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7. Dezember 2009

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20 Jahre Deutsche Einheit

Grenzreiter in Freiheit und Freundschaft

1990 hatte ich die Idee geboren: „Ich möchte als Wanderreiter einmal die gesamte ehemalige innerdeutsche Grenze abreiten!“ Vom Dreiländereck BayernSachsen-Tschechien bis zur Ostsee! Warum nur hat es 20 Jahre gebraucht, um diese Idee zu verwirklichen?

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m Tal unten stehen wir vor Gedenktafeln: Die Aktion „Ungeziefer“ in den frühen Jahren der DDR bekamen viele Bürger zu spüren, die im Fünf-Kilometer-Sperrgebiet wohnten. Ihre Häuser und Dörfer standen im „Schussfeld“ und wurden abgerissen! 60 000 Bürger wurden zu DDR-Zeiten insgesamt zwangsumgesiedelt, erfährt man aus den Tafeln.

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uf der Suche nach einer Unterkunft für die erste Station in Mödlareuth werden Friedrich und ich am Ende des Dorfes fündig: der „Ferienhof Friedrich“ (www.ferienhof-friedrich.

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n Gabi und Bernd fanden wir echte Pferdeleute, die von unserer Idee fasziniert waren. „Natürlich könnt Ihr bei uns einstellen und Euer Fahrzeug sicher unterbringen!“ Im ersten Dorf, beim ersten Anklopfen sind wir schon voll in der richtigen Spur! Den Abend nutzen Friedrich und ich vor dem Abendessen zu einem langen Spaziergang im „Grenzgebiet“. Dabei stoßen wir auf die restlichen Spuren eines längst geschleiften Wachturmes. Text: Martin Stellberger Fotos: Martin Stellberger

de). Wieder Glück gehabt. Unsere Erkundungsreise ging weiter nach Blankenberg. Wir erfahren, dass eine Familie in der Nähe zwei Pferde besäße. Den versteckt liegenden Hof finden wir alsbald, ebenso zwei Pferdeleute! Wir dürfen kommen! Hurra, wieder passt es. Wir haben unsere ersten zwei Tagesziele; danach sollte es

ohne Erkundung auf gut Glück weitergehen, wenn wir erst einmal mit den Pferden da sind. Das Abenteuer kann kommen. Wir sind bereit.

Die Reise beginnt

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s ist Donnerstag, Christi Himmelfahrt. Wir zwei fahren aus der Stadt hinaus, einem Abenteuer entgegen: Auf dem Anhänger stehen Friedrichs siebenjährige Quarter Horse-Stute Arizona und mein 18 Jahre alter Flamenco Star. Es ist 8:28 Uhr, als wir Weingarten verlassen. 450 Kilometer liegen vor uns. Das erste bayerische Weißbier trinken wir bei unseren neuen Freunden in Mittelhammer um 16:01 Uhr. Gabi und Bernd geben unseren Pferden eine große Weide, auf der sie sich von der langen Fahrt erholen können. Am Abend bekommen sie eine große Box. Für uns gibt es Kaffee, Kuchen und erste interessante Gespräche über unsere Reise.

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ie nahe Grenze ist natürlich auch Thema: „Die Tschechen haben sie auch streng bewacht, aber nie mit einem solch Weiter, Seite 2

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s kamen aber auch andere Reize hinzu, die den Entschluss zum „Grenzritt in Freiheit und Freundschaft“ geradezu explosionsartig ans Tageslicht brachten. Meinen Schülern hatte ich über entsprechende Lektüre zu mehr Kenntnissen über die ehemalige DDR verholfen, in meinem Reitverein gab es einen jungen Reiterkameraden, der sich von meiner Idee anstecken ließ. Gut präpariert starteten Friedrich Nagel und ich unseren „Grenzritt in Freiheit und Freundschaft“ mit einer Erkundungsfahrt Anfang Mai 2009 zum Dreiländereck, gleich neben dem kleinen bayerischen Weiler Mittelhammer, nordöstlich von Hof.

Auf Großer Tour: Die Grenzreiter Friedrich Nagel (l.) und Martin Stellberger.

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ieles ließe sich anführen, die „Verzögerung“ zu erklären. Aber ich glaube: Meine Zeit war noch nicht reif! Meine Idee schlummerte all die Jahre im Keller in Gestalt eines dicken Pakets Landkarten. Der Samen für die Reiterreise schlummerte, musste noch aufgehen. Dazu bedurfte es des Jubiläums „20 Jahre Mauerfall“.


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Grenzreiter in Freiheit und Freundschaft

Grenzanlage bei Mödlareuth – heute ist der „Todesstreifen“ nur noch eine „grüne Lunge“. hirnrissigen Aufwand wie die DDR.“ Bernd, geschichtlich informiert, hält uns einen StegreifVortrag über das Verhältnis der Tschechen zu den Deutschen vom 1. Weltkrieg bis weit nach 1945. Übernachten können wir in der Pension Fröschel in Pabstleithen. Der Abend dort wird mit den Gastgebern zu einem langen Hock in der Ferienwohnung...

Ritt nach Mödlareuth

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britt in Mittelhammer. Vier Reiter unterwegs vom Dreiländereck, entlang am Kolonnenweg, Richtung Mödlareuth. Gabi und Bernd begleiten uns ein Stück auf ihren Pferden, öffnen unsere Augen für das Gelände: Das „Grüne Band“ nimmt uns auf. Unterwegs Vögel, Rehe, ein Fuchs, Blumen...

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ie Grenzzäune und Anlagen verliefen nicht direkt auf der offiziellen Grenze, erklären uns unsere Begleiter. Vielmehr gehörte ein manchmal recht breiter Streifen „vor“ dem Zaun noch zum DDR-„Territorium“. Gabi erzählt:„Die Wiese, die wir gerade durchreiten, gehörte zur DDR und grenzt genau an unseren Hof, auf dem heute mein Bruder lebt. Heu- oder Getreideernte musste schon Wochen vorher genehmigt werden. Wenn es dann soweit war, wurden die Arbeiter „hinaus gelassen“ und mit ihnen zahlreiche bewaffnete Posten... Als Kinder haben wir das immer genau verfolgen können. Selbst wenn wir hinüberwinkten, rührte keiner auch nur einen Finger zum Zurückwinken.“ Kinderhände

und freundliche Gesten gehörten nicht zum Repertoire der Grenzer. Es waren ja die Kinder des Klassenfeindes!

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uf dem Weg nach Mödlareuth kommen wir durch Heinersgrün. Diesen kleinen Ort kenne ich noch von meinen Reisen nach Pirna zur Wendezeit. Damals gab es im Schloss noch eine Gaststätte. Heute sind nur noch Wohnungen drin. Also weiter! Die Landschaft ist abwechslungsreich, meist offen. Vereinzelt drohen Wachtürme zu uns herüber. Doch ihnen ist der Schrecken genommen, sie stehen leer mit herausgerissenem Innenleben, zerstörten Fenstern...

