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PFARRblatt

blons st. gerold th端ringerberg

Ausgabe 23 - November 2013

Jahr des Glaubens


Pater Christoph Müller

ein wort zuvor ...

Liebe Pfarrangehörige! Zwei Fragen habe ich an Sie (auf die Sie mir keine Antwort geben müssen). Erste Frage: Glauben Sie, dass die nächste Regierung wieder rot-schwarz sein wird? Zweite Frage: Glauben Sie an Gott? Für beide Fragen gebraucht man in der deutschen Sprache das Wort „glauben.“ Lateinisch sind es jedoch zwei ganz verschiedene Wörter. Bei der ersten Frage heißt es lateinisch sinngemäß: „Bist du der Meinung, dass die nächste Regierung rot-schwarz sein wird?“ Bei der zweiten Frage heißt es aber: „Gibst du dein Herz Gott?“ Denn das Wort „glauben“ ist lateinisch „credo“ und kommt von „cor-do“. Es bedeutet tatsächlich „sein Herz geben“. „Credo“ ist also nicht einfach ein Für-Wahr-Halten einer Idee oder einer Annahme, also von etwas, das sich im Kopf abspielt, sondern es ist eine Sache des Herzens. Beim „Credo“ geht es primär nicht um ein Nachdenken 2

über etwas, sondern es geht um eine persönliche Beziehung zu jemandem. Natürlich wird das Hirn dabei nicht ausgeschaltet. Wir haben in unseren drei Pfarrgemeinden einen Glaubenskurs angeboten, der sich über mehrere Abende erstreckte. Da ging es um dieses „Cor-do“. Schon beim Ablauf der Abende merkte man, dass es nicht einfach eine Kopfsache werden sollte. Die Tische im St. Gerolder Gemeindezen-trum waren bunt geschmückt und es drang feiner Suppengeruch aus der Küche. Es wurde herzlich begrüßt, gegessen, getrunken, gesungen. Dann gab es durch eine auswärtige Person einen Impuls, der den Weg über den Kopf zum Herzen finden sollte. Die 40 bis 50 TeilnehmerInnen teilten sich dann in Kleingruppen, in denen man sich in ganz persönlicher Weise über das Gehörte austauschen konnte. Im ersten Impuls ging es um Gottesbilder. Je nachdem, was wir, vor allem in der Kindheit, für ein Gottesbild mitbekamen, prägt es unsere Beziehung zu Gott, auch wenn wir uns dessen oft nicht bewusst sind. Es ist dann ebenso schwierig wie nötig, sich langsam von diesen Bildern zu befreien, um immer mehr jenen Gott an unserer Seite zu spüren, den Jesus liebevoll „Vater“ genannt hat. Im zweiten Vortrag ging es darum, dass Glaubenskrisen auch wertvolle Chancen sein können, den Glauben zu vertiefen. In Krisenzeiten fällt zwar im Moment alles zusammen, man ist enttäuscht, verunsichert, leer. Aber da kann etwas Neues entstehen. Wichtig ist zu wissen, dass die persönliche Beziehung zu Gott, die sich besonders im Gebet verwirklicht, viel wichtiger ist als

jene Glaubenssätze, die im Laufe der Geschichte ausformuliert wurden und mit denen der eine oder andere persönlich Mühe hat. Es ist gut zu wissen, dass im Glauben nicht alles gleich wichtig ist. Das betont auch Papst Franziskus. Und es ist wertvoll, sich darüber austauschen zu können, um den persönlichen Glauben dadurch zu stärken. Das geschah oder geschieht bei uns in der katholischen Kirche wenig. Glauben gilt oder galt lange als Privatangelegenheit. Hauptsache, man war am Sonntag in der Kirche. Über die Predigt oder eine Frage des Glaubens hat man sich nachher kaum ausgetauscht. In manchen Gegenden war jener Pfarrer der Beste, der am schnellsten predigte. Es war egal über was er sprach, solange es nur kurz war, damit die Frauen nachher zu Hause genug Zeit zum Kochen und die Männer im Wirtshaus genug Zeit zum Biertrinken und Politisieren hatten. Ein inzwischen verstorbener Innerschweizer Pfarrer namens Käslin, der einen Kopf hatte wie ein Stier und einen stark hervortretenden Unterkiefer, erzählte selber einmal, wie er als Pfarrbewerber eine Probepredigt in der neuen Pfarre halten musste. Da gingen natürlich alle hin, um den neuen Pfarrer zu begutachten, auch die Bauern der Umgebung. Nachher, im Wirtshaus, drückte einer seine ersten Eindrücke so aus: „Messe lesen tut er gut, predigen tut er kurz. Ein Schöner ist er zwar nicht, aber wir brauchen ihn ja auch nicht zum Züchten.“ Euer Pfarrer


