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10. A uflage D/A

Magazin 2016

Ich

das jetzt


Editorial

Los geht's

W

er rastet, der rostet“, haben wir so oft gehört, dass Autobahnraststätten inzwischen Roststätten heißen müssten. Also machen wir, verdammt noch mal, was wir schon immer tun wollten. Wenn man blinden Aktionismus und schlechte Intentionen außer Acht lässt, ist Machen eigentlich immer gut. Und es scheint noch einen größeren Zusammenhang zwischen Aktivität und Belohnung zu geben: Wer etwas wagt und seine Komfortzone verlässt, kann sie dadurch erweitern. Im gegenteiligen Fall vergrößert sich der Bereich, in dem wir uns unbehaglich fühlen. Sogar Beziehungen halten länger, wenn Paare immer wieder etwas Aufregendes gemeinsam unternehmen – das nächste Kerzenlichtdinner zum Beispiel auf einer Hängebrücke. Als Hersteller von Sitzgelegenheiten möchten wir rufen: Runter von unseren Sofas und raus mit Ihnen! Machen Sie Ihr Ding! Und ist es nicht wunderbar, dass wir die Freiheit dazu haben? Jedenfalls meistens. Wichtig ist herauszufinden: Was ist überhaupt mein Ding? Wir haben die Möglichkeiten, Chinesisch zu lernen, Ornithologe zu werden, ein Bewerbungsfoto mit rosa Kaugummiblase zu machen... und Ihnen fällt bestimmt noch viel mehr ein. Und keine Sorge, Ihr Plan könnte nicht individuell genug sein. Selbst wenn Sie das 43. Yoga-Studio der Stadt eröffnen, kann es Ihre Persönlichkeit widerspiegeln und ein Knaller werden. Denn wenn einer etwas auf die Beine stellt, sind immer auch seine eigenen Beine im Spiel. Apropos untere Extremitäten: Ist Ihnen aufgefallen, dass Krankenschwestern immer Strumpfhosen in den wildesten Mustern und Farben tragen? Über Kniehöhe sind sie zur Uniform gezwungen, daher leben sie unterhalb des Kittelrands ihre Individualität aus. Die Tattoos an Fußballerwaden und -armen dürften ebenfalls auf die Selbstverwirklichungslust in Randgebieten zurückgehen. Verpassen wir also keine Gelegenheit, uns die Uniformität vom Leib zu reißen – und vertreiben wir die immer gleichen Gedanken und Gewohnheiten aus dem Kopf. Leben und legen wir los: Vielleicht mal eine Expedition ans Ende der Welt machen? Auf der anderen Seite des Doppelbetts schlafen? Mit dem Karussell fahren, in dem uns als Kind immer schlecht wurde? Alles und möglichst sofort! Ihr freistil-Team

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Editorial

Los geht's

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er rastet, der rostet“, haben wir so oft gehört, dass Autobahnraststätten inzwischen Roststätten heißen müssten. Also machen wir, verdammt noch mal, was wir schon immer tun wollten. Wenn man blinden Aktionismus und schlechte Intentionen außer Acht lässt, ist Machen eigentlich immer gut. Und es scheint noch einen größeren Zusammenhang zwischen Aktivität und Belohnung zu geben: Wer etwas wagt und seine Komfortzone verlässt, kann sie dadurch erweitern. Im gegenteiligen Fall vergrößert sich der Bereich, in dem wir uns unbehaglich fühlen. Sogar Beziehungen halten länger, wenn Paare immer wieder etwas Aufregendes gemeinsam unternehmen – das nächste Kerzenlichtdinner zum Beispiel auf einer Hängebrücke. Als Hersteller von Sitzgelegenheiten möchten wir rufen: Runter von unseren Sofas und raus mit Ihnen! Machen Sie Ihr Ding! Und ist es nicht wunderbar, dass wir die Freiheit dazu haben? Jedenfalls meistens. Wichtig ist herauszufinden: Was ist überhaupt mein Ding? Wir haben die Möglichkeiten, Chinesisch zu lernen, Ornithologe zu werden, ein Bewerbungsfoto mit rosa Kaugummiblase zu machen... und Ihnen fällt bestimmt noch viel mehr ein. Und keine Sorge, Ihr Plan könnte nicht individuell genug sein. Selbst wenn Sie das 43. Yoga-Studio der Stadt eröffnen, kann es Ihre Persönlichkeit widerspiegeln und ein Knaller werden. Denn wenn einer etwas auf die Beine stellt, sind immer auch seine eigenen Beine im Spiel. Apropos untere Extremitäten: Ist Ihnen aufgefallen, dass Krankenschwestern immer Strumpfhosen in den wildesten Mustern und Farben tragen? Über Kniehöhe sind sie zur Uniform gezwungen, daher leben sie unterhalb des Kittelrands ihre Individualität aus. Die Tattoos an Fußballerwaden und -armen dürften ebenfalls auf die Selbstverwirklichungslust in Randgebieten zurückgehen. Verpassen wir also keine Gelegenheit, uns die Uniformität vom Leib zu reißen – und vertreiben wir die immer gleichen Gedanken und Gewohnheiten aus dem Kopf. Leben und legen wir los: Vielleicht mal eine Expedition ans Ende der Welt machen? Auf der anderen Seite des Doppelbetts schlafen? Mit dem Karussell fahren, in dem uns als Kind immer schlecht wurde? Alles und möglichst sofort! Ihr freistil-Team

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freistil Magazin 2016

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Inhalt

06 Orphelia de Winter > Eine Burlesque-Künstlerin über ihr privates Glück 16 Sessel freistil 173 > Die gemütlichen „Gummibären“ gibt es mit Stoff- oder Lederbezügen

06

20

freistil 187 > So großzügig, weich und bequem, dass der Name „Lounge-Möbel“ wirklich Sinn macht

26

Nackt in der Fußgängerzone > Eine Kolumne von Doris Schmitt Glaeser

28 Larissa Fuchs > Eine Bühnen-Schauspielerin über ihr ganz persönliches Glück

06

36 freistil 169 > Proportionen neu gedacht: Ein Sofa mit höchstem Design-Anspruch 38 freistil 185 > Sozusagen das kleine Schwarze für Ihr Zuhause: immer elegant und stilvoll

38

46 Fiete Matthies > Ein norddeutscher Freigeist praktiziert traditionelles Handwerk 56

62

Hamburg > Wer kann wo in Hamburg sein Ding machen? Liegen > Ein Hoch auf die Horizontale

66 freistil 141: Das Sofa der unbegrenzten Möglichkeiten > In sieben Schritten zu Ihrem Wunschsofa 72

74

20

Accessoires > Kleine Einheiten, großer Auftritt

76 Tobias Bürger > Ein Interview mit dem Mitbegründer von „Big Stuff Smoked BBQ“

76

84 freistil 184 > Das Wohlfühlzentrum Ihres Wohnzimmers

Impressum

66 28

Herausgeber > Rolf Benz AG & Co. KG Haiterbacher Str. 104 D-72202 Nagold Tel. +49 7452-601-0 Fax +49 7452-601-282 info@freistil-rolfbenz.com www.freistil-rolfbenz.com Konzeption/Layout > Fashion Communications GmbH www.fashion-com.de Texte > Doris Schmitt Glaeser, München Styling > Anca Munteanu, Berlin

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freistil Magazin 2016

46

Lithografie > Meyle + Müller, Pforzheim

Fotografie > Benjakon, Berlin Karl Huber, Nagold (Freisteller) Projektleitung/Chefredaktion > Andreas Lechner Druck > Bechtle Druck, Esslingen Design > Müller Wulff Design: freistil 171, 173, 191, 196 Studio Schrofer: freistil 163, 174, 195 Anders Nørgaard: freistil 162, 166, 167, 176, 177, 187 Jakob Schenk: freistil 164 Oliver Rudin: freistil 150 Susanne de Graef: freistil 179 freistil-Design-Team: freistil 130, 141, 151, 161, 165, 175, 183, 184, 185, 186 Sebastian Herkner: freistil 154, 169 Pascal Bosetti: freistil 152

Wichtiger Hinweis: Alle technischen Angaben in dieser Zeitschrift basieren auf dem Zeitraum vor dem Druck, spätere Änderungen sind möglich. Alle Abmessungen sind Zirkamaße. Aus drucktechnischen Gründen können die hier dargestellten Farben abweichen. Bitte orientieren Sie sich an den (Material-)Mustern im Handel. Irrtümer vorbehalten.

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Inhalt

06 Orphelia de Winter > Eine Burlesque-Künstlerin über ihr privates Glück 16 Sessel freistil 173 > Die gemütlichen „Gummibären“ gibt es mit Stoff- oder Lederbezügen

06

20

freistil 187 > So großzügig, weich und bequem, dass der Name „Lounge-Möbel“ wirklich Sinn macht

26

Nackt in der Fußgängerzone > Eine Kolumne von Doris Schmitt Glaeser

28 Larissa Fuchs > Eine Bühnen-Schauspielerin über ihr ganz persönliches Glück

06

36 freistil 169 > Proportionen neu gedacht: Ein Sofa mit höchstem Design-Anspruch 38 freistil 185 > Sozusagen das kleine Schwarze für Ihr Zuhause: immer elegant und stilvoll

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46 Fiete Matthies > Ein norddeutscher Freigeist praktiziert traditionelles Handwerk 56

62

Hamburg > Wer kann wo in Hamburg sein Ding machen? Liegen > Ein Hoch auf die Horizontale

66 freistil 141: Das Sofa der unbegrenzten Möglichkeiten > In sieben Schritten zu Ihrem Wunschsofa 72

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20

Accessoires > Kleine Einheiten, großer Auftritt

76 Tobias Bürger > Ein Interview mit dem Mitbegründer von „Big Stuff Smoked BBQ“

76

84 freistil 184 > Das Wohlfühlzentrum Ihres Wohnzimmers

Impressum

66 28

Herausgeber > Rolf Benz AG & Co. KG Haiterbacher Str. 104 D-72202 Nagold Tel. +49 7452-601-0 Fax +49 7452-601-282 info@freistil-rolfbenz.com www.freistil-rolfbenz.com Konzeption/Layout > Fashion Communications GmbH www.fashion-com.de Texte > Doris Schmitt Glaeser, München Styling > Anca Munteanu, Berlin

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46

Lithografie > Meyle + Müller, Pforzheim

Fotografie > Benjakon, Berlin Karl Huber, Nagold (Freisteller) Projektleitung/Chefredaktion > Andreas Lechner Druck > Bechtle Druck, Esslingen Design > Müller Wulff Design: freistil 171, 173, 191, 196 Studio Schrofer: freistil 163, 174, 195 Anders Nørgaard: freistil 162, 166, 167, 176, 177, 187 Jakob Schenk: freistil 164 Oliver Rudin: freistil 150 Susanne de Graef: freistil 179 freistil-Design-Team: freistil 130, 141, 151, 161, 165, 175, 183, 184, 185, 186 Sebastian Herkner: freistil 154, 169 Pascal Bosetti: freistil 152

Wichtiger Hinweis: Alle technischen Angaben in dieser Zeitschrift basieren auf dem Zeitraum vor dem Druck, spätere Änderungen sind möglich. Alle Abmessungen sind Zirkamaße. Aus drucktechnischen Gründen können die hier dargestellten Farben abweichen. Bitte orientieren Sie sich an den (Material-)Mustern im Handel. Irrtümer vorbehalten.

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Aus der Reihe getanzt

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Aus der Reihe getanzt

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Orphelia de Winter Kann man bei der BurlesqueKünsterin Orphelia de Winter von einem Leben gegen die Regeln sprechen? Dann müssten in ihrem Kopf überhaupt Regeln existieren. Doch die scheint es gar nicht zu geben. Orphelia de Winter macht nach eigenen Angaben nur, worauf sie Lust hat. Als Bühnenstar und privat. Als Orphelia und als Simone. Zu Orphelia de Winter kommt man nur auf langen, holprigen Nebenstraßen. Sie hat ihr privates Glück ungefähr 50 Kilometer östlich von Hamburg gefunden. Eine Luxemburgerin, die für Prada und Lacroix aufgetreten ist und mit ihren schwungvollen Shows sogar Drag Queens wie Mauerblümchen aussehen lässt, soll in einem Zehn-Seelen-Dorf leben? Wir glauben es erst, als wir sie mit gegurteter Wespentaille, Glockenrock und akkuratem Makeup im großen Garten entdecken. Orphelia ist eine Diva, die man sich nur schwer bei ihren Hobbies Kochen und Gartenarbeit vorstellen kann. Vermutlich würde sie die Erde vor dem Säen mit den spitzen Absätzen ihrer Schuhe aufhacken. Freund Frank dagegen trägt Army-Camouflage-Hosen und eine Narbe im Gesicht. Doch der martialische Eindruck täuscht: Kein scharfer Bullterrier, sondern Scotch-Terrier-Hündin Lucie sitzt zu seinen Füßen, die Narbe stammt von einem Tauchunfall und in der Küche zeigt Frank die in Pastelltönen selbst gestrichene Holzdecke. Brandung, Nebel und Diestel heißen die zarten Farben. Menschen, die absolut frei leben – das klingt wie eine Utopie, doch hier scheint sie verwirklicht. Dazu gehört, dass Orphelia de Winter nicht nur ihren Lebensstil, sondern auch ihren Namen frei gewählt hat: Lady de Winter aus den Drei Musketieren und Ophelia aus Hamlet sind ihre beiden Lieblingsrollen. Das „r“ kam als besonderer Akzent dazu. Geboren wurde sie als Simone Walter in Luxemburg und war das Kind einer Künstlerfamilie. Ihr Onkel Chansonnier, ihr Großvater Komponist und charmanter Filou, der heilendes Was-

Tänzerin vermuten würde. Doch tatsächlich fühlt sich die öffentliche Orphelia alles andere als machtlos oder fremdbestimmt.

ser aus der Quelle von Lourdes verkaufte. Mit so geringem finanziellen Erfolg, dass die Großmutter „ins Wasser ging“. Nicht in Lourdes-Wasser, sondern in einen Fluss. Und auch Orphelias Berufswahl erfüllte nicht die Erwartungen der Familie: Die Eltern wollten nicht, dass die Tochter Burlesque-Künstlerin wird – sondern Domina. „Du brauchst die Männer nicht anzufas-

sen und wirst reich“, soll ihre Mutter gesagt haben. Es fällt nicht ganz leicht, den Gedanken nachzuvollziehen, zumal Orphelias Mutter vom 16. bis zum 26. Lebensjahr in einem Kloster lebte und erst kurz vor dem Ewigen Gelöbnis austrat. Bei einer Domina erschien den Eltern wohl vorteilhaft, dass sie die Macht hat. Kein Objekt ist, wie man es bei einer Burlesque-

Die Show geht weiter, auch wenn die Musik stehen bleibt

Sobald sie in wunderschönen VintageKostümen auf der Bühne steht, wird sie zur selbstbewussten Diva. Sie weiß, dass sie das Theaterpublikum unterhalten kann. Und ihre Ausstrahlung ist auch dann noch die einer starken Frau, wenn sie nur noch Stiefel, Höschen und Nipple Pasties anhat. Erst nach der Vorstellung wird sie wieder zu Simone. Doch auch dann gilt, wie sie es formuliert: „I am shy but I don´t show it.“ Vielleicht liegt das professionelle Selbstvertrauen an ihren langen Lehrjahren: Die BurlesqueTänzerin blickt auf ein

fundiertes Studium und eine zuverlässige Ausbildung zurück. Die künstlerische Entkleidung ist nicht Abstieg wie bei Marianne in Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“, sondern ein weiterer aufbauender Schritt nach ihrem Diplom in Bildender Kunst und der absolvierten Musical-Schule. Sie war die erste, die Burlesque-Tanzen mit Singen kombinierte. Und ist immer noch eine der wenigen, die sich berechtigterweise Burlesque-Künstlerin statt nur Burlesque-Tänzerin nennen können. Zur Zeit arbeitet sie an einem Soloprogramm, in dem sie Burlesque mit Jazzgesang und Schauspiel kombiniert. Wie sehr Orphelia eine Sache durchziehen kann, zeigte sie einmal mitten in der Vorführung eines Stücks aus „Cabaret“: Die Musik blieb hängen, der DJ fand die richtige Stelle nicht mehr und Orphelia hatte gerade einmal den Reißverschluss am Rücken ihres Kleides geöffnet. Andere hätten aufgehört, doch sie machte weiter und stampfte den Takt bewundernswert exakt mit ihren Stiefeln. Ihr ganz persönlicher Beweis für die Zeilen „Life is a cabaret, old chum, come to the cabaret!“, die sie bis zum Ende a cappella sang. Nicht ohne eine Halsab-Geste in Richtung des DJs in ihren Tanz einzubauen, als der seinen Einsatz erneut versuchte und verpatzte. Stichwort Fehlleistung: Orphelia bereut bitter, dass sie sich als ganz junges Mädchen ein Tattoo stechen ließ. Im angeblich schlechtesten Tätowierungsstudio Luxemburgs und dann auch noch von einer Piercerin, weil der Tattoo-Künstler gerade nicht da war. Zum Glück ist es nur eine winzig kleine Rose geworden, die kaum auffällt. Den späteren Plan, sich die Alphonse-Mucha-Bilder „Der Tanz“ und „Die Musik“ übereinander gelegt tätowieren zu lassen, hat sie bald wieder aufgegeben. Denn Burlesque-Tänzerinnen sehen ohne Tattoos besser aus, meint sie: nackter. Obwohl das Doppelbildnis zu ihrem Sternzeichen Zwilling gepasst hätte und der Jugendstilkünstler ihr Lieblingsmaler ist. Während wir vor dem gemütlichen Holzofen sitzen, streicht sich Orphelia immer wieder die gerade neu kleopatra-schwarzen Haare glatt und erzählt von ihrer Vorliebe für die Kleidung der 30er und 50er Jahre. Der heute übliche Unisex-

Frei wie ein Paradiesvogel

Kleidungsstil gefällt ihr gar nicht. Sie mag auch privat Nahtstrümpfe und edle Unterwäsche im Vintage-Stil. Darüber am allerliebsten weit schwingende Marlene-Dietrich-Hosen. Trotz Bekenntnis zur Weiblichkeit: Miniröcke würde sie abseits der Bühne niemals tragen. Zum Unterschied von Orphelia hat Simone nämlich Sorge, jemand könnte ihr unter den Rock gucken.

