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NEUE APOTHEKEN ILLUSTRIERTE SÜDTIROL

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AKTUELLES

WARUM ZAHLE ICH IN DER APOTHEKE JETZT PLÖTZLICH MEHR FÜR BESTIMMTE MEDIKAMENTE?

JUNGE FAMILIE

HOMÖOPATISCHE SOMMERAPOTHEKE IHR APOTHEKER INFORMIERT

CHECKLISTE BAUCHSCHMERZEN


Editorial

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser, die Sonne lacht, es wird wärmer und alle freuen sich auf die Ferien und den Sommer. Die meisten Familien bereiten sich schon auf den Urlaub vor, während die Maturanten noch fest für Ihre Prüfungen lernen müssen. Nach Schulabschluss steht dann die Wahl des geeigneten Berufes an. Hierzu gibt es eine interessante Neuheit: Seit zwei Jahren bieten die Apotheken Südtirols einen neuen Ausbildungsberuf an. In Zusammenarbeit mit der Landesberufsschule Tirol in Innsbruck kann die Lehre zur PKA, der Pharmazeutisch Kaufmännischen Assistentin, absolviert werden. Es handelt sich hierbei um eine höhere Lehre, d.h. sie richtet sich vor allem an Maturanten und an Personen mit einer bereits abgeschlossenen Ausbildung im Alter von 18 bis 26 Jahren. Die duale Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre (verkürzt 2 Jahre) und der Unterricht findet berufsbegleitend in Innsbruck statt. Man schließt mit der österreichischen Prüfung zur PKA ab und dieser Titel wird dann in Südtirol anerkannt. Als PKA lernt man die verschiedensten Bereiche in einer Apotheke kennen und hat einen interessanten und abwechslungsreichen Beruf: Mitarbeit in Labor und Kräuterkammer, Warenlager, Freiwahl und Kosmetik gehören zu den wichtigsten Aufgabengebieten. Die Apotheke bietet einen sicheren, abwechslungsreichen und anspruchsvollen Arbeitsplatz und es ist garantiert, dass es nie langweilig wird. Wer Interesse hat, die Lehre zur PKA zu absolvieren, kann sich für erste Informationen gerne an den Verband der Apothekeninhaber (Frau Ursula, Tel. 0471-974058, federfarma.bz@tin.it) wenden. Zu einem anderen Thema: In finanzieller Hinsicht wenig Erfreuliches haben die vergangenen zwei Monate für die Patienten in der Apotheke gebracht: Der Staat hat über Nacht die Vergütung für die Medikamente gesenkt und die Patienten durften plötzlich die Differenz bezahlen. Was genau passiert ist, erklären wir Ihnen auf Seite 3.

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Checkliste Bauchschmerzen

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Aktuelles Warum zahle ich in der Apotheke jetzt plötzlich mehr für bestimmte Medikamente?

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Abschließend wünsche ich Ihnen einen guten Start in den Sommer und – vergessen Sie bitte den Sonnenschutz nicht!

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Ihr

Redaktion: Dr. Stephan Peer in Kooperation mit Neue Apotheken Illustrierte, Jutta Petersen-Lehmann, Peter Erik Felzer Mitarbeit: Dr. Michaela Falkensteiner, Dr. Stephan Peer, Dr. Michela Parduzzi, Dr. Luca Collareta

Verantwortliche Direktorin: Dr. Michaela Falkensteiner Mit Namen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Zeitung wieder

Heilpflanzenlexikon Weinlaub – für die Venenwände

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Junge Familie Homöopathische Sommerapotheke

Eintragung: Landesgericht Bozen, Nr. 12/07 am 26.06.2007

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DEINE APOTHEKE

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Informationen für Diabetiker Damit der Urlaub gelingt – die 5 wichtigsten Notfallregeln

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Ernährungstipp Hibiskus und Hagebutten, und die Gesundheit blüht auf

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Rätsel

Grafische Gestaltung: SIGN Kommunikation GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland Jürgen Grabow, Martin Kaufmann Druck: Fuck Druck & Verlag, Koblenz, Deutschland.

Tipps für Senioren Fit durch den Sommer

11 Verband der Südtiroler Apothekeninhaber Apotheke Peer, Lana Eigentümer und Herausgeber: Verband der Südtiroler Apothekeninhaber

Ihr Apotheker informiert Checkliste Bauchschmerzen Durchfall bei Kindern – Wann zum Arzt? 10 starke Tipps gegen geschwollene Beine Die 7 wichtigsten Naturarzneien für den Sommer Strandgut: Heisse Tipps für sonnige Tage 5 Top-Gesundheits-Tipps fürs Büro Drehwurm macht Kindern kein Problem Spiele für Unterwegs


Aktuelles

WARUM ZAHLE ICH IN DER APOTHEKE JETZT PLÖTZLICH MEHR FÜR BESTIMMTE MEDIKAMENTE? Mitte April krempelte der Staat die Vergütung der preisgünstigen Generika-Medikamente um – und es folgte ein Durcheinander

Nach dem 15. April erlebten viele Kunden eine unangenehme finanzielle Überraschung beim Abholen ihrer Medikamente. Für manche Rezepte, bei welchen bislang nur das Ticket von 1 oder 2 Euro fällig war, mussten sie plötzlich viel mehr zahlen. Sind die Medikamente teurer geworden oder hat der Apotheker die Preise erhöht? Nachdem der Vorgang nicht in allen Medien korrekt dargestellt wurde, möchten wir Ihnen hiermit erklären, was genau passiert ist. Normalerweise werden Medikamente, welche der Arzt zu Lasten des Gesundheitsdienstes auf rotem Rezept verordnet, von der Krankenkasse bezahlt. Der Patient kommt nur für das eventuell anfallende »Ticket« auf. Um die Kosten für das Gesundheitswesen im Zaum zu halten, vergütet der Staat bei allen Medikamenten, deren Patent abgelaufen ist, nur den Preis des kostengünstigsten Generikums und nicht des teureren Originalpräparates. Generika sind Nachahmerpräparate, welche in Ihrer Wirkung und Zusammensetzung den Originalen entsprechen. Der Patient

Was ist nun aber am 15. April geschehen? Um die Kosten weiter einzudämmen, hat der Staat plötzlich einen sogenannten maximalen Erstattungspreis eingeführt. Dazu errechnet die Arzneimittelbehörde AIFA einen Durchschnitt aus den billigsten Preisen pro Wirkstoff in verschiedenen europäischen Ländern. Im Vergleich zu den bei uns geltenden Preisen liegt der neue maximale Erstattungspreis um 10 bis 40Prozent tiefer. Der Staat und die AIFA gingen fest davon aus, dass die Firmen, wie bisher üblich, sofort Ihre Verkaufspreise an diese Neuerung anpassen. Das haben die Firmen größtenteils auch getan, allerdings nicht bis auf das Niveau der Referenzpreise, da ihnen der Sprung zu groß war. Auch dauert es aus gesetzlichen Gründen mehrere Tage, bis ein Hersteller die Preise senken kann, da diese zuerst im Amtsblatt der Republik veröffentlicht werden müssen. Aus diesem

Generika oder Originalpäparat: Apotheker helfen bei der Wahl des besten Medikamentes. hat die freie Wahl: er kann das Originalpräparat nehmen und die Preisdifferenz selbst bezahlen oder zum Generikum wechseln und nur die Rezeptgebühr entrichten. Die Kosten des Generikums bildeten den sogenannten Referenzpreis - das ist der Preis, der für ein Medikament mit diesem Wirkstoff, in dieser Dosierung und Packungsgröße bezahlt wird. Die Einführung der Nachahmerpräparate hat die Kosten im Bereich der Arzneimittelausgaben der öffentlichen Apotheken beträchtlich gesenkt.

Grund ist auch für die kostengünstigen Generika ein Aufpreis zu zahlen, weil das Medikament laut Hersteller einfach mehr kostet als vom Gesundheitssystem aktuell vergütet wird. Als wir Apotheker von diesen Preissenkungsplänen erfahren haben, haben wir sofort das Assessorat kontaktiert, um einen Aufschub von einigen Tagen zu erreichen. Damit hätte man das größte Durcheinander nach dem 15. April vermieden, alle Bürger in Ruhe informieren können und es wäre zu keiner Ungleichbehandlung der

Patienten gekommen. Die ersten Preissenkungen traten nämlich erst nach dem 21. April in Kraft. Wer in der Woche vom 15. bis 21. April seine Medikamente benötigte, musste die teilweise beträchtlichen Aufpreise zahlen. Leider hat das Assessorat, im Unterschied zu anderen Regionen in Italien, den Aufschub abgelehnt. Mittlerweile hat sich die Situation nach einem Monat einigermaßen beruhigt. Es sind zwar immer noch für einige Generika Aufpreise zu zahlen, allerdings liegen die meist unter 1 Euro pro Packung. Wir Apotheker sind zuversichtlich, dass sich bald alle Preise den neuen Richtlinien angepasst haben, damit Sie als Patient wieder einen bis auf das Ticket kostenfreien Zugang zu ihren lebenswichtigen Medikamenten haben. Wir hoffen, Ihnen in diesen wenigen Zeilen die Vorgänge der letzten Wochen einigermaßen verständlich erklärt zu haben. Ihr Apotheker steht Ihnen bei weiteren Fragen jederzeit zur Verfügung und hilft Ihnen gerne bei der Auswahl der besten und kostengünstigsten Medikamente. Dr. Stephan Peer, Apotheker DEINE APOTHEKE

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DEINE APOTHEKE


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CHECKLISTE BAUCHSCHMERZEN Jeder hat manchmal Bauchschmerzen. Empfindlicher Magen, zu üppiges Essen oder Blähungen sind wohl die gängigsten Ursachen. Damit die Beschwerden in der Leibesmitte schnell vergehen, bietet die Apotheke maßgeschneiderte Mittel für die verschiedensten Bauchschmerzarten.

