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NEUE APOTHEKEN ILLUSTRIERTE SÜDTIROL

TIERMEDIZIN

KATZE UND HUND GESUND SOMMERTIPPS

VIEL TRINKEN PLUS SONNENSCHUTZ

WAS DIE NATUR UNS GIBT WANDERN, STILLE & HEILMITTEL

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Editorial

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser, der Sommer kommt, die Schule ist aus und es geht ab in die Ferien. In Ihrer Apotheke des Vertrauens erhalten Sie alle notwendigen Informationen für den erholsamen Urlaub. Fragen Sie uns einfach, wenn Sie ein passendes Sonnenschutzmittel suchen oder Tipps für die Reiseapotheke brauchen. Viele Apotheken bieten auch eine spezielle reisemedizinische Beratung für Fernreisen an. In dieser Ausgabe finden Sie wieder eine Fülle von Informationen. Ratschläge für einen guten Schlaf, die richtige Anwendung von Asthmasprays, wie viel soll man eigentlich trinken und was gehört in die Hausapotheke für Hund und Katze. Für alle Maturanten und Berufsanfänger: Kennt Ihr schon den Lehrberuf der PKA? Es handelt sich hierbei um eine höhere Lehre (Maturanten und Personen mit einer bereits abgeschlossenen Ausbildung im Alter von 18 bis 26 Jahren). Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre (verkürzt zwei Jahre) und der Unterricht findet berufsbegleitend in Innsbruck statt. Man schließt mit der österreichischen Prüfung zur PKA ab und der Titel wird anerkannt. Als PKA lernt man die verschiedensten Bereiche in einer Apotheke kennen und hat einen interessanten und abwechslungsreichen Beruf: Mitarbeit in Labor und Kräuterkammer, Warenlager, Freiwahl und Kosmetik gehören zu den wichtigsten Aufgabengebieten. Die Apotheke bietet einen sicheren, abwechslungsreichen und anspruchsvollen Arbeitsplatz und es ist garantiert, dass es nie langweilig wird. Für erste Informationen kann man sich gerne an den Verband der Apothekeninhaber (Frau Ursula, Tel. 0471-974058, federfarma.bz@tin.it) wenden. Die Apotheker der 119 Apotheken Südtirols wünschen einen schönen und erholsamen Sommer. Sollte doch etwas Unvorhergesehenes passieren, 26 Apotheken sind südtirolweit rund um die Uhr im Notdienst.

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Ihr Apotheker informiert Nachahmermedikamente – Vor- und Nachteile Was die Natur uns gibt 10 Tipps, die den Schlaf gesund machen Wenn man Milch nicht verträgt 10-Punkteplan für schöne Nägel Haarausfall: »Quatsch, die Haare zu zählen« Asthmaspray leicht gemacht Den Durst stillen Sport langsam angehen Bei Nasenbluten Kopf hoch Gänsehaut im Sommer?

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Heilpflanzenlexikon Olivenöl schützt Herz und Kreislauf

Ihr 22 Verband der Südtiroler Apothekeninhaber Apotheke Peer, Lana Eigentümer und Herausgeber: Verband der Südtiroler Apothekeninhaber Redaktion: Dr. Stephan Peer in Kooperation mit Neue Apotheken Illustrierte, Jutta Petersen-Lehmann, Peter Erik Felzer Mitarbeit: Dr. Michaela Falkensteiner, Dr. Michela Parduzzi, Dr. Stephan Peer

Verantwortliche Direktorin: Dr. Michaela Falkensteiner Mit Namen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Zeitung wieder Grafische Gestaltung: SIGN Kommunikation GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland Jürgen Grabow, Martin Kaufmann Druck: Fuck Druck & Verlag, Koblenz, Deutschland. Eintragung: Landesgericht Bozen, Nr. 12/07 am 26.06.2007

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DEINE APOTHEKE

Verwöhnprogramm für die Augen

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Informationen für Diabetiker Weniger Kochsalz – bessere Wirkung von Medikamenten Ernährungstipp Heute schon Schwein gehabt?

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Impressionen Katze & Hund gesund Tipps für Hausapotheke und Behandlung

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Rätsel


Ihr Apotheker informiert

NACHAHMERMEDIKAMENTE – VOR- UND NACHTEILE So langsam nehmen die Nachahmermedikamente, auch unter dem Begriff »Generika« bekannt, eine wichtige Rolle in unserem Land ein. Was ist ein Generikum und welchen Sicherheitsvorschriften unterliegt es? Wann kann ich bedenkenlos wechseln? Wann ist ein Wechsel vielleicht nicht so sinnvoll? Auf diese Fragen versuche ich eine kurze und einfache Antwort zu geben.

Ein Generikum ist ein Medikament, das den gleichen Wirkstoff in exakt der Menge und Form (Tablette, Tropfen, Zäpfchen) wie ein Originalmedikament hat und auch auf die gleiche Weise verabreicht wird. Beide haben die gleichen Indikationen, Wirkungen und natürlich auch Nebenwirkungen. Auch ist nachgewiesen, dass der Wirkstoff mit vergleichbarer Geschwindigkeit und Ausmaß freigesetzt und vom Körper aufgenommen wird. Generika kommen auf den Markt, wenn der Patentschutz eines Medikamentes abgelaufen ist.

Von Nachteil ist, dass das Medikament vielleicht etwas anders aussieht und der Name »komplizierter« ist. Auch gibt es zahlreiche Hersteller des gleichen Produktes, so dass es sein kann, dass ich verschieden aussehende Packungen eines Medikamentes bekomme. Hier steht Ihnen aber die Apotheke Ihres Vertrauens zur Seite und wird Sie neutral, unabhängig und fachlich kompetent beraten.

Die Vorteile der Generika liegen auf der Hand

Erstverordnung eines Wirk• Bei stoffes Säften, Sirup, Tropfen oder • Bei Ampullen zur Injektion kein problematischer Wirk• Falls stoff verordnet ist, hier berät die

Es handelt sich um sichere und bekannte Wirkstoffe, die bereits seit vielen Jahren auf dem Markt sind. Sie haben oft eine »modernere« Rezeptur bei den Hilfsstoffen und erleichtern so die Auswahl des richtigen Produktes bei Allergikern. Auch ist ihr Name kein Phantasiename sondern richtet sich nach dem verwendeten Wirkstoff. Zudem sind sie für das Gesundheitssystem eine deutliche Kostenersparnis, so dass dann mehr Mittel für die neuen und teuren Medikamente zur Verfügung stehen. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass das Gesundheitssystem und die Krankenkasse gut verwaltet werden.

In folgenden Fällen kann man immer und bedenkenlos auf ein Nachahmermedikament wechseln:

Apotheke. Aufpassen und mit dem Arzt und Apotheker Rücksprache halten sollte man: ein problematischer Wirk• Falls stoff wie Antiepileptika oder das

Immunsystem unterdrückende Medikamente verschrieben sind. Wenn man ein hochgradiger Allergiker ist. Hier empfiehlt es sich, die Hilfsstoffe einer Tablette genau zu kontrollieren.

der Patient den Austausch • Falls »nicht versteht«. Diese Einschränkungen gelten natürlich auch für den Wechsel von Generikum auf Original. Die Apotheke steht immer beratend zur Seite.

Warum sind Generika umstritten? Hier gibt es leider viele Fehlinformationen, vor allem in Bezug auf die Vergleichbarkeit zwischen Original und Generikum. Diese Vergleichbarkeit muss mittels Studien nachgewiesen werden und wird von den Arzneimittelbehörden kontrolliert. Genauso ist auch die Qualität der Herstellung gewährleistet. Hier gelten die haargenau gleichen Regeln und Vorschriften wie für Originalmedikamente. Viel entscheidender ist der Patient an sich! Es macht nämlich einen großen Unterschied, ob ich eine Frau oder ein Mann bin und 50kg oder 120kg wiege. Ganz zu schweigen von all den anderen Faktoren, die die Wirkung eines Medikamentes beeinflussen können wie Nahrungsmittel, Erkrankungen, Kombination mit anderen Medikamenten, etc. • Apotheker Stephan Peer

Es handelt sich um sichere und bekannte Wirkstoffe, die bereits seit vielen Jahren auf dem Markt sind. DEINE APOTHEKE

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Ihr Apotheker informiert

WAS DIE NATUR UNS GIBT Wandern, Stille, aber auch Heilmittel wie Wasser oder Erde. Dies liefert uns die Natur für unsere Gesundheit. Manchmal gleich vor unserer Haustür.

