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Pfl ege in Bayern VierTeLJÄhrLich erscheinenDe FachZeiTschriFT Für pFLeGe

nr. 40 04.2016

Dr. Tamara Gehring-Vorbeck

WWW.pFLeGeinbayern.De

Demenz: Wissen und Wissensvermittlung zum Thema Demenz und Sterben

Gudrun Lippert-Weiß

Dr. Ayse Cicek

Dagmar Grabner

Sterben demenzkranke Menschen anders? – Palliative Pflege bei Menschen mit Demenz

Anspruch und Wirklichkeit im Umgang mit Sterbenden in der Pflege

Hospiz- und Palliativgesetz 2016


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Editorial

Pflege in Bayern 04.2016

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Inhalt 4

pFLeGe Wissen und Wissensvermittlung zum Thema Demenz und Sterben

Foto: privat

Demenz und Sterben – Sterben Menschen mit Demenz anders?

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Sterben demenzkranke Menschen anders? Palliative Pflege bei Menschen mit Demenz 11

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n einem Lied heißt es: »Abschied ist ein bisschen wie Sterben«. In der Begleitung von Menschen, die an einer Demenz erkrankt sind, erleben Angehörige Tag für Tag Abschiede und also auch irgendwie Sterben. Das macht es ihnen vielleicht noch schwerer, wenn der letzte Abschied ansteht, ihn wahrzunehmen und anzunehmen. Demenzkranke können im Sterben das Gleiche erleben und erleiden wie Menschen, die nicht von einer Demenz betroffen sind. Und doch wird ihre Wahrnehmung vermutlich anders sein. Menschen mit einer Demenz können ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht mehr verbal mitteilen. Häufig ist den begleitenden Angehörigen und Pflegenden unklar, welche Bedürfnisse Menschen mit Demenz in dieser Phase haben und wie sie sich ihnen annähern können. Altenheime, Hospize, Krankenhäuser und ambulante Pflegedienste benötigen deshalb zunehmend entsprechende Konzepte und Wissen zur Begleitung und Pflege dieser Menschen, um ihnen ein selbstbestimmtes und würdevolles Sterben zu ermöglichen. Die Autorinnen dieser Oktober-Ausgabe haben sich mit dem Thema ausführlich beschäftigt. Außerdem finden Sie auch noch weitere informative und lesenswerte Beiträge. Ihre

pFLeGe

pFLeGe Anspruch und Wirklichkeit im Umgang mit Sterbenden in der Pflege

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pFLeGe Hospiz- und Palliativgesetz 2016 – Finanzierung der gesundheitlichen Vorsorgeplanung für Heimbewohner

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pFLeGe Ethisch diskutieren – ethisch denken – ethisch handeln Ethische Entscheidungskultur in der Betreuung, Begleitung und Pflege von Menschen mit Demenz

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pFLeGe Den Menschen erkennen – Die Lebensanalyse

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ForschunG Pflegeforschung an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München

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VeransTaLTunGen Bildungsmanager November ’16 – Januar ’17

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Pflege in Bayern 04.2016

Wissen und Wissensvermittlung zum

Thema Demenz und Sterben Demenz ist ein Begriff, der inzwischen in aller Munde ist. Da unsere Gesellschaft immer weiter altert, gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Menschen mit Demenz von aktuell circa 1,8 Millionen bis zum Jahr 2050 auf rund drei Millionen steigen wird – sofern kein entscheidender Durchbruch in der medizinischen Therapie gelingt. Eine Herausforderung für unsere ­Zivilgesellschaft im Allgemeinen und für professionell Pflegende im ­Speziellen! Was wir wissen und was wir uns noch an Wissen zu diesen aktuellen Herausforderungen erarbeiten müssen, wird in diesem Artikel erörtert.

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um »Welt-Alzheimertag« am 21. September wurde von aktuellen Neuerungen in den Medien zu Praxis und Therapie berichtet. Der Trend einer weiteren Steigung zu den oben genannten Zahlen scheint sich nach einer Veröffentlichung zu den Risikofaktoren des Morbus Alzheimer hoffnungsvoll zu stabilisieren, sogar rückläufig zu sein. So zeigt eine im April im Fachmagazin Nature Communication veröffentlichte Studie, dass das Alzheimer-Risiko in Großbritannien innerhalb von zwei Jahrzehnten um 20 % sank. Ähnliche Trends wurden in den USA, Schweden, Spanien und den Niederlanden beobachtet[1]. Dr. Harald Prüß, ein Neurologe der Charité Berlin, nahm im Rahmen der abendlichen Nachrichten zu einer »neuen Therapieart« Stellung. Durch spezielle Verfahren einer Dialyse/Blutwäsche könnten bestimmte Demenzformen abgemildert und in ihrem Verlauf aufgehalten werden. Leider betreffen diese medizinischen Neuerungen nur sehr spezielle und selten auftretende Formen der Demenz[2]. In vielen Köpfen der Gesellschaft wird Demenz immer noch mit Morbus Alzheimer gleichgesetzt und auch immer noch von Demenz als Krankheit gesprochen. Richtiger wäre es, nicht von einer Krankheit, sondern von einem De-

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Foto: privat

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Dr. Tamara Gehring-Vorbeck Dozentin und Referentin Auf der Schanz 31 90453 Nürnberg E-Mail: dr.gehring@innova-cc.de www.innova-cc.de

menz-Syndrom mit vielen Varianten zu sprechen und die Menschen mit Demenz nicht solitär als Demenzkranke zu bezeichnen, sondern als demenziell veränderte Menschen wahrzunehmen. In Medizin und Wissenschaft geht man jedenfalls dazu über, die »Krankheit« Demenz als demenzielle Symptomatik wahrzunehmen und die verschiedenen Formen und Ausprägungen der Demenz als Folgen anderer Erkrankungen differenzierter zu betrachten. Auch für die Pflegenden erscheint es im Sinne einer ethischen Reflexion notwendig zu werden, zwischen »Demenzkranken«, die Hilfe benötigen und demenziell veränderten Menschen, die auf Begleitung und Anleitung an­ gewiesen sind, zu unterscheiden. Es erscheint wichtig ­darüber nachzudenken, welche Unterschiede in Kommunikation oder einer (pflegerischen) Interaktion, die beiden oben genannte Haltungen/Einstellungen haben[3]. Auch im Fortschreiten der Demenz – hin zum Lebensende – erscheint es notwendig, sich den besonderen Bedürfnissen der Menschen zuzuwenden. Hiermit ergibt sich ein weiteres Themenfeld: Demenz und Sterben. D e m e n z u n d S t e r b e n – dies sind zwei weitere große Herausforderungen an Gesellschaft und Pflege. Als einzelne Phänomene sind sie ausführlich beschrieben, doch in ihrer Kombination wird sich eher randständig damit befasst. In der Forschung waren bis 2012 keine oder nur kaum Artikel und Literatur dazu zu finden. Dies erscheint jedoch dringend notwendig, um Pflegende, welche sich im beruflichen wie im privaten Umfeld, um Menschen mit Demenz in der letzten Lebensphase kümmern, zu schulen und sie für die besonderen Begebenheiten und Bedürfnisse zu sensibilisieren. Gibt es grundsätzlich Besonderheiten im Sterben demenziell veränderter Menschen? Was können/müssen professionell Pflegende erkennen? Wie kann eine gezielte Sterbebegleitung in Einrichtungen der Pflege aussehen? Fragen in diesem Kontext lagen der Studie »Demenz und Sterben« zugrunde, die im Rahmen einer Förderlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert und durchgeführt wurde. Was sich aus dieser Studie über die besondere Situation von demenziell Veränderten am Lebensende ableiten lässt, wurde Grundlage eines Schulungskonzeptes: »DEST – demente Menschen am letzten Lebensweg begleiten«. DEST wird seit 2012 für die verschiedenen Bereiche des Gesundheits- und Altenhilfewesens zur Schulung und Sensibilisierung professionell Pflegender eingesetzt.  ››


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Demente Menschen nehmen sich möglicherweise aufgrund ihres Mangels an Zeitperspektive und körperlicher Wahrnehmung nicht selbst als Sterbende wahr. So liegen großer Druck und Belastung auf den professionell Pflegenden oder auf den pflegenden und sorgenden Angehörigen. Sie sollen und müssen deren Bedürfnisse und letzte Wünsche oft erfühlen und mit den dann getätigten Entscheidungen und Handlungen in ihrem eigenen Leben zurechtkommen[5]. Weitergedacht und für die Praxis mit zahlreichen Anregungen versehen, steht es als Seminar für eine wertschätzende, individuelle und würdevolle Begleitung von Dementen am Ende ihres Lebens. Sterben Menschen tragen oft Befindlichkeiten gegenüber Sterbenden mit sich, beruhend auf der eigenen Angst und Unsicherheit zum Thema Sterben und Tod. In früheren Zeiten war der letzte Lebensabschnitt und das Sterben ein Teil des — alltäglichen Lebens und daSterbebegleitung darf nicht in mit der Gesellschaft, wäheinen starren Rahmen – im Sinne rend heutzutage Tod und Sterben häufig als ein mögvon Sterben in Organisationen lichst selten aufzutretender oder Zuhause gepresst werden, Katastrophenfall einer alles sondern muss das grundlegende möglich machenden und alAnrecht jedes einzelnen Menschen les heilenden Medizin geseauf ein individuelles Sterben hen wird. So ergibt es sich mit einem individuell gewünschten fast zwangsläufig von selbst, Sterbeort berücksichtigen. Dazu dass es »in Deutschland eine sind die notwendigen Rahmen­ fast »todesfreie Generation« bedingungen zu schaffen! [gibt], die 50 Jahre oder älter jemals — werden konnte, ohne [4] dem Tod zu begegnen« . Die früher bekannten und gängigen Bewältigungsstrategien sind in unserer Kultur nicht mehr gebräuchlich. Daraus bedingt sich das Verdrängen aus der Lebensrealität in wei-

ten Teilen unserer heutigen Gesellschaft. Einstmals gehörte der Tod zum Leben, im Mittelalter waren Friedhöfe rund um die Kirchen, mitten im Leben der Dörfer und Städte zu finden, obwohl der Tod auch hier die Menschen sicherlich geängstigt und betroffen gemacht hat. Das Sterben hat heute seine Natürlichkeit verloren. Gegenwärtig werden Sterben und Tod häufig nur indirekt und medial erlebt und gehören nicht zur Realität unseres Lebens. Gestorben wird in Informationssendungen und Fernsehfilmen. In den Familien, in gelebten sozialen Netzwerken und Beziehungen bleiben Sterben und Tod außen vor. Dies kann dazu führen, dass Gefühle zu Sterben und Tod anstatt von Zuwendung, Empathie und Hoffnung von Abwendung, Isolation, Angst oder gar Abscheu und Ekelgefühlen geprägt sein können. So ergibt sich dann fast logischerweise, dass dem möglichen eigenen Tod und Sterben weniger eine positive als eine negative Bedeutung/Betonung zugewiesen wird. Auch gerade bei professionell Pflegenden ist dies nicht von der Hand zu weisen. Daher erscheint es wichtig, dass sich Pflegende vermehrt auch zuerst einmal mit ihrer eigenen Endlichkeit und den dazu vorhandenen Ängsten und Vorbehalten beschäftigen, ein Grundtenor der sich aus den Stimmen der Seminarteilnehmer immer wieder heraushören lässt. Insgesamt ist eine angstarme, empathische und authentische Haltung des Pflegepersonals notwendig. Erst wenn man sich mit seiner eigenen Endlichkeit ­»unbefangen« befassen kann, kann man unbefangen mit Menschen mit Demenz am Lebensende umgehen. Sterben ist das, was es schon immer war und auch immer bleiben sollte, ein unumkehrbares Verlöschen von Leben, auch unter besten medizinischen, technischen und hygienischen Bedingungen, unter optimaler Betreuung und Versorgung durch professionell Pflegende und liebenden Angehörigen. Es ist als Aufgabe der Pflegenden anzusehen, Tod und Sterben als eine Art Kultur in unserer Gesellschaft einen öffentlichen Platz zuzuweisen und somit auch die Menschen mit Demenz in ihrem Sterbeprozess aus dem Rand in den Fokus, wenn nicht sogar radikal in das Zentrum unseres pflegerischen Handelns zu rücken. Mu lt i k u lt u r a l i t ä t Die oben genannte Problematik erweitert sich in Zukunft durch den multikulturellen Kontext unserer Gesellschaft. In Deutschland leben 16,5 Millionen Menschen mit Migra-

