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NEUE BRIEFE Bitte raustrennen!

NEUE BRIEFE Lesestoff f端r den Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e. V. 37. JAHRGANG #1 2013

THEMA

Eine Chance f端r den BdP: pfade und Neue Briefe

THEMA

Lebenswege

THEMA

Was macht eigentlich...?


Editorial Huch! Neue Briefe - wurden die nicht mit der Ausgabe 120 eingestellt? Ja, eigentlich schon, und nun kommt das Aber. Die Neuen Briefe kĂśnnen und dĂźrfen wir nicht einfach so einstellen. Sie waren seit 1977 das Medium, das FĂźhrungsmitglieder und Ă„ltere des BdP erreicht hat und in dem kontrovers diskutiert wurde. Diskussion und Austausch sollen auch weiterhin einen Platz im BdP haben! Daher bleiben die traditionsreichen Neuen Briefe erhalten. Als Einlegeheft in der Zeitschrift pfade werden die Neuen Briefe weiterbestehen und so zugleich einen grĂśĂ&#x;eren Kreis als zuvor erreichen. Allerdings erscheinen die Neuen Briefe nur dann, wenn es genĂźgend Artikel gibt. Die Neuen Briefe gehĂśren zu der Sorte der Totgeglaubten, die länger leben. Herzlich Gut Pfad Olli fĂźr den Bundesvorstand

AuĂ&#x;ergewĂśhnliche, besondere, einzigartige Geschichten: Die      pfade und in den Neuen Briefen.

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Eine Chance für den BdP: pfade und Neue Briefe Stephanie Pieper Gründungsteam pfade

Die ersten pfade-Seiten habt ihr hinter euch und seid bei den Neuen Briefen angelangt. Herzlich willkommen! Welche Idee hinter der schönen neuen Publikationswelt des BdP steckt und wie dieses „aus zwei mach eins“ funktioniert, wer die Geburtshelfer dieser ersten Ausgabe waren und wie es weitergehen soll - dazu gewähren euch die folgenden Zeilen ein paar Einblicke. Los geht’s. pfade – was ist das eigentlich? Was machen Pfadfinderinnen und Pfadfinder, wenn sie sich treffen? Sie wandern und zelten, sie entzünden Lagerfeuer und singen, sie lernen die Natur kennen und schließen Freundschaften. Vor allem aber erzählen sie sich immer wieder Geschichten über das, was sie gemeinsam bei früheren Fahrten und Lagern erlebt haben. Wer kennt sie nicht, diese Runden abends beim Tschai, wenn der eine anfängt: „Weißt Du noch, damals, als wir durch Finnland gewandert sind ...?“ Und die nächste einfällt: „Stimmt, das war wirklich verrückt, als wir morgens aus der Kohte gekrabbelt sind und in der Ferne den Elch entdeckt haben ...“ Genau das ist die Idee, die hinter pfade steckt: Wir wollen die außergewöhnlichen, die besonderen, die einzigartigen Geschichten, die Pfadfinderinnen und Pfadfinder erleben, teilen – und zwar mit allen anderen im BdP. Diese Geschichten will zunächst der pfade-Blog (www.pfa.de und www.pfadeblog.de) abbilden, denn natürlich sind all unsere Mitglieder heute online unterwegs, meist mobil. Die besten und spannendsten Geschichten landen dann vier Mal im Jahr in der gedruckten Zeitschrift pfade. Denn was zieht Leserinnen und Leser beim Durchblättern eines Magazins in einen Artikel hinein? Es sind meist nicht nackte Zahlen oder nüchterne Fakten, sondern die persönlichen Erlebnisse von Menschen – reich bebildert, packend geschildert. NEUE BRIEFE 01|13