Kurz vor acht zeigt die Uhr am Meraner Kurhaus. Zwei Hundebesitzer und ein Radfahrer, der früh zu seiner Tour in die Berge startet. Sonst ist kein Mensch zu sehen. Nur das Rauschen der Passer klingt vor sich hin. An den umliegenden Bergen hängen noch ein paar Schönwetterwolken. Die frische Morgenluft macht den Kopf klar. Die Glocken von St. Nikolaus durchbrechen die Stille und schlagen acht mal zur vollen Stunde. Doch danach herrscht wieder Ruhe.

»Der beste Arzt ist die Natur« Besonders lärmgeplagte Städter merken, wie gut die Stille tut. Hinzu kommt die Bewegung an der frischen Luft, die Möglichkeit zur inneren Einkehr. »Das Geheimnis der Medizin besteht darin, den Patienten abzulenken, während die Natur sich selbst hilft«, meinte schon im 18. Jahrhundert der französische Philosoph Voltaire. Eine Idee, die heute immer mehr Anhänger findet. Humorvoll hat sich auch der berühmte deutsche Chirurg Ernst Ferdinand Sauerbruch dafür begeistert. »Der beste Arzt ist die Natur, denn sie heilt nicht nur viele Leiden, sondern spricht auch nie schlecht von einem Kollegen.« Weitläufige Lärchenwälder, smaragdgrüne Gebirgsseen, Bergblumen, Gämsen und Murmeltiere, stille Almen. Die alpine Welt bietet viel, um inne zu halten und zur Ruhe zu kommen. Sonntags früh ist auf dem beliebten Meraner Höhenweg noch nicht viel los. Der Weg lässt den Wanderer in alpine Welten eintauchen, das beeindruckende Bergpanorama genießen und den Alltag vergessen.

> Lesen Sie weiter auf Seite 6.

»Das Geheimnis der Medizin besteht darin, den Patienten abzulenken, während die Natur sich selbst hilft.« Voltaire

DEINE APOTHEKE

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Ihr Apotheker informiert > Fortsetzung von Seite 5

Luft – nicht nur zum Atmen Feuer, Wasser, Luft und Erde. Aus diesen Elementen bestand laut den antiken Griechen die Welt. Und alle vier lassen sich für die Gesundheit nutzen. Die Luft zum Atmen ist für Menschen die wichtigste Lebensgrundlage. Eine frische Brise findet sich an vielen Orten. Ob trockene Kälte in den Bergen oder hohe Luftfeuchte unter Tage, ob sonnig am Meer oder schattige Wälder an Seen. Hier lassen sich neue Kräfte für den Alltag tanken. Oft lindert Luft Beschwerden bei Allergien, Asthma und anderen Beschwerden der Atemwege. Auf der Erde lässt sich wie auf dem Meraner Höhenweg nicht nur gut Wandern, auch ihre inneren Werte haben es in sich. Wissenschaftlich betrachtet finden sich in Erde wichtige Mineralstoffe. Und genau die sind auch das Geheimnis. Sie können Schmerzen lindern, entspannen, Entzündungen hemmen und Blutgefäße erweitern. Moor, Lehm, Erde, Fango und Kreide setzen Ärzte bereits seit Jahrhunderten zur Erholung und Regeneration ein. Und die Verfahren wurden im Laufe der Zeit immer weiter entwickelt. Die Kombination mit der Fähigkeit, Wärme besonders lange zu speichern und gleichmäßig abzugeben, macht Erde zu einem wohltuenden Heilmittel bei Schmerzen und Gelenkbeschwerden. Spezielle Wärmepflaster und Auflagen gibt es zudem in der Apotheke.

Mal ein Stückchen barfuß gehen Sanfte Genießer spazieren auf den berühmten Waalwegen – malerischen Pfaden an schmalen Wasserwaalen, die einst zur Bewässerung der Felder und Obstgärten angelegt wurden. Besonders schön ist der Marlinger Waalweg von Töll nach Lana. Mit dreizehn Kilometern als längster seiner Art in ganz Südtirol, führt er

»Nicht der Arzt heilt, sondern die Natur. Der Arzt kann nur ihr getreuer Helfer und Diener sein. Er wird von ihr, niemals aber die Natur vom ihm lernen.« Hippokrates 6

DEINE APOTHEKE


auf niedriger Höhenlage an üppigen Obstanlagen, sonnigen Weinbergen, schattigen Kastanienwäldern oder stilvollen Schlössern vorbei. Für ein intensives, naturnahes Erlebnis empfiehlt es sich, ein Stückchen barfuß zu gehen, um das feuchte Moos, den sandigen Weg oder den kühlenden Bergbach hautnah zu spüren. Apropos Bergbach: Ob Baden, Trinken oder Inhalieren – die Art und Weise, wie Wasser der Gesundheit gut tut, ist vielseitig. In ihm fühlt man sich schwerelos. Dies entlastet die Gelenke, entspannt die Muskeln und regt die Durchblutung an. Mineralhaltige Wässer lassen sich entweder inhalieren, oder sie lindern in Form klassischer Trinkkuren Beschwerden.

Naturmedizin boomt In Meran genossen bereits im 19. Jahrhundert viele Heilsuchende das besonders milde Klima und die reine Luft. Nicht nur Kaiserin Sisi verbrachte hier mehrere lange Aufenthalte, sondern auch Künstler, Schriftsteller und Musiker fanden den Weg in die Kurstadt. Hier schrieb Kafka seine berühmten »Briefe an Milena«. Es gaben sich Strauß, Rilke, Bartók, Morgenstern die Klinke in die Hand, um sowohl eine erholsame Zeit zu verbringen als auch die Balance von Körper, Geist und Seele wiederzufinden. Heute boomt die Naturmedizin. Über 80 Prozent der Bevölkerung legen sehr viel Wert auf Naturheilmittel, so eine repräsentative Befragung aus dem vergangenen Jahr. Auch immer mehr jüngere Patienten und Eltern schätzen die Therapien aus der Natur. 91 Prozent von ihnen, so die Befragung, nutzen sie bei akuten Erkältungskrankheiten, 87 Prozent bei Magen-Darm-Beschwerden, 82 Prozent bei Schlafstörungen und 68 Prozent bei depressiven Verstimmungen oder innerer Unruhe.

»Der beste Arzt ist die Natur, denn sie heilt nicht nur viele Leiden, sondern spricht auch nie schlecht von einem Kollegen.« Ernst Ferdinand Sauerbruch

Klangtherapie ausprobieren. Anhänger von Meditation und Yoga finden Ruhe und Entspannung an der frischen Luft inmitten der mediterran-alpinen Pflanzenwelt des Labyrinthgarten Kränzel. Und neben dem geistigen sollte man auch das leibliche Wohl nicht vergessen: etwa mit schmackhaften Ziegenkäse, Speck mit Schüttelbrot oder herzhaften Knödeln. • Peter Erik Felzer

Meraner Gesundheitstage Ein Boom, der sich auch in Südtirol zeigt. Im Januar 2010 eröffnete in Meran das Zentrum für Komplementärmedizin, das sich als Ergänzung zur Schulmedizin versteht. Es möchte mithilfe von naturheilkundlichen Methoden wie Akupunktur, Osteopathie oder Homöopathie die Gesundheit stabilisieren und verbessern. Seit 2011 finden in Meran und Umgebung offizielle Gesundheitstage statt. Sie wollen mit Fastenkuren, Kochkursen, Trainingseinheiten sowie Kultur- und Wanderführungen dazu anspornen, den Körper zu verwöhnen und die allgemeine Lebensqualität zu steigern. Nach einem aktiven Tag in der freien Natur kann man seinen Körper verwöhnen lassen. Auch hier gilt: Loslassen, entspannen und den Alltag vergessen. Eine besondere Oase der Ruhe und Regeneration verspricht die Therme Meran. Wer Lust auf etwas Außergewöhnliches hat, der sollte ein Heubad im Bergwiesenheu, ein Apfel-Polenta-Peeling oder eine Massage mit DEINE APOTHEKE

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10 TIPPS, DIE DEN SCHLAF GESUND MACHEN Die Nacht: für viele ein Segen, für viele aber leider auch ein Graus. Schlafstörungen sind ein weitverbreitetes Problem. Dabei kann man mit ein paar Regeln meist recht gut damit umgehen. Gehen Sie nur schlafen, wenn Sie müde sind! Alles andere wäre eine Steilvorlage für eine schlaflose Nacht. 1

Das Bett ist zum Schlafen da! Abendessen und Frühstück gehören in die Küche, Fernsehen sollte man im Wohnzimmer, am Laptop arbeiten im Wohn- oder Arbeitszimmer. 2

Regelmäßige Aufsteh- und Ins-Bett-Geh-Zeiten! Wenn möglich auch am Wochenende. Der Körper findet sonst einfach keinen Rhythmus.

