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Jahr des Glaubens Februar  – Mai 2013

Pfarreibulletin St. Peter und Paul


Editorial

Liebe Leserin   Lieber Leser Pfarreibulletin 110

❱ Impressum Herausgeber Pfarrei St. Peter und Paul, Winterthur Auflage 3000 Exemplare EmpfängerInnen Angehörige der Pfarrei Redaktion / Gestaltung Otto Dudle |odu Hugo Gehring |hug Andrea Holenstein |aho Rainer Holenstein |rho Andreas Jawork |aja Walter Okle |wok Giovanni Schäfli |gio Stefan Staubli |sts Redaktionsadresse Andrea Holenstein Lärchenstrasse 34 8400 Winterthur Telefon: 052 203 11 81 Mail: andrea.holenstein @greenmail.ch PC-Nr. 84-44650-2 Adressverwaltung Pfarramt St. Peter & Paul Tellstrasse 7 8400 Winterthur Telefon: 052 269 03 70 Druck und Versand Sailer Druck GmbH Technikumstrasse 12  – 14 8402 Winterthur Erscheinung viermal jährlich

Nachdem unser Jubiläumsjahr «ausgefeiert» ist, haben wir wieder freie Kapazität, weltkirchliche Anliegen in unsere Pfarreiplanung aufzunehmen. Am 11. Oktober hat Papst Benedikt XVI. anlässlich des 50. Jahrestages der Konzilseröffnung ein «Jahr des Glaubens» ausgerufen. Wir nehmen diese Anregung in der Predigtreihe zur Fastenzeit auf. Denn tatsächlich ist das «Kerngeschäft» von Kirche: Glauben – Glauben wecken, Glauben stärken, im Glauben gemeinsam suchen, Glauben zum Ausdruck bringen, Glauben in Sprache formen, Glauben ins Spiel bringen, zum Glauben befähigen. Abt Martin Werlen von Einsiedeln hat am 21. Oktober zum Glaubensjahr eine Ansprache gehalten, die inzwischen als Broschüre veröffentlicht ist. Er greift darin ein Bild des Konzilstheologen Karl Rahner auf, der im Zusammenhang mit der modernen Glaubenskrise gesagt hat, es gehe darum, die Glut unter der Asche zu entdecken. Eine hilfreiche Schrift, die zunächst zulässt, dass ausdrücklich viel Asche, viel abgebranntes Material, viel endgültig Verglühtes in unserer kirchlichen Wirklichkeit wahrgenommen wird. Dieser Text ermutigt auch, miteinander auf die Suche nach der Glaubens-Glut zu gehen, die es hoffentlich noch gibt. Das scheint mir eine realistische und fruchtbare Akzentsetzung für das «Jahr des Glaubens» zu sein. Wenigstens miteinander etwas Glut entdecken – nicht einfach den ganzen Katechismus auswendig lernen… Die Schweizer Bischöfe haben die Konzilserinnerung in drei Jahresthemen unterteilt. Für 2012/13 schlagen sie als Leitwort vor: «Den Glauben feiern» – denn die Liturgiekonstitution wurde 1963 als erste verabschiedet. Diesem Motto werden wir mit unserem regelmässigen Gottesdienstangebot sicher gerecht. Noch eine interne Pfabü-Nachricht: Ein herzliches Willkommen in unserem Team an Giovanni Schäfli, Bildkünstler und mittlerweile JungPensionär aus der Pfarrei St. Ulrich! Ihm verdanken wir die JubiläumsDVD und die Fotokomposition im Rathausdurchgang am 15. Dezember. Mit seiner Präsenz in der Pfabü-Redaktion wird der Zusammenarbeitsraum zwischen den Pfarreien St Ulrich und St. Peter und Paul konkreter. Ab jetzt erscheinen in jedem Pfabü ein paar Seiten, die die Pfarrei St. Ulrich inhaltlich bestimmt und das Pfabü wird in die Haushalte von St. Ulrich verschickt. Gewiss eine Bereicherung!

Für die Redaktion

Hugo Gehring


Höhepunkte haben stattgefunden hug | Eigentlich bin ich kein richtiger «Jubiläumstyp» und mag «RoteTeppich-Anlässe» im Kreis von Promis nicht besonders. Doch das 150-JahrJubiläum der Pfarrei St. Peter und Paul und der römisch-katholischen Kirchgemeinde Winterthur verdiente, gebührend gefeiert zu werden. Im Rückblick bin ich sehr zufrieden mit diesem «Jubeljahr». Schon das Motto «Kirche findet Stadt(t)» hat sich als sehr kreativ und vielseitig impulsgebend erwiesen. Das Organisationskomitee unter Werner Schurter hat an 13 Sitzungen effizient geplant und gearbeitet. Das Banner vor unserer Kirche hat den Grund des besonderen Wimpelschmuckes verständlich und unseren runden Geburtstag PassantInnen publik gemacht. Das offizielle Jubiläumsfest am Palmsonntag mit Orchestermesse und Predigt von Generalvikar Josef Annen in der mehr als vollbesetzten Kirche mit anschliessendem Apéro für alle sowie Film- und Buchpräsentation ist schlicht grossartig verlaufen. Auch das Mittagsmahl für die offiziellen Gäste an der Liebestrasse setzte ein ökumenisches Zeichen und hinterliess beste Erinnerungen. Die Angestellten der Kirchgemeinde schätzten den besonderen Stadtnachmittag und das gemeinsame Abendessen im «Casino», zu dem sie eingeladen worden waren. Am Muttertagsabend feierten wir zusammen mit der italienisch sprachigen Pfarrei San Francesco einen

gemeinsamen Gottesdienst, an dem uns der «Coro Mamme» gesanglich erfreute. Der «Treffpunkt Zukunft» am Samstag nach Pfingsten bot einerseits geführte Stadtentdeckungen, andererseits Chorproben für den gemeinsamen Gottesdienst, an dem alle acht Kirchenchöre unter der Leitung von Hansueli Bamert beteiligt waren. Dieses Ereignis in unserer überfüllten Kirche samt Predigtstatements zum Thema Kirchenmusik habe ich als überwältigend empfunden. Vorgängig zum Pfarreisommernachtsfest, auf das hin auch das Jubiläums-Pfabü mit Portraits von «Stadtmenschen» erschienen ist, haben wir im Familiengottesdienst das Labyrinth neben der Kirche eingeweiht. Wunderbar zu beobachten, von wie

150 Jahre Jubiläum

Rückblick auf das Jubiläumsjahr 2012

Banner und Windräder machten auf das Jubiläum aufmerksam

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150 Jahre Jubiläum

Rückblick auf das Jubiläumsjahr 2012 vielen es ständig abgeschritten wird! Die gut besuchte Bettagsveranstaltung im Stadthaus Winterthur versammelte unter Leitung der Ex-PPund TV-Frau Regula Späni eine illustre Podiumsrunde mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Medizin, Kunst und Kirche. Schon diese Zusammensetzung hat uns als Kirche in der Stadt und heutigen Gesellschaft positioniert und zum Ausdruck gebracht, dass wir uns öffentlich der Zukunftsfrage stellen.

Einweihung des Labyrinths  am Pfarreisommernachtsfest im Juli

Der Apéro der Kirchgemeinde für ihre Angestellten fand 2012 sinnigerweise im Festsaal des Rathauses statt. Der Rathausdurchgang ist am Samstag vor dem dritten Adventssonntag ein erfreulich frequentierter Ort der Begegnung zwischen Stadtbevölkerung und Kirchenleuten geworden. Stündlich wurden da musikalische Leckerbissen geboten, zudem eine Minestrone aus der MCLIKüche, ein projizierter permanenter Bilderreigen aus unseren Pfarreien sowie ein Gratis-Angebot zum KartenSchreiben. Wirklich: ein Superjahr! Gott und allen Beteiligten sei Dank!