Für sich genommen, können Bauchschmerzen harmlos sein.Manchmal deuten Sie auf ernsthafte Erkrankungen wie Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, chronisch entzündliche Darmerkrankungen oder eine Blinddarmentzündung hin. Sind die Schmerzen besonders stark, dauern sie mehrere Tage an oder treten sie zusammen mit anderen Krankheitszeichen wie Fieber auf, ist Vorsicht geboten. Bei ungewöhnlichen Bauchschmerzen im Zweifelsfall immer einen Arzt aufsuchen! Erwachsene können jedoch viele leichtere Bauchprobleme mit Mitteln aus der Apotheke selbst behandeln. Im Folgenden lesen Sie, was wann hilft:

• Bauchkrämpfe

Ursache: Krampfartige Bauchschmerzen können viele Auslöser haben. Die unangenehmsten Schmerzen bereitet eine Gallenkolik, bei der Gallensteine den Abfluss der Gallenflüssigkeit hindern. Hier muss unbedingt ein Arzt eingreifen. Aber auch Magen-Darm-Infekte oder falsches Essen können Magenkrämpfe auslösen. Hilfe aus der Apotheke: Warmer Tee, beispielsweise aus Kamillenblüten, oder Präparate mit Schafgarbe tragen zur Linderung bei. Arzneimittel mit Butylscopolamin lösen die verkrampfte Muskulatur und damit auch die Schmerzen.

• Blähungen

Ursache: Von leicht geblähtem Bauch bis zu schneidenden Leibschmerzen reicht die Palette der Beschwerden, wenn sich Gas in Magen oder Darm sammelt und nicht entweichen möchte. Gas bildet sich, wenn Darmbakterien verschiedene Nahrungsbestandteile verdauen. Normalerweise wird der Körper damit problemlos fertig

> Lesen Sie weiter auf Seite 6.

Etwas Warmes braucht der Mensch. Eine Tasse Kamillentee beruhigt den Bauch und hilft gegen Magenkrämpfe.

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Natürlich schlagen zu viel Eis, Pommes und Limonade auf den Magen. Kinder sprechen aber sogar von Bauchweh, wenn sie Kopfschmerzen haben. und nimmt es in den Blutkreislauf auf. Aber bei Speisen mit Hülsenfrüchten, Kohl oder vielen Ballaststoffen kann so viel davon entstehen, dass es den körpereigenen Abtransport überfordert und den Magen-Darm-Trakt wie einen Fahrradschlauch aufpumpt. Hilfe aus der Apotheke: Erleichterung verschaffen ätherische Öle von Fenchel, Anis, Kümmel oder Pfefferminze. In der Apotheke gibt es sogenannte Entschäumer: Der Wirkstoff Dimeticon löst schaumartige Gasansammlungen im Darm auf, sodass der »Überdruck« leichter entweichen kann. Zudem lindern spezielle Enzympräparate einen Blähbauch.

• Laktose-Intoleranz = MilchzuckerUnverträglichkeit Ursache: Blähungen und krampfartige Bauchschmerzen können auch die Folgen einer Milchzucker-Unverträg6

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lichkeit sein. Normalerweise macht ein bestimmtes Enzym den Milchzucker aus der Nahrung bekömmlich, indem es ihn im Dünndarm zerlegt. Etwa einem Fünftel aller Deutschen fehlt ein Teil der körpereigenen Präzisionsschere. Bei ihnen gelangt der Zucker teilweise unverdaut in den Dickdarm und wird dort von den Darmbakterien vergoren. Es bilden sich Gase, die den Bauch blähen. Obendrein bindet der Milchzucker Wasser im Darm, und es kommt zu Durchfällen. Hilfe aus der Apotheke: Wer konsequent Nahrungsmittel mit Milchzucker meidet, kann das Problem umgehen. Das ist jedoch nicht immer einfach, denn nicht nur Milchprodukte enthalten Laktose. Der Stoff findet sich zum Beispiel auch in vielen Arzneimitteln oder Fertiggerichten. Stehen auf der Zutatenliste Begriffe wie Laktose, Milchzucker, Molken-, Milch- oder Vollmilchpulver, ist Vorsicht geboten. In der Apotheke gibt es Präparate, die das fehlende Enzym ersetzen. Sie können die Beschwerden lindern.

• Menstruationsbeschwerden

Ursache: Unwohlsein bis hin zu krampfartigen Unterleibsschmerzen: Das für die Regelblutung verantwortliche Zusammenspiel der Geschlechtshormone und das Abstoßen der Gebärmutterschleimhaut bedeuten für viele Frauen Tage der Qual.


Hilfe aus der Apotheke: Schon vor Jahrhunderten standen Arzneipflanzen wie Mönchspfeffer und Traubensilberkerze gegen die allmonatliche Pein hoch im Kurs. Beide haben eine hormonähnliche Wirkung. Während Extrakte der Traubensilberkerze heute eher gegen Wechseljahrsbeschwerden zum Einsatz kommen, gibt es speziell gegen Probleme bei der monatlichen Regel Fertigpräparate mit Mönchspfefferextrakt. Der Frauenarzt kann zudem ein empfängnisverhütendes Hormonpräparat verordnen, das die »Tage« erträglicher macht. Bekannte Schmerzmittel wie Paracetamol, Ibuprofen oder das krampflösende Butylscopolamin konzentrieren sich dagegen voll auf den Schmerz.

• Gastritis

Ursache: Andauernde Magenschmerzen, mal ziehend, mal dumpf drückend, und Übelkeit sind die Hauptsymptome bei einer Magenschleimhaut-Entzündung, der sogenannten Gastritis. Menschen, denen beruflicher oder privater Stress »auf den Magen schlägt«, kennen das. Wenn es ihnen gelingt, den psychischen Druck zu reduzieren, verschwinden die Probleme mit dem nervösen Magen mitunter bald wieder. Halten die Beschwerden über Tage oder Wochen an, spricht der Arzt von einer chronischen Gastritis. Mittels einer Magenspiegelung kann er klären, was den Beschwerden zugrunde liegt. Meist ist dabei die Schleimhaut, die das Mageninnere auskleidet, durch ein Übermaß an Säure entzündet. Unbehandelt kann sich daraus ein gefährliches Magen- oder ZwölffingerdarmGeschwür entwickeln. Ursachen dafür gibt es viele. Sie reichen von Rauchen, übermäßigem Alkoholkonsum, Einnahme bestimmter Arzneimittel bis zu einer Fehlregulation des Immunsystems oder einer Infektion mit dem Magenkeim Helicobacter pylori.

Hilfe aus der Apotheke: Mittlerweile gibt es ein ganzes Arsenal von Arzneimitteln, die gegen die überschüssige Säure vorgehen. Je nach Schweregrad kann man wählen zwischen Tees aus Kamillenblüten oder Süßholzwurzel bis hin zu den Präparaten, die auch gegen Sodbrennen zum Einsatz kommen (siehe dort). Beim Essen empfehlen Experten, möglichst fette, belastende Speisen zu meiden und keine zu großen Portionen zu vertilgen. Bei einer Helicobacter-Infektion verordnet der Arzt eine Kombination von Antibiotika und Magensäurehemmer. Die setzt das Bakterium schachmatt, und der Magen erholt sich.

• Sodbrennen

Ursache: Brennenden Schmerz hinter dem Brustbein oder saures Aufstoßen kennt fast jeder nach üppigem Essen oder alkoholischen Getränken. Nach einigen Stunden verschwindet der Spuk meist von selbst. Ist jedoch der Schließmuskel am Mageneingang dauerhaft erschlafft, steigt ständig Magensaft in die Speiseröhre und greift die Schleimhaut an. Wer dazu neigt, dem tut es gut, auf fette Speisen, große Portionen und hastiges Essen zu verzichten. Auch Rauchen, Kaffee, Alkohol und Stress locken die Säure. Hilfe aus der Apotheke: Abhilfe bringen sogenannte Antacida. Diese Präparate in Form von Kautabletten oder Suspensionen binden Säure im Magen. Etwas anders wirken die H2-Blocker Famotidin und Ranitidin oder Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol oder Pantoprazol. Sie sorgen dafür, dass weniger Säure in den Magen gelangt beziehungsweise dort gebildet wird. Auch eine Kombination aus Pflanzenextrakten, unter anderem der Schafgarbe, Kamille, Angelika und Schöllkraut kann hier helfen. Alle genannten Präparate sind ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. • Apotheker Rüdiger Freund

BAUCHWEH BEI KINDERN Gerade jüngere Kinder klagen häufig über Bauchweh. Den Eltern fällt es oft schwer, einzuschätzen, wie ernsthaft die Beschwerden sind. Bisweilen kommt es vor, dass dem Bauch der Sprösslinge eigentlich gar nichts fehlt, sondern sie unbewusst Schmerzen aus anderen Regionen in die Körpermitte übertragen. Wenn das Kind sehr starke, ungewöhnliche oder lang anhaltende Schmerzen schildert, ist es jedoch ratsam, den Kinderarzt aufzusuchen. Bei leichteren Fällen hilft oft schon eine Wärmflasche oder ein angewärmtes Kirschkernkissen auf dem Bauch.