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Pflege

tionshintergrund, davon sind 1,5 Millionen über 65 Jahre alt. Etwa 120.000 bis 150.000 von ihnen sind von einer Demenz betroffen. Diese Zahlen werden in den nächsten Jahrzehnten weiter steigen[6]. Um demenziell veränderte Menschen betreuen, versorgen und pflegen zu können, muss der Mensch als Individuum vor dem Hintergrund seiner Biografie gesehen und die Pflege auf seine Bedürfnisse abgestimmt werden. Um kognitive Veränderungen und Beeinträchtigungen bei Menschen mit Migrationshintergrund festzustellen und zu erfassen, bedarf es kulturell angepasster Untersuchungsverfahren. Zu sprachlichen Barrieren und kulturspezifischen Krankheitsverständnis (z. B. von Krankheit als Schicksal oder Strafe) kommen häufig Informationsdefizite hinzu. Dem entgegen zu wirken benötigt man kultursensible, biografieorientierte Betreuung, Versorgung und Pflege! Dies gilt für Menschen mit Migrationshintergrund genauso wie für Menschen ohne, für Menschen mit Demenz genauso wie für Menschen ohne Demenz. Bezüglich der Multikulturalität stellen sich folgende Fragen: Wie wird in ­anderen Kulturen mit Demenz und seinen Folgen umgegangen, wie wird dort der Mensch mit Demenz gesehen und wie wird er am Lebensende begleitet? Wie geht man in anderen Kulturen mit Sterben und Tod um? Auch hier entsteht und besteht ein größerer Fortbildungsbedarf bei den Pflegenden, der noch angegangen und gedeckt werden muss. Besonders, wenn man bedenkt, dass ein wichtiger Bestandteil des pflegerischen Berufsfeldes die Beratung, Anleitung und Schulung von Menschen sein soll. Au f g a b e n b e r e i c h e d e r v e r s c h i e d e n e n E b e n e n Die Aufgabenbereiche von dispositiver und operativer Ebene leiten sich voneinander ab. Leitungen planen und stellen die Ressourcen zur Verfügung, unter denen die Pflegenden eine würdige Sterbebegleitung demenziell veränderter Menschen ausführen. Die Anregungen und Hinweise richten sich daher nicht nur an Pflegende, sondern auch an die Führungsebene, die Rahmenbedingungen, Aufbau- und Ablauforganisation zu verantworten und zu planen hat. Aus der institutionellen Ebene heraus müssen hierfür die Bedingungen geschaffen werden. Sei es durch eigens entwickelte hausinterne Standards oder durch grundsätzAnzeige

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liche Reflexion, welchen Stellenwert das Sterben und Sterbebegleitung ganz allgemein – und auch im Besonderen das Sterben von Menschen mit Demenz – in der jeweiligen Einrichtung — haben. In der Fort- und WeiterbilEs benötigt lange Zeit eine dungsplanung sollte das Thema noch ­Veränderung in Gedanken und mehr berücksichtigt werden. Es sind Haltung zu bewirken. Es ist von Leitungsseite Ressourcen wie Sudennoch nicht gut, die Gegenpervision/Coaching und Entlastung in wart zu verlängern und damit der alltäglichen Arbeit zur Verfügung die Zukunft zu verhindern. zu stellen, um mehr Kapazität für Be— gleitung und Unterstützung Sterbender zu schaffen. Neben institutionellen und operativ-pflegerischen Fragestellungen ergeben sich auch führungsbezogene. Wie kann man den Lebens- und Sterbeort, egal ob Zuhause oder in Einrichtungen der Altenhilfe zu einem individuell gewünschten Sterbeort gestalten? Welche Aufgaben kommen auf Führungspersonen diesbezüglich zu? Welche Voraussetzungen sind aus Leitungsebene heraus zu schaffen, um professionell Pflegenden einen würdevollen Umgang mit den demenziell Veränderten im erweiterten Umfeld zu ermöglichen? Welchen Wissensstand haben die Mitarbeiter je nach Ausbildung und/oder Zeitpunkt der Ausbildung. Auf Menschen, die demenziell Veränderte im Sterben begleiten – und somit auch der Leitungs­ ebene – kommen weitere große Herausforde- Literatur: [1] dpa-Meldung: Alzheimer-Risiko scheint rungen zu. Sie – als Pflegende und als Führungskräfte – können durch Professionalität, besonders aber durch ihre sich darin ausdrückende Individualität erheblich dazu beitragen, dass die gestellten Fragen beantwortet werden und ein Leben mit Demenz bis zum Ende würdevoll bleibt! ❚

zu sinken – Trend in den Industriestaaten… in Nürnberger Nachrichten vom 21. 09. 2016 [2] Prüß, H. (2016): Neue Chancen – Blutwäsche gegen Demenz? http://www.zdf.de/ZDFmediathek/ beitrag/video/2841760/ ZDF-heute-journal-vom-21.September-2016?bc=kua884718 ; Stand am 21.09.2016 [3] Kitwood, T. (2008): Demenz. Der person-zentrierte Ansatz im Umgang mit verwirrten Menschen. Bern, Huber [4] Wilkening, K. (1998): Wir leben endlich – Zum Umgang mit Sterben, Tod und Trauer. 2. Auflage, Göttingen [5] Wilkening, K.; Ohnsorge, K. (2007): Gestaltungsmöglichkeiten am Lebensende. In: Robert Bosch Stiftung (Hrsg.) Ethik und Recht, Reihe: Gemeinsam für ein besseres Leben mit Demenz, S. 99–116 [6] https://www.deutsche-alzheimer.de/ unser-service/archiv-alzheimer-info/ demenz-und-migration.html


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»Er fühlte eine warme Hand in der seinen, die streichelnd Verständnis und Geborgenheit vermittelte. Seit einiger Zeit – er konnte für sich nicht ausmachen, seit wann und wie lange – spürt er eine unruhige Rastlosigkeit, die sich in seinem Inneren abspielt. Die körperliche Rastlosigkeit war schon lange vorbei. Diese Hand, sie gehörte zu einer ihm irgendwie vertrauten Person, die mit freundlicher, ruhiger Stimme immer wieder in seiner Nähe ist und auch Fragen beantwortet, die er nur andeuten konnte mit kurzen kleinen Sätzen und einzelnen Wortfetzen sowie Lauten. Sie war irgendwie in der Lage aus seinem Gesicht die sich verändernden Stimmungen wie Hoffnung, Angst oder Ratlosigkeit zu lesen und zu verstehen. Durst, Hunger, Schmerzen, ungeäußerte Fragen – meistens – konnte er von ihr Hilfe erwarten. Sie schien ihn zu verstehen in seiner Welt, in die er sich so oft eingeschlossen fühlt. Da passierte etwas mit ihm, etwas Dunkles, Ungewisses kam auf ihn zu, er fühlte seine Kräfte schwinden, hatte Angst dorthin abzusinken. Aber wenn sie da war sah er ein warmes Licht manchmal. Schutz und Halt in einer ihm immer fremder werdenden Welt – er suchte beides eine lange Zeit und manchmal fühlte er, dass ihm dies gegeben wurde. Ja sogar Geborgenheit …« Jemand … (die Pflegeperson) war für ihn da …

Sterben demenzkranke Menschen anders?

Palliative Pflege bei Menschen mit Demenz


Pflege

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Gudrun Lippert-Weiss

W as b r au c h e n M e n s c h e n m i t D e m e n z u n d was i s t a n d e r s, w e n n s i e s t e r b e n d s i n d Lt. Dr. Christoph Held (»Drei Welten Modell«) erleben Menschen mit Demenz Phasen kognitiver Erfolglosigkeit, Ziellosigkeit und Schutzlosigkeit. Dies verlangt von betreuenden Institutionen und Personen die Gestaltung eines speziell fördernden, aber auch eines beschützenden Milieus und eine Beziehungsgestaltung, die Menschen mit Demenz ein Gefühl der Akzeptanz, Sicherheit und Geborgenheit vermitteln, sie verstehend fördert ohne sie zu überfordern. Pflegende und Betreuende können das Wohlbefinden von an Demenz erkrankten Menschen stärken, indem sie in seine Erlebniswelt eintreten, Verstehen und Verständnis entwickeln und ihn haptisch, aber auch seelisch unterstützen. Ein Ansatz von verstehender Begegnung ist dabei die personzentrierte Vorgehensweise nach Tom Kitwood, die von dem Verständnis ausgeht, dass das »Ich« des demenzerkrankten Menschen (die Person und Persönlichkeit) im Verlauf der Erkrankung zwar vielen Krisen, Defiziterlebnissen und Veränderungen ausgesetzt ist, dabei mehr und mehr Funktionen verlernt und Zusammenhänge vergisst, aber bis zum Schluss den Anspruch hat, (an) erkannt zu werden. Eine Maxime, die jedem Handeln zu Grunde liegen muss und ethische Verpflichtung bedeutet.