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ach rund 35 Kilometern und sieben Stunden im Sattel oder auch zu Fuß neben den Pferden erreichen wir Mödlareuth. Bald sind die Pferde versorgt und wir selbst frisch. Unsere Gastgeber vom Ferienhof Friedrich waren vorbereitet. Elona stammt aus Magdeburg, der Hof trägt den Namen ihres Opas. Sie ist gerade dabei, den Ferienhof zusammen mit ihrem Mann Ingo wieder aufzupäppeln, um daraus ein weiteres Standbein neben Antiquariatsbuchhandlung und Übersetzungen zu machen (www.ferienhof-friedrich. de). Ingo fährt uns nach Juchhöh, wo es eine Wirtschaft gleichen Namens gibt.

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ie hat geöffnet. Der Wirt taut auf und erzählt auf unsere Fragen von früher: Offenbar hat er von den Grenztruppen ganz gut gelebt. Die hatten nur wenige Meter ne-

ben der Wirtschaft im Wald ihre Kaserne. Die Dienstfreien kamen also täglich zu ihm in die Gaststätte und verschlangen Unmengen von „Bockei“, eine mit Ei überbackene Brühwurst. Auf dem Weg in den Ferienhof gehen wir an der verlassenen Kaserne vorüber.„Zu verkaufen!“ verkündet ein großes Transparent. Das Ding kann man nur noch abreißen.

Auf nach Blankenberg!

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is alles Gepäck am anderen Morgen am Pferd perfekt sitzt, müssen wir uns Zeit lassen, haben ja keine Eile. Nach herzlichem Abschied nimmt uns der nahe Plattenweg wieder auf. Es geht noch ein Stück am „Museum“ entlang mit geeggtem Streifen, KFZGraben und Grenzzaun. Eigentlich sieht das Stück, das noch original erhalten ist, völlig harmlos aus. Dass man einst vor diesem Zaun eine solche Angst haben musste! Aber die Realität war nun einmal so. Gegenüber unserem Ferienhof hatten die DDR-Grenzer eine historisch hochinteressante Mühle abgerissen - um besser schießen bzw. treffen zu können.

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nser Ritt geht zügig voran, auch wenn er zunehmend anstrengender wird. Wir müssen zur Schonung der Pferde manchen Kilometer nebenher gehen. Das Schiefergebirge wird uns bald noch mehr abverlangen. Kurz vor Hirschberg stoßen wir auf einen Aussichtspunkt. Der Blick in die Tiefe auf das spiegelnde Wasser der Saale ist beeindru-

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ckend. Wenig später steigen wir hinunter an die Saale, wo die „Saalebänk“ steht. Das ist ein beliebter Rastplatz mit einer Bank, auf der genau 97 Erwachsene Platz haben. Eine Tafel erzählt vom Guinnesbuch der Rekorde von 1996. Was uns hier auffällt: Auch hier fressen die Pferde bevorzugt das Gras, das auf dem Plattenweg bzw. zwischen den Platten wächst. Das vermeintlich „schöne“ Gras daneben verschmähen sie. Spüren sie etwa noch das Gift, mit dem der Seitenstreifen früher „keimfrei“ gehalten wurde?

holen. Perfekte Gastgeber, Pferdeleute eben! Das Gartenhäuschen wird unser Domizil und der Abend feucht mit Grill und Lagerfeuer.

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nser Weg führt uns anderntags talwärts. Bei der alten Fabrik erreichen wir die „Pferdebahn“, die früher die Rohstoffe transportierte. Der alte Weg verläuft parallel zur Saale nach Blankenstein hinüber. Die Spuren der Grenzbefestigung sind gegenwärtig: Zaunpfosten stehen noch und Tafeln erinnern an die unsägliche Absperrung. Wir treffen ein Großelternpaar mit seinen Enkeln. Die kleinen Mädchen bewundern – natürlich – unsere Pferde mit glänzenden Augen, wir Erwachsene kommen in ein kurzes Gespräch darüber, dass man vor 20 Jahren hier nicht hätte plaudern können.„Wir wollen diese Zeit nicht mehr haben, wir haben genug davon!“ sagen die beiden und wünschen uns eine gute Reise.

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a kommen mehrere Familien mit Kindern zur „Saalebänk“. Rasch kommen wir ins Gespräch über unser Abenteuer. Wir genießen die Einladung zu einem Stück Kuchen. Später müssen wir über die Teerstraße nach Hirschberg hinunter. Ein sauberes Städtchen, bei dem wohl ständig die Gehsteige hochgeklappt sind. Viel erscheint renoviert, die Straßen sind neu; einige „Prachtvillen“ an der Saale stehen allerdings noch im „alten Glanz“ zum Verkauf. Wer sie haben will, muss viel Geld mitbringen...

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ndlich sehen wir ein Etappenziel. Die ehemalige Schweinezucht-LPG hoch oben über der Autobahn, zwei, drei Höhenzüge vor unserem Ziel. Die Pferde müssen jetzt endlich Wasser haben! Sie haben zu lange nicht oder zu wenig getrunken. Ich erblicke einen gemütlich aussehenden Mann hinter seinem Haus hervorlugen. „Den frage ich jetzt!“ sage ich zu Friedrich. Als ob er auf uns gewartet hätte, ist der Mann sofort hilfsbereit, freundlich und spendabel. Seine Frau schleppt Wasser heran, die Pferde genießen es. Auch wir bekommen etwas Kühles - ein Bier. Die Pferde dürfen den Rasen abnagen und wir auf der schönen Gartenbank Platz nehmen. Plötzlich kommt die Hausherrin mit einem Teller belegter Brote. Wir haben schon wieder liebe Leute getroffen.

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egen Abend erreichen wir Blankenberg, reiten durch das Städtchen, erregen bei Kindern vor deren Schule an der „Straße der

Titschendorf – ein Dorf mit Geschichte Solche Wachtürme standen an der ehemaligen „DDR-Grenze“. Dieser steht am Dreiländereck und wird von Funkamateuren genutzt.

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rüben in Blankenstein beginnt der Rennsteig. Dieser „uralte“ Weg markiert ziemlich genau die Wasserscheide zwischen Elbe und Rhein. Schon aus dem

Einheit“ Aufsehen, reiten am verwaisten Kino vorbei hinauf zu Enrico. Die Pferde sind rasch versorgt, verziehen sich auf die große Weide, ihrer Last ledig. Wir selbst dürfen uns zunächst einmal laben und erTitschendorf vor 20 Jahren – eingepfercht zwischen Zaun und Todesstreifen.

