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PFLEGE

Abbildung 1 macht deutlich, dass die angehenden Fachkräfte ein sehr starkes Spannungsfeld im Umgang mit den Pflegbedürftigen empfinden und sich ein weiteres Spannungsfeld zur Thematik in den Pflegeteams für sie zeigt. Dazu geht aus der Säule „Pflegeteam“ in der Abbildung hervor, dass die Schüler*innen die Erfahrungen machen, dass nicht in allen Pflegeteams die Möglichkeiten zur offenen Thematisierung sexueller Bedürfnisse der Pflege­bedürftigen besteht. Ein Belächeln oder die Äußerungen „nicht ernst nehmen“ scheint den Schüler*innen eine häufige Reaktion der Kollegen*innen. Ebenso werden eher provokante Verhaltensweisen von Kollegen situativ beschrieben, indem sie z. B. bewusst andere Kollegen in Situationen führen, von denen bekannt ist, dass die Klienten die Nähe und Befriedigung durch die Pflegekräfte suchen, um im Nachhinein über die Situation zu lachen. Wie kann und soll man sich da verhalten? Diese Frage wird offen im Raum gestellt und deutlich wird auch, dass sich diese Frage aufgrund der individuellen Wahrnehmung und Situationen nicht pauschal beantworten lässt.

Sexualität im Alter scheint bezogen auf die Bedürfnisse, Intimität, Beziehungen und Wünsche als selbstverständlich. Jedoch kann man bei den beschriebenen Situationen, Herausforderungen und Dilemmata der Schüler*innen nicht die notwendige Offenheit, Sicherheit und einen „normalen Umgang“ als selbstverständlich benennen. In der ambulanten und stationären Langzeitpflege scheint sich durchaus eine Enttabuisierung entwickelt zu haben, welche es jedoch noch stärker zu untersuchen gilt. Im Rahmen der theoretischen Altenpflegeausbildung nutzen Schüler*innen die Möglichkeiten zum Austausch und die damit verbundene Enttabuisierung, jedoch verdeutlichen die Erfahrungen und aufgezeigten Spannungsfelder, dass im beruflichen Alltag Handlungssicherheit und Wohlbefinden wünschenswert sind und somit gefordert wären. Für jeden Akteur in der Pflege bedarf es zur weiteren Enttabuisierung mehr Aufklärung, stärkere Beratung von Klienten und deren Angehörigen, aber auch Supervisionsangebote, offene und vertraute Teamarbeit sowie

einen Leitfaden zum Umgang und Schutz vor sexueller Belästigung für Pflegende. Letztendlich scheint sich die Frage zur SIA, ob „Normalität oder Spannungsfeld?“ nicht einfach aufzulösen. Ein vertrauensvoller Umgang in den jeweiligen Beziehungen, ein guter Wissensstand sowie ein gegenseitiges Verständnis scheinen notwendig für das Wohlbe­ finden aller Akteure in der Pflege (vgl. Grond 2011).

Literatur Grond, E. (2011): Sexualität im Alter. Was Pflegekräfte wissen sollten und was sie tun können. Hrsg.: Brigitte Kunz Verlag. 2., aktualisierte Auflage. Hannover Heidenblut, S. & Zank, S. (2012): Sexualität. In: Angewandte Gerontologie. Interventionen für ein gutes Altern in 100 Schlüsselbegriffen. Hrsg.: Wahl, H. W.; Tesch-Römer, C.; Ziegelmann, J. P., 2., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Stuttgart: Kohlhammer McAuliffe, L.; Nay, R. & Bauer, M. (2012): Sexuality and intimacy. In: Nursing Older Adults. Reed, J.; Clarke, C. & Macfarlane, A. (Ed.). New York: Open University Press Stones, M. & Stones, L. (2007): Sexuality, Sensuality and Intimacy. In: Encyclopedia of Gerontology. Second Edition. Birren, J. E. (Ed.). Amsterdam: Elsevier WHO (2011): Standards für Sexualaufklärung in Europa. Rahmenkonzept für politische Entscheidungsträger, Bildungseinrichtungen, Gesundheitsbehörden, Expertinnen und Experten. Hrsg.: BzgA. Köln

In Zusammenarbeit mit der Katholischen Stiftungshochschule und der Caritas-Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe Bayern e.V. findet wieder eine gemeinsame Fachtagung am Mittwoch, 11. März 2020 in München statt:

Neues PflegeWISSEN nutzen – Aus der Hochschule für die Praxis „Ab Freitagnachmittag ist Wochenende…“ – Versorgungskontinuität durch professionelle Zusammenarbeit

25. Fachtagung Psychotherapie und Psychosomatik in der Pflege

Vortrag 1 mit matthias Witti, m. a.:

17. Mai bis 20. Mai 2019 in Kloster Irsee

Ohne interprofessionelle Kommunikation keine intersektorale Nachsorge

Vortrag 2 mit Prof. Dr. Daniel flemming:

Die Jubiläumstagung zeigt mit einem Blick zurück und einem voraus … … die immanent psychotherapeutische Wirkung guter Pflege … die Nutzung der Zusammenhänge von Psyche und Soma … die pflegerischen Alleinstellungsmerkmale in der Behandlung … und Unterstützung beim Aufbau von Recovery-Strategien.

Vortrag 3 mit agnes Bachmann: Professionelle Beratung – Das Top Thema der Zukunft!

forum 1 mit KasPar Pfister: Stationäre Sicherheit – Ambulante Vielfalt

forum 2 mit anna Kaiser, canD. m. sc.:

Diese Tagung präsentiert bekannte zusammen mit aufstrebenden Dozenten in vielerlei Diskussionsrunden, Vorträgen, und Workshops. Der Rückblick auf 25 Jahre erfolgreiches Tagen wird ergänzt durch hoch aktuelle und innovative Angebote zur Weiterentwicklung.

Praxisanleitung neu gedacht

forum 3 mit Prof. Dr. Daniel flemming:

Praktische Beispiele technischer Kommunikationsunterstützung

Vortrag 4 mit miriam Primig: Community Health Nursing

Weitere Informationen und Programm:

Vortrag 5 mit miriam Peters, m. sc.:

Neue Versorgungsformen – Caring Community Bildungswerk Irsee

Anmeldung und nähere Informationen unter: Caritas Gemeinschaft für Pflege- und Sozialberufe Bayern e. V., Lazarettstr. 1a, 80636 München Tel. 089/1895189-0 E-Mail: info@caritas-gemeinschaft-bayern.de

Bildungswerk des Bayerischen Bezirketags

Klosterring 4 • D - 87660 Irsee Telefon: +49 (0)8341 906-604/-608 Telefax: +49 (0)8341 906-605 E-Mail: info@bildungswerk-irsee.de

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www.caritas-gemeischaft-bayern.de

Intraprofessionelle Kommunikation: „Die Übergabe“

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Pflege in Bayern Ausgabe 53  

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