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phase 10 Magazin der pbr AG  7 / 2016

Leistung und Motivation schwerpunkt arbeitswelten


Bildschirm      einblicke Störquellen punkte , die arbeitnehmer als störend empfinden

30%

21%

zu wenig Platz

Geräuschkulissen

25%

19%

Beschaffenheit des Sitzplatzes

schlechte Licht­ verhältnisse

Produktivitätshebel manager , die einen direkten zu -

sammenhang zwischen der gestal tung des arbeitsplatzes und der mitarbeiterproduktivität sehen

80%

Digitalisierung

durchschnittliche zahl an arbeits computern in deutschland (2010)

Selbst bestimmen mitarbeiter , die überwiegend selbst bestimmen können , wo sie arbeiten

26,5 mio.

28,1% Arbeitsumgebung jeder vierte arbeitet regelmässig in mobilen oder alternativen arbeitsumgebungen

Produktivität drei viertel der arbeitnehmer bewerten den einfluss eines zeitgemässen arbeitsplatzes auf die eigene produktivität als gross

Q u e l l e n S t a t i s t a , Fr a u n h o fe r- I n s t i t u t f ü r A r b e i t s w i r t s ch a ft u n d O r g a n i s a t i o n , C o m p u t a c e n t e r


Whiteboard      vorwort

Liebe Leserinnen und Leser, die Arbeitswelt insgesamt, so auch die Büroarbeit verändert sich. Vorhandener Raum wird neu überdacht und Neues nach anderen Gesichtspunkten als noch vor 10 Jahren geplant. Erwerbstätigkeit ist vielschichtiger geworden und findet nicht mehr nur an festen Arbeitsplätzen statt. Neue Modelle fordern vom Arbeitsort andere Qualitäten und Konzepte, die verstehen, was jetzt im Büro oder der Industriehalle benötigt wird. Die veränderte Nutzung wandelt das Erscheinungsbild des modernen Arbeitsplatzes. Wir stellen in der vorliegenden Ausgabe der phase 10 vielfältige Projekte vor, in denen Arbeitswelten auf verschiedenste Weise geschaffen wurden – sei es die Sanierung einer Immobilie zur Bereitstellung einer technischen Infrastruktur für verschiedene Nutzer, die Kombination von Industrie- und Büroflächen oder die komplette Neukonzeption einer Bürolandschaft für ein mittelständisches Unternehmen. Eine der grundlegenden Herausforderungen der Planung zeitgemäßer Arbeitswelten ist der Dualismus zwischen Beständigkeit und Wandel, zwischen Heimat und Anonymität des Arbeitsraumes. Der Arbeitsplatz muss funktional sein, damit der Mensch seine Arbeit dort optimal verrichten kann. Er will aber auch personalisiert sein, um eine leistungshebende Identifikation des Mitarbeiters mit seinem Platz zu schaffen. Gleichermaßen muss er darüber hinaus auch wandelbar sein. Kommunikation und Kontemplation müssen in immer neuen Mischungsarten auf den Büroflächen inszeniert werden können. Die Orte der Arbeit sind auch Bereiche des Lebens. Menschen verbringen hier einen großen Anteil ihrer Lebenszeit. Deshalb ist eine Raumatmosphäre wichtig, die sie dazu befähigt, ihre Arbeit nicht als die dunkle Seite des Lebens wahrzunehmen. Arbeit und Freizeit sollen sich am Arbeitsplatz zu einer als sinnvoll wahrgenommenen Lebenszeit mischen. Bitte machen Sie sich nun selbst ans Werk und arbeiten sich durch die neue Ausgabe von phase 10.

D i p l . - I n g . A r ch i t e k t B DA H e i n r i ch E u s t r u p Vo r s t a n d s v o r s i t z e n d e r d e r p b r AG

V o r wo r t  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   3


Agenda       inhalt 24 Nachhaltiger Büroraum dgnb - zertifikat in platin für pbr unternehmenszentrale

28 Arbeitswelt mit moderner Technik

12       Tür an Tür mit der Geschichte sanierung eines verwaltungs -

sanierung und erweiterung des büro - und geschäftshauses three george in düsseldorf

gebäudes in berlin

14 Das Büro der Zukunft interview mit dipl .- ing . jörg castor , fraunhofer - institut für arbeitswirtschaft und organisation ( iao )

16    23 Auf Holz gebaut

neubau einer unternehmens zentrale für die stadtwerke lübeck

30 Der Hitze die Spitze genommen technikplanung für neue kühltürme des dlr in köln

34 Update eines Bürogebäudes

technische sanierung des verwal tungsgebäudes der provinzial ­ versicherung düsseldorf

38 Ein Kind seiner Zeit neu - und umbau des arcona living hotels in osnabrück


40 Projekt Kombi-Büro erweiterung der zentrale eines bauunternehmens in georgsmarienhütte

42 Modernes Training Center verbindet Theorie und Praxis sanierung und neubau eines schulungskomplexes für jungheinrich in norderstedt

52 Ein Verfahren mit geringem Konfliktpotential vorteile des gmp - modells bei der realisierung von grossprojekten

54 Schnell schalten mit Modulen interimslösung für allgemeines verfügungszentrum der universität osnabrück

60 „Grüne Immobilien“ mehr als nur Trend interview mit ralf f . bode ,

geschäftsführer von a°blue , auditor und mitglied des dgnb - immobilienbeirates

Inh a lt  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   5 inh


Nachruf      konrad rohling Am 5. Juli 2015 ist Herr Konrad Rohling verstorben.