aus der pfarre

Sinnwegkalender 2014 Der „Weg der Sinne – Weg der Stille“ unterhalb der Propstei ist mittlerweile mit den neuen Meditationstafeln ausgestattet und hat dadurch an neuer Qualität gewonnen. Schön ist es, wenn man Eindrücke von der wunderbaren Natur und von der Kraft jenes Ortes mit nach Hause nehmen kann. Dazu soll der alljährlich erscheinende „Sinnwegkalender“ dienen. Mit sorgfältig ausgewählten Fotos aller vier Jahreszeiten ist dieser Monatskalender zudem ein schönes Dekorationselement oder könnte eine originelle Idee für

ein Geschenk zu Weihnachten oder zum Jahreswechsel sein. Versehen mit einem Hauch von Spiritualität ist der Kalender zudem ein stimmiger Begleiter durch den Jahreskreis. Der „Sinnwegkalender 2014“ ist ab Mitte November in der Propstei St. Gerold erhältlich oder kann direkt über die Interessensgruppe (E-mail an: david. ganahl@st-gerold.at) zum Preis von € 9,- bezogen werden. Der Reinerlös des Kalenderverkaufs kommt selbstverständlich der Instandhaltung vom „Weg der Sinne – Weg der Stille“ zugute.

Erntedank - gemeinsames Fest für alle Zum Auftakt des neuen Kindergartenjahres feierten wir „Käfrkinder“ vom KG Blons schon unser erstes großes Fest: Zusammen mit dem OGV und den Bäuerinnen von Blons, sowie den Hirtenbuben Marco, André und Jannik, erfreuten wir uns an den vielfältigen Gaben, welche durch Gottes Hand und menschliche Pflege um uns herum gediehen und brachten diese zum Erntedank in die Kirche. Gemeinsam mit P. Christoph und all den anwesenden Blonserinnen und Blonsern sprachen wir unseren Dank für die reiche Ernte aus, die auch den göttlichen Segen erhielt. Besonders am Beispiel BROT erfuhren wir, wie aus einem kleinen Korn ein schmackhaftes Brot werden kann. Wie gut

ein Solches schmeckt, verfeinert mit im Kindergarten-Garten geernteten Gewürzen, verkosteten wir bei der Agape am Dorfplatz bei schönstem Herbstwetter. DANKE an alle Mitgestaltenden

und Mitfeiernden von den „Käfrn“ vom KG Blons – so macht feiern Freude! Wir freuen uns schon auf unser nächstes Fest, das Martinsfest, am Dienstag, den 12. November.


erstkommunionvorbereitung

Erstkommunionvorbereitung Ausflug nach Bürserberg zu Tanja Moser Unsere erste Vorbereitung auf die nächstjährige Erstkommunion hat bereits mit dem Fertigen eines Glaskreuzes bei der Künstlerin Tanja Moser in Bürserberg begonnen. Tanja erklärte uns in ihrem uri-

gen Glasatelier, wie wir ein tolles und buntes Glaskreuz legen können. Wir waren alle mit viel Eifer dabei und sind schon gespannt, wie unsere Kreuze nach dem Glasbrand ausschauen werden.

S T G E R O L D Mario Burtscher, Marcel Tomaselli, Chiara Müller, Sophia Behmann, Silvia Ganahl, Viktoria Ganahl, Carmen Erhart

b l o n s

v.l.n.r.: Christoph Mitterdorfer, Joshua Rützler, Felix Nigsch, Enrico Schneider, Ayleen Türtscher, Vanessa Zech, Indira Jenny

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aus der pfarre

Gott hat seinen Engeln befohlen, dich zu behüten auf allen deinen Wegen. (Psalm 91,11)

Thüringerberg

Hildegard Pfister

geb. 19. Juli 1915 gest. 4. Oktober 2013 Für die Angehörigen bitten wir um Kraft und Trost!