Foto: privat

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Demenzkranke Mensc hen benöt igen » u m h ü l l e n d e « ( pa l l i at i v e ) U m w e lt b e d i n g u n g e n Gerade im letzten Stadium der Krankheit mit starken geistigen und körperlichen Einbußen sind Menschen mit Demenz emotional verletzlich und auf »umhüllende« (palliative) Umweltbedingungen angewiesen. Die personzentrierten, mäeutischen Ansätze in Pflege und Betreuung stellen eine direkte Verbindung zu den Leitsätzen und Zielen von »Palliative Care« dar – eine Übertragung von Grundüberzeugungen und darauf aufbauenden Handlungen ist möglich. D e f i n i t i o n u n d V e r s t ä n d n i s pa l l i at i v e r P f l e g e ( Lt. W HO - D e f i n i t i o n ) »… ist die wirksame, ganzheitliche ›care‹ von Patienten, deren Krankheit nicht mehr kurativ behandelbar ist. Dabei stehen die erfolgreiche Behandlung der Schmerzen und weiterer Symptome sowie die Hilfe bei psychologischen, sozialen und seelsorgerischen Problemen an erster Stelle. Das Ziel von palliative care ist, die bestmögliche Lebensqualität für Patienten und deren Familien zu erreichen.« Die Würde eines jeden Menschen und seine Einzigartigkeit werden im Leben und über den Tod hinaus geachtet, seine Autonomie wird respektiert und unterstützt. Im Unterschied zu Krebserkrankungen, bei denen teils genaue Prognosen gestellt werden können, ist der Tod bei Demenzerkrankungen schwierig vorauszusehen. Hinzu kommt, dass die verbale Kommunikation mit der an Demenz erkrankten Person in der Sterbephase nur eingeschränkt bis gar nicht möglich ist.

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Kolumnentitel Pflege

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Palliative Pflege bei Demenz beginnt jedoch nicht erst mit dem Sterbeprozess, sondern ist dem Wesen nach auch in vorangehenden Phasen eine dem demenzkranken Menschen zugewandte Herangehensweise. Die konzeptionellen Ansätze finden Entsprechung und Ergänzung in weiteren bewährten Konzepten für Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz (Validation nach Feil/ Richards, personzentrierte Pflege nach Kitwood, Mäeutik nach Cora van der Kooij etc.). Sterben an Demenz erkrankte Mensc hen anders Nein, auch Menschen mit Demenz sterben individuell einzigartig. ›› Einige ahnen, dass der Tod naht, öffnen in der letzten Stunde ängstlich ihre Augen, wehren ihre Todesangst ab, drücken ihr Gefühlschaos und ihre Bedürfnisse mit Blicken, Mimik, Gestik aus. ›› Einige verstehen Vieles, was gesprochen wird, selbst im Koma. ›› Einige sind ansprechbar, antworten verblüffend klar, warten auf Angehörige, die sie jetzt wieder erkennen, weil sie die Nähe vertrauter Personen brauchen und das Alleinsein fürchten. ›› Einige nehmen das emotionale Beziehungsklima bis zuletzt wahr, sie bekommen durchaus etwas mit, d. h. sie vegetieren nicht. ›› Einige spüren die Hilflosigkeit der Begleiter, sind aber auf diese angewiesen, wenn sie die passenden Worte nicht finden. ›› Einige erleben das Sterben als Schwerstarbeit, schwitzen stark und sehnen sich nach Erlösung von der Qual. ›› Einige ahnen, dass sie bald sterben werden. Sie können hilflos wütend reagieren oder fühlen sich existenziell bedroht, werden aggressiv verzweifelt, wenn sie sich nur noch als Last fühlen oder beschuldigen andere.  (Quelle: Grond, Erich: Palliativpflege bei Demenz,  Schlütersche, Han. 2009, S. 30 f)

D i e R o l l e d e r ( p r o f e ss i o n e l l ) P f l e g e n d e n Pflegende nehmen in der Versorgung von Palliativpatienten eine tragende Rolle ein. Durch den engen Kontakt zum Patienten und seinen Angehörigen nehmen sie Bedürfnisse, Symptome, Verluste und Leiderfahrungen wahr und leiten notwendige Maßnahmen ein. Fa z i t Demenzkranke Menschen benötigen in besonderem Maße Zuwendung, Achtsamkeit und Kontinuität in der Begleitung, auch und insbesondere in der Sterbephase. Es gilt, das Wissen und verstehende Begleiten von sterbenden Menschen mit Demenz fördern. Hauptansatzpunkte sind ›› Wissens- und Kenntnisvermittlung zu palliativer Pflege im Allgemeinen und insbesondere im Hinblick auf Demenz für Pflege- und Betreuungspersonen. ›› Entsprechende Information der breiten Öffentlichkeit zu Anforderungen und Möglichkeiten der Organisation und Realisierung palliativer Pflege insbesondere auch bei Demenz. ›› Weiterführung der Ansätze zu Aufklärung und Unterstützung pflegender Angehöriger. ›› Verbesserte Leistungen des Gesundheitswesens zur Unterstützung palliativer Pflege und palliativ Pflegender im Heim und Daheim. ›› Weiterer Auf- und Ausbau von Beratungsstellen, von spezialisierten ambulanten Palliativdiensten und Hospizangeboten. ❚

Literatur: Grond, Prof., Erich: Palliativpflege bei Menschen mit Demenz. Schlütersche, Han. 2005 Held, Dr., Christoph: » Drei Welten Modell« in Qualitätshandbuch des KDA, »Leben mit Demenz« Van der Kooij, Cora: Das mäeutische Pflege- und Betreuungsmodell: Darstellung und Dokumentation, Huber 2010 Bausewein, C. et al: Leitfaden Palliativmedizin, Palliative Care, 3. Auflage, Urban&Fischer, München 2007

Um ein würdevolles Sterben dieser Menschen zu ermöglichen, müssen Symptome frühzeitig erkannt und die bestmöglichen pflegerischen Maßnahmen ausgewählt werden. Wie die dafür notwendigen Entscheidungsprozesse ablaufen, beeinflusst die Qualität der Versorgung in der Sterbephase. W as da r f e i n a n D e m e n z e r k r a n k t e r M e n s c h i n d e r S t e r b e p h as e e r wa r t e n ›› Eine vertraute Person, die auch ohne Worte versteht, was wichtig ist, ›› die sorgsam pflegt und behütet, ›› die einfühlsam quälende Symptome wie Schmerz, Durst, Übelkeit, Angst herausfindet, zur Linderung beiträgt, ›› die tröstet, die vertraute Rituale findet und nutzt, ›› die Wünsche herausfindet und diese so weit wie möglich erfüllt. ›› Nonverbale und basale Kommunikation. ›› Sicherheit und Geborgenheit. ›› Intensive Betreuung bei Unruhe, Angst, Schmerzen und Verhaltensstörungen.

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Es gilt, den Eintritt in den Sterbeprozess bei Menschen mit Demenz zu »erspüren«, weil wir oftmals nicht genau wissen, wann er tatsächlich eintritt.

Menschen schützen. Werte bewahren.

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Foto: Erika Pircher

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Dr. Ayse Cicek

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Diplompflegewirtin (FH) Master of Science Gesundheitsmanagement Am Waldrand 40 81377 München Mobil: 0174/617 50 91 E-Mail: ayse-cicek@gmx.de www.aysecicek.de

im Umgang mit Sterbenden in der Pflege kommen die Menschen immer weniger mit Sterbenden und dem Tod in Berührung. Desto mehr muss die professionelle Pflege z. B. in Krankenhäusern, Pflegeheimen und häuslichen Pflegediensten den Bereich der Palliativ- und Hospizversorgung übernehmen. Aufgrund der bestehenden finanziellen und strukturellen Defizite und um die Versorgung von Schwerstkranken zu verbessern wurde am 15.11.2015 das Gesetz zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung (HPG) beschlossen.

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ie Mehrheit von Schwerstkranken stirbt in Krankenhäusern in nicht für Palliativversorgung spezialisierten Stationen. Die Pflegenden und Angehörigen von Schwerstkranken in der letzten Phase ihres Lebens stehen nachweislich, sei es in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder auch in der häuslichen Pflege, unter besonderen psychischen und seelischen Belastungen. Aus eigener Erfahrung als ehemalige Pflegemitarbeiterin hat die Autorin die Situation als 17-jährige Auszubildende erstmals erlebt, sterbende Menschen zu begleiten. Im vorliegenden Kontext betraf dies sowohl kognitive Verstehensprozesse als auch und vor allem emotionale Verarbeitungsprozesse: Die Erinnerung an eine 87-jährige Patientin mit Finalprognose, die auf der Station sehr beliebt war. Das gesamte Team hoffte damals, dass der Exitus nicht in der eigenen Schicht stattfinden würde, geschweige denn, die Patientin als Pflegende zu finden. Der Autorin dieses Beitrages sind die Gefühle der Machtlosigkeit und der ungewohnten emotionalen Belastung bei diesem ersten Todesfall im beruflichen Kontext noch sehr präsent. Dies und ein aktuell in Entwicklung befindliches Forschungsprojekt waren ausschlaggebend für die Fragestellung, wie wir als Pflegende mit dem Sterben und mit Sterbenden umgehen? In unserer Gesellschaft war früher der Umgang mit Sterbenden und dem Tod eher vertraut. Die Angehörigen haben z. B. dem Sterbenden beigestanden oder persönlich mit Berührungen im offenen, aufgebahrten Sarg Abschied genommen. Da sich solche Verabschiedungen und Begleitungen von Schwerstkranken immer mehr in die professionellen Bereiche verschieben,

G r u n d l e g e n d e V e r ä n d e r u n g e n du r c h d i e Einführung des Gesetzes zur Hospiz- und Pa l l i at i v v e r s o r g u n g ›› Im Rahmen des Beschlusses sind im vertragsärztlichen Bereich zusätzlich vergütete Leistungen für die Hospiz- und Palliativversorgung entschieden worden. Diese ermöglichen den stationären Pflegeeinrichtungen, ihren Bewohnerinnen und Bewohnern eine individuelle Versorgungsplanung anzubieten. Somit wird eine umfassende medizinische, pflegerische, psychosoziale und seelsorgerische Betreuung in der letzten Lebensphase für die Bewohner gewährleistet. ›› Darüber hinaus wird die Palliativversorgung im Bereich häuslicher Krankenpflege ebenfalls erweitert. Die Richtlinie über die Verordnung häuslicher Krankenpflege zu Leistungen der Palliativpflege wird deutlicher definiert. ›› Zudem wird die finanzielle Ausstattung stationärer Kinderund Erwachsenen-Hospize mit der Erhöhung des Mindestzuschusses der Krankenkassen und der künftigen Übernahme von 95 Prozent der zuschussfähigen Kosten verbessert. ›› Die beschlossenen eigenständigen Rahmenvereinbarungen für stationäre Kinderhospize stellt eine weitere Verbesserung der Hospizkultur und Palliativversorgung dar. Das Hospiz- und Palliativversorgungsgesetz beinhaltet in mehreren Bereichen – strukturell wie finanziell – Verbesserungen für die spezialisierte Hospiz- und Palliativpflege. Die Mehrheit  ››


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der Schwerstkranken sterben nicht auf Palliativstationen und haben andere schwere Erkrankungen, weshalb sie nicht direkt von den Gesetzesänderungen profitieren. Es handelt sich dabei z. B. um neurologische Erkrankungen mit Todesfolge wie Schlaganfall, multiple Sklerose (MS), Morbus Parkinson oder Demenz1. Auch bei kardiopulmonalen Erkrankungen erhalten die Patienten selten eine adäquate Palliativversorgung2. Generell haben Patienten mit nicht-onkologischen Erkrankungen weniger Möglichkeiten palliativmedizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen3. Bezüglich des Umgangs mit Sterbenden in der Pflege zeigt die bundesweite Studie der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS, NGes = 973 aus 158 dt. Palliativstationen), dass vor allem die nicht-erfüllten Ansprüche der Palliativmedizin sowie die Beziehung zwischen Pflegenden und Patienten auf Palliativstationen die Pflegenden sehr belasten. Insbesondere werden als Hauptbelastungsgründe zu je einem Viertel mangelndes Zeit- und Personalmanagement, mangelnde medizinische sowie mangelnde psychosoziale Betreuung genannt4. Dies verdeutlicht bereits, dass selbst Pflegende mit palliativer Fortbildung in der Praxis an ihre Grenzen kommen. Für Pflegende ohne palliative Fortbildung sind darüber hinaus die Gefährdungspotenziale psychischer Überbelastung weitaus höher. Diesbezüglich werden als weitere Belastungen von Pflegenden im Umgang mit Schwerstkranken beispielsweise Stressoren wie Angst, Aggressivität, Depression und Schuldgefühle erwähnt5, die zu adäquaten, berufsbedingten psychischen und psychosomatischen Reaktionen führen.