Herr Konrad Rohling hat am 1. April 1960 ein Büro für Tragwerksplanung gegründet, dieses ab 1971 als interdisziplinäres Planungsbüro Rohling vorrausschauend weitergeführt, welches dann maßgeblich durch seine Lenkung 1996 in die pbr AG, unser heutiges Büro, übergegangen ist. Herr Konrad Rohling ist somit der Gründer der pbr AG. Die uns heute durch den Markt tragenden Ideen vom multifakultativen Planungshandeln aus einer Hand hat er in unserem Büro verankert. Von der Gründung des Unternehmens bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 2009 hat Konrad Rohling alle maßgeblichen Leitungsfunktionen des Unternehmens innegehabt, ausgefüllt und mit seinem Wesen und Wirken erfolgreich geprägt. Neben seinem Erfolg in unserem Unternehmen hat er stets ­offene Sinne und hilfsbereite Hände für soziale und kulturelle Anliegen in seiner Umgebung und darüber hinaus gehabt. Herauszuheben sind hier sein Engagement für eine Trinkwasserversorgungsanlage in Mali sowie der ihm verliehene Deutsche Denkmalschutzpreis 1996 für sein Engagement im Zusammenhang mit der Erforschung der ­Geschichte der Varusschlacht in Kalkriese. Neben seinem Erfolg als organisierender Unternehmer ist er auch den Ursprüngen seines Berufs als Bauingenieur stets verhaftet ­geblieben. Bis zum Ende seines beruflichen Wirkens haben ihn Optimierungen von Gesamtplanungen, insbesondere Tragwerken sowie Verbesserungen bezüglich der Baubarkeit von Gebäuden angespornt. Er hat seine regelmäßig gründlich durchdachten Vorschläge stets sach­bezogen, kollegial, allein der Aufgabe verpflichtet eingebracht. Neben seinem Erfolg als auf Wirtschaftlichkeit bedachter Unternehmer ist er auch ein Mensch gewesen, der Anteil an den Sorgen und Freuden seiner Kollegen und Mitarbeiter genommen hat und diese Anteilnahme durch vielfältige konkrete Unterstützung auch in helfende Taten umgesetzt hat. Konrad Rohling war ein Mensch mit breiter Bildung und weitem Interessenfeld. Bei der Jagd und bei der Fliegerei fand er Ausgleich für die Anstrengungen des beruflichen Alltags. Die Befassung mit alten Sprachen und Geschichte war ihm auch im Alter eine erfrischende geistige Herausforderung. Diejenigen, die ihn kannten, werden ihn sehr vermissen. Die pbr AG hat den Gründer und ihre langjährige Leitfigur verloren. Wir alle werden sein Andenken mit Achtung bewahren.

6   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  N a c h r u f


Pinnwand      aktuelle projekte Herausragende Designqualität gewürdigt        german design award für hochschule rhein - waal , campus kamp - lintfort

Kurieren in historischen Gemäuern       sanierung des fürstenhofs – rehazentrum

Die pbr Planungsbüro Rohling AG wurde in diesem Jahr vom Rat für Formgebung mit dem German Design Award (GDA) ausgezeichnet. Die Anerkennung „Special Mention“ gab es für die „herausragende Designqualität“ des Neubaus der Hochschule Rhein-Waal, Campus Kamp-Lintfort in der Kategorie Architecture. Die Verleihung findet am 12. Februar 2016 in Frankfurt statt. Der 2012 initiierte German Design Award gehört bereits heute zu den anerkanntesten DesignWettbewerben weltweit. Im Jahr 2010 ging die pbr AG mit ihrem Entwurf für die 2009 neu gegründete Hochschule, der in Zusammenarbeit mit dem Straelener Architekten Michael van Ooyen entstanden ist, als Sieger aus einem europaweit ausgelobten Architektenwettbewerb hervor. Es ist bereits die vierte Auszeichnung für den noch jungen Campus. So wurde der Neubau ebenfalls vom Rat für Formgebung bereits mit dem internationalen Architektur- und Designpreis Iconic Award ausgezeichnet. Darüber hinaus prämierte der Bund Deutscher Architekten (BDA) Linker Niederrhein den Neubau mit der „Auszeichnung guter Bauten“ und die Architektenkammer und das Land NordrheinWestfalen die Hochschule als „Vorbildliches Bauwerk“.

Der unter Denkmalschutz stehende Fürstenhof des Rehazentrums Bad Eilsen wird umfassend saniert. Ziel ist eine Modernisierung und Renovierung des intensiv genutzten historischen Gebäudes. Die pbr AG erbringt für die Sanierungsmaßnahmen die Architektur- undTragwerksplanung in den Leistungsphasen 1 bis 8. 1918 vom Architekten Prof. Paul Baumgarten als Hotel erbaut, galt es als das schönste Europas. 100 Zimmer, Appartements und Speisesäle standen den Besuchern zur Verfügung. Seit 1954 ist das Gebäude im Besitz der heutigen Deutschen Rentenversicherung Braunschweig-Hannover und wird seitdem als Teil eines Klinikkomplexes für Rehabilitationszwecke genutzt. Voraussichtlich im Frühjahr 2017 werden die Sanierungsmaßnahmen beginnen. 80 Patientenzimmer sowie ein Ärztecenter gilt es zu modernisieren und mit neuen Bädern auszustatten. Dabei sollen die räumlichen Strukturen erhalten bleiben. Eine besondere Herausforderung stellt die Sanierung der denkmalgeschützten Fassade dar, da das historische Erscheinungsbild erhalten bleiben soll. Dies gilt auch für die denkmalgeschützten Versammlungs- und Therapieräume im Erdgeschoss. Ende 2018 sollen die Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen sein.

L e i s t u n g e n p b r AG Gesamtplanung mit M i ch a e l v a n O o y e n

bad eilsen

L e i s t u n g e n p b r AG A r ch i t e k t u r, Tr a g w e r k s p l a n u n g ( L P H 1 – 8 )

a k tu elle P r o jek te  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   7


Schreibtisch       eine annäherung

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Arbeit im Wandel Auf der Agora des antiken Athens sah Aristoteles in der Arbeit nicht mehr als eine Einschränkung der Freiheit. Über zweitausend Jahre später war für Zahllose der Broterwerb in schmutzigen Maschinenhallen und grauen Büros der Alltag. Heute betrachten viele Menschen ihre Arbeit zwar immer noch als Tätigkeit zum Erwerb des Lebensunterhalts, jedoch hat sie eine Komponente der Selbstverwirklichung gewonnen. Mit diesem Wandel der Arbeit sind Entwicklungen verbunden, die eine klare ört­ liche und zeitliche Trennung von Arbeitsplatz und Privatsphäre verschwimmen lassen. Gearbeitet wird heute auch dort, wo man lebt, und zu flexiblen Zeiten. Das trägt z. B. zur höheren Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei und führt zu einer besseren Produktivität. Weil die Bedingungen sich in Unternehmen stark unterscheiden, sind der moderne Arbeitsort und der Führungsstil auch Argumente im Wettkampf um hochqualifizierte Fachkräfte.