Elia,

erblickte am 5. Oktober 2013 als erstes Kind von Bianca Bolter und Thomas Erhart aus Blons das Licht der Welt.

Sternsingeraktion St. Gerold Die Sternsingeraktion kündigt sich an. Wir laden deshalb alle diesjährigen Firmlinge ein, als Sternsinger die Häuser in unserem Dorf zu besuchen und am 6. Jänner die Dreikönigsmesse mitzugestalten. Da heuer nur sieben Firmlinge in St. Gerold sind, brauchen wir noch zusätzlich freiwillige HelferInnen. Wir benötigen acht Kinder (zwei Gruppen zu je vier Kindern). Bitte meldet euch bis 24. November 2013 bei Maria Erhart 0664 / 411 49 56.

Verstorbene im November der letzten 10 Jahre Blons

Maria Türtscher, 6.11.2011 Irma Bertel, 28.11.2011

St. Gerold Pirmin Rinderer, 13.11.2008

Ein herzlicher Dank gebührt Rosalinde Knapp, Erika Jenni und Sali Schnetzer, die den ganzen Friedhof in Thüringerberg gejätet haben.

Änderung der Gottesdienstzeiten in Thüringerberg

Ab 5. November beginnen die Gottesdienste in Thüringerberg wieder am Dienstag und Donnerstag um 18:00 Uhr. Dies bleibt so bis zur nächsten Zeitumstellung im Frühjahr. Die Samstagabendmesse wird, wie gewohnt, um 19:30 Uhr gefeiert.

Linde Burtscher, 20.11.2010

Thüringerberg

Maria Pfister, 10.11.2003 Ida Reimann, 11.11.2009 Maria Magdalena Brugger, 16.11.2009

Roratemessen in Thüringerberg

Dieses Jahr gibt es in Thüringerberg zwei Roratemessen um 7:00 Uhr, nämlich am 5.12. und am 19.12.2013. Eine Rorategedenkmesse kostet € 8,-. 5


aus der pfarre

Der Nikolaus kommt! Seit dem Mittelalter wurde der Heilige Nikolaus im Abendland als Patron der Kinder, Schüler und Studenten verehrt. Rund um ihn hat sich ein vielfältiges Brauchtum entwickelt. So etwa auch der Brauch, sich als Bischof zu verkleiden und am Nikolaustag Geschenke zu verteilen. Als Vorbote auf Weihnachten will der Hl. Nikolaus Freude und Wärme in die Familien bringen.

Blons

St. Gerold

Thüringerberg

Am Freitag, den 6. Dezember, und am Samstag, den 7. Dezember, besteht die Möglichkeit, den Nikolaus zu euch nach Hause einzuladen. Anmeldung bei Carina Türtscher unter T 0664 / 130 29 15 oder carina.tuertscher@blons.net

Der Nikolaus besucht euch am Freitag, 6. Dezember 2013, ab 17:30 Uhr. Anmeldungen bei Maria Erhart, T 0664 / 411 49 56

Am Donnerstag, den 5. Dezember, besucht der Nikolaus ab 17:00 Uhr die Familien. Es ist wieder ein Beitrag von € 7,zu entrichten. Anmeldung bis Donnerstag, den 5. Dezember, um 12:00 Uhr beim Gemeindeamt, T 05550 / 24 17

St. Martin, ein heller Stern am Firmament! Der heilige Martin gilt als Schutzpatron der Armen. An seinem Namenstag, dem 11. November feiern viele Menschen ihm zu Ehren das Martinsfest und ziehen mit Laternen durch dunkle Straßen. Martin war ein römischer Soldat. An einem kalten Winterabend ritt er an einem frierenden Bettler vorbei. Martin hatte Mitleid mit diesem alten Mann und überlegte nicht lange. Er stieg vom Pferd und schnitt seinen langen warmen Mantel in der Mitte entzwei. Einen Teil schenkte er dem Bettler. Dieser war über den warmen Umhang sehr glücklich und brauchte nun nicht mehr zu frieren.