❱ Festgottesdienst am Palmsonntag

in der vollbesetzten Kirche

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❱ «Treffpunkt Zukunft» anfangs Juni: Gottesdienst mit grossem Chor aus allen Pfarreien Winterthurs


Eindrücke zum lesenswerten Heft von Abt Martin Werlen

«Miteinander die Glut unter der Asche entdecken» Die Schrift «Miteinander die Glut unter der Asche entdecken» von Martin Werlen, Abt der Kloster Einsiedeln und Fahr, ist eine Stellungnahme angesichts der Polarisierungen innerhalb der römisch-katholischen Kirche in der Schweiz und weltweit. Seine Gedanken stellt Martin Werlen bewusst im Jahr des Glaubens zur Diskussion. aja| Was löst diese Schrift in mir aus, was spricht mich an? Auch wenn nicht explizit gesagt, so bewegt mich vieles während des Lesens, was mit dieser Polarisierung zusammenhängt. Betroffen machen mich die Enge und die Starre mit welcher sich beide Seiten gegenüberstehen. Erschreckend sind gegenseitige Übergriffe und die Ausübung von Macht, sei sie amtlicher oder medialer Art. Beunruhigend die Vergewaltigung des Geheimnisses Gottes für die Untermauerung eigener Gedanken, sich anmassend, zu wissen, was richtig und was falsch ist. Welchen Weg kann ich gehen, wie soll ich angesichts solcher Dinge denken und handeln? Oft schon durfte ich im Kloster Einsiedeln zu Gast sein. Die Gemeinschaft der Benediktiner hatte viel Geduld mit mir, nicht zuletzt Abt Martin, wofür ich sehr dankbar bin. Die Aufenthalte in Einsiedeln waren davon geprägt, einander zuzuhören, gemeinsam unterwegs zu sein und Gott zu suchen. Dazu ermutigen möchte auch diese Schrift. Sie

Das Heft «Miteinander die Glut unter der Asche entdecken» von Abt Martin Werlen empfiehlt sich zu lesen.

benennt weder alle Schwierigkeiten und Streitpunkte in der Kirche, noch bietet sie Lösungen. Es werden lediglich exemplarisch Lösungswege skizziert. Der Text soll Mut machen, einander zuzuhören und sich miteinander auf die Suche nach der lebendigen Glut unter der toten Asche zu begeben. Für dieses Miteinander war dem heiligen Benedikt wichtig darauf zu achten, «ob einer wirklich Gott sucht, der ins Kloster eintreten will. Gesucht sind nicht Menschen, die Gott besitzen, sondern Menschen, die Gott suchen.»

Bezogen werden kann es über den Klosterladen in Einsiedeln oder Fahr.

Bild: Pater Jean-Sébastien Charrière

«Von der Heiligen Schrift, von unserer Geschichte, vom lebendigen Gott her kann der Boden für Kreativität und neue Ideen bereitet werden. Was mich betrifft, so liebe ich das lebendige Wort Gottes und bin gespannt darauf, wo es Mensch   geworden ist   und wo es Mensch werden wird».


Jahr des Glaubens 6

«Andersgläubig» im Verständnis eines Reformierten

Den Glauben anders leben odu | Wer nach Informationen zu «andersgläubig» im Verhältnis der Kirchen untereinander sucht, wird kaum fündig. Aussagen über «Andersgläubige» beziehen sich bei den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. ausschliesslich auf den Dialog mit Juden und Muslimen. Synonymenlexika weisen allerdings auf verschiedene Bedeutungen des Begriffs «andersgläubig» hin: sich zu einem andern Glauben bekennend; abtrünnig; untreu, treulos. Die Begriffsbestimmung erfolgt dabei vom Standpunkt der «Rechtgläubigkeit» aus. In der Kirchengeschichte bildet Andersgläubigkeit als Ketzerei (Häresie) ein langes, trauriges Kapitel. Aber schon im Urchristentum war Andersgläubigkeit ein Thema, gab es doch früh einen Pluralismus theologischer Sichtweisen. Ein Beispiel ist der Streit zwischen Petrus und Paulus am Apostelkonzil in Jerusalem. Inwiefern spielt Andersgläubigkeit im Zusammenleben von Reformierten und Katholiken eine Rolle? Das wollte die Pfabü-Redaktion von Pfarrer Jürg Baumgartner von der reformierten Kirchgemeinde Winterthur-Stadt wissen. Jürg Baumgartner: Ich bin im Kanton St. Gallen aufgewachsen, in einem Ort mit konfessionell getrennten Schulgemeinden. Die beiden Primarschulhäuser standen nebeneinander. Das Wort «andersgläubig» habe ich nie gehört, weder von reformierter noch von katholischer Seite. Für

mich bezeichnet der Begriff «andersgläubig» denn auch etwas durchaus Positives: Wir glauben in beiden Bekenntnissen an denselben Gott, nur praktizieren und leben wir diesen Glauben je etwas anders. Aber für beide Kirchen ist es der gleiche Glaube. Wir können uns dabei sogar auf die Bibel als Grundlage berufen. Denn die Botschaft wird dort auch nicht nur in einem Evangelium verkündigt, sondern in deren vier: Diese erzählen zwar alle die gleiche Geschichte, aber sie erzählen sie je etwas anders, mit voneinander abweichenden Schwerpunkten. Darum meine ich: Den Glauben in unterschiedlichen Formen zu praktizieren oder gewisse Glaubensinhalte verschieden zu gewichten – das gehört genuin zum Christentum. Unter «andersgläubig» verstehe ich «anders gläubig», in positivem Sinn. Aber ich hüte mich, den Begriff zu verwenden, weil er stillschweigend den Anspruch mit einschliesst, in der eigenen Art des Glaubens den richtigen Weg zu sehen, wodurch anders praktizierte Glaubensformen als weniger wertvoll taxiert würden. Die Evangelien selber lehren uns, mit Wertungen solcher Art vorsichtig zu sein. Bei Paulus sehen wir, dass es schon zu seiner Zeit «so gläubige» und «anders gläubige» Menschen gab. Miteinander zu ringen, sich auseinanderzusetzen, sich auszutauschen, das heisst anders gläubig zu sein, das ist im besten Sinn urchristlich.


Aus der Spitalseelsorge

Ursmar J. Wunderlin | Die Reaktionen von Patientinnen und Patienten über Besuche der Seelsorgenden im Spital sind sehr unterschiedlich. Von sehr erfreut bis skeptisch erleben wir alles. Direkte Ablehnung habe ich in den über 40 Jahren in der Spitalsseelsorge nie erlebt. Ich möchte nur ein paar von Begrüssungssituationen erwähnen:   Ein Patient mustert mich von oben bis unten und meint dann: «Sie dürfen schon hereinkommen – nur müssen sie mich nicht bekehren wollen oder mir eine Predigt halten».   Ein anderer Patient stellt schon bei der Begrüssung klar: «Ich bin zwar kein Kirchgänger, aber ich habe schon meine Religion; ich bete auch gelegentlich am Abend und besonders, wenn es mir nicht gut geht».   Eine Patientin sprach mir aus dem Herzen, als sie sagte: «Über den Glauben sollte man nicht soviel reden, den Glauben sollte man leben!» Die Gespräche am Krankenbett bewegen sich in der ganzen Bandbreite dieser Äusserungen. Die leidvolle Situation in unserem Bistum Chur ist bei «aktiven» KatholikInnen ebenso oft ein Gesprächsthema wie bei Reformierten. Sie belastet die persönliche Glaubenshaltung wohl, ist aber selten ein existentielles Glaubensproblem. Die Auseinandersetzung mit der

eigenen Krankheit ist je nach deren Schwere eine viel existentiellere Not. Da kommen dann die Fragen nach dem «Wieso» und «Warum»: «Bin ich denn ein so schlechter Christ, eine so schlechte Christin?» oder «Womit habe ich das verdient?» – die alten Fragen, mit denen sich schon Hiob herumgeschlagen hat und auf die auch seine gutmeinenden Freunde keine befriedigende Antwort geben konnten. Die Meinung, dass Krankheit mit Sünde, Strafe und Schuld zusammenhängt, belastet viele PatientInnen. Der Glaube an die Erlösung durch Jesus Christus, dass er unsere Schuld auf sich genommen hat, ist vielfach so unendlich fern und wenig griffig. Doch darüber in einem Mehrbettzimmer zu diskutieren, ist recht schwierig und vom Patientenschutz her fragwürdig. Tagsüber kann man für solche Gespräche vielleicht in einen freistehenden Aufenthaltsraum ausweichen oder am Abend in ein Ärztezimmer. Gerne biete ich den Empfang der Krankensalbung, der Krankenkommunion oder das Gebet um Genesung und Segen an. Diese sind situationsbedingt vor oder nach einer Operation oder schwierigen Untersuchungen sinn- und hoffnungsvolle Riten. In der Form von Glaubensgebeten ist bei jüngeren Kranken oft nur noch das Vaterunser bekannt.

Jahr des Glaubens

Glaubensgespräche im Spital

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Umfrage zum  Jahr des Glaubens 8

Persönliche Aussagen zur Bedeutung des Glaubens

Glaube ist für mich … Daniela Geu: Glaube ist für mich das Verwurzelt-Sein in etwas Ganzes, Grosses, das ich Gott nenne, das Verbunden-Sein mit meinen Mitmenschen, das Ausgerichtet-Sein auf eine Kraft, die alles durchdringt – und – Dankbarkeit für dies alles. Roland Kuster: Glaube ist für mich die Vernunft im Menschen. Ute Munz: Glaube ist für mich Vertrauen. Das macht für mich das Leben lebens- und liebenswert. Werner Schurter: Glaube ist für mich das starke Fundament für mein tägliches Wirken in der Familie, im Beruf, in der Gesellschaft und Politik. Er gibt mir auch Halt und Zuversicht in schwierigen Situationen. Marianne Roselip: Glaube ist für mich, immer wieder zu versuchen, über den Horizont hinaus zu schauen. Irene Schurter: Glaube ist für mich, beschützt und umhüllt zu sein von Gott und mein Versuch, so zu leben, wie Jesus es uns vorgelebt hat. Myrta Gründler: Glaube ist für mich, im Vertrauen auf Gottes Begleitung und in Gemeinschaft mit anderen Menschen meinen Lebensweg zu gehen. Liesbeth Cavicchiolo: Glaube ist für mich Kompass und unerschöpfliches Elixier sowie der Weg zur Vollkommenheit meines Lebens. – Glaube ist für mich ein wertvolles Geschenk und die zuverlässigste Stütze im Leben. – Glaube ist für mich mein Lebensfaden. Manchmal verliere ich ihn, doch dann greife ich den Faden wieder auf.