Broter werb Arbeiten im frühen 20. Jahrhundert

s c h r eib tis c h   phase 10 // pbr AG  7 / 2016   9


K o m m u n i k a t i o n s b e r e i ch I n d e r M i tt e l z o n e e i n e s M i s ch büros kann eine Kommunika­ t i o n s z o n e z u s ä t z l i ch z u Te e k ü ch e n v e r s ch i e d e n s t r u k t u r i e r t e Orte für den informellen Aust a u s ch s ch a ffe n . R a u m b i l d e n d e Mö b e l si n d e i n e we i t e r e Mö g l i ch k e i t , u m B e r e i ch e f ü r k o n z e n t rierte Meetings bereitzustellen.

Erfolgsfaktoren im Büro Wie Menschen in ihren Büros arbeiten, hängt sehr stark von dem zugrunde liegenden Konzept ab. Das Open-Space-Büro eignet sich aufgrund seiner offenen Landschaft gut für kommunikative Prozesse. Im Zellenbüro arbeiten Nutzer wegen der geschlossenen Einheiten besonders konzentriert. Das Mischbüro verbindet das Beste aus beiden Lösungen und stellt sowohl geschlossene als auch offene, kommunikative Bereiche bereit. Weil sich die Anforderungen in einem Büro im Verlauf der Jahre ändern können, sind flexible Strukturen wichtig. Sie entstehen z. B. durch einen offenen Grundriss, der Variationen zulässt, und eine zeitgemäße technische Gebäudeausrüstung. Darüber hinaus wirkt die Weiterentwicklung der verwendeten Technologien und Werkzeuge nachhaltig auch auf die Gestaltung des Arbeitsplatzes. Viele Gerätefunktionen lassen sich auf dem Desktop des Arbeitsrechners oder auf dem Smartphone bündeln und der Einzelne ist nicht mehr an einen festen Platz im Büro gebunden. Der Arbeitsort sollte direkt auf die Bedürfnisse der Nutzer zugeschnitten sein, um eine hohe Produktivität zu erzielen. Dabei sind es viele Komponenten, die die Qualität der Arbeit maßgeblich beeinflussen. Ergonomie ist einer dieser Faktoren. Arbeitsumgebung und Arbeitsmittel sollten also auf die Tätigkeit des Menschen ausgelegt sein, um die physische und psychische Gesundheit zu fördern. Die Licht- und Akustikverhältnisse am Arbeitsplatz fördern Konzentration und Vitalität, auch die Raumfarbe kann Einfluss ausüben. Außerdem sollten relevante Kollegen sowie die benötigten Mittel und Geräte auf kurzem Wege erreichbar sein, um einen optimalen Workflow zu erzielen.

10   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  s c h r e i b t i s c h

Open-Space-Zone A r b e i t s p l ä t z e i m o ffe n e n B ü r o b e r e i ch f ö r d e r n d i e K o m m u n i k a tion. Raumtrenner er zeugen S t a u f l ä ch e n u n d t r a g e n z u r g u ten Raumakustik bei.


K o n fe r e n z - u n d B e s p r e ch u n g s r a u m G r o ß e g e s ch l o s s e n e B ü r o e i n h e i t e n e i g n e n s i ch f ü r K o n fe r e n z e n u n d B e s p r e ch u n g e n , d i e n i ch t f ü r d i e Allgemeinheit bestimmt sind.

Denkzellen G e s ch l o s s e n e A r b e i t s b e r e i ch e k ö n n e n v o n Te a m s t e m p o r ä r f ü r konzentriertes Arbeiten in der Gruppe genutzt werden.

B ü r o l a n d s ch a ft Z o n e n f ü r u n t e r s ch i e d l i ch e Arbeitssituationen Q u e l l e : I n s t i t u t f ü r A r ch i t e k t u rp s y ch o l o g i e G ü n t e r H e r t e l

s c h r eib tis c h   phase 10 // pbr AG  7 / 2016   11


Tür an Tür mit der Geschichte       sanierung eines verwaltungsgebäudes in berlin

Einst plante hier Erich Honecker Maßnahmen für den Bau der Berliner Mauer, hatte die Volkspolizei ihren Sitz und wurden DDR-Bürger in der Untersuchungshaftanstalt verhört. In dem modernisierten Gebäude arbeitet heute u. a. die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft.          Fortsetzung auf Seite 48

Ver wa ltu ng s g eb ä u d e Ber nh a r d - WeiSS - Str a SSe b er lin  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   13


Das Büro der Zukunft       interview mit dipl .- ing . jörg castor , fraunhofer - institut für arbeitswirtschaft und organisation (iao)

Wie sehen Büros in der Zukunft aus? Das eine Büro der Zukunft gibt es nicht, wohl aber Trends, die dieses Büro auszeichnen. Das hängt sehr stark von der Arbeitskultur und den Arbeitsweisen in einem Unternehmen ab. Generell verändern sich Flächenquoten im Büro der Zukunft. Man wird tendenziell mehr Flächen für die formelle und informelle Kommunikation nutzen, seien es Besprechungsräume oder Teeküchen und Lounges. Es wird auch einen höheren Mix aus Kommunikations- und Rückzugsflächen geben. Mal erledigt man Aufgaben, die eine sehr hohe Konzentration erfordern, und andere die mehr Kommunikation erfordern. Dazu hat man dann die passenden Räume. Und Arbeiten wird räumlich flexibler. Es lässt sich immer mehr beobachten, dass für Mitarbeiter das Büro auch zuhause oder unterwegs ist. Ein weiterer, wenn auch noch kleinerer Trend ist die Nutzung von Coworking-Centern. Ursprünglich sind das gemeinschaftlich genutzte Büros von Start-up-Unternehmen. Immer mehr Unternehmen nutzen sie als Kreativpool und ermöglichen Mitarbeitern, dort zu arbeiten, auch weil sie von den Pendelentfernungen z.  T. besser gelegen sind. Welche technischen Anforderungen stellt das Büro? Technisch wird das Büro in Zukunft eher höher gerüstet und intuitiver bedienbar sein. Es wird mehr Displayflächen geben, z. B. elektronische Whiteboards, auf denen das Geschriebene sofort digitalisiert wird. Die Menschen nutzen mehr Möglichkeiten, um sich auszudrücken und auszutauschen. Technisch ist vieles davon schon machbar.