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nen also, bei dem man um die Ecke denken muss, der Wortwitz hat. Es gab nach dem Ende von LOGO! diverse Sammlungen von Titelvorschlägen im BdP. Es ist jedoch enorm schwer, einen Zeitschriftentitel zu finden, der allen Anforderungen gerecht wird. pfade ist all das, was einen guten Magazintitel ausmacht: Er ist kurz, er ist eingängig, er ist prägnant, er passt in die digitale Welt - und er hat noch dazu denselben Wortstamm wie Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Den Titel Neue Briefe haben wir beibehalten, weil er Tradition hat und trotzdem modern ist. Wer hat das neue Layout entwickelt? Das Layout hat vor allem Julia Nissen (Winkie) entworfen; sie war früher im Stamm Hanseaten aus LV Schleswig-Holstein/Hamburg, heute lebt sie in Berlin und betreibt gemeinsam mit Ronald Horn die Crossmedia-Agentur HORNNISSEN (www.hornnissen.de). Beim Feinschliff halfen netterweise Kolleginnen von Tom aus der Agentur KircherBurkhardt, einer Agentur für narrative Markenführung (www.kircher-burkhardt.com). Das pfade-Gründungsteam hält das Layout für zeitgemäß, ohne dass es zu sehr dem Zeitgeist verfällt; es bietet ebenso Platz für große Geschichten mit großformatigen Fotos wie für kürzere Rubriken; es setzt auf Grafiken und nimmt auch gestalterisch immer wieder Bezug auf das, was online passiert. Ihr könnt euch in dieser Erstausgabe nun selbst ein Bild machen. Viele Fragezeichen – viele Antworten. Der BdP braucht Medien, um sich selbst weiterzuerzählen.

Wie ist pfade entstanden? Zugegeben, der Neustart war nicht leicht. Seit langem war klar: Der BdP möchte seine beiden Mitgliederzeitschriften LOGO! und Neue Briefe anders gestalten. Allein: Es fehlte an Geld für den ganz großen Wurf. Das Ende gerade der LOGO! und der Neuen Briefe war gewiss nicht rühmlich, die Redaktionen und der Grafiker fühlten sich ausgebootet; monatelang herrschte danach Stillstand im kreativen Prozess. Bis der Bundesvorstand im Herbst 2012 den erfahrenen Journalisten und Medienkonzepter Tom Levine aktivierte, der dann wiederum Grafikerinnen und potenzielle Autorinnen und Autoren um sich scharte. Das Team traf sich erstmals Anfang des Jahres in

Wie ist pfade entstanden? Berlin und feilte an der inhaltlichen Ausrichtung sowie der grafischen Gestaltung von pfade und den künftig integrierten Neuen Briefen. Tom hat das Konzept im Juni bei der BdP-Bundesversammlung in Immenhausen vorgestellt, die begeistert Beifall gab. Der Erstausgabe von pfade/Neue Briefe stand nun nichts mehr im Wege: Ihr haltet sie in den Händen. Wie ist der Titel pfade entstanden? Einen Titel wie „eisbrecher“ haben sich viele gewünscht: ei-

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pfade digital: Was passiert wo? Es gibt sie zuhauf, die guten Geschichten aus dem Pfadfinderinnen- und Pfadfinderleben. Wir müssen sie nur aufspüren - und euch ein Forum bieten, damit ihr sie erzählen könnt. Denn ihr seid dabei gewesen, deshalb könnt ihr am besten schildern, was ihr erlebt habt. Dieses Forum ist der pfade-Blog (demnächst auf pfa.de, jetzt erstmal auf pfadeblog. de) Wir möchten die Hemmschwelle möglichst niedrig anlegen: Schreibt einfach auf, was euch bewegt und umtreibt. Ob kurz oder lang – im pfade-Blog sind alle Formate möglich; Spannendes aus euren Stammeszeitungen oder Landeszeitschriften oder Facebook-Seiten ist hoch willkommen. Im besten Fall setzen die Beiträge im Blog online eine Diskussion in Gang oder heizen sie an: etwa über „alles Bio“ oder „alles Discounter“ beim Lager-Großeinkauf, über Sinn und Unsinn von Grundkursen, über die Vor- und Nachteile von Lederhosen ... Ebenso erwünscht sind aber selbstverständlich auch all die kleinen Schnipsel aus der Rubrik „Vermischtes“, die wir alle so gern konsumieren: unnützes Pfadi-Wissen, erprobte Rezepte aus der Lagerküche, das witzigste Bild des Pfingstlagers. Kommentieren, liken, twittern, sharen – all das ist möglich. Bewusst haben wir uns gegen eine eigene pfade-Seite bei Facebook entschieden; stattdessen wollen wir die vorhandenen Kanäle zum Einsammeln und zur Verbreitung eurer Inhalte nutzen. Klar ist, dass wir Wert legen auf Datenschutz und Barrierearmut. pfade gedruckt: Ist das nicht total old school? Wir meinen: nein. Eine gut gemachte Mitgliederzeitschrift hat auch für die „Generation Facebook“ noch ihren Reiz. Dass junge Leute tatsächlich manchmal noch lesen, zeigen die Kinder-Ausgaben von „Spiegel“ und Geo“, aber auch die Erfolge des „Spiesser“ und von „Neon“. Das „best of“ des Blogs (ermittelt unter anderem durch eure Abstimmung im Netz) erscheint deshalb vier Mal im Jahr in der gedruckten Ausgabe