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9. Jahrhundert gibt es Hinweise auf die Existenz des Rennsteiges. 1330 wird der Weg erstmals urkundlich erwähnt als „Rynnestyg“. 1806 ziehen Napoleons Truppen über den Rennsteig nach Jena und Auerstedt. Unterwegs überschreiten wir die bayerische Grenze – wegen der Gaststätte „Zur Krötenmühle“. Die Krötenmühle liegt im Tal, der Kolonnenweg führt oberhalb vorbei. Beinahe hätten wir den Abzweig nicht genommen und hätten so das schöne Gasthaus verpasst.

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ie Höhenlinien des nördlichen Frankenwald-Zipfels zeigen uns schon auf der Karte an, dass es jetzt wirklich knackig wird. Der Kolonnenweg führt ja nicht in Serpentinen die Höhe hinauf. Er verläuft einfach geradeaus hügelauf, talab, ohne Rücksicht auf Verluste. Wir kommen im Aufstieg neben unseren Pferden gehörig ins Schwitzen und erreichen ziemlich platt Titschendorf. Dort finden wir uns unvermittelt vor der einzigen Gaststätte wieder. „Zum Frankenwald“ heißt das Wirtshaus (www.gasthaus-titschendorf.

de), das eine sehr wechselvolle Geschichte hat. Auf der Veranda sitzen Männer beim Feierabendbier.Titschendorf (www.titschendorf. de) ist seit 1620 der evangelische Ableger der bayerischen Nachbargemeinde Nordhalben, die katholisch ist.

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as Gespräch mit den Titschendorfern vor der Gaststätte entwickelt sich in etwa so: „Wo kommt Ihr denn her?“ „Aus Baden-Württemberg, vom Bodensee!“ „Aber das seid Ihr doch nicht alles geritten?“ „Nein. Wir kommen von Mittelhammer...“ Auf unsere Frage nach einer Bleibe für die Nacht, empfehlen uns die evangelischen Titschen-

Martin Stellberger mit Flamenco auf dem Kolonnenweg der ehemaligen innerdeutschen Grenze. dorfer den großen Reiterhof im katholischen Nordhalben, „ca. 2,5 Kilometer von hier“. „Das ist im Westen?“ frage ich. „Da will ich nicht hin, da komme ich her. Westen habe ich jeden Tag. Ich will in Thüringen bleiben.“ Inzwischen weiß ich auch, dass das Gasthaus Zimmer hat. Ich frage nach Leuten im Ort, die Pferde haben. „Natürlich, der Andy da drüben hat zwei Ponys!“ Also gehe ich hinüber in das schieferverbrämte, gepflegte Anwesen, klingle an der Haustür.

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ndy staunt nicht schlecht, als ich ihm mein Anliegen vortrage und er reagiert umgehend: „Na klar, bei mir könnt ihr die Pferde einstellen. Ich gebe Euch meine Wiese.“ Wir waren wieder einmal gut gelandet. Andy ist ein zupackender Mann. Er will, dass wir uns wohlfühlen. Wir erzählen von unserer Reise und schon sind wir mitten in der Erzäh-

lung von „früher“. Andy setzt uns kurzerhand in sein Auto und fährt mit uns „rund um Titschendorf“. Er vermittelt uns einen Eindruck von dem, was die DDR-Oberen aus Titschendorf gemacht hatten. Das Dorf ragt mit seiner Fläche tief nach Bayern hinein. Da wurde man als Titschendorfer sofort verdächtigt, „rübermachen“ zu wollen. Ein Foto im Gasthaus zeigt die „DDR-Zeit“ von Titschendorf: Zäune, Sperranlagen, Grenze.

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s gab damals nur einen Zugang zum Dorf und der war rund um die Uhr von Grenzsoldaten besetzt. Erst mit der Wende kam die Wende: Der Gastwirt bekam sein Gasthaus „Zum Frankenwald“ wieder zurück. „Heute würde ich das nicht noch mal auf mich nehmen!“ sagt er in der Rückschau. Er hat mit großer finanzieller Last seine Heimat wieder hergerichtet, modernisiert. Die Gaststätte

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„Zum Frankenwald“ erstrahlt heute in modernem Licht und setzt in guten Zeiten ihre Geschichte fort, die ihre Wurzeln lange vor der DDR-Zeit hat.

Es geht weiter nach Lehesten

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ehesten, beziehungsweise den Schieferpark erreichen wir als Tagesziel nach einer anstrengenden Tour. Das Schiefergebirge hat es in sich, der Kolonnenweg fordert uns! Und wie! Gott sei Dank hatten wir am Vortag im Gespräch mit den Titschendorfern erfahren, dass es ganz schwierige Passagen gäbe, schlimmer als alles, was wir bisher erlebt hätten an Aufund Abstiegen. Die Männer rieten uns dringend, zumindest teilweise den Rennsteig zu nutzen. Wir tun gut daran, dem Rat zu folgen.

Schieferbruch bei Lehesten.

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ei Grumbach erreichen wir den Rennsteig. Das Gasthaus am Wege hat Ruhetag. Leider. Zwei Männer und eine Frau begegnen uns. Die Frau spricht mit uns und ihre Mundart kommt mir vertraut vor. Es stellt sich heraus, dass sie aus Heidelberg stammt. Dort bin ich geboren, erzähle ich ihr. Amüsant, wen man so alles trifft. Der Rennsteig erweist sich indes nicht als „freundlicher Reitweg“. Der Weg ist übersät mit armdicken Wurzeln der Bäume. Wir müssen absitzen und unsere Pferde führen. In Brennersgrün hat das Gasthaus - Ruhetag! Im ganzen Dorf ist niemand zu sehen. Schließlich klingeln wir eine Frau heraus, die wir um Wasser für die Pferde bitten. Sie gibt uns einen Eimer und weist uns die Regentonne. Jetzt trinken die Pferde begierig. Endlich.

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uf unserem Ritt sehen wir von ferne die Spitze des Altvaterturmes. Die Geschichte dieses Bauwerkes hat nichts mit der DDR zu tun. Vielmehr haben hier vertriebene Deutsche aus der Tschechei ein Mahnmal fern der eigentlichen Heimat errichtet: „Zur Erinnerung an die Jugendlichen, Frauen und Männer, die 1945/46 in den Kohlegruben von Mähr. Ostrau, CSR und anderen Lagern Zwangsarbeit leisten mussten. Den Opfern ein ehrendes Gedenken.“

er Schiefer prägt die gesamte Region, die wir an diesem Tag durchstreifen. Viele Abraumhalden mit minderwertigem Schiefer säumen den Weg. Endlich erreichen wir das museale Schieferbergwerk von Lehesten. Zu Beginn begrüßt uns ein aufgelassener Schieferbruch, der tief unter uns einen tiefblau schimmernden See beherbergt. Von der Felsspitze aus sehen wir hinunter. Die Titschendorfer hatten uns gesagt, dass es dort im Staatsbruch Schieferpark einen Reitstall gäbe. Wir finden es heraus: Der Schieferpark ist heute ein Museumsdorf. Zwei Hotels, ein Reitstall, Grillmöglichkeiten, Besichtigungen... Das Hotel Schieferpark hat - Ruhetag.