Einschlafhilfen aus der Natur Natürliche Einschlafhilfen enthalten zum Beispiel Extrakte aus Baldrian, Melisse, Hopfen, Passionsblume oder Lavendel. Zudem gibt es auch homöopathische Präparate, die den Schlaf fördern. 7

Regelmäßig Sport treiben! Wenn möglich drei bis vier Stunden Abstand zur Schlafenszeit einhalten, damit der Körper zur Ruhe kommen kann. 8

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Wenn man nachts aufwacht, nicht auf die Uhr schauen! Genau das setzt unter Druck: »Nur noch zwei Stunden, dann muss ich schon aufstehen.« Kein Wunder, dass man dann erst recht nicht mehr einschlafen kann. 4

Vor dem Schlafengehen auf schwere Mahlzeiten verzichten! In der Nacht sind Magen und Darm ohnehin schwer beschäftigt. Zusätzliche Arbeit belastet den Verdauungstrakt über Gebühr. 5

Koffein und Alkohol sind abends tabu! Koffein putscht den Körper eher auf und nimmt so die Ruhe vor dem Schlafen. Alkoholgenuss führt zwar zu einem Müdigkeitsgefühl, aber leider auch zu einem unruhigen Schlaf. Die Erholung sucht man dann am nächsten Morgen vergeblich. 6

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DEINE APOTHEKE

Die richtige Matratze wählen! Gerade bei Menschen mit Rücken- und Gelenkproblemen ist die Wahl der richtigen Matratze entscheidend für die Schlafqualität. Am besten in einem Bettengeschäft vor Ort Probeliegen. 9

Im Zweifelsfall zum Arzt! Wer auf Dauer unter Schlafstörungen leidet, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dies gilt vor allem, wenn es zu nächtlichen Atemaussetzern kommt. • 10

PEF


LUST IN DER APOTHEKE ZU ARBEITEN?

INTERESSE AN EINER GUTEN AUSBILDUNG? ALS PHARMAZEUTISCH KAUFMÄNNISCHER ASSISTENT/IN HAT MAN EINEN ABWECHSLUNGSREICHEN UND ZUKUNFTSSICHEREN BERUF! NÄHERE INFOS ZU LEHRE UND AUSBILDUNGSMÖGLICHKEITEN IN IHRER APOTHEKE ODER BEIM VERBAND DER APOTHEKENINHABER VERBAND DER APOTHEKENINHABER TEL. 0471 974058 FEDERFARMA.BZ@TIN.IT


Ihr Apotheker informiert

WENN MAN MILCH NICHT VERTRÄGT Etwa jeder fünfte verträgt Milch und viele Milchprodukte nicht. Einer von ihnen: Christian Wagner*. Seit seiner Geburt leidet er unter einer LaktoseIntoleranz. Heute weiß der 26-Jährige gut damit umzugehen. »Ich hatte in meiner Kindheit oft Bauchschmerzen, Druckgefühl und Blähungen, und keiner wusste, woher es kommt«, so Wagner. Die Symptome einer Unverträglichkeit auf Milchzucker (Laktose) wird durch einen Mangel am Enzym Laktase verursacht. Dieser körpereigene Eiweißstoff spaltet Laktose normaler weise im Darm auf. Fehlt Laktase oder mangelt es daran, gelangt Milchzucker unverändert in den Dickdarm, wo er von Bakterien der dor tigen Darmflora verdaut wird. Dabei entstehen giftige Substanzen. Sie lösen Probleme im Magen-Darm-Trakt aus, außerdem Muskelschmerzen, Kopfweh, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Die Odyssee des Medizinstudenten Wagner währte einige Jahre: »Das Thema LaktoseIntoleranz war damals keines. Ärzte waren dafür nicht sensibilisiert.« Seine Mutter versuchte deshalb, auf eigene Faust herauszufinden, woher seine Beschwerden kamen. »Dazu hat meine Mutter einzelne Lebensmittel weggelassen, so dass nachvollziehbar war, ob sich die Beschwerden dadurch änderten.« Diese Auslassdiät hilft, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder -allergien auf die Spur zu kommen. Als Wagner zwölf Jahre alt war, brachte ein Milchauslassversuch den Durchbruch: »Sowohl meine Magen-Darm-Probleme als auch die leichte Neurodermitis und die Unver träglichkeit auf andere Lebensmittel verschwanden.«

Laktase aus der Packung Heute fällt die Diagnose leichter, denn Laktose-Intoleranz ist mittlerweile beinahe jedem ein Begriff, und über einen Atemtest kann der Arzt leicht feststellen, ob Symptomen des Patienten ein Laktasemangel zugrunde liegt. Wagner nutzt heute die Auswahl laktosefreier Nahrungsmittel. Jegliches Milcherzeugnis gibt es mittler weile in dieser milchzuckerfreien Variante. »Nur wenn ich nicht zuhause esse, könnte es schwierig werden«, stellt er fest. »Denn vielen Gerichten sieht man nicht an, ob sie 10 DEINE APOTHEKE

Laktose enthalten.« Um den Folgen möglicher Laktoseaufnahme im Restaurant vorzubeugen, nimmt Wagner vor dem Essen ein Präparat ein, das das Enzym Laktase enthält. Er führt also zu, was dem Körper fehlt. »Das funktioniert sehr gut, und ich kann auf diese Weise auch auswärts essen.«

Die Grenzen ausloten Wagner weiß, dass er normale Milch in geringen Mengen ausnahmsweise trinken kann, ohne Probleme zu bekommen. Aber: »Das ist eine Frage der Häufigkeit. Trinke ich an einem Tag einen Cappuccino, macht es nichts. Kommt aber auch an den folgenden Tagen jeweils einer dazu, bekomme ich Beschwerden.« Eine geringe Menge des Laktose abbauenden Enzyms bildet sein Körper also noch, aber nicht genug, um eine regelmäßige Laktoszufuhr zu bewältigen. Wie ihm geht es vielen Betroffenen. Sie finden mit der Zeit heraus, welche Lebensmittel der Organismus in welchen Mengen akzeptiert und welche nicht. Mit dieser Kenntnis und dem Einsatz von Laktase-Enzympräparaten aus der Apotheke lässt sich heute trotz Laktose-Unverträglichkeit ein normales Leben führen. • Apothekerin Isabel Weinert

* Name von der Redaktion geändert


Heilpflanzenlexikon

Olivenöl schützt Herz und Kreislauf

Das Öl kommt auf den Salat, im Kochtopf oder der Pfanne auf den Tisch. Gut so, denn es nutzt Herz und Kreislauf.

In Italien sind Olivenbäume (Olea europaea) weit verbreitet. Alte, besonders knorrige Exemplare, die am Wegesrand stehen, lassen das Touristenherz höher schlagen. Für die Einheimischen ist jedoch die Ernte der Oliven viel bedeutsamer als der ästhetische Reiz. Dafür bauen sie die Bäume seit Jahrhunderten in Olivenhainen an. Die je nach Reifegrad grünen oder schwarzen Oliven bieten ein ganz spezielles Öl. Es enthält sogenannte einfach ungesättigten Fettsäuren, die mittlerweile von der Medizin als vorteilhaft für Herz und Kreislauf erkannt wurden. In Studien zeigte sich, dass Menschen, die auf einen hohen Anteil ungesättigter Fettsäuren in ihrer Ernährung achten, bessere Blutfettwerte haben als Personen, die bevorzugt gesättigte Fettsäuren verzehren. Dadurch sinkt zum einen das Gesamtcholesterin, und zum anderen wird das Verhältnis von »schlechtem« LDL- und »gutem« HDL-Cholesterin im Blut verbessert. Eine solche Konstellation hilft, Arteriosklerose und damit auch Herz-Kreislauf-Zwischenfällen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vorzubeugen.

Aber das günstige Fettsäureprofil ist nur eine Komponente: Neben viel Vitamin E enthält Olivenöl Substanzen, die antioxidativ und blutver flüssigend wirken. Sie schützen das Gefäßsystem vor dem schädlichen Einfluss freier Sauerstoffradikale und beugen Verklumpungen vor. Beides unterstützt den Herz-Kreislauf-Effekt der ungesättigten Fettsäuren. Auch Zubereitungen aus den Olivenbaum-Blättern werden volksmedizinisch angewendet: Sie sollen Bluthochdruck, Arterienverkalkung, Gicht oder Rheuma lindern. Wissenschaftliche Beweise dafür stehen jedoch noch aus. • RF

»Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück, und siehe da: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig. Jetzt wusste Noah, dass nur noch wenig Wasser auf der Erde stand.« (Bibel, Genesis, 8, 11)

DEINE APOTHEKE 11


Ihr Apotheker informiert

10-PUNKTEPLAN FÜR SCHÖNE NÄGEL Sie sind ein Hingucker: gepflegte Fingernägel. Doch manchmal müht man sich vergeblich. Lesen Sie hier, welches Vorgehen den gewünschten Erfolg bringt.