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Verändert das Büro der Zukunft unser Arbeitsverhalten? Es ist genau andersherum, das Büro unterstützt das veränderte Arbeitsverhalten und die Anforderungen der Arbeitskräfte. Das kann auch mit der Freizeitgestaltung, Familie oder Lebenssituation der Mitarbeiter zu tun haben. Auf jeden Fall spielt es eine immer größere Rolle in der Arbeitsorganisation von Unternehmen. Man flexibilisiert Zeit und Ort. Wer häufig von zuhause aus arbeitet, nutzt die Zeit im Büro eventuell mehr, um mit Kollegen zu kommunizieren. Unternehmen erhalten dadurch andere Auslastungen der Flächen. So können sie viele neue Arbeitssituationen schaffen, die zu ihren Mitarbeitern und deren Tätigkeiten passen. Insgesamt hat vielleicht nicht mehr jeder Mitarbeiter einen fest zugewiesenen Arbeitsplatz. Diese Büroorganisation fördert zudem den Austausch mit unterschiedlichen Kollegen. In modernen wissensbasierten Unternehmen können Mitarbeiter so besser voneinander lernen.


Dipl.-Ing. Jörg Castor An der Universität Dortmund hat Jörg Castor Raumplanung s t u d i e r t , s e i t 2 0 01 arbeitet er für das Fr au n h o fe r-In st i tu t f ü r A r b e i t s w i r t s ch a ft und Organisation in S t u tt g a r t . D o r t e rf o r s ch t e r u .  a . Z u k u n ft s p e r s p e k t i v e n d e r g a n z h e i t l i ch e n A rb e i t ssyst e mg e st al tu n g .

„W enn V eränderungs maS S nahmen richtig um gesetzt werden , steigt deutlich messbar die P erformanz .“

Wo gibt es Ent wicklungsbedarf? Immer mehr Unternehmen fragen nach speziellen längerfristig buchbaren Projektflächen. Diese gemeinsam genutzten Flächen, wie auch „normale“ Besprechungsflächen, sind oft zu wenig vorhanden. Außerdem besteht eine Lücke zwischen dem Wunsch mancher Unternehmen nach modernen Bürolösungen und der Führungs- und Arbeitskultur. Mitarbeiter müssen informelle Kommunikationszonen wie Teeküchen oder Lounges auch nutzen dürfen, ohne Angst davor haben zu müssen, dass der Vorgesetzte denkt, die entsprechenden Mitarbeiter hätten nichts zu tun. Herrscht in dem Unternehmen eine solche Arbeitskultur, werden die neuen Lösungen, die das Büro bietet, nicht genutzt. Bei dem Zusammenspiel von Arbeitskultur und Prozessen besteht noch viel Entwicklungsbedarf in Unternehmen. Welche Erfahrungen haben die Unternehmen gemacht?

auf einmal wollen. In einer sehr traditionellen Arbeitsumgebung können umfangreiche Modernisierungen auch die Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter überfordern. Was haben die Unternehmen davon? Wenn Veränderungsmaßnahmen richtig umgesetzt werden, steigt deutlich messbar die Performanz, also die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter. Mit diesem arbeitswissenschaftlichen Begriff sind „Motivation“ und „Wohlbefinden“ eng verbunden. Der Mensch steht immer im Mittelpunkt und das Büro sollte darauf reagieren. Wer das berücksichtigt, erzielt auch die gewünschten Effekte.

Wenn man es richtig plant und professionell begleitet, funktioniert es eigentlich immer gut. Falls nicht, stimmen z. B. die Flächenverhältnisse nicht mit den tatsächlichen Tätigkeiten überein. Dann gibt es z. B. zu wenig Kommunikationsflächen oder zu wenig Arbeitsplätze. Es erfordert ein Change-Management, um die Arbeitskultur mit dem neuen Bürokonzept zu harmonisieren. Man sollte auch nicht zu viel

inter view  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   15


16   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  s ta d t we r k e L ü b e c k


Auf Holz gebaut       

neubau einer unternehmens zentrale für die stadtwerke lübeck

s ta d twer k e Lü b ec k   phase 10 // pbr AG  7 / 2016   17


I n n o v a t i o n u n d N a ch h a l t i g k e i t A s p e k t e , d i e d u r ch d a s F a s s a d e n b i l d n a ch a u ß e n t r a n s p o r t i e r t w e r d e n .

Autor D i p l . - I n g . A r ch i t e k t M i ch a e l B r a ck e

Nachhaltigkeit, Effizienz und Klimaschutz – Aspekte, die vielerorts besprochen, doch selten gelebt werden. Die Stadtwerke in Lübeck gehen mit gutem Beispiel voran. Mit dem Bau ihrer neuen Unter­ nehmenszentrale als Passiv-Energiehaus in Holz-Bauweise erfüllen sie nicht nur energetisch höchste Standards, sondern bieten über 400 Mitarbeitern moderne Büros in einer einzigartigen Atmosphäre.