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er Hotelier ist jedoch da und ist ein freundlicher Mann. Wir bekommen ein Zimmer und nach 18 Uhr eine Mahlzeit. Für ein schnelles Bier hat er sogleich Zeit. Die Telefonnummer der Stallbetreiberin gibt er uns auch. Die lässt sich nicht lange bitten und ist bald zur Stelle. Gastlich und umsichtig werden unsere Pferde und die Ausrüstung untergebracht. Sie treibt den Stall mit jungen,

zum Teil behinderten Menschen um, die ihre Freude am Umgang mit Pferden und Ponys haben. (www.lehestener-pferdehof.de).

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ach guter Nacht haben wir einen schönen Morgen. Bald sind die Pferde gesattelt und wirken recht munter. Ihnen hat der Stall sehr gut getan. Sie sind ausgeruhter als bisher. Zudem haben sie Kraftfutter bekommen und genug getrunken. Auf der Stallgasse gibt es noch Gespräche mit der Stallbesitzerin, letzte Fotos, ein herzlicher Abschied. Wir reiten „zum Tore“ hinaus. Lichtenhain bei Gräfenthal heißt unsere nächste Station.

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ir haben den Ort einfach „so“ gewählt, er liegt am Wege. Die Entfernung passt auch. Unten in Lehesten begegnen uns einige ältere Frauen. Sie halten ein und bewundern uns und unsere Pferde. Ein kurzer Plausch auf die Frage, woher wir kommen. Allgemeines Staunen und Bewunderung. „Eine gute Reise!“ Durchs Städtchen hinaus geht es in die Fluren, dem Kolonnenweg zu. Der „böse Wachturm“ schaut von links zu uns herüber. Rechts erhebt ein kasernenartiger Gebäudekomplex sein Haupt. Er beherbergt das „Kompetenzzentrum des Dachdeckerhandwerks“ von Thüringen.

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lassenen Steinbachsmühle, die ab und zu als Museum dient. Die Pferde genießen die Ruhe und das Gras. Bald kommen wir zum „Forellenhof“ auf bayerischer Seite. Ein älteres Ehepaar nimmt uns freundlich auf: „Ja, ein Bier können Sie schon haben!“ Die beiden sprechen breites Bayerisch und nehmen sich für einen Plausch Zeit, nachdem wir ihnen etliche Kisten Holz von einem Ladewagen ins Haus getragen haben. So ist das Bier leicht verdient.

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Die „Agentenschleuse“ im Zaun im Thüringer Wald.

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inein ins Schiefergebirge. Endlos zieht sich der Kolonnenweg durchs Land. Wir folgen ihm - immer wieder die Pferde führend, bergauf, bergab. Steigungen und Abhänge von 30 Prozent machen uns das Leben schwer. Aber wir wollen das ja so. Irgendwann, in einem versteckten Winkel des Waldes stoßen wir auf ein Stück „Eiserner Vorhang“. Große, rostige Torflügel stehen offen. Alles wirkt irgendwie fehl am Platze. Ich reite durch das Tor hinaus, finde keinen weiteren Weg, kehre um. Eine Hinweistafel erklärt „Die Agentenschleuse im Grenzzaun“:„Dieses Tor wurde nicht nur von den Grenztruppen benutzt zum Betreten des Grenzstreifens, sondern auch vom Ministerium für Staatssicherheit zum Austausch von Agenten...”

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mmer wieder legen wir für die Pferde Pausen ein, zum Beispiel bei der alten aufge-

auenstein! Wir überqueren die Bahnlinie und die B 85 und steigen in den Wald ein. Dabei versteigen wir uns in einem „Saumpfad“. Ein Umdrehen war nicht möglich! Rechts die steile Wand, links der Abgrund. Wir schaffen es dennoch und sind erleichtert. Die Dorfstraße von Lauenstein hinauf ist sehr anstrengend. Allmählich merken wir, dass die Pferde den fünften Tag als ihren schwächsten empfinden mussten. Wir kommen wieder auf unseren Kolonnenweg. Der Grenzübertritt verläuft völlig unbemerkt. An manchen Stellen der Grenze wurden Abenteuerplätze oder Rastplätze eingerichtet, so zum Beispiel am „Fröbeleck“. Hier hatte sich eine Schulklasse 2008 einem Projekt gewidmet. Dem Plattenweg folgend erreichen wir die Hochebene von Lichtenhain.

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lötzlich erschrecken unsere Pferde! Wie gebannt schauen sie auf eine Wiese. Aus dem Gras hatte sich ein riesiger Bulle erhoben. Interessiert aber ruhig schaut uns das mächtige Tier an und die Pferde beruhigen sich wieder. Auf einem Grundstück im Dorf spaltet ein Mann Holz. Auf meine Frage hin ist er sogleich hilfsbereit. Im Dorf gäbe es einen Gasthof. Seine Frau würde dort anrufen. Die Pferde dürften wir auf seinem Hof unterbringen. So richten wir für unsere Pferde mit Hilfe unserer Seile einen Korral her, der für eine Nacht ausreicht. Das Wasser aus dem Regentank schmeckt den Pferden so gut wie uns das gereichte Bier.„Und wenn alle Stricke reißen, bezieht Euch meine Frau ein Bett...!“

Die Stricke rissen tatsächlich: seine Frau vermeldet erstens Ruhetag der Gaststätte und zweitens: „Es geht auch niemand ans Telefon!“

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nser Gastgeber freut sich über den unerwarteten Besuch. „Mit Euch kann ich ein bisschen reden!“ meint er verschmitzt. Er zeigt uns seinen Traktor der Marke „Eigenbau“ aus DDR-Zeiten. Der läuft und läuft! Auch eine Kreissäge hatte sich der Lichtenhainer gebaut, die alle Sicherheitsmaßnahmen in sich vereinigt. Die Werkstatt ist sein Refugium in einem exakt gepflegten Anwesen. Was er aus der DDR-Zeit alles erzählen kann, füllt Bände. Zu anderen Zeiten hätte er wohl ein hocherfolgreicher Ingenieur und Erfinder werden können. Bestimmt!

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nsere Gastgeber bewirten uns so fürstlich, als hätten sie gewusst, dass wir kommen. Die Gespräche verlaufen natürlich in eine Richtung. Wir hören viel von der DDRZeit: Leicht war es hier im Grenzgebiet nicht. Man musste sich nach der Decke strecken. Wir hören von den Kontrollen, von Fluchtversuchen, sogar von Rückkehrern – es gibt vieles, was sich hier an Unsäglichem abgespielt hat. Warum unser Gastgeber bis heute „seine Akte“ nicht einsehen wollte? Die Antwort ist eindeutig:„Ich lebe hier und ich bleibe hier. Das ist meine Heimat. Wenn ich alles wüsste aus dieser Zeit, könnte ich nicht mehr so unbefangen hier leben und mit den Leuten umgehen. Ich will nichts davon wissen!“ Eine noble Einstellung. Respekt.