Blons

St. Gerold

Thüringerberg

Wir treffen uns am Dienstag, den 12. November, um 17:15 Uhr vor dem Kindergarten. Um 17:30 Uhr starten wir unsere Sternwanderung und ziehen mit den Laternen in die Kirche. Abschließend lassen wir das Fest bei Laternenschein und Brötle, welche wir - so wie St. Martin - gemeinsam teilen wollen, ausklingen.

Am Freitag, den 8. November, wollen wir wieder an die guten Taten des Hl. Martin erinnern. P. Christoph wird mit uns gemeinsam einen Wortgottesdienst feiern. Wir treffen uns um 17:45 Uhr beim Dorfbrunnen und freuen uns schon auf euch und eure leuchtenden Laternen.

Der Kindergarten Thüringerberg feiert das Martinsfest am Montag, den 11. November, um 17:30 Uhr in der Pfarrkirche. Anschließend sind alle zu heißem Tee und Glühmost auf dem Feuerwehrplatz eingeladen.

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aus der pfarre

Weihnachtsmarkt Blons

Samstag, den 30. November, ab 14:00 Uhr Diverse Aussteller präsentieren beim traditionelle Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz in Blons ihr Angebot. Kommt vorbei und genießt eine schöne Zeit mit eurer Familie, Freunden und Bekannten. Der USV Blons freut sich über zahlreichen Besuch.

Krippenfreunde Großes Walsertal Krippenausstellung Mittelschule Blons Samstag, 30. November, von 10:00 bis 20:00 Uhr Sonntag, 1. Dezember, von 10:00 bis 17:00 Uhr Die Krippenfreunde freuen sich über viele Krippeninteressierte!

Gedenkmessen Thüringerberg: 9.11.2013 – 19.30 Uhr Gedenken für

Ida und Jakob Reimann und verstorbene Angehörige

Ewald Burtscher

und verstorbene Angehörige

Adventfenster Thüringerberg Dieses Jahr möchten wir den Dezember wieder mit Adventfenstern besinnlich gestalten. Die ganze Bevölkerung ist dazu herzlich eingeladen. Personen, die ein Fenster schmücken möchten, können sich bitte bis zum 15. November bei Carmen Stark unter 06 64 / 422 89 91 oder bei Hildegard Obexer unter 204 77 melden. Eine Kassa, mit der freiwillige Spenden für einen guten Zweck gesammelt werden, wird bei jeder Adventfenstereröffnung aufgestellt. Die Spenden kommen dem Verein „debra – Hilfe für die Schmetterlingskinder“ zugute. Schmetterlingskinder leiden unter einer folgenschweren Hauterkrankung. Der Verein hilft unter anderem bei der medizinischen Versorgung, bietet soziale Unterstützung an und fördert Forschungsprojekte.

Blons Liebe Einwohner von Blons, wir Bäuerinnen möchten gerne mit beleuchteten Fenstern durch die Adventszeit führen. Dabei brauchen wir eure Hilfe. Egal, ob ihr in der Dorfmitte oder auswärts wohnt, es sind alle dazu eingeladen. Es kann jeder für sich entscheiden, wie er das Adventfenster gestalten will und welchen Tag er sich wünscht. Damit keine zu große Hektik entsteht, wäre es fein, wenn es einige „Stille Fenster“ und nur ein bis zwei Fenster pro Woche mit gemeinsamen Treffen und einer Adventbesinnung gäbe. Wer gerne ein Fenster im eigenen Haus schmücken und beleuchten möchte, kann sich bei Irmgard Zech unter 06 64/461 02 67 bis 10. November melden. 7


Die „Stadt der Kinder“ Theresia Bickel aus St. Gerold arbeitete die letzten drei Jahre beim Projekt Concordia von P. Georg Sporschill in der Republik Moldau (Moldawien) und Rumänien mit. Seit August ist sie wieder zurück in St.Gerold. Was hat dich ursprünglich dazu motiviert, bei diesem Projekt mitzumachen? 2008 wurde ich von Angela King, einer Schulfreundin von mir, gefragt, ob ich nicht einmal nach Moldau kommen und mit den Kindern und Erzieherinnen einen künstlerisch-kreativen Workshop abhalten möchte. Sie erzählte von der Armut in diesem Land. Das machte mich neugierig, und so flog ich einmal nach Moldau und schaute mir die „Stadt der Kinder“ in Pirita an und lernte bei dieser Gelegenheit auch die Organisation „Concordia“ kennen. Ich war tief berührt von den Schicksalen der Kinder und sehr beeindruckt von der Arbeit der Menschen in dieser Organisation. Ich war dann immer wieder dort und malte, töpferte,schöpfte Papier und filzte mit den Kindern und Jugendlichen. Pater Georg Sporschill bat mich dann, das gleiche auch in Rumänien zu machen. Kannst du uns den Verein Concordia und seine Aufgaben beschreiben? 1991 ging Pater Georg Sporschill im Auftrag seines Ordens zu den Straßenkindern von Bukarest. Zusammen mit Ruth Zenkert gründete er die „CONCORDIA Sozialprojekte“ und holte Kinder von 8 8