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Junge Familie

DURCHFALL BEI KINDERN – WANN ZUM ARZT? Es ist Freitagabend: Der zweijährige Julius hat plötzlich Bauchweh und Durchfall bekommen. Sollen die Eltern zum Notarzt fahren oder lieber bis Montag abwarten? Lesen Sie hier, welche Mittel in der Selbstmedikation zur Verfügung stehen und wann ein Arztbesuch unumgänglich ist. vorbei und hole mal dieses Pulver zum Auflösen, das ich bei meiner letzten Magen-Darm-Grippe genommen habe. Ich lasse mich mal beraten.« Kinder leiden oft unter Durchfall. Er ist ein Zeichen dafür, dass die Schleimhaut des Verdauungssystems irritiert oder entzündet ist. Sehr häufig sind Viren die Auslöser. Gefährlich kann eine Durchfallerkrankung werden, wenn der Körper viel Wasser und Salze verliert. Das passiert schneller, wenn der kleine Patient zusätzlich erbricht. Dann müssen verlorene Flüssigkeit und Elektrolyte dringend ersetzt werden. Je jünger ein Kind ist, desto schneller kann es austrocknen.

Seine Temperatur ist nur leicht erhöht. Er hat Durst und deswegen ist es leichter, ihn zu überzeugen, den Becher mit dem aufgelösten Elektrolytpulver aus der Apotheke zu trinken. »Schmeckt komisch«, meint Julius, aber er bekommt den Becher trotzdem leer. Die Eltern sind erleichtert und wollen den nächsten Morgen abwarten. Denn in vielen Fällen ist der Durchfall genauso schnell wieder verschwunden, wie er gekommen ist. •

Meist verläuft Durchfall bei Kindern harmlos. Verlieren sie jedoch sehr viel Flüssigkeit, müssen sie zum Arzt oder gar in die Klinik. »Aua Bauch, aua Bauch«, klagt der kleine Julius am späten Nachmittag. Er will zu Mama auf den Schoß. »Was hast du denn?«, fragt die Mutter besorgt und kuschelt ihren Sohn an sich. Da spürt sie etwas Nasses auf ihrer Hose und riecht auch gleich das Dilemma: Die Windel ist übergelaufen, Julius hat Durchfall. »Hat er etwas Falsches gegessen?«, überlegt Julius' Mutter, während sie ihn wäscht und wickelt. Letztens hatte er nach einer zu großen Portion Obst auch sehr weichen Stuhlgang. Sie ruft ihren Mann auf dem Mobiltelefon an und bespricht sich mit ihm: »Das Wochenende steht vor der Tür, beim Kinderarzt erreiche ich jetzt wahrscheinlich auch niemanden mehr. Sollen wir erst mal abwarten?« Ihr Mann steht noch im Stau und meint: »Ich fahre bei der nächsten Apotheke 8

DEINE APOTHEKE

Inzwischen ist es nach 20 Uhr, doch Julius Vater hat rasch eine Apotheke gefunden, die Notdienstbereitschaft hat. Die Apothekerin stellt ihm viele Fragen, die er zum Teil gar nicht beantworten kann: »Wann ist der erste Durchfall aufgetreten? Wie alt ist das Kind? Gibt es andere Grunderkrankungen? Muss ihr Sohn erbrechen? Hat er Fieber? Trinkt das Kind und hat es Appetit? Wie ist sein Allgemeinzustand?« Julius Vater will all die Fragen zu Hause mit seiner Frau klären und vor allem Julius Temperatur messen. Die Apothekerin empfiehlt ihm dringend, den Flüssigkeits- und Salzverlust mit einer Elektrolytlösung auszugleichen. »Je jünger ein Kind ist, umso vorsichtiger sollten die Eltern sein«, rät sie. Als Julius Vater zu Hause eintrifft, klagt der Sohnemann zwar noch über Bauchweh, wirkt sonst aber munter und hatte keinen weiteren Durchfall mehr.

BEI DURCHFALL ZUM ARZT, WENN … 1

… der Durchfall länger als 24 Stunden anhält.

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… innerhalb von 24 Stunden Babys mehr als vier wässrige Stühle, Kleinkinder mehr als sechs wässrige Stühle und Schulkinder mehr als acht bis zehn wässrige Stühle entleeren.

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… der Allgemeinzustand des Kindes schlecht ist.

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… heftige, kolikartige Bauchschmerzen den Durchfall begleiten.

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… blutige Stühle und hohes Fieber auftreten.


Tipps für Senioren legen. Auch bei erhöhten Ozonwerten ist es besser, in der Wohnung zu bleiben. Wer gegen die mittägliche Hitze Abkühlung sucht, sollte übrigens nicht eiskalt duschen. Denn der Körper reagiert darauf mit Erwärmung. Wenn schon duschen, dann lauwarm. Um diese Jahreszeit verlässt man das Haus am besten nie ohne Kopfbedeckung. Eine Kappe, ein Hut oder ein Tuch schützen vor einem Sonnenstich. Zudem verhindern sie, dass Haare und Kopfhaut von der starken Sonneneinstrahlung zu stark ausgetrocknet werden.

Leichte Speisen auf den Tisch

Fit durch den Sommer Endlich ist es wieder soweit: Die Sonne scheint, die Temperaturen steigen, man kann seine Freizeit draußen verbringen. Gesund genießen heißt dabei das Motto, das Sie gut durch den Sommer kommen lässt. Schönes, sommerliches Wetter macht Lust auf Bewegung. Radfahren, Schwimmen, Walken, Wandern oder die Arbeit im Garten sind nur einige der vielfältigen Möglichkeiten. Und die körperliche Aktivität hilft nicht nur, schlank zu werden oder zu bleiben, sie senkt auch den Cholesterinspiegel, wirkt dem Bluthochdruck entgegen und vermindert sogar das Herzinfarktrisiko.

Sportpause bei Mittagshitze

Bewegung ist also angesagt, aber im richtigen Maß und vor allem zur richtigen Zeit. Das gilt besonders für Sport: »Ideal sind drei- bis viermal die Woche 20 bis 40 Minuten. Danach darf eine

angenehme Erschöpfung eintreten«, sagt Dr. Helmut Pabst, Vizepräsident des Bayerischen Sportärzteverbandes. Aber natürlich nicht in der größten Hitze! Wer seine Walking-Runden bisher in den Mittagsstunden absolviert hat, sollte seine sportliche Aktivität lieber auf die kühleren Morgen- oder frühen Abendstunden verlegen. Ansonsten ist die Gefahr groß, durch Überhitzung einen starken Blutdruckabfall und damit letztlich einen Hitzekollaps zu riskieren. Deshalb sollten es gerade ältere Menschen besser mit den Gepflogenheiten der Bewohner von Mittelmeerländern halten, die um die Mittagszeit eine erholsame Siesta ein-

Mit zunehmendem Alter nimmt das Durstempfinden ab, sodass gerade im Sommer die Gefahr besteht, unter Bedarf zu trinken. Dagegen kann ein Trinkplan helfen. Geeignete Getränke sollte man gut sichtbar aufstellen, um an das Trinken erinnert zu werden.

Obst und Gemüse lassen sich im Sommer besonders frisch genießen. Fünf Portionen täglich sollten es sein – da stecken ausreichend Vitamine drin. Die Mittelmeerküche macht es uns vor: leichte Mahlzeiten wie Salate oder gedünstetes Gemüse zu Mittag, etwas Kräftigeres am Abend. Wer Probleme mit dem Kauen hat, kann frisches Gemüse auch fein raspeln oder andünsten. Salzen darf man jetzt ruhig etwas mehr, denn der Körper verliert durch Schwitzen und Verdunstung nicht nur Flüssigkeit, sondern auch Mineralstoffe. Auf eine ausreichende Vorsorgung etwa mit Natrium, Calcium, Zink oder Magnesium ist daher ebenfalls zu achten. Derartige Mineralstoffe und Spurenelemente nimmt man mit der Nahrung auf. Bei Problemen mit der Ernährung oder bei einem erhöhten Bedarf bieten sich auch entsprechende Ergänzungspräparate aus der Apotheke an. Vitamin D wird mit Hilfe von im Sommer reichlich vorhandenem Sonnenlicht in der Haut gebildet. Das sorgt für stabile Knochen. Allerdings nimmt die Fähigkeit zur Vitamin-D-Bildung mit dem Alter ab. Je heißer es ist, desto wichtiger ist das Trinken – zur Erfrischung und um beim Schwitzen verlorene Flüssigkeit zu ersetzen. Nach Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollten Menschen über 65 Jahre durch Getränke mindestens 1,3 Liter Wasser pro Tag aufnehmen. Bei hohen Temperaturen und körperlicher Arbeit steigt der Bedarf noch weiter an. Gut geeignet sind Mineralwasser, Kräutertees oder verdünnte Säfte. • DEINE APOTHEKE

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10 STARKE TIPPS GEGEN GESCHWOLLENE BEINE Speziell im Sommer treten unschöne Besenreiser und Krampfadern unter kurzen Röcken und Hosen sichtbar zu Tage. Die Hitze lässt die Knöchel abends erst recht anschwellen. Doch die Venentherapie hat das ganze Jahr Saison.

Dicke Beine: Oft sind die Venen schuld. Und Venenprobleme sind nicht nur unschön, sie bergen auch Risiken. Es empfiehlt sich daher, einen Venenspezialisten (Phlebologen) zu Rate zu ziehen, um Spätfolgen wie Wasseransammlungen in den Beinen, Venenentzündungen, Blutgerinnsel in den Gefäßen oder gar ein offenes Bein zu vermeiden. Kluge Köpfe beugen vor, wobei ihnen die folgenden Tipps helfen:

2. Keine Bürstenmassagen vornehmen, denn sie fördern Besenreiser.

1. Kältereize straffen die Venenwände. Deshalb den Tag beispielsweise mit Wechselduschen oder kalten Waschungen starten. Dazu die Beine an den Füßen beginnend bis zu den Oberschenkeln aufwärts für drei bis fünf Minuten mit kaltem Wasser (etwa 16 Grad Celsius) abbrausen.