Ein Ständchen zum Abschied

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n der Nacht geht ein heftiges Gewitter runter. Einmal kontrolliere ich die Pferde. Das Wetter macht den Tieren nichts aus. Sie stehen geschützt. Gegen Morgen ist es dennoch sehr frisch. Zum Abschied staunen wir nicht schlecht: Unser Gastgeber stellt seine Vielseitigkeit einmal mehr unter Beweis. Er hat das Flügelhorn, mit dem er uns geweckt hatte, unter

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dem Arm und spielt uns zum Abschied: „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus...“ (Schwäbische Volksweise aus dem Remstal)

gend gut: „Das Sperrgebiet war nicht einfach durchgehend angelegt, es war der gesamten Grenze entlang den einzelnen Grenzregimen-

i denn, Muß i denn, muß , Städteie 'naus zum Städtele 'naus tz, bleibst hier? und du, mein Scha nn i komm, Wenn i komm, we , mm, wiedrum komm wenn i wiedrum ko hatz bei dir! kehr i ein, mein Sc an dir; i doch mein Freud il bei dir sein, han we ali t ne i gle i nn Ka nn i komm, wenn i komm, we , mm, wiedrum komm wenn i wiedrum ko hatz, bei dir! kehr i ein, mein Sc

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Wir sind gerührt von dieser gelebten und fröhlichen Herzlichkeit, mit der wir gestern empfangen wurden und heute verabschiedet werden. Lichtenhain wird uns als eine ganz besondere Station im Gedächtnis bleiben.

Auf nach Heinersdorf.

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uf dem Weg nach Heinersdorf hören wir einen Traktor mühsam den Kolonnenweg hinaufkeuchen. Oben angelangt finden wir eine schöne Wiese und lassen die Pferde fressen. Im Wald lärmt eine Motorsäge. Ich bin neugierig und gehe hin. Ein Mann ist bei der Arbeit, sieht mich und hält inne. Wir kommen ins Gespräch. Den Wald habe er nach der Wende wieder zurückbekommen. Er kennt die früheren Verhältnisse der Grenze und die Ge-

tern zugeteilt. Die Bewohner konnten sich nur in ihrem eigenen Sperrgebiet bewegen, ins benachbarte zu gehen, war nicht möglich, jedenfalls nicht ohne weiteres.“

wenn der Kolonnenweg einmal nicht mehr vorhanden ist. Wir machen ein paar Umwege, folgen dann unserem Instinkt und finden wieder unseren Kolonnenweg. Es geht weiter Richtung Tettau. Wir entschließen uns, ins bayerische Städtchen hinabzusteigen, um für die Pferde Äpfel und Karotten zu kaufen. Die Häuser von Tettau lugen uns aus dem Tal entgegen, als wir einen älteren Audi sehen und eine Motorsäge hören. Da, plötzlich fällt, keine zwanzig Meter vor uns, eine mittelstarke Tanne quer über den Weg. Die Pferde sind mehr erstaunt als erschrocken. Knapp verfehlt der Baum das Auto. Ein Mann schreit auf und stöhnt. Ich werfe Friedrich meine Zügel zu und renne zu der Unglücksstelle.

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in junger, schwergewichtiger Mann liegt mit beiden Beinen unter dem Baum. Der Vater und ich befreien ihn sogleich. Der Junge stöhnt, hatte aber zum Glück nur Prellungen. Er beschimpft den Alten in einer mir fremden Sprache und schimpft zu mir dann auf Deutsch:„Mein Vater ist dumm! Der fängt einfach an zu sägen. Ich habe gerade noch das Auto ein paar Meter vorgefahren!“ Er bedankt sich bei uns für die Hilfe und wir ziehen weiter, den gefällten Baum umgehend.

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ach Fluchtversuchen gefragt, erfahre ich: „Wer sich hier ausgekannt hat von den Einheimischen, der konnte schon fliehen. Es gab sogar Grenzgänger, die mehrfach über die Grenze wechselten, ohne erwischt zu werden.“ Die hätten dann Stellen genutzt, die nicht vermint waren, weil man auf diesen Streifen zu dem Wirtschaftsland „vor“ dem Zaun gelangen konnte.“ Das hörte sich sehr abenteuerlich an.

er Gedanke, dass im Wilden Westen wilde Reiter eine Bank überfallen, kommt mir, als ich in meinen Reiterklamotten und breitkrempigem Hut in der Tettauer Kreissparkasse Geld abhebe, nicht mit dem Colt in der Hand, sondern legal mit der EC-Karte. Es gibt auch einen Lebensmittelmarkt. Dort parken unsere Pferde auf dem Grünstreifen. Friedrich kauft Karotten, Äpfel, belegte Brötchen und Apfelschorle. Die Pferde fressen genussvoll Karotten und Obst. Uns schmecken die gut belegten Wecken. Die Schorle erfrischt. Das einkaufende Volk schaut uns erstaunt an. Eine Tasche mit Äpfeln nehmen wir als Motivationsration für unterwegs mit.

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eine Karten stimmen nicht immer mit den aktuellen Gegebenheiten überein,

uf unserem Weg kommen wir durch einen Weiler namens Sattelpass. Der

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Grenzreiter in Freiheit und Freundschaft

historische Ort hat viel erlebt: Während des Franzosenkrieges 1806-1813 wurde hier ein französischer Soldat erschlagen und beraubt, der Sold für die Soldaten bringen sollte. Das Dorf entging darauf nur deshalb knapp der Brandschatzung, weil zwischenzeitlich der Friede ausgebrochen war. Der tote Franzose wurde in Gräfenthal beerdigt. Das Grab ist noch zu sehen. – Die Schweden haben sich ebenfalls auf dem Sattelpass zu schaffen gemacht und eine „Schwedenschanze“ errichtet. Was Schweden und Franzosen nicht geschafft haben, schafften nach 1945 die DDR-Grenztruppen. Acht Häuser wurden geschleift für freies Schussfeld. Die Namen der Familien sind auf einer Tafel zu lesen.

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ir reiten auf „unserem“ Plattenweg nach Schauberg hinunter. Plötzlich geht er in einen neuen Holzwirtschaftsweg über. Dort treffen wir zwei Männer. Selbstverständlich werden wir nach unserem Woher gefragt. „Ihr saids doch aberr neet vom Boddensee mit den Parden bis douher geritten?“ fragt er Ältere in breitem Dialekt erstaunt. Wir klären auf und erfahren Anerkennung und Bewunderung. Ein Foto muss sein! Wenig unterhalb des Weges biegen wir nach Schauberg ab und machen wieder einmal eine kleine Pause, weil das Gras so schön ist und ein kleiner Kreuzberg zum Verweilen einlädt. Ich setze mich auf einen Stein und genieße die Ruhe unterm „Gipfelkreuz“.