Burlesque ... kommt aus dem Italienischen („burla“: Schabernack) und war im frühen 19. Jahrhundert eine humorvolle Form des Schauspiels. Später kam Gesang mit zweideutigen Texten hinzu. Um 1880 in London auch noch Striptease, allerdings als komödiantische Nummer. Zum Beispiel liefen zwei Frauen hintereinander her, eine stolperte und zog der anderen den Rock herunter. Der scheinbare Unfall ermöglichte die eigentlich verbotene Nacktheit auf der Bühne. Seit den 1920er Jahren gab es in normalen Revuen große Bilderrahmen, in denen Frauen nackt standen – was erlaubt war, solange diese sich nicht bewegten. Burlesque ist heute entweder eine eher komödiantische oder eher glamouröse Art, sich zu entkleiden. Anders als beim Striptease (in Orphelias Worten: „Zack, zack, nackt!“) ist hier der Weg das Ziel. Und ein Höschen bleibt immer dran.

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Orphelia de Winter Kann man bei der BurlesqueKünsterin Orphelia de Winter von einem Leben gegen die Regeln sprechen? Dann müssten in ihrem Kopf überhaupt Regeln existieren. Doch die scheint es gar nicht zu geben. Orphelia de Winter macht nach eigenen Angaben nur, worauf sie Lust hat. Als Bühnenstar und privat. Als Orphelia und als Simone. Zu Orphelia de Winter kommt man nur auf langen, holprigen Nebenstraßen. Sie hat ihr privates Glück ungefähr 50 Kilometer östlich von Hamburg gefunden. Eine Luxemburgerin, die für Prada und Lacroix aufgetreten ist und mit ihren schwungvollen Shows sogar Drag Queens wie Mauerblümchen aussehen lässt, soll in einem Zehn-Seelen-Dorf leben? Wir glauben es erst, als wir sie mit gegurteter Wespentaille, Glockenrock und akkuratem Makeup im großen Garten entdecken. Orphelia ist eine Diva, die man sich nur schwer bei ihren Hobbies Kochen und Gartenarbeit vorstellen kann. Vermutlich würde sie die Erde vor dem Säen mit den spitzen Absätzen ihrer Schuhe aufhacken. Freund Frank dagegen trägt Army-Camouflage-Hosen und eine Narbe im Gesicht. Doch der martialische Eindruck täuscht: Kein scharfer Bullterrier, sondern Scotch-Terrier-Hündin Lucie sitzt zu seinen Füßen, die Narbe stammt von einem Tauchunfall und in der Küche zeigt Frank die in Pastelltönen selbst gestrichene Holzdecke. Brandung, Nebel und Diestel heißen die zarten Farben. Menschen, die absolut frei leben – das klingt wie eine Utopie, doch hier scheint sie verwirklicht. Dazu gehört, dass Orphelia de Winter nicht nur ihren Lebensstil, sondern auch ihren Namen frei gewählt hat: Lady de Winter aus den Drei Musketieren und Ophelia aus Hamlet sind ihre beiden Lieblingsrollen. Das „r“ kam als besonderer Akzent dazu. Geboren wurde sie als Simone Walter in Luxemburg und war das Kind einer Künstlerfamilie. Ihr Onkel Chansonnier, ihr Großvater Komponist und charmanter Filou, der heilendes Was-

Tänzerin vermuten würde. Doch tatsächlich fühlt sich die öffentliche Orphelia alles andere als machtlos oder fremdbestimmt.

ser aus der Quelle von Lourdes verkaufte. Mit so geringem finanziellen Erfolg, dass die Großmutter „ins Wasser ging“. Nicht in Lourdes-Wasser, sondern in einen Fluss. Und auch Orphelias Berufswahl erfüllte nicht die Erwartungen der Familie: Die Eltern wollten nicht, dass die Tochter Burlesque-Künstlerin wird – sondern Domina. „Du brauchst die Männer nicht anzufas-

sen und wirst reich“, soll ihre Mutter gesagt haben. Es fällt nicht ganz leicht, den Gedanken nachzuvollziehen, zumal Orphelias Mutter vom 16. bis zum 26. Lebensjahr in einem Kloster lebte und erst kurz vor dem Ewigen Gelöbnis austrat. Bei einer Domina erschien den Eltern wohl vorteilhaft, dass sie die Macht hat. Kein Objekt ist, wie man es bei einer Burlesque-

Die Show geht weiter, auch wenn die Musik stehen bleibt

Sobald sie in wunderschönen VintageKostümen auf der Bühne steht, wird sie zur selbstbewussten Diva. Sie weiß, dass sie das Theaterpublikum unterhalten kann. Und ihre Ausstrahlung ist auch dann noch die einer starken Frau, wenn sie nur noch Stiefel, Höschen und Nipple Pasties anhat. Erst nach der Vorstellung wird sie wieder zu Simone. Doch auch dann gilt, wie sie es formuliert: „I am shy but I don´t show it.“ Vielleicht liegt das professionelle Selbstvertrauen an ihren langen Lehrjahren: Die BurlesqueTänzerin blickt auf ein

fundiertes Studium und eine zuverlässige Ausbildung zurück. Die künstlerische Entkleidung ist nicht Abstieg wie bei Marianne in Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wiener Wald“, sondern ein weiterer aufbauender Schritt nach ihrem Diplom in Bildender Kunst und der absolvierten Musical-Schule. Sie war die erste, die Burlesque-Tanzen mit Singen kombinierte. Und ist immer noch eine der wenigen, die sich berechtigterweise Burlesque-Künstlerin statt nur Burlesque-Tänzerin nennen können. Zur Zeit arbeitet sie an einem Soloprogramm, in dem sie Burlesque mit Jazzgesang und Schauspiel kombiniert. Wie sehr Orphelia eine Sache durchziehen kann, zeigte sie einmal mitten in der Vorführung eines Stücks aus „Cabaret“: Die Musik blieb hängen, der DJ fand die richtige Stelle nicht mehr und Orphelia hatte gerade einmal den Reißverschluss am Rücken ihres Kleides geöffnet. Andere hätten aufgehört, doch sie machte weiter und stampfte den Takt bewundernswert exakt mit ihren Stiefeln. Ihr ganz persönlicher Beweis für die Zeilen „Life is a cabaret, old chum, come to the cabaret!“, die sie bis zum Ende a cappella sang. Nicht ohne eine Halsab-Geste in Richtung des DJs in ihren Tanz einzubauen, als der seinen Einsatz erneut versuchte und verpatzte. Stichwort Fehlleistung: Orphelia bereut bitter, dass sie sich als ganz junges Mädchen ein Tattoo stechen ließ. Im angeblich schlechtesten Tätowierungsstudio Luxemburgs und dann auch noch von einer Piercerin, weil der Tattoo-Künstler gerade nicht da war. Zum Glück ist es nur eine winzig kleine Rose geworden, die kaum auffällt. Den späteren Plan, sich die Alphonse-Mucha-Bilder „Der Tanz“ und „Die Musik“ übereinander gelegt tätowieren zu lassen, hat sie bald wieder aufgegeben. Denn Burlesque-Tänzerinnen sehen ohne Tattoos besser aus, meint sie: nackter. Obwohl das Doppelbildnis zu ihrem Sternzeichen Zwilling gepasst hätte und der Jugendstilkünstler ihr Lieblingsmaler ist. Während wir vor dem gemütlichen Holzofen sitzen, streicht sich Orphelia immer wieder die gerade neu kleopatra-schwarzen Haare glatt und erzählt von ihrer Vorliebe für die Kleidung der 30er und 50er Jahre. Der heute übliche Unisex-

Frei wie ein Paradiesvogel

Kleidungsstil gefällt ihr gar nicht. Sie mag auch privat Nahtstrümpfe und edle Unterwäsche im Vintage-Stil. Darüber am allerliebsten weit schwingende Marlene-Dietrich-Hosen. Trotz Bekenntnis zur Weiblichkeit: Miniröcke würde sie abseits der Bühne niemals tragen. Zum Unterschied von Orphelia hat Simone nämlich Sorge, jemand könnte ihr unter den Rock gucken.

Burlesque ... kommt aus dem Italienischen („burla“: Schabernack) und war im frühen 19. Jahrhundert eine humorvolle Form des Schauspiels. Später kam Gesang mit zweideutigen Texten hinzu. Um 1880 in London auch noch Striptease, allerdings als komödiantische Nummer. Zum Beispiel liefen zwei Frauen hintereinander her, eine stolperte und zog der anderen den Rock herunter. Der scheinbare Unfall ermöglichte die eigentlich verbotene Nacktheit auf der Bühne. Seit den 1920er Jahren gab es in normalen Revuen große Bilderrahmen, in denen Frauen nackt standen – was erlaubt war, solange diese sich nicht bewegten. Burlesque ist heute entweder eine eher komödiantische oder eher glamouröse Art, sich zu entkleiden. Anders als beim Striptease (in Orphelias Worten: „Zack, zack, nackt!“) ist hier der Weg das Ziel. Und ein Höschen bleibt immer dran.

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Wieso sollte ich tun, was andere erwarten? Orphelia de Winter, Burlesque-Künstlerin

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Wieso sollte ich tun, was andere erwarten? Orphelia de Winter, Burlesque-Künstlerin

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Steckbrief freistil 165 Was für ein Auftritt: Das Sofa freistil 165 kombiniert wie alle großen Künstler Leichtigkeit und Perfektion. Es nimmt verschiedene Posen ein, ganz wie das Publikum es sich wünscht. Haben Sie außerdem schon seine unterschiedlichen Kostüme gesehen? Und auf die Beinarbeit geachtet? Ovationen sind natürlich willkommen – nicht stehend, sondern ganz gemütlich im Sitzen. Modelle / Sofa in zwei Breiten: 204 cm und 224 cm / Anreihsofa (li oder re) in vier Größen: 140 cm, 160 cm, 180 cm und 200 cm / Abschlusssessel mit Polstersitz (li oder re): 122 x 171 cm / XL-Eckpolsterteil (li oder re) in der Größe: 140 x 140 cm / Anreihpolsterbank: 90 x 90 cm Sitzmaße / Sitztiefe: 70 cm / Sitzhöhe: 46 cm oder 49 cm / Rückenhöhe: 71 cm oder 74 cm / Gesamttiefe: 91 cm Fußausführungen / Kunststoff-Rundrohrfuß in Mattchromoptik (Standardfuß) oder Glanzchromoptik / Winkelfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65) / Rundrohr-Rahmengestell in glanzchrom / Kufen-Rahmengestell in glanzchrom / Diagonalfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß geneigt in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65)

hc i l k c ü l G MachAktion*

Sichern Sie sich Ihr Vorzugsangebot. Das Programm freistil 165 mit hochwertigen italienischen Wollstoffen zum attraktiven Glücklich-Mach-Preis. Profitieren Sie von einem Preisvorteil von bis zu 12 %.

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freistil Magazin 2016

* Dieses Angebot ist gültig bis einschließlich 30.06.2017 und bezieht sich nur auf festgelegte Vorzugsgruppierungen und ausgewählte Stoffe (PG 5000). Nur bei teilnehmenden Partnern. Bitte informieren Sie sich im Handel.

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Steckbrief freistil 165 Was für ein Auftritt: Das Sofa freistil 165 kombiniert wie alle großen Künstler Leichtigkeit und Perfektion. Es nimmt verschiedene Posen ein, ganz wie das Publikum es sich wünscht. Haben Sie außerdem schon seine unterschiedlichen Kostüme gesehen? Und auf die Beinarbeit geachtet? Ovationen sind natürlich willkommen – nicht stehend, sondern ganz gemütlich im Sitzen. Modelle / Sofa in zwei Breiten: 204 cm und 224 cm / Anreihsofa (li oder re) in vier Größen: 140 cm, 160 cm, 180 cm und 200 cm / Abschlusssessel mit Polstersitz (li oder re): 122 x 171 cm / XL-Eckpolsterteil (li oder re) in der Größe: 140 x 140 cm / Anreihpolsterbank: 90 x 90 cm Sitzmaße / Sitztiefe: 70 cm / Sitzhöhe: 46 cm oder 49 cm / Rückenhöhe: 71 cm oder 74 cm / Gesamttiefe: 91 cm Fußausführungen / Kunststoff-Rundrohrfuß in Mattchromoptik (Standardfuß) oder Glanzchromoptik / Winkelfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65) / Rundrohr-Rahmengestell in glanzchrom / Kufen-Rahmengestell in glanzchrom / Diagonalfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß geneigt in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65)

hc i l k c ü l G MachAktion*

Sichern Sie sich Ihr Vorzugsangebot. Das Programm freistil 165 mit hochwertigen italienischen Wollstoffen zum attraktiven Glücklich-Mach-Preis. Profitieren Sie von einem Preisvorteil von bis zu 12 %.

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* Dieses Angebot ist gültig bis einschließlich 30.06.2017 und bezieht sich nur auf festgelegte Vorzugsgruppierungen und ausgewählte Stoffe (PG 5000). Nur bei teilnehmenden Partnern. Bitte informieren Sie sich im Handel.

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Steckbrief freistil 173 Alleine zieht er alle Aufmerksamkeit auf sich – er fühlt sich aber auch in der Herde sehr wohl: Der Sessel freistil 173 sieht aus wie ein Gummibär, der gerade fröhlich aus einer Riesentüte gefallen und direkt bei Ihnen zu Hause gelandet ist. Suchen Sie sich einfach einen oder auch gleich eine ganze Handvoll davon aus.

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Steckbrief freistil 173 Alleine zieht er alle Aufmerksamkeit auf sich – er fühlt sich aber auch in der Herde sehr wohl: Der Sessel freistil 173 sieht aus wie ein Gummibär, der gerade fröhlich aus einer Riesentüte gefallen und direkt bei Ihnen zu Hause gelandet ist. Suchen Sie sich einfach einen oder auch gleich eine ganze Handvoll davon aus.

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Wie frei ist mein Wille wirklich? Johannes Bonke, Journalist und Medienproduzent

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Wie frei ist mein Wille wirklich? Johannes Bonke, Journalist und Medienproduzent

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Steckbrief freistil 187 freistil 187 ist so großzügig, weich und bequem, dass der Name Lounge-Möbel wirklich Sinn macht: Bezeichnete „Lounge“ doch ursprünglich einen Aufenthaltsraum für Reisende, denen die Wartezeit bis zur nächsten Teilstrecke möglichst angenehm gestaltet werden sollte. Das Gute an freistil 187: Man will gar nicht weiterreisen, sondern einfach nur bleiben. Modelle / Anreihsofa (li oder re) in drei Breiten: 110 cm, 130 cm und 150 cm / Anreihbank in vier Breiten: 84 cm, 104 cm, 124 cm und 154 cm / Polsterbank in zwei Größen: 110 x 110 cm, 120 x 75 cm / Abschlusssessel mit Polstersitz (li oder re): 130 x 185 cm / Eck-Polsterteil: 110 x 110 cm / Sessel: 101 x 94 cm Sitzmaße / Sitztiefe: 77 cm / Zwei Sitzhöhen: 40 cm bzw. 42 cm (durch beigefügte Erhöhungsmodule umrüstbar) / Rückenhöhe: 67 cm / Gesamttiefe: 110 cm Fußausführungen / Kunststofffuß / Rundrohr-Rahmen in glanzchrom

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Steckbrief freistil 187 freistil 187 ist so großzügig, weich und bequem, dass der Name Lounge-Möbel wirklich Sinn macht: Bezeichnete „Lounge“ doch ursprünglich einen Aufenthaltsraum für Reisende, denen die Wartezeit bis zur nächsten Teilstrecke möglichst angenehm gestaltet werden sollte. Das Gute an freistil 187: Man will gar nicht weiterreisen, sondern einfach nur bleiben. Modelle / Anreihsofa (li oder re) in drei Breiten: 110 cm, 130 cm und 150 cm / Anreihbank in vier Breiten: 84 cm, 104 cm, 124 cm und 154 cm / Polsterbank in zwei Größen: 110 x 110 cm, 120 x 75 cm / Abschlusssessel mit Polstersitz (li oder re): 130 x 185 cm / Eck-Polsterteil: 110 x 110 cm / Sessel: 101 x 94 cm Sitzmaße / Sitztiefe: 77 cm / Zwei Sitzhöhen: 40 cm bzw. 42 cm (durch beigefügte Erhöhungsmodule umrüstbar) / Rückenhöhe: 67 cm / Gesamttiefe: 110 cm Fußausführungen / Kunststofffuß / Rundrohr-Rahmen in glanzchrom