4. Sitzen und Stehen sind schlecht, Laufen und Liegen gut. Deshalb täglich so viel Bewegung wie möglich in den Alltag einbauen. Treppensteigen statt Fahrstuhl, Gartenarbeit oder Spazierengehen bringen die Muskelpumpen in Gang, die wiederum den Blutrückfluss in den Venen fördern.

3. Lange, warme Wannenbäder empfehlen sich ebenso wenig wie ausgedehnte Sonnenbäder. Saunieren ist erlaubt, solange die einzelnen Gänge nur kurz dauern und dazwischen eine Abkühlung im Tauchbecken erfolgt. Allerdings darf keine Venen-Entzündung vorliegen.

5. Beim Sitzen die Beine nicht übereinanderschlagen, das behindert den Blutfluss. Zwischendurch mit den Füßen kreisen.

6. Wenn möglich, die Beine ab und zu hochlegen. Dabei sollten die Unterschenkel auf Herzhöhe liegen und die Knie etwas gebeugt sein. Auch Stütz- oder gar Kompressionsstrümpfe aus der Apotheke helfen den Venen durch Druck von außen, die Form zu bewahren. 7. Auch gut für die Venen: Übergewicht abbauen. Übergewicht gilt als einer der vielen Risikofaktoren für Krampfadern. 8. Beim Schlafen die Beine etwa 15 Zentimeter hochlegen. Venenkissen ermöglichen die korrekte Lagerung der Beine. 9. Schwimmen ist der ideale Sport für Venengeschädigte, denn das Wasser wirkt wie eine Ganzkörperkompression. 10. Enge und hohe Schuhe bleiben bei Venenbewussten besser im Schrank. Gleiches gilt für enge Jeans oder Kniestrümpfe mit engen Gummis, denn die behindern den Rückfluss des Blutes zum Herzen. •

NATÜRLICHE BEINFREIHEIT Arzneimittel können aus Krampfadern keine gesunden Venen machen. Doch spezielle pflanzliche Präparate können – am besten in Kombination mit einer Kompressionstherapie – die Beschwerden deutlich lindern. Venenarzneimittel gibt es viele, doch sind nicht alle wirksam. Ihr Apotheker wird Ihnen Präparate empfehlen, deren Wirksamkeit in Studien bewiesen wurde und deren Dosierung ausreichend hoch ist. Dazu gehören solche, die Extrakte aus Rotem Weinlaub, aus Rosskastaniensamen oder aus dem Japanischen Schnurbaum enthalten. Auch Auszüge des Mäusedorns sind empfehlenswert. 10 DEINE APOTHEKE


Heilpflanzenlexikon

Weinlaub für die Venenwände

Die Blätter der roten Weinrebe (Vitis vinifera purpurea), die besonders dunkelrote Trauben mit rötlichem Fruchtfleisch liefert, sind ein begehrter Rohstoff in der Pflanzenheilkunde.

Dass Rotwein in Maßen genossen Herz und Kreislauf nützen kann, hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen. Aber das ist längst noch nicht alles, was Weinreben zu bieten haben. So werden Extrakte der Blätter der roten Weinrebe heutzutage mit Erfolg gegen Venenschwäche eingesetzt. Es heißt, französische Winzer hätten als erste die Heilkräfte der Weinblätter genutzt. Geschwollene und schwere Beine sollen sie mit breiigen Umschlägen aus den Blättern behandelt und dagegen auch Aufgüsse der Blätter eingenommen haben. Genau wie damals in Frankreich werden die Blätter der Weinreben heute für die Arzneiproduktion erst nach der Weinlese geerntet. Dann weisen sie den höchsten Gehalt an wertvollen Flavonoiden und Anthocyanen auf. Letztere sind die Farbstoffe, die für die rote Farbe der Blätter im Herbst sorgen. Mittlerweile belegen auch wissenschaftliche Untersuchungen das Erfahrungswissen der Weinbauern: In klinischen Studien nahmen Menschen mit chronischer Venenschwäche Weinlaubextrakt ein. Nach mehreren Wochen der Einnahme steigerte sich bei ihnen messbar die Sauerstoffversorgung in den Beinen, und auch ihr Knöchel- und Wadenumfang verringerte sich. Die Wissenschaftler nehmen an, dass der Weinlaubextrakt die Wände der Blutgefäße stärkt und dadurch die Blutzirkulation in den Beinen verbessert. Schwellungen nehmen ab, und die Beine fühlen sich nicht mehr so schwer an. • RF

Studien zufolge wirkt die regelmäßige Einnahme von Rotem Weinlaubextrakt bei Venenschwäche ähnlich gut gegen Wassereinlagerungen in den Beinen wie das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Kombiniert man beide Maßnahmen, sind die Venen doppelt gestärkt. DEINE APOTHEKE 11


Ihr Apotheker informiert

Die 7 wichtigsten Naturarzneien für den Sommer Der Sommer zeigt sich von seiner schönsten Seite. Nur Sie kommen nicht richtig in Schwung? Damit ist jetzt Schluss. Mit unseren 7 Heilpflanzen bleiben auch Sie in der warmen Jahreszeit frisch und voller Energie.

1. Salbei gegen Schweiß Schweißfußgeplagte und Menschen, die auch sonst leicht schwitzen, lieben Salbei. Denn Extrakte seiner Blätter hemmen die Schweißproduktion, egal ob man sie innerlich oder äußerlich anwendet. Während es beim äußerlichen Auftragen eher die gerbenden Eigenschaften an der Hautoberfläche sein dürften, die die Schweißtropfen am Herausrollen hindern, vermuten Wissenschaftler, dass Salbei bei der inneren Anwendung die Produktionsstätte des Schweißes direkt lahmlegt. In der Apotheke gibt es hoch dosierte Dragees sowie Tinkturen oder Tropfen, die sich zum Verdünnen eignen.

2. Brennnessel putzt die Blase Gelegenheiten, sich im Sommer einen Harnwegsinfekt einzufangen, gibt es genug: den Badeanzug nicht gleich ausgezogen, sich auf einen kalten Stein gesetzt oder zu lange die vermeintlich laue Sommernacht genossen. Wenn bei Harnwegsinfekten weder die Nieren betroffen sind noch Fieber die Blasenbeschwerden begleitet, sind Extrakte oder Tees aus Brennnesselblättern oder -kraut gute therapeutische Begleiter. Mindestens zwei Liter davon sollten am Tag getrunken werden. Das erhöht die Harnmenge, wirkt durchspülend und schwemmt die Schmerzen verursachenden Erreger vom Ort des Geschehens weg.

Salbei

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Brennnessel

Uzara


3. Uzarawurzel räumt den Darm auf

Beinwell

Eine Pflanze mit dem exotischen Namen Xysmalobium undulatum hat sich in den letzten hundert Jahren zu einem Reisebegleiter gemausert, der in keiner Reisetasche oder Hausapotheke fehlen sollte. Extrakte ihrer Wurzeln, besser bekannt unter dem Namen Uzarawurzeln, haben sich als hervorragend wirksam gegen die häufigste Reisekrankheit überhaupt erwiesen: gegen Durchfallerkrankungen. Uzara-Extrakt gibt es in Form von Tropfen, Dragees und Säften rezeptfrei in der Apotheke. Die enthaltenen Wirkstoffe dämpfen die bei Durchfall übersteigerten Magen-Darm-Bewegungen. Der Drang des Organismus, den Darm zu entgiften, wird in geregelte Bahnen gelenkt, die Zahl der Toilettengänge reduziert. Auch Übelkeit und Brechreiz, die den Durchfall oft begleiten, vermag Uzara zu mildern.

4. Rosskastanie für straffe Venen Ach, wäre das schön: während eines langen Arbeitstages ab und zu die Beine hochlegen! Dann käme das schwere, dumpfe Gefühl in den Beinen gar nicht erst auf. Die Hitze in den warmen Sommermonaten tut ihr Übriges: Abends sind Füße und Knöchel dann auch noch geschwollen. Beides sind deutliche Anzeichen einer Venenschwäche. Da das Hochlegen der Beine oft nicht möglich ist, bieten Extrakte der Rosskastanie eine gute Alternative. Sie wirken wie ein Stützstrumpf von innen. Werden sie hoch dosiert und lange genug eingenommen, dichten sie die Venenwände regelrecht ab, und keine Flüssigkeit versackt mehr in den Beinen.

5. Kamille Die Kamille kommt gegen eine Vielzahl unterschiedlichster Leiden zum Einsatz. Dazu gehören sowohl Magenschmerzen oder Blähungen als auch Entzündungen der Haut und Schleimhäute oder der Atemwege. So unterschiedlich die Einsatzgebiete: Zur Behandlung wird oft ein Auszug der Kamillenblüten mit Wasser verwendet. Einfachstes Beispiel dafür ist der Tee, von dem bei Problemen im Magen-Darm-Trakt drei- bis viermal täglich eine Tasse getrunken wird.