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M e t h o d i k : D o k u m e n t e n a n a ly s e m i t Ko d i e r u n g e n Im vorliegenden Fall der Frage nach der Situation von Pflegenden im Umgang mit Sterbenden in der Pflege wurde ein qualitatives Untersuchungsdesign angewandt: Hierbei handelt es sich um eine Dokumentenanalyse, die mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet wurde. Nach Mayring ist das Ziel der qualitativen Inhaltsanalyse die »Analyse von Material, das aus irgendeiner Art von Kommunikation stammt«6. Da die Inhaltsanalyse nach Mayring aber nicht nur die Inhalte der Kommunikation zum Gegenstand hat, sollte die Inhaltsanalyse daher eher als »kategoriengeleitete Textanalyse« bezeichnet werden6. Darüber hinaus werden dieser Methode folgende Aspekte und Aufgaben zugeschrieben: »Kommunikation analysieren«, »fixierte Kommunikation analysieren«, »systematisch vorgehen«, »regelgeleitet vorgehen«, »theoriegeleitet vorgehen«, und »das Ziel verfolgen, Rückschlüsse auf bestimmte Aspekte der Kommunikation zu ziehen«6. Nach einer ersten Dokumentenanalyse, die mit eigenen Erfahrungen im Praxisfeld trianguliert wurde (Actionfield Research nach Kurt Lewin), haben sich folgende zwei Fragenstellungen herauskristallisiert: 1. Welche Gründe gibt es für die Entstehung der Belastungen von Pflegenden im Krankenhaus im Umgang mit Schwerstkranken? 2. Welche Möglichkeiten bestehen, um diese Situation zu verbessern?


Pflege

Pflege in Bayern 04.2016

Als Basismaterial wurden Studien, Interviews und Publikationen aus dem Pflegebereich in Deutschland zugrunde gelegt. Ein wichtiger Schritt der qualitativen Inhaltsanalyse ist die Bildung von Kategorien bzw. eines Kategoriensystems mit deren Hilfe versucht wird, »die Ziele der Analyse in Kategorien zu konkretisieren. Das Kategoriensystem stellt das zentrale Instrument der Analyse dar. Dieses System ermöglicht das Nachvollziehen der Analyse für andere, die Intersubjektivität des Vorgehens. Die qualitative Inhaltsanalyse wird dabei ein besonderes Augenmerk auf die Kategorienkonstruktion und -begründung legen«6. Dabei haben sich folgende Kategorien gebildet: ›› Ausbildungsbedingte und organisatorische Einflussfaktoren ›› Mangelnde Fortbildung/Weiterbildung von Pflegepersonal ›› Mangelndes Zeit- und Personalmanagement Generell ist es Ziel einer qualitativ inhaltlichen, strukturierenden Analyse »bestimmte Themen, Inhalte, Aspekte aus dem Material herauszufiltern und zusammenzufassen. Welche Inhalte aus dem Material extrahiert werden sollen, wird durch theoriegeleitet entwickelte Kategorien und (sofern notwendig) Unterkategorien bezeichnet«6. Bei der durchgeführten Analyse wurden im weiteren Verlauf des zweiten Dokumentendurchgangs keine weiteren Unterkategorien gebildet.

Literatur 1 Gerhard, C. (2009): Palliativbetreuung bei neurologischen Erkrankungen. Verfügbar unter: http://www.palliativ-portal.de/images/pdf/astup_neuro.pdf. (Zugegriffen: 23. 09. 2016) 2 Gerhard, C. (2015): Herzinsuffizienz und COPD, 
Palliativversorgung bei kardiopulmonalen Erkrankungen. In: Schmerzmedizin, 31/1 3 Bausewein, C. (2014): Ärztezeitung Online 04.2014. Verfügbar unter: http://www.aerztezeitung. de/politik_gesellschaft/sterbehilfe_begleitung/article/859753/palliativmedizin-nichtonkologische-patienten-nachsehen.html (Zugegriffen: 23. 09. 2016)

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E r g e b n i ss e d e r A n a ly s e Im Hinblick auf den Umgang von Pflegenden mit Schwerstkranken haben sich die ausbildungsbedingten und organisatorischen Einflussfaktoren bestätigt. Die Arbeitsbedingungen in nicht palliativen Einrichtungen erhöhen die ohnehin zu hohe Belastung auf die Pflegenden, die sich z. B. in Ängsten, Aggressivität, Depression und Schuldgefühle äußern können. Darüber hinaus haben sich die unzureichende medizinische Versorgung der Schwerstkranken und die mangelnde psychosoziale Betreuung der Pflegenden als weitere Belastungsfaktoren herauskristallisiert. Das Fehlen von speziellen Kenntnissen und Fähigkeiten im Umgang mit schwerstkranken Patienten stellt für das Pflegepersonal in nicht palliativen Einrichtungen eine weitere große Herausforderung dar. Fa z i t f ü r d i e P r a x i s Folgende Anregungen für die Praxis können gegeben werden: ›› Bewusstmachung der rollenspezifisch distanzierten Situation der Pflegenden hinsichtlich des emotionalen Umgangs mit Palliativpatienten ›› Einräumen von mehr Zeit im Pflegealltag mit Palliativ­ patienten ›› Regelmäßiger Erfahrungsaustausch zwischen Pflegeteam­ mitgliedern nach dem Exitus von Palliativpatienten ›› Frühzeitiges Organisieren von Palliativversorgung (aktuell primärer Fokus auf onkologische Indikationen) ❚

4 Müller, M. et al. (2009): Wie viel Tod verträgt das Team? Eine bundesweite Befragung der Palliativstationen in Deutschland. In: Der Schmerz, 23: 600-608 5 Schaub, M. (1994): Psychologie für die Pflegeberufe. Berlin u. a. 6 Mayring, P. (2010): Qualitative Inhaltsanalyse. Grundlagen und Techniken. 11. Aufl., Weinheim

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Pflege

Pflege in Bayern 04.2016

Hospiz- und Palliativgesetz 2016 Finanzierung der gesundheitlichen Vorsorgeplanung für Heimbewohner

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er flächendeckende Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung in allen Teilen Deutschlands ist Ziel des Hospiz- und Palliativgesetzes (HPG). Es geht darum, die Betreuung schwerstkranker Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu verbessern – sei es zu Hause, im Krankenhaus, im Pflegeheim oder im Hospiz. Haus- und Fachärzte erhalten mehr Möglichkeiten, sich gemeinsam mit Pflegediensten um schwerstkranke und sterbende Menschen zu kümmern; die Krankenkassen müssen dafür zusätzliches Geld bereitstellen. Darüber hinaus soll die spezialisierte ambulante Palliativversorgung vor allem im ländlichen Bereich ausgebaut und Hospize finanziell besser ausgestattet werden. Für die Pflege in vollstationären Einrichtungen ist dabei u. a. der §132g SGB V, der die gesundheitliche Vorsorgeplanung für die letzte Lebensphase aufgreift, von Bedeutung. Hier wurde die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass Pflegeheime ihren Bewohnern eine Versorgungsplanung zur individuellen und umfassenden medizinischen, pflegerischen, psychosozialen und seelsorgerischen Betreuung in der letzten Lebensphase organisieren und anbieten können. Diese Beratung und Begleitung ist bereits Bestandteil des pflegerischen Alltags in Altenheimen, nun soll dieses Beratungsangebot von den Krankenkassen finanziert werden. Ein individuelles und ganzheitliches Beratungsangebot über Hilfen und Angebote kann die Angst schwerstkranker Patientinnen und Patienten und Pflegebedürftigen vor Unbekanntem und schwerem Leid in der Sterbephase mindern. Zugleich können gute Koordination und Kooperation dem Wunsch der Betroffenen nach Selbstbestimmung bis zuletzt und Vermeidung ungewollter Behandlungen Rechnung tragen.

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Pflege

Pflege in Bayern 04.2016

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Foto: privat

Vollstationäre Pflegeeinrichtungen die ein Angebot zur individuellen gesundheitlichen Vorausplanung insbesondere für die letzte Lebensphase vorhalten, das Bewohnerinnen DaGmar Grabner und Bewohner auf freiwilliger Basis nutzen können um umReferentin Altenhilfe/Pflege fassend informiert zu sein und – unterstützt durch profesAWO Landesverband Bayern e.V. Tel.: 089/54 67 54 - 123 sionelle Beratung – selbstbestimmt über BehandlungsE-Mail: dagmar.grabner@awo-bayern.de und Versorgungsmöglichkeiten entscheiden zu können. Vollstationäre Pflegeeinrichtungen erhalten als Anreiz zur Etablierung und zum Unterhalt eines Angebots zur individuellen gesundheitlichen Vorausplanung am Lebensende zusätzliche Finanzmittel. Dieses Beratungsangebot wird aufgrund der im Mittelpunkt stehenden medizinischen und versorgungsrelevanten Fragestellungen durch die gesetzliche Krankenversicherung (gkv) finanziert werden. Das individuelle Beratungsangebot zur gesundheitlichen Vorausplanung am Lebensende soll › auf Wunsch und Willen der Pflegebedürftigen bzw. Patientinnen und Patienten auf medizinische Abläufe eingehen, › Notfallszenarien thematisieren, › Hilfen und Angebote zur palliativmedizinischen, palliativpflegerischen Begleitung und psycho-sozialen Begleitung während des Sterbeprozesses unter möglicher Hinzuziehung der Angehörigen aufzeigen. Dabei ist von folgenden Grundsätzen auszugehen: › Pflegeeinrichtungen können ein solches Beratungsangebot selbst organisieren oder müssen ein solches Beratungsangebot durch Kooperation und Vernetzung mit regionalen Beratungsangeboten (z. B. ambulante Hospizdienste oder stationäre Hospize, SApv-Teams) sicherstellen. › In die individuelle Beratung des Patienten ist insbesondere sein Hausarzt oder ein Palliativmediziner einzubeziehen. › Das Beratungsangebot ist in Intervallen wiederholbar und nach Möglichkeit mit Einbeziehung der Angehörigen zu gestalten. › Durch Kooperation und Vernetzung mit regionalen Betreuungs- und Versorgungsangeboten ist zudem sicherzustellen, dass eine umfassende medizinische, pflegerische und hospizliche Betreuung – entsprechend der individuell erfolgten Vorausplanung – gewährleistet ist (Einbeziehung der regionalen Versorger einschließlich der Rettungsdienste und Krankenhäuser).