pfade – angereichert durch große Fotos, interessante Grafiken und kreative Darstellung der digitalen Inhalte. Es geht also – Neudeutsch – um: Content, erst online, dann gedruckt. Jedes Heft soll einen Schwerpunkt haben, so wie diesmal das Bula. Das mögliche nächste Thema wird am Ende jedes Heftes „angerissen“, euch also zur Diskussion vor die Füße geworfen. Doch das Schwerpunktthema kann sich auch aus dem ergeben, was im pfade-Blog besonders viel Zuspruch findet. Der Bundesvorstand wird pfade überdies aktiver als bisher nutzen, um inhaltliche Akzente zu setzen. Ziel dieser Publikation ist es, Mitglieder zu binden und zu werben. Die Zeitschrift geht allen Mitgliedern des BdP weiter direkt per Post zu. Neue Briefe: Warum kein eigenes Heft mehr? Wir sind ehrlich: auch, weil „two in one“ günstiger ist – es ist von nun an ein Abwasch bei der Gestaltung, beim Druck, beim Versand. Der Vorteil: Der Adressatenkreis der NB wird erheblich größer. Bekamen bislang lediglich die Aktiven in Land und Bund sowie die Abonnenten die NB, so erhält sie jetzt jedes Mitglied. Der Mittelteil ist in Format und Layout aber bewusst anders gestaltet als die pfade, um sich davon abzuheben. Die Leserinnen und Leser können die NB mithin lesen – oder es auch lassen und einfach weiterblättern zur nächsten pfade-Seite.

sere Gesellschaft ringen. Im Idealfall sind die NB-Artikel also gleichermaßen analytisch, anregend und meinungsstark.

Neue Briefe: Warum kein eigenes Heft mehr?

Wie kann ich mich einbringen bei pfade und NB? Indem Du Deine Geschichte erzählst: im pfade-Blog, in pfade, in den Neuen Briefen. Das kann die kleine Geschichte über die lustige Panne beim Zeltaufbau sein, aber auch die große Geschichte über die Sommerfahrt ins Weserbergland. Kurzum: Wir suchen Autorinnen und Autoren, die das aufschreiben, was sie erlebt haben als Pfadfinderin oder Pfadfinder. Schreibt an pfade@pfadfinden.de oder nutzt die Kontaktmöglichkeiten auf www.pfadeblog.de oder (wenn uns die URL endlich gehört) www.pfa.de. Ach so, eine Chefredakteurin oder einen Chefredakteur und ein festes Redaktionsteam sowie regelmäßig schreibende Autorinnen und Autoren suchen wir übrigens auch noch. Auf dem Bundeslager wird die Lagerzeitschrift diesmal im Layout der pfade erscheinen, um das Magazin gleich bei allen bekannter zu machen. Das ist unsere Botschaft und unsere Bitte: Nur wenn ihr mitmacht, wenn ihr euch beteiligt, dann werden der pfade-Blog, die pfade und die Neuen Briefe gefüllt - mit Pfadi-Leben. Und nur dann heißt es: Fortsetzung folgt.