Arnika

6. und 7. Arnika und Beinwell für den Notfall Echte Kamille

Der Sommer macht Lust auf Bewegung. Doch beim Inlineskaten, Wandern oder Radfahren ist ein Sturz mit Schwellungen und Prellungen schnell mal passiert. Dann ist es Zeit für Arnika oder Beinwell. Ihre Inhaltsstoffe wirken entzündungshemmend, abschwellend und schmerzlindernd. Blutergüsse, Prellungen, Quetschungen oder Schwellungen nach Knochenbrüchen sind deshalb genau ihr Metier. Für die Akutbehandlung empfiehlt es sich, eine kühlende Kompresse mit verdünnter Arnika-Tinktur aus der Apotheke (drei- bis zehnfach mit Wasser verdünnt) oder Arnikagel aufzutragen. Auch die homöopathische Variante, also Arnica D6 als Globuli, ist ein prima Erste-Hilfe-Mittel. Zur Nachbehandlung kommen hoch dosierte Salben mit Beinwell- oder Arnika-Auszügen zum Einsatz. Vorsicht: Offene Wunden dürfen mit den Präparaten nicht in Berührung kommen. •

Rosskastanie DEINE APOTHEKE 13


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STRANDGUT: HEISSE TIPPS FÜR SONNIGE TAGE Strahlende Zeiten: Genießen Sie den Platz an der Sonne. Damit es Haut und Haaren dabei richtig gut geht, hier ein paar Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Ich will braun werden, aber ohne später Falten zu bekommen. Geht das? Eine garantiert sichere Variante sind Selbstbräuner. Das klingt etwas freudlos, weil Sonnenlicht auch glücklich macht. Licht stärkt das Immunsystem und kurbelt unseren Stoffwechsel und Hormonhaushalt an. Zu viel Sonne ist gefährlich. Als Ursache galt bislang meist die UV-B-Strahlung des Sonnenlichts. Sie kann zu Sonnenbrand führen. Die UV-A-Strahlung fördert zwar keinen Sonnenbrand, sie steht jedoch mittlerweile auch im Verdacht, Hautkrebs auszulösen. Sie dringt tief in die Haut ein und beschleunigt den Alterungsprozess. Daher ist ausreichender Lichtschutz mit UV-A- und UV-B-Filtern Voraussetzung für ein unbeschwertes Sonnenbad. Neben der UV-Strahlung scheint aber auch die kurzwellige Infrarot-A-Strahlung (IR-A), die sehr tief in die Haut ein14 DEINE APOTHEKE

dringt, nachteilige Effekte zu haben. Sie schädigt die Zellen und beschleunigt die Hautalterung. Sonnenschutzzubereitungen, die antioxidative Stoffe enthalten, um Schäden durch IR-A entgegenzuwirken, tragen dem Rechnung.

Reicht dann wenigstens Lichtschutzfaktor (LSF) 10? Helle Haut kann sich etwa 15 Minuten gegen die Sonne wehren. Ein LSF von 10 verzehnfacht die Zeit: Das macht also 150 Minuten beziehungsweise zweieinhalb Stunden. Für einen ganzen Tag am Strand ist das definitiv zu wenig. Regelmäßiges Nachcremen verlängert diese Frist nicht, trotzdem muss es vor allem nach dem Baden sein, damit der volle Schutz erhalten bleibt. Wer also auf Nummer sicher gehen möchte, wählt lieber einen hohen LSF. Generell gilt: Sonnencreme großzügig auftragen! Etwa 36 Gramm, das entspricht etwa drei Esslöffeln, braucht der


ganze Körper eines Erwachsenen für den Strandbesuch, um den LSF des Mittels auch tatsächlich zu erreichen. Dosiert man zu sparsam, verringert sich der Schutz.

Sonnenschutz-

Creme

Wie schütze ich Augen und Lippen ? Eine große Sonnenbrille mit breiten Bügeln schützt die Netzhaut vor UV-Strahlen. Beim Kauf darauf achten, dass die Gläser die UV-Strahlung komplett abblocken. In Augencremes sind die Lichtschutzfilter so verpackt, dass sie nicht ins Auge wandern können. Auch für die Lippen ist ExtraLichtschutz sinnvoll, denn sie können den hauteigenen Schutz namens Melanin kaum produzieren. Gesicht, Hals, Dekolleté und Hände sind ebenfalls empfindlicher, weil sie ständig der Sonne ausgesetzt sind. Sie brauchen einen hohen Lichtschutzfaktor und Wirkstoffe wie Dexpanthenol oder die Vitamine E, C und Betacaroten, die sich schon in Produkten gegen Hautalterung bewährt haben. Praktisch für Nase, Wangen, Stirn und Lippen: ein SonnenschutzStift mit LSF 50+.

Ich bin nur im Schatten. Wozu brauche ich da Sonnenschutz?

IR-A steht für Schutz vor kurzwelliger Infrarotstrahlung des Sonnenlichtes, die die Haut altern lässt.

UV-A steht für Schutz vor langwelligen UV-Strahlen, die die Haut altern lassen und möglicherweise auch Krebs auslösen.

IR- A UV- A UV- B

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ohne Fette, Parfüm, Emulgatoren, Farb- oder Konservierungsstoffe Wasserfest

UV-B steht für Schutz vor kurzwelligen UV-Strahlen, die Sonnenbrand und Hautkrebs auslösen können.

Der Lichtschutzfaktor (LSF) ist eine Maßzahl für den Schutz vor UV-B-Strahlen: Je größer sie ist, desto länger ist die Schutzdauer.

Ohne diese Inhaltsstoffe ist das Sonnenschutzmittel bei einer Neigung zu allergieähnlichen Hautreaktionen auf Sonnenlicht oft besser verträglich.

Wasserfest heißt, dass nach dem Baden noch zumindest die Hälfte der zuvor trocken vorhandenen Lichtschutzwirkung vorliegt.

UV-Strahlen kommen auch im Schatten immer noch bis zu 50 Prozent an. Deshalb auch unter dem Sonnenschirm eincremen!

Die UV-A-Strahlung fördert zwar keinen Sonnenbrand, sie steht jedoch mittlerweile auch im Verdacht, Hautkrebs auszulösen. Ausreichender Lichtschutz mit UV-A- und UV-B-Filtern ist Voraussetzung für ein unbeschwertes Sonnenbad. Nach einigen Ferientagen im Schatten ist übrigens derselbe Bräunungsgrad erreicht wie in der Sonne. Ein Hut mit breiter Krempe sollte bei keinem Sonnenbad fehlen: Er schützt sowohl die Haare als auch die empfindliche Gesichtshaut.

Was ist falsch daran, sich erst in der Sonne einzucremen? Für viele Produkte gilt die Anwendungsregel: 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen. Die Ausnahme bilden Produkte mit rein mineralischen Filtern. Sie reflektieren die Strahlen und wandern nur in die obere Hornschicht, sind also bereits nach ein paar Minuten einsatzbereit. Bei chemischen Filtern setzt der Schutz jedoch meist erst nach der auf der Packung angegebenen Zeit ein. Die Haut ist also bis dahin noch nicht richtig abgeschirmt.

Und Allergien? Bei der Sonnenallergie spielt meist die UVA-Strahlung eine besondere Rolle zusammen mit Bestandteilen des Sonnenschutzmittels oder anderer Kosmetika. Solche Bestandteile sind zum Beispiel Emulgatoren und Fette. Ärzte raten zu fettfreien, hypoallergenen Produkten ohne Duft- und Konservierungsstoffe. Um die Reparaturmechanismen der Haut zu unterstützen, enthalten einige Sonnenschutzgels Radikalfänger wie Vitamin E und Alpha-GlucosylRutin. Wer auf chemische Lichtfiltersubstanzen allergisch reagiert, kann auf Präparate mit mineralischem Filter wie Titandioxid umsteigen.

in der Kindheit erhöht das Risiko für Hautkrebs. Ein Kind immer am ganzen Körper mit Kindersonnencreme einreiben. Sie ist speziell auf die Bedürfnisse der Kleinen abgestimmt. Dann braucht es nur noch eine Mütze und ein langärmliges Shirt. Babys dürfen auf keinen Fall in die pralle Sonne.

Können After-Sun-Produkte mehr als normale Bodycremes? Ja, zum Beispiel die Haut kühlen, erfrischen, gegen Rötungen helfen, die Zellerneuerung beschleunigen und eventuelle Trockenschäden beheben. Das gelingt mit Zutaten wie etwa Aloe vera und Dexpanthenol oder dem Enzym Photolyase. Vitamin E neutralisiert die schädlichen freien Radikale. •

Was ist mit Sportlern und Kindern? Für beide perfekt: wasserfeste und abriebsichere Sonnencremes. Jeder Sonnenbrand DEINE APOTHEKE 15


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5 FÜRS BÜRO

TOP-GESUNDHEITS-TIPPS Rückenschmerzen, Kopfweh, juckende Augen: Vielen machen langes Sitzen und Computerarbeit Beschwerden. Lesen Sie, was dagegen sicher hilft. Tipp 1: Stehen Sie auf! »Unsere Eltern und Großeltern haben körperlich noch viel gearbeitet«, erklärt Detlef Detjen, Pressesprecher der Aktion Gesunder Rücken. Heute sitzen jedoch die meisten im Büro. Und damit nehmen die Rückenprobleme zu. Detjens Tipp: »Bauen Sie Bewegung in Ihr Leben ein, wo Sie nur können. Gehen Sie lieber zu Ihrem Kollegen ins Nachbarbüro, anstatt eine E-Mail zu schreiben oder anzurufen. Oder stellen Sie den Drucker in einen anderen Raum. Dann muss man aufstehen und sich bewegen, um das ausgedruckte Papier zu holen.«

Tipp 2: Lassen Sie Luft rein! Muffige, verbrauchte Raumluft enthält viel Kohlendioxid. Das macht müde und verursacht Kopfweh. »Ausreichend Sauerstoff ist entscheidend für einen klaren Kopf. Deshalb auch im Winter das Büro kräftig lüften – am besten jede Stunde«, empfiehlt Sabine Winterstein, Expertin für betriebliche Gesundheitsförderung bei der Deutschen Angestellten Krankenkasse. »Grundsätzlich ist eine Raumtemperatur zwischen 20 und 22 Grad Celsius optimal. Bei sommerlichen Außentemperaturen kann sie auch mal höher liegen.«

Tipp 3: Gelassen bleiben! Im Großraumbüro rattert der Kopierer, drei Telefone klingeln gleichzeitig, und der Chef wartet ungeduldig auf das Besprechungsprotokoll. »Wer ständig unter Strom steht, muss unbedingt für Ausgleich 16 DEINE APOTHEKE


sorgen«, rät der Hamburger Psychologe Frank Meiners. Bewegung an der frischen Luft löst Verspannungen. Bleibt keine Zeit für Spaziergänge, helfen kleine Übungen für zwischendurch im Büro. Auch gegen emotionalen Stress lässt sich etwas tun. Meiners: »Wenn Unstimmigkeiten mit Kollegen oder Vorgesetzten Kopfzerbrechen bereiten, hilft manchmal schon ein offenes Gespräch. Im Ernstfall kann ein externer Vermittler das gute Betriebsklima wiederherstellen.«

Tipp 4: Den Blick in die Ferne schweifen lassen! Gerötete und gereizte Augen: Dies liegt oft an der Arbeit mit dem Computer. »Mit jedem Lidschlag wird Tränenflüssigkeit auf der Oberfläche der Augen verteilt«, erklärt Dr. Georg Eckert, Pressesprecher des Berufsverbandes der Augenärzte. »Wenn wir jedoch monoton in die gleiche Richtung schauen, vergessen wir mitunter das Blinzeln. Dann reicht auch ein normaler Tränenfilm manchmal nicht aus.« Eckert empfiehlt, zwischendurch bewusst zu blinzeln. Vor dem Bildschirm den Blick öfter umherschweifen lassen. Zudem gibt es Augentropfen aus der Apotheke, die wie künstliche Tränenflüssigkeit wirken und das Auge feucht halten.