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Die Beratung erfolgt auf freiwilliger Basis und es besteht kein Rechtsanspruch des Versicherten für eine gesundheitliche Versorgungsplanung. Die stationäre Einrichtung kann also ein solches Angebot vorhalten, muss aber nicht. Mit Spannung wird nun erwartet wie die Verhandlungen der Kostenträger der Vorsorgeplanung, also die Krankenkassen, die Bedingungen für die Finanzierung mit den Leistungserbringern verhandeln. Dabei geht es u. a. auch um die Frage wer die Beratungen durchführen soll. Aus fachlicher Sicht kann diese Beratung im Sinne der konsequenten Umsetzung der Bezugspflege nur von Pflegefachkräften durchgeführt werden. Andere Akteure in den Heimen ohne direkten Bezug zu den Bewohnern können dieses sensible Thema in der Regel nicht kommunizieren, da ihnen der entsprechende Zugang fehlt. Jedoch können Multiplikatoren wie Palliativ-Care-Fachkräfte den Beratungsprozess begleiten und die Pflegenden unterstützen. ❚

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Pflege

Pflege in Bayern 03.2016

Ethisch diskutieren – ethisch denken – ethisch handeln Ethische Entscheidungskultur in der Betreuung, Begleitung und Pflege von Menschen mit Demenz In unserer gerontopsychiatrischen Spezialeinrichtung südlich von München betreuen wir seit etwa 13 Jahren ausschließlich Menschen mit Demenz. Unser 4-Säulen-Konzept stellt den Menschen mit seinen Bedürfnissen nach selbstbestimmter Alltagsgestaltung, viel Bewegung, Licht und Farbe sowie ethischer Entscheidungskultur in den Mittelpunkt.

»Hr. D. zeigt ein deutliches Bedürfnis nach Nähe und Zärtlichkeit. Dürfen wir für ihn eine Sexualbegleiterin organisieren, obwohl ihm nicht klar ist, dass es sich um eine bezahlte Dienstleistung handelt?«

»Fr. M. trägt seit einer Woche Tag und Nacht die gleiche Kleidung. Sie möchte sich auch nicht waschen lassen …«

Ethik = Die Frage nach dem guten und richtigen Handeln: »Was soll ich tun?«

L

etzteres haben wir in diesem Jahr implementiert. Und zwar genau dort, wo sie gebraucht wird und hingehört: Nicht auf Trägerebene, sondern ganz nah am Menschen – in der Einrichtung selbst. Angefangen von der Beratung einzelner Mitarbeiter im Alltag in Form von vertraulichen Gesprächen oder Tür-Angel-Gesprächen finden regelmäßig und anlassbezogen ethische Fallbesprechungen statt. Können Fragen auf diesen Ebenen nicht geklärt werden oder sind die Fragen eher allgemeingültig, werden sie an das Ethikkomitee weitergeleitet. Alle am Bewohnerprozess beteiligten Personen wie Angehörige, Betreuer, Ehrenamtliche, Haus- und Fachärzte oder Mitarbeiter aller Professionen haben die Möglichkeit sich an das Komitee zu wenden.

e t h i k b e r At U n g i n D e r S tAt i o n ä r e n A lt e n h i l f e iSt eher ein novUm. WArUm iSt Sie UnS Aber beSonDerS Wichtig? Die Gestaltung des Alltags von Menschen mit Demenz in unserer stationären Einrichtung stellt hinsichtlich der Lebensqualität in Bereichen wie Selbstbestimmtheit und Freiheit eine große Herausforderung für Mitarbeitende dar. In Belangen ethischer Konflikte oder Entscheidungssituationen gilt es immer wieder aufs Neue ganz individuelle Lösungen für aktuelle Probleme zu finden. Hier bietet das Komitee seine Hilfe an. Es dient Angehörigen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Demenz-Zentrums Wolfratshausen als Ansprechpartner und Orientierungshilfe und stellt sicher, dass ethische Fragen im Hause


wahr und ernst genommen werden. Gleichzeitig stellt es die mutmaßliche Bewohnerperspektive bei Entscheidungen in den Vordergrund. Mit Hilfe des Komitees können ethische Fragen in der Betreuung und Pflege interdisziplinär und berufsgruppenunabhängig thematisiert und so die moralische Kompetenz vor Ort gestärkt werden. Damit trägt die Ethikberatung einerseits zur Identitätsbildung innerhalb des Hauses bei, andererseits dient es der Darstellung unserer Hausphilosophie gegenüber Angehörigen, Betreuern und der interessierten Öffentlichkeit. Neben der Beratung dient das Komitee der Leitlinienentwicklung der Erhebung des Fortund Weiterbildungsangebots im Hause. Ethische Fragen sind beispielsweise der Umgang mit selbstbestimmtem Verhalten in Bezug auf sexuelle Bedürfnisse, Verweigerungsverhalten in der Körperpflege, Einnahme von Medikamenten, freiheitsentziehenden Maßnahmen und vor allem sogenanntem »herausforderndem« Verhalten wie etwa andauerndes lautes Rufen oder selbst- und fremdgefährdendes Verhalten. Um unser eigenes Handeln zu hinterfragen und vor allem auch um Mitarbeitende in der Pflege und Betreuung in der Entscheidungs- und Lösungsfindung zu unterstützen, haben wir ein Ethikkomitee eingerichtet, das sich nicht nur aus Mitarbeitern des Hauses, sondern auch aus vier externen Mitgliedern zusammensetzt. Das Komitee wie auch die Fallbesprechungen dienen der gemeinsamen Entscheidungsfindung – es ergibt sich eine Empfehlung, die von der verantwortlichen Person umgesetzt werden kann. Die Entscheidungsverantwortung bleibt immer bei der zuständigen Fachkraft. S t r U k t U r D e r e t h i k b e r At U n g Das Ethikkomitee ist ein Beratungsgremium des AWo Seniorenzentrums, das nach seinem Selbstverständnis nicht an Weisungen der Einrichtungsleitung oder des Trägers gebunden ist. Seine Mitglieder sind bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben unabhängig und nicht weisungsgebunden. Sie sind in ihren Äußerungen und Entscheidungen weder ihrer Berufsgruppe noch der Einrichtung verpflichtet, sondern allein ihrem Gewissen. Neben den vier externen Mitgliedern verschiedener Berufsgruppen umfasst das Gremium drei interne ständige Mitglieder: Die Einrichtungsleitung als stellvertretender Vorsitzender, die Sozialdienstleitung und Ethikberaterin als Vorsitzende sowie die Pflegedienstleitung. Zudem werden Mitarbeitende aus Betreuung und Pflege zu den Sitzungen hinzu gebeten. Während einer Sitzung spielen Hierarchien keine Rolle – alle Teilnehmer begegnen einander auf Augenhöhe und alle Beiträge sind von gleicher Bedeutung und Tragweite hinsichtlich der Lösungsfindung.

Pflege in Bayern 04.2016

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Foto: privat

Pflege

Gabi sTrauhaL Dipl. Sozialpädgogin (FH) Leitung Sozialdienst AWO Demenz Zentrum Paradiesweg 18 82515 Wolfratshausen E-Mail: gabriele.strauhal@sz-wor.awo-obb.de

Eine Sitzung der Ethikberatung dauert in der Regel etwa 45 bis 60 Minuten und folgt immer der gleichen Struktur. Wir arbeiten nach der Prinzipienethik von Tom L. Beauchamp & James F. Childress. Die Frage nach dem richtigen Handeln beantworten wir anhand der sogenannten Güterabwägung. Die vier Prinzipien umfassen das Selbstbestimmungsrecht des Menschen mit Demenz (respect for autonomy), das Prinzip der Schadensvermeidung (nonmaleficence), die Fürsorge (beneficence) und die soziale Gerechtigkeit (justice). Generell sind diese Güter einander gleichwertig. In der ethischen Entscheidungsfindung wird diskutiert, welches Gut dem anderen gegenüber im Einzelfall überwiegt und welches richtige Handeln sich daraus ergibt. Ein Perspektivwechsel aller Teilnehmer erleichtert die Erkenntnis über den mutmaßlichen Bewohnerwillen. güterAbWägUng – WelcheS gUt überWiegt? › Respekt vor Autonomie: Selbstbestimmtheit des Bewohners/ der Bewohnerin respektieren und so weit als möglich zulassen. › Schadensvermeidung: Wie gelingt es, den Schaden für die Bewohnerin/den Bewohner möglichst gering zu halten (besonders in Dilemmasituationen)? › Fürsorge: Komme ich meiner Pflicht, den Bewohner/die Bewohnerin in jeder Hinsicht gut zu versorgen noch nach? › Gerechtigkeit: Ist mein Handeln ihm und ggf. anderen BewohnerInnen oder MitarbeiterInnen gegenüber vertretbar und gerecht? ❚


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Pflege

Pflege in Bayern 04.2016

Den Menschen erkennen S

Die Lebensanalyse

eit einigen Jahren hat sich in der Altenhilfe ein neues Instrument entwickelt, mit dem man aus einer guten Biografie heraus erklären kann, warum sich alte Menschen so verhalten wie sie sich verhalten und warum sie genau die Charakterzüge zeigen, die sie zeigen. Auch ist es darüber hinaus möglich, herausforderndes Verhalten zu erklären und Verhaltenspläne zu machen, die dem herausfordernden Verhalten begegnen und dieses ändern. Das Instrument heißt bio-psycho-soziale Hypothese und basiert auf Erkenntnissen aus der Neurowissenschaft. Eine Hypothese ist eine begründete Vermutung, die das Verhalten oder den Charakter oder das herausfordernde Verhalten eines Menschen erklären soll. Man könnte das Instrument auch Lebensanalyse nennen. Hinter dem Instrument steht ein neues neurowissenschaftlichpsychologisches Menschenbild. Nach diesem Menschenbild nehmen die Ereignisse des Lebens (soziale) über komplizierte epigenetische Vorgänge Einfluss auf die biologischen Beziehungssysteme

