erfüllung der Beitragswahrheit. Anspruch besteht für alle abgeschlossenen Dienstprüfungen sowie Kurse und Ausbildungen, deren Inhalte unmittelbar der beruflichen Tätigkeit (im engeren Sinne) des Mitgliedes entsprechen. Ansuchen mittels Formular an das Bildungsreferat der GÖD (liegt beim Gewerkschaftlichen Betriebsausschuss auf). Beilagen: Teilnahmebestätigung (Kopie) sowie Zeugniskopie über Dienstprüfung, Zertifikat, Abschluss. Achtung: Der Besuch von Freizeit- und Hobbykursen begründet keinen Anspruch auf den Bildungsförderungsbeitrag. Ebenso besteht kein Anspruch bei Kursen, die aufgrund eines Dienstauftrages besucht werden (Instruktionen, interne Weiterbildungen, Dienstauftrag etc.). RICHTLINIEN (Förderung ist gestaffelt nach Kursdauer) DAUER DES KURSES BZW. DER AUSBILDUNG ODER DIENSTPRÜFUNG zwei Tage bis mehr als zwei Wochen mehr als sechs Monate länger als ein Jahr länger als zwei Jahre: zwei Wochen: bis sechs Monate: bis ein Jahr: bis zwei Jahre: 6 29,10 6 43,60 6 58,10 6 72,70 6 145,00 Der maximale BFB pro Jahr beträgt 6 72,70 (werden innerhalb eines Jahres mehrere kurz dauernde Kurse abgeschlossen) bzw. 6 145,– (wenn innerhalb eines Jahres eine länger als 2 Jahre dauernde Ausbildung abgeschlossen wird). Anträge können nur in dem Jahr eingereicht werden, in dem die Ausbildung abgeschlossen wurde. Eine rückwirkende Antragstellung ist nicht möglich. Studenten der Pädagogischen Hochschule und Schüler von Krankenpflegeschulen erhalten einen einheitlichen BFB in Höhe von 6 43,60.

Sozialunterstützung Voraussetzung: ab dem Tag des Beitrittes, Auszahlung jedoch frühestens nach 6 Monaten. Ansuchen mit Formular und Unterlagen unter Angabe der Bankverbindungen an den zuständigen gewerkschaftlichen Betriebsausschuss des Bezirkes (Formulare auch beim BBA). Erhöhte Aufwendungen durch unverschuldete und unvorhergesehene Notlage (Krankheit, für Heilmittel, für Seh- und Hörbehelfe, bei Zahnersatz, für Begräbniskosten bis zu 6 220,– – vom Gehalt abhängig). Zuschuss ca. 10 % der angefallenen Kosten

Arbeitslosenunterstützung Voraussetzung: 24-monatige Vollbeitragsleistung. Ausnahme: Mitglieder, die anschließend an ihr Ausbildungsverhältnis ins Erwerbsleben eingetreten sind, können erstmalig bereits nach 12 Monatsvollbeiträgen diese Unterstützung beziehen. Voraussetzung für eine neuerliche Unterstützung ist der Nachweis von 12 Monatsvollbeiträgen, die nach dem letzten Unterstützungsfall geleistet werden. Durchschnitt der letzten 12 Monatsvollbeiträge mal 4 Nach 24 Monatsvollbeiträgen für 3 Monate, nach 120 Monatsvollbeiträgen für 4 Monate

Mitgliedsbeitrag Der Mitgliedsbeitrag beträgt für Aktive 1 %, für Pensionisten 0,5 % des Bruttobezuges und ist steuerlich voll absetzbar (im Falle eines Amtsabzuges geschieht dies automatisch). Beitragsfreie Zeiten, Zeiten eines außerordentlichen Urlaubes, Zeiten der Arbeitslosigkeit müssen gemeldet werden. Höchstbeitrag Für Aktive: 6 21,46 / Monat Für Pensionisten: 6 9,09 / Monat Mutterschaftskarenzurlaub / Zeiten des Präsenz- bzw. Zivildienstes: beitragsfrei A.o. Karenzurlaube, Zeiten d. Arbeitslosigkeit, Studienzeiten: 6 1,8 / Monat

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TEIL 1

Jugend und (neue) MEDIEN

Dr. Gerda Kysela-Schiemer

Dass die Welt der Jugendlichen, die zwischen 12 und 19 Jahre alt sind, heute durch neue Medien geprägt wird, ist fast eine banale Tatsache. Auch die Freizeit von Jugendlichen im beginnenden 21. Jahrhundert ist zu einem großen Teil vom Internet bestimmt. Welche Bedeutung haben World Wide Web und Co. für unsere Jugend? Eine Serie von Dipl.-Päd. Dr. Gerda Kysela-Schiemer, M.A.