ENTSPANNUNG FÜR ZWISCHENDURCH Für diese Übung setzen Sie sich aufrecht auf Ihren Bürostuhl und atmen tief ein. Dann lassen Sie sich nach vorne zusammenfallen und atmen dabei aus. Diese Entspannungsübung können Sie mehrmals täglich durchführen und damit aufgestauten Stress abbauen.

Tipp 5: Zeit für das Essen nehmen! Ausgewogene Ernährung kommt in vielen deutschen Büros meist zu kurz. Zwischen Ordnern, Telefon, Arbeitsmitteln oder gar im Auto unterwegs lässt sich keine Ruhe und Erholung finden. »Essen Sie nicht nebenbei: In einer kleinen Pause können Sie Ihr Essen besser genießen«, rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. »Sie fühlen sich nicht nur satt, sondern auch wohl.« Verteilen Sie kleinere Mahlzeiten aus Obst, fettarmen Milchprodukten oder dünn belegten Broten über den Tag. Das erhält die Konzentrationsfähigkeit, belastet Verdauungsorgane und Kreislauf weniger und vermeidet Heißhunger. • Peter Erik Felzer DEINE APOTHEKE 17


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DREHWURM MACHT KINDERN KEIN PROBLEM


Kinder schaukeln leidenschaftlich gern. Sie lieben Karussell- und Achterbahnfahrten. Aber warum wird ihnen dabei im Gegensatz zu Erwachsenen meist nicht schwindlig, geschweige denn übel?

Ein kalter Wind pfeift über den Spielplatz, doch Paul stört das nicht. »Los, los!«, feuert der Vierjährige seine Mutter an, die ihn auf die Schaukel heben und kräftig anstoßen soll. Als Paul mit den Füßen schon fast den Himmel berührt und vor Freude jauchzt, wendet seine Mutter kurz den Blick von der Schaukel ab. »Er findet es toll, so hoch zu schaukeln. Aber mir wird allein vom Hinsehen übel.«

Wild drehen und schaukeln als Training für Kinder Wild schaukeln, sich um die eigene Achse drehen, einen Abhang hinunterkullern: Kleine Kinder lieben die Beschleunigung. Von Übelkeit oder Schwindel bleiben sie dabei meist verschont. Warum das so ist, weiß Professor Dr. Michael Strupp, Leiter der Schwindel-Ambulanz an der Universitätsklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München: »Der Gleichgewichtssinn ist bei Kindern noch nicht vollständig entwickelt. Er muss regelrecht trainiert werden, und dazu ist viel Bewegung nötig. Gerade Schaukel- und Drehbewegungen sind wichtig, weil sie diejenigen Systeme im Körper stimulieren, die für das Finden und Halten des Gleichgewichts von Bedeutung sind.«

Gleichgewicht halten ist kompliziert Aufrecht stehen, laufen, ohne umzufallen, oben und unten, links und rechts unterscheiden: Was so selbstverständlich erscheint, müssen Kinder erst lernen. Das Gleichgewicht zu finden und zu halten, ist ein komplexer Prozess, an dem mehrere Körpersinne und das Gehirn beteiligt sind. Damit das Gehirn dabei steuernd aktiv sein kann, ist es auf Informationen angewiesen, die ihm die Sinne liefern. Aus den vielen Informationen, die der Sehsinn, das Gleichgewichtsorgan und Sensoren in Haut, Muskeln sowie Gelenken liefern, »errechnet« das Gehirn die Stellung und Bewegung des Körpers im Raum. Gerät der Körper aus dem Gleichgewicht, sendet das Gehirn Bewegungskommandos an die Muskeln, um die Balance aufrechtzuerhalten.

Nach Karussellfahrten hält das Drehgefühl an

Mittel gegen Schwindelattacken Wenn von ärztlicher Seite keine zu behandelnden Ursachen für Schwindel zu finden sind, können sich Erwachsene mit rezeptfreien Mitteln aus der Apotheke helfen, wenn sie in bestimmten Situationen zu Schwindel und Übelkeit neigen, etwa bei einer See- oder Flugreise. Die Mittel können Dimenhydrinat oder Ingwerwurzelextrakt enthalten. Es gibt zudem passende homöopathische Präparate.

Ab und zu gibt es jedoch Probleme mit dem Gleichgewicht. »Wenn Informationen, die die Sinne liefern, nicht zusammenpassen, verwirren sie das Gehirn. Dann kommt es zu Übelkeit und Schwindel«, erklärt Strupp. Dieser Zustand lässt sich gut an einer Karussellfahrt erklären: Wenn man vom Karussell absteigt, hält das Drehgefühl noch einen Moment an, während Augen und Muskeln jedoch das Ende der Bewegung melden. Diese widersprüchlichen Informationen irritieren das Gehirn, und es versagt bei dem Versuch, das Gleichgewicht herzustellen. Die Folge sind Schwindel und Übelkeit. In manchen Fällen ist Schwindel aber kein harmloses Symptom, sondern Ausdruck einer Erkrankung. Dann sollten die Ursachen ärztlich abgeklärt werden. Warum kleine Kinder nach einer Karussellfahrt meist von Schwindel und Übelkeit verschont bleiben, konnte die Wissenschaft bisher nicht vollständig klären. Neben dem noch nicht völlig ausgereiften Gleichgewichtssystem könnte es laut Strupp noch einen weiteren Grund geben: »Möglicherweise nehmen Kinder über die Augen noch nicht so viele Informationen wahr. Und was nicht wahrgenommen wird, kann das Gehirn auch nicht verwirren.« •

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Junge Familie

HOMÖOPATHISCHE SOMMERAPOTHEKE Mückenstich, Bauchweh und gereizte Augen. Manche Eltern schwören bei solch typischen Sommerbeschwerden auf homöopathische Mittel. Wir verraten Ihnen, wann sich welche Globuli, Tropfen und Tabletten eignen.

Insektenstiche Mancher scheint sie förmlich anzuziehen: Jede Mücke und jede Bremse findet ihn zuverlässig und zapft ihn an, während der Nachbar völlig unbehelligt bleibt. Gegen die juckenden Rötungen hat sich Ledum D6, der Sumpfporst, bewährt. Akut alle 15 Minuten drei Tropfen. Wenn sich die Symptome gebessert haben, drei Mal täglich fünf Tropfen.

Kleine Verletzungen/ Blutergüsse Am Beckenrand ausgerutscht, vom Skateboard gestürzt, beim Fußballspielen vom Gegner zu Fall gebracht. Bei aufgeschrammten Knien, blutenden Nasen oder Blutergüssen unterstützt Arnika D6, der Bergwohlverleih, die Heilung. Im Akutfall eine Stunde lang alle 15 Minuten drei Tropfen, dann stündlich bis drei Mal täglich fünf Tropfen. Hilft auch bei Muskelkater: Dann drei Mal täglich fünf Tropfen einnehmen.

Tabletten, Globuli und Tropfen lassen sich gegeneinander austauschen. Eine Tablette entspricht fünf Globuli oder fünf Tropfen. 20 DEINE APOTHEKE


Verkorkster Magen Erst ein Eis, dann Pommes, zwischendurch Gummibärchen und von Mamas Bratwurst probiert. Ein Sommertag im Schwimmbad oder ein Abend am heimischen Grill sind für manche Kindermägen eine echte Herausforderung. War diese doch einmal zu groß, lindert Pulsatilla, die Wiesenküchenschelle, in der Potenz D6 den Aufruhr in Magen und Darm. Anfangs stündlich drei Globuli einnehmen, danach drei bis vier Mal täglich fünf Globuli. Vorsicht bei Fieber oder blutigen Durchfällen. Ihre Behandlung gehört in die Hand eines Arztes.

Reiseübelkeit Schwindelig fühlt man sich und schwach, und beim Gedanken an ein Eis oder ein Käsebrot wird es erst richtig schlimm? Hier hilft Cocculus D6: jede halbe bis ganze Stunde drei Tropfen oder drei Globuli. Auch ein bewährtes Mittel zur Vorbeugung bei Kindern, die sich beim Autofahren übergeben müssen.