Regula Steiner: Glaube ist für mich die Begleitmelodie zum Suchen. – Glaube ist für mich der grosse Wunsch, dass mein Leben einen Sinn hat. – Glaube ist für mich, dass die Wunder auf diesem Planeten nicht zufällig entstanden sind. – Glaube ist für mich die Hoffnung, beim oder nach dem Tod «dahinter» zu sehen. Alice Gisler: Glaube ist für mich häufig mit Zweifeln verbunden. Ich möchte aber nicht in einem Umfeld leben, in dem teils mit dem Glauben verknüpfte Überzeugungen wie Würde des Menschen oder der nachhaltige Umgang mit der Natur keinen Stellenwert haben. Jeannette Suter: Der Glaube gehört zu meinem Leben wie das Salz in ein Brot. Alice Hochstrasser: Glaube ist für mich Gewissheit. Meine Erfahrung ist, dass, wenn ich mich öffne für Gott, er mich mit Zuwendung und Bestätigung beschenkt. Claudia Gabriel: Der Glaube hat für mich drei Ebenen: Unbedingtes Vertrauen zu Gott, das Wissen über die Bibel und die Geschichte und die Erfahrungen, die ich im Glauben gemacht habe. Helena Helfenstein: Der Glaube ist für mich ein Wegweiser, manchmal auch ein Rastplatz und immer wieder eine Tankstelle, bei der man Gottes Kraft für den Alltag auftanken kann. Willy Jünger: Glaube ist für mich ein Geheimnis. Dort, wo sich die Schleier etwas lichten, kann der Glaube eine echte Lebenshilfe sein.


Ursula Schaufelberger: Glaube ist für mich das Wissen darum, dass eine höhere Macht da ist, die mich im Leben lenkt. Ursmar Wunderlin: Glaube ist für mich gelebtes Leben im Alltag. Milena Rüegg: Dä Glaube bringt eus öppis, zum Bispiel wänn Mobbing i dä Schuel stattfindet oder mir Striit mit dä Elterä händ… Raphael Notter: …oder wänn mir uf dä Suechi nacherä Lehrstell sind beziehigswiis Stress idä Schuel händ. Dä Glaube treit eus i so Situatione.

Besondere Klänge im Ostergottesdienst am 31. März

«Tangomesse» von Palmeri Hansueli Bamert| Ein ganz besonderes musikalisches Ereignis steht im Osterfestgottesdienst um 9.30 Uhr in unserer Kirche auf dem Programm. Unter der Leitung von Marielle HaagStuder singt der Kirchenchor St. Peter und Paul die Misa a Buenos Aires (Tangomesse) von Martin Palmeri. Der argentinische Komponist wurde 1965 geboren und vertonte den lateinischen Messetext im Stil des Tango nueve, wie ihn Astor Piazzolla bekannt gemacht hat. Seit der Uraufführung im Jahr 1996 erobern die Klänge dieser Komposition in zunehmenden

Masse die Herzen rund um die Welt. Das Bandoneon, ein Piano sowie ein Streichquintett werden zusammen mit dem Chor und der Mezzosopranistin Bettina Weder die ekstatische Melancholie des archaischen, argentinischen Tangos hörbar machen. Im wahrsten Sinne des Wortes wird also Ostern in St. Peter und Paul in diesem Jahr musikalisch zu einem Auferstehungstanz… und wer weiss, vielleicht kann man sich als Gottesdienstbesuchende beim Ausgangsspiel dem Rhythmus selber auch nicht mehr entziehen…schön wär’s…

Musik an Ostern

Anni Behr: Glaube ist für mich eine grosse Hilfe im Alltag. Ich glaube an eine höhere, unsichtbare Macht, an Gott, mit dem man reden kann über das Schöne und über die Anliegen. Mit dem man aber auch streiten kann, wie es Hiob gemacht hat. Dem man seine Meinung sagen kann, um später zur Einsicht zu gelangen, dass die Situation, in der man stand, trotzdem gut war. Ich glaube an das Gute im Menschen, auch wenn ich es nicht immer sehe. Man hat das Heu nicht immer auf der gleichen Bühne.

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Lichtgestalt mit besonderem Lebens- und Glaubensweg

Abraham

Abraham ist in der Kirche auf der rechten Fensterseite zu entdecken

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sts | Er führt die Lichtgestalten auf der rechten Männerseite an. Das erste Kirchenfenster zeigt ihn, Abraham, den «Vater des Glaubens», wie er bereits in der Bibel liebevoll und hochgeschätzt genannt wird. Dabei lag über dieser Lichtgestalt für lange Jahre ein dunkler Schatten, eine Lebensenttäuschung, die erst spät von ihm genommen wurde. Er hatte keine Kinder und war inzwischen mit seiner Frau Sara in einem Alter, in dem man nicht mehr an Kinder denken konnte. Übrigens hütete er wie schon seine Vorfahren die Schafe. Im Zweistromland, zwischen Euphrat und Tigris, zog er mit seinen Verwandten und Nachbarn umher, immer auf der Suche nach Weide- und Futterplätzen für seine Herde. Ist das die Ausgangslage, eine derart leuchtende Lichtgestalt des Glaubens zu werden? Was sollte ihm später den Titel «Vater des Glaubens» einbringen? Nun, das erste Buch im Alten Testament, das Buch Genesis erzählt uns seine Geschichte, die mit 75 (!) Jahren nochmals eine völlig verrückte Wende nimmt und seinen Lebensweg zu einem unwiderruflichen Glaubensweg macht. Alles beginnt damit, dass ihm eine innere Stimme (ist es Gottes Stimme?) keine Ruhe lässt, sondern zu einem neuerlichen Aufbruch ins Ungewisse lockt und drängt. Das Versprechen ist vage, das entsprechende Wagnis hingegen riesig. «Zieh weg aus deinem Land, von

deiner Verwandtschaft und aus deinem Vaterhaus in das Land, das ich dir zeigen werde. Ich werde dich zu einem grossen Volk machen, dich segnen und deinen Namen gross machen. Ein Segen sollst du sein.» (Gen 12,1f) Abraham kennt diesen Gott (noch) nicht, der da ruft, lässt sich aber trotzdem darauf ein – und stellt damit modernste Flexibilität und Mobilität in den Schatten mit seinem Glaubensmut, der ihn zu einer Reise ohne Rückfahrkarte aufbrechen lässt. Das scheint eine glaubensmässige Konstante zu sein: Glaubenssicherheit lässt sich nur auf dem unsicheren Weg von Glaubensschritten finden. Tatsächlich zeigt sich der Glaube Abrahams nicht darin, dass er von Anfang an alles über Gott weiss, sondern darin, dass er den Weg geht, den Gott ihm zeigt und den dieser Gott mit ihm geht. Für diesen Weg gibt es keine Abkürzungen und handliche Routenplaner, vielmehr einzig die innere Zusage Gottes: «Ich bin mit dir!» Immer wieder fordert der Glaube dazu auf, über den Horizont eigener Möglichkeiten hinauszuschauen, sich gegen den Augenschein und für die unbegrenzten Möglichkeiten Gottes zu entscheiden. Gerade für diese Einsicht liefert Abrahams Lebens- und Glaubensweg beispielhaft Stoff. Denn sein Aufbruch ins verheissene Land scheint zunächst immer wieder fehlzuschlagen. Nirgends kann er so richtig Fuss fassen und die versprochene Nach-


kommenschaft stellt sich auch nicht ein. In seinem Brief an die Römer bringt es Paulus später auf den Punkt, wenn er über Abraham sagt: «Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung

geglaubt, dass er der Vater vieler Völker werde». (Röm 4,18) Tatsächlich sollte Abraham später noch leiblicher Vater werden, noch mehr aber geistiger Vater vieler Glaubenden bis zum heutigen Tag.