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Kolumne

Alltag anders anders, falsch und ohne Beipackzettel

Nackt in der Fußgängerzone

I

ch habe es getan. Ich bin durch die Straße einer deutschen Stadt gegangen und habe so richtig provoziert: Mit ohne Tattoo. Ich bin völlig unbebildert und unbeschriftet. Kein Arschgeweih, kein Schneewittchen am Unterarm, ja noch nicht mal ein philosophisches Zitat auf Kambodschanisch im Nacken. Es kommt daher, dass ich generell gerne unversehrt bleibe. Dass ich aus diesem Grund nicht am modischen Trend zum Anderssein teilhaben konnte, habe ich jahrelang in Kauf genommen. Doch allmählich gibt es Hoffnung: Ich hebe mich inzwischen von der Mehrheit ab wie früher nur ein vorbestrafter, alkoholkranker Matrose. Jeder will anders sein – aber was ist, wenn alle gleich anders werden? Abderrazak denkt darüber gar nicht nach. Er ist mein Lieblingswirt und betreibt ein Wirtshaus, kein Gasthaus. Sie kennen doch den Unterschied zwischen den beiden Etablissements: In einem Gasthaus bestimmt der Gast. In einem Wirtshaus bestimmt der Wirt. Abderrazak fällt eindeutig in die zweite Kategorie. Unlängst saß ich in dem kleinen Lokal mit Freunden und bestellte 0,1 l Weißwein. Er bringt ein Glas, das mindestens doppelt so hoch gefüllt ist. Ich: „Äh, ich wollte eigentlich nur...“ Er sagt nichts, unterbricht mich mit strengem Blick – und schüttet schwungvoll meinen Wein ins Glas eines Mannes am Nachbartisch. Den kleinen Rest stellt er lachend vor mich hin. Ob die am Nebentisch wohl den gleichen Wein hatten? Immerhin keinen Rotwein. Alles andere eigentlich: egal. Ja, ich liebe es, wenn jemand ein bisschen anders tickt. Wenn ich ein Buch lese, dann möchte ich nicht meine eigene Meinung lesen. Sondern in das Gehirn eines Menschen schauen, der sich von mir unterscheidet. Und wenn sich zwei miteinander unterhalten und eine Sache völlig unterschiedlich sehen – dann halte ich das für ein großes Glück. Wie sonst sollte einer zu neuen Einsichten kommen, wenn er seinem Denken nicht eine fremde Note hinzufügt? Da wir gerade bei Noten sind – nehmen wir Musiker. Nicht unbedingt die, die hemmungslos Schlager trällern und tatsächlich mehrheitsfähig sein wollen. Sondern Rapper und noch ein paar andere, die sich eigentlich abheben möchten. Mit poetischen Zeilen über Hackfressen, die Bescheid sagen sollen, wenn sie Sterbehilfe wollen. Und ganz viel Arsch und aufs Maul. Kommt irgendwann auch nicht mehr so provokant und originell rüber. Hach Mensch, so ein Mist, es ist gar nicht so leicht, etwas falsch zu machen. Wer sich daneben benehmen möchte, landet oft da, wo die breite Masse schon ist. Um noch einmal auf Abderrazak zu sprechen zu kommen: Er verunsichert die meisten neuen Gäste damit, dass es keine Speisekarte gibt. „Aber da an der Kreidetafel steht Entrecôte mit...“ , sagen sie. Darauf der Wirt: „Das ist nur Blabla!“ Dann nennt er zwei oder drei Gerichte. Sagt keine Preise und schreibt am Ende so viel auf, wie er für richtig hält. Wer sicher sein will, nichts falsch zu machen, kann ja zu Hause bleiben und Beipackzettel lesen. Oder einen hemmungslos obszönen Songtext schreiben. Doris Schmitt Glaeser

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Kolumne

Alltag anders anders, falsch und ohne Beipackzettel

Nackt in der Fußgängerzone

I

ch habe es getan. Ich bin durch die Straße einer deutschen Stadt gegangen und habe so richtig provoziert: Mit ohne Tattoo. Ich bin völlig unbebildert und unbeschriftet. Kein Arschgeweih, kein Schneewittchen am Unterarm, ja noch nicht mal ein philosophisches Zitat auf Kambodschanisch im Nacken. Es kommt daher, dass ich generell gerne unversehrt bleibe. Dass ich aus diesem Grund nicht am modischen Trend zum Anderssein teilhaben konnte, habe ich jahrelang in Kauf genommen. Doch allmählich gibt es Hoffnung: Ich hebe mich inzwischen von der Mehrheit ab wie früher nur ein vorbestrafter, alkoholkranker Matrose. Jeder will anders sein – aber was ist, wenn alle gleich anders werden? Abderrazak denkt darüber gar nicht nach. Er ist mein Lieblingswirt und betreibt ein Wirtshaus, kein Gasthaus. Sie kennen doch den Unterschied zwischen den beiden Etablissements: In einem Gasthaus bestimmt der Gast. In einem Wirtshaus bestimmt der Wirt. Abderrazak fällt eindeutig in die zweite Kategorie. Unlängst saß ich in dem kleinen Lokal mit Freunden und bestellte 0,1 l Weißwein. Er bringt ein Glas, das mindestens doppelt so hoch gefüllt ist. Ich: „Äh, ich wollte eigentlich nur...“ Er sagt nichts, unterbricht mich mit strengem Blick – und schüttet schwungvoll meinen Wein ins Glas eines Mannes am Nachbartisch. Den kleinen Rest stellt er lachend vor mich hin. Ob die am Nebentisch wohl den gleichen Wein hatten? Immerhin keinen Rotwein. Alles andere eigentlich: egal. Ja, ich liebe es, wenn jemand ein bisschen anders tickt. Wenn ich ein Buch lese, dann möchte ich nicht meine eigene Meinung lesen. Sondern in das Gehirn eines Menschen schauen, der sich von mir unterscheidet. Und wenn sich zwei miteinander unterhalten und eine Sache völlig unterschiedlich sehen – dann halte ich das für ein großes Glück. Wie sonst sollte einer zu neuen Einsichten kommen, wenn er seinem Denken nicht eine fremde Note hinzufügt? Da wir gerade bei Noten sind – nehmen wir Musiker. Nicht unbedingt die, die hemmungslos Schlager trällern und tatsächlich mehrheitsfähig sein wollen. Sondern Rapper und noch ein paar andere, die sich eigentlich abheben möchten. Mit poetischen Zeilen über Hackfressen, die Bescheid sagen sollen, wenn sie Sterbehilfe wollen. Und ganz viel Arsch und aufs Maul. Kommt irgendwann auch nicht mehr so provokant und originell rüber. Hach Mensch, so ein Mist, es ist gar nicht so leicht, etwas falsch zu machen. Wer sich daneben benehmen möchte, landet oft da, wo die breite Masse schon ist. Um noch einmal auf Abderrazak zu sprechen zu kommen: Er verunsichert die meisten neuen Gäste damit, dass es keine Speisekarte gibt. „Aber da an der Kreidetafel steht Entrecôte mit...“ , sagen sie. Darauf der Wirt: „Das ist nur Blabla!“ Dann nennt er zwei oder drei Gerichte. Sagt keine Preise und schreibt am Ende so viel auf, wie er für richtig hält. Wer sicher sein will, nichts falsch zu machen, kann ja zu Hause bleiben und Beipackzettel lesen. Oder einen hemmungslos obszönen Songtext schreiben. Doris Schmitt Glaeser

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Gretchen oder Lady Macbeth? Larissa Fuchs, Bühnen-Schauspielerin

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Gretchen oder Lady Macbeth? Larissa Fuchs, Bühnen-Schauspielerin

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Steckbrief freistil 162 Skandinavien in den 1950er Jahren: Designer schaffen Klassiker – auch wenn sie es vielleicht noch gar nicht wissen. Für freistil 162 wurden der Minimalismus und die Leichtigkeit dieser Zeit aufgegriffen. Als Einzel- oder Übereck-Sofa ist freistil 162 wie gemacht für die 50er Jahre des 21. Jahrhunderts. Modelle / Sofa in drei Breiten: 192 cm, 212 cm und 232 cm / Anreihsofa (li oder re) in drei Breiten: 157 cm, 177 cm und 197 cm / Eck-Anreihsofa (li oder re) in zwei Breiten: 192 cm, 212 cm und 232 cm / Abschlusssessel mit Polstersitz (li oder re): 117 x 172 cm / Polsterbank: 92 x 80 cm Kissen zum Programm / Rückenkissen hoch / Rückenkissen niedrig Sitzmaße / Sitztiefe: 75 cm / Sitzhöhe: wahlweise in 40 cm oder 43 cm / Zwei Rückenhöhen: 71 cm bzw. 74 cm bei hohem Rücken oder 64 cm bzw. 67 cm bei niedrigem Rücken / Gesamttiefe: 92 cm Fußausführungen / Kunststoff-Rundrohrfuß in Mattchromoptik (Standardfuß) oder Glanzchromoptik / Winkelfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65) / Rundrohr-Rahmengestell in glanzchrom / Kufen-Rahmengestell in glanzchrom / Diagonalfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß geneigt in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65)

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Steckbrief freistil 162 Skandinavien in den 1950er Jahren: Designer schaffen Klassiker – auch wenn sie es vielleicht noch gar nicht wissen. Für freistil 162 wurden der Minimalismus und die Leichtigkeit dieser Zeit aufgegriffen. Als Einzel- oder Übereck-Sofa ist freistil 162 wie gemacht für die 50er Jahre des 21. Jahrhunderts. Modelle / Sofa in drei Breiten: 192 cm, 212 cm und 232 cm / Anreihsofa (li oder re) in drei Breiten: 157 cm, 177 cm und 197 cm / Eck-Anreihsofa (li oder re) in zwei Breiten: 192 cm, 212 cm und 232 cm / Abschlusssessel mit Polstersitz (li oder re): 117 x 172 cm / Polsterbank: 92 x 80 cm Kissen zum Programm / Rückenkissen hoch / Rückenkissen niedrig Sitzmaße / Sitztiefe: 75 cm / Sitzhöhe: wahlweise in 40 cm oder 43 cm / Zwei Rückenhöhen: 71 cm bzw. 74 cm bei hohem Rücken oder 64 cm bzw. 67 cm bei niedrigem Rücken / Gesamttiefe: 92 cm Fußausführungen / Kunststoff-Rundrohrfuß in Mattchromoptik (Standardfuß) oder Glanzchromoptik / Winkelfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65) / Rundrohr-Rahmengestell in glanzchrom / Kufen-Rahmengestell in glanzchrom / Diagonalfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß geneigt in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65)

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Larissa Fuchs

Die größte Abzweigung im Leben der Schauspielerin Larissa Fuchs war die Auswanderung von Russland nach Deutschland. In Berlin gehört es nun zu ihrem Beruf, sich die Lebenswege von ganz unterschiedlichen Theaterfiguren einzuverleiben. Und für viel Abwechslung sorgt auch ihre Tochter Lola.

Ich bin der Hase. Aber nicht nur der Hase.

Einen konventionellen Weg gehen als alleinerziehende Mutter? Unmöglich. Für die Schauspielerin Larissa Fuchs ist ihre Tochter das größte Glück – und die Garantie für ein Leben mit unvorhersehbaren Nebenwegen. Dass ihre Aufgaben am Theater und zu Hause auch viel Kraft kosten, darüber denkt sie nicht nach. Larissa wurde in einem russischen Ort mit nicht aussprechbarem Namen geboren. Aufgrund ihrer Kindheit in Russland weiß sie, was ein wirklich hartes Leben ist. Das hilft ihr jetzt. Klein fühlt sie sich nur, wenn sie nicht ernst genommen wird. In Deutschland konnte sie ihre Talente entfalten. Sie lernte steppen, Ballett tanzen und besuchte die Bayerische Theaterakademie. Zurzeit spielt sie in verschiedenen Stücken an Berliner Bühnen. Bei so vielen Rollen – wie viel „ich“ ist da als Schauspieler möglich? Wie viel von der Rolle trägt sie abends mit nach Hause? Ihre Antwort ist zuerst eindeutig: „Die Rolle bleibt im Theater und nur das Ich geht nach Hause.“ Doch dann denkt sie länger nach und meint: „Es ist natürlich alles ich, auch wenn ich spiele. Aber nicht so etwas wie Persönlichkeitsspaltung. Eher so, wie wenn ein Kind mit

Puppen spielt. Es ist Mama und Papa und der Hase. Ich bin der Hase – und ich bin ich.“ Das allerliebste Spiel ist natürlich das mit ihrer Tochter. Sie tanzen und lachen viel zusammen. Und wenn Lola ins Theater mitgeht, hat sie großen Spaß, vor allem an den Masken. Die Mutter hätte nichts dagegen, wenn die Tochter eines Tages in ihre Fußstapfen als Schauspielerin treten würde. Vielleicht liegt es an der Freiheit dieses Berufs. Wenn man sie fragt, warum sie nicht Biologin oder Tänzerin geworden ist, sagt sie: „Als Schauspielerin kann ich einfach alles sein. Ich kann eine liebende Mutter spielen und eine grausame. Eine Königin und den Teufel. Eine Tänzerin war ich schon oft. Auf die Biologin warte ich noch.“

Eine grausame Mutter spielen? Warum nicht?

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Larissa Fuchs

Die größte Abzweigung im Leben der Schauspielerin Larissa Fuchs war die Auswanderung von Russland nach Deutschland. In Berlin gehört es nun zu ihrem Beruf, sich die Lebenswege von ganz unterschiedlichen Theaterfiguren einzuverleiben. Und für viel Abwechslung sorgt auch ihre Tochter Lola.

Ich bin der Hase. Aber nicht nur der Hase.

Einen konventionellen Weg gehen als alleinerziehende Mutter? Unmöglich. Für die Schauspielerin Larissa Fuchs ist ihre Tochter das größte Glück – und die Garantie für ein Leben mit unvorhersehbaren Nebenwegen. Dass ihre Aufgaben am Theater und zu Hause auch viel Kraft kosten, darüber denkt sie nicht nach. Larissa wurde in einem russischen Ort mit nicht aussprechbarem Namen geboren. Aufgrund ihrer Kindheit in Russland weiß sie, was ein wirklich hartes Leben ist. Das hilft ihr jetzt. Klein fühlt sie sich nur, wenn sie nicht ernst genommen wird. In Deutschland konnte sie ihre Talente entfalten. Sie lernte steppen, Ballett tanzen und besuchte die Bayerische Theaterakademie. Zurzeit spielt sie in verschiedenen Stücken an Berliner Bühnen. Bei so vielen Rollen – wie viel „ich“ ist da als Schauspieler möglich? Wie viel von der Rolle trägt sie abends mit nach Hause? Ihre Antwort ist zuerst eindeutig: „Die Rolle bleibt im Theater und nur das Ich geht nach Hause.“ Doch dann denkt sie länger nach und meint: „Es ist natürlich alles ich, auch wenn ich spiele. Aber nicht so etwas wie Persönlichkeitsspaltung. Eher so, wie wenn ein Kind mit

Puppen spielt. Es ist Mama und Papa und der Hase. Ich bin der Hase – und ich bin ich.“ Das allerliebste Spiel ist natürlich das mit ihrer Tochter. Sie tanzen und lachen viel zusammen. Und wenn Lola ins Theater mitgeht, hat sie großen Spaß, vor allem an den Masken. Die Mutter hätte nichts dagegen, wenn die Tochter eines Tages in ihre Fußstapfen als Schauspielerin treten würde. Vielleicht liegt es an der Freiheit dieses Berufs. Wenn man sie fragt, warum sie nicht Biologin oder Tänzerin geworden ist, sagt sie: „Als Schauspielerin kann ich einfach alles sein. Ich kann eine liebende Mutter spielen und eine grausame. Eine Königin und den Teufel. Eine Tänzerin war ich schon oft. Auf die Biologin warte ich noch.“

Eine grausame Mutter spielen? Warum nicht?

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Steckbrief freistil 169 Neue Proportionen braucht das Land

Das Sofaprogramm freistil 169 lebt von Kontrasten: hoch und niedrig. Schwer und leicht. Üppig und geradlinig. Dadurch sieht es nicht nach klassischer Moderne aus, sondern schafft etwas Neues. Der Designer hat sich von der sinnlichen Opulenz des osmanischen Reichs inspirieren lassen. Besonders ungewöhnlich ist der hohe Rücken, der sich nach oben verjüngt und an den Stehkragen des 19. Jahrhunderts erinnert. Spielen Sie bei freistil 169 mit Kissen von unterschiedlichen Mustern, Farben und Größen – dadurch entsteht eine lebendige Sofalandschaft, die zum lustvollen Genießen einlädt.

Modelle / Anreihsofa (li oder re) in den Breiten: 170, 190 und 210 cm / Abschlusssessel (li oder re): 110 cm breit / Anreihsessel: 100 cm breit / Polstersitz: 100 cm breit / Rücken wahlweise hoch, niedrig oder hoch-niedrig (= hoher Rücken / niedriges Seitenteil, schräg nach hinten ansteigend) / Das erforderliche Sitzkissen-Set gibt es auch in den passenden Breiten Kissen zum Programm / Hohes Rückenkissen: 60 x 65 cm / Hohes Rückenkissen: 90 x 65 cm / Niedriges Rückenkissen: 60 x 53 cm / Niedriges Rückenkissen: 90 x 53 cm Sitzmaße / Sitztiefe: 93 cm / Sitzhöhe: 43 cm / Rücken hoch: 92 cm / Rücken niedrig: 80 cm / Gesamttiefe: 110 cm Fußausführungen / Kufe pulverbeschichtet RAL 9005 Tiefschwarz / Holzwange Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65)

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Steckbrief freistil 169 Neue Proportionen braucht das Land

Das Sofaprogramm freistil 169 lebt von Kontrasten: hoch und niedrig. Schwer und leicht. Üppig und geradlinig. Dadurch sieht es nicht nach klassischer Moderne aus, sondern schafft etwas Neues. Der Designer hat sich von der sinnlichen Opulenz des osmanischen Reichs inspirieren lassen. Besonders ungewöhnlich ist der hohe Rücken, der sich nach oben verjüngt und an den Stehkragen des 19. Jahrhunderts erinnert. Spielen Sie bei freistil 169 mit Kissen von unterschiedlichen Mustern, Farben und Größen – dadurch entsteht eine lebendige Sofalandschaft, die zum lustvollen Genießen einlädt.