(bio) im Gehirn. Aus den geformten Funktionsweisen der Beziehungssysteme entstehen dann die psychologischen (psycho) Verhaltensmuster des Menschen. Der Fachbegriff für diese Formungen ist neuronale Plastizität, die in den frühen Lebensjahren eines Menschen sehr hoch ist und sich in späteren Jahren etwas abschwächt, aber erhalten bleibt sie bis ins höchste Alter. Dies bedeutet, dass auch ältere Menschen noch »formbar« sind. Alle Emotionen und auch die Ursachen für das psychologische Verhalten von Menschen entstehen durch sehr frühe oder auch spätere Formungen im limbischen System, das man auch das Emotionszentrum des Gehirns nennen kann. Es besteht aus verschiedenen Regionen des Gehirns. Das Bindungs- und Vertrauenssystem wird im Wesentlichen durch den Hypothalamus und das Hormon Oxytozin vermittelt. Affekte wie Angst, Neugier, Freude, Ekel oder Überraschung werden durch die Mandelkerne erzeugt. Die Mandelkerne erzeugen auch den Feind der Menschen, den Stress. Sie spielen auch bei der

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Pflege

Pflege in Bayern 04.2016

Rüdiger Bauer Krankenpfleger für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Master of social work Leiter IBI-Institut E-Mail: ruediger.bauer @beziehungspflege.de

B i o - p s y c h o - s oz i a l e H y p o t h e s e, implizite Beziehungspflegeplanung Frau W. geb. 1929, während des Krieges 10–16 Jahre alt, jetzt 86 Jahre Nach der Schilderung der Kindheit und Jugend von Frau W. müssten sich die biologischen und sozialen Systeme, das Bindungs- und Vertrauenssystem, Antrieb- und Motivationssystem sowie Stressbewältigungssystem normal entwickelt haben. Sie erzählt, dass sie in einer Schule mit erster bis achter Klasse war und gern gelernt hat. Auch die Inhalte der oberen Klassen haben sie interessiert. Dies dürfte sich günstig auf ihren Hippocampus ausgewirkt haben, der eine wichtige Rolle in der Stressbewältigung spielt. ››

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Foto: privat

Entwicklung von psychischen Traumen eine sehr große Rolle. Motivation und Antrieb werden durch Dopamin und endogene Opioide in bestimmten Hirnkernen hervorgebracht. Unsere Erinnerungen an all die schönen oder weniger schönen Ereignisse unseres Lebens werden durch eine Hirnstruktur erschaffen, die wir Hippocampus (Seepferdchen) nennen. Die Fähigkeit zur Empathie und die Hemmung aggressiver Impulse oder die Beruhigung der Angst werden durch den Bereich des Gehirns erzeugt, der hinter unserer Stirn liegt. Diese genannten Systeme erfahren Formungen durch die Ereignisse eines Lebens und besonders durch die Beziehung zu den frühen Bezugspersonen eines Menschen. Die bio-psycho-sozialen Hypothesen über die Bewohner werden durch einen Trainer mit einer Gruppe von Mitarbeitern erarbeitet. Die Hypothesen enthalten nicht nur Erklärungen über das Verhalten und die Psyche eines Menschen, sondern sie legen auch einen gemeinsamen Beziehungsplan fest wie die Mitarbeiter sich in der Zukunft z. B. der Bewohnerin gegenüber verhalten sollen. Wenn sich dann das Verhalten der Bewohnerin nach einiger Zeit verändert, dann war die Hypothese (begründete Vermutung) richtig. In vielen Altenhilfeeinrichtungen in Deutschland, Österreich und Slowenien findet dieses Instrument zur Zeit Anwendung und man konnte damit auch sehr »schwierige Fälle« erklären und Beziehungsplanungen festlegen. Nachfolgend möchte ich ein Beispiel für eine bio-psycho-soziale Hypothese darstellen. Das Beispiel ist sehr stark verändert, so dass es den tatsächlichen Ereignissen nicht vollständig entspricht. Auch alle Daten wurden verändert.

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Pflege

Pflege in Bayern 04.2016

Allerdings erzählt sie auch von einigen Angst erzeugenden Erlebnissen. So haben wohl in der Gegend in der sie lebte sehr viele Gewitterereignisse stattgefunden und sie hatte die Aufgabe des Kühehütens. Immer wenn sie auf die Kühe aufpassen musste und Gewitterwolken aufzogen, führte dies bereits zu Gefühlen von Angst. Diese immer wieder kehrenden Angstzustände könnte Frau W. als »mentale Zustände« eingespeichert haben. Sollten diese Zustände öfter in Gang gesetzt worden sein, kann dies die Angst oder die Sensibilität für Bedrohung und Angst immer mehr verstärkt haben. Als sie im März 1945 konfirmiert wurde, hörte sie bereits den Geschützdonner der anrückenden russischen Front, was sicher auch wieder Angst erzeugte. Die Familie, die einen Hof in Pommern bewirtschaftete, flüchtete jedoch nicht und erlebte den Einmarsch der Russen. Was während dieser Zeit mit ihr, sie war damals 15 Jahre alt, geschah, erwähnt sie nicht. Aber man kann durchaus Mutmaßungen über die Ereignisse anstellen. Im Juli 1945 wurde der Familie, die nun für die Russen arbeiten musste, eine polnische Familie zugewiesen, die die Herrschaft auf dem Hof übernahm. Ihnen blieb nur ein kleines Zimmer und sie wurden mit wenig Essen versorgt. Jetzt arbeiteten sie auf dem eigenen Hof für eine andere Familie. Ihre Angst (Stress) war dabei sicher auch sehr groß und die mentalen Zustände von Angst verstärkten sich immer mehr. In der Erzählung ist spürbar wie groß die Verzweiflung und Empörung über dieses Ereignis war. Verzweiflung und Empörung gemischt mit dem Verlust des Eigentums verquicken sich mit Angst und Stress.

Am 8.4.1946 wurde die Familie in Viehwagons mit vielen anderen Menschen deportiert. Alle nahmen an, dass sie nach Sibirien gebracht würden. Hier auch sicher wieder Angst, Panik und Stress verbunden mit Vertreibung. Sie sagt, sie wisse nicht mehr wie sie in diesem dreitägigen, pausenlosen Transport zur Toilette gegangen ist. Es gab keine Toilette. Die Tatsache, dass sie sich an Teile des Transportes nicht mehr erinnern kann, spricht für traumatisches Erleben, weil dadurch teilweise Amnesien entstehen können, obwohl sie sich an den Transport erinnern kann. Die Familie wurde nach A. in die spätere DDR gebracht, wo sie Bauern als Hilfskräfte zugewiesen wurden. Die mentalen Zustände mit Angst und Stress verstärkten sich dabei möglicherweise immer mehr. Mit 16 Jahren besorgte ihre Tante ihr eine Stelle als Hilfskraft in einem Krankenhaus. Dort arbeitete sie bis sie ihren Mann kennen lernte und mit ihm nach P. zog. Mit 29 Jahren heiratete sie ihn. Mit 31 Jahren bekam sie einen Sohn. Dann keine weiteren Kinder mehr. Das Ehepaar arbeitete in einer regionalen Fabrik. Der Vater war wahrscheinlich in der Zwischenzeit mit 57 Jahren gestorben. 1992 starb ihr Mann, sie war damals 63 Jahre alt und beide gemeinsam hatten sie 45 Jahre in der Wohnung in P. gelebt. Nach einem Schwindelanfall ungeklärter Genese stürzte sie 2014 und brach sich einen Arm. Sie war seit 12 Jahren allein in der Wohnung und auch sehr einsam. Nicht selbst gewählte Einsamkeit verursacht bei den meisten Menschen Stress. Aus der Stressforschung ist bekannt, dass neuer Stress nach frühen nicht verarbeiteten stressreichen Ereignissen (und davon hatte sie genug) neuen Stress mit den körperlichen Erscheinungen aus dem frühen

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In Zusammenarbeit mit der Katholischen Stiftungsfachhochschule und der Caritas Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe Bayern e.V. findet 2017 wieder eine gemeinsame Fachtagung am Donnerstag, 9.3.2017 in München statt:

Neues PflegeWISSEN nutzen – Aus der Hochschule für die Praxis I. Robot — I. Care – Möglichkeiten und Grenzen neuer Technologien in der Pflege Vortrag 1:

Technik und Pflege Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, PTHV Vallendar

Vortrag 2:

Akzeptanz EDV-gestützter Pflegedokumentation in der ambulanten und stationären Langzeitpflege Judith Bauer, PTHV Vallendar

Forum 1:

MEESTAR – ein Modell angewandter Ethik im Bereich assistiver Technologien Prof. Dr. Arne Manzeschke, Ev. Hochschule Nürnberg

Forum 2:

Mensch-Technik-Interaktion in der Pflege: Wie Smartphones die ambulante Pflegepraxis (mit) gestalten Sabine Erbschwendtner, MScN, PTHV Vallendar

Vortrag 3:

To get a picture – IT-Unterstützung von Patientenübergängen in der Pflege Prof. Dr. Daniel Flemming, KSFH München

Anmeldung und nähere Informationen unter: Caritas Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe Bayern e. V., Lazarettstr. 1a, 80636 München, Tel. 089/1895189-0, E-Mail: info@caritas-gemeinschaft-bayern.de

www.caritas-gemeischaft-bayern.de


Pflege

Pflege in Bayern 04.2016

Stresserleben wieder erzeugen kann. Dazu könnte auch Schwindel gehören. 2015 stürzte sie wieder nach Schwindel und brach sich den anderen Arm. 17 Stunden lag sie alleine in der Wohnung ohne sich bemerkbar zu machen. Es ist anzunehmen, dass sie durch den Sturz in tiefe Angstzustände geriet, die alte Zustände bei ihr wieder erzeugt haben. Hier könnte die Traumafolge des »Freezing« angenommen werden. Leider wissen wir nicht, in welchem Zustand sie bei diesem Erlebnis angetroffen wurde. Sie wurde wieder im Krankenhaus behandelt. Der Sohn nützte diese Gelegenheit und kündigte die Wohnung, entsorgte die meisten ihrer Sachen und Möbel und brachte sie, ohne ihr Wissen, im Betreuten Wohnen unter. Für Frau W. war das wieder ein Verlust ihres Eigentums und eine Vertreibung aus der Heimat. Die alten mentalen Zustände wurden nun wieder aktiviert. Dies muss für Frau W. großen Stress bedeutet haben und sie hat alle »normalen« Stressreaktionen gezeigt. Sie zog sich sehr stark zurück, war sehr leicht reizbar, wirkte starr, hatte Suizidgedanken. Hypothetisch hat Frau W. ihre traumatischen Erlebnisse in ihrer Kindheit nicht verarbeitet. Nach traumatischen Erlebnissen können die normalen Beziehungsfunktionen der Bindung, der Empathie, des Antriebs mit Menschen zusammen zu sein, verloren gehen. Es könnte sein, dass Frau W. in ihrer Beziehungsgestaltung zu anderen nicht mehr richtig funktionierte und daraus Bindungsstörungen zum Kind entstanden. Die Beobachtung des recht unempathischen Vorgehens des Sohnes mit der Mutter könnte daraus resultieren.