Erstes Kirchgemeindehaus der Schweiz

Jubiläum an der Liebestrasse odu| Das reformierte Kirchgemeindehaus an der Liebestrasse, 1913 eingeweiht als erstes Gebäude seiner Art, ist 100 Jahre alt. Mit einer Reihe über das Jahr verteilter Festanlässe – besondere Gottesdienste, Konzerte, Vorträge usw. – feiert die reformierte Stadtgemeinde das Jubiläum ihres Kirchgemeindeund Kongresshauses, das uns Pfarreiangehörigen von St. Peter und Paul wohlvertraut ist. Als infolge der stark wachsenden Stadt gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Raumnot akut wurde, dachte die Kirchenpflege an den Bau eines Kirchgemeindehauses. Doch weil kirchliche und städtische Behörden sich lange um die Priorität der Bedürfnisse stritten, dauerte es noch Jahre, bis das vom Architekturbüro Bridler & Völki entworfene Projekt realisiert wurde. Otto Bridler und Lebrecht Völki gehören zu den bedeutendsten Winterthurer Architekten in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit ihren Bauten – von Fabrikantenvillen bis zu Wohnsiedlungen – setzten sie markante städtebauliche Akzente. An der Liebestrasse erstellten sie ein repräsentatives Gebäude in klassizistischem Stil.

Das Haus steht unter Denkmalschutz. Das Kirchgemeindehaus diente von Anfang an ausser kirchlichen auch schulischen, kulturellen sowie allerlei sozialen Zwecken. Über die vielseitige Nutzung der Räumlichkeiten im Laufe der Geschichte gibt eine von der Kirchgemeinde Winterthur-Stadt zum Jubiläum herausgegebene Schrift «Milchkühe, Missionsbazar und Massenlager» in Wort und Bild Auskunft. Das parallel dazu erschienene Jubiläumsprogramm 2013 orientiert über sämtliche Festveranstaltungen.

Das reformierte Kirchgemeindehaus an der Liebestrasse ist 100 Jahre alt

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Karwoche Ostergottesdienste

Spezielle Angebote zu Ostern

Besondere Gottesdienste Samstag, 23. März  18.00, Palmweihe, Eucharistiefeier

Palmsonntag, 24. März  9.30, Familiengottesdienst, Palmprozession, Mitwirkung Kinderchor, anschliessend Chile- kafi im Pfarreiheim  11.15, Palmweihe, Eucharistiefeier  19.30, Palmweihe, Eucharistiefeier

Montag, 25. März  15.00, Bussfeier in St. Ulrich, reformierte Kirche Rosenberg  20.00, Bussfeier in St. Peter und Paul

Hoher Donnerstag, 28. März  17.00, Kindergottesdienst im Pfarreiheim  20.00, Abendmahlfeier, mit Gesängen der Kantorengruppe, stille Anbetung bis 22.00

Karfreitag, 29. März  10.30, Eltern-Kind-Feier in St. Ulrich, reformierte Kirche Rosenberg, Thema «Karfreitag»  15.00, Feier vom Leiden und Sterben unseres Herrn unter Mitwirkung des Kirchenchores, Renaissancegesänge «Popule meus»

Karsamstag, 30. März  21.00, Auferstehungsfeier, Lichtfeier, Wortgottesdienst, Eucharistiefeier, Mitwirkung von Kantoren, im Anschluss an die Osterfeier: Ostertrunk im Pfarrei- heim

Ostersonntag, 31. März  9.30, Festlicher Ostergottes dienst mit Kirchenchor und Orchester: Aufführung der Tango Messe von Martin Palmeri  11.15, Eucharistiefeier  19.30, Eucharistiefeier

Beichtgelegenheiten  Karfreitag, 9.30 – 11.30 (mit auswärtigem Priester)  Karsamstag, 17.30 – 18.30 (mit Pfarrer Stefan Staubli)

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Ohne Land kein Brot sts| «Sehen und handeln» heisst der programmatische mehrjährige Slogan der Fastenopferkampagne 2013. Gesehen werden soll dieses Jahr insbesondere der Zusammenhang von Landbesitz respektive Landverteilung und der Hungerproblematik: «Ohne Land kein Brot». Denn nicht nur Krieg und Dürrekatastrophen haben Hunger und Elend zur Folge. Spätestens seit der Nahrungskrise 2007 ist fruchtbares Land, besonders in Afrika, zum Spekulationsobjekt und zum Investitionsgut von ausländischen westlichen Firmen und Hedgefonds sowie staatlichen Investitionsgesellschaften aus China, Ostasien oder dem arabischen Raum geworden. Mit oft unlauteren Methoden reissen sich diese Investoren riesige Ackerflächen unter den Nagel und schliessen für 50 – 99 Jahre Pachtverträge ab, die ihnen die exklusive Verfügungsgewalt über das Land und das damit verbundene Wasser zugestehen. Dann bauen die Investoren Nahrungsmittel und landwirtschaftliche Rohstoffe für den Export an und nicht für die einheimische Bevölkerung. Die lokale Bevölkerung verliert damit das Land, das den Familien seit Generationen zu Nahrung und Einkommen verholfen hat und mit dem sie Nahrungsmittel für den lokalen Markt produzieren konnte. All das schlägt sich nieder in einer steigenden Zahl von unterernährten Frauen, Kindern und Männern. Das Land gehört allen Viele Partnerorganisationen von Fastenopfer und Brot für alle wehren sich

gegen diese fatale Entwicklung, nicht zuletzt aus christlicher Überzeugung. Denn Land und Brot sind biblische Kernthemen! Demnach gehört das Land letztlich Gott und ist allen anvertraut. Weil aber Gott die Erde allen Menschen übergab, haben schon die Propheten im Alten Testament jede Form von Landbesitz, der willkürlich und einzig dem eigenen Vorteil dient, scharf verurteilt. Aus diesem Geist des Teilens heraus pflegten die frühen christlichen Gemeinden eine weitgehende Gütergemeinschaft, in der jedem zugeteilt wurde, was er zum Leben brauchte. So möchte die Fastenopferkampagne zu einer grundlegenden Agrarreform beitragen, dass Land nicht länger als reine Handelsware verstanden wird, sondern als unsere Mutter, als Ort des Lebens und als Gabe Gottes an alle.

Fastenopfer Kampagne

Fastenzeit 2013

Die aktuelle FastenopferKampagne greift den Zusammenhang von Landverteilung und der Hungerproblematik auf


Predigtreihe in der Fastenzeit 14

Verschiedene Aspekte zum Thema Glauben

Zum «Jahr des Glaubens» In der fünfteiligen Predigtreihe während der Fastenzeit möchten wir den weltkirchlichen Impuls, im 2013 ein «Jahr des Glaubens» zu begehen, aufnehmen und uns unter verschiedenen Aspekten mit der Thematik «Glauben» auseinandersetzen. Erster Fastensonntag 16./17. Februar

Dritter Fastensonntag 2./3. März: Krankensonntag

Glaubenslicht – Licht aus dem Glauben «Glauben, der zum Leben hilft» – so lautet der Titel eines Predigtbandes. Glauben sollte nicht Leben einschränken, sondern ein Plus an Lebensmöglichkeiten eröffnen. Er lässt die Wirklichkeit in einem neuen Licht wahrnehmen. Allerdings gehören zu diesem Licht auch Erfahrungen des Dunkels und Zweifels.  Prediger: Hugo Gehring, Pfarrer

Glaubensfragen – Fragen an den Glauben Gerade schwere Zeiten wie Krankheit oder Verlust von lieben Menschen stellen oft den Glauben in Frage. Not lehrt nicht nur beten, sondern auch fragen. Spitalseelsorge heisst häufig: Diese Fragen teilen, aushalten und behutsam darauf eingehen  Prediger: Pater Ursmar Wunderlin OFMCap, Spitalseelsorger am KSW

Zweiter Fastensonntag 23./24. Februar

Vierter Fastensonntag 9./10. März: «Laetare»-Sonntag

Glaubenswege – Wege zum Glauben Glauben ist etwas Persönliches, Subjektives, das in die individuelle Lebensgeschichte eingeschrieben ist. Darum gibt es wohl so viele Wege zum Glauben, wie es Menschen gibt. Wir alle begehen unterschiedliche biographische Glaubenswege und – Umwege.  Prediger: Stefan Staubli, Pfarrer

Glaubensleben – lebendiger Glaube Wie kann ein konkretes Leben aussehen, das von Glauben geprägt ist? Wann ist Glauben lebendig – und wann wird er zur blossen Gewohnheit? Was hilft, Glauben lebendig zu erhalten? Solche Fragen beschäftigen wohl jeden Menschen, der glauben möchte.  Prediger: Andreas Jawork, Pastoralassistent


Fastenzeit 2013

Zum Hungertuch

Fünfter Fastensonntag 16./17. März: Suppensonntag Glaubensgemeinschaft – Gemeinschaft im Glauben Individualisierung» heisst ein grosses Stichwort, das unsere Zeit charakterisiert. Glauben ist Privatsache, denken darum gegenwärtig viele. Braucht es zum Glauben überhaupt eine Glaubensgemeinschaft? Der Sinn der Zugehörigkeit zu einer Glaubensgemeinschaft bedarf heutzutage einer eigenen Begründung.  Prediger: Josef Annen, Generalvikar Hinweis: Sonntag um 19.30 Uhr: Taizéfeier, wie immer ohne Predigt

sts| Die slowenisch-bolivianische Künstlerin Ejti Stih schuf das neue Hungertuch, das auch in unserer Kirche zur Fastenzeit hängen wird. Es ist ein lichterfülltes, klar strukturiertes Meditationsbild. Vier biblische Szenen sind gegliedert und verbunden durch das Kreuz als Zeichen von Leid und Auferstehung. Auf jeder Szene ist ein Tisch zu sehen, um, auf oder unter dem sich Menschen versammelt haben. Angespielt wird oben links auf die Brotvermehrung (Markus 6), darunter wird an das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus erinnert (Lukas 16), rechts oben wird die Szene vom letzten Abendmahl festgehalten (Lukas 22) und gleich darunter wird die Verheissung vom Leben in Fülle (aus Johannes 10,10) aufgegriffen. Auch wenn wir hierzulande nicht am Hungertuch nagen müssen, gibt uns diese Illustration einiges zu beissen. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein und noch weniger, wenn er sein Brot nicht teilt. Nur das geteilte Brot schmeckt nach ganzem Leben. So wollen diese Tischszenen auf dem Hungertuch uns helfen, neuen Geschmack an einem Leben der Solidarität zu finden.