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unächst: Die Österreiche­ rInnen lieben das Internet. Generell boomt das Internet in Österreich – und dies ist ein Trend, der seit Jahren konstant anhält. 67 % der ÖsterreicherInnen ab 14 Jahren sind aktive Internet-UserInnen. Damit befindet sich Österreich nach wie vor im europäischen Vergleich nach den nordischen Staaten Island (90 %), Schweden, Finnland, Dänemark, Nor­ wegen sowie den (westlichen) Nieder­

Bildung – Fenster zur Welt

landen, wo zwischen 76 % und 80 % der Bevölkerung online sind, im Spit­ zenfeld. Im Vergleich zur Gesamtbevölke­ rung sind Österreichs Jugendliche mit moderner Technologie sehr gut aus­ gestattet: Haushalte, in denen 12- bis 19-Jährige wohnen, verfügen häufiger über TV-Geräte, DVD- und MP3-Play­ er, PCs und Internet-Anschlüsse als die österreichischen Haushalte insgesamt.  siehe Tabelle

Dies deckt sich durchaus mit der deutschen medialen Ausstattung von „jugendlichen“ Haushalten, wie die aktuelle JIM Studie 2007 (Jugend, Infor­ mation, (Multi-)Media; jährliche Basis­ studie zum Medienumgang 12- bis 19Jähriger in Deutschland; n = 1.204) beweist: Ein Haushalt mit Jugendlichen zwischen 12 und 19 Jahren zeichnet sich durch eine beachtliche Medienausstat­ tung aus. Praktisch alle Haushalte verfü­ gen über einen Fernseher, ein Mobiltele­ fon, einen Computer oder Laptop sowie über einen CD-Player. Mit 95 Prozent sind fast alle Haushalte online. Gegen­ über dem Vorjahr ist die Zahl der MP3Player noch einmal gestiegen und mit 93 Prozent inzwischen Teil des Stan­ dardrepertoirs. Auch eine Digitalkamera gehört zur Grundausstattung und ist in neun von zehn Haushalten vorhanden. Burschen und Mädchen unterschei­ den sich hinsichtlich der Geräteausstat­ tung jedoch in einigen Punkten. Noch immer haben Burschen eher einen eige­ nen Fernseher und einen Computer mit Internetzugang im eigenen Zimmer als Mädchen. Spielkonsolen sind eben­ falls eher „männlich“ belegt. Dafür sind Radio, MP3-Player, Kassettenrekor­ der, Walkman häufiger bei Mädchen zu finden. 21


serie Die JIM-Studie trifft darüber hinaus eine Unterscheidung der Ausstattung mit Medien nach Bildungsgrad der befrag­ ten Jugendlichen und sieht hier deutliche Unterschiede. So haben fast drei Viertel der Hauptschüler einen eigenen Fernse­ her im Zimmer; bei den Gymnasiasten sind es jedoch nur 60 Prozent (Realschü­ ler 71 %). Gleiches gilt auch für die Aus­ stattung mit Spielkonsolen, diese sind deutlich häufiger bei Haupt- und Real­ schülern als bei Gymnasiasten anzutref­ fen. Ein umgekehrtes Bild zeigt sich bei Computer und Internetanschluss, hier sind Gymnasiasten besser ausgestattet. Beim MP3-Player zeigt sich kaum ein Unterschied zwischen den Bildungs­ gruppen. Eine Digitalkamera ist wie­ derum vor allem bei Jugendlichen mit höherer Bildung vorhanden. In der subjektiven Wichtigkeit der Medien liegt das Fernsehen nach wie vor bei den Jugendlichen an der Spitze: Für 35 % ist es das wichtigste Medium. Etwa 90 % sehen regelmäßig fern und für etwa 60 % ist dies eine Beschäftigung, der sie tagtäglich nachgehen. Hinsicht­ lich der Häufigkeit unterscheidet sich die Fernsehnutzung von Burschen und Mädchen kaum. Auch im Altersverlauf zeigen sich nur minimale Unterschie­ de – und auch die Bildung hat wenig Einfluss auf die Häufigkeit der Nut­ zung; lediglich die Fernsehdauer diver­ giert (vgl. ORF Medienforschung, Stand 20. 1. 2008). Die JIM-Studie 2007 beweist wieder­ um sehr deutlich, dass sich die Fern­ sehwelt von Burschen und Mädchen stark unterscheidet. Es gibt nur wenige Genres, die bei Burschen und Mädchen gleichermaßen beliebt sind. Burschen bevorzugen Zeichentrick, Sitcoms, Informationssendungen/Nachrichten sowie Sportsendungen und Science Fic­ tion. Bei den Mädchen sind Krimis und Mystery-Sendungen, Daily Soaps und Serienformate besonders beliebt. Auch Musikfernsehen, Boulevardmagazine und Castingshows werden vorwiegend von Mädchen als Lieblingssendungen genannt: 22