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Die Stadtwerke in Lübeck sind der bedeutendste Energieversorger im Wirtschaftsraum Lübeck und zählen zu den größten Unternehmen in Schleswig-Holstein. Rund 130.000 Haushalte und Unternehmen werden von ihnen mit Gas, Wasser, Wärme, Internet und Telefonie beliefert. Um die bisherigen Betriebsstrukturen auf einen Standort zu konzentrieren, lobte die Gesellschaft einen Teilnahmewettbewerb aus. Das daraus hervorgegangene Verhandlungsverfahren konnte die Ed. Züblin AG, Direktion Mitte, Bereich Thüringen für sich entscheiden. Im Auftrag dieser erbrachte die pbr AG die Genehmigungs- und Ausführungsplanung. Der Entwurf für den Neubau sowie die funktionale Leistungsbeschreibung und Kostenschätzung stammen vom Architekturbüro Klein Architekten aus Budenheim. Zum Jahreswechsel 2014/15 wurde nach nur einjähriger Bauphase die neue Gesamtverwaltung im Passivhausstandard bezogen. 256 Büros, Konferenzund Seminarräume sowie ein Service-Center und ein Restaurant stehen den Mitarbeitern seither zur Verfügung.

N a ch h a l t i g B e i m B a u w u r d e a u s s ch l i e ß l i ch zertifiziertes Holz genutzt.

Lebhaftes Fassadenbild Glas, Grün, Fichten- und Lärchenholz bestimmen die Fassadengestaltung und transportieren das umweltfreundliche Image der Stadtwerke Lübeck erfolgreich nach außen. In den Brüstungs- und Sturzbereichen kam eine unbehandelte, glatte Lärchenholzschalung in Nut-Feder-Konstruktion zum Einsatz. Der nachwachsende Rohstoff ist durch die PEFC-Zertifizierung nicht nur besonders ökologisch, sondern besitzt zudem sehr gute Dämmeigenschaften und bedeutet geringe Instandhaltungskosten. Graue Fensterbänder gliedern die Holz-Fassade im Rhythmus der vier Geschosse. Für diese wurde

L i ch t d u r ch f l u t e t D i e z w e i L- f ö r m i g e n B a u k ö r p e r lassen einen großzügigen Innenhof entstehen.

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O ffe n h e i t E i n e g e b ä u d e h o h e Fe n s t e r f r o n t k e n n z e i ch n e t d e n E i n g a n g s b e r e i ch .

„ D ie l- f ö rmigen Bauk ö rper erzeugen eine S pannende dy namik , stellten allerdings eine besondere heraus­ forderung in der konstruktiven umsetzung dar .“

pulverbeschichtetes Aluminium im Außenbereich und Fichtenholz im Innenbereich verwendet. Faserzementplatten mit einer glatten Oberfläche in lime green lösen die Fensterbänder in regelmäßigen Abständen auf und lassen ein lebhaftes Fassadenbild entstehen. Alle Fenster entsprechen dem Passivhausstandard und sind hoch wärmegedämmt sowie dreifach verglast. An der Süd-, Ost- und Westfassade wurden sie mit hinter der Holzfassade verdeckt liegenden Verschattungselementen verkleidet, die raumweise gesteuert werden können. Besondere Formgebung Von außen betrachtet stellt sich der Neubau der Stadtwerke Lübeck als rechteckiger Komplex mit abgerundeten Ecken und unterschiedlichen Seitenlängen dar. Aus der Vogelperspektive heraus gesehen, löst sich der rechteckige Neubau in zwei L-förmige Baukörper auf, die durch ihre Anordnung einen großzügigen und lichtdurchfluteten Innenhof entstehen lassen. Die beiden Baukörper verbindet auf der einen Seite der Eingangsbereich, ein nach Süden ausgerichtetes Foyer von etwa 13,50 m Breite. Die großzügige Fensterfront in PfostenRiegel-Konstruktion aus Brettschicht-Holz mit einer Drei-Scheiben-

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Passivhaus-Verglasung reicht über alle Geschosse und kennzeichnet eindrucksvoll den Eingangsbereich der Hauptverwaltung. In diesem Bereich wurden keine Decken eingezogen, so dass Konstruktion und Höhe des Gebäudes bis in das dritte Obergeschoss sichtbar sind und ein imposantes Bild entstehen lassen. Von hier aus erschließt ein Treppenhaus in Stahl die Baukörper. Die Geschosse der beiden unabhängigen Gebäudeteile wurden durch Brücken verbunden. Auf der gegenüberliegenden Seite des Foyers befindet sich im Erdgeschoss das Mitarbeiterrestaurant, das auch externen Seminarteilnehmern zur Verfügung steht. Geschosshohe Fenster lassen vielfältige Blicke in den begrünten Innenhof zu. Bei gutem Wetter lädt auch dieser zum Verweilen ein. Eine „Fuge“ zwischen den Baukörpern bildet hier den Ein- und Ausgang zum Innenhof. An dieser Stelle sind die einzelnen Geschosse über offene Außenbrücken verbunden, die durch eine Wendeltreppe vertikal erschlossen werden. Sie dient im Brandfall als externes Fluchttreppenhaus.

Konstruktion N e b e n d e n E r s ch l i e ß u n g s k e r n e n w u r d e a u ch d e r G a s t r o n o m i e b e r e i ch i n S t a h l b e t o n e r r i ch t e t .