Bild Folgeseite: Das Hungertuch 2013


Informationen aus der Pfarrei St. Ulrich

St. Ulrich

Glauben feiern im Exil gio| Seit dem 12. August 2012 geniessen wir das Gastrecht in der reformierten Kirche Rosenberg. Was haben diese Kirche und die Kirche St. Ulrich gemeinsam? Die Antwort ist einfach: «Beide sind Resultate einer Fehlplanung!» Vor über 40 Jahren hatten Stadtplaner eine Vision: Das Wohnquartier Winterthur-Rosenberg wird sich in Richtung Ohringen ausweiten. Die Zahl der KirchgängerInnen wird dadurch grösser, und das braucht mehr Kirchen. Und so entstanden in kurzen Abständen diese beiden Kirchen-

gebäude. Was die gescheiten Planer nicht berücksichtigt hatten, war die Umfahrungsautobahn. Sie wirkte wie eine Stadtmauer, die Baugelüste hemmte. Und was die Planer auch nicht ahnten, war die zunehmende Gleichgültigkeit der BewohnerInnen den Kirchen gegenüber. (Ausnahmen bilden da wohl die Kirchenglocken.) So blieb die Pfarrei St. Ulrich bis heute die kleinste katholische Pfarrei in Winterthur.

❱ Während einem Jahr geniessen

die Mitglieder der Pfarrei  St. Ulrich Gastrecht in der reformierten  Kirche Rosenberg

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Als feststand, dass unsere Kirche renoviert wird, türmten sich Fragen wie Gewitterwolken über unserer Pfarrei auf. Ich staunte über die Hilfsbereitschaft, die sich da zeigte. An allen Ecken und Enden wurde angepackt. Es war eine Aufbruchsstimmung spürbar. Fremdes kommt uns entgegen und etwas Neues entsteht. Die Antwort auf die wichtigste Frage nach einem Ort, um die Gottesdienste zu feiern und zusammen zu kommen, fand sich fast von alleine. Unsere reformierten MitchristInnen in Veltheim/Rosenberg besitzen zwei Kirchen. Sie boten uns die Benutzung der Kirche Rosenberg für ein ganzes Jahr an. Dankbar nahmen wir an. Ein ökumenischer Pfarreikonvent wurde gebildet, um die Einzelheiten zu besprechen und zu regeln.

Die Kirche und das Pfarreizentrum St. Ulrich werden zur Zeit renoviert

Ökumene leben Über diese gelebte Ökumene habe ich von den KirchgängerInnen nur Gutes gehört. Die Kirche ist ebenso wie unsere nachkonziliäre Kirche St. Ulrich ausgerichtet auf das Feiern in der Gemeinschaft, die sich um eine Mitte versammelt. Das durch die farbigen Fenster hinter dem Abendmahlstisch einfallende Licht und die einfache Architektur geben dem Raum ein sakrales Gepräge. Es fällt leicht, sich allein oder mit den andern Gottesdienstbesuchenden darin wohlzufühlen. Alle katholischen Gottesdienste, auch die kroatischen und portugiesischen, werden während einem Jahr

darin gefeiert. Durch die Nähe zu unsern reformierten MitchristInnen entstand die Idee, an bestimmten Tagen gemeinsame Feiern zu gestalten. So etwa den Bettagsgottesdienst oder die ökumenische «Baumfeier» am Heiligabend. Im Laufe dieses Jahres kommt vielleicht noch mehr dazu. Alle Gottesdienstbesuchenden schätzen übrigens sehr, dass wir auch hier den regelmässigen Kirchenkaffee im Saal durchführen können. Dieser bietet immer eine gute Gelegenheit, sich auszutauschen.

St. Ulrich

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St. Ulrich

Kalendarium Februar 2013 13 Mittwoch 24 Sonntag 26 Dienstag 27 Mittwoch

Aschermittwoch, Wortgottesdienst, ref. Kirche Rosenberg (RB), 19.00 Familiengottesdienst, ref. Kirche RB, 9.30 Vältemer Frauentreff, ref. Kirchgemeindehaus, Feldstrasse 6, 9.00 Krankensalbung für alle im Altersheim Rosental, 10.00

März 2013 Weltgebetstag, ref. Dorfkirche Veltheim, 19.00 1 Freitag Ökumenischer Fastenzmittag, ref. Kirchgemeindehaus, 9 Samstag Feldstrasse 6, 12.00 Familiengottesdienst, ref. Kirche RB, 9.30, anschliessend 10 Sonntag Pfarreiversammlung im Saal unter der ref. Kirche RB Frauengruppe, Jahresversammlung, Saal unter der 19 Dienstag ref. Kirche RB, 18.30 Palmsonntag, Familiengottesdienst, ref. Kirche RB, 9.30 24 Sonntag Bussfeier, ref. Kirche RB, 15.00 25 Montag Vältemer Frauentreff, ref. Kirchgemeindehaus, Feldstr. 6, 9.00 26 Dienstag 28 Donnerstag Hoher Donnerstag, Abendmahlsfeier, ref. Kirche RB, 20.00  Kinderfeier, ref. Kirche RB, 10.30 29 Karfreitag  Feier vom Leiden und Sterben Christi, ref. Kirche RB, 15.15 30 Ostersamstag Besammlung zusammen mit Reformierten am Osterfeuer auf dem Güetli, 21.30, Auferstehungsfeier, ref. Kirche RB, 22.00 31 Ostersonntag Festgottesdienst, ref. Kirche RB, 9.30, anschl. Ostertrunk April 2013 1 Ostermontag 3 Mittwoch 8 Montag 14 Sonntag

Eucharistiefeier mit der Gemeinde, Altersheim Rosenberg, 10.00 SeniorInnennachmitag, Pfarreiheim St. Peter und Paul, 14.30 Maria Verkündigung, Andacht, Uelisaal Container, 17.30 Familiengottesdienst mit Erstkommunion, ref. Kirche RB, 9.30

Mai 2013

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8 Mittwoch 9 Donnerstag 13 Montag

Maiausflug der SeniorInnen, 13.30 Christi Himmelfahrt, Gottesdienst auf dem Güetli, bei schlechtem Wetter in der ref. Kirche RB, 11.00 Maiandacht der Frauengruppe, ref. Kirche RB, 18.00


Neu in der Kirchgemeinde Winterthur: Kommunikationsstelle

Zeigen, dass und wie die Kirche lebt Claudia Sedioli| Seit Juni 2012 darf ich als «Verantwortliche Kommunikation» wirken. Ein erster Einblick in das «Kommunikationsgeschäft» der römisch-katholischen Kirchgemeinde Winterthur. Man kann nicht nicht kommunizieren – diese Aussage des bekannten österreichischen Kommunikationsforschers Paul Watzlawick kennt heute jede und jeder. Menschen kommunizieren nicht nur mit Worten sondern mit jeder Geste, jeder Bewegung, mit ihrer Stimmlage, ihrem Äusseren und der morgendlichen Kleiderauswahl. Genau wie Unternehmen und Organisationen: Die katholischen Pfarreien in Winterthurer kommunizieren ganz bewusst im forum, in Pfarrblättern, Mitteilungen, Briefen und im Internet. Aber auch das Auftreten der Seelsorgeteams, die Information auf dem Telefonbeantworter, die Gestaltung der Kirchen und ihrer Symbole oder das Läuten der Glocken sind Kommunikation. Strategisch kommunizieren Als «Verantwortliche Kommunikation» erfinde ich deshalb die Kommunikation in der Kirchgemeinde Winterthur nicht neu. Vielmehr strukturiere ich sie und richte sie strategisch aus. Das heisst beispielsweise ganz praktisch, dass ich zusammen mit den Pfarrteams überlege, für wen wir was kommunizieren. Und wie wir kommunizieren, damit wir gehört werden. Dazu erarbeite ich während des ersten Dreivierteljahres konzeptionelle Grundlagen, die es erlauben, planmässig