Die Beliebtheit der Genres hat sich gegenüber dem Vorjahr zum Teil deut­ lich verschoben: Mehr Zuspruch finden Krimis/Myste­ ry-Sendungen (+ 13 PP), Zeichentrick­ sendungen (+ 10 PP), Informationssen­ dungen und Nachrichten (+ 8 PP) sowie Krankenhaussendungen (+ 5 PP). 2007 entfallen erstmals relevante Nen­ nungen auf Doku-Soaps und Casting­ shows. Allerdings ist die Beliebtheit der Casting-Sendungen für Jugendliche weit weniger groß, als der Medienrummel um diese Sendungen vermuten lässt“ (JIM 2007, S. 28). Was die Mediennutzung generell betrifft, so sieht die JIM-Studie des Jahres 2007 im Vergleich zur Studie 2006 kaum nennenswerte Veränderungen bei den regelmäßig ausgeübten Medientätigkei­ ten. Deutlich zugelegt hat noch einmal die Internetnutzung (von 69 auf 77 %), weiter positiv entwickelt haben sich die MP3-Nutzung (von 78 auf 82 %) und die digitale Fotografie (von 18 auf 23 %). Eine rückläufige Nutzung ist bei Musik­ kassetten und CDs sowie bei Büchern (-3 PP) zu verzeichnen. Die übrigen Werte zeigen nur geringe Schwankun­ gen gegenüber dem Vorjahr. Auf die Frage, auf welches Medium die Jugendlichen am wenigsten verzichten könnten, zeigt JIM seit 2006 gleich blei­ bend, dass der Computer am wichtigsten eingeschätzt wird: Er wird als wichtigstes Medium von jedem vierten Jugendlichen angegeben. Von jedem fünften Jugendli­ chen wird das Internet genannt. Erst an vierter Stelle landet der Fernseher, müss ten Jugendliche einen medialen Verzicht leisten. Jeder zehnte Jugendliche nennt Bücher als unverzichtbar und sechs Pro­ zent wollen das Radio nicht missen. Zei­ tungen und Zeitschriften spielen kaum eine Rolle:  siehe Grafik 1 Der Umgang mit dem Computer – und zunehmend mit dem Internet – ist alltäglich geworden. Interessant ist ein Vergleich der JIM-Studie 1998 zu 2007, bei dem nur marginale Unterschiede in den Antworten hinsichtlich Ausstattung, Nutzungsintensität und Bindung zu

erkennen sind. Deutlich abgenommen hat jedoch die emotionale Komponen­ te und Begeisterung für Computer – der Neuigkeitseffekt und somit die emotio­ nale Bindung dürften erloschen sein:  siehe Grafik 2 Die quantitative mediale Nutzung Jugendlicher wird zuverlässig und regel­ mäßig gut erhoben. Nach all diesen Zah­ len über die Mediennutzung und -aus­ wahl von Jugendlichen wird nicht nur für Deutschland klar, dass das zugenomme­ ne Medienangebot, die flächendeckende Medienausstattung in privaten Haushal­ ten sowie die tägliche Mediennutzung wesentliche Punkte sind, wodurch sich die Freizeit, aber auch die schulische oder berufliche Welt von Jugendlichen von heute von jener von Generationen zuvor unterscheidet. Ein Leben ohne Medien ist für den Jugendlichen unseres Jahrhunderts so gut wie unbekannt und gar nicht vorstellbar. Aufgrund des regelmäßigen und all­ täglichen Medienumgangs kann man den Jugendlichen durchaus eine gewis­ se Medienkompetenz unterstellen, die es ihnen problemlos ermöglicht, sowohl traditionelle als auch neue Medien nach ihren Vorstellungen und (aktuellen) Bedürfnissen zu nutzen. Multitasking und Danebennutzen der unterschied­ lichsten Genres stellen für Jugendliche keinerlei Probleme dar, im Internet sur­ fen, chatten, dabei noch fernzusehen und zu telefonieren sind parallele Tätig­ keiten, die tadellos gelingen und die eher bei Erwachsenen Erstaunen auslösen … (vgl. Dimitriou/Wendl 2007). Die qualitative Nutzung der verschie­ densten Medien zeigt insgesamt auf vielfältige Funktionen, die besonders im Kontext der Persönlichkeitsentwicklung und der Sozialisation der Heranwach­ senden von besonderer Bedeutung zu sein scheinen, und muss in ihrer Kom­ plexität immer empirisch überprüft wer­ den (vgl. Hoffmann 2006). Es wäre jedoch zu einfach, generell über „die Jugend“ zu schreiben. Das Seg­ ment der 12- bis 19-Jährigen ist keine homogene Gruppe, sondern stellt eine aps • Ausgabe 1_2008