Beziehungsplanung Frau W. muss »entstresst« werden, d. h. wir müssen alle Stress bewältigenden Systeme durch Wechselwirkung in Gang setzen. Sie braucht dazu ein gut vernetztes Stirnhirn. Stirnhirne reagieren auf Interesse einer anderen Person sofort mit Aktivität. Alles was aktiviert wird, hat eine Tendenz dazu, sich zu vernetzen. Sie soll also öfter besucht werden und es sollen kleine Gespräche stattfinden, um sich nach ihren Bedürfnissen zu erkundigen. Der zweite Ansatz zur »Entstressung« betrifft das Oxytozin, das bei Erinnerung an schöne Erlebnisse aus dem Leben eines Menschen aktiviert wird. Oxytozin ist der »Stresskiller« schlechthin. Oxytozin senkt nachweislich den Cortisolspiegel (Cortisol = menschliches Stresshormon) von Menschen erheblich. Auf Nachfrage nach schönen Erlebnissen in ihrem Leben spricht sie über ihre Zeit als Kind bis sie 15 Jahre alt war, sie erwähnt nicht die Geburt des Sohnes oder die Hochzeit mit ihrem Mann. Man sollte oft mit ihr über das Leben auf dem elterlichen Hof sprechen, ihre Aufgaben, die Tiere, die Landschaft ihrer Heimat. Vielleicht einen Bildband besorgen oder Fotos aus dem Internet ausdrucken. E va luat i o n Die Maßnahmen waren dann wirksam, wenn sie nicht mehr so starr in ihrer Mimik wirkt, sich ihre Stimmung aufhellt und sie mehr die Gesellschaft anderer Menschen sucht. ❚

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Forschung

Pflege in Bayern 04.2016

Pflegeforschung an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München Seit über 25 Jahren Ideengeber für die Pflegeforschung in Bayern

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eit den 1990er Jahren bietet die Katholische Stiftungsfachhochschule München (KSFH) mit ihrem Fachbereich Pflege Studiengänge für die Berufsfelder Pflegemanagement und Pflegepädagogik an. Viele hundert Absolventinnen und Absolventen wurden für Führungspositionen und Lehraufgaben im Gesundheitswesen qualifiziert. Im Jahr 2009 ging der Studiengang Pflege dual an den Start, in dem jährlich etwa 60 Studierende integriert in eine Ausbildung in der Altenpflege oder Gesundheits- und Krankenpflege ein Studium der Pflege absolvieren können, das sie für erweiterte Aufgaben in der direkten Versorgung von Patienten und Bewohnern qualifiziert. Um die weiteren Karrierewege hin zur Promotion zu eröffnen, startete im Jahr 2015 der erste bayerische pflegewissenschaftliche Masterstudiengang mit dem Schwerpunkt »Innovative Versorgungskonzepte«. Hier stehen jährlich 25 Studienplätze für Interessierte zur Verfügung, die neue Versorgungskonzepte im Gesundheitswesen und in der Pflege entwickeln und dabei auch wissenschaftliche Kompetenzen aufbauen wollen. Mit derzeit knapp 500 Studierenden in den vier Pflegestudiengängen, 12 Professorinnen/Professoren und weiterem wissenschaftlichen Personal ist es derzeit der größte Fachbereich in Bayern und einer der größten in der Bundesrepublik. Neben der Lehre konnte in den vergangenen Jahren auch die Forschung an der Katholischen Stiftungsfachhochschule systematisch ausgebaut worden. Allein in den vergangenen fünf Jahren konnten Drittmittel im Umfang von mehr als einer Millionen Euro eingeworben werden. F o r s c h u n g s z e n t r u m » Zu k u n f t A lt e r « b ü n d e lt Forsc hungse xpert ise Mit dem im Oktober 2016 eröffneten Kompetenzzentrum »Zukunft Alter« werden die Forschungsthemen noch stärker fokussiert. Die Experten und Wissenschaftler aus dem Fachbereich Pflege und den beiden Fachbereichen Soziale Arbeit in München und Benediktbeuern werden die Forschung zu den Themen Alter, Versorgung und Pflege konsequent vorantreiben und interdisziplinär ­abstimmen. In neuen Räumen, in unmittelbarer Nähe zur Hochschule, entsteht ein Forschungszentrum, das es ermöglicht, Forschende inhaltlich und methodisch zu vernetzen, die Akquise und Abwicklung von Forschungsprojekten zu erleichtern und praxistaugliche innovative Forschungsideen mit einem hohen An-

Foto: privat

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Prof. Dr. Bernd Reuschenbach Katholische Stiftungsfachhochschule München Preysingstr. 83 81667 München bernd.reuschenbach@ksfh.de

wendungsbezug und -nutzen für die Praxis zu entwickeln. Mit einer Stiftungsprofessur zu »Versorgungsforschung und Versorgungskonzepte mit dem Schwerpunkt pflegerische Versorgung im Alter«, die die bereits verstetigte ehemalige Stiftungsprofessur für »Gerontologische Pflege« ergänzt, wird die besondere inhaltliche Ausrichtung der Pflegeforschung an der Katholischen Stiftungsfachhochschule München deutlich. Nu t z e n f ü r d i e ( P f l e g e ) P r a x i s h at P r i o r i t ä t Für die Katholische Stiftungsfachhochschule München als Hochschule für angewandte Wissenschaften haben praxisrelevante Forschungsprojekte eine hohe Priorität. Die kirchliche Trägerschaft der Hochschule prägt dabei die Wahl der Forschungsthemen: So stehen Projekte zur Versorgung von Menschen am Lebensende, von sozialen Randgruppen oder die Kriterien einer menschenrechtsbasierten Pflege im Mittelpunkt. Auftraggeber für die Forschung sind bevorzugt Ministerien, Träger von sozialen Einrichtungen, Stiftungen und Verbände. Diese Forschung ergänzt die umfangreiche Forschung, die in den vergangenen 25 Jahren auch durch Qualifizierungsarbeiten der Studierenden erfolgreich betrieben wurde .

B e i s p i e l e f ü r a k t u e l l e F o r s c h u n g s p r oj e k t e a n d e r Kat h o l i s c h e n S t i f t u n g s fa c h h o c h s c h u l e M ü n c h e n P r oj e k t » P f l e g e ü b e r l e i t u n g ( PÜL ) « Anlass für das Forschungsprojekt, das 2016 durchgeführt wurde, war die Eruierung des Ist-Standes von PÜL in Altenhilfeeinrichtungen der MÜNCHENSTIFT GmbH. Das Projekt erhebt die notwendigen Kompetenzen für die Tätigkeit der PÜL und klärt, welche Indikatoren die Arbeitssituation der PÜL beeinflussen. Dabei werden auch Überschneidungen der Aufgabenfelder einer PÜL und der einer Primary Nurse evaluiert. Ziel ist die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen PÜL und dem Pflegepersonal und die Effektivierung der Planstellen zur Begründung vor der Geschäftsführung. Das P r oj e k t L i A + fokussiert eine stärkere Sensibilisierung der Lions im Hinblick auf den demografischen Wandel, den daraus resultierenden gesellschaftlichen Veränderungen und insbesondere dem hochkomplexen Themenfeld der Lebenskompetenz im Alter.


Forschung

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Foto: B. Reuschenbach

Pflege in Bayern 04.2016

Das Skills Lab, in dem pflegepraktisches Wissen erworben wird, eröffnet zusätzliche Forschungsmöglichkeiten

Schwerpunkte des Kompetenzzentrums »Zukunft Alter« ›› Alter neu denken: Neue Versorgungskonzepte in Pflege und Sozialer Arbeit ›› Alter-Gesundheit-Pflege: Herausforderungen durch den Wandel familiärer und kommunaler Strukturen im ländlichen Raum ›› Lebensqualität am Lebensende: Palliative Care und Hospizarbeit ›› Glaubenssache: Spiritualität und Alterspastoral ›› Bildung im Alter: Kompetenzerhalt, Kompetenzerwerb und Lernen im Lebenslauf

Zielsetzung von LiA+ ist die Seniorenarbeit in den Distrikten und Lions Clubs zu stärken. Zum einen geht es darum, die Wichtigkeit der Seniorenarbeit zu betonen und andererseits aber auch den LiA+-Beauftragten mehr Unterstützung für die Seniorenarbeit zu vermitteln. Das Projekt hat eine Laufzeit von zwei Jahren und wird gefördert durch die »Liga für Ältere e. V«. Q ua l i t ä t i n d e r s tat i o n ä r e n A lt e n h i l f e Die KSFH führt mit Studierenden des BA-Studiengangs Pflegemanagement seit vielen Jahren unter professoraler Leitung ein Praxisforschungsprojekt in Kooperation mit der FQA (Heimaufsicht) der Stadt München zum Thema »Qualität in der stationären Altenhilfe« durch. Zielsetzung des Projektes ist es, wissenschaftlich fundierte Indikatoren zur Messung von Qualität in der stationären

Altenpflege zu erarbeiten. Im Rahmen ihrer Praxisstudien unterziehen die Studierenden z. B. Messverfahren einer kritischen Überprüfung oder entwickeln Handlungsempfehlungen für eine Entbürokratisierung der Pflegedokumentation in Zusammenarbeit mit Praxisexperten in Einrichtungen der stationären Altenpflege. » Hu m a n R i g h t s « – M e n s c h e n r e c h t s b as i e r t e P f l e g e In einem von der Josef- und Luise-Kraft-Stiftung finanzierten Projekt wird der Frage nachgegangen, was Pflegende unter einer menschenrechtsbasierten Pflege verstehen, wie diese idealerweise aussehen sollte und welche Faktoren die Umsetzung eines menschenrechtsbasierten Ansatzes erleichtern. Exemplarisch wird in einer Altenpflegeeinrichtung in Franken geprüft, ob und wie sich die theoretischen Überlegungen in der Praxis realisieren lassen. E va luat i o n v o n M o d e l l p r oj e k t e n z u r W e i t e r e n t w i c k lu n g v o n V e r s o r g u n g s ko n z e p t e n für Mensc hen mi t Demenz Die KSFH evaluiert verschiedene Modellprojekte, die im Sinne des § 45c SGB XI die Versorgung von Menschen mit Demenz verbessern sollen, z. B. das Modellprojekt »Sport und Bewegung trotz(t) Demenz« der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, Landesverband ­Bayern oder die »Bayerische Beratungsstelle für seltene Demenzerkrankungen«, die von Wohlbedacht e. V. angeboten wird. Alle Projekte und auch deren Evaluation werden vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege und den Pflegekassen finanziert. Im Projekt » Ko n z e p t i o n e l l e N e uaus r i c h t u n g d e r P f l e g e « der Caritasgemeinschaft München und Freising e. V., Geschäftsbereich Altenheime, geht es um die Frage, wie Pflegenden unter begrenzten zeitlichen und personellen Ressourcen ihre Prioritäten setzten. Dabei kommt auch der Aufwand der Pflegedokumentation im Altenheim auf den Prüfstand. Ziel ist es, eine Pflegeplanung zu erstellen, die den Bedürfnissen der Pflegenden ­entspricht, die aber auch die notwendigen gesetzlichen Anforderungen erfüllt. ❚