und professionell in der Öffentlichkeit aufzutreten. Zeigen, was in den Pfarreien geschieht Allein schon die Pfarrei St. Peter und Paul bietet innerhalb eines Vierteljahres eine breite Palette an Angeboten an, die die Aussage der «leeren Kirchen» Lügen strafen: Spezielle Gottesdienste, interessante Referate und Kurse, aber auch die Angebote der Sozialdienste zeigen, dass und wie unsere Kirche lebt. Damit dies auch eine breitere Öffentlichkeit bemerkt, benötigen wir Medienpräsenz. Kommunikation so auszurichten, dass die lokalen Medien unseren Pfarreien immer wieder Platz einräumen, ist deshalb die zweite meiner Hauptaufgaben. Online statt Papier Bereits vor meinem Stellenantritt hat eine breit abgestützte Arbeitsgruppe die Grundlagen für einen neuen, zeitgemässen Internetauftritt erarbeitet. Die Pfarreien können ihre Angebote auf lebendige Art präsentieren, gleichzeitig stellt der neue OnlineAuftritt Wissen zum Nachlesen und Wiederauffrischen zur Verfügung: Was ist ein Sakrament? Welche Bedeutung hat die Firmung? Welche Segnungen gibt es? Im Frühling, wenn die neue Website online ist, bekommen Sie auf diese und weitere Fragen Antworten per Mausklick. Denn Fragen – auch das eine Binsenwahrheit – sind oft der Anfang eines kommunikativen Austausches.

Claudia Sedioli ist seit Juni 2012 «Verantwortliche Kommunikation» in der Kirchgemeinde Winterthur

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Neues Mitglied im Pfarreirat

Willy Germann stellt sich vor

❱ Willy Germann

Aus dem Pfarreirat

ist neu im Pfarreirat tätig

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Willy Germann| Die Pfarrei St. Peter und Paul erlebe ich als lebendige Pfarrei ohne lähmende Flügelkämpfe. Deshalb erklärte ich mich gerne bereit, im Pfarreirat mitzuwirken. Dies obwohl ich an den meisten Sonntagen in anderen Gemeinden Orgeldienste leiste. In meiner langjährigen Tätigkeit als Lehrer sowie als Gemeinde- und Kantonsrat habe ich erkannt, wie christliche Werte eine wichtige Basis

darstellen können, um wachsende gesellschaftliche und ökologische Probleme zu lösen. Dies fängt in kleinen Einheiten an: in Familien, Vereinen, Schulklassen und Pfarreien. Auch in der Pfarrei St. Peter und Paul. Seit meiner Pensionierung letzten Sommer leite ich vermehrt theaterund musikpädagogische Workshops und pflege die Fotografie, mein grosses Hobby.

Wochenende der Pfarreiräte von St. Ulrich und St. Peter und Paul

Gemeinsam in Bad Schönbrunn gio| Am 16. und 17. November 2012 trafen sich die beiden Pfarreiräte von St. Peter und Paul und St. Ulrich in Bad Schönbrunn. Dieses Bildungshaus liegt auf einer Anhöhe in der Nähe von Zug. Dort wurden wir von Rita Bausch, Theologin und Erwachsenenbildnerin aus Kreuzlingen, herzlich begrüsst. Ihre Aufgabe bestand zur Hauptsache darin, uns in unserer Pfarreiarbeit zu motivieren und zu stärken. Schon bald folgten wir interessiert ihren Ausführungen. Gemeinsame Diskussionen «Welche Farbe hat Winterthur und wonach schmeckt sie für dich?» Diese Frage und die verschiedenen Antworten darauf halfen uns beim Einstieg ins Wochenende. Interessante

Antworten kamen bei den Visionen, wie wir sie für unsere Pfarreien wünschen: Ort, wo Glaube geteilt und ein guter Geist erlebt wird; Ort, wo man sich umeinander kümmert; Quelle, aus der man schöpfen kann... In diesem Jahr wurde verschiedentlich des Vatikanischen Konzils vor 50 Jahren gedacht. Auf unseren Wunsch hin kam Rita Bausch auch darauf zu sprechen. Die wichtigste Frage in diesem Zusammenhang lautete: «Was hat sich seither geändert?» Als Papst Johannes XXlll. dieses Konzil einberief, stand ich zwischen Schule und Berufsausbildung. Mein Interesse war gross. Für mich war das Konzil wie ein grosses Versprechen. Es gab Veränderungen. Der Al-


tar wurde ins Zentrum gerückt, und der Priester sprach in der jeweiligen Landessprache zum Volk. Ganz wichtig war auch die Erklärung über die Religionsfreiheit. Rita Bausch gehört einem anderen Bistum an. Darum wusste sie nicht, wie es sich in unserm Bistum mit Veränderungen verhält. Die Bischöfe in der Schweiz gehen in der Auslegung ihrer Aufgaben verschiedene Wege (diplomatisch ausgedrückt). Informeller Austausch Als wir am Freitagabend angekommen sind, herrschte dichter Nebel. Man wähnte sich am Ende der Welt. Zum Frühstück lichtete sich der Nebel, und die Landschaft präsentierte sich im schönsten Sonnenlicht, das zu einem Spaziergang einlud. Zugleich beeinflusste dieses besondere Licht unsere Stimmung positiv. Überhaupt waren die informellen Möglichkeiten zum Austausch in den Pausen und bei den Mahlzeiten oder auf einem Spaziergang in der näheren Umgebung ein wichtiger Aspekt

des gemeinsamen Wochenendes der Pfarreiräte. Eine fruchtbare Zusammenarbeit setzt wohlwollende Beziehungen voraus. Für den zweiten Tag hatte sich Rita Bausch etwas Besonderes einfallen lassen. In Gruppen wurden verschiedene Stellen des Johannesevangeliums studiert und Fragen überdacht. Die Ergebnisse flossen in den Gottesdienst am Nachmittag ein und bildeten einen feierlichen und lebhaften Rahmen. Rita Bausch hat ihre Aufgabe gut gelöst. Immerhin sind da zwei Pfarreiräte zusammengekommen, die sich noch weitgehend fremd sind. Das hat sich inzwischen ein wenig geändert. Nachdem wir schon zwei Jahre je eine gemeinsame Sitzung gehalten haben, ist dies ein weiterer Schritt hin zu einer wirksamen Zusammenarbeit. Auf dem Heimweg beschäftigte mich ein Satz, der mich besonders berührt hatte: «Manchmal sind wir als KatholikInnen versucht, uns zu verstecken.» Sind wir das?

Die Pfarreiräte von St. Ulrich und St. Peter und Paul haben ein gemeinsames Weiterbildungswochenende verbracht

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Kirchgemeindeversammlung vom 27. November 2012

Wahlen, Budget und Umbau Mit 260 Anwesenden war die Kirchgemeindeversammlung der römisch-katholischen Kirchgemeinde Winterthur vom Dienstag, 27. November 2012, ausserordentlich gut besucht. Claudia Sedioli| Mit überwältigendem Mehr wurde an dieser Versammlung im Pfarreiheimsaal von St. Peter und Paul Jacek Jeruzalski als Pfarrer der katholischen Pfarrei St. Josef, Töss, gewählt. Jacek Jeruzalski amtiert seit dem 1. Oktober 2010 als Pfarradministrator mit Gemeindeleitungsfunktion in Töss. Ebenso klar wurden für St. Ulrich, Rosenberg, Zita Haselbach und für St. Marien, Oberwinterthur, Michael Weisshar als Pfarreibeauftragte gewählt. Zita Haselbach ist seit Januar 1995 und Michael Weisshar seit 2002

Stimmberechtigung Zur Teilnahme an der Kirchgemeindeversammlung sind alle Mitglieder der römisch-katholischen Kirchgemeinde Winterthur eingeladen, welche das 18. Altersjahr zurückgelegt haben, das Schweizer Bürgerrecht, die Aufenthaltsbewilligung B oder die Niederlassungsbewilligung C besitzen. Als Gäste sind auch nicht stimmberechtigte Pfarreiangehörige willkommen.

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in dieser Funktion tätig. Gemäss der neuen kantonalen Kirchgesetzgebung mussten neben dem Pfarrer auch die Pfarreibeauftragten gewählt werden. Klares Ja zu Budget und Umbau in St. Urban, Seen Mit eindeutigem Resultat wurde auch das Kirchgemeindebudget 2013 angenommen. Es sieht einen Aufwandüberschuss von gut 150 000 Franken bei einem unveränderten Steuerfuss von 16 % vor. Zudem waren der Umbau und die Sanierung des Pfarreizentrums St. Urban, Seen, traktandiert. Die Kosten werden mit 8.5 Millionen Franken veranschlagt, wovon die Kirchgemeinde Winterthur 6.9 Millionen zu tragen hat. Die Kirchgemeindemitglieder hatten über die nicht gebundenen Kosten und den Kostenanteil für den Umbau der Orgel, insgesamt 1.5 Millionen Franken, zu befinden. Mit eindeutigem Mehr stimmten sie dem Umbau zu.