• Die Fingernägel regelmäßig kürzen und

nicht erst, wenn sie eigentlich schon zu lang sind.

• Die Nägel sollten für die Maniküre

weich sein. Dazu eignet sich ein pflegendes Handbad vorab.

• Die

eingesetzte Nagelschere muss scharf sein, sonst fransen die Nägel beim Schneiden aus. Apotheken bieten ein Sortiment hochwertiger Nagelscheren aus unterschiedlichen Materialien.

• Viele Frauen bevorzugen Feilen gegenüber Scheren. Beides eignet sich, um die Fingernägel zu kürzen. Am besten feinkörnige Feilen wählen und mit

12 DEINE APOTHEKE

wenig Druck vom Nagelrand zur Nagelmitte feilen.

• Brüchige Nägel möglichst kurz schneiden, damit sie nicht weiter einreißen.

• Nagelhäutchen nicht abschneiden, son-

dern mit Hilfe spezieller Stäbchen aus Holz oder Gummi mit sanftem Druck zurückschieben.

• Für das Lackieren müssen die Nägel

trocken sein. Lacke mit Nagelhärter schützen die Nagelplatte und stabilisieren sie.

• Für perfekt lackierte Nägel einen farblosen Unterlack wählen, der Uneben-

heiten ausgleicht und die Nägel vor Verfärbungen durch farbige Lacke schützt.

• Mit dem Auftragen des Farblacks be-

ginnt man in der Nagelmitte und streicht von dort zur Nagelspitze. Die zweite Farbschicht kann mit einem Überlack fixiert werden.

• Von innen können Nägel zum Beispiel

durch die Einnahme von Vitamin H beziehungsweise Biotin gestärkt werden. Brüchigen Nägeln kann auch ein Zink- oder Eisenmangel zugrunde liegen. • Apothekerin Isabel Weinert


Ihr Apotheker informiert

HAARAUSFALL: »QUATSCH, DIE HAARE ZU ZÄHLEN« Bei Männern gelten »Kränzchenfrisur« oder Glatze als salonfähig. Frauen leiden dagegen besonders, wenn sie Haare verlieren. »Deine Apotheke« sprach mit Dr. med. Uwe Schwichtenberg, niedergelassener Hautarzt in Bremen, über mögliche Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten. Es gibt die bekannte Regel: Wenn Frauen täglich mehr als 100 Haare verlieren, ist das nicht mehr normal. Müssen sie jetzt ihre Haare in Kamm, Bürste und Ausguss zählen?

Was versteckt sich hinter diffusem Haarausfall? Schwichtenberg: Bei diffusem Haarausfall handelt es sich um die am häufigsten auftretende Form des Haarausfalls. Die Haare gehen nicht nur an bestimmten Stellen aus, etwa am Hinterkopf oder den sogenannten Geheimratsecken, sie werden insgesamt immer weniger. Ursachen können Hormonschwankungen, Schilddrüsenerkrankungen, Eisenmangel, Infektionen, Kopfhauterkrankungen, Stress oder eine Fettunterversorgung sein. Einige Medikamente können ebenfalls dazu führen. Hier therapiert der Hautarzt gezielt die jeweilige Ursache.

Schwichtenberg: Natürlich kenne ich diese Regel, aber es ist Quatsch, seine ausgefallenen Haare zu zählen. Das müssen Frauen auch überhaupt nicht. Die meisten merken durch den täglichen Blick in den Spiegel selbst, wenn sich etwas mit ihren Haaren verändert. Welche wichtigen Ursachen für Haarausfall können Sie nennen? Schwichtenberg: Es gibt vier Hauptgründe für Haarausfall bei Frauen: Entzündungen der Haarwurzeln, Erkrankungen des Immunsystems, die die Haare angreifen, genetische, also familiäre Ursachen und den sogenannten diffusen Haarausfall. Fangen wir mit der ersten Ursache an. Was passiert bei Entzündungen der Haarwurzeln? Schwichtenberg: Hierzu zählen Entzündungen mit verschiedenen Ursachen. Ihnen gemeinsam: Sie zerstören die Zellen, die die Haare produzieren. Am Ende bleibt nur noch eine vernarbte Kopfhaut übrig. Wir Hautärzte versuchen, mit Kortison die Entzündungen zu bekämpfen, es gibt aber auch verschiedene ausgefeilte Ansätze mit Antibiotika. Welche Rolle spielt das Immunsystem? Schwichtenberg: Man nimmt an, dass Immunzellen, die sich eigentlich um die Abwehr von Viren, Bakterien und Pilzen kümmern sollen, ihre Aktivität gegen die Zellen in den Haarwurzeln des eigenen Körpers richten. Sie schalten die Haarwurzeln auf schlafend, machen sie aber nicht kaputt. Sie sind also wieder er-

Dr. med. Uwe Schwichtenberg, Hautarzt aus Bremen

weckbar. Dies führt zu kreisrundem Haarausfall. Besonders in der Anfangsphase kann er wieder verschwinden, als wäre nichts gewesen. Eine Kortisonbehandlung kann den Haarausfall stoppen. Andere Ansätze verwenden Präparate, die das Immunsystem ablenken, sodass die eigenen Haare wieder in Ruhe wachsen können. Beides ist aber keine Dauertherapie. Wenn die Mutter oder Großmutter bereits unter Haarausfall gelitten hat, steigt ebenfalls das Risiko,vermehrt Haare zu verlieren? Schwichtenberg: Etwa 20 bis 30 Prozent der Frauen leiden unter diesem erblich bedingten Haarausfall. Es gibt eine dafür zugelassene Behandlung. Man trägt den Wirkstoff Minoxidil auf die betroffenen Stellen auf. Idealerweise hält dies den Haarverlust auf.

Viele Ursachen, viele Behandlungsmöglichkeiten. Was halten Sie von Nährstoffen, die die Haare unterstützen sollen? Schwichtenberg: Die Haarwurzeln benötigen besonders viele Nährstoffe. Ihre Zellen gehören zu denen, die sich besonders aktiv teilen. Dazu benötigen sie unter anderem Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Wer von einem Mangel weiß, kann diesen über eine veränderte Ernährung oder bei Bedarf mit Präparaten aus der Apotheke ausgleichen. Ihr Rat an Frauen, die unter Haarausfall leiden? Schwichtenberg: Ich rate ihnen, fachliche Hilfe zu suchen, sobald sie merken, dass sie mehr Haare als üblich verlieren. In der Regel gelingt es uns Ärzten dann, die noch verbleibenden Haare zu erhalten. Sind Haare allerdings bereits verloren gegangen, können wir keine neuen wachsen lassen. Vielen Dank für das Gespräch. Die Fragen stellte Peter Erik Felzer. DEINE APOTHEKE 13


Ihr Apotheker informiert

ASTHMASPRAY LEICHT GEMACHT Zehn Prozent der Kinder und fünf Prozent der Erwachsenen leiden an Asthma und benö tigen Medi kamente, und zwar meist in Form eines oder mehrerer kleiner Sprays. »Deine Apotheke« zeigt, wie so ein »Pümpchen« funktioniert. Für sehr viele Asthmasprays gilt Folgendes: Ziehen Sie zunächst die Schutz kappe des Dosieraerosols ab. So lautet der Fachbegriff für dieses spezielle Spray. Schütteln Sie es an schließend kräftig. Das Mundstück muss bei der Inhalation nach unten zeigen. Richten Sie Ihren Oberkörper auf und neigen Sie Ihren Kopf leicht in den Nacken. Dies sorgt dafür, dass die Atemwege möglichst gerade verlaufen und der Wirkstoff besser in die Bronchien gelangt. Atmen Sie tief aus und nehmen Sie anschließend das Mundstück in den Mund und umschließen es fest mit den Lippen. Während Sie langsam durch das Mundstück einatmen, drücken Sie auf den Wirkstoffbehälter, so dass der Sprühstoß ausgelöst wird. Atmen Sie weiterhin tief ein und halten Sie anschließend für etwa zehn Sekunden die Luft an. Atmen Sie danach langsam aus, am besten durch die Nase. Falls Sie laut ärztlicher Anweisung eine zweite Dosis benötigen, wiederholen Sie die eben genannten Schritte. Warten Sie jedoch min destens eine halbe Minute zwischen den einzelnen Sprühstößen. Reinigen Sie das Mundstück des Dosieraerosols re gelmäßig, damit das Ventil nicht verklebt. Setzen Sie zum Schluss die Schutzkappe wieder auf. Wer noch Fragen hat, kann sich an seinen Apotheker wenden. Er hilft gerne weiter. •

Geschüttelt und nicht gerührt: Patienten können sich in der Apotheke zur richtigen Inhalationstechnik beraten lassen und dort die Anwendung üben.