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einersdorf ist nicht mehr weit, aber wir müssen länger auf der Straße reiten. Heinersdorf liegt eben nun mal auch am Ende der Welt, so scheint es. Gleich beim Einreiten in das Dorf fragen wir und finden einen Hof, auf dem Pferde gehalten werden. Die Freundin des Besitzers nimmt unsere Tiere gerne auf und weiß in der Nachbarschaft ein Privatquartier. Für den Abend gibt es „nur das Kulturhaus“. Hier erleben wir die Atmosphäre, die das Dorf auch wohl „früher“ schon prägte. Feierabendbier der Einheimischen. Gäste kommen, einer nach dem anderen klopft

(Foto oben) Auch Arizona und ihr Reiter schauen in die Tiefe des Schieferbruchs. Auf dem Kolonnenweg ... zum Gruß auf die Tische, an denen Gäste sitzen, auch an unseren. Rege Unterhaltung am Stammtisch, ein eifriger junger Wirt bedient. Wir sind zu platt, als dass wir noch lange durchs Dorf laufen. Wir schauen nochmals zu den Pferden, geben Kraftfutter, füllen Wasser nach, dann gehen wir in die Unterkunft. Wir sind rechtschaffen müde.

Mupperg ist unser nächstes Ziel

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er Morgen ist kühl und frisch, aber nicht ungemütlich. Wir bekommen ein schönes Frühstück, bezahlen einen fairen Preis, wie eigentlich überall auf unserer Reise. Dann geht es wieder ans Satteln. Es ist niemand zu sehen, von dem wir uns verabschieden kön-

nen. Gestern schon hat es Antje abgelehnt, von uns etwas für die Verköstigung unserer Pferde zu nehmen. Horsemanship eben! Wir werden ihr ein Foto schicken und nochmals danke sagen. Die Adresse erfragen wir im kleinen Laden nebenan. Die Frau weiß wohl alles im Dorf. Sie weiß auch, dass Frank und Antje „nächste Woche heiraten werden“. Die werden sich über unseren Fotogruß samt Glückwunsch sicher wundern:„Woher wissen die das denn?“ werden sie sich fragen.

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ie immer gehen wir die ersten paar hundert Meter zu Fuß. Die paar Meter entwickeln sich zu einem gehörigen Fußmarsch: Vor uns türmt sich ein steiler Plattenweg auf! Die Pferde sind recht munter.

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Sie greifen an. Offensichtlich haben sie ihr Tief überwunden, das Kraftfutter wird ein übriges getan haben. Es geht zunächst nach Süden, Schierschnitz liegt im Osten, Stockheim im Westen, dazwischen verläuft unser Weg. Traindorf ist nicht mehr vorhanden. Zu DDR-Zeiten abgerissen. Begreife, wer kann. – Wir umrunden Rotheul. In einem Waldstück erreichen wir einen Weiher.

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ch denke mir:„Da sollte ich doch erkunden, ob wir die Pferde vielleicht tränken können.“ Friedrich wartet am Wege. Der Weiher ist leider nicht zugänglich. Ich beobachte das Schwanenpaar, das Junge führt. Der Schwanenvater schippert stolz daher. Plötzlich ein wildes, lautes Klatschen auf dem Wasser! Flamenco wird augenblicklich panisch. Ich erkenne den Schwan im Tiefflug auf uns zuschießen, das Wasser mit den Flügeln peitschend. Ich schaffe es gerade noch, den Angreifer zu fotografieren, muss mich dann aber mit Flamenco auseinandersetzen, der einen Graben hinter uns nicht mehr wahrnimmt und abzurutschen droht. Wir schaffen es und ab durch die Mitte. Ich schaue zurück. Der Schwan gleitet wieder ruhig auf dem Wasser und lacht sich bestimmt eins in die Federn. „Sieg auf der ganzen Linie! Die kommen nie wieder!“ wird er seiner Frau berichten.

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rgendwann kommen wir nach Mupperg. Es gibt einen Reitstall! Wir treffen auf junge, hilfsbereite Leute. Von unserer Reiterreise sind sie begeistert.„Wanderreiten, das würde ich auch gerne mal machen!“ sagt eines der Mädchen. Wir bitten sie, die Besitzer anzurufen. Die Tochter der Familie ermöglicht uns dann alles, was wir für die Pferde brauchen. Einfach toll. Deshalb können wir auch bald zufrieden unsere Sachen verstauen und mit dem Nötigsten zu ihr ins Auto steigen. Das „Mupperger Stübla“ hat Ruhetag, deshalb liefert sie uns im Landhotel Heidehof in Neustadt bei Coburg ab. Es geht halt leider nicht anders, wenn „im Osten“ ständig Ruhetag ist! Der Seniorchef setzt sich zu uns. Er erzählt

Vater Schwan hält gar nichts von unserem Besuch am Weiher. auch von früher, wie er seinen Hof aufgegeben hatte. Zunächst wollte er etwas mit Pferden und Touristen machen, dann aber wurde das Hotel Heidehof draus. Anderntags fährt uns die Chefin des Reitstalles selbst nach Mupperg zurück. Ihre Familie hatte den Stall vor Jahren übernommen.

Unsere letzte Tagestour steht bevor – Döhlau bei Seltendorf

W

ir hörten in Mupperg, dass es in Döhlau einen Reitstall geben soll. Das würde zur letzten Tagestour unserer 1. GrenzrittEtappe passen. Von Schalkau oder Seltendorf aus könnten wir mit dem Zug nach Hof fahren. Wie wir zu einer Übernachtung und zum Zug kommen, sollte sich wieder vor Ort entscheiden. Wir sind ja Optimisten. Also auf nach Döhlau!

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ie Karte zeigt uns zunächst leichtes Gelände. Wir bewegen uns auf Sonneberg zu, durchqueren Föritz und kommen dabei durch Heubisch. Der Kolonnenweg ist nicht zu finden und es gibt keine Furt über die Steinach. Die Bundesstraße, ganz neu errichtet, können wir unterqueren und finden Anschluss an den Kolonnenweg. Zum ersten Male sehen wir ein Schild: Erhöhtes Restrisiko von Minen. Betreten und Befahren auf eigene Gefahr! Rosenbauer, Bürgermeister von Föritz. Die Minenfelder wurden nach der Wende von Spezialfirmen beseitigt, die zum Teil von findigen NVA- und Grenztruppenleuten gegründet worden waren. Schwere, spezielle Räumfahrzeuge haben die insgesamt recht schmalen Minenfelder mehrfach durchkämmt und vorhandene Minen gesprengt. Sicher aber ist auch, dass im Laufe der Zeit Minen durch Hochwasser weggeschwemmt

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Grenzreiter in Freiheit und Freundschaft

wurden, weshalb sie nicht mehr aufzufinden sind. Darin besteht wohl das Restrisiko. Diese Flächen muss man ja auch nicht unbedingt betreten. Der Kolonnenweg aber ist sicher und wir haben auch keine Absicht, in das sumpfige Ufer der Steinach vorzudringen.