Spannung und Dynamik Durch die L-förmigen Baukörper mit den sich aufweitenden Schenkeln erhält der Neubau eine gewisse Spannung und Dynamik, diese stellte allerdings auch eine besondere Herausforderung im Hinblick auf die konstruktive Umsetzung dar. Durch die Realisierung zentraler Kommunikationsbereiche in den Mittelzonen mit situativ nutzbaren Meeting-Points und Aufenthaltsbereichen konnte diese Dynamik in den Innenraum übertragen werden. Je nach Bedarf und Arbeitssituation können diese Bereiche genutzt werden. Entsprechend finden sich hier individuell gestaltete Meeting-Points sowohl für spontane Teammeetings mit Highdesks für den Anschluss von Laptops als auch in Lounge-Anordnung für den angeregten Austausch. Um einen gemeinschaftlichen Zugriff auf Dokumente zu ermöglichen, wurden in den Mittelzonen neben Druckstationen und Garderoben außerdem sogenannte Teamarchive angeordnet. Aus den Flurbereichen heraus lassen sich die entlang der Außenwände liegenden Büroräume erschließen. Sie sind im Zwei-Achs-Raster von 2,70 m für eine Person oder im doppelten Raster von 4,50 m für zwei Personen ausgelegt. In den Eckbereichen des Gebäudes wurden aufgrund der abgerundeten Außenwände und dem damit verbundenen besonderen Grundriss repräsentative Büros, Besprechungszimmer und Schulungsräume eingerichtet. Die Konferenzräume, die mit modernster Medientechnik ausgestattet sind, können über eine Ressourcendatenbank gebucht werden. Zusätzlich zu den zentralen Konferenzräumen wurden in den einzelnen Geschossen innen liegende Besprechungsräume eingerichtet. Getrennt werden offene und geschlossene Bereiche durch Glaswände. Sie erleichtern die Kommunikation, erhöhen den Lichteinfall und erzeugen größtmögliche Transparenz. Hölzerne Tragwerkskonstruktion Das Haupttragwerk des Gebäudes wurde in Holzbauweise errichtet. Es besteht aus Stützen und Trägern aus Brettschicht-Holz, die in ihrer Anordnung über dem Grundriss ein Holzskelett entstehen lassen. Brettsperrholz-Elemente, die über die Stützen- und Trägerkonstruktion spannen, bilden die Geschossdecken und steifen das Gebäude in Anlehnung an die Erschließungskerne in Stahlbeton horizontal aus. Ebenso dienen gebäudehohe Stahlbeton-Wandscheiben, die als Brandwände fungieren, der Horizontalaussteifung. Sie nehmen beispielsweise die auf die Fassade wirkenden Windkräfte auf. Neben den Erschließungskernen wurden auch die Teilunterkellerung und der Gastronomiebereich in Stahlbeton errichtet.

s ta d twer k e Lü b ec k   phase 10 // pbr AG  7 / 2016   21


Holz als Gest altungselement D a s E r g e b n i s d e r o ffe n e n H o l z k o n struktion ist eine einzigartige Atmosphäre.

Individuelles Brandschutzkonzept Um u. a. dem Wunsch des Bauherrn nach einer sichtbaren Holzkonstruktion zu entsprechen, lag ein besonderes Augenmerk auf der Erstellung und Realisierung eines Brandschutzkonzeptes. Darüber hinaus sollte der Neubau ohne die bei Holzgebäuden in dieser Größenordnung üblichen Kompensationsmaßnahmen wie eine Sprinkleranlage auskommen. Erreicht wurde dies durch die Einteilung des Gebäudes in drei Brandabschnitte mittels gebäudehoher Stahlbeton-Wandscheiben. Diese wurden in weitere kleinere Nutzungseinheiten je 400 m² aufgeteilt. Gefordert war eine Feuerwiderstandsklasse von F60. Die Decken-, Stützen- und Trägerquerschnitte wurden aus statischer Sicht so überdimensioniert, dass auch nach 60 Minuten andauerndem Brand genügend „gesundes“ Holz stehen bleibt. Nicht tragende Innen- und Außenwände wurden mit OSB-Platten und Gipsfaserplatten bekleidet, so dass die erforderliche Feuerwiderstandsdauer erreicht wird. Trennwände wurden in Trockenbauweise mit Metallständerwerk ausgeführt. Holz als atmosphärisches Gestaltungselement Das Innenraumkonzept des Neubaus wurde nicht nur durch die offene Holzkonstruktion, sondern maßgeblich auch durch die Tragwerkskonstruktion beeinflusst. Stützen und Träger galt es in die Konzeption miteinzubeziehen, so dass die Holzkonstruktion und der Werkstoff Holz als dominierendes, gestalterisch sichtbares Element erhalten bleiben und bewusst hervorgehoben werden. Das Ergebnis ist eine individuelle Raumaufteilung und eine einzigartige Atmos-

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phäre. Um Installationen wie Elektrotrassen, Lüftungs- und Wasserleitungen unter den Decken zu führen, mussten die Unterzüge mit Durchbrüchen versehen werden. In einigen Bereichen wurden die Installationen hinter Deckensegeln versteckt, in anderen Bereichen blieben die technischen Einbauten sichtbar, um den besonderen, offenen Charakter zu untermauern. Klimaschutz anspruchsvoll umgesetzt In Sachen Klimaschutz setzt der Büroneubau Maßstäbe. Als Passivhaus konzipiert, erfüllt er energetisch höchste Standards. Von der Planung über die Bauphase bis hin zur Auswahl der Gebäudeausstattung wurden die Aspekte Nachhaltigkeit, Effizienz und Klimaschutz berücksichtigt. Zum einen wurde ausschließlich zertifiziertes Holz eingesetzt, zum anderen wurden sämtliche Vorgänge der einzelnen Gewerke und der Beschaffung einer CO2 -Bilanzierung unterzogen. Die Bauteile der Tragkonstruktion stammen aus PEFC-zertifizierten Holz-Ressourcen, das Lärchenholz für die Fassadengestaltung aus FSC-Beständen. Bereits im Bau wurden rund 90 Prozent CO2 gegenüber der Verwendung von herkömmlichen Materialien eingespart. Durch ein Ausgleichsprogramm ist sichergestellt, dass auch das durch die Materialtransporte entstandene CO2 im Laufe einer Generation wieder gebunden wird. 2.438 m³ Holz wurden verbaut. Eine Menge, die in Deutschlands Wäldern in einem Zeitraum von 10 Minuten wieder nachwächst.