den Straßen und aus den Kanälen der rumänischen Hauptstadt. In Aricestii, 80 km nördlich von Bukarest, wurde eine aufgelassene Kolchose erworben und zu einer Farm für Kinder mit Wohnhäusern, Landwirtschaft, Bäckerei und Werkstätten ausgebaut. Im Laufe der Jahre wurden in Bukarest und Umgebung weitere Kinderhäuser und soziale Wohngemeinschaften für Jugendliche gegründet. Seit Weihnachten 2002 bietet das Sozialzentrum Sankt Lazarus in Bukarest eine erste Anlaufstelle für die Kinder und Jugendlichen der Straße. Als erstes ist ein Platz zum Schlafen, Essen und Duschen wichtig. Das CONCORDIA Team hilft den Kindern bei Problemen mit Behörden und Dokumenten, mit der Polizei und bei der Arbeitssuche. Im Sozialzentrum werden die kranken Kinder medizinisch versorgt. „Wir müssen helfen, wo die Not am größten ist.“ Dieses Prinzip führte Pater Georg Sporschill 2004 in die Republik Moldau, in das ärmste Land Europas. Auch hier setzte er sich mit Angela King für Waisenkinder und verwahrloste Jugendliche ein. In Pirita, einer Landgemeinde am Ufer des Nistru, begann die Errichtung der „Stadt der Kinder“. Zehn Kinderhäuser, eine Krankenstation, ein Kindergarten, ein Gemeinschaftshaus, eine Sporthalle, ein Gästehaus und Wirtschaftsräume wurden erbaut und jetzt auch ein Kunstatelier. Doch auch alte Menschen leiden in der Republik Moldau große Not. Deshalb knüpft CONCORDIA ein Netz von 40 Suppenküchen und 10

Sozialzentren übers ganze Land, wo täglich bis zu 5000 Menschen ein warmes Essen bekommen. Seit Herbst 2008 führt CONCORDIA in der bulgarischen Hauptstadt Sofia das Sozialzentrum „Dom Konstantin“. Im Stadtzentrum von Sofia wurde ein Friseursalon eröffnet, in dem Jugendliche aus dem CONCORDIA Sozialzentrum eine Ausbildung absolvieren können, die mit einem staatlich anerkannten Diplom abschließt. Concordia stellt heute insgesamt ungefähr 600 Arbeitsplätze in diesen Ländern zur Verfügung, – die Lohnkosten werden alle aus Spendengeldern bezahlt. Es sind auch immer wieder Volontäre, freiwillige Helfer aus Österreich, Deutschland und auch anderen Ländern, die bei den Aufgaben mithelfen. Was waren speziell deine Tätigkeiten beim Projekt? Meine Aufgabe bei Concordia war, ein dauerndes Angebot an kreativen und künstlerischen Tätigkeiten für Kinder, Jugendliche und Erzieherinnen zu schaffen, die künstlerische Gestaltung in den Häusern bei Veranstaltungen zu den bestimmten Jahresfesten zu planen und durchzuführen und Geschenke für Sponsoren und Gäste mit den Kindern herzustellen. Ich sah meine Aufgabe ganz stark darin, den Kindern Mut zu machen, ihre eigene Kreativität zu entfalten, eigene Ideen zu entwickeln und selbst Lösungen zu finden. Dafür richtete ich in Pirita – der Stadt der Kinder und in Aricestii auf