Sonneberg ist eine pulsierende Stadt

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ir streifen Sonneberg an seinem südwestlichen Rand: Auf der Karte von 1992 sind hier freie Flächen eingezeichnet. Inzwischen haben sie sich verwandelt in Geschäfte, Autohäuser, Tankstelle, Autowaschanlage, Einkaufspaläste, McDonald’s – alles da, was man so braucht. Pulsierendes Leben überall. Friedrich lacht: „Wir könnten ja mal bei McDonald’s durch das ‚Drive in’ reiten!“ Doch wir reiten näher an die Stadt. Vor dem Verkehr haben wir keine Angst. Unsere Pferde sind sicher! Wir erkennen links eine Neubausiedlung, die zum Stadtteil Wildenheid gehört. O.K., da sind wir richtig. Unseren DDR-Pfad finden wir bestimmt wieder.

DDR-Unrecht wird nicht vergessen

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ir stoßen auf zwei Mahnmale zur Teilung Deutschlands: Ein schlichtes schwarzes Kreuz am Wege trägt die Aufschrift: Zum Gedenken an die Opfer der Teilung Deutschlands von 1945 – 1989. Das Kreuz wurde errichtet von „ehemaligen politischen Häftlingen der SBZ – DDR“. Kurz hinter Wildenheid sehen wir eine junge Linde. Ihr Stamm ist eingerahmt von einem Stück Original-DDR-Signalzaun. Ein gelbes Schild erinnert daran, dass diese Linde am Tag der Deutschen Einheit gepflanzt wurde. Eine thüringisch-oberfränkische Gemeinschaftsaktion. Die Menschen haben sehr wohl das Bedürfnis, das unsägliche Unrechtsregime der DDR nicht einfach ad acta zu legen. Die Teilung ist zwar überwunden, die Verletzungen

der Menschenrechte und die Verhinderung der Freiheit und Demokratie mit den Mitteln der DDR sind im Gedächtnis lebendig. Die Menschen mögen zwar manche Entwicklungen von heute kritisch sehen und kritisch begleiten, aber: die DDR will keiner mehr zurück! Das ist unser Eindruck bei unserem Grenzritt in Freiheit und Freundschaft.

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ei Hönbach stoßen wir auf ein Mahnmal ganz anderer Art am Rande der Straße: Ein Granitstein, eine schwarze Tafel, rote Schriftzüge, rote Geranien. Die Inschrift: Todesmarsch – der 467 Häftlinge des KZ Buchenwald Außenkommando Sonneberg April 1945! Friedrich und ich sitzen einigermaßen erschrocken auf unseren Pferden vor dem Mahnmal. Weil wir den DDR-Unrechtsweg suchen, überrascht uns dieser Teil der deutschen Geschichte umso mehr. Auch dieses Mahnmal erinnert an einen deutschen Unrechtsstaat! Wir beide sind uns sicher, dass die Unrechtsjahre von 1933 – 1945 ebenfalls nicht vergessen werden dürfen.

DDR-Flagge original

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urz nach dem Mahnmal für die KZ-Opfer von Sonneberg reiten wir an der Schrebergarten-Kolonie „Harmonie“ vorbei. Die Fahne am Flaggenmast ist mir schon vorher aufgefallen. Nicht weil sie schwarz-rot-gold ist, sondern weil – in ihrer Mitte das Emblem der DDR prangte: Hammer, Zirkel und Ährenkranz! Die Gaststätte ist mal wieder geschlossen. Bis der Betreiber zurückkommt – so lange wollten wir nicht warten. Einen Mann, der gerade am Parkplatz sein Auto besteigen will, kann uns nicht erklären, warum diese Flagge hier noch hängt. Deshalb bleibt die Frage offen, warum die Schrebergärtner nichts dagegen tun! Sehen sie ihre „blühenden Landschaften“ nur im beschränkten Blumenbeet? Trauern etwa immer noch ein paar Kleingeister den „Errungenschaften der DDR“ nach? Schade, dass der Wirt nicht da ist. Wir hätten ihn gefragt.

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ir reiten weiter und beschließen, oben bei Kaufland zu pausieren und vor allem für die Pferde Mohrrüben und Äpfel zu kaufen. Zwei „Cowboys“ bei Kaufland und das Ganze bei Sonneberg. So etwas erregt Aufsehen. Vor der „Roster-Bude“ verhalten wir, genehmigen uns eine Stärkung. Im Geschäft erstehe ich das „Motivationsfutter“ für unsere treuen Vierbeiner. Da kommt mir eine Idee: Bei der Dönerbude neben der Roster-Braterei sehe ich den Betreiber Kaffee trinken. Kurzerhand frage ich den jungen Türken, ob er mir zwei Tassen Kaffee verkaufen möchte. „Nein, ich verkaufe keinen Kaffee. Ich mache Dir aber gerne zwei Tassen!“ So kommen wir ins Gespräch.

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r meint:„Ihr kommt wohl aus Süddeutschland?“ Er habe es an meiner Aussprache gemerkt. Er kenne das Schwäbische gut; er lebte lange in Stuttgart. Sein Kumpel erzählt von seiner Zeit in Ulm. „Weißt Du, warum ich die beiden Tassen hier mit heißem Wasser ausspüle?“ fragt er mich.„Bei uns in der Türkei gibt man einem Gast einen frischen Kaffee in einer vorgewärmten Tasse. Das gehört sich so!“ Fein! Mir gefällt seine freundliche Art. Bestimmt hätte er eine anspruchsvollere Arbeit verdient als hier Döner zu verkaufen. Der Kaffe ist fertig; Friedrich freut sich auch darüber.

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ald hat uns der Kolonnenweg wieder und schon beinahe ist die Schinderei im Schiefergebirge vergessen, als uns ein Aufstieg auslacht: Der letzte Anstieg des Tages hat es noch einmal so richtig in sich! Sämtliche Sünden der letzten Tage werden uns hier ausgetrieben. Der Anstieg hört und hört nicht auf. Die Pferde marschieren gut bergauf, ich komme kaum noch mit, halte mich an der Mähne von Flamenco fest und lasse mich so mitziehen. Mir geht die Puste aus, denke ich. Der Weg macht eine Biegung und lacht uns erneut aus: Hinter der Biegung verlangt der nächste Anstieg nochmals alles von uns ab.