Wofür ist Platz in den neuen Neuen Briefen? Für all das, wofür auch in den alten Neuen Briefen bereits Platz war: für Debatten über die Pädagogik des BdP, für Tipps zur Ausbildung, für Berichte über die internationalen Konferenzen von WAGGGS und WOSM, für Geschichten über die Geschichte der Pfadfinderinnen- und Pfadfinderbewegung und und und ... Die Beiträge in den NB sollen all jene ansprechen, die sich abseits des Pfadi-Alltags ihre eigenen Gedanken machen über die größte Jugendbewegung der Welt: Stammesführer, Mitglieder in den Landesvorständen und im Bundesvorstand, Ranger und Rover, Erwachsene im BdP – und ja, auch Eltern. Denn es kann nicht schaden, wenn Mütter und Väter von Kindern und Jugendlichen beim Durchblättern von pfade und NB merken: Im BdP sind Menschen aktiv, die sich Gedanken machen, die diskutieren, die um eine bes-

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Lebenswege Oliver Wunder Stellvertretender Bundesvorsitzender

Lebenswege – Die Zwei-Jahresaktion für die R/R Stufe Die Evaluation hat uns wachgerüttelt. Wichtige altersspezifische Themen spielen nur eine untergeordnete Rolle im durchgeführten Programm der R/R-Stufe. Dabei beschäftigen diese Themen die R/Rs tagtäglich und beeinflussen stark ihre Bereitschaft, weiterhin aktiv Mitglied im BdP zu sein und sich zu engagieren. Hier setzt die Zwei-Jahresaktion „Lebenswege“ an und macht daraus die Kernthemen der bundesweiten R/R-Stufenarbeit bis 2014. Was verändert sich im R/R-Alter? Die R/R-Stufe erstreckt sich über neun Jahre – von 16 bis 25 – und ist damit die Stufe, in der die längste Zeit des Pfadfinderlebens verbracht wird. In den neun Jahren verändert sich viel im Leben eines heranwachsenden Menschens, das gilt natürlich auch bei den Pfadfindern. Die meisten Jugendlichen wohnen mit 16 Jahren noch im Elternhaus. Sie sind Schüler oder beginnen gerade eine Ausbildung. Die Pubertät nähert sich dem Ende und vieles wird ausprobiert. In den nächsten neun Jahren wandelt sich nahezu das gesamte Leben radikal. Mit dem Ende der Schulzeit verändern sich der Freundeskreis, der Tagesablauf und oft die gewohnte Umgebung; Anker des Lebens, die über Jahre hinweg den Lebensmittelpunkt bildeten. Früher oder später ziehen die Jugendlichen bei den Eltern aus, gehen längere, festere Partnerschaften ein und finden ihre sexuelle Identität. Die persönlichen Wertvorstellungen und politischen Ansichten formen und konkretisieren sich. Es ist die Zeit, in der bei der Berufs- oder Studienfachwahl Weichen für das spätere Leben gestellt werden. Die Jugendlichen übernehmen selbst die Verantwortung für ihr Leben. Verantwortungsübernahme findet aber nicht nur im Privatleben statt, sondern auch im Pfadfinderleben. Die Sippe wird zur Runde und entscheidet frei, was sie machen möchten, kein älterer Sippenführer mischt sich in Entscheidungsprozesse ein. Viele R/Rs übernehmen Aufgaben als Gruppenleitung und Stammesführung, später vielleicht auch auf Landesoder Bundesebene. Diese Veränderungen im Pfadfinder- und Privatleben laufen nicht nebeneinander her ohne sich gegenseitig zu beeinflussen – vielmehr sind sie für einander bestimmend. Die R/R-Arbeit kann den jungen Menschen dabei unterstützend und fördernd zur Seite stehen.

