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PFLEGE

Sexualität im Alter

– „Normalität oder Spannungsfeld?“

F O T O : P R I VAT

Unabhängig vom Alter: Sexualität und Intimität gehören zusammen zum Leben. Dies möchte der vorliegende Artikel auch gar nicht in Abrede stellen. Stattdessen möchten wir an dieser Stelle das Spannungsfeld beschreiben, mit dem sich Pflegeschülerinnen und Pflegeschüler konfrontiert sehen, wenn es um das Thema Sexualität im Alter geht.

― Christoph Heuser Pflegemanager (B.A), Gerontologie (M. Sc. cand.) Fachlehrkraft für Gerontopsychiatrie Freiberuflicher Dozent E-Mail: heuser.ch@gmail.com

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und

― Silke Schreiter-Taubenheim Schulleitung Berufsfachschule für Altenpflege Erlangen bfz Nürnberg gGmbH E-Mail: silke.schreiter-taubenheim@bfz.de

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unächst jedoch etwas mehr Hintergrundinformationen, bevor wir gemeinsam unsere Odyssee antreten können. Sexualität ist der Schlüssel zum erfolgreichen Altern und es gibt kaum eine bessere Schlaftablette als Sex, so zumindest beschreibt es die 76-jährige Elaine White (McAuliffe et al. 2012). Doch was umfasst alles Sexualität? Die WHO definiert Sexualität als alles, was Genderidentität und -rollen umfasst, aber auch sexuelle Orientierung, Erotik, Vergnügen, Intimität, Glaube und Einstellung sowie Beziehungen (WHO 2011). Somit ist Sexualität mehr als nur der reine Geschlechtsakt. Für ältere Menschen ist Sexualität darüber hinaus noch wesentlich mehr. Es umfasst Liebe, Zärtlichkeit und körperliches Begehren wie küssen oder kuscheln (McAuliffe et al. 2012). Sicher ist: Das Thema Sexualität im Alter wird in naher Zukunft weiter zunehmen. Bedenken wir, dass mit der nächsten Generation von Menschen, die älter werden, auch diejenigen vertreten sind, die wir heute als Babyboomer bezeichnen. Also Menschen, die in der Nachkriegszeit geboren wurden. Im Gegensatz zu deren Eltern ist diese Per-

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sonengruppe mit einem anderen Selbstverständnis von Sexualität aufgewachsen (Stones & Stones 2007). Stichworte wie sexuelle Revolution, sexuelle Selbstbestimmung und die Erfindung der „Anti-Baby-Pille“ haben diese Generationen geprägt. Doch die Begleitumstände des Alterns - damit meinen wir bestimmte Medikamente oder auch Krankheiten – können die Sexualität stark einschränken. Dies bedeutet aber nicht, dass die Wünsche und das Begehren nicht weiter da sind. Um genauer unterscheiden zu können, welche Veränderungen im Alter normal sind und welche krankhaft bedingt, müssen wir uns damit beschäftigen, was der Alterungsprozess mit unserem Körper macht. Bei Männern ändert sich hinsichtlich der Reaktionsfähigkeit im Vergleich zu jungen Jahren nichts. Lediglich mit einer abnehmenden Intensität ist zu rechnen. Bei Frauen ändert sich physiologisch die Dauer und Intensität der Orgasmen im Alter sowie eine verringerte Fähigkeit zur Lubrikation (Heidenblut & Zank 2012). Somit steht körperlich einer genussvollen Sexualität im Alter zuerst einmal nichts im Weg.

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Pflege in Bayern Ausgabe 53  

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