14 DEINE APOTHEKE

Peter Erik Felzer


KULTURGESCHICHTE DER HYGIENE STORIA CULTURALE DELL’IGIENE

HYG IEIA HYGIEIA .bz 23.03.- 28.09.2013

Das Glück beim Händewaschen Mani pulite

Pharmaziemuseum Brixen Museo della Farmacia Bressanone

Eine saubere Sache Pulita, bella, pura – il fascino ambiguo

Frauenmuseum, Meran Museo delle donne, Merano

Tierische Nachbarn Ratte, Floh, Laus Vicini troppo vicini Ratto, pulce, pidocchio

Stadtmuseum Klausen Museo Civico di Chiusa

Unterstützt von / Con il sostegno di:

23.03. - 28.09.2013

23.03. - 28.09.2013

23.03. - 15.06.2013

hygieia.bz


Ihr Apotheker informiert

Es darf ruhig etwas mehr sein. Mindestens zwei Liter Fl체ssigkeit sollte jeder pro Tag trinken. Besonders gut eignen sich Wasser, Kr채utertees und Saftschorlen. 16 DEINE APOTHEKE


DEN DURST STILLEN »Trink bitte nicht so viel vor dem Essen, sonst hast Du ja gar keinen Appetit!« Erinnern Sie sich an diese mahnenden Worte aus Ihrer Kindheit? Diesen und anderen Mythen rund ums Trinken fühlt »Deine Apotheke« auf den Zahn. Zum Essen soll man nichts trinken, es verdünnt die Verdauungssäfte? »Die Befürchtung, bei reichlichem Trinken könne die zugeführte Nahrung nur unzureichend verdaut werden, ist unbegründet«, sagt Professor Dr. Udo Rabast, Vorstand der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin. Die Verdauung würde auch ohne Weiteres funktionieren, wenn nur zehn Prozent der zur Ver fügung stehenden Verdauungsstoffe vorhanden wären, so der Experte. Darüber hinaus werden Flüssigkeit und Wasser sehr rasch vom Körper aufgenommen. Insgesamt sei das Trinken zu oder vor den Mahlzeiten unproblematisch.

Mineralwasser ist besser als Leitungswasser? Im Vergleich zu Leitungswasser ist Mineralwasser Grundwasser, das reich an Mineralstoffen und Spurenelementen ist. Auch das übliche Trinkwasser enthält Mineralstoffe, allerdings in geringeren Mengen. Kaum ein Lebensmittel wird so regelmäßig und häufig kontrolliert wie das Trinkwasser, dessen Qualität von den Gesundheitsämtern überwacht wird.

Kaffee und Tee gehen nicht in die Flüssigkeitsbilanz ein? Koffein hat zwar eine wassertreibende Wirkung. Menschen, die regelmäßig Kaffee konsumieren, können diesen Verlust aber ausgleichen indem sie, wie hierzulande üblich, ein Glas Wasser dazu trinken. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung kommt deshalb zu folgendem Schluss: »In der Flüssigkeitsbilanz kann Kaffee in aller Regel so wie jedes andere Getränk behandelt werden.«

Zu viel Wasser kann gefährlich sein? Eine Überdosis Wasser, sogar mit tödlichen Folgen, gibt es vor allem im Extremsport, zum Beispiel dem Marathonlauf. Wer viel schwitzt, scheidet viel Natrium aus. Die Folge ist ein zu nied-

riger Natriumspiegel im Blut im Gegensatz zu einem relativ hohen Natriumspiegel im Gewebe. Wer dann reines Wasser trinkt, überschwemmt das Gewebe und damit zum Beispiel auch das Gehirn mit Wasser. Ein lebensgefährlich hoher Hirndruck kann die Folge sein.

Sauerstoffreiches Wasser ist ein Energiespender? Mit Sauerstoff angereichertes Wasser soll laut Werbeaussagen vielfältigen positiven Nutzen für den Körper haben. Ernährungsexperten sehen diese Aussagen aber durch keine wissenschaftliche Studie belegt. Der Sauerstoff, der über die Lungen in den Körper gelangt, reicht zur Versorgung völlig aus. Bei Müdigkeit

oder Konzentrationsschwäche sollte man lieber gut lüften oder raus an die frische Luft gehen.

Zu wenig Flüssigkeit führt zu trockener Haut? Wer unter trockener Haut leidet, kann noch so viel trinken – sie wird davon nicht feuchter. Dermatologen weisen darauf hin, dass trockene Haut meist eine Alterserscheinung ist: Die Haut verliert dann die Fähigkeit, Wasser zu binden. Zudem gibt es Menschen, die eine Veranlagung zu trockener Haut haben. Einzige Abhilfe bringen rückfettende Duschbäder, Ölbäder oder Cremes.

Wer ausreichend Flüssigkeit zuführt, leidet nicht an Verstopfung? Wer nur reichlich trinkt, aber auf ballaststoffreiche Nahrung verzichtet, kann an einer Verstopfung leiden. Vollkornbrot, Obst und Gemüse beugen der Darmträgheit vor. Ballaststoffe pur, wie zum Beispiel Weizenkleie, empfehlen Apotheker auch zur natürlichen Behandlung einer Verstopfung. Sie raten dann, diese mit viel Flüssigkeit einzunehmen, denn sonst quellen die Getreidepartikel nicht auf und unterhalten den Stau. •

Es enthält aber weniger Mineralstoffe als das Mineralwasser. Kaum ein Lebensmittel wird so häufig und regelmäßig kontrolliert wie das Leitungswasser.

Apothekerin Christina Brunner

Auflösung der Rätsel von Seite 28.

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8 7 2 5 9 6 1 4 3

5 6 3 2 4 1 8 9 7

9 1 4 8 7 3 5 2 6

3 9 5 7 1 4 2 6 8

1 8 6 3 2 9 4 7 5

2 4 7 6 8 5 3 1 9

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7 2 9 4 5 8 6 3 1

DEINE APOTHEKE 17


Ihr Apotheker informiert

SPORT LANGSAM ANGEHEN

Was: Kältespray oder -kompresse Wozu: um ein Anschwellen des Gewebes und die Entzündungsreaktion bei Prellungen, Verstauchungen sowie Muskelzerrungen und -rissen zu bremsen Was: Salbe oder Gel mit einem schmerzund entzündungshemmenden Wirkstoff wie etwa wie etwa Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen; es eignen sich auch Cremes oder Gele mit Arnika oder Beinwell Wozu: zum Auftragen auf geprellte, ge zerrte oder gestauchte Bereiche, um Entzündungen und Schmerzen zu lindern Was: Elastische Binde, medizinisches Klebeband, kleine Schere Wozu: um – wenn möglich – einen Druckverband um geprellte, gezerrte oder gestauchte Bereiche anzulegen

Sport ist sehr gesund, solange man keinen falschen Ehrgeiz an den Tag legt. Wer es gelassen angeht, beugt Überlastungen und Verletzungen vor. Bei kleinen Blessuren ist ein Erste-Hilfe-Set aus der Apotheke sehr nützlich. Wer gesund fit werden möchte, darf sich nicht überfordern. Beim Laufen, Radfahren und anderen Ausdauerportarten beispielsweise liegt die Belastung im grünen Bereich, wenn man sich dabei unterhalten kann, ohne um Luft zu ringen. Mit technisch anspruchsvollen Sportarten starten Anfänger am besten unter Anleitung. Das Trainingspensum gilt es, langsam zu erhöhen. Günstig sind eine noch angenehme Erschöpfung bei Trainingsende sowie ein moderater Pulsanstieg. Ganz wichtig: Bei einer akuten Infektion keinen Sport treiben, hier ist Schonung angesagt. Wer ab 35 Jahren mit Sport neu oder nach einer längeren Pause wieder anfängt, sehr viel trainiert oder dauerhaft Gesundheitsprobleme hat, spricht am

besten mit dem Arzt sein Sportprogramm ab. Der kann auch sagen, welcher Pulsbereich ideal ist. Zur Verletzungsvorsorge gehört Aufwärmen vor dem Sport. Wer intensiv trainiert und viel schwitzt, kann Magnesiumpräparate aus der Apotheke einnehmen, um Krämpfen vorzubeugen. Wichtig: ausreichend Wasser trinken. Falls es doch einmal zu kleineren Ver letzungen kommen sollte, hilft eine Sportapotheke. Da Prellungen, Ver stauchungen sowie Muskelzerrungen und -faserrisse etwa 80 Prozent aller Sportverletzungen ausmachen, sollte die Sportapotheke besonders für Erste Hilfe in solchen Fällen gerüstet sein. Hier einige Tipps, wie man sie ausstatten kann:

Beim Sport sollte man nicht so sehr aus der Puste kommen, dass man sich nicht mehr unterhalten kann.