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Auch die pädKonz greift das Thema auf Dieser Schwerpunkt der Zwei-Jahresaktion „Lebenswege“ findet sich auch in der pädagogischen Konzeption des BdP, in der zu den Inhalten der R/R-Stufe steht: „Im Mittelpunkt der [R/R]-Arbeit stehen der Ausbau und die Verfeinerung der Kompetenzen, die in den anderen zwei Stufen erlangt wurden. Diese werden nun auch vermehrt außerhalb der Pfadfinderarbeit angewandt, z. B. in Freundeskreis, Schule oder Beruf. Des weiteren setzt die Ranger- und Roverstufe Impulse und bietet Unterstützung bei der Orientierung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen im alltäglichen Leben wie z. B. Beziehung, Berufswahl, Spiritualität. Ranger und Rover übernehmen Aufgaben inner- und außerhalb des Stammes, z. B. als Gruppenführung, bei der Organisation von Aktivitäten oder in einer Interessenvertretung. Ranger und Rover arbeiten zunehmend über Stammesgrenzen hinweg mit anderen zusammen. Eine wichtige Rolle in der Stufe spielt auch das Erkennen und Nutzen der internationalen Dimension des Pfadfindertums.“

Vom Jugendlichen zum Erwachsenen: R/R-Jahre sind prägend. Die erste Jahresaktion der R/R-Stufe Die Evaluation hat gezeigt, dass aber gerade die Themen, die im R/R-Alter von Bedeutung sind, keine große Rolle im Alltag des R/R-Programms einnehmen. Daher dreht sich die Zwei-Jahresaktion um die Themen Berufswahl, Arbeitswelten, Lebensphilosophien, Fahrt und Internationalität. Es ist übrigens die erste Jahresaktion für die R/R-Stufe des BdP. Diese Inhalte geben der Zwei-Jahresaktion ihren Namen: „Lebenswege“. Gemeint sind damit die möglichen Wege, die man im Leben wählen kann und die Wege, die man als R/R auf Fahrt und im internationalen Bereich gehen kann und geht. Denn auch hier eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten gegenüber der Pfadfinderstufe.


Endstation ScoutingTrain Bei der Umsetzung der Zwei-Jahresaktion spielen zentrale Großaktionen wie das Bundesmoot 2012, das Bundeslager 2013 sowie das 14. World Scout Moot 2013 in Kanada eine wichtige Rolle. Aber auch auf Bundesstufentreffen soll das Thema immer wieder aufgegriffen werden. Abgeschlossen wird die Zwei-Jahresaktion mit dem ScoutingTrain 2014 (mehr Infos zu diesem Projekt auf S. 26/27). Zusätzlich sollen die Landesverbände angeregt werden, auf Kursen, bei Stufentreffen oder Stufenaktionen zur Jahresaktion Programm anzubieten. So können alle R/Rs von diesen Treffen immer wieder neue Ideen und Anregungen für die eigene R/R-Arbeit im Stamm mitnehmen. Über besonders gelungene Aktionen im Rahmen der Jahresaktion soll in pfade, Landes- und Stammeszeitschriften berichtet werden, sowie auf dem „Lebenswege“-Blog (http://lebenswege.pfadfinden.de).

Strand, Sonne, Kothe unter Kenias Plamen. Als R/R auf Fahrt zu gehen, ermöglicht ganz neue Perspektiven.

Die Ziele der Jahresaktion sind: > Hilfestellung in persönlicher Orientierungsphase > Aufzeigen und Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Optionen > Selbstreflexion und Selbsterfahrung > Rollenbildung (Lebensrolle) > Vielfalt der Möglichkeiten auskosten > Gegenpole miteinander vereinen (Aufgaben im Stamm und dennoch Spaß) In einer Arbeitshilfe gibt es zu den zwei verschiedenen Oberthemen der Zwei-Jahresaktion „Lebenswege“ stichwortartig gesammelte Aktionsideen. Zu den Schwerpunkten können natürlich auch fast immer die bekannten Stufenmethoden angewendet werden. Auf dem Bundeslager wird Programm zu Lebenswege ein zentraler Bestandteil des Runden Raums und des R/R-Programms der Unterlager sein.