theresia bickel, st. gerold

der Farm ein Kunst-Atelier ein. Dieses Kunst-Atelier ist ein Platz, an den die Kinder freiwillig kommen, wo eine ruhige Atmosphäre herrscht und sie Unterstützung in ihrem Tun bekommen und nicht bewertet werden. Dadurch erfahren sie Lebensfreude und Selbstbewusstsein. Bei diesem kreativen Schaffen werden Ausdauer und Konzentration geübt, was in Krisensituationen eine Hilfe sein kann. Zudem können sie ihr Erlebtes im Tun verarbeiten. Etwas selbst zu schaffen gibt Mut. Für viele dieser Kinder und Jugendlichen ist es etwas Neues, auf sich selbst stolz zu sein und Anerkennung zu erfahren. Welche Ziele haben sich die Menschen im Verein Concordia für ihre Arbeit gesetzt, was sind die größten Wünsche, was die größten Probleme, mit denen ihr konfrontiert wart? Das Ziel ist, für die Kinder und Jugendlichen ein fröhliches, liebevolles und vertrautes Milieu – eine Familie - mit klaren Regeln zu schaffen, damit sie zu selbständigen und lebenstüchtigen Menschen heranwachsen können. Ein geregelter Tagesablauf, gutes Essen, ein Bett und die Gemeinschaft geben den Kindern, die Hunger, Kälte und Gewalt erlebt haben, Schutz und Sicherheit. Die großen Kinder helfen den Kleinen bei den Hausaufgaben und beim Aufräumen. In der Freizeit gibt es sportliche und musisch-kreative Aktivitäten für die ganze „Stadt der Kinder“ wie Chor, Tanz- und Theatergruppe und Fremdsprachenunterricht. Jeden Abend versammeln sich Kinder und ErzieherInnen in der Kapelle zum Abendgebet. Die Kinder wünschen sich eine

selbstbestimmte Zukunft, dass sie was lernen dürfen und dass sie vielleicht einmal nach Österreich kommen können. Ein Problem ist, dass vor allem die Straßenkinder so einen Freiheitsdrang haben und immer wieder auf die Straße zurück kehren, es nicht aushalten, sich an Regeln zu halten oder sie brauchen wieder Drogen, die im Projekt strengstens verboten sind. Drogen, HIV und Hepatitis C sind ein großes Problem. Viele kommen wieder zurück. Viele Kinder sind traumatisiert, brauchen psychologische Betreuung. Was hat dich persönlich am meisten beeindruckt, was nimmst Du aus dieser Zeit für dich mit? Sehr beeindruckt hat mich die Offenheit und Fröhlichkeit der Kinder, trotz ihrer schwierigen, oft gewaltsamen Vergangenheit, die Herzlichkeit und das Vertrauen, das sie einem entgegen bringen und auch die Erzieher und Erzieherinnen, die mit großem Enga-

gement und Einfühlungsvermögen die seelisch verletzten und gedemütigten kleinen Menschen begleiten und betreuen. Ich fühle mich reich beschenkt. Die Kinder und auch die alten Menschen haben nichts, aber sie geben Liebe, Zuneigung, Hoffnung und Vertrauen. Es gibt einen anderen Blick auf das Leben überhaupt. Die Hilfe dort ist ein Tropfen auf den heißen Stein, ich war nur ein kleines Rädchen in dieser großen und gut funktionierenden Organisation. Wenn ich an die alten einsamen Leute in Moldau denke und an ihre Umstände, dann wird mir klar, es geht in erster Linie um Beziehung und dann erst um das Materielle. Das Interview mit Theresia Bickel führte Irene Dworak-Dorowin

Bankverbindung: Concordia Raiffeisenlandesbank NÖ / Wien BLZ 32  000 Kto.Nr. 7  034  499 IBAN AT663200000007034499 BIC/SWIFT:RLNWATWW Spenden sind steuerlich absetzbar!