Sonnenbrand Gut eingecremt war noch zu wenig. Mancher Sonnentag dauert länger als ursprünglich geplant, oder die Sonne strahlt intensiver als gewohnt. Die Haut quittiert es unverzüglich mit Rötungen. Akut bei Sonnenbrand: alle zehn Minuten drei Tropfen Belladonna D6, die Tollkirsche. Nicht nur bei Kindern sollte man es jedoch gar nicht erst zu solchen Rötungen kommen lassen: Hut, T-Shirt und Sonnencreme schützen die empfindliche Haut.

Allergische Reaktionen Heuschnupfen gibt es auch im Sommer. Verstopften Heuschnupfennasen, in denen eingetrocknetes Sekret Borken bildet, hilft Luffa D6, die Schwammgurke. Drei bis vier Mal täglich eine Tablette einnehmen.

LUST IN DER APOTHEKE ZU ARBEITEN?

Gereizte Augen vom Cabrioausflug, Radfahren oder Schwimmen Geschwollene, gerötete Lider, reichlich wässriger Tränenfluss und eventuell auch ein wenig Nasensekret – so zeigt sich häufig eine Bindehautentzündung. Hier können Augentropfen mit Euphrasia, also Augentrost, die Heilung unterstützen. Sollten sich die Beschwerden aber verschlimmern oder über mehre Tage andauern, bitte einen Augenarzt aufsuchen. • Apothekerin Maria Pues

Auflösung der Rätsel von Seite 28.

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Informationen für Diabetiker

DAMIT DER URLAUB GELINGT – DIE 5 WICHTIGSTEN NOTFALLREGELN Auf Reisen gehen, Neues entdecken, den Alltag zurücklassen: Für Diabetiker ist das heute kein Problem mehr. Damit die schönste Zeit des Jahres die Erholung bringt, die Sie sich versprechen, finden Sie im Folgenden die wichtigsten Tipps, um als Diabetiker mögliche Notfälle schnell und professionell zu meistern. Ein Tipp gleich zu Beginn: Nehmen sie einen vollständig ausgefüllten Notfallausweis für Diabetiker mit. Notfall 1: Insulin oder Medikamente weg Ob verloren oder geklaut: Für Diabetiker ist es erst einmal eine Katastrophe, wenn sie ihre Medikamente nicht mehr haben. Der Verlust lässt sich ersetzen, wenn Sie Rezepte mitnehmen, auf denen Ihr Arzt die Arzneimittel oder das Insulin verordnet hat. Dann können Sie aus den Apotheken des Urlaubslandes Ersatz bekommen. Vorsichtshalber können Sie schon vor dem Urlaub beim Hersteller Ihres Arzneimittels anrufen (der Hersteller steht am Ende des Beipackzettels) und fragen, unter welchem Namen das Mittel im Urlaubsland geführt wird. Gut, wenn der Arzt diesen Namen gleich auf dem Rezept vermerkt. Wer zudem den Beipackzettel mitnimmt, baut eine zusätzliche Sicherung ein. Die folgende Tabelle zeigt, wie die verschiedenen Insuline in englischer Sprache heißen. Das erleichtert die Kommunikation in Apotheken des Urlaubslandes. Deutsche Bezeichnung: Normalinsulin kurz wirksames Analogon  NPH-Insulin/Basalinsulin  lang wirksames Analogon   Mischinsulin 30/70, 25/75, 50/50 

Englische Bezeichnung: regular insulin/short acting insulin rapid acting insulin analogue  nph-insulin/intermediate-acting insulin long acting insulin analogue  insulin mixtures/premixed insulin Quelle: Pharmazeutische Zeitung

Notfall 2: Unterzucker Wer vor der Reise mit seinem Arzt bespricht, wie sich die körperliche Belastung im Urlaub von der im Alltag unterscheiden wird, kann eher einschätzen, ob er mehr oder weniger Diabetesmittel und/oder Insulin brauchen wird. Faustregel: je mehr Bewegung, desto weniger Medikamente. Menschen, die das nicht berücksichtigen, laufen Gefahr, schwer zu unterzuckern. Diese Tendenz wird auch durch Hitze gefördert. Der Stoffwechsel läuft dann schneller, der Körper verbraucht mehr Kohlenhydrate. In der Folge sinkt der Blutzucker. Nur regelmäßiges Messen der Werte kann davor schützen, unbemerkt in eine schwere Unterzuckerung zu gleiten. Nehmen Sie auf jeden Fall reichlich Traubenzucker (englisch »Dextrase«; nicht mit Dextrin verwechseln) und süße Getränke mit. Was bei Werten unter 70 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) zu tun ist: Klotzen statt Kleckern! Essen Sie vier Täfelchen Traubenzucker, das sind zwei Brot einheiten. Wenn Sie etwas dazu trinken, wirkt der Zucker schneller. Essen Sie anschließend noch ein bis zwei Broteinheiten, die nur langsam ins Blut gehen, also in Form von Brot, Nudeln oder Reis. Diabetiker, die Insulin spritzen, sollten immer ein Glukagon-Notfallset mit sich tragen und einem der Mitreisenden erklären, wie es benutzt wird. Glukagon kommt im Unterzucker-Koma zum Einsatz. Das Hormon wird gespritzt und hebt den Blutzucker rasch wieder an.

Notfall 3: Überzucker Auch das Gegenteil des Unterzuckers tritt im Urlaub häufiger auf: die Überzuckerung. Gründe sind ungewohntes, an versteckten Kohlenhydraten reiches Essen und bei manchem auch körperliche Trägheit. Was immer gegen Überzucker hilft, ist körperliche Bewegung, also ein flotter Spaziergang am Strand oder eine kleine Wanderung in den Bergen. Auf diese Weise 22 DEINE APOTHEKE


können auch mit Tabletten behandelte Typ-2-Diabetiker aktiv erhöhte Werte senken. Wer Insulin spritzt, bekommt von seinem Arzt genaue Anweisungen, wie viel mehr Einheiten es sein sollen, wenn der Blutzuckerwert zu hoch liegt. Liste exotischer Früchte – so viele Kohlenhydrate stecken drin: Frucht (jeweils 100 g) Apfelbanane  Artischocken   Baby-Ananas  Cherimoya  Granatapfel  Guave  Jackfrucht  Limequat  Mango (rot, grün)  Manna  Maracuja (Passionsfrucht)  Okra  Papaya  Pepino  Süßkartoffel  Topinambur  Yam 

BE 1,8  1,3  1,2  1,1  1,4  0,5  1,3  0,9  1,0  4,7  1,1  0,5  0,2  0,8  2,0  0,3  2,0 

1 BE: 12 g Kohlenhydrate; 1 KE: 10 g KH

KE 2,1  1,5  1,4  1,3  1,7  0,6  1,5  1,1  1,3  5,7  1,4  0,6  0,2  1,0  2,4  0,4  2,4  Quelle: Pharmazeutische Zeitung

Notfall 4: Durchfall Bei einer Durchfallerkrankung verliert der Körper viel Flüssigkeit und Elektrolyte, also Mineralsalze, die er für viele Stoffwechselprozesse benötigt. Außerdem ist die Nahrungsaufnahme gestört. Der Blutzucker kann sowohl nach oben schnellen als auch stark absinken. Deshalb im Erkrankungsfall unbedingt häufiger den Blutzucker messen und versuchen, reichlich zu trinken. Bei starken, anhaltenden Durchfällen ist es besser, ein Krankenhaus aufzusuchen.

Notfall 5: Pen oder Blutzuckermessgerät kaputt Diabetiker, die auf Insulin angewiesen sind, spritzen in der Regel mit einem Pen. Geht er ausgerechnet im Urlaub kaputt, lässt sich das Insulin aus den Pen-Patronen mit von zu Hause mitgebrachten U-100-Insulinspritzen verabreichen. Noch besser: Nehmen Sie einen Ersatz-Pen mit. Das gilt im Übrigen auch für das Blutzuckermessgerät. Wer zwei dabei hat, lebt im Urlaub sicherer. • Apothekerin Isabel Weinert

VERLETZUNGEN VORBEUGEN Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für schlecht heilende Wunden, besonders wenn sie wegen Nervenschäden Verletzungen zu spät bemerken. Eine Rolle spielen auch Durchblutungsstörungen. Um hier auf Nummer sicher zu gehen, sollten Diabetiker möglichst nicht barfuß laufen – auch wenn es am Strand verlockend ist –, sondern zumindest Badeschuhe tragen. So vermeidet man Verletzungen an Muschelschalen, spitzen Steinen oder Scherben. Außerdem tut der Haut gerade in ungewohntem Klima eine Extra-Portion Pflege gut, damit sie nicht trocken und rissig wird, was die Verletzungsgefahr erhöht. Um Feuchtigkeit in der Haut und diese damit geschmeidiger zu halten, helfen beispielsweise Cremes mit Harnstoff und Panthenol. FS

DEINE APOTHEKE 23


Ernährungstipp

HIBISKUS UND HAGEBUTTEN, UND DIE GESUNDHEIT BLÜHT AUF Wer hätte das gedacht: Hibiskusblüten und Hagebutten stecken voller gesunder Geheimnisse. Da entspannt eine schöne Tasse Früchtetee doch gleich doppelt.