Was: Wunddesinfektionsmittel etwa mit Povidon-Jod oder Benzalkoniumchlorid, Gel oder Puder mit dem Lokalantibiotikum Neomycin Wozu: um eine oberflächliche Wunde zu desinfizieren und Keime zu bekämpfen; die Wunde zuvor mit sauberem Leitungswasser reinigen Was: Wundpflaster, Klammerpflaster, nicht mit Wunden verklebende Vlieskompresse, Mullbinde Wozu: erste Hilfe bei Wunden. Mit Pflasterverbänden lassen sich bei Bedarf kleine, oberflächliche Wunden nach Reinigung und Desinfektion versorgen, wobei man sie dann oft auch offen heilen lassen kann; Klammerpflaster eignen für Schnitt- und Stichverletzungen, bei größeren Schürfwunden sind unter anderem Vlieskompressen geeignet, die man mit einer Mullbinde fixiert. Was: Zeckenpinzette, -zange oder -schlinge bei Sport in der Natur Wozu: um Zecken möglichst komplett und ohne sie zu quetschen zu entfernen

Zu geeigneten Präparaten für die Sportapotheke beraten Apotheker, ebenso zu einer guten Wundversorgung. Und noch ein Tipp: Zum Start einen guten Tetanusschutz zu haben, ist im Hinblick auf kleinere Schürfwunden oder ähnliche Verletzungen sehr wichtig und beruhigend. • Dr. Frank Schäfer

18 DEINE APOTHEKE


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BEI NASENBLUTEN KOPF HOCH! Wenn die Nase ohne ersichtlichen Grund plötzlich blutet, wirkt das erschreckend. In den meisten Fällen besteht jedoch kein Grund zur Sorge und das Bluten lässt sich schnell stoppen. Auch Medikamente, die das Blut verdünnen und damit die Blutgerinnung verzögern, erhöhen das Risiko für Nasenbluten. Bei Kindern tritt Nasenbluten häufiger auf, zum Beispiel wenn sie einen Wachstumsschub haben. Die Blutgefäße in der Nase können dann bisweilen das Wachstumstempo nicht mithalten und werden anfällig. Auch Schwangere leiden vermehrt darunter, weil bei ihnen die Nasenschleimhaut stärker durchblutet wird. Nasenbluten kann jedoch auch ein Anzeichen ernster Erkrankungen sein. Tritt es immer wieder oder sehr stark auf, ist

Zu heftiges Schnäuzen kann zu Nasenbluten führen. Aber auch trockene Heizungsluft begünstigt die Beschwerden. Ausgangspunkt für das rote Rinnsal ist meist die gut durchblutete Schleimhaut im vorderen Bereich der Nase. Beispielsweise durch zu starkes Schnäuzen oder intensives Nasebohren können die kleinen Blutgefäße dort platzen. Winter ist Nasenbluten-Hochsaison. Trockene Heizungsluft dörrt die sonst gut befeuchtete Nasenschleimhaut aus. Schon kleinste Reize genügen, um die Gefäße zu verletzen.

unbedingt ein Arzt zu Rate zu ziehen. Die Ursache dafür könnten eine Blutgerinnungsstörung, erhöhter Blutdruck oder erblich bedingte, krankhaft erweiterte Blutgefäße sein. »Ruhig bleiben« lautet der erste Tipp von HNOÄrzten. Denn meist ist die Blutung harmlos und hört nach wenigen Minuten von allein auf. Wer sich aufregt, treibt seinen Blutdruck hoch und verstärkt die Blutung dadurch nur.

Wer sich noch einen grippalen Infekt oder einer Nasennebenhöhlen-Entzündung eingefangen hat, rückt in der Hitliste der Nasenbluten-Kandidaten noch ein paar Plätze weiter nach oben.

Zudem helfen schon einfache Maßnahmen, die Blutung zu stoppen: aufrecht hinsetzen, den Kopf leicht nach vorne beugen, damit das Blut herausfließen kann, und das in den Mund ge-

laufene Blut ausspucken. Der häufig gegebene Rat, den Kopf in den Nacken zu legen, bewahrt zwar eventuell den Pullover vor Flecken, hat aber sonst eher Nachteile. Das Blut läuft nämlich nach hinten in den Rachen und wird geschluckt. Es lässt sich damit nicht mehr beurteilen, wie stark die Blutung ist, und das Blut verklumpt im Magen und kann Brechreiz verursachen. Besser ist es, die Nasenflügel für etwa fünf Minuten mit Daumen und Zeigefinger zusammenzudrücken und einen Eisbeutel oder Kältekompresse aus der Apotheke mit einem Tuch umwickelt in den Nacken zu legen. Durch den Kältereiz ziehen sich die Blutgefäße in der Nase reflexartig zusammen, und die Blutung versiegt. Stoppt die Blutung nicht von allein, muss der Arzt eingreifen. Bei leichteren Blutungen arbeitet er mit blutstillend und abschwellend wirkenden Tupfern, oder er verätzt oder verödet den betreffenden Bereich. Bei schweren Blutungen, die darauf nicht ansprechen, wird die Nase für mehrere Tage tamponiert. Wer häufiger unter Nasenbluten leidet, kann vorbeugen, indem er die Nasenschleimhäute mittels Nasensalben oder Kochsalz- beziehungsweise Meerwassersprays geschmeidig hält. Möglichst die Nase immer sanft putzen und nicht darin bohren. In Einzelfällen kann es sinnvoll sein, hervorstehende Gefäße in der Nasenschleimhaut vorsorglich zu veröden. • Apotheker Rüdiger Freund DEINE APOTHEKE 19


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GÄNSEHAUT IM SOMMER? Sommer und frösteln? Das passt nicht zusammen. Und doch: Auch die warme Jahreszeit hat ihre Kälte- und Erkältungsrisiken. Und selbst Hitze kann einem eine Gänsehaut bescheren. Wie das geht, lesen Sie hier. Auch ein schöner, heißer Sommertag beginnt mit einem kühlen Morgen. Sehr erfrischend – bisweilen zu erfrischend, um diese Phase des Tages nur in dünnem Shirt und Shorts, Minirock oder gar im Badeanzug zu erleben. Nach Angaben von Diplom-Meteorologe Andreas Friedrich von der Vorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach kann auch an einem schönen Augusttag die Lufttemperatur noch 20 bis 30 Minuten nach Sonnenaufgang bei nur zehn Grad Celsius lie-

Wussten Sie schon: Wer sich bei Hitze überfordert und zu wenig trinkt, kann frieren, weil der Kreislauf durcheinander gerät. 20 DEINE APOTHEKE

gen. Erst im Laufe des Vormittags erreicht sie dann Werte von 30 Grad Celsius und mehr. Bei zu leichter Garderobe am Morgen erhöht sich also das Erkältungsrisiko. Friedrich rät daher, um diese Zeit lieber eine Jacke zu tragen und nicht barfuß in Sandalen in den Tag zu starten. Und man sollte sich nicht direkt auf kühle Untergründe setzen, um keine Blasenentzündung zu riskieren. Immerhin kann die bodennah, genauer fünf Zentimeter über dem Boden gemessene Temperatur nach Friedrichs Aussage noch drei bis acht Grad niedriger liegen als die Lufttemperatur, die standardmäßig in zwei Meter Höhe gemessen wird. Unterkühlen können sich auch Schwimmer, wenn sie zu lange im Wasser bleiben. Darin kühlt der Körper leichter aus als in der Luft, und das auch dann, wenn man sich im Wasser


viel bewegt. Eine Gänsehaut bekommt außerdem, wer dem Schwimmbecken, einem Badesee oder dem Meer entsteigt und sich nicht gründlich abtrocknet und umzieht. Das verdunstende Wasser entzieht der Haut Wärme. Genau der Effekt, den man auch beim Schwitzen bemerkt. Apropos Schwitzen: Schweißgebadet dem kühlen Zug einer Klimaanlage ausgesetzt zu sein, kann einen ebenfalls frösteln lassen und für Erkältungen sorgen. Starke Temperaturschwankungen und kühle Zugluft sind Stress für die Schleimhäute und das Immunsystem. Zudem fördern sie schmerzhafte Muskelverspannungen. Daher sollte man die Klimaanlage in Hotelzimmern, im Flugzeug, Reisebus oder Auto herunterregeln oder besser ganz abstellen, wenn man verschwitzt den Raum betritt beziehungsweise Platz nimmt. Geht das nicht, schützen langärmelige Kleidung, ein Halstuch und eine Kopfbedeckung. Das gilt im Übrigen auch bei einem anderen sommerlichen Vergnügen, das zwangsläufig mit Zugluft verbunden ist: Cabriofahren. Besonders leicht in Schweiß kommen im Sommer auch Sportler. Das verschafft ihnen die nötige Kühlung. Danach sorgt der Gang unter die Dusche dafür, dass es nicht bis zur Verkühlung weitergeht, falls irgendwo Zug auftritt. Nicht vergessen: ausgeschwitzte Flüssigkeit ersetzen.