Projektinformationen        die kenndaten im überblick

S t a d t w e r k e L ü b e ck Neubau einer Unternehmenszentrale

Fe r t i g s t e l l u n g 12   /   2 014 Gesamtbausumme 17, 5   M i o . € ( b r u tt o ) F l ä ch e n u n d R a u m i n h a l t e BGF 13 . 8 5 6 m ² BRI 5 1. 0 0 0 m ³

D i p l . - I n g . ( T U ) A r ch i t e k t M i ch a e l B r a ck e Projektleiter

Bauherr S t a d t w e r k e L ü b e ck G m b H L e i s t u n g e n p b r AG Genehmigungs- und Ausführungs­ p l a n u n g i m A u ft r a g d e r E d . Z ü b l i n AG

1

Rest aurant

2

K o n fe r e n z r ä u m e

3

Fo y e r u n d E m p f a n g

4

M i tt e l z o n e , Z e n t r a l e K o m m u n i k a t i o n s b e r e i ch e m i t M e e t i n g - Po i n t s

5

Zellenbüro für einen Mitarbeiter

6

Zellenbüro für zwei Mitarbeiter

7

Zellenbüro für vier Mitarbeiter

8

O p e n - S p a c e - B e r e i ch

4

1

2

2

5

6

7 2

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s ta d twer k e Lü b ec k   phase 10 // pbr AG  7 / 2016   23


DGNB-zertifiziert Fü r d i e n a ch h a l t i g e B a u w e i s e u n d die geringen Lebenszykluskosten gab es das Platin-Zertifikat.

Nachhaltiger Büroraum       dgnb-zertifikat in platin für pbr unternehmenszentrale

Autor Dipl.-Ing . Erik-Reinhard Fiedler

Der Neubau des Bürogebäudes am pbr Hauptsitz in Osnabrück setzt technisch, ökologisch und funktional Maßstäbe. Die neue Unternehmenszentrale überzeugt durch mehr Komfort, eine nachhaltige Bauweise und geringere Lebenszykluskosten. Dafür wurde sie im Rahmen der Gewerbe- und Immobilienmesse Expo Real als eines der ersten Gebäude mit dem DGNB-Zertifikat in Platin ausgezeichnet.

24   phase 10 // pbr AG  7 / 2016 

p b r u n t e r n e h m e n s z e n t r a l e o s na b r ü c k


Im Jahr 2012 fiel aufgrund der wachsenden Mitarbeiterzahl die Entscheidung, alle Funktionen durch einen Neubau zentral zu bündeln. Zu Beginn des Jahres 2014 konnten die etwa 200 Mitarbeiter der Niederlassung Osnabrück das neue Bürogebäude im Wissenschaftspark Osnabrück, einem sich noch entwickelnden Quartier mit hoher Qualität für Arbeit, Forschung und Wohnen, beziehen. Mit Blick auf die stetige Weiterentwicklung von Kompetenzen wurde der Büroneubau bewusst an diesem Standort platziert. Die Nähe zur Hochschule und Universität sowie zum vis-a-vis entstandenen InnovationsCentrum Osnabrück soll die Interaktion und Kommunikation mit Studierenden und Lehrenden fördern. Ökonomische Effizienz Innovation und Nachhaltigkeit standen bei der Planung und Realisation im Vordergrund. So ist die Fassade aus Verblendklinkerstein auf Rationalität und Langlebigkeit ausgerichtet. Dämmstoffstärken und -qualitäten wurden so eingesetzt, dass die gesetzlichen Anforderungswerte deutlich unterschritten werden. Das neue Bürogebäude übertrifft die Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) um 30 Prozent und bietet somit eine besondere ökonomische Effizienz. Weiterhin bildet die massive Bauweise mit hohem Wärmebzw. Kältespeichervermögen die Basis der Temperaturregulierung. Die technischen Anlagen sind so konzipiert, dass Verbrauchsdaten gezielt überwacht und ausgewertet werden können. Darüber hinaus deckt eine Photovoltaik-Anlage nahezu den gesamten Stromverbrauch des Unternehmens ab und versorgt die Ladestationen für die unternehmenseigenen Elektroautos.

Erhöhter Nutzerkomfort w i r d d u r ch e i n e o p t i m i e r t e R a u m akustik und ein individuelles Bel e u ch t u n g s k o n z e p t g e w ä h r l e i s t e t .

Reduzierte Lebenszykluskosten Bereits zu Beginn der Planung wurden alle Lebensphasen der Immobilie berücksichtigt, um die Lebenszykluskosten möglichst gering zu halten. Da eine hohe Recyclingfreundlichkeit gleich mehrere greifbare Nachhaltigkeitsaspekte, wie Lebenszyklusbetrachtung, Umwelteinwirkung und Betriebskosten beeinflusst, wurde bei der Planung des Neubaus ein besonderes Augenmerk auf die Verwendung von demontagefreundlichen, robusten Konstruktionen und die Wiederverwendbarkeit der einzelner Bauteile und Baustoffe gelegt. Zur Minimierung der Umwelteinflüsse wurden ausschließlich schadstofffreie Baustoffe verwendet. Flexibel und komfortabel Der enorme Nutzerkomfort wird u. a. durch die optimierte Raumakustik gewährleistet. Textile Bodenbeläge, Akustiklochdecken und hoch schallgedämmte Bürotrennwände sorgen für eine ruhige Arbeitsatmosphäre. Darüber hinaus ist das gesamte Gebäude barrierefrei erschließbar und auf kurze Verkehrswege sowie eine maximale Flexibilität bei der Flächenausnutzung ausgelegt. Für den Fall einer Umnutzung kann das Büro mühelos in fünf Nutzungseinheiten aufgeteilt werden.

Fe r t i g s t e l l u n g 01   /   2 014 Gesamtbausumme 7, 5  M i o . € ( b r u tt o ) F l ä ch e n u n d R a u m i n h a l t e NF 1. 8 7 2 m ² BGF 3 . 15 2 m ² BRI 12 . 3 0 9 m ³ Bauherr p b r P l a n u n g s b ü r o R o h l i n g AG L e i s t u n g e n p b r AG Gesamtplanung Leistungen a°blue Z e r t i f i z i e r u n g n a ch D G N B

p b r u nter neh m ens zentr a le o s na b r ü c k   phase 10 // pbr AG  7 / 2016   25