Traditionelles Mittarbeitendenessen

Ein Blick in die Sterne gewährt aho| Am 12. Januar waren alle freiwillig Mitarbeitenden nach der Abendmesse, die unter dem Motto «Neubeginn» stand, ins Pfarreiheim zum «Dankesessen» eingeladen. Die zahlreich Anwesenden konnten im festlich dekorierten Pfarreiheim nach einem wunderbaren Tapas-Teller ein feines Nachtessen geniessen. Schnell waren angeregte Gespräche im Gang und somit klar, dass man sich in dieser Runde kennt, schätzt und sich über das Zusammensein freut. Vor dem Dessert ge-

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währte Markus Griesser, Leiter der Sternwarte Eschenberg, einen Blick in die Sterne und in die Arbeit der Sternwarte. Neben Publikumsführungen wird hier auch wissenschaftlich gearbeitet. So wurden in Winterthur bis heute zehn kleine Planeten entdeckt und benannt. Markus Griesser hat mit viel Humor seine Passion und die Entdeckung einiger Asteroiden (wie «Winterthur» oder «Helvetia») vorgestellt. Dieser ganz andere Blick in die Sterne hat den Abend bereichert.

1 Markus Griesser entführte in die Welt  der Sterne 2 Im Gottesdienst bedankte sich Hugo Gehring bei Margrit Hutz für 24 Jahre, in denen sie für den Blumenschmuck der Kirche so kreativ besorgt war

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3 Die freiwillig Mitarbeitenden schätzen das feine Essen sehr 4 Es wurde ein gluschtiges Menü serviert 3

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Minis im Aufbruch ❱

Gruppenbild vom Minilager im September 2012

Neues aus der Ministrantengruppe

V.I.P.P.s für die Zukunft Simon Forster| In (fast) jedem Gottesdienst in St. Peter und Paul sind sie anwesend: die Vertreterinnen und Vertreter unserer Ministrantenschar. Wochenende für Wochenende tragen wir unseren Teil zu einer stimmigen Liturgie bei. Vor noch nicht allzu langer Zeit waren wir mit der Situation konfrontiert, dass viele junge Minis nach wenigen Jahren – teilweise noch vor der Firmung – die Gruppe verlassen haben. Eine gute Altersdurchmischung ist jedoch sehr wertvoll: Ältere Minis helfen den jüngeren, sich in der Liturgie zurechtzufinden und geben ihr gesammeltes Wissen weiter. Gemeinschaft stiften Bei genauerer Betrachtung stellten wir fest, dass der Ministrantengruppe ein Zusammengehörigkeitsgefühl fehlte. Man traf sich zwar für die Gottesdienste, ging danach aber, ohne sich auszutauschen, nach Hause. Zusammen mit unserem damaligen Ministrantenpräses Markus Kissner haben wir daher beschlossen, dass wir den Minis mehr Anlässe ausserhalb der Gottesdienste anbieten möchten, an denen sie sich treffen und eine Gemeinschaft bilden können. Ausserdem wollten wir mit einem Angebot speziell für die älteren Minis

(über 14-Jährige) einen Anreiz schaffen, in der Mini-Gruppe zu bleiben. Seit etwa einem Jahr treffen sich nun mehr als zehn Ü14-Minis, die sich augenzwinkernd V.I.P.P.s (very important Peter und Paul’ers) nennen zu verschiedenen Veranstaltungen. Treffpunkte schaffen Im Pfarreiheim wurde uns für diese Anlässe der Jugendtreff zur Verfügung gestellt. Da dieser Raum nicht gerade viel Charme versprüht, erkundigten wir uns vorsichtig, ob wir ihn denn etwas aufpeppen dürften. Unter einigen Auflagen konnten wir erste Visionen für die Umgestaltung entwickeln. Einige Elemente setzten wir bereits im vergangenen Jahr um und für 2013 planen wir weitere Veränderungen… Unterstützung willkommen Die verschiedenen Ausflüge und Veranstaltungen, welche wir im vergangenen Jahr für die Gesamtgruppe und die V.I.P.P.s durchgeführt haben, nagten jedoch am Budget, das wir von der Kirchgemeinde jährlich erhalten (rund Fr. 30.– pro Mini). Andreas Jawork, unser neuer Ministrantenpräses, hat sehr viele frische Ideen mitgebracht – so planen wir auch fürs neue Jahr einiges und Ihre Unterstützung ist uns sehr willkommen. Wir werden Anlässe durchführen, bei denen wir für unsere Minikasse sammeln werden. Wenn wir vielen durch unsere Teilnahme an den Gottesdiensten Freude bereiten, so freuen wir uns unsererseits, über jeden Zustupf für unsere Ministrantengemeinschaft. Besten Dank!


An Auffahrt, 9. Mai 2013

Wallfahrt nach Rheinau odu| Auf der Klosterinsel Rheinau bestand von 778 bis 1862 eine der ältesten und berühmtesten Benediktinerabteien im alemannischen Kulturraum. Im neunten Jahrhundert lebte hier der heilige Fintan, ein irischer Wandermönch, der sich an diesen Ort zurückgezogen hatte. Im 18. Jahrhundert, als die mit barocker Pracht neu erbaute heutige Kirche eingeweiht wurde, erlebte das Kloster eine letzte grosse Blütezeit. Unseren Gottesdienst feiern wir nicht in der Klosterkirche – sie wird zurzeit restauriert – sondern in dem spätgotischen Magdalenenkirchlein am Ostende der Klosterinsel. Dieses wird wegen seiner Lage meist Spitzkirche genannt. Ihr Innenraum wurde 1612 im Renaissance-Stil ausgemalt: An Decke und Wänden sind die Kirchenväter, die Leidenswerkzeuge und die vierzehn Nothelfer dargestellt. Das Gotteshaus schmückten ursprünglich drei Altäre: Sie waren der hl. Magdalena, dem Mönchsvater Benedikt und Bruder Klaus geweiht.

Programm Wandernde (bei jedem Wetter):  8.00 Uhr: Besammlung am Bahnhof auf Gleis 7 8.06 Uhr: Abfahrt mit der S33 nach Dachsen 8.30 Uhr: Ankunft in Dachsen Leichte Wanderung (1¾ Stunden) bis Rheinau Reisende mit öffentlichen Verkehrsmitteln:  9.42 Uhr: Gleis 7: Abfahrt der S33 nach Marthalen. Umsteigen auf Postauto nach Rheinau. Ankunft: 10:13 Gottesdienst: 11.00 Uhr: in der Magdalenenkirche (Spitzkirche) Rheinau Mittagessen: 12.30 Uhr: im Wirtshaus zum Buck, Rheinau oder individuelles Picknick im Freien Individuelle Rückfahrt mit Postauto und Bahn:  14.40 Uhr oder 15.40 Uhr: ab Rheinau. Umsteigen in Marthalen Weitere Details erfahren Sie später im forum oder auf Handzetteln mit Anmeldetalon, die im Vorzeichen der Kirche aufliegen.


1. März: Weltgebetstag

«Ich war fremd…» Am Freitag, 1. März, feiern wir um 19.00 Uhr im Pfarreiheim St. Peter und Paul den diesjährigen Weltgebetstag. Das   Gastland Frankreich stellt die Feier unter das Motto: «Ich   war fremd und ihr habt mich aufgenommen.»

❱ Die Silhouette

der in grau gemalten Fremden hebt sich von den leuchtenden Farben des Hintergrunds ab, sie ist anders…

... überzeugen  Sie sich davon  im Originalbild

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Alice Gisler| Frankreich kennen und schätzen sicher viele unter Ihnen als Ferienort. Bei den Vorbereitungen zum Weltgebetstag tat sich mir die spannende Sichtweise von MigrantInnen auf dieses Land auf. Von ihren Erfahrungen können wir in der Schweiz viel lernen. Das Leben in mindestens zwei Kulturen ist für einen Drittel der BewohnerInnen Frankreichs tägliche Realität. In früheren Jahrhunderten sind Menschen aus den Kolonien eingewandert. Oder sie wurden im Ausland bis in die 1960er Jahre als Arbeitskräfte angeworben. In den 1930er Jahren war Frankreich nach den USA das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. 2010 und 2011 wurden in Frankreich wiederum nach den USA am zweitmeisten Asylanträge gestellt. Seit den 1970er Jahren ist die Familienzusammenführung die zahlenmässig wichtigste Form der Zuwanderung. Auf dem Arbeitsmarkt sind die ZuwanderInnen deutlich benachteiligt.