serie Vielzahl an Individuen dar, die auch von den Medien individuell angespro­ chen werden wollen. Welche konkreten Inhalte und welche medialen Angebote sich Jugendliche aneignen und auswäh­ len, hängt letztlich von ihren Interes­ sen ab, von ihrer Identitätsentwicklung, ihren Wertvorstellungen, ihrer Hand­ lungskompetenz und dem Streben nach einem eigenen Lebensstil. Medien wer­ den dabei jedoch nicht als Einzelmedi­ en konsumiert und benutzt, sondern in deren konvergenten Mediennetzen. „Medienkonvergente Angebotsstruk­ turen und Nutzungsweisen sind Aus­ druck der (weiter) fortschreitenden Vernetzung und Einbindung der Indi­ viduen in mediale Umgebungen, wie sie in den westlichen Industrie- und Mediengesellschaften seit Jahrzehnten zu beobachten sind. Jugendliche Iden­ titätsarbeit unter Rückgriff auf Medi­ en ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel und überdies eine Selbstverständ­ lichkeit“, meinen Anja Hartung und Bernd Schorb (Hartung/Schorb 2007, S. 7) und sehen vier Bereiche der von Medien mitgetragenen Identitätsarbeit im Jugendalter: - Ritualisierte Mediengewohnheiten im individuellen Lebensbereich wie in der Gruppe der Gleichaltrigen unterstützen Stabilisierungsprozesse der Lebensfüh­ rung Jugendlicher (…). - Medienangebote sind Jugendlichen Materiallieferanten, aus denen sie schöpfen, und Räume, in denen sie mit Lebensformmodellen, -entwürfen und Rollen experimentieren, diese reflek­ tieren und ausprobieren. - Medientechnologie bietet Heranwach­ senden als kommunikative Infrastruk­ tur Möglichkeiten des Kontakts und des sozialen Anschlusses. - Medienbesitz signalisiert in der Gruppe der Gleichaltrigen soziale (Un-)Gleich­ heit und ist Mittel jugendlicher Selbst­ darstellung“ (Hartung/Schorb a. a. O.). Lesen Sie in der nächsten Ausgabe mehr darüber: Medien stiften Identität – ihre Wichtigkeit im Prozess der Selbst­ findung Jugendlicher. n Bildung – Fenster zur Welt

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Literatur

Dimitriou, Minas und Wendl, Katharina (2007): Typisch jugendlich? Der Stellenwert von Sport und Medien in der Freizeit von Jugendlichen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. In: medienimpulse, beiträge zur medienpädagogik. Heft Nr. 62, Dez. 2007: BMUKK, S. 47–50. Hartung, Anja und Schorb, Bernd (2007): Projekt Identität. Medien in Prozessen der Selbstfindung Jugendlicher. In: Computer+Unterricht. Anregungen und Materialien für das Lernen in der Informationsgesellschaft. Spezialausgabe: Jugend+Medien: Identität. 17. Jg., Heft 68, S. 6–10. Hoffmann, Dagmar (2006): Die Mediennutzung von Jugendlichen im Visier der sozialwissenschaft-

lichen Forschung. In: merz, medien+erziehung, zeitschrift für medienpädagogik, 50. Jg., Nr. 4, August 2006: S. 15–21.

Links Download der JIM-Studie 2007 (Jugend, Information, (Multi-)Media) unter: http://www.mpfs.de (Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest) (20. Jänner 2008). Medienforschung ORF (2007): Austrian Internet Monitor (AIM) – 3. Quartal 2007 – online abrufbar unter: http://mediaresearch.orf.at (20. Jänner 2008).