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uh! Bisher folgte nach einem solchen Anstieg wieder ein ebensolch unver-

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Grenzreiter in Freiheit und Freundschaft

schämter Abstieg!“ denke ich. Doch diesmal erreichen wir die Hochfläche bei Rückerswind. Döhlau ist nicht mehr fern. Da – der Reiterhof (www.pferdehof-doehlau.de) liegt vor uns. Wir führen die Pferde den ausgewaschenen Weg hinab, erreichen das Dorf und biegen zum Reitstall ein. Die Chefin ist nicht da. Dafür empfängt uns Simone. Sie meint, unsere Pferde einzustellen, sei kein Problem. Wir bitten sie aber dennoch, die Besitzerin zu fragen. Kein Problem, das klappt. Vielen Dank.

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ir satteln zufrieden ab und stellen die Pferde in die angewiesenen Boxen. Dort nehmen sie sogleich Wasser auf und fressen gutes Heu. Später können wir ihnen noch Kraftfutter geben. Im Gespräch mit Simone lernen wir auch Julia kennen. Sie wohnt in Schalkau und ist bereit, uns dorthin mitzunehmen, wo sie auch eine Unterkunft für uns weiß. Wunderbar! Während wir auf die Chefin warten, setzen wir uns zu den einheimischen Männern im Biergarten: Unsere Reise und dass wir uns so für die Grenzsituation interessieren, macht Eindruck.

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an habe sich schon arrangieren müssen, erklären uns die Leute am Tisch. Aber„wir haben auch unser Leben gelebt und konnten in gewisser Weise zufrieden sein.“ Doch mit den Einschränkungen im Sperrgebiet hat sich hier wohl keiner je abgefunden. Die ständige Anmelderei am Kontrollpunkt, wenn man Besuch haben wollte oder ähnliches, das ging den Leuten auf den Keks. „Die haben Dich fünfmal genau kontrolliert, wenn Du fünfmal am Tag hinaus oder herein gekommen bist, auch wenn derselbe Kontrollposten dastand. Das war schon lästig!“ erinnert sich der Mann, der neben mir sitzt.

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päter fahren wir mit Julia nach Schalkau. Unterwegs bewundern wir den Brückenschlag für die neue ICE-Trasse. Ein gigantisches Bauwerk. Julia lädt uns bei der Pension Dressel ab. Inzwischen erreichen wir Tanja, die Stallchefin am Telefon und vereinbaren mit ihr, dass sie unsere Pferde am nächsten Tag auf eine Weide stellt, da wir mit dem Zug zurück fahren wollen, um unser Fahrzeug zu holen. Die Pferdefreunde von Döhlau sind sehr hilfsbereit. Und Gabi wartet in Hof, um mit uns nach Mittelhammer zu fahren, wo Bernd mit dem Essen wartet. Natürlich müssen wir erzählen, wie es uns ergangen war. Herzlicher Abschied prägt die letzten Minuten unseres Aufenthaltes. Wir versprechen, Fotos von unserem gemeinsamen Ritt zu schicken. Schließlich befreien wir unser Gespann aus dem Dornröschenschlaf und fahren zurück nach Döhlau, gut 250 Kilometer.

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m Abend holen wir die Pferde, um sie noch etwas zu bewegen. Sie hatten ja frei und faulenzten auf der Weide. Ohne Sattel reiten wir hinauf auf den Hügel in Richtung Baustelle der Bahntrasse. Die Pferde sind so munter, dass sie sich kaum bremsen lassen. Wir schauen uns die riesige Baustelle der Bahntrasse an. Kein Mensch ist zu sehen, aus dem nahen Tunnel dringen Maschinengeräusche. Wir bestaunen das Gelände, reiten dann zurück, versorgen die Pferde und fahren nach Schalkau. Dort nehmen wir noch einen Dämmerschoppen in einer Kneipe bei der Kirche. Einige Gäste sind da. Da spricht doch einer Schwäbisch? Tatsächlich - Gäste aus Göppingen. So kommen wir wieder ins Gespräch und erzählen von unserer Reise. Die Leute staunen über unsere Idee.

Rückfahrt

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ir packen am Morgen alles zusammen, frühstücken gut - bezahlt hatten wir am Vortag - und machen uns auf nach Döhlau. Die Stallchefin will nur einen kleinen Obolus nehmen für die Pferde. „Ich will an Euch nichts verdienen!“ Dennoch entrichten wir das, was wir auch in Oberschwaben bezahlen müssten, verladen unsere Ausrüstung, zum Schluss die Pferde. Wir können starten. Da steht jener Mann vor uns, mit dem wir uns gestern so gut unterhalten haben. Er hat unsere Reisevorbereitung beobachtet und will uns verabschieden, uns eine gute Reise wünschen. Eine feine Geste, finden wir.

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enig später rollt unser Fahrzeug in Richtung Heimat, 450 Kilometer liegen vor uns. Die Pferde stehen noch ruhiger als auf der Herfahrt. Zügig kommen wir mit den nötigen Pausen voran und sind gegen Nachmittag in Schlier, wo wir Arizona und Friedrichs Gepäck abladen. Ein Händedruck unter Freunden. Danke! Du bist ein guter Kamerad. Die Reise war schön.

Schlussgedanke

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in großer, herzlicher Dank gilt all jenen Menschen, die – ohne es zuvor zu wissen oder zu ahnen - zum Gelingen unserer Reise beigetragen haben. Ihre Gastfreundschaft ist beispiellos! Das erfüllt uns mit großer Dankbarkeit. Wir haben unseren „Grenzritt in Freiheit und Freundschaft“ zutiefst genossen. Es wäre ein Verlust gewesen, ihn nicht gewagt zu haben. Wir haben erfahren, dass die Grenze überwunden ist. Wir haben erfahren, dass Deutschland wirklich wieder vereinigt ist!

Impressum Herausgeber + Chefredaktion: Raimund Hesse · Hermannstr. 13 · D-45891 Gelsenkirchen Telefon:  02 09 / 16 56 273 · Telefax: 02 09 / 16 56 274 · E-Mail: redaktion@pferdesportzeitung.de · Internet: www.pferdesportzeitung.de Ständig freie Mitarbeiter:  Gabi Hesse, Cornelia Dreyer-Rendelsmann, Rolf Schettler, Rolf Röhling, Erhard Heckmann · Foto-Redaktion: Heinz Kieslich Vertrieb: Als kostenlose PDF-Date/-Augabe über das Internet. www.pferdesportzeitung.de erscheint als PDF-Ausgabe jede Woche mit einer Zusammenfassung der online erschienenden Beiträge.  Für unverlangt eingereichte Texte und Fotos wird keine Gewähr übernommen, dieses Material unterliegt der redaktionellen Bearbeitung.  Namentlich gekennzeichnete Beiträge stellen nicht unbedingt die Meinung des Herausgebers bzw. der Redaktion dar.  Fotos,  die nicht urheberrechtlich gekennzeichnet sind,  werden mit dem Autorenhinweis des Einsenders ausgewiesen.  Für diese Ausgabe gilt das Landespresserecht Nordrhein-Westfalen.  Alle Rechte vorbehalten.  © www.pferdesportzeitung.de 2008/2009

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