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nachruf

Zum Gedenken Hildegard Pfister

„Hast du Angst vor dem Tod?“, fragte der kleine Prinz die Rose. Darauf antwortete sie: „Aber nein! Ich habe doch gelebt, ich habe geblüht und meine Kräfte eingesetzt soviel ich konnte.“ Mit dieser Antwort der kleinen Rose kann das Leben unserer Mama, Oma und Uroma Hildegard treffend beschrieben werden. In den beinahe 100 Jahren, die sie lebte, gab es sonnige Zeiten, freudige Erlebnisse und schöne Momente, aber auch Zeiten, in denen ihre ganzen Kräfte gefordert waren. Geboren wurde Hildegard am 19.7.1915 als zweites von zwölf Kindern von Veronika und Leopold Rinderer in Thüringerberg. Sie wuchs in der Geborgenheit einer Großfamilie auf, musste jedoch schon früh Verantwortung für ihre Geschwister übernehmen und in der Landwirtschaft 10 10

mit anpacken. 1931 wurde ihr Elternhaus samt Stall ein Raub der Flammen. Während die jüngeren Kinder auf verschiedene Familien aufgeteilt wurden, unterstützte Hildegard ihre Eltern bei der Arbeit. Danach nahm sie die Chance wahr, in Imst eine Webereischule zu besuchen. Mit dieser Ausbildung fand sie dann eine Beschäftigung in einem Webereibetrieb in Absam, wo sie zehn Jahre lang arbeitete. Von dieser Zeit erzählte sie immer wieder gerne. Es waren für sie unbeschwerte Jahre, in denen sie viel Neues erleben und gute Freundschaften schließen konnte. Durch die Kriegswirren musste der Betrieb geschlossen werden und Hildegard kehrte in ihr Elternhaus zurück, wo sie in der Haus- und Landwirtschaft dringend gebraucht wurde. 1948 heiratete sie dann den Landwirt Albert Pfister. Gemeinsam errichteten sie mit viel Fleiß und Entbehrungen ein Eigenheim, in das sie 1952 mit ihren Kindern Agnes und Roland einziehen konnten. Siegfried, Roman und Christl machten die Familie dann komplett. Nur 13 Jahre später verlor die Familie durch einen schrecklichen Brand Haus und Hof. Mit viel Optimismus unterstützte Hildegard ihren Mann beim Neubau. Jahre später, als Sohn Siegfried die Landwirtschaft übernahm, konnten sie ihren Ruhestand genießen. Gerne unternahmen sie kleinere Reisen. Auch mit den

4. Oktober 2013 Nachbarn pflegte Hildegard ein gutes Verhältnis und so mancher Ausflug wurde gemeinsam unternommen. Hildegard freute sich immer besonders, wenn ihre Enkel zu Besuch waren. Sie war eine geduldige und liebevolle Oma. 1996 musste sie den Tod ihres Mannes Albert hinnehmen. Sie war froh, die Familie ihres Sohnes im Haus zu haben und einige Jahre später war sie dankbar für deren Unterstützung. Ganz unerwartet verstarb im April 2007 ihre Schwiegertochter Walfrieda. Einige Zeit später übersiedelte Hildegard zu ihrer Tochter Agnes, wo sie auch das Heranwachsen ihrer neun Urenkel mitverfolgen konnte. Sie freute sich stets, die Kinder zu sehen und beschenkte sie immer wieder mit selbstgestrickten Socken. Zwei harte Schicksalsschläge trafen sie 2009 und im Jänner dieses Jahres, als ihre Söhne Roland und Roman verstarben. Ihr starker Glaube half ihr aber auch in dieser schweren Zeit. Es lag ihr sehr am Herzen, niemandem zur Last zu fallen und sie war dankbar für jeden Besuch, jede Aufmerksamkeit und jeden Handgriff, den man ihr abnahm. Obwohl ihr Leben besonders in den letzten Monaten immer beschwerlicher wurde, hörte man sie nie klagen. Oma, an dir können wir uns ein Beispiel nehmen. Du hast uns gezeigt, das Leben anzunehmen und allem etwas Gutes abzugewinnen. Vergelt`s (dr) Gott! Edith Mäser


kennen sie schon?