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Diensttausch Wien nach NÖ Pragm. HS-Lehrerin sucht Tauschpartner im Raum Wien/Umgebung. Tel.: 0699/152 61 730 Pragm. HS-Lehrer sucht Tauschpartner per sofort. Tel.: 02262/67 41 35 Pragm. VS-Lehrerin sucht Tauschpartner (Bezirk Hollabrunn). Tel.: 0650/350 18 86 Pragm. VS und SS-Lehrerin sucht Tausch­ partner per sofort. Tel.: 02236/86 69 74 od. 0676/672 74 44 Pragm. VS-Lehrerin sucht Tauschpartner (Waldviertel) per sofort. Tel.: 0650/442 00 14 Pragm. HS-Lehrerin sucht Tauschpartner (Bezirk Gänserndorf) per sofort. Tel.: 02282/610 15 od. 0680/301 51 36

Wien ins Bgld. Pragm. SS-Lehrerin sucht Tauschpartner. Tel.: 0676/746 88 18 Pragm. VS-Lehrerin sucht Tauschpartner ab sofort. Tel.: 0650/414 31 78 Pragm. VS-Lehrerin sucht Tauschpartner ab sofort. Tel.: 0650/364 13 43 od. 02687/481 85 I L HS-Lehrerin sucht Tauschpartner per sofort. Tel.: 0664/310 71 29

Wien ins Bgld. od. Stmk. Pragm. VS-Lehrerin sucht Tauschpartner per sofort. Tel.: 0699/118 57 909

Wien in die Stmk. I L-HS-Lehrer sucht Tauschpartner ab sofort. Tel.: 0650/850 85 46 Pragm. HS-Lehrerin sucht Tauschpartner im Bezirk Bruck. Tel.: 0664/555 34 30 I L-HS-Lehrerin sucht Tauschpartner ab 2008/09. Tel.: 0664/177 66 19

Wien nach Knt. I L-Vertrags-VS-Lehrerin sucht Tauschpartner. Tel.: 0699/110 88 350 Pragm. VS-Lehrerin sucht Tauschpartner ab sofort. Tel.: 06888/64 36 65

Wien nach OÖ Pragm. VS-Lehrerin sucht Tauschpartner. Tel.: 0650/924 16 76 I L-VS-Lehrerin sucht Tauschpartner Bez. Linz od. Lind/Land ab 2008/09. Tel.: 0650/966 52 57 Pragm. VS-Lehrerin sucht Tauschpartner ab 2008/09. Tel.: 0699/192 38 079

Wien nach Sbg. SS-Lehrer sucht Tauschpartner ab 2008/09. Tel.: 0650/386 40 88

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NÖ in die Stmk. Pragm. VS-Lehrerin sucht Tauschpartner ab sofort. Tel.: 03339/22 333

OÖ in die Stmk. I L Vertrags-VS-Lehrerin sucht Tauschpart­ ner ab sofort. Tel.: 0676/920 30 07

Sbg. nach Wien od. NÖ I L-Vertragslehrerin (VS) sucht Tauschpart­ ner. Tel.: 02235/87 109

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Sbg. nach OÖ Pragm. VS-Lehrerin sucht Tauschpartner per sofort. Tel.: 0699/815 68 654

Pragm. SS-Lehrerin mit Sprachheilaus­ bildung sucht Tauschpartner im Bezirk Braunau. Tel.: 06565/60 30

Sbg. nach Knt. VS- und SS-Lehrerin (II L) sucht Tausch­ partner (Unterkärnten) ab 2008/09. Tel.: 0650/444 82 82 od. 04352/62 185

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Stmk. nach NÖ Unbefr. I L-VS-Lehrerin sucht Tausch­ partner. Tel.: 0664/451 37 86

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Tirol in die Stmk., Bez. Feldbach I L-HS-Lehrer sucht Tauschpartner Bez. Graz/Umgebung, Voitsberg, Leibnitz, Deutschlandsberg per sofort. Tel.: 05244/93 237

Tirol nach Knt. Pragm. SS und VS-Lehrerin sucht Tauschpartner. Tel.: 0664/482 67 99 I L-VS-Lehrer sucht Tauschpartner. Tel.: 0676/933 12 15 Pragm. VS-Lehrerin sucht TP per sofort. Tel.: 04355/31 202

Telefonische Adressenberichtigung: 01/534 54–131 od. 132 P. b. b., Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 3100 St. Pölten, GZ 03Z035304M

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