Wer sich beim Sport, bei der Gartenarbeit oder auch aus beruflichen Gründen zu lange dem Sonnenlicht aussetzt, kann möglicherweise durch eine Hitzeerschöpfung frieren. Der Grund: Bei zu großer körperlicher Anstrengung und gleichzeitigem starken Wasser- und Mineralstoffverlust durch Schwitzen gerät die körpereigene Kreislaufregulation durcheinander. Betroffene haben Durst und entwickeln Schocksymptome, sind also blass und geschwächt, frösteln, haben kaltschweißige Haut, Puls und Atmung sind schnell und schwach. Kopfschmerzen, Schwindel, Bewusstseins- und Sehstörungen können hinzukommen. Im Gegensatz zum Hitzschlag ist die Körpertemperatur normal. Gegenmaßnahmen: Betroffene flach hinlegen, eventuell die Beine hochlegen, wenn möglich, mineralstoffhaltige, nicht zu kalte Getränke verabreichen. Bei Bewusstlosigkeit muss man einen Notarzt rufen, dann Betroffene bei vorhandener Atmung in die stabile Seitenlage bringen, bei fehlender Atmung HerzLungen-Wiederbelebung einleiten. Die genannten Tipps zur Vorsorge beugen nicht nur der Hitzeerschöpfung vor, sondern auch Sonnenstich und Hitzschlag, also bedrohlichen Hitzeerkrankungen. Und mit denen sollte ein schöner Sommertag ganz sicher nicht enden. • Dr. Frank Schäfer

Sonnenschutzmittel auch im Schatten Wenn man sich vor der Sonne in den kühlen Schatten zurückzieht, sollte man trotzdem Sonnenschutzmittel auf der Haut haben. Je nachdem, wie das schattige Plätzchen beschaffen ist, kann auch dorthin noch schädliche UVStrahlung gelangen. Wobei tief in einer schattigen Häuserschlucht oder in dunklem Wald der Schutz sicher höher ist, als etwa unter einem Sonnenschirm. Und auch wenn einen kühler Wind die Sommerhitze nicht spüren lässt: Die UV-Strahlen sind noch da, teils sogar noch bei wolkigem Himmel.

TIPPS ZUR VORSORGE 1

die stärkste Hitze gegen Mittag und am frühen Nachmittag meiden

2

sich an heißen Tagen nicht übermäßig körperlich belasten

3

stets genug Wasser trinken

4

lockere, leichte Kleidung tragen

5

möglichst oft im Schatten aufhalten

6

langärmelige Oberteile, lange Hosen und eine Kopfbedeckung sowie Sonnenschutzmittel schützen die Haut vor Sonnenbrand.

DEINE APOTHEKE 21


Informationen für Diabetiker

WENIGER KOCHSALZ – MEDIKAMENTE WIRKEN BESSER Kochsalz kann bei salzempfindlichen Menschen Bluthochdruck verstärken und die Wirksamkeit von Tabletten verringern. Die Leiterin der Abteilung Ernährung am Diabetes Zentrum Mergentheim, Diplom-Ökotrophologin Dr. Astrid Tombek, informiert im folgenden Interview über das richtige Maß.

Wie hoch liegt der Salzkonsum pro Tag pro Person? Tombek: Laut den Angaben der nationalen Verzehrs studie liegt er ungefähr bei zehn bis zwölf Gramm am Tag. Damit ist nicht nur das sichtbare Salz gemeint, sondern auch das, das in Lebensmitteln natürlicherweise enthalten ist oder das, was Fertigprodukten zugesetzt wurde. Natrium steckt in den meisten Naturprodukten und ist reichlich in vielen fertigen Lebensmitteln in Form von Kochsalz enthalten.

Wofür braucht der Organismus Kochsalz?

Tombek: Natrium und Chlorid, die beiden Bestandteile von Kochsalz, haben sehr vielfältige Aufgaben im Körper. Man hat beobachtet, dass es bei einer sehr geringen Zufuhr von täglichem Kochsalz, nämlich bei unter einem Gramm, zu Nierenschäden kommt und zu Störungen im Fettstoffwechsel. Solch eine geringe Zufuhr ist mit einer normalen Ernährung aber nicht machbar, weshalb man keine

Bedenken haben muss, zu wenig Salz zu bekommen, wenn man Kochsalz einspart. Unter ein Gramm pro Tag könnte man nur mithilfe einer extremen Ernährungsform gelangen.

Warum sehen Wissenschaftler zu viel Salz als problematisch an? Tombek: Kochsalz ist nicht für jeden Menschen problematisch, sondern vor allem für Personen, die eine Veranlagung für ein metabo lisches Syndrom haben und dieses entwickeln. Darunter versteht man die Kombination aus Übergewicht, hohem Blutdruck-, Blutfettund Blutzuckerwerten. Diese Menschen sind salzempfindlich und reagieren auf Kochsalz mit einer Blutdruckerhöhung. Essen Menschen mit metabolischem Syndrom weniger Salz, haben sie nicht nur bessere Blutdruckwerte, sondern einige Medikamente wirken auch deutlich besser. Bei Blutdrucksenkern wie ACE-Hemmern und bei Diuretika, die Gewebswasser ausschwemmen, braucht man bei salzreichem Essen fast die doppelte Dosis, damit sie wirken.

Kochsalz ist nicht für jeden Menschen problematisch, sondern vor allem für Personen, die eine Veranlagung für ein metabolisches Syndrom haben und dieses entwickeln.

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Wie kann man wissen, ob man zu einem metabolischen Syndrom neigt und daher Salz sparen muss? Tombek: Wenn Familienmitglieder Übergewicht und dazu hohen Blutdruck, Diabetes, Fettstoffwech sel störungen haben, dann sollte man eine salzärmere Ernährung wählen, auch wenn man selbst noch nicht vom metabolischen Syndrom betroffen ist.

Wie viel Kochsalz empfehlen wissenschaftliche Fachgesellschaften?

Um Salz zu sparen, kann man frisch gemahlenes Meersalz verwenden. Es schmeckt stärker, man braucht also weniger.

Tombek: In den Leitlinien für Dia betiker werden maximal sechs Gramm pro Tag empfohlen. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, nennt diese Grammzahl. Dabei würden je dem Menschen zwei bis vier Gramm Kochsalz pro Tag genügen. Das können die Fachgesellschaften jedoch nicht empfehlen, weil es nicht gelingt, sechs Gramm mit einer gesunden Mischkost zu unterschreiten. Um diese Menge möglichst nicht zu überschreiten, muss man auf seine Ernährung aufpassen.

Wie gelingt es, Kochsalz einzusparen? Tombek: Man sollte zum Beispiel kein Salz im Kochwasser verwenden, sei es für Nudeln oder für Kartoffeln. Am besten ist es, die Speisen nach dem Kochen zu salzen, und zwar mit frisch gemahlenem Meersalz. Das eignet sich besonders zum Salzsparen, weil es viele Bromide enthält. Sie wirken wie Geschmacksverstärker, das heißt, man hat einen starken Salzgeschmack bei vergleichsweise geringer Salzmenge. Zudem sollte man möglichst auf Fertiglebensmittel, stark gesalzene Lebensmittel wie Konserven, auf ein gelegten Fisch und gesalzenen Schinken verzichten. Auch beim Mine ralwasser lässt sich durch die Wahl eines natriumarmen Wassers Salz sparen.

Vielen Dank für das Gespräch. Die Fragen stellte Apothekerin Isabel Weinert.

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Ernährungstipp

HEUTE SCHON SCHWEIN GEHABT? Klasse statt Masse: Essen Sie lieber seltener, dann aber gutes Schweinefleisch. Besonders lecker und saftig sind marmorierte Stücke, deren Fettäderchen in der Pfanne schmelzen. Als der Mensch vor etwa 10 000 Jahren sesshaft wurde, machte er das Wild- zum Hausschwein. Und dann ließ er – wörtlich genommen – die Sau raus: Schweine lebten damals nämlich im Wald, denn dort fanden sie reichlich Nahrung, wie Eicheln, Bucheckern, Nüsse, oder Schnecken. Im Mittelalter rückten Mensch und Schwein dann enger zusammen. In den Städten streunten sie nachts auf der Suche nach Hausabfällen durch die Straßen, tagsüber trieben Schweinehirten sie hinaus. Später setzte sich die Stallhaltung am Haus durch, und mit der Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Zucht- und Mastbetriebe.

oder ein Stück aus der Nuss liefern pro 100 Gramm lediglich zwei Gramm Fett, ein Kotelett gerade fünf Gramm. Der Cholesteringehalt ist vergleichbar mit anderen Fleischarten. Zu mageres Fleisch ist übrigens gar nicht erstrebenswert; am besten schmecken Stücke, die mit dünnen Fettäderchen marmoriert sind. Sie schmelzen in der Bratenhitze und machen das Fleisch saftig und zart.