Kennen Sie schon? Name: Sibylle Geiger Beruf: Büro- und Einzelhandelskauffrau geboren: 1972 Kinder: Rene, Nick und Tina lebt/wirkt in Thüringerberg seit: 1998 aktiv in der Pfarre: als PGR-Mitglied 1. Wo ist dein Lieblingsplatz in Thüringerberg? bei mir Zuhause 2. Welche Eigenschaft schätzt du bei anderen Menschen am meisten? Ich nehme sie so, wie sie sind. 3. Was war dein bisher wichtigstes Erlebnis im Leben? Es war am 18. April. 4. Wie sieht dein perfekter Sonntag aus? Gemütlich aufstehen, schauen wie das Wetter wird und dann entscheiden. 5. Was wäre für dich das größte Unglück? Ich hoffe, ich werde es nie erfahren. 6. Was liegt immer in deinem Kühlschrank? Butter, Milch für den Kaffee und Marmelade 7. Was verschenkst du am liebsten? Zeit 8. Wie feierst du Weihnachten? Am Vorabend schmücken wir den Weihnachtsbaum mit der ganzen Familie. Nach einem guten Frühstück gehen wir mit einigen Pfadfindern und Kindern von Thüringerberg das Friedenslicht verteilen. Nach etlichen Wachsflecken im Auto sind wir mittags zum Essen eingeladen. Seit einigen Jahren helfe ich bei der Kindermette mit, was mir sehr gut gefällt. Danach gehen wir nach Hause und warten auf das Christkind. 9. Was ist deine liebste Bibelstelle? Hab ich leider keine, dafür ein Lieblingsgedicht: „Nur wenn ihr vom Fluss der Stille trinkt, werdet ihr wirklich singen. Und wenn ihr den Gipfel des Berges erreicht habt, dann werdet ihr anfangen zu steigen. Und wenn die Erde eure Glieder fordert, dann werdet ihr wahrhaft tanzen.“

impressum: Herausgeber: Pfarrverband Blons, St. Gerold, Thüringerberg Redaktion (verantwortlich) & Layout: Conny B. e-mail: pfarrblatt@blons.net; Druck: diöpress Feldkirch Fotos: Titelblatt: Dietrich Schneider, pixelio.de; Seite 2: Conny B.; Seite 3: David G., August B; Seite 4: Simone N., Illustrationen: Sarah Frank/pfarrbrief service.de; Seite 5: Bianca B., Illustrationen Sarah Frank/pfarrbriefservice.de; Seite 6: Illustrationen: pfarrbriefservice.de; Seite 7: Ilse Dunkel, pixelio.de; Seite 8/9: Illustartion: Factum ADP, Theresia B.; Seite 9: privat; Seite 10: Sibylle G. Das nächste Pfarrblatt erscheint am: Sonntag, 1. Dezember 2013 Redaktionsschluss: Freitag, 15. November 2013

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gottesdienste im november 2013 jänner 2012

Blons

St. Gerold

Thüringerberg

Allerheiligen Do 31. Oktober Fr 1. November

19.30 Vorabendmesse 8.45 Rosenkranz 14.00 Gräberbesuch

10.00 Eucharistie 14.00 Gräberbesuch 20.00 Taizégebet

keine 8.45 Eucharistie 15.00 Gräberbesuch

31. Sonntag Sa 2. Allerseelen So 3.

19.30 Eucharistie 8.45 Rosenkranz

Mi 6. Do 7.

19.30 Eucharistie

10.00 Eucharistie 10.00 Eucharistie

8.45 Eucharistie 8.45 Eucharistie

Gedenken an die Gefallenen, musikalische Gestaltung durch den MV Thüringerberg

18.00 Eucharistie

32. Sonntag Sa 9. So 10. Mi 13. Do 14.

8.45 Eucharistie

Gedenken an die Gefallenen

10.00 Eucharistie

19.30 Eucharistie 8.45 Rosenkranz

19.30 Eucharistie 18.00 Eucharistie

33. Sonntag Sa 16.

19.30 Eucharistie

von Frauen gestaltet

So 17.

8.45 Rosenkranz

Mi 20. Do 21. Fr 22.

keine

10.00 Eucharistie

8.45 Eucharistie

mit Ministrantenaufnahme

8.00 Schülermesse

18.00 Eucharistie

10.00 Familienmesse

19.30 Eucharistie 8.45 Rosenkranz

9.00 Schülermesse

Christkönigssonntag Sa 23. So 24. Mi 27. Do 28.

8.45 Eucharistie

mit Ministrantenaufnahme

mit Ministrantenaufnahme

19.30 Eucharistie 18.00 Eucharistie

1. Adventsonntag Sa 30. So 31.

19.30 Eucharistie 8.45 Rosenkranz

10.00 Eucharistie

8.45 Patroziniumsmesse

Pfarrblatt November 2013  

Das Pfarrblatt der Gemeinden Blons, St. Gerold und Thüringerberg

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