Modelle / Anreihsofa (li oder re) in den Breiten: 170, 190 und 210 cm / Abschlusssessel (li oder re): 110 cm breit / Anreihsessel: 100 cm breit / Polstersitz: 100 cm breit / Rücken wahlweise hoch, niedrig oder hoch-niedrig (= hoher Rücken / niedriges Seitenteil, schräg nach hinten ansteigend) / Das erforderliche Sitzkissen-Set gibt es auch in den passenden Breiten Kissen zum Programm / Hohes Rückenkissen: 60 x 65 cm / Hohes Rückenkissen: 90 x 65 cm / Niedriges Rückenkissen: 60 x 53 cm / Niedriges Rückenkissen: 90 x 53 cm Sitzmaße / Sitztiefe: 93 cm / Sitzhöhe: 43 cm / Rücken hoch: 92 cm / Rücken niedrig: 80 cm / Gesamttiefe: 110 cm Fußausführungen / Kufe pulverbeschichtet RAL 9005 Tiefschwarz / Holzwange Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65)

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Was macht das Leben mit mir,wenn ich nichts mache? Melanie Dal Canton, Store-Managerin

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Was macht das Leben mit mir,wenn ich nichts mache? Melanie Dal Canton, Store-Managerin

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Steckbrief freistil 185 Auch wenn es in manchen Wohnzimmern als großes Graues steht – das Sofa freistil 185 ist das kleine Schwarze für Ihr Zuhause: immer elegant und stilvoll, auf eine selbstverständliche Art und Weise. Spannende Brüche können Sie einfach durch immer wieder neue modische Accessoires setzen, zum Beispiel Kissen mit floralen Prints, im HippieLook oder mit Colour Blockings – oder wenigstens ein bisschen Chaos drumherum. Modelle / Sofa in zwei Breiten: 203 cm und 223 cm / Anreihsofa (li oder re) in vier Breiten: 140 cm, 160 cm, 180 cm und 200 cm Die Anreihsofas werden miteinander gekoppelt / XL-Eckpolsterteil (li oder re): 140 x 140 cm Große Lounge-Gruppierungen mit Anreihsofas möglich / Anreihpolsterbank: 138 x 97 cm Mit der Anreihpolsterbank kann ein Day Bed gebildet werden / Polsterbank: 86 x 86 cm Sitzmaße / Zwei Sitztiefen: 62 cm bzw. 74 cm, beide Sitztiefen über Eck kombinierbar / Sitzhöhe: wahlweise 37 cm oder 40 cm / Zwei Rückenhöhen: 62 cm bzw. 65 cm oder 71 cm bzw. 74 cm ( bei hohem Rücken) Rückenhöhen nicht miteinander kombinierbar / Zwei Gesamttiefen: 85 cm bzw. 97 cm Fußausführungen / Kunststoff-Rundrohrfuß in Mattchromoptik (Standardfuß) oder Glanzchromoptik / Winkelfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65) / Rundrohr-Rahmengestell in glanzchrom / Kufen-Rahmengestell in glanzchrom / Diagonalfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß geneigt in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65)

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Sichern Sie sich Ihr Vorzugsangebot. Das Programm freistil 185 mit hochwertigen Wollstoffen der dänischen Traditionsfirma Kvadrat zum attraktiven Glücklich-Mach-Preis. Profitieren Sie von einem Preisvorteil von bis zu 15 %.

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* Dieses Angebot ist gültig bis einschließlich 30.06.2017 und bezieht sich nur auf festgelegte Vorzugsgruppierungen und ausgewählte Stoffe von Kvadrat (PG 7400 und 7800). Nur bei teilnehmenden Partnern. Bitte informieren Sie sich im Handel.

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Steckbrief freistil 185 Auch wenn es in manchen Wohnzimmern als großes Graues steht – das Sofa freistil 185 ist das kleine Schwarze für Ihr Zuhause: immer elegant und stilvoll, auf eine selbstverständliche Art und Weise. Spannende Brüche können Sie einfach durch immer wieder neue modische Accessoires setzen, zum Beispiel Kissen mit floralen Prints, im HippieLook oder mit Colour Blockings – oder wenigstens ein bisschen Chaos drumherum. Modelle / Sofa in zwei Breiten: 203 cm und 223 cm / Anreihsofa (li oder re) in vier Breiten: 140 cm, 160 cm, 180 cm und 200 cm Die Anreihsofas werden miteinander gekoppelt / XL-Eckpolsterteil (li oder re): 140 x 140 cm Große Lounge-Gruppierungen mit Anreihsofas möglich / Anreihpolsterbank: 138 x 97 cm Mit der Anreihpolsterbank kann ein Day Bed gebildet werden / Polsterbank: 86 x 86 cm Sitzmaße / Zwei Sitztiefen: 62 cm bzw. 74 cm, beide Sitztiefen über Eck kombinierbar / Sitzhöhe: wahlweise 37 cm oder 40 cm / Zwei Rückenhöhen: 62 cm bzw. 65 cm oder 71 cm bzw. 74 cm ( bei hohem Rücken) Rückenhöhen nicht miteinander kombinierbar / Zwei Gesamttiefen: 85 cm bzw. 97 cm Fußausführungen / Kunststoff-Rundrohrfuß in Mattchromoptik (Standardfuß) oder Glanzchromoptik / Winkelfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65) / Rundrohr-Rahmengestell in glanzchrom / Kufen-Rahmengestell in glanzchrom / Diagonalfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß geneigt in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65)

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Bett (inkl. Matratzen) 160 x 200 cm ab 2.854,- EUR

Sofa (174 cm) ab 1.412,- EUR

Sofaecke (282 x 171 cm) inkl. Kissen ab 3.116,- EUR

Sofa (186 cm) ab 1.943,- EUR

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Sofa (212 cm) ab 1.542,- EUR

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Schlafsofa (180 x 200 cm - ausgeklappt) ab 1.799,- EUR unverbindliche Preisempfehlung / D / A / Abholpreis

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Sofa (186 cm) ab 2.046,- EUR

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Sofaecke (210 x 280 cm) inkl. empfohlener Kissen ab 4.468,- EUR unverbindliche Preisempfehlung / D / A / Abholpreis

Sessel ab 499,- EUR

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Sofa (228 cm) ab 1.382,- EUR

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Sofa (200 cm mit 2 Rückenkissen 60 cm) ab 1.622,- EUR

Sofaecke (270 x 186 cm) ab 2.874,- EUR

Sofa (203 cm) ab 1.198,- EUR

Sofaecke (260 x 185 cm) ab 2.298,- EUR

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Sofaecke (288 x 160 cm) ab 2.281,- EUR unverbindliche Preisempfehlung / D / A / Abholpreis

Sofaecke (225 x 160 cm) ab 1.599,- EUR unverbindliche Preisempfehlung / D / A / Abholpreis

Übrigens: freistil-Sofas und -Sessel sind nicht nur made in Germany, sondern auch mit dem Blauen Engel zertifiziert – das schützt unsere Umwelt und Gesundheit.

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Preisbeispiele (unverbindliche Preisempfehlung) in Euro. Gültig für Deutschland und Österreich. Preise gültig ab 01.07.2016 bis 30.06.2017. Irrtum vorbehalten. Ein aktuelles Händlerverzeichnis finden Sie unter www.freistil-rolfbenz.com im Bereich „Händler“.


Bett (inkl. Matratzen) 160 x 200 cm ab 2.854,- EUR

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Gegen den Strom schwimmen

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Gegen den Strom schwimmen

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Fiete Matthies

Glück ist, wenn das Unternehmen wächst. Gerne wild.

Fiete Matthies beschäftigt sich mit Kochen für Männer: Bier brauen. Dabei und auch sonst im Leben bereitet er gerne sein eigenes Süppchen zu. Während Bier-Etiketten anderer Brauereien clean sind, sind seine eher bunt und überladen. Während andere den Gerstensaft in grüne Flaschen füllen, nimmt er braune (und spart sich damit Oxidationsstoffe für Hopfen). Während andere moderne Methoden anwenden, um mehr Profit zu erzielen, setzt er auf altes Handwerk. Wer Friedrich Carl Richard mit Vornamen heißt, könnte romantischer Schriftsteller oder Maler des 19. Jahrhunderts sein. Statt in Tintenfässern oder Farbtöpfen, rührt Friedrich Carl Richard aber in BrauereiBottichen. Und das bestimmt gegen den Uhrzeigersinn, denn der junge Bierbrauer macht vieles anders, als man es erwarten würde. Er stellt sich mit „Fiete“ vor, trägt ein T-Shirt mit dem Logo einer Heavy-Metal-Band und strahlt unter seiner Strickmütze. Diese ist die Winteredition der Elbsegler-Mütze, die er sonst immer auf dem Kopf hat. So auch auf den Etiketten seiner drei Pils-Flaschen, auf denen er ein bisschen wie ein gut gelaunter Che Guevara aussieht. Zum Glück haben wir nicht nur das Emblem vor uns, sondern den leibhaftigen Fiete Matthies. Geboren in Hamburg-Finkenwerder, ausgebildet zum Brauer und

Geschmack seiner drei Biersorten. Und das bei traditioneller Brauart, denn auch in Fiete Matthies´ untergärige Biere kommen nur Wasser, Hopfen und Malz. Der Unterschied ist, dass er Hopfen auch ins kalte Jungbier gibt, nicht nur in die Kochwürze wie normalerweise. Denn durch das Erhitzen verdampfen die Aromen. Während der Geschmack bei Fietes Methode erhalten bleibt und sich sogar neue Aromen lösen. Die Methode hat er sich bei englischen Brauern abgeschaut. Da heißt es, dass früher zusätzlicher Hopfen in die Fässer auf dem Weg nach Indien gegeben wurde, um das Bier haltbarer zu machen. Ähnliches müsste auch mit Pils gehen und seinen Geschmack verbessern, dachte sich Fiete. So entstand schließlich seine Sorte Fastsmoker Pils. Außerdem Bock O´Range, einem fruchtigen Starkbier mit Orangen-Note. Und Bock O´Vin, einem Bockbier, das in Holzfässern ausgebraut wird, in denen vorher Rotwein lagerte. Bei letzterem schmecken Biergenießer „Kopfnoten vom Hamburger Rotsporn und charaktervolle Gerbstoffe französischer Eichen, umspielt von Karamellaromen der dunklen Malzröstungen“. Vielleicht ein wenig speziell für den Massen-Geschmack. Aber ideal für Menschen, die von der großen Straße des Einheitsgeschmacks abzweigen – die Besonderes mögen. Mainstream war noch nie Fietes Sache. Während in der Schulzeit alle Gitarre oder Schlagzeug spielten, trötete er in die Trompete. Und die Charts der 80er und 90er Jahre, die seine Freundin heute gerne hört, findet er unerträglich. Spätestens bei den Backstreet Boys nimmt er Reißaus. Dann geht es in den Reeperbahn-Club Lehmitz oder in den Ballroom Hamburg. Gerne auch zum HeavyMetal-Festival in Wacken. Mit einem Bier für sich und seine Freunde, das wie kein anderes schmeckt. Mit T-Shirts von „Ed Guy“ oder „Hyhne“ , die kein anderer Sommelier tragen würde. Und natürlich nur wegen der Musik, nicht wegen des Kults wie bei so vielen anderen Festivalbesucher. Carl Friedrich Richard Matthies macht nichts, nur um anders zu sein. Er macht alles anders, weil es ihn glücklich macht.

Die Brauerei heißt Wildwuchs. Doch er selbst ist eher penibel.

Mälzer, Diplom-Braumeister nach einem Studium an der TU Berlin, mit Brau-Erfahrung in Frankreich und Spanien. Sein 2014 gegründetes Wildwuchs Brauwerk steht in Bleckede, hinter Lüneburg, ungefähr 80 Kilometer von Hamburg. Er hat die Hälfte einer kleinen Brauerei gemietet und sehnt sich schon nach größeren Räumen, die dann auch näher an seinem Wohnort in der Hansestadt liegen sollten. Ein bisschen schade wäre es schon, diese Brauerei zu verlassen, denkt der Besucher, denn sie wirkt wie aus dem Bilderbuch. Mit handgeschriebenen Kreidetäfelchen, die an pittoresken Schnüren hängen. Gusseisernen Säulen und Kugelleuchten, die mit „Bavaria St. Pauli“ in antiker Typografie bemalt sind. Der vorherige Betreiber hat mehr in schicke Lampen als in Brenner investiert, erklärt Fiete. Ihm wäre es funktionaler lie-

ber gewesen. Dass er nicht den Weg als Ziel sieht, sondern das Ziel fest im Blick hat, liegt daran, dass der Gerstensaftexperte wenig Zeit hat. Freie Wochenenden gibt es so gut wie nicht, weil er dann meistens auf Veranstaltungen Bier verkauft. Während der Woche muss er dann neues Bier brauen. Und auch während unseres Gesprächs springt er alle paar Minuten auf, um zu den Kesseln zu laufen. Manchmal werden getrocknete Hopfen-Pellets nachgefüllt, bevor er weitersprechen kann. Manchmal kommt er nicht mit einem Satzende wieder, sondern mit einem großen Kunststoffkrug voller Vorderwürze. Dabei

handelt es sich um verzuckerten Saft aus Malz ohne Alkohol. Schon der erste kräftige Schluck begeistert. Vorderwürze wird in Brauerfamilien traditionell als Hausmittel gegen Schnupfen eingesetzt. Vermutlich tausend Kalorien pro Glas, aber es wirkt. Wenn Fiete Matthies über Zutaten und Zubereitungsarten spricht, merkt man, dass Bierbrauen viel mit Kochen zu tun hat. Und gekocht hat Fiete immer schon gerne. Er wollte nie den ganzen Tag in einem Büro

sitzen. Bierbrauen ist Kochen für Männer, also ganz sein Ding. Der Rest der Matthiesens hat Berufe, die aus Bierbrauer-Sicht ziemlich exotisch anmuten: Juristen, Ärzte und Wirtschaftsingenieure. Ob er es bereut, einen anderen Weg eingeschlagen zu haben? Ganz und gar nicht. Nur wenn er gerade Ärger mit der Verkehrspolizei hat, würde er sich ganz gerne mit juristischen Waffen wehren. Ansonsten ist er mit Leidenschaft der kreative Part in der Familie, der eine Abzweigung vom üblichen Weg eingeschlagen hat. Definitiv anders ist der

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Fiete Matthies

Glück ist, wenn das Unternehmen wächst. Gerne wild.

Fiete Matthies beschäftigt sich mit Kochen für Männer: Bier brauen. Dabei und auch sonst im Leben bereitet er gerne sein eigenes Süppchen zu. Während Bier-Etiketten anderer Brauereien clean sind, sind seine eher bunt und überladen. Während andere den Gerstensaft in grüne Flaschen füllen, nimmt er braune (und spart sich damit Oxidationsstoffe für Hopfen). Während andere moderne Methoden anwenden, um mehr Profit zu erzielen, setzt er auf altes Handwerk. Wer Friedrich Carl Richard mit Vornamen heißt, könnte romantischer Schriftsteller oder Maler des 19. Jahrhunderts sein. Statt in Tintenfässern oder Farbtöpfen, rührt Friedrich Carl Richard aber in BrauereiBottichen. Und das bestimmt gegen den Uhrzeigersinn, denn der junge Bierbrauer macht vieles anders, als man es erwarten würde. Er stellt sich mit „Fiete“ vor, trägt ein T-Shirt mit dem Logo einer Heavy-Metal-Band und strahlt unter seiner Strickmütze. Diese ist die Winteredition der Elbsegler-Mütze, die er sonst immer auf dem Kopf hat. So auch auf den Etiketten seiner drei Pils-Flaschen, auf denen er ein bisschen wie ein gut gelaunter Che Guevara aussieht. Zum Glück haben wir nicht nur das Emblem vor uns, sondern den leibhaftigen Fiete Matthies. Geboren in Hamburg-Finkenwerder, ausgebildet zum Brauer und

Geschmack seiner drei Biersorten. Und das bei traditioneller Brauart, denn auch in Fiete Matthies´ untergärige Biere kommen nur Wasser, Hopfen und Malz. Der Unterschied ist, dass er Hopfen auch ins kalte Jungbier gibt, nicht nur in die Kochwürze wie normalerweise. Denn durch das Erhitzen verdampfen die Aromen. Während der Geschmack bei Fietes Methode erhalten bleibt und sich sogar neue Aromen lösen. Die Methode hat er sich bei englischen Brauern abgeschaut. Da heißt es, dass früher zusätzlicher Hopfen in die Fässer auf dem Weg nach Indien gegeben wurde, um das Bier haltbarer zu machen. Ähnliches müsste auch mit Pils gehen und seinen Geschmack verbessern, dachte sich Fiete. So entstand schließlich seine Sorte Fastsmoker Pils. Außerdem Bock O´Range, einem fruchtigen Starkbier mit Orangen-Note. Und Bock O´Vin, einem Bockbier, das in Holzfässern ausgebraut wird, in denen vorher Rotwein lagerte. Bei letzterem schmecken Biergenießer „Kopfnoten vom Hamburger Rotsporn und charaktervolle Gerbstoffe französischer Eichen, umspielt von Karamellaromen der dunklen Malzröstungen“. Vielleicht ein wenig speziell für den Massen-Geschmack. Aber ideal für Menschen, die von der großen Straße des Einheitsgeschmacks abzweigen – die Besonderes mögen. Mainstream war noch nie Fietes Sache. Während in der Schulzeit alle Gitarre oder Schlagzeug spielten, trötete er in die Trompete. Und die Charts der 80er und 90er Jahre, die seine Freundin heute gerne hört, findet er unerträglich. Spätestens bei den Backstreet Boys nimmt er Reißaus. Dann geht es in den Reeperbahn-Club Lehmitz oder in den Ballroom Hamburg. Gerne auch zum HeavyMetal-Festival in Wacken. Mit einem Bier für sich und seine Freunde, das wie kein anderes schmeckt. Mit T-Shirts von „Ed Guy“ oder „Hyhne“ , die kein anderer Sommelier tragen würde. Und natürlich nur wegen der Musik, nicht wegen des Kults wie bei so vielen anderen Festivalbesucher. Carl Friedrich Richard Matthies macht nichts, nur um anders zu sein. Er macht alles anders, weil es ihn glücklich macht.

Die Brauerei heißt Wildwuchs. Doch er selbst ist eher penibel.