Leuchtend rot, fruchtig und erfrischend: Hagebutte und Hibiskus sind ein gutes Gespann im Früchtetee und gerade im Sommer ein prima Durstlöscher, den man literweise trinken kann. Dass in jeder der beiden roten Komponenten zudem eine kleine Apotheke steckt, ist kaum bekannt. Hibiskusblüten stammen aus den getrockneten Kelchen der Roselle, einem buschig wachsenden Malvengewächs aus Afrika und Asien. Mit kochendem Wasser überbrüht, ergeben sie einen säuerlichen, leuchtend roten Tee. Diese Signalfarbe ist den Anthocyanen zu verdanken, die wahrscheinlich zusammen mit weiteren sekundären Pflanzenstoffen wie Flavonen und Phenolsäuren gesunde Effekte bewirken. So entpuppte sich Hibiskustee in einer amerikanischen Studie als blutdrucksenkend: 65 Patienten mit 24 DEINE APOTHEKE

leicht erhöhtem Blutdruck tranken sechs Wochen lang täglich drei Tassen des roten Teegebräus – und hatten hinterher niedrigere Blutdruckwerte. In der Kontrollgruppe, die lediglich ein Heißgetränk mit Hibiskusgeschmack bekam, blieben die Blutdruckwerte praktisch unverändert. Hibiskusblüten werden für Tee oft mit Hagebutten gemischt. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, entdeckt die Früchte verschiedener Wildrosen ab September überall: Sie prangen leuchtend rot am Waldrand, an wilden Hecken oder Gebüschen. Bemerkenswert sind


die ovalen Gebilde aus mehreren Gründen. Zum einen sind sie Spitzenreiter in punkto Vitamin C: Mit rund 500 Milligramm pro 100 Gramm Fruchtfleisch bringen sie zehnmal so viel Vitamin C mit wie Orangen oder Zitronen. Eine Spezialzüchtung namens Pillnitzer Vitaminrose enthält sogar über 1 000 Milligramm. Außerdem liefern sie reichlich Eisen, Magnesium, Kalium, Calcium, Ballaststoffe und den Pflanzenfarbstoff Lycopin, der die Zellen vor den Angriffen aggressiver Sauerstoffradikale und damit vor Herz-KreislaufKrankheiten schützt. Darüber hinaus hilft speziell aufbereitetes Pulver aus Hagebuttenfrüchten offenbar bei Arthrose: In Studien besserten sich Gelenkschmerzen, Morgensteifigkeit sowie das allgemeine Wohlbefinden, und die Patienten brauchten weniger Schmerzmittel als zuvor. Für die entzündungshemmende Wirkung scheint ein Galaktolipid in der Hagebutte verantwortlich zu sein. Da es fettlöslich und hitzeempfindlich ist, entfaltet es seine Wirkung jedoch nicht

im Tee. In der Apotheke gibt es aber ein Nahrungsergänzungsmittel aus schonend getrockneten Hagebutten der Sorte Rosa canina, die besonders viel dieses Galaktolipids enthalten. Damit kann man die Arthrosebehandlung unterstützen. Betroffene sollten sich dazu in der Apotheke beraten lassen. Davon abgesehen ist das Wildobst in der Küche eine echte Bereicherung – und das nicht nur als Früchtetee. Es schmeckt als Konfitüre oder Mus auf dem Brot und passt mit seiner herb-säuerlichen Note hervorragend zu Wild und Schmorbraten. Wer sich nicht vor Arbeit scheut und selbst gemachte Kostbarkeiten liebt, dürfte Spaß an diesem Hagebutten-Chutney haben: Dafür pflückt man ein Kilogramm Hagebutten, entfernt Blüten und Stiele, schneidet die Früchte auf und schabt die Kerne heraus. Da diese jucken, zieht man am besten Einmalhandschuhe an. Die Hagebutten waschen und mit etwas Wasser, drei fein gewürfelten Zwiebeln, 100 Gramm Rosinen, 300 Gramm Zucker und 125 Millilitern weißem Balsamessig aufkochen. Je eine gute Prise Ingwer, Zimt, Nelken, Senfkörner sowie zerstoßenen Koriander zugeben und alle etwa anderthalb Stunden bei kleiner Hitze köcheln lassen. Zwischendurch immer wieder umrühren und Wasser zugeben, falls die Masse zu dick wird. Diese abschmecken und heiß in Gläser mit Schraubdeckel füllen. Guten Appetit! •

Hagebuttenfrüchte und Hibiskusblüten werden für Tees gerne gemischt. Apotheken verkaufen ein Nahrungsergänzungsmittel mit Hagebuttenpulver, das die Arthrosebehandlung unterstützt. DEINE APOTHEKE 25


Ihr Apotheker informiert

SPIELE FÜR UNTERWEGS Neben »Ich hab’ Hunger!« und »Ich muss mal!« hören Eltern von ihren Kindern auf langen Urlaubsfahrten wohl besonders oft die Frage »Wann sind wir endlich da?«. Die folgenden Spiele können helfen, die Reisezeit für die Kleinen kurzweiliger zu gestalten und die Nerven der Erwachsenen zu schonen.

Koffer packen

Wortschlangen bilden

Autonummern raten

Das ist der Klassiker unter den Reisespielen, bei dem Einfallsreichtum und Gedächtnis gefragt sind. Einer beginnt zum Beispiel mit den Worten: »Ich packe meinen Koffer und lege Strümpfe hinein.« Dann muss der Nächste weiterpacken, indem er den Satz wiederholt und einen neuen Gegenstand hinzufügt: »Ich packe meinen Koffer und lege Strümpfe und T-Shirts hinein.« Das Spiel endet, wenn ein Teilnehmer die Reihenfolge der Gegenstände nicht mehr richtig aufsagen kann.

Hier geht es darum, immer neue zusammengesetzte Wörter zu finden, die den letzten Teil des vorhergehenden Wortes enthalten. Ein Mitspieler fängt zum Beispiel mit dem Wort »Einbahnstraße« an, dann könnte es weitergehen mit »Straßenbahn«, »Bahngleis«, »Gleisarbeiter«, »Arbeitstag«, »Tageslicht«, »Licht ...« usw.

Dabei muss anhand der Ortskürzel auf den Kennzeichen erraten werden, woher die vorbeifahrenden Autos kommen. Beispielsweise »AG« steht für Agrigent, »BZ« für Bozen oder »MI« für Mailand. In einem Autoatlas, der eine vollständige Liste der italienischen Autokennzeichen enthält, kann man prüfen, ob richtig geraten wurde, und unbekannte Buchstabenkombinationen nachschlagen. Für ältere Kinder lässt sich das Spiel noch erweitern, indem man zusätzlich nach Orten oder Ländern auf ausländischen Autokennzeichen fragt.

26 DEINE APOTHEKE


Rom Mailand Neapel Turin New York Catania

213 km 157 km 450 km 377 km 4122 km 822 km

Entfernungen schätzen

Kennzeichen rechnen

Personen raten

Tüte (Verbotene Zahlen)

Auf der Autobahn fährt man in unregelmäßigen Abständen an Schildern vorbei, die die Entfernung zu den nächsten großen Städten am Wege anzeigen. Zu Beginn des Spiels sucht man eine dieser Städte auf den Schildern aus. Nun gibt jeder im Auto seinen Tipp ab, wie weit die Stadt noch entfernt ist, wenn man das nächste Schild erreicht. Derjenige gewinnt die Runde, dessen Tipp der Zahl auf dem Schild am nächsten kommt. Nach jedem Schild startet ein neuer Durchgang. Man kann die Treffsicherheit auch durch Punkte belohnen, die von Runde zu Runde addiert werden.

Diesmal entscheiden nicht die Buchstaben auf den Autokennzeichen, sondern die Zahlen. Reihum schreibt jeder die jeweils letzte Ziffer im Kennzeichen vorbeifahrender Autos auf und addiert sie. Wer zuerst bei 100 anlangt, hat gewonnen. Fiese Variante: Zwischendrin legt der Spielleiter einen Zeitraum fest (etwa 1 bis 2 Minuten), in dem die Ziffern der nächsten Autos von der bisher erreichten Summe abgezogen werden müssen. Glück hat, wer in dieser Zeit nur kleine Zahlen erwischt oder gar nicht an die Reihe kommt. Man kann auch vereinbaren, die Zahlen von LKW-Nummernschildern generell abzuziehen.

Ein Mitspieler sucht sich eine bekannte Persönlichkeit aus, und die anderen stellen Fragen, um zu erraten, um wen es sich dabei handelt. Die Fragen dürfen nur mit Ja oder Nein beantwortet werden. Wird eine Frage bejaht, darf der Fragesteller weitermachen. Lautet die Antwort Nein, kommt der Nächste an die Reihe.

Mathematiklehrer spielen dieses Spiel gerne mit ihren Schülern, weil es Aufmerksamkeit und Rechenkünste erfordert. Zu Beginn legt man die verbotene Zahl fest, die im Laufe des Spiels nicht genannt werden darf, beispielsweise die 3. Nun zählen die Mitspieler reihum von 1 aufwärts, wobei jeder immer nur eine Zahl nennt. Das kleine Hindernis dabei: Bei jeder Zahl, die die 3 enthält (zum Beispiel 13, 23, 30 etc.) oder durch 3 teilbar ist, muss stattdessen das Wort »Tüte« gesagt werden. Wer sich vertut, scheidet aus, und der Letzte, der im Rennen bleibt, gewinnt.

Zum Beispiel: genauer Treffer ± 1 km ± 2 bis 4 km ± 5 bis 8 km

= 10 Punkte, = 8 Punkte, = 6 Punkte, = 3 Punkte.

RF

DEINE APOTHEKE 27


Rätsel

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FEHLERSUCHE: Im Bild links sehen Sie ein unverändertes Originalfoto. In der darunterstehenden Kopie haben wir sechs Fehler versteckt. Viel Spaß und Erfolg bei der Suche! Die Auflösung der Rätsel finden Sie auf Seite 21.

Fotos in diesem Heft: Titelbild »Checkliste Bauchschmerzen« SIGN-Kommunikation, Fotos und Jllustrationen SIGN-Kommunikation (S. 2, 3, 4, 6, 7, 9, 10, 12/13, 14, 15, 20, 22, 26/27, 28), DAK (S. 8, 16, 17,), Jesko Donst (S.11), mauritius images (S. 18, 24, 25).

28 DEINE APOTHEKE

Deine Apotheke 06 2011  

Neue Apotheken Illustrierte Südtirol

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