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Gewalt hat viele

Gesichter 10.000 ältere Menschen werden laut Statistiken in Europa täglich misshandelt – von Pflegenden, Angehörigen oder anderen Personen. Gewalt kann im Pflegeheim, im Krankenhaus oder zu Hause auftreten. Zudem kann die Gewalt auch von den Pflegebedürftigen selbst ausgehen.

F O T O : P R I VAT

PFLEGE/RECHT

― Sabine Mühling-Wechsler Rechtsanwältin Ludwigstr. 23 | 91126 Schwabach Telefon: 09122 8890655 E-Mail: kanzlei_smw@outlook.de

wehren oder sind vielleicht gar nicht mehr in der Lage, sich zu äußern. Die Weltgesundheits-Organisation WHO definiert Gewalt gegenüber älteren Menschen so: „Unter Gewalt gegen ältere Menschen versteht man eine einmalige oder wiederholte Handlung oder das Unterlassen einer angemessenen Reaktion im Rahmen einer Vertrauensbeziehung, wodurch einer älteren Person Schaden oder Leid zugefügt wird.“ Die Ebenen der Gewalt sind dabei weitreichend. Sie unterteilen sich dabei in

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körperliche Gewalt → grob anfassen, schlagen, kratzen oder schütteln → unbequem hinsetzen oder hinlegen → unerlaubt oder häufig freiheitsentziehende Maßnahmen anwenden

as man als Gewalt empfindet, hängt von gesellschaftlichen Normen, kulturellen und sozialen Einflüssen und nicht zuletzt von persönlichen Werten ab. Gewalt hat viele Gesichter und fängt nicht erst da an, wo jemand handgreiflich wird und zuschlägt. Gewalt in der Pflege beginnt bereits dort, wo die Pflege mangelhaft ausgeführt wird oder notwendige pflegerische Maßnahmen unterlassen werden. Aber auch Handlungen gegen den Willen des Betroffenen und verbale Attacken stellen Gewalt dar. Gewalt gegen pflegebedürftige Menschen umfasst alles, was ihnen körperlichen, seelischen oder auch finanziellen Schaden zufügt oder als Eingriff in die Selbstbestimmung pflegebedürftiger Menschen zu werten ist. Gewalt, Konflikte und Auseinandersetzungen sind im Zusammenleben von Menschen immer gegenwärtig, ganz besonders dort, wo Menschen betreut und versorgt werden. Dabei ist es unerheblich, ob die pflegebedürftige Person noch in ihrem eigenen Haushalt lebt oder in einer Pflegeeinrichtung. Vor allem ältere und pflegebedürftige Menschen sind aufgrund ihrer Gesamtsituation besonders gefährdet, Opfer von Gewalt zu werden. Sie sind auf die sie Pflegenden angewiesen und können sich nur schlecht oder unzureichend

psychische Gewalt → unangemessen ansprechen: anschreien, schimpfen oder rügen → missachten oder ignorieren → demütigen oder beleidigen → respektlose, despektierliche Sprache Vernachlässigung → schlecht pflegen oder medizinisch versorgen → unzureichend im Alltag helfen → emotionale Bedürfnisse übergehen finanzielle Ausnutzung → unbefugt über persönliches Vermögen verfügen → zu Geldgeschenken überreden oder nötigen → Geld oder Wertgegenstände entwenden

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Pflege in Bayern Ausgabe 53  

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