Mälzer, Diplom-Braumeister nach einem Studium an der TU Berlin, mit Brau-Erfahrung in Frankreich und Spanien. Sein 2014 gegründetes Wildwuchs Brauwerk steht in Bleckede, hinter Lüneburg, ungefähr 80 Kilometer von Hamburg. Er hat die Hälfte einer kleinen Brauerei gemietet und sehnt sich schon nach größeren Räumen, die dann auch näher an seinem Wohnort in der Hansestadt liegen sollten. Ein bisschen schade wäre es schon, diese Brauerei zu verlassen, denkt der Besucher, denn sie wirkt wie aus dem Bilderbuch. Mit handgeschriebenen Kreidetäfelchen, die an pittoresken Schnüren hängen. Gusseisernen Säulen und Kugelleuchten, die mit „Bavaria St. Pauli“ in antiker Typografie bemalt sind. Der vorherige Betreiber hat mehr in schicke Lampen als in Brenner investiert, erklärt Fiete. Ihm wäre es funktionaler lie-

ber gewesen. Dass er nicht den Weg als Ziel sieht, sondern das Ziel fest im Blick hat, liegt daran, dass der Gerstensaftexperte wenig Zeit hat. Freie Wochenenden gibt es so gut wie nicht, weil er dann meistens auf Veranstaltungen Bier verkauft. Während der Woche muss er dann neues Bier brauen. Und auch während unseres Gesprächs springt er alle paar Minuten auf, um zu den Kesseln zu laufen. Manchmal werden getrocknete Hopfen-Pellets nachgefüllt, bevor er weitersprechen kann. Manchmal kommt er nicht mit einem Satzende wieder, sondern mit einem großen Kunststoffkrug voller Vorderwürze. Dabei

handelt es sich um verzuckerten Saft aus Malz ohne Alkohol. Schon der erste kräftige Schluck begeistert. Vorderwürze wird in Brauerfamilien traditionell als Hausmittel gegen Schnupfen eingesetzt. Vermutlich tausend Kalorien pro Glas, aber es wirkt. Wenn Fiete Matthies über Zutaten und Zubereitungsarten spricht, merkt man, dass Bierbrauen viel mit Kochen zu tun hat. Und gekocht hat Fiete immer schon gerne. Er wollte nie den ganzen Tag in einem Büro

sitzen. Bierbrauen ist Kochen für Männer, also ganz sein Ding. Der Rest der Matthiesens hat Berufe, die aus Bierbrauer-Sicht ziemlich exotisch anmuten: Juristen, Ärzte und Wirtschaftsingenieure. Ob er es bereut, einen anderen Weg eingeschlagen zu haben? Ganz und gar nicht. Nur wenn er gerade Ärger mit der Verkehrspolizei hat, würde er sich ganz gerne mit juristischen Waffen wehren. Ansonsten ist er mit Leidenschaft der kreative Part in der Familie, der eine Abzweigung vom üblichen Weg eingeschlagen hat. Definitiv anders ist der

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Bin ich bereit, für meinen Traum zu kämpfen? Fiete Matthies, Bierbrauer und -sommelier

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Bin ich bereit, für meinen Traum zu kämpfen? Fiete Matthies, Bierbrauer und -sommelier

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Steckbrief freistil 166 / freistil 167 Luxus ist verschwenderische Fülle. Wie bei einem Pfau, der sein Rad schlägt. Oder einem Löwen, der seine Mähne schüttelt. Da freistil 167 speziell für Lederbezüge entwickelt wurde, wirkt es eher maskulin und kernig. Und wie die Männchen in der Tierwelt imponiert es durch besonderen Schmuck: Zum Beispiel durch aufwendige Nähte, die seinen Auftritt besonders attraktiv machen. Luxus ist laut Definition aber auch „nicht notwendiger Aufwand“. Nicht notwendig? Einspruch! Ein solch erfüllendes Gefühl, wie es freistil 167 seinen Besitzern verleiht, ist überaus notwendig. Modelle / Sofabank in den Breiten: 186 cm und 256 cm / Anreihsofa (li oder re) in den Breiten: 163 cm und 233 cm / Eck-Anreihsofa (li oder re) in den Breiten: 186 cm und 256 cm / Abschlusssessel mit Polstersitz (li oder re): 93 x 186 cm / Anreihbank mit Polstersitz (li oder re) in den Breiten: 163 cm und 233 cm / Eck-Anreihbank mit Polstersitz (li oder re) in den Breiten: 186 cm und 256 cm / Polstersitz: 93 x 96 cm Sitzmaße / Sitztiefe: 65 cm / Sitzhöhe: wahlweise 41 cm oder 44 cm / Rückenhöhe: 74 cm bzw. 77 cm / Gesamttiefe: 96 cm Fußausführungen / Stahlrohrgestell (sichtbar) mit Stahlfuß konifiziert, RAL 9005 Tiefschwarz

freistil 166 wurde speziell für Stoff entwickelt: sehr weiche Linienführung unterstützt kissigen Sitzkomfort.

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freistil 167 wurde speziell für Leder entwickelt: aufwendige Nähte betonen den handwerklichen Charakter. freistil Magazin 2016


Steckbrief freistil 166 / freistil 167 Luxus ist verschwenderische Fülle. Wie bei einem Pfau, der sein Rad schlägt. Oder einem Löwen, der seine Mähne schüttelt. Da freistil 167 speziell für Lederbezüge entwickelt wurde, wirkt es eher maskulin und kernig. Und wie die Männchen in der Tierwelt imponiert es durch besonderen Schmuck: Zum Beispiel durch aufwendige Nähte, die seinen Auftritt besonders attraktiv machen. Luxus ist laut Definition aber auch „nicht notwendiger Aufwand“. Nicht notwendig? Einspruch! Ein solch erfüllendes Gefühl, wie es freistil 167 seinen Besitzern verleiht, ist überaus notwendig. Modelle / Sofabank in den Breiten: 186 cm und 256 cm / Anreihsofa (li oder re) in den Breiten: 163 cm und 233 cm / Eck-Anreihsofa (li oder re) in den Breiten: 186 cm und 256 cm / Abschlusssessel mit Polstersitz (li oder re): 93 x 186 cm / Anreihbank mit Polstersitz (li oder re) in den Breiten: 163 cm und 233 cm / Eck-Anreihbank mit Polstersitz (li oder re) in den Breiten: 186 cm und 256 cm / Polstersitz: 93 x 96 cm Sitzmaße / Sitztiefe: 65 cm / Sitzhöhe: wahlweise 41 cm oder 44 cm / Rückenhöhe: 74 cm bzw. 77 cm / Gesamttiefe: 96 cm Fußausführungen / Stahlrohrgestell (sichtbar) mit Stahlfuß konifiziert, RAL 9005 Tiefschwarz

freistil 166 wurde speziell für Stoff entwickelt: sehr weiche Linienführung unterstützt kissigen Sitzkomfort.

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freistil 167 wurde speziell für Leder entwickelt: aufwendige Nähte betonen den handwerklichen Charakter. freistil Magazin 2016


Wer kann wo in Hamburg sein Ding machen? Eine Typologie mit entsprechenden Tipps

Ob Besucher oder Bewohner – in der Stadt an der Alster lässt's sich gut eigentümlich sein. Hier die individuellen freistil-Tipps für individuelle Typen. Damit Sie wissen, wo Sie am besten aufgehoben sind. Wo Sie finden, was gerade Sie in Hamburg glücklich macht.

Die Linguisten

Eine sprachliche Ohrenweide und ein großer Showstar ist Aale-Dieter auf dem Hamburger Fischmarkt in Altona. In breitem Hamburger Akzent preist er Aale und Lachs an. Seit 1959. Vom Manager Magazin zu einem der zehn besten Verkäufer Deutschlands gewählt. Insofern auch für alle Marketingexperten interessant. Jeden Sonntag, April bis Oktober: 5:00 bis 9:30 Uhr; November bis März: 7:00 bis 9:30 Uhr; Große Elbstraße 9. In der Ponybar in der Allendestraße 1 gibt es Sprachstammtische, zum Beispiel in Spanisch, Russisch, Hebräisch oder Indonesisch. Gerne von Studenten besucht, aber auch Nicht-Studenten sind willkommen. Ideal, um sich mit Muttersprachlern zu unterhalten. Dazu gibt es immer die passende Musik und sogar landestypische Getränke. Welche Sprache gerade dran ist, steht im Programm. Sich platt reden lassen, das geht am besten im Ohnsorg-Theater. Am Heidi-KabelPlatz 1 (wo sonst) werden Theaterstücke in dieser geheimnisvollen niederdeutschen Sprache aufgeführt. Die englische Hochsprache pflegt hingegen The English Theatre of Hamburg in Mundsburg. Und bei English Books and

mietung Dornheim am Kaemmererufer 25 hat alles, was Sportfreunde brauchen. Wer keine Muskeln mitbringt, bekommt sie da. Zu empfehlen ist auch die Bootsvermietung am Stadtparksee (Südring 5a). Hamburger lieben es, an wärmeren Tagen von den Kanälen bis hinaus auf die Außenoder Innenalster zu paddeln. Seit Kurzem sieht man auch immer mehr Stand-upPaddler. Beim AlsterSURFER am Hofweg 103 kann man sich einfach nur ein Board ausleihen oder einen Kurs buchen. Es gibt Sundowner Touren und Sunrise Touren. Wer die Gesellschaft liebt und dabei joggen möchte, nimmt den 7,4 km langen Rundweg um die Außenalster. Da ist er sicher nicht alleine. Aber in einem kleinen Paradies mitten in der Großstadt. Mit tollem Blick auf die Grünanlagen, die Segelboote und die Silhouette der Stadt. Und um den Lohn von so viel Mühen auch zu genießen: ab in die schönen Läden für Dessous oder Bademoden in der Hamburger Innenstadt. Zum Beispiel im Passagenviertel rund um die Großen Bleichen.

Die Nachtschwärmer Ponybar

British Foods in der Stresemannstraße 169 bekommt man neue und gebrauchte Bücher, Antiquitäten, UK-Lebensmittel – natürlich alles mit britischem Humor.

Die Körperbewussten

Rudern und Paddeln für die Badehosenoder Bikinifigur: Zum Beispiel in Winterhude, das von idyllischen Gewässern wie dem Goldbekkanal umgeben ist. Die Bootsver-

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freistil Magazin 2016

Bevor es hinunter geht in die Untiefen der Hamburger Barszene, läuft der Nachtschwärmer erst mal nach oben: Auf den Michel, die evangelische Kirche mit 132 Meter hohem Turm, dem Wahrzeichen der Stadt. Den Michel kann man nämlich auch abends besuchen und auf das Lichtermeer schauen. Oder auf den Trubel der Reeperbahn, in den man sich danach gleich begibt. Montag bis Freitag von 20:00 bis 23:00 Uhr. Weniger bekannt, aber wie der Michel mit super Aussicht gesegnet, ist die 20 up Bar im Empire Riverside Hotel, Bernhard-Nocht-Straße 97. Man fährt ins

20. Stockwerk und blickt dann auf den Hafen, der auch nachts immer in Aktion ist. Der Ausblick ist fantastisch, die Cocktails sind okay. Von da vielleicht in den 45/7 Vinyl Club, der einmal im Monat im Jazz Café/Mojo Club in der Reeperbahn 1 stattfindet. Wechseln-

de DJs legen ab 21 Uhr ihre 7-Zoll-Schätze auf. Single-Highlights aus allen Genres: Jazz, Funk, On Soul, Hip Hop, Disco, House, Reggae oder Pop. Der Mix macht´s. Und

In der Ponybar trinken und schnacken die Gäste international

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Wer kann wo in Hamburg sein Ding machen? Eine Typologie mit entsprechenden Tipps

Ob Besucher oder Bewohner – in der Stadt an der Alster lässt's sich gut eigentümlich sein. Hier die individuellen freistil-Tipps für individuelle Typen. Damit Sie wissen, wo Sie am besten aufgehoben sind. Wo Sie finden, was gerade Sie in Hamburg glücklich macht.

Die Linguisten

Eine sprachliche Ohrenweide und ein großer Showstar ist Aale-Dieter auf dem Hamburger Fischmarkt in Altona. In breitem Hamburger Akzent preist er Aale und Lachs an. Seit 1959. Vom Manager Magazin zu einem der zehn besten Verkäufer Deutschlands gewählt. Insofern auch für alle Marketingexperten interessant. Jeden Sonntag, April bis Oktober: 5:00 bis 9:30 Uhr; November bis März: 7:00 bis 9:30 Uhr; Große Elbstraße 9. In der Ponybar in der Allendestraße 1 gibt es Sprachstammtische, zum Beispiel in Spanisch, Russisch, Hebräisch oder Indonesisch. Gerne von Studenten besucht, aber auch Nicht-Studenten sind willkommen. Ideal, um sich mit Muttersprachlern zu unterhalten. Dazu gibt es immer die passende Musik und sogar landestypische Getränke. Welche Sprache gerade dran ist, steht im Programm. Sich platt reden lassen, das geht am besten im Ohnsorg-Theater. Am Heidi-KabelPlatz 1 (wo sonst) werden Theaterstücke in dieser geheimnisvollen niederdeutschen Sprache aufgeführt. Die englische Hochsprache pflegt hingegen The English Theatre of Hamburg in Mundsburg. Und bei English Books and

mietung Dornheim am Kaemmererufer 25 hat alles, was Sportfreunde brauchen. Wer keine Muskeln mitbringt, bekommt sie da. Zu empfehlen ist auch die Bootsvermietung am Stadtparksee (Südring 5a). Hamburger lieben es, an wärmeren Tagen von den Kanälen bis hinaus auf die Außenoder Innenalster zu paddeln. Seit Kurzem sieht man auch immer mehr Stand-upPaddler. Beim AlsterSURFER am Hofweg 103 kann man sich einfach nur ein Board ausleihen oder einen Kurs buchen. Es gibt Sundowner Touren und Sunrise Touren. Wer die Gesellschaft liebt und dabei joggen möchte, nimmt den 7,4 km langen Rundweg um die Außenalster. Da ist er sicher nicht alleine. Aber in einem kleinen Paradies mitten in der Großstadt. Mit tollem Blick auf die Grünanlagen, die Segelboote und die Silhouette der Stadt. Und um den Lohn von so viel Mühen auch zu genießen: ab in die schönen Läden für Dessous oder Bademoden in der Hamburger Innenstadt. Zum Beispiel im Passagenviertel rund um die Großen Bleichen.

Die Nachtschwärmer Ponybar

British Foods in der Stresemannstraße 169 bekommt man neue und gebrauchte Bücher, Antiquitäten, UK-Lebensmittel – natürlich alles mit britischem Humor.

Die Körperbewussten

Rudern und Paddeln für die Badehosenoder Bikinifigur: Zum Beispiel in Winterhude, das von idyllischen Gewässern wie dem Goldbekkanal umgeben ist. Die Bootsver-

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Bevor es hinunter geht in die Untiefen der Hamburger Barszene, läuft der Nachtschwärmer erst mal nach oben: Auf den Michel, die evangelische Kirche mit 132 Meter hohem Turm, dem Wahrzeichen der Stadt. Den Michel kann man nämlich auch abends besuchen und auf das Lichtermeer schauen. Oder auf den Trubel der Reeperbahn, in den man sich danach gleich begibt. Montag bis Freitag von 20:00 bis 23:00 Uhr. Weniger bekannt, aber wie der Michel mit super Aussicht gesegnet, ist die 20 up Bar im Empire Riverside Hotel, Bernhard-Nocht-Straße 97. Man fährt ins

20. Stockwerk und blickt dann auf den Hafen, der auch nachts immer in Aktion ist. Der Ausblick ist fantastisch, die Cocktails sind okay. Von da vielleicht in den 45/7 Vinyl Club, der einmal im Monat im Jazz Café/Mojo Club in der Reeperbahn 1 stattfindet. Wechseln-

de DJs legen ab 21 Uhr ihre 7-Zoll-Schätze auf. Single-Highlights aus allen Genres: Jazz, Funk, On Soul, Hip Hop, Disco, House, Reggae oder Pop. Der Mix macht´s. Und

In der Ponybar trinken und schnacken die Gäste international

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Verströmt Ruhe: Das Japanische Teehaus im Planten un Blomen

den 45/7 Vinyl Club gibt es auch auf SoundCloud, wo sich monatlich neue DJs präsentieren: soundcloud.com/45-7-vinyl-club. Beim Savage Club stehen zwölf talentierte Musiker im Kreis um eine Tanzfläche herum. Sonst sind sie mit Jan Delay, Mark Forster oder Johannes Ording unterwegs. An einem Abend im Monat treten sie im Gruenspan, Große Freiheit 58, live in Hamburg auf. Im Inneren des Kreises sind die Gäste, die entweder nur der Musik zuhören oder auch tanzen. Mehr dazu unter www.gruenspan.de/savage-club.

Die Feingeister

Der Isemarkt ist ein Erlebnis für die Sinne. Der Wochenmarkt liegt unter dem Hochbahnviadukt der U-Bahnhaltestellen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum und ist fast einen Kilometer lang. Mehr unter www.isemarkt.com. Herrliche Düfte verströmt auch der Park Planten un Blomen, der im Herzen der Stadt am Holstenwall liegt. Sehens- und hörenswert sind die Wasserlichtspiele von Mai bis Oktober am Parksee. Das Schauspiel dauert 30 Minuten und wird mit klassischer Musik untermalt. Außerdem gibt es hier verschiedene Themengärten wie zum Beispiel den Alten Botanischen Garten Hamburg. Der geheimste Park ist wahrscheinlich der Römische Garten in Blankenese. Er liegt versteckt am Elbufer und ist wegen seines südländischen Flairs zu seinem Namen gekommen. Vom Falkensteiner Ufer steigt man 128 Treppenstufen nach oben. Mehr wird nicht verraten. Beim Literaturhaus Hamburg e.V. in Uhlenhorst wird dagegen kein Geheimnis aus der Adresse gemacht: Schwanenwik 38. Es richtet jährlich an die 100 Veranstaltungen internationaler und nationaler Gegenwartsliteratur aus.