Unverdient schlechtes Image Schweinefleisch gilt als fett und cholesterinreich, allergieauslösend, und es wird manchmal sogar als giftig beschrieben. Nichts davon stimmt: Ein Schnitzel, Filet

• Weniger ist mehr: So lebt man auch als Fleischesser gesund. Und damit das Fleisch, das man sich gönnt, zart und saftig bleibt, sollte man Stücke mit zarten Fettäderchen bevorzugen.

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DRECKSCHWEIN? VON WEGEN! Schweine sind nicht nur intelligent und haben eine hervorragende Nase, sondern sie sind auch neugierig und verspielt. Damit ihnen der Tag in ihren Buchten nicht zu langweilig wird, bekommen sie Spielzeug, etwa Bälle, Ketten oder Reifen. Ein chinesischer Bauer hat sogar ein Freibad für seine Schweine gebaut – mit Sprungturm, auf den sie klettern und von dem sie sich in einen kleinen Teich fallen lassen können. Damit dürfte das Märchen vom Dreckschwein endgültig widerlegt sein. Die Tiere lieben es sauber und baden gerne, sowohl im Wasser als auch im Schlamm. Beides kühlt wunderbar, zumal Schweine keine Schweißdrüsen haben und folglich ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen regulieren können. Auch das Suhlen ist ein Reinigungsgang, denn wenn der getrocknete Schlamm von der Haut abfällt, nimmt er lästige Parasiten mit. DH

Schweinefleisch enthält viele wertvolle Nährstoffe, allen voran hochwertiges Eiweiß, Eisen, Zink, Kalium, Selen, Vitamin B1 und B6. Schon mit einem kleinen 125-Gramm-Schnitzel deckt eine Frau ihren Tagesbedarf an Vitamin B1. Das Vitamin hat eine wichtige Funktion im Energiestoffwechsel. Je mehr Energie etwa Leistungssportler oder Schwerarbeiter brauchen, desto mehr Vitamin B1 muss die Nahrung neben den Energielieferanten enthalten. Darüber hinaus spielt das B-Vitamin eine wichtige Rolle für das Nervengewebe und die Herzmuskulatur. Schweinefleisch ist auch wichtig für die Versorgung mit Eisen, denn der Körper kann den Mineralstoff aus Fleisch besonders gut verwerten. Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Körper, wirkt bei der Blutbildung mit und ist für die Gehirnentwicklung von Kindern und Jugendlichen unentbehrlich. Diese inneren Werte sichern dem Schweinefleisch einen Platz im gesunden Speiseplan.

Im Übermaß sollte man es allerdings auch nicht verzehren. Experten empfehlen pro Woche maximal zwei bis drei Portionen Fleisch à 150 Gramm und drei Scheiben Wurst à 30 Gramm zu essen. Vor allem rotes Fleisch, also von Rind, Schwein und Lamm, sollte nicht zu oft auf den Teller kommen. Studiendaten zeigen: Wer zu viel davon isst, hat auf Dauer ein höheres Risiko für Dickdarmkrebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten.

Was gutes Schweinefleisch ausmacht Essen Sie also lieber selten Fleisch und achten stattdessen auf die Qualität und auf artgerechte Haltung der Tiere. Gutes Schweinefleisch ist rosa bis hellrot. Es ist fest, riecht frisch, beim Anschneiden tritt kein Saft aus und es schrumpft auch nicht in der Pfanne. Bei Steaks schneidet man den Fettrand ein, damit er sich nicht hochwölbt und tennt ihn erst nach dem Braten ab. Auch Nacken, Kotelett, Schulter und Nuss lassen sich gut braten. Um eventuell vorhandene Keime abzutöten, muss man Schweinefleisch immer gut durchbraten. Kommt das Fleisch in den Backofen, sollte die Kerntemperatur mindestens 70 Grad Celsius betragen. Fast nebenher bereiten Sie dieses Schweinefilet in Balsamico-Senf-Marinade zu: Für vier Personen verrührt man je anderthalb Esslöffel Olivenöl und Balsamico-Essig mit zwei Teelöffeln Senf, presst eine Knoblauchzehe dazu und schmeckt die Marinade mit Pfeffer ab. 600 Gramm Schweinefilet damit rundherum einreiben und in einer Schüssel zugedeckt über Nacht in den Kühlschrank stellen. Das Filet eine halbe Stunde vor der Zubereitung herausnehmen, Backofen auf 200 Grad Celsius vorheizen. Das Fleisch salzen, auf den Gitterrost legen und ein Backblech darunter schieben. Das Fleisch 25 Minuten braten und in Scheiben schneiden, fertig. Dazu passen Erbsen oder Bohnen und knuspriges Baguette. Guten Appetit! • Dipl. oec. troph. Dorothee Hahne

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Impressionen

KATZE & HUND GESUND TIPPS FÜR HAUSAPOTHEKE UND BEHANDLUNG 26 DEINE APOTHEKE


Millionen Menschen hierzulande können sich ein Leben ohne Haustier nicht vorstellen. Zum Wohlbefinden der großen oder kleinen Lieblinge trägt neben Pflege und Zuwendung eine Haus apotheke bei. Gegen welche Erkrankungen sie für Hunde und Katzen bestückt sein sollte und wie man die Tiere behandeln kann, verrät hier Tierärztin Doris Zellmann-Franke.

Was

HUNDE oft plagt:

Was

KATZEN oft plagt:

Durchfall lassen Sie die nächste Fütte• Bei rung aus und geben Sie Ihrem Liebling nur

leichten Verletzungen: Erste Hilfe ist die Reinigung der • Bei Wunde, wenn die Katze es zulässt. Wenn nicht, bitte zum

Flüssigkeit. Wenn der Durchfall nicht stoppt, hilft Butylscopolamin, dass man als Dragee oder als Zäpfchen in der Apotheke bekommt. Verwendet werden die für Menschen ge dachten Präparate, zur Anwendung berät der Tierarzt.

Tierarzt gehen. Man kann mit Arnikagaben oder geeigneten Homöopathika am Anfang Schlimmeres ver meiden. Im Fall von Verstauchungen empfehle ich diese Medikamente auch.

Schnittverletzungen an den Pfoten legen • Bei Sie einen Verband an. Der Hund darf nicht weiter toben, sonst platzt die Schnittwunde immer wieder auf. Um die Wunde zu des infizieren, rate ich zu Äthacridin-hal tiger Salbe. Es gibt den Wirkstoff aber auch als Lösung in Ihrer Apotheke. Damit die Pfote baden oder die Wunde einschmieren. Ist die Wunde groß oder heilt sie nicht, bitte zum Tierarzt gehen.

äußeren Parasiten kommt es bei der Auswahl der Gegen • Bei mittel darauf an, was man bekämpfen will. Gehen Sie hier für eine Beratung besser zum Tierarzt. innere Parasiten der Katze aber kann man sich gute • Gegen Mittel für die Hausapotheke empfehlen lassen. Die Tabletten verabreicht man am leichtesten in einem Stückchen Leckerli, beliebt sind Weichstängelchen, in denen man die Tabletten halbiert gut verstecken kann. • FS

Parasiten sollten Hundebesitzer • Gegen jeweils ein vom Tierarzt empfohlenes Mittel gegen innere und äußere Parasiten im Haus haben. Präparate zur inneren Anwendung kann man mit einem Stück Wurst, Käse oder Ähnlichem geben. Und ein Tipp für die beginnende Zeckenzeit: Üben Sie bei Ihrem Tier, Zecken zu entfernen – entweder mit der Zeckenzange oder einem Zeckenhaken.

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Rätsel

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FEHLERSUCHE: Im Bild links sehen Sie ein unverändertes Originalfoto. In der darunterstehenden Kopie haben wir sechs Fehler versteckt. Viel Spaß und Erfolg bei der Suche! Die Auflösung der Rätsel finden Sie auf Seite 17.

Fotos in diesem Heft: Titelbild »Was die Natur uns gibt« SIGN-Kommunikation, Fotos und Jllustrationen SIGN-Kommunikation (S. 2, 3, 4/5, 6, 7, 8, 10, 11, 12, 18, 19, 20, 21, 23, 24/25), Uwe Schwichtenberg (S. 13), Techniker Krankenkasse (S. 14), NAI (S. 16), Oliver Selzer (S. 28), Jörn C. Hofmann (S. 26/27)

28 DEINE APOTHEKE


Deine Apotheke 06 2013