Mal was anderes ausprobieren und mit dem Skateboard auf Fahrt gehen. Auch das geht bei Lebenswege.

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Was macht eigentlich... ? Penny, Ulla Frenzel von Tom Levine Gründungsteam pfade

Immenhausen habe ich das erste Mal 1963 besucht. Es hat mich nie wieder losgelassen.

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In Immenhausen ist sie das erste Mal 1963 gewesen – vor 50 Jahren in diesem Sommer. Ulla Frenzel (Penny) kam von Krefeld aus zum dritten Bundeslager des Bundes Deutscher Pfadfinderinnen. Als Ameise. So nannten die Pfadfinderinnen damals den Service-Staff im Lager. „Von da an hat mich Immenhausen nie mehr losgelassen“, sagt Penny heute. Sie lebt seit Jahrzehnten im Berliner Westend, ist mit Pongo (also einem gleichfalls legendären Pfadfinder) verheiratet und hat nach drei Pfadfinderkindern inzwischen zwei (von sechs) Pfadfinderenkel. In den Regalen ihrer Wohnung stapelt sich mehr Material zum BdP-Bundeszentrum als irgendwo sonst in den Archiven. „Wann immer ich in Immenhausen gewesen bin, habe ich alles mitgenommen, was ich mitnehmen durfte, Postkarten, Broschüren, Berichte, Fotos“, sagt Penny. Und sie war über die Jahrzehnte oft in Immenhausen. Schon für die Wichtelmutter in den Sechzigern und die BDP-Landesmeisterin Berlin in den Siebzigern war Nordhessen fester Bestandteil der Reiseplanung. Was damals echt hart war. Von Berlin aus reiste man im Transitzug nach Hannover „und roch dann eine Woche lang nach diesem furchtbaren Reinigungsmittel“. 1994 legte Penny das Amt der stellvertretenden Bundesvorsitzenden nieder, nach zehn Jahren Mitwirkens in der Bundesleitung und sicher weiteren 40 Immenhausen-Aufenthalten. Seit Penny nicht mehr in Amt und Würden ist, ist Immenhausen ihr Thema. „Immenhausen ist unser gemeinsames Bundeszentrum, aber was mir zu häufig vergessen wird: Dieser Ort ist vor allem

mit der Geschichte des Bundes Deutscher Pfadfinderinnen eng verbunden.“ Für den Mädchenbund sei Immenhausen mit inhaltlichen Traditionen verbunden, denen heute leider nur wenig Bedeutung beigemessen werde. Das ist vor allem die soziale Arbeit, für die der BDPw legendär war. Bei ihrem ersten Bundeslager 1963 etwa, so Penny, gehörten zwei Einsatztage fest zum Programm. Für zwei Tage schufteten die jungen Frauen und Mädchen mit großem Spaß auf Bauernhöfen, in Kornfelder, Krankenhäusern oder Konservenfabriken zugunsten der PTA, der „Pfadfinderinnen Trotz Allem“, die einen ganz zentralen Platz im Geschehen des jungen BDPw einnahm. „Ich selbst kam auf einen Bauernhof, wo der größte Haufen von Bügelwäsche lag, den ich je gesehen hatte. Aber dann wurde die Bäuerin plötzlich abberufen, und so kümmerte ich mich den ganzen Tag um die Kinder. Die Wäsche blieb dann wohl ungebügelt.“ Das Soziale ist Pennys Sache geblieben. Als Gemeindesekretärin ist sie ehrenamtlich in der evangelischen Auengemeinde in Berlin Wilmersdorf tätig, Ansprechpartnerin für Mütter, Obdachlose, Künstler und Bundespräsidenten. Im Bundeslager wird Penny mit einigen anderen Älteren vom Freundeskreis Immenhausen in der Bundesjurte präsent sein und Rede und Antwort stehen über das, was das Bundeszentrum Immenhausen bedeutet, und was der Bund Deutscher Pfadfinderinnen in den BdP eingebracht hat. Sie freut sich schon darauf. Vom Geschichtsseminar weiß sie, dass das Interesse sehr hoch ist.


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