Die Rocker

Hamburgs Fans der lauten Motorengeräusche müssen nicht auf Gottes Segen verzichten: Während der Hamburg Harley Days gibt es einen Motorrad-Gottesdienst im Michel. Die nächsten Harley Days finden vom 24. bis 26. Juni 2016 statt. Dann werden auf einem riesigen Gelände wie-

Die Tierliebhaber

Im Leaf isst man komplett vegan, aber anders als man es normalerweise kennt: Es wird verfeinerte gutbürgerliche Küche geboten. Kein Firlefanz, keine Vollwertkost. Die Einrichtung ist schlicht. Der Tellerinhalt kreativ. Es kommt eben drauf an, was man draus macht. Zu schmecken in der Eulenstraße 38 in Ottensen. Wer vegan einkaufen möchte, ist in St. Pauli richtig. Im Twelve Monkeys, Hopfenstraße 15b, gibt es ein großes Sortiment an rein pflanzlichen Lebensmitteln, Tiernahrung, Haushaltsmitteln, Kleidung und sogar Literatur. An den Spendenmontagen gehen zehn Prozent des Einkaufswerts über 100 Euro an eine monatlich wechselnde Organisation. Falls Sie nur für Ihren Hund etwas kaufen möchten: Koko von Knebel betreibt im Hamburger Hof einen der wohl schönsten Hundeläden Hamburgs. Shopping ist aber nicht alles, besonders nicht für Hunde. Lieber tollen sie herum – obwohl in Hamburg überall Leinenzwang herrscht, außer auf ausdrücklich ausgewiesenen Flächen. Solche freien Hundeauslaufbereiche gibt es zum Beispiel im Ostteil des Jenischparks oder am Hundestrand Falkensteiner Ufer direkt an der Elbe. Eine wunderbare Gelegenheit, mit Hunden in Kontakt zu kommen und sie glücklich zu machen, ist das Gassigehen mit Tierheimhunden. Zum Beispiel das Franziskus Tierheim in der Lokstedter Grenzstraße 7 bietet diese Möglichkeit.

Die Freunde des Exotischen

Zwick

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In Hamburg kann man Japan erleben: In der schon erwähnten Parkanlage Planten un Blomen am Holstenwall gibt den größten japanischen Garten Europas. Von Mai bis September werden im Japanischen Teehaus traditionelle Tee-Zeremonien abgehalten. Dabei wird exotisches Tee-Aro-

Teehaus

ma verströmt, aber auch etwas, das noch viel seltener ist: Ruhe. Apropos Aroma. Davon gibt es auch in Spicy’s Gewürzmuseum reichlich. Es ist eines der beliebtesten Museen der Stadt und befindet sich in der historischen Speicherstadt auf einem alten Lagerboden im Speicher Block L. Am Sandtorkai 34. Die Straße „Am Sandtorkai“ ist die Trennlinie zwischen der historischen Speicherstadt mit den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden auf der einen und den Neubauten der HafenCity auf der anderen Straßenseite. Da wir Gewürze immer noch mit dem Orient verbinden, sei hier noch ein türkisches Dampfbad empfohlen: Das Hamam in der Feldstraße 39 gilt als ältestes und schönstes in Hamburg. Geöffnet ab 29. Juli für alle, die den Alltag mit viel Seifenschaum und Wasser wegspülen wollen. Hinterher vielleicht eine Stärkung, die für Hamburger normal – aber für alle anderen extrem exotisch ist: ein Matsch namens Labskaus. Früher war es ein Gericht für Seefahrer. Die hatten wegen VitaminC-Mangels meistens Skorbut und daher schlechte Zähne – also wurde ihre Mahlzeit püriert. Wer sich traut: Im Old Commercial Room, Englische Planke 10, gibt es angeblich das beste.

Die Sparsamen

Käse, Wurst, Quark mit Früchten, Salat, Croissant und Marmelade – im Abaton Bistro im Grindelhof 14a bekommt man Frühstück zu einem unglaublichen Preis. Und das Heißgetränk kostet rein gar nix extra. Aufgewärmt geht´s dann zur Hafenrundfahrt für wenig Geld. Auf sechs Linien der HADAG-Hafenfähren im Hamburger Verkehrsverbund. Mit dem entsprechenden HVV-Ticket für U-/S-Bahn und Bus können auch die Hafenfähren benutzt werden. Auf dieser „Hamburgensie“, wie man hier sagt, kann man zum Beispiel die ContaiBoberger Dünen

Fotos: Benjakon, Berlin (2); Ponybar: Philipp Andreas Scholz; Zwick: www.3mmedia.de; iStock Fotos (4); Shutterstock (2); Leaf: Marcel Jendro; Biohof Ottilie: MJo Hintz

Leaf Restaurant

der bis zu einer halben Million Besucher zu einem PS-starken Programm erwartet. Beim Gottesdienst wohl etwas weniger. Das Wacken Open Air (Eigenschreibweise W:O:A) findet jedes Jahr am ersten Augustwochenende in der Gemeinde Wacken in Schleswig-Holstein statt. Fast alle Ausprägungen von Hard Rock und Metal kann man auf diesem Festival erleben. Inzwischen gilt es sogar als größtes Heavy Metal Festival der Welt. Vielleicht weniger laut, aber genauso wild geht es im Zwick zu. Am Mittelweg 121b steht die Wiege der Hamburger Szene und hier ist jede Nacht was los. Alt-Rocker fallen vom Hocker, Jung-Rocker veranstalten spontane JamSessions und in den Ecken wird geküsst. Hier findet zueinander, was – zumindest vorübergehend – zusammen gehört.

ner-Riesen sehen. Erzählt wird nichts. Aber das muss ja nicht unbedingt ein Nachteil sein. Und weil Seefahrten wieder Hunger machen: Zweimal im Jahr finden in Hamburg die kulinarischen Wochen statt. Im Frühjahr und zu Weihnachten. Dann gibt es festgelegte Menüs für kleines Geld in Spitzenrestaurants. Mehr dazu unter www.hamburg-kulinarisch.de. Ein einmaliges Konzept hat auch eine Weinbar, über die man unter www.vineyard-weinhandel.de Näheres erfährt. Jede Flasche Wein, die in der Weinbar bestellt wird, erhält man zum Lagerpreis plus Korkgeld. Eine Flasche Wasser gibt es gratis dazu. Und das tolle Ambiente ist ebenfalls kostenlos. Vom Wein zum Bier: Im Biergarten Schumachers kann man einander günstiger zuprosten als anderswo in Hamburg.

Fiete Matthies: Der Frühaufsteher

Der Bierbrauer und Biersommelier Fiete Matthies hat einen ganz individuellen Tipp für einen glücklichen Moment am frühen Morgen: Um sechs Uhr aus Hamburg Richtung Süden fahren, ohne Stau durch den Elbtunnel, in entgegengesetzter Richtung zu Tausenden anderen – und auf der anderen Seite des Elbtunnels sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen! Wir sind ein bisschen skeptisch, wenn wir an das berüchtigte Hamburger Wetter denken, aber Fiete versichert, dass das klappt! Sollte sich die Sonne doch nicht zeigen – Fietes Miene erhellt sich spätestens beim Besuch seiner Lieblingsbäckereien. Der Bierexperte bleibt dem Getreide treu und ist ein großer Fan von gutem Sauerteigbrot. Um so etwas wie Back-Discounter oder „Backshops“, die Tiefkühlteige im Ofen erwärmen, macht er einen großen Bogen. Nur Bäckereien, die selber noch richtig backen, kommen in Frage. Zum Beispiel die Bäckerei Wiedenroth an der Ecke Friedensallee/Daimlerstraße in Altona (geöffnet ab 6:30 Uhr). Ein bisschen traurig ist es schon, wenn man extra betonen muss, dass es in dieser Bäckerei riecht wie in einer Bäckerei... Genauso gut duftet es auch in der Bäckerei Körner von Jan-Henning Körner in Finkenwerder. Dieser ist sogar schon morgens um drei Uhr auf den Beinen. Und freut sich, wenn die Ladentür klingelt und ein Freigeist wie Fiete Matthies oder ein freistil-Leser vor der Ladentheke steht. Alle fünf Filialen der Familie Körner haben übrigens ab 5:45 Uhr geöffnet, Adressen unter www.baecker-jan.de.

haus-Nähe, genauer gesagt in der Rathausstraße 4. Nach einer langen Show-Nacht kann man Orphelia auch oft in Gretchens Villa im Karo-Viertel treffen. In der Marktstraße 142 gibt es mintgrüne Schnörkeltapete, Holzmöbel und viele andere liebevolle Details. Ein Traum ist der „Schoko-Schock-Kuchen“. Um die Kalorien wieder abzutrainieren, macht die Burlesque-Künstlerin einen Ausflug aufs Land. Oh ja, auch für Langschläfer gibt es gute Tipps für Ausflugstouren. Zum Beispiel zu den Boberger Dünen, in denen man sich wie in einer anderen Welt fühlt – wie auf Sylt oder Amrum: Nach wenigen Schritten vom Parkplatz an der Boberger Furt im Stadtteil Lohbrügge tritt man aus dem Wald in eine lang gestreckte Dünenlandschaft, die unter Naturschutz steht. Eine andere Möglichkeit für alle, die schwer aus den Federn kommen: ein Ausflug ins Alte Land. Orphelia packt dazu gerne ihr Fahrrad auf die Fähre und radelt dann durch die wunderbare Apfelbaum-Landschaft. Idyllische Orte zum Rastmachen findet man ganz von alleine. Doch der Tipp für den besten Apfelkuchen (jedenfalls nach Orphelias Meinung) sei verraten: Es gibt ihn im Biohof Ottilie, Ort 19 in Mittelnkirchen (www.der-kleineobsthof.de). Damit man mehr vom Apfel-

Orphelia de Winter: Die Langschläferin

Wer morgens lange schläft, braucht Gastronomen, die Lust haben, lange Frühstück anzubieten. Orphelias Brunch-Tipp ist das Café Paris. Mit hohen Jugendstil-Räumen in einer ehemaligen Schlachterei. In Rat-

Biohof Ottilie

Aroma hat, einfach ein paar Kilo nach Hause mitnehmen. Viele der Sorten sucht man in Supermärkten vergeblich. Korb fürs Fahrrad nicht vergessen!

Idyllische Orte zum Rastmachen findet man im Alten Land ganz von alleine


Verströmt Ruhe: Das Japanische Teehaus im Planten un Blomen

den 45/7 Vinyl Club gibt es auch auf SoundCloud, wo sich monatlich neue DJs präsentieren: soundcloud.com/45-7-vinyl-club. Beim Savage Club stehen zwölf talentierte Musiker im Kreis um eine Tanzfläche herum. Sonst sind sie mit Jan Delay, Mark Forster oder Johannes Ording unterwegs. An einem Abend im Monat treten sie im Gruenspan, Große Freiheit 58, live in Hamburg auf. Im Inneren des Kreises sind die Gäste, die entweder nur der Musik zuhören oder auch tanzen. Mehr dazu unter www.gruenspan.de/savage-club.

Die Feingeister

Der Isemarkt ist ein Erlebnis für die Sinne. Der Wochenmarkt liegt unter dem Hochbahnviadukt der U-Bahnhaltestellen Hoheluftbrücke und Eppendorfer Baum und ist fast einen Kilometer lang. Mehr unter www.isemarkt.com. Herrliche Düfte verströmt auch der Park Planten un Blomen, der im Herzen der Stadt am Holstenwall liegt. Sehens- und hörenswert sind die Wasserlichtspiele von Mai bis Oktober am Parksee. Das Schauspiel dauert 30 Minuten und wird mit klassischer Musik untermalt. Außerdem gibt es hier verschiedene Themengärten wie zum Beispiel den Alten Botanischen Garten Hamburg. Der geheimste Park ist wahrscheinlich der Römische Garten in Blankenese. Er liegt versteckt am Elbufer und ist wegen seines südländischen Flairs zu seinem Namen gekommen. Vom Falkensteiner Ufer steigt man 128 Treppenstufen nach oben. Mehr wird nicht verraten. Beim Literaturhaus Hamburg e.V. in Uhlenhorst wird dagegen kein Geheimnis aus der Adresse gemacht: Schwanenwik 38. Es richtet jährlich an die 100 Veranstaltungen internationaler und nationaler Gegenwartsliteratur aus.

Die Rocker

Hamburgs Fans der lauten Motorengeräusche müssen nicht auf Gottes Segen verzichten: Während der Hamburg Harley Days gibt es einen Motorrad-Gottesdienst im Michel. Die nächsten Harley Days finden vom 24. bis 26. Juni 2016 statt. Dann werden auf einem riesigen Gelände wie-

Die Tierliebhaber

Im Leaf isst man komplett vegan, aber anders als man es normalerweise kennt: Es wird verfeinerte gutbürgerliche Küche geboten. Kein Firlefanz, keine Vollwertkost. Die Einrichtung ist schlicht. Der Tellerinhalt kreativ. Es kommt eben drauf an, was man draus macht. Zu schmecken in der Eulenstraße 38 in Ottensen. Wer vegan einkaufen möchte, ist in St. Pauli richtig. Im Twelve Monkeys, Hopfenstraße 15b, gibt es ein großes Sortiment an rein pflanzlichen Lebensmitteln, Tiernahrung, Haushaltsmitteln, Kleidung und sogar Literatur. An den Spendenmontagen gehen zehn Prozent des Einkaufswerts über 100 Euro an eine monatlich wechselnde Organisation. Falls Sie nur für Ihren Hund etwas kaufen möchten: Koko von Knebel betreibt im Hamburger Hof einen der wohl schönsten Hundeläden Hamburgs. Shopping ist aber nicht alles, besonders nicht für Hunde. Lieber tollen sie herum – obwohl in Hamburg überall Leinenzwang herrscht, außer auf ausdrücklich ausgewiesenen Flächen. Solche freien Hundeauslaufbereiche gibt es zum Beispiel im Ostteil des Jenischparks oder am Hundestrand Falkensteiner Ufer direkt an der Elbe. Eine wunderbare Gelegenheit, mit Hunden in Kontakt zu kommen und sie glücklich zu machen, ist das Gassigehen mit Tierheimhunden. Zum Beispiel das Franziskus Tierheim in der Lokstedter Grenzstraße 7 bietet diese Möglichkeit.

Die Freunde des Exotischen

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In Hamburg kann man Japan erleben: In der schon erwähnten Parkanlage Planten un Blomen am Holstenwall gibt den größten japanischen Garten Europas. Von Mai bis September werden im Japanischen Teehaus traditionelle Tee-Zeremonien abgehalten. Dabei wird exotisches Tee-Aro-

Teehaus

ma verströmt, aber auch etwas, das noch viel seltener ist: Ruhe. Apropos Aroma. Davon gibt es auch in Spicy’s Gewürzmuseum reichlich. Es ist eines der beliebtesten Museen der Stadt und befindet sich in der historischen Speicherstadt auf einem alten Lagerboden im Speicher Block L. Am Sandtorkai 34. Die Straße „Am Sandtorkai“ ist die Trennlinie zwischen der historischen Speicherstadt mit den unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden auf der einen und den Neubauten der HafenCity auf der anderen Straßenseite. Da wir Gewürze immer noch mit dem Orient verbinden, sei hier noch ein türkisches Dampfbad empfohlen: Das Hamam in der Feldstraße 39 gilt als ältestes und schönstes in Hamburg. Geöffnet ab 29. Juli für alle, die den Alltag mit viel Seifenschaum und Wasser wegspülen wollen. Hinterher vielleicht eine Stärkung, die für Hamburger normal – aber für alle anderen extrem exotisch ist: ein Matsch namens Labskaus. Früher war es ein Gericht für Seefahrer. Die hatten wegen VitaminC-Mangels meistens Skorbut und daher schlechte Zähne – also wurde ihre Mahlzeit püriert. Wer sich traut: Im Old Commercial Room, Englische Planke 10, gibt es angeblich das beste.

Die Sparsamen

Käse, Wurst, Quark mit Früchten, Salat, Croissant und Marmelade – im Abaton Bistro im Grindelhof 14a bekommt man Frühstück zu einem unglaublichen Preis. Und das Heißgetränk kostet rein gar nix extra. Aufgewärmt geht´s dann zur Hafenrundfahrt für wenig Geld. Auf sechs Linien der HADAG-Hafenfähren im Hamburger Verkehrsverbund. Mit dem entsprechenden HVV-Ticket für U-/S-Bahn und Bus können auch die Hafenfähren benutzt werden. Auf dieser „Hamburgensie“, wie man hier sagt, kann man zum Beispiel die ContaiBoberger Dünen

Fotos: Benjakon, Berlin (2); Ponybar: Philipp Andreas Scholz; Zwick: www.3mmedia.de; iStock Fotos (4); Shutterstock (2); Leaf: Marcel Jendro; Biohof Ottilie: MJo Hintz

Leaf Restaurant

der bis zu einer halben Million Besucher zu einem PS-starken Programm erwartet. Beim Gottesdienst wohl etwas weniger. Das Wacken Open Air (Eigenschreibweise W:O:A) findet jedes Jahr am ersten Augustwochenende in der Gemeinde Wacken in Schleswig-Holstein statt. Fast alle Ausprägungen von Hard Rock und Metal kann man auf diesem Festival erleben. Inzwischen gilt es sogar als größtes Heavy Metal Festival der Welt. Vielleicht weniger laut, aber genauso wild geht es im Zwick zu. Am Mittelweg 121b steht die Wiege der Hamburger Szene und hier ist jede Nacht was los. Alt-Rocker fallen vom Hocker, Jung-Rocker veranstalten spontane JamSessions und in den Ecken wird geküsst. Hier findet zueinander, was – zumindest vorübergehend – zusammen gehört.

ner-Riesen sehen. Erzählt wird nichts. Aber das muss ja nicht unbedingt ein Nachteil sein. Und weil Seefahrten wieder Hunger machen: Zweimal im Jahr finden in Hamburg die kulinarischen Wochen statt. Im Frühjahr und zu Weihnachten. Dann gibt es festgelegte Menüs für kleines Geld in Spitzenrestaurants. Mehr dazu unter www.hamburg-kulinarisch.de. Ein einmaliges Konzept hat auch eine Weinbar, über die man unter www.vineyard-weinhandel.de Näheres erfährt. Jede Flasche Wein, die in der Weinbar bestellt wird, erhält man zum Lagerpreis plus Korkgeld. Eine Flasche Wasser gibt es gratis dazu. Und das tolle Ambiente ist ebenfalls kostenlos. Vom Wein zum Bier: Im Biergarten Schumachers kann man einander günstiger zuprosten als anderswo in Hamburg.