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PR-Bericht

Pflege in Bayern 04.2016

Wir geben dem Alt-werden und allen, die damit zu tun haben, praktischen Schwung

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Institut aufschwungalt München

»Sie haben ein Problem? Wir haben die Lösung!« – Unser Institut sieht das anders. Unsere Devise lautet: »Sie sind die Experten in Ihrer Arbeit. Wir unterstützen Sie mit unserem Wissen, unseren Erfahrungen und unserer Begeisterung für unsere Arbeit.«

as Institut aufschwungalt steht landes- und bundesweit für jahrzehntelanges Expertentum im Themenbereich »Demenz«. Insbesondere aber auch in der Alten- und Gesundheitspflege wie auch in der Behindertenhilfe und sozialen Arbeit. Die Stärkung aller Handlungskompetenzen und des Selbstbewusstseins der Altenpflege bilden ein weiteres wichtiges Anliegen unseres Instituts. Leistungsschwerpunkte von aufschwungalt liegen sowohl im Bereich der Personalentwicklung (In-house-Schulungen, Coaching und Supervision) als auch in der Entwicklung und Umsetzung innovativer Konzepte in der Alten- und Gesundheitshilfe. Wir bieten Fachberatungen für soziale Dienstleister und agieren im Handlungsfeld der Versorgungsforschung. Es ist eine unserer besonderen Stärken, dass wir in unseren unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen praxisorientiert arbeiten. Diesen Ansatz verbinden wir bedarfsorientiert mit Theorie und persönlichen Reflexionen. Angesichts der anstehenden Herausforderungen haben wir ein besonderes Interesse am innovativen Arbeiten. Entsprechend unseren Qualifikationen, persönlichen Talenten sowie unserer grundsätzlichen Haltung gestalten wir unsere Arbeit partnerschaftlich, lebendig und mit einer Prise Humor. Wir arbeiten mit hohem Engagement und haben einen Anspruch an unsere eigene Tätigkeit. Wir freuen uns, wenn dies in der Zufriedenheit unserer Kunden zum Ausdruck kommt. ❚

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Dafür stellen wir unser fachliches Wissen, unsere praktischen Erfahrungen und unsere persönlichen Kompetenzen zur Verfügung. Das Institut aufschwungalt vermittelt bei Ihnen vor Ort Kenntnisse und Handlungs-Kompetenzen zum Themenkreis Trauma und Demenz Persönlichkeitsstörungen im Alter Angehörige traumatisierter, psychisch kranker alter Menschen


Veranstaltungen

Pflege in Bayern 04.2016

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Bildungs manager

November ’16 — Januar ’17

01.12.2016 in München Gut vorbereitet auf die neue PTVA und QPR in ambulanten Pflegeeinrichtungen bpa Landesgeschäftsstelle Westendstraße 179, 80686 München Tel.: 089/89 04 48 320 E-Mail: seminare-bayern@bpa.de

09.11.2016 in München Infoveranstaltung zu den Masterstudiengängen Katholische Stiftungsfachohochschule München Preysingstraße 83, 81667 München E-Mail: lena.heyelmann@ksfh.de

16.11.2016 in München Workshop: Rückenschonendes Arbeiten unter kinästhetischen Aspekten

07.12.2016 in München Bewegungsförderung bei Senioren in Pflegeheimen und in Einrichtungen der Tagespflege bpa Landesgeschäftsstelle Westendstraße 179, 80686 München Tel.: 089/89 04 48 320 E-Mail: seminare-bayern@bpa.de

bpa Landesgeschäftsstelle Westendstraße 179, 80686 München Tel.: 089/89 04 48 320 E-Mail: seminare-bayern@bpa.de

16.–17.12.2016 in München Trauma und Alter (2-Tagesseminar) in ­Kooperation mit dem Traumahilfezentrum München

22.11.2016 in München Dementgerechte Kommunikation Übungen zur Validation

Institut aufschwungalt Auenstraße 60, 80469 München Tel.: 089/50 08 04 01 E-Mail: info@aufschwungalt.de www.aufschwungalt.de

Institut aufschwungalt Auenstraße 60, 80469 München Tel.: 089/50 08 04 01 E-Mail: info@aufschwungalt.de www.aufschwungalt.de

25.–26.11.2016 in Würzburg Sorge für Dich selbst! Achtsam und ganzheitlich den eigenen Ressourcen auf der Spur Akademie für Palliativmedizin, Palliativpflege und Hospizarbeit Juliuspromenade 19, 97070 Würzburg Tel.: 0931/393-2881, Fax: 0931/393-2882 E-Mail: palliativakademie@juliusspital.de www.palliativakademie.de

30.11.2016 in Bamberg Gesund führen – aber wie? Theoretisches Wissen in der Praxis anwenden Caritas-Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe Bayern e.V. Lazarettstraße 1a, 80636 München Tel.: 089/18 95 189-0 E-Mail: caritasgemeinschaft.bayern@t-online.de www.caritas-gemeinschaft-bayern.de

01.12.2016 in Arnstein Schwierige Gespräche führen – konstruktiv Konflikte lösen Caritas-Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe Bayern e.V. Lazarettstraße 1a, 80636 München Tel.: 089/19 95 189-0 E-Mail: caritasgemeinschaft.bayern@t-online.de www.caritas-gemeischaft-bayern.de

09.–13.01.2017 in München Palliative Care für Mitarbeitende in der Eingliederungshilfe Schwerpunkt: Begleitung von Menschen mit einer geistigen oder psychischen Beeinträchtigung Christophorus Akademie, Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin am Klinikum der Universität München Marchioninistr. 15, 81377 München Tel.: 089/44 00-7 79 30 E-Mail: christophorus-akademie@med.uni-muenchen.de www.christopherus-akademie.de

17.–18.01. + 31.01.–01.02.2017 in München Vermittlung und Vertiefung von berufsbezogenen Deutschkenntnissen bpa Landesgeschäftsstelle Westendstr. 179, 80686 München Tel.: 089/89 04 48 320 E-Mail: seminare-bayern@bpa.de

24.01.2017 in München Aktualisierter Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden – schon auf dem neuesten Stand? Caritas-Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe Bayern e.V. Lazarettstraße 1a, 80636 München Tel.: 089/18 95 189-0 E-Mail: caritasgemeinschaft.bayern@t-online.de www.caritas-gemeinschaft-bayern.de

Vorschau: 15.02.2017–09.11.2017 in München Fachberater/in für Pflege und Gesundheit Bildungszentrum für Pflege, Gesundheit und Soziales Seidlstr. 3, 80335 München Tel.: 089/35 81 48-0 E-Mail: biz.muenchen@ggsd.de

07.03.–08.09.2017 in Deggendorf Zertifikat »Aufbaukurs für Stations- und Praxisanleitung« 07.03.–10.03.2017 Modul 1: Evidence Based Nursing 04.04.–07.04.2017 Modul 2: Pflegediagnostik und Assessment 09.05.–12.05.2017 Modul 3: Gesundheitsmanagement 20.06.–23.06.2017 Modul 4a: Stationsmanagement Modul 4b: Pflegepädagogik 08.09.2017: Projektpräsentation und Zertifikatsübergabe Technische Hochschule Deggendorf Weiterbildungszentrum Edlmairstr. 9 (ITC²), 94469 Deggendorf Tel.: 0991/36 15-426 E-Mail: josef.pritzl@th-deg.de www.th-deg.de/weiterbildung


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Vorschau

Pflege in Bayern 04.2016

Vorschau auf Heft 41 Die Ausgabe 01.2017 erscheint am 13. Januar

Fremde Menschen – fremde Pflege ›› Einarbeitung von Fachkräften mit Migrationshintergrund ›› Schwierigkeiten bei der Pflege von Menschen mit Migrations­ hintergrund

Foto: shutterstock

Haben auch Sie Vorschläge zu diesen oder anderen Themen, dann schreiben Sie uns gerne per Post an die Redaktion oder per Mail an info@pflegeinbayern.de.

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Starke Impulse für 2017 Mit einem umfassenden Angebot zur qualifizierten Fort- und Weiterbildung gibt das Bildungswerk Irsee, das zentrale Bildungsinstitut des Bayerischen Bezirketags und zertifizierter Lerndienstleister, allen in der Pflege tätigen Berufsgruppen wertvolle Impulse. Neben zahlreichen Grundlagenkursen, Aufbauseminaren und Workshops sind vor allem die großen Irseer Fachpflegetagungen mit ihrem breiten Themenspektrum einzig im deutschsprachigen Raum. Erstmalig bietet das Bildungswerk Irsee in 2017 in den Themenbereichen „Kommunikation“, „Führung“, „Mit allen Sinnen“ sowie „Selbst- und Fremdfürsorge“ eine modularisierte Qualifizierung über einen Fünf-Jahres-Zeitraum an. Auch aktuelle Themen wie die Versorgung traumatisierter Flüchtlinge oder die kultursensible Pflege stehen auf dem Programm. Sämtliche Veranstaltungen sind praxisorientiert und wissenschaftlich fundiert. Renommierte Dozenten sichern den Weiterbildungserfolg, kontinuierliche Evaluationsarbeit garantiert den hohen Standard. Beruflich Pflegende können sich bei ihren Berufsverbänden freiwillig registrieren lassen und erhalten entsprechende Fortbildungspunkte als Qualifizierungsnachweis. Nehmen Sie die Herausforderung an und genießen Sie auch das einmalige Ambiente in den beiden Tagungshäusern Kloster Irsee (Bayerisch Schwaben) und Kloster Seeon (Oberbayern).

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Das Gesamtprogramm „impulse 2017“ mit näheren Informationen und detaillierten Angaben zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie ab November auf unserer Homepage. Druckfrische Exemplare liegen ebenfalls für Sie bereit.

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REFERENZEN „Die Alternative zur körpernahen Freiheitsentziehenden Maßnahme“

F. MÜLLER (Pflegedirektor / Geschäftsleitung Rheinhessen Fachklinik Alzey)

„Wir können Fixiergurte ganz ver- „Ein wertvolles Hilfsmittel meiden und die Bewohner können im „Werdensfelser Weg“ in ihrer Lieblingsposition schlafen“ B. JUDASCHKE

M. MITTAG (Wohnstättenleiterin - Haus am Karswald)

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Pflege in Bayern Ausgabe 40  

Vierteljährlich erscheinende Fachzeitschrift für Pflege

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