Vor allem Personen aus Drittstaaten sind häufiger von Arbeitslosigkeit und prekären Beschäftigungsbedingungen betroffen. Mehr als ein Drittel lebt unter der Armutsgrenze. Bei den französischen StaatsbürgerInnen sind es zehn Prozent. Massnahmen zur Integration Eine Hilfe zur Integration kann beispielsweise Sport sein. Hier sind MigrantInnen doppelt benachteiligt: Der Staat subventioniert hauptsächlich Angebote für männliche Jugendliche. Mädchen sind weniger sichtbar und weniger gefährlich. Für sie spart sich der Staat den Aufwand, Sportangebote zu subventionieren. Ein weiterer Aspekt, wie Integration gelingen könnte, kommt in einer Plakatserie der Fotografin Marion Poussier zum Ausdruck. Sie porträtiert zwölf Menschen, die nicht stimmberechtigt sind. Sie möchten aber in Frankreich die gleichen bürgerlichen Rechte ausüben, wie französische StaatsbürgerInnen. Ein Zitat aus dieser Serie von der 1969 in Algier geborenen Nassima: «Die Staatsbürgerschaft ist nicht ein Synonym für Nationalität. Die Gesetze zu respektieren, sich zu interessieren, was im Quartier passiert, in der Stadt, im ei-


genen Land, das heisst als BürgerIn zu handeln. Uns die Stimmabgabe zu erlauben, eröffnete uns die Möglichkeit, uns zu revanchieren. Was wäre ein besserer Beweis für Integration, als die Chance, sich an den Urnen auszudrücken wie alle unsere MitbürgerInnen?» In der Auseinandersetzung mit diesem Thema erkennen

wir: Das Fremde ist keine Konstante. Es ist Ausdruck einer bestimmten Beziehung zum anderen, die wandelbar ist, positiv oder negativ beeinflusst werden kann. Ich lade Sie ein, sich in der Weltgebetstagsfeier Gedanken dazu zu machen! Quelle: Schritte ins Offene, Heft 5, 2012

Allianz des Südens für die Rechte der Kinder

Erlös von 19 000 Franken erzielt wok| Die alljährliche Adventsaktion wurde am 1. und 2. Dezember durchgeführt. Zum 150-Jahr-Jubiläum unserer Pfarrei war der Erlös für die drei Projekte bestimmt, die wir in regelmässigen Abständen bis jetzt schon unterstützt haben. Das ist das Kinderrechtszentrum Interlagos in São Paulo, Brasilien, von Beat Wehrle, die Stiftung «Hand in Hand» für Haiti von Paula Iten und der Aufbau einer Schule in Indien getragen durch den Verein Punarjanma und Pater Sunny. Sportliche LäuferInnen und VelofahrerInnen trafen sich am Samstagmorgen neben der Finnenbahn bei der Eulachhalle mit ihren Fangruppen. Während 30 Minuten wurden möglichst viele Runden gelaufen oder mit dem Velo ein Rundkurs um die Eulachhallen absolviert. SponsorInnen hatten sich bereit erklärt, für jede gelaufene und gefahrene Runde einen Betrag für die Aktion zu spenden. Gesamthaft kamen so 4700 Franken zusammen. Auch Paula Iten und Pater Sunny nahmen am

Lauf teil. Am Samstagabend gab es zum ersten Mal nach der Abendmesse ein offenes Adventssingen mit anschliessendem Glühwein- oder Glühmostverkauf vor der Kirche. Anschliessend war das Pfarreiheim noch speziell geöffnet für den Verkauf der Adventskränze. Während der Wochenend-Gottesdienste stellten die drei Projektverantwortlichen in der Kirche ihre Arbeit vor. Am Sonntag gab es ein von einer brasilianischen Köchin und ihrem Team zubereitetes traditionelles Mittagessen. Esswaren und Verkaufsartikel wurden gespendet, so dass der gesamte Erlös von den Ständen und dem Restaurantbetrieb im Betrag von 6200 Franken der Aktion zugute kam. Kirchenopfer und weitere Spenden nach der Aktion brachten weitere 8300 Franken ein. Wir danken allen GönnerInnen und SponsorInnen, HelferInnen und Kaufwilligen, die sich für die Rechte der Kinder eingesetzt haben.

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150-Jahr-Jubiläum: Kirche findet Stadt(t) im Rathausdurchgang

Letzter Anlass im Jubeljahr aho/gio| Am 15. Dezember 2012 haben die römisch-katholischen Pfarreien in den adventlich geschmückten Rathausdurchgang zum Verweilen, Minestrone-Essen, Adventslieder-Hören, Karten-Schreiben und Begegnen

Impressionen aus dem Rathausdurchgang «Kirche findet statt – in der Stadt»

miteinander und mit der Stadtbevölkerung eingeladen. Der Anlass war erfreulich gut frequentiert – viele liessen sich für diesen letzten und zugleich offensten Anlass im Jubiläumsjahr begeistern…


Kalendarium

Februar 2013 6 Mittwoch 13 Mittwoch 18 Montag 20 Mittwoch 27 Mittwoch

SeniorInnennachmittag, 14.30, Pfarreiheim Aschermittwoch, Gottesdienste 8.30 und 19.30, Austeilung der Asche FamA, Frauen PP, Tanzend durchs Jahr, 20.15, Pfarreiheim Frauen PP, Nachmittagswanderung FamA, Frauen PP, Besuch des Firmenmuseums vom Stadtwerk Winterthur, 19.00, anschliessend Nachtessen im «Grünen Hund»

März 2013 1 Freitag Weltgebetstag,19.00, Pfarreiheim, Imbiss 5 Dienstag Frauen PP, Generalversammlung, 18.30, Pfarreiheim 6 Mittwoch SeniorInnennachmittag, 14.30, Pfarreiheim St. Peter und Paul 9 Samstag  Erlebnismorgen der ErstkommunikantInnen mit Teilete, 8.30 – 14.00, Pfarreiheim  Rosenverkauf zugunsten des Fastenopfers 13 Mittwoch  Frauengottesdienst, 8.30, Kaffee im Pfarreiheim  Filmkafi am Nachmittag mit anschliessendem Gespräch 14 Donnerstag FamA, Frauen PP, Tanzend durchs Jahr, 20.15, Pfarreiheim 17 Sonntag  Suppenzmittag ab 12.15, Pfarreiheim  Eltern-Kind-Feier, 11.00, Krypta, anschliessend Suppenzmittag 18 Montag FamA, Frauen PP, Osterhasen giessen, 16.30 und 18.30, Turbenthal 20 Mittwoch Frauen PP, Nachmittagswanderung 21 Donnerstag Frauen PP, «Gründonnerstagssuppe», 18.00, Jugendtreff 24 Sonntag Palmsonntag, 9.30, Familiengottesdienst, anschliessend Chilekafi

Fortsetzung siehe Rückseite 31


AZB

8400 Winterthur

Fortsetzung von Seite 31

Kalendarium

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❱ Treffpunkte Taizé-Gottesdienst 17.2. | 17.3. | 21.4. (Kirche, 19.30) Bibelteilen 2.2. | 2.3. | 6.4. | 4.5. (Pfarreiheim, 9.00 –10.00) Handarbeitstreff 26.2. | 26.3. | 30.4. (Pfarreiheim, 14.00 –16.00) Jassnachmittage 4.3 | 18.2. | 4.3. | 18.3. | 8.4. | 22.4. | 6.5. (Pfarreiheim, 13.30) Exerzitien im Alltag 21.2. | 28.2. | 7.3. | 14.3. | 21.3. (Krypta, 14.15 –16.00 oder 19.30 – 21.00) Zischtigzmittag jeweils 12.00 (Restaurant Bodega) Termine Sportferien 2.2. – 17.2. Fasnachtsmontag 18.2. Frühlingsferien 20.4. – 5.5. aktuelle Termine www.peterundpaul.ch

April 2013 SeniorInnennachmittag, 14.30, Pfarreiheim 3 Mittwoch 4 Donnerstag FamA, Frauen PP, Tanzend durchs Jahr, 20.15, Pfarreiheim Weisser Sonntag. Erstkommunion, 9.30, Kirche 7 Sonntag  Frauengottesdienst, 8.30, Kaffee im Pfarreiheim 10 Mittwoch  FamA, Frauen PP, Gipskäfer gestalten, 19.00, Pfarreiheim 17 Mittwoch Frauen PP, Nachmittagswanderung Kirchenchor, Generalversammlung, 18.00, Pfarreiheim 19 Freitag Firmreise nach Paris 21 – 24 So – Mi

Mai 2013 7 Dienstag 8 Mittwoch 9 Donnerstag 12 Sonntag 14 Dienstag 15 Mittwoch

Maiandacht, 19.00, Kirche Maiausflug der SeniorInnen  Auffahrt: Pfarreiwallfahrt nach Rheinau  Eltern-Kind-Feier, 10.00, Krypta Muttertag: Toggenburgermesse, 9.30 und 11.15, Kirche Maiandacht, 19.00, Kirche FamA, Frauen PP, «Maibummel – Wildkräuter im Mai», 18.00, Pfarreiheim


Pfarreibulletin St. Peter und Paul Nr. 110