Fiete Matthies: Der Frühaufsteher

Der Bierbrauer und Biersommelier Fiete Matthies hat einen ganz individuellen Tipp für einen glücklichen Moment am frühen Morgen: Um sechs Uhr aus Hamburg Richtung Süden fahren, ohne Stau durch den Elbtunnel, in entgegengesetzter Richtung zu Tausenden anderen – und auf der anderen Seite des Elbtunnels sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen! Wir sind ein bisschen skeptisch, wenn wir an das berüchtigte Hamburger Wetter denken, aber Fiete versichert, dass das klappt! Sollte sich die Sonne doch nicht zeigen – Fietes Miene erhellt sich spätestens beim Besuch seiner Lieblingsbäckereien. Der Bierexperte bleibt dem Getreide treu und ist ein großer Fan von gutem Sauerteigbrot. Um so etwas wie Back-Discounter oder „Backshops“, die Tiefkühlteige im Ofen erwärmen, macht er einen großen Bogen. Nur Bäckereien, die selber noch richtig backen, kommen in Frage. Zum Beispiel die Bäckerei Wiedenroth an der Ecke Friedensallee/Daimlerstraße in Altona (geöffnet ab 6:30 Uhr). Ein bisschen traurig ist es schon, wenn man extra betonen muss, dass es in dieser Bäckerei riecht wie in einer Bäckerei... Genauso gut duftet es auch in der Bäckerei Körner von Jan-Henning Körner in Finkenwerder. Dieser ist sogar schon morgens um drei Uhr auf den Beinen. Und freut sich, wenn die Ladentür klingelt und ein Freigeist wie Fiete Matthies oder ein freistil-Leser vor der Ladentheke steht. Alle fünf Filialen der Familie Körner haben übrigens ab 5:45 Uhr geöffnet, Adressen unter www.baecker-jan.de.

haus-Nähe, genauer gesagt in der Rathausstraße 4. Nach einer langen Show-Nacht kann man Orphelia auch oft in Gretchens Villa im Karo-Viertel treffen. In der Marktstraße 142 gibt es mintgrüne Schnörkeltapete, Holzmöbel und viele andere liebevolle Details. Ein Traum ist der „Schoko-Schock-Kuchen“. Um die Kalorien wieder abzutrainieren, macht die Burlesque-Künstlerin einen Ausflug aufs Land. Oh ja, auch für Langschläfer gibt es gute Tipps für Ausflugstouren. Zum Beispiel zu den Boberger Dünen, in denen man sich wie in einer anderen Welt fühlt – wie auf Sylt oder Amrum: Nach wenigen Schritten vom Parkplatz an der Boberger Furt im Stadtteil Lohbrügge tritt man aus dem Wald in eine lang gestreckte Dünenlandschaft, die unter Naturschutz steht. Eine andere Möglichkeit für alle, die schwer aus den Federn kommen: ein Ausflug ins Alte Land. Orphelia packt dazu gerne ihr Fahrrad auf die Fähre und radelt dann durch die wunderbare Apfelbaum-Landschaft. Idyllische Orte zum Rastmachen findet man ganz von alleine. Doch der Tipp für den besten Apfelkuchen (jedenfalls nach Orphelias Meinung) sei verraten: Es gibt ihn im Biohof Ottilie, Ort 19 in Mittelnkirchen (www.der-kleineobsthof.de). Damit man mehr vom Apfel-

Orphelia de Winter: Die Langschläferin

Wer morgens lange schläft, braucht Gastronomen, die Lust haben, lange Frühstück anzubieten. Orphelias Brunch-Tipp ist das Café Paris. Mit hohen Jugendstil-Räumen in einer ehemaligen Schlachterei. In Rat-

Biohof Ottilie

Aroma hat, einfach ein paar Kilo nach Hause mitnehmen. Viele der Sorten sucht man in Supermärkten vergeblich. Korb fürs Fahrrad nicht vergessen!

Idyllische Orte zum Rastmachen findet man im Alten Land ganz von alleine


Liegen

Ein Hoch auf die Horizontale

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eine Ahnung, warum in Wien jemand den Club der senkrecht Begrabenen erfunden hat. Wir halten die Lage in der Horizontalen eigentlich für sehr angenehm. Und das auch schon vor der allerletzten Ruhe. Das Blut zirkuliert leichter. Venen und Arterien müssen sich beim Transport nicht so verausgaben. Und der vielbeschworene Perspektivenwechsel klappt ebenfalls ganz ohne große Anstrengung. Hätten wir die horizontale Lage nicht, würden wir nie den kleinen Riss an der Decke studieren können, der so schön von Kindergartenviren, Steuererklärungen und der Erderwärmung ablenkt. Apropos Erwärmung: Während sich ein Dönerspieß immer nur senkrecht um die eigene Achse drehen darf, können wir es in der Horizontalen tun. Die Anzahl der Döner-Umdrehungen in acht Stunden kennt die Wissenschaft nicht. Denn würde sie jemand zählen, würde er selbst schnell in den Schlaf sinken. Und sich dann wie alle Menschen durchschnittlich 26 Mal pro Nacht umdrehen. Wie Mediziner herausgefunden haben, sind diese Drehungen sehr wichtig für unsere Bandscheiben. Stundenlanges Liegen in einer Position schadet auch im besten Bett den flexiblen Verbindungen zwischen den Rückenwirbeln. Dass sich auch andere mitunter nach der Horizontalen sehnen, wird in den Medien offensichtlich: Laternen, Windkraftanlagen, Kräne, Bäume. Wenn sie die lotrechte Ausrichtung verlassen, geht es für uns oft schlecht aus. Wenn Menschen sich hinlegen, richten sie dagegen eher weniger an. Ein Glück, dass auch Diktatoren und Tyrannen sich regelmäßig in den sündenlosen Schlaf begeben müssen. Der Weltrekord im Nichtschlafen liegt bei rund 266 Stunden. Was der Mann in diesen elf Tagen wohl angestellt hat? Schon nach viel kürzerer Zeit begeben sich Fische zur Ruhe. Jawohl, auch sie können sich hinlegen. Und zwar wie viele Menschen auf die Seite. Von Bandscheibenvorfällen bei Fischen ist nichts bekannt. Von Schlafanzügen schon: Papageienfische ziehen eine Art Pyjama aus Schleim an, der keine Geruchsstoffe nach außen dringen lässt und so vor Angreifern schützt. Wir Menschen dagegen wechseln laut inoffiziellen Umfragen alle 3,7 Tage den Schlafanzug. Hoffentlich. Denn wir können nicht davon ausgehen, dass Gerüche absorbiert werden. Was wieder einmal zeigt, dass Tiere uns einiges voraus haben.

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Liegen

Ein Hoch auf die Horizontale

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eine Ahnung, warum in Wien jemand den Club der senkrecht Begrabenen erfunden hat. Wir halten die Lage in der Horizontalen eigentlich für sehr angenehm. Und das auch schon vor der allerletzten Ruhe. Das Blut zirkuliert leichter. Venen und Arterien müssen sich beim Transport nicht so verausgaben. Und der vielbeschworene Perspektivenwechsel klappt ebenfalls ganz ohne große Anstrengung. Hätten wir die horizontale Lage nicht, würden wir nie den kleinen Riss an der Decke studieren können, der so schön von Kindergartenviren, Steuererklärungen und der Erderwärmung ablenkt. Apropos Erwärmung: Während sich ein Dönerspieß immer nur senkrecht um die eigene Achse drehen darf, können wir es in der Horizontalen tun. Die Anzahl der Döner-Umdrehungen in acht Stunden kennt die Wissenschaft nicht. Denn würde sie jemand zählen, würde er selbst schnell in den Schlaf sinken. Und sich dann wie alle Menschen durchschnittlich 26 Mal pro Nacht umdrehen. Wie Mediziner herausgefunden haben, sind diese Drehungen sehr wichtig für unsere Bandscheiben. Stundenlanges Liegen in einer Position schadet auch im besten Bett den flexiblen Verbindungen zwischen den Rückenwirbeln. Dass sich auch andere mitunter nach der Horizontalen sehnen, wird in den Medien offensichtlich: Laternen, Windkraftanlagen, Kräne, Bäume. Wenn sie die lotrechte Ausrichtung verlassen, geht es für uns oft schlecht aus. Wenn Menschen sich hinlegen, richten sie dagegen eher weniger an. Ein Glück, dass auch Diktatoren und Tyrannen sich regelmäßig in den sündenlosen Schlaf begeben müssen. Der Weltrekord im Nichtschlafen liegt bei rund 266 Stunden. Was der Mann in diesen elf Tagen wohl angestellt hat? Schon nach viel kürzerer Zeit begeben sich Fische zur Ruhe. Jawohl, auch sie können sich hinlegen. Und zwar wie viele Menschen auf die Seite. Von Bandscheibenvorfällen bei Fischen ist nichts bekannt. Von Schlafanzügen schon: Papageienfische ziehen eine Art Pyjama aus Schleim an, der keine Geruchsstoffe nach außen dringen lässt und so vor Angreifern schützt. Wir Menschen dagegen wechseln laut inoffiziellen Umfragen alle 3,7 Tage den Schlafanzug. Hoffentlich. Denn wir können nicht davon ausgehen, dass Gerüche absorbiert werden. Was wieder einmal zeigt, dass Tiere uns einiges voraus haben.

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Steckbrief freistil 130 Das neue freistil 130 hat eine Boxspring-Konstruktion, bei der die Matratze gewissermaßen schwimmend auf einem Feld aus Metallfedern liegt. So kann der Druck beim Liegen wesentlich kleinteiliger weitergegeben werden als bei einem Lattenrost. Bei der Gestaltung von freistil 130 geht es außerdem legerer zu als bei den eher strengen üblichen Boxspring-Betten. Optisch wird die klassische Matratze vergangener Tage zitiert: Mit breiten Stoff-Biesen („Bourles“), die hier leicht flatternd aussehen. Mit Knöpfen oder Püscheln (eine Art Bommel mit wenigen Wollfäden), die hier das Kopfteil dekorieren. Wussten Sie, dass ein Mensch durchschnittlich 24 Jahre seines Lebens im Bett verbringt? Den Rest der Zeit steht er wahrscheinlich bewundernd vor freistil 130. Modelle / Bett in den Breiten: 160 cm, 180 cm und 200 cm / Bett in den Längen: 217 cm und 237 cm / Matratzen in 200 oder 220 cm Länge Wahl zwischen Kaltschaum und / oder Federkernmatratze / Matratzenhülle immer abnehmbar und waschbar / Individuelle Wahl der Komfortstufen H2 (weich) oder H3 (fest) Kopfteil / mit Matratzenpüschel (wollweiß) / mit eingezogenen Knöpfen (bezogen im Korpusbezug) Fußausführungen / Kunststoff (Standardfuß) / Metall-Rundrohrfuß lackiert RAL 9006 Weißaluminium / Metall-Rundrohrfuß glanzchrom

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Steckbrief freistil 130 Das neue freistil 130 hat eine Boxspring-Konstruktion, bei der die Matratze gewissermaßen schwimmend auf einem Feld aus Metallfedern liegt. So kann der Druck beim Liegen wesentlich kleinteiliger weitergegeben werden als bei einem Lattenrost. Bei der Gestaltung von freistil 130 geht es außerdem legerer zu als bei den eher strengen üblichen Boxspring-Betten. Optisch wird die klassische Matratze vergangener Tage zitiert: Mit breiten Stoff-Biesen („Bourles“), die hier leicht flatternd aussehen. Mit Knöpfen oder Püscheln (eine Art Bommel mit wenigen Wollfäden), die hier das Kopfteil dekorieren. Wussten Sie, dass ein Mensch durchschnittlich 24 Jahre seines Lebens im Bett verbringt? Den Rest der Zeit steht er wahrscheinlich bewundernd vor freistil 130. Modelle / Bett in den Breiten: 160 cm, 180 cm und 200 cm / Bett in den Längen: 217 cm und 237 cm / Matratzen in 200 oder 220 cm Länge Wahl zwischen Kaltschaum und / oder Federkernmatratze / Matratzenhülle immer abnehmbar und waschbar / Individuelle Wahl der Komfortstufen H2 (weich) oder H3 (fest) Kopfteil / mit Matratzenpüschel (wollweiß) / mit eingezogenen Knöpfen (bezogen im Korpusbezug) Fußausführungen / Kunststoff (Standardfuß) / Metall-Rundrohrfuß lackiert RAL 9006 Weißaluminium / Metall-Rundrohrfuß glanzchrom

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Tun wir,was wir wollen,oder wollen wir,was wir tun? Tibor Pogonyi und Yuni Cheon, beide Künstler

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Tun wir,was wir wollen,oder wollen wir,was wir tun? Tibor Pogonyi und Yuni Cheon, beide Künstler

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freistil 141 Freiheit: Ein großes Wort für ein Sofaprogramm und eine Selbstverständlichkeit für Menschen, die Pippi Langstrumpf als Heldin verehren. Was Pippi mit ihrer Welt machte, können Sie nun mit dem Sofa freistil 141 tun – Sie können es gestalten, wie es Ihnen gefällt. Und wir verraten Ihnen schon jetzt: Das ist viel leichter, als zum Beispiel ein Pferd auf die Veranda zu bekommen. freistil 141 bietet Ihnen eine ganze Palette an Gestaltungsmöglichkeiten. Wählen Sie aus zahlreichen Varianten in 7 Schritten genau Ihre Wunschzusammenstellung. Bis am Ende Ihr ganz persönliches Sofa entstanden ist. Sie werden sehen: Ihr Traumsofa zu bekommen, ist gar keine große Kunst.

1

2 Seitenteilvarianten

2

8 Fußvarianten

3

2 Sitzhöhen (43 und 46 cm)

4

2 Sitztiefen (55 und 59 cm)

5

2 Sitzkomforts (Lounge und Klassik)

6 7

5 Einzelsofas

9 Anreihelemente

Auch wenn die Freiheit im Kopf grenzenlos ist – der Freiraum im Wohnzimmer ist es meistens leider nicht. Daher haben wir die Ausdehnung von freistil 141 so individuell wie möglich gemacht und Sie können Ihr Sofa in 10-Zentimeter-Schritten optimieren. Damit die Sofaträume auch in die ganz realen Räume passen.

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freistil 141 Freiheit: Ein großes Wort für ein Sofaprogramm und eine Selbstverständlichkeit für Menschen, die Pippi Langstrumpf als Heldin verehren. Was Pippi mit ihrer Welt machte, können Sie nun mit dem Sofa freistil 141 tun – Sie können es gestalten, wie es Ihnen gefällt. Und wir verraten Ihnen schon jetzt: Das ist viel leichter, als zum Beispiel ein Pferd auf die Veranda zu bekommen. freistil 141 bietet Ihnen eine ganze Palette an Gestaltungsmöglichkeiten. Wählen Sie aus zahlreichen Varianten in 7 Schritten genau Ihre Wunschzusammenstellung. Bis am Ende Ihr ganz persönliches Sofa entstanden ist. Sie werden sehen: Ihr Traumsofa zu bekommen, ist gar keine große Kunst.

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2 Seitenteilvarianten

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8 Fußvarianten

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2 Sitzhöhen (43 und 46 cm)

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2 Sitztiefen (55 und 59 cm)

5

2 Sitzkomforts (Lounge und Klassik)

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9 Anreihelemente

Auch wenn die Freiheit im Kopf grenzenlos ist – der Freiraum im Wohnzimmer ist es meistens leider nicht. Daher haben wir die Ausdehnung von freistil 141 so individuell wie möglich gemacht und Sie können Ihr Sofa in 10-Zentimeter-Schritten optimieren. Damit die Sofaträume auch in die ganz realen Räume passen.

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Accessoires

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freistil 151 Beistelltisch

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Kleinste Einheiten freistil

freistil 154 Beistelltisch

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freistil 152 Beiste

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reistil muss nicht immer so groß sein, dass die Möbelpacker anrücken müssen. Mit unseren Accessoires sparen Sie Trinkgeld und belegte Brote für die starken Männer oder schonen den eigenen Rücken. Zum Beispiel bei dem leichten Beistelltisch freistil 151, den es auch mit rechteckiger Platte und einer anderen Holzfarbe gibt. Auf den freistil-Geschmack können Sie die aufwendig gearbeiteten Sofa- und Bodenkissen freistil 179 bringen: Die Sofakissen sind wie Kuscheltiere für Erwachsene. Sechseckig oder rechteckig. Bei den Sofakissen ist das Besondere die teilweise offenkantige, handwerklich anspruchsvolle Nahtverarbeitung. Bei den bodenlos schönen Bodenkissen sorgt die SternNaht für Raffinesse. Die Kissen sind nicht nur dekorativ, sondern auch praktisch als unkonventioneller Ersatz für einen Sessel. Bezogen sind die hier abgebildeten Sofa- und Bodenkissen mit einem Wollfilz-Optik-Stoff des renommierten dänischen Herstellers Kvadrat. Filigran ist der Beistelltisch freistil 150. Im Wohnzimmer lässt er alles Mögliche auf sich ablegen: Das Buch, das man gerade ausgelesen hat. Das Coffee-Table-Book, das man nie lesen wird, das aber einfach so hübsch aussieht. Kaffeetasse, Blumenvase, Duftkerze und was Ihnen sonst noch einfällt. Alternativ könnte freistil 150 als Nachttischchen neben dem Bett stehen. Kommen wir schließlich zum kleinen Tisch freistil 152. Die Tischchenplatte ist aus gebogenem Stahlblech und geformt wie ein Plektrum. Jenes Plättchen also, mit dem Zupfinstrumentenspieler ihre Saiten zum Klingen bringen. Schlagen Sie damit neue Töne in Ihrem Zuhause an. Bei dem Couchtisch freistil 154 trifft robuster Stahl auf runde, harmonische Formen. Hartes auf Zartes. Yin auf Yang. Die Fußform erdet den neuen Couch- oder Beistelltisch. Die schlanke Platte ruht auf dem massiven Fuß. Diese ungewöhnliche Kombination rüttelt wach, indem sie die Sinne durch ganz neue Eindrücke belebt.

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reistil muss nicht immer so groß sein, dass die Möbelpacker anrücken müssen. Mit unseren Accessoires sparen Sie Trinkgeld und belegte Brote für die starken Männer oder schonen den eigenen Rücken. Zum Beispiel bei dem leichten Beistelltisch freistil 151, den es auch mit rechteckiger Platte und einer anderen Holzfarbe gibt. Auf den freistil-Geschmack können Sie die aufwendig gearbeiteten Sofa- und Bodenkissen freistil 179 bringen: Die Sofakissen sind wie Kuscheltiere für Erwachsene. Sechseckig oder rechteckig. Bei den Sofakissen ist das Besondere die teilweise offenkantige, handwerklich anspruchsvolle Nahtverarbeitung. Bei den bodenlos schönen Bodenkissen sorgt die SternNaht für Raffinesse. Die Kissen sind nicht nur dekorativ, sondern auch praktisch als unkonventioneller Ersatz für einen Sessel. Bezogen sind die hier abgebildeten Sofa- und Bodenkissen mit einem Wollfilz-Optik-Stoff des renommierten dänischen Herstellers Kvadrat. Filigran ist der Beistelltisch freistil 150. Im Wohnzimmer lässt er alles Mögliche auf sich ablegen: Das Buch, das man gerade ausgelesen hat. Das Coffee-Table-Book, das man nie lesen wird, das aber einfach so hübsch aussieht. Kaffeetasse, Blumenvase, Duftkerze und was Ihnen sonst noch einfällt. Alternativ könnte freistil 150 als Nachttischchen neben dem Bett stehen. Kommen wir schließlich zum kleinen Tisch freistil 152. Die Tischchenplatte ist aus gebogenem Stahlblech und geformt wie ein Plektrum. Jenes Plättchen also, mit dem Zupfinstrumentenspieler ihre Saiten zum Klingen bringen. Schlagen Sie damit neue Töne in Ihrem Zuhause an. Bei dem Couchtisch freistil 154 trifft robuster Stahl auf runde, harmonische Formen. Hartes auf Zartes. Yin auf Yang. Die Fußform erdet den neuen Couch- oder Beistelltisch. Die schlanke Platte ruht auf dem massiven Fuß. Diese ungewöhnliche Kombination rüttelt wach, indem sie die Sinne durch ganz neue Eindrücke belebt.

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Steckbrief freistil 183 Die einen sagen, Liebe heißt, einander in die Augen zu schauen. Die anderen meinen, Liebe ist, wenn zwei in die gleiche Richtung blicken. Für ersteres müsste man einander gegenüber sitzen und für letzteres nebeneinander. Und für beide Formen des Liebesverständnisses eignet sich das wunderbar interaktive Sofa freistil 183. Mit seinen herausnehmbaren und immer wieder anders platzierbaren Sitzteilen ist es eine Huldigung an die Fantasie und die Spontaneität. freistil 183 passt sich dem an, was Sie gerade brauchen. Jeder Konstellation mit Ihren Liebsten. Sogar auf niedrigem Niveau – wenn Sie die Sitzteile auf den Teppich stellen. / Sofa: 204 cm breit, Eckkombinationen nur mit Anreihsessel oder Anreihbank möglich / Anreihsofa (li oder re): 186 cm breit / Abschlusssessel (li oder re): 102 cm breit / Polsterbank: 84 cm breit / Anreihbank: 168 cm breit Sitzpolster / Ohne Rückenpolster / Mit einseitigem Rückenpolster / Mit Eckrückenpolster Sitzmaße / Sitztiefe: 58 cm / Sitzhöhe: 42 cm / Gesamttiefe: 84 cm / Rückenhöhe: 77 cm Fußausführungen / Kunststoff-Rundrohrfuß in Mattchromoptik (Standardfuß) oder Glanzchropmoptik / Winkelfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65) / Rundrohr-Rahmengestell in glanzchrom / Kufen-Rahmengestell in glanzchrom / Diagonalfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß geneigt in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65)

Verwand lungskünstler

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Steckbrief freistil 183 Die einen sagen, Liebe heißt, einander in die Augen zu schauen. Die anderen meinen, Liebe ist, wenn zwei in die gleiche Richtung blicken. Für ersteres müsste man einander gegenüber sitzen und für letzteres nebeneinander. Und für beide Formen des Liebesverständnisses eignet sich das wunderbar interaktive Sofa freistil 183. Mit seinen herausnehmbaren und immer wieder anders platzierbaren Sitzteilen ist es eine Huldigung an die Fantasie und die Spontaneität. freistil 183 passt sich dem an, was Sie gerade brauchen. Jeder Konstellation mit Ihren Liebsten. Sogar auf niedrigem Niveau – wenn Sie die Sitzteile auf den Teppich stellen. / Sofa: 204 cm breit, Eckkombinationen nur mit Anreihsessel oder Anreihbank möglich / Anreihsofa (li oder re): 186 cm breit / Abschlusssessel (li oder re): 102 cm breit / Polsterbank: 84 cm breit / Anreihbank: 168 cm breit Sitzpolster / Ohne Rückenpolster / Mit einseitigem Rückenpolster / Mit Eckrückenpolster Sitzmaße / Sitztiefe: 58 cm / Sitzhöhe: 42 cm / Gesamttiefe: 84 cm / Rückenhöhe: 77 cm Fußausführungen / Kunststoff-Rundrohrfuß in Mattchromoptik (Standardfuß) oder Glanzchropmoptik / Winkelfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65) / Rundrohr-Rahmengestell in glanzchrom / Kufen-Rahmengestell in glanzchrom / Diagonalfuß in glanzchrom oder Strukturlack schwarz / Kegelfuß geneigt in Eiche natur (H98) oder Eiche dunkel (H65)

Verwand lungskünstler

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Lieber nicht nach Norm


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Tobias Bürger

Vom ModeSchnitttechniker zum FleischSchnitttechniker

Wie wichtig der richtige Schnitt ist, hat Tobias Bürger schon bei der Ausbildung an einer Modeschule gelernt. Nun setzt er Messer und Fleischschere an, um die Gäste seines Berliner GrillStandes Big Stuff Smoked BBQ satt und zufrieden zu machen. Dazu zählen alle, die Geschmack und hochwertige Garmethoden schätzen: Studenten, Geschäftsleute, Kreuzberger Urgesteine – und während der Berlinale die Crews und Stars der internationalen Filmwelt. Tobias schwärmt von der Dior Herrenkollektion Herbst/Winter 2005, während er gerade 30 Kilogramm Schweinenacken räuchert. Vom radikalen Neuanfang mit

schmalen Silhouetten, den Hedi Slimane damals in die Männermode gebracht hat. Mit Rock 'n' Roll-Appeal auf androgyner Basis, sagt er und setzt die dampfende Kaffeetasse ab. Trotz des Räucherofens ist es an diesem Wintermorgen noch kalt in der Markthalle 9 in Berlin Kreuzberg, wo Tobias Bürger im Wechsel mit seiner italienischen Geschäftspartnerin Anna Lai den Stand „Big Stuff BBQ“ betreibt. Schmal

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freistil Magazin 2016

und ganz in schwarz gekleidet, sitzt der gelernte Mode-Schnitttechniker auf einer der Bänke. Man kann ihn sich eher vorstellen, wie er Stecknadeln in die Anzüge von Männer-Models steckt, statt das Bratenthermometer in eine Rinderquerrippe. Doch die eitle Modewelt machte Tobias lange nicht so glücklich wie seine neue Arbeit in der Gastronomie. Erste Handlung des Tages, um sieben Uhr morgens: Fleisch checken, wie er es nennt. Beef Brisket, Short Rib, Pull Pork, Pork Butt oder Pork Belly, die bereits seit dem Vorabend 12 bis 16 Stunden lang heiß geräuchert werden. Die Begriffe schnurrt er nur so herunter. Auf Englisch, weil er das Handwerk in New York kennengelernt hat. Dabei ist ihm das sogenannte Nose-to-Tail-Prinzip ein Anliegen: Nicht nur die landläufig als edel anerkannten Teile von Tieren, sondern auch die weniger begehrten Stücke zu verarbeiten – allerdings auf möglichst hochwertige Weise. Die Gäste sind eine bunte Mischung: Der Chef-Elektriker der Markthalle kauft Mittagessen für seine Leute, später werden auch englische Kunststudenten aus Neukölln vorbeischauen oder ältere Leute aus der Nachbarschaft, die schon ihr ganzes Leben in Kreuzberg verbracht haben. In dem Teil, der früher als das wilde SO 36 bekannt war. Tobias erzählt, dass eine Zeitung gerade zwei Fotos von der Ecke Muskauer-/Eisenbahnstraße gegenüberstellte: Eines war vor 30 Jahren aufgenommen worden, damals lümmelten zwei Punks vor einem Herrenwäschegeschäft. Daneben war ein aktuelles Bild derselben Ecke zu sehen – ein Dönerladen mit greller Neonreklame. Welches Szenario Tobias Bürger bevorzugt, ist nicht schwer zu erraten: Fleisch aus industrieller Produktion lehnt er ab. Außerdem schlägt sein Herz für die Punks. Wegen des Lebensstils und speziell wegen der Musik. Er mag New York Hardcore, eine Entwicklung der US-Ostküste, die sich aus dem Punk entwickelt hat. Weg vom Pop. Weg vom Kommerz. Der Berlin-Einwanderer aus Bayern sucht immer den alternativen Weg. Er möchte Grenzen auflösen. Hierarchiegrenzen unter den Mitarbeitern von Big Stuff BBQ. Definierte Arbeitsbereiche, die sich

aus Geschlechterrollen ergeben. Und am liebsten auch das Schulsystem und die Gesellschaft verändern. Dabei hat er als kreativer Gastronom schon genug zu tun: Als Mitbegründer des ersten Streetfood Marktes bringt er jeden Donnerstag Stände mit Delikatessen aus aller Welt in die Markthalle. Von ägyptischen Humuspasten über klassisches New York Style Pastrami bis zu Allgäuer Käsespätzle. Außerdem organisiert er wieder den Streetfood Markt auf dem Berliner Filmfest. In einer Sackgasse, nahe am Potsdamer Platz. Die Vereinigung „Über den Tellerrand kochen“ wird ebenfalls da sein und Flüchtlingen ermöglichen, Rezepte aus ihren Herkunftsländern zu kochen. Bei Projekten wie diesem findet Tobias seine Erfüllung. Irgendwann möchte er vielleicht ein bisschen weniger arbeiten und wieder öfters ins Theater oder zu interessanten Modeschauen gehen. Doch im Augenblick schaut er gebannt auf das Defilée der im Ofen rotierenden Schweineund Rinderstücke.

Deko ist ein 90 Jahre alter Hackblock, der schon viel gesehen hat

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Tobias Bürger

Vom ModeSchnitttechniker zum FleischSchnitttechniker

Wie wichtig der richtige Schnitt ist, hat Tobias Bürger schon bei der Ausbildung an einer Modeschule gelernt. Nun setzt er Messer und Fleischschere an, um die Gäste seines Berliner GrillStandes Big Stuff Smoked BBQ satt und zufrieden zu machen. Dazu zählen alle, die Geschmack und hochwertige Garmethoden schätzen: Studenten, Geschäftsleute, Kreuzberger Urgesteine – und während der Berlinale die Crews und Stars der internationalen Filmwelt. Tobias schwärmt von der Dior Herrenkollektion Herbst/Winter 2005, während er gerade 30 Kilogramm Schweinenacken räuchert. Vom radikalen Neuanfang mit

schmalen Silhouetten, den Hedi Slimane damals in die Männermode gebracht hat. Mit Rock 'n' Roll-Appeal auf androgyner Basis, sagt er und setzt die dampfende Kaffeetasse ab. Trotz des Räucherofens ist es an diesem Wintermorgen noch kalt in der Markthalle 9 in Berlin Kreuzberg, wo Tobias Bürger im Wechsel mit seiner italienischen Geschäftspartnerin Anna Lai den Stand „Big Stuff BBQ“ betreibt. Schmal

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und ganz in schwarz gekleidet, sitzt der gelernte Mode-Schnitttechniker auf einer der Bänke. Man kann ihn sich eher vorstellen, wie er Stecknadeln in die Anzüge von Männer-Models steckt, statt das Bratenthermometer in eine Rinderquerrippe. Doch die eitle Modewelt machte Tobias lange nicht so glücklich wie seine neue Arbeit in der Gastronomie. Erste Handlung des Tages, um sieben Uhr morgens: Fleisch checken, wie er es nennt. Beef Brisket, Short Rib, Pull Pork, Pork Butt oder Pork Belly, die bereits seit dem Vorabend 12 bis 16 Stunden lang heiß geräuchert werden. Die Begriffe schnurrt er nur so herunter. Auf Englisch, weil er das Handwerk in New York kennengelernt hat. Dabei ist ihm das sogenannte Nose-to-Tail-Prinzip ein Anliegen: Nicht nur die landläufig als edel anerkannten Teile von Tieren, sondern auch die weniger begehrten Stücke zu verarbeiten – allerdings auf möglichst hochwertige Weise. Die Gäste sind eine bunte Mischung: Der Chef-Elektriker der Markthalle kauft Mittagessen für seine Leute, später werden auch englische Kunststudenten aus Neukölln vorbeischauen oder ältere Leute aus der Nachbarschaft, die schon ihr ganzes Leben in Kreuzberg verbracht haben. In dem Teil, der früher als das wilde SO 36 bekannt war. Tobias erzählt, dass eine Zeitung gerade zwei Fotos von der Ecke Muskauer-/Eisenbahnstraße gegenüberstellte: Eines war vor 30 Jahren aufgenommen worden, damals lümmelten zwei Punks vor einem Herrenwäschegeschäft. Daneben war ein aktuelles Bild derselben Ecke zu sehen – ein Dönerladen mit greller Neonreklame. Welches Szenario Tobias Bürger bevorzugt, ist nicht schwer zu erraten: Fleisch aus industrieller Produktion lehnt er ab. Außerdem schlägt sein Herz für die Punks. Wegen des Lebensstils und speziell wegen der Musik. Er mag New York Hardcore, eine Entwicklung der US-Ostküste, die sich aus dem Punk entwickelt hat. Weg vom Pop. Weg vom Kommerz. Der Berlin-Einwanderer aus Bayern sucht immer den alternativen Weg. Er möchte Grenzen auflösen. Hierarchiegrenzen unter den Mitarbeitern von Big Stuff BBQ. Definierte Arbeitsbereiche, die sich

aus Geschlechterrollen ergeben. Und am liebsten auch das Schulsystem und die Gesellschaft verändern. Dabei hat er als kreativer Gastronom schon genug zu tun: Als Mitbegründer des ersten Streetfood Marktes bringt er jeden Donnerstag Stände mit Delikatessen aus aller Welt in die Markthalle. Von ägyptischen Humuspasten über klassisches New York Style Pastrami bis zu Allgäuer Käsespätzle. Außerdem organisiert er wieder den Streetfood Markt auf dem Berliner Filmfest. In einer Sackgasse, nahe am Potsdamer Platz. Die Vereinigung „Über den Tellerrand kochen“ wird ebenfalls da sein und Flüchtlingen ermöglichen, Rezepte aus ihren Herkunftsländern zu kochen. Bei Projekten wie diesem findet Tobias seine Erfüllung. Irgendwann möchte er vielleicht ein bisschen weniger arbeiten und wieder öfters ins Theater oder zu interessanten Modeschauen gehen. Doch im Augenblick schaut er gebannt auf das Defilée der im Ofen rotierenden Schweineund Rinderstücke.

Deko ist ein 90 Jahre alter Hackblock, der schon viel gesehen hat

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Wann können wir den Einheitsgeschmack zur Hölle schicken? Tobias Bürger, BBQ-Gastronom

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Wann können wir den Einheitsgeschmack zur Hölle schicken? Tobias Bürger, BBQ-Gastronom

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Steckbrief freistil 184 freistil 184 ist das Wohlfühlzentrum des Wohnzimmers: Eine moderne, klassisch-elegante Ruheinsel, die von allen Seiten schön anzusehen ist. Besonders schön natürlich aus der Perspektive, die Sie beim Daraufsitzen oder -liegen genießen. freistil 184 könnte übrigens bewirken, dass Freunde auch nach vielen gemeinsamen Stunden nicht mehr gehen wollen oder Gummistiefel an langen Regentagen unbenutzt in der Ecke stehen bleiben. Modelle / Sofa in drei Breiten: 192 cm, 212 cm und 232 cm / Anreihsofa (li oder re) in drei Breiten: 146 cm, 166 cm und 186 cm Diese können miteinander oder mit Sofas gekoppelt werden. Verlängerung über Anreihsessel oder Polsterbank (auch einzeln stellbar) / Polsterbank: 90 x 90 cm / Anreihpolsterbank: 140 x 91 cm Mit der Anreihpolsterbank kann ein Day Bed gebildet werden / Anreihsessel: 84 cm x 93 cm bzw. 105 cm / Anreihbank mit Polsterbank (li oder re): 160 cm x 93 cm bzw. 105 cm / XL-Abschlusssessel mit Polstersitz (li oder re): 128 x 160 cm / Alle Modelle auch mit Keder erhältlich Sitzmaße / Zwei Sitztiefen: 62 cm bzw. 74 cm, beide Sitztiefen über Eck kombinierbar / Zwei Sitzhöhen: 38 cm bzw. 40 cm (durch beigefügte Erhöhungsmodule umrüstbar) / Rückenhöhe: 62 cm / Zwei Gesamttiefen: 93 cm bzw. 105 cm Fußausführungen / Kunststofffuß / Rundrohr-Rahmen in glanzchrom

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