Farbe, Licht, Akustik & Möbel schwarzmalerei sinnlos Farbe beeinflusst sowohl Körper als auch Psyche. In einem blau-grün gestrichenen Raum empfinden Menschen die Temperatur als niedriger im Vergleich zu einem rot-orange gefärbten. Und Gelb wirkt anregend auf die Produktivität der Mitarbeiter. Das Wissen nutzen Planer bei der Gestaltung von Arbeitswelten. Mit Farbe wird eine ausgewogene Raumatmosphäre geschaffen, die zur Steigerung von Motivation und Leistungsfähigkeit beiträgt. In häufig genutzten Räumen, wird meist eine ruhige Grundstimmung erzeugt. Monotonie führt jedoch zu Ermüdung. Farbige Akzente z. B. durch Einrichtungsgegenstände wie Möbel, Regale voller Bücher, Schränke können ein anregendes Wechselspiel von hellen und dunklen Flächen erzeugen. Auch haben Farben Einfluss auf die Wahrnehmung der Größe und des Gewichts des Raumes. Pastelltöne eignen sich dazu, kleine Räume größer wirken zu lassen. Kräftige, bunte und dunkle Farben wirken schwerer als Pastelltöne, weshalb der intensive Einsatz von Schwarz wenig sinnvoll ist.

C h r i s t o p h B i e r s ch e n k i s t G e s ch ä ft s fe l d l e i t e r i n d e r p b r AG .


Arbeitswelt mit moderner Technik      sanierung und erweiterung des büro - und geschäftshauses three george in düsseldorf Autor Dipl.-Ing. Ragnar Horn

Nur 600 Meter vom Rheinufer in Düsseldorf entfernt wird im Jahr 2016 das ehemalige DKV-Hochhaus aus den 70er Jahren vollumfänglich revitalisiert und er weitert. Insgesamt entstehen 14.000 m² Bruttogeschossfläche mit flexiblen Aufteilungsmöglichkeiten für verschiedene Mieter.

Bei der Revitalisierung des Gebäudes wird der Fokus auf eine nachhaltige, energieeffiziente Gebäudetechnik gelegt. Dies zeigt sich auch an der angestrebten LEED-Zertifizierung in Gold. Das Gebäude besteht aus einem 11-geschossigen Büroturm, der um ein Geschoss aufgestockt wird, einem 3-geschossigen Bürosockel als zweiten Gebäudeteil sowie einer 3-geschossigen Tiefgarage. Das Architekturbüro Hadi Teherani Architects aus Hamburg zeichnete den Entwurf. Das Gebäude wurde komplett entkernt und die gesamten haustechnischen Anlagen werden neu installiert, dazu zählt auch die Gebäudeautomation in Form von Einzelraumregelungen. Die Beleuchtung in den Bürobereichen arbeitet mit Präsenzmeldern, um Energie zu sparen. Darüber hinaus werden die Arbeitsplätze mit Doppelfeld-Stehleuchten bestückt, die stufenlos und tageslichtabhängig geregelt werden. Aufgrund der unterschiedlichen Mieterstruktur des Gebäudes waren schon in dieser frühen Phase individuell regelbare Kühlungsund Lüftungsanlagen in der Planung zu berücksichtigen.

28   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  t h r e e g e o r g e d ü s s e l d o r f


A u ch i n n e n m o d e r n D i e g e s a m t e G e b ä u d e t e ch n i k i m H o ch h a u s w i r d a u s g e t a u s ch t .

Der Austausch der Aufzüge, die Erneuerung des gesamten Abwasser- und Trinkwassernetzes sowie der sanitären Bereiche nebst Teeküche zählen ebenso zu den Neubaumaßnahmen. Das Gebäude bezieht seine Heizwärme zukünftig über das Fernwärmenetz der Stadtwerke Düsseldorf. In diesem Zusammenhang wird die neue Heizungszentrale in die Ebene -1 verlegt und sämtliche Komponenten der Energieversorgung werden neu installiert. Aufgrund der bodentiefen Fenster beheizen Unterflurkonvektoren die Büroflächen. Hierbei musste aufgrund der höchstmöglichen Flexibilität zur späteren Mieterausbauplanung auf eine dem Gebäuderaster entsprechende Dimensionierung geachtet werden. Auf die mechanische Belüftung des Gebäudes wird weitestgehend verzichtet. Die Klimatisierung im dritten bis elften Obergeschoss erfolgt über Kühldecken. Für das Erdgeschoss sowie das erste und zweite Obergeschoss sind Umluftkühlgeräte vorgesehen. Zur Kälteerzeugung wurden in der Ebene -2 zwei Kältemaschinen geplant. Zwei neue Rauchschutz-Druckanlagen dienen der Rauchfreihaltung des Sicherheitstreppenhauses und des Feuerwehraufzugs. Aufgrund des Umstands, dass zukünftig nur ein Treppenhaus als Sicherheitstreppenhaus im Entwurf vorgesehen wurde, ist eine vollflächige Sprinkler- und Brandmeldeanlage geplant worden.

Fe r t i g s t e l l u n g 2 016 F l ä ch e n u n d R a u m i n h a l t e BGF 14 . 0 0 0 m ² A r ch i t e k t H a d i Te h e r a n i A r ch i t e c t s Bauherr MOMENI GRUPPE, Hamburg L e i s t u n g e n p b r AG Te ch n i s ch e A u s r ü s t u n g

th r ee g eo r g e d ü s s eld o r f  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   29


L u ft h a n s a Te ch n i k N e u b a u i n H a m b u r g - Fu h l s b ü tt e l

Bevor technische Komponenten in der Luft- und Raumfahrt zum Einsatz kommen, testet das DLR sie gründlich. Ein neues Kühlturmgebäude sorgt dafür, dass die Wärme z. B. von den TurbinenPrüfständen effizient abgeführt wird. 30   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  DLR K ö l n


Der Hitze die Spitze genommen        technikplanung für neue kühltürme des dlr in köln Autor Dipl.-Ing. Martin Glane

F l e x i b l e Ve r b i n d u n g D i e Ve r b i n d u n g e n vo n K ü h l tu r m und Pumpenhaus sind mit Ko m p e n s a t o r e n a u s g e r ü s t e t , u m d i e u n t e r s ch i e d l i ch e n S e t z u n g e n d e r G e b ä u d e a u s z u g l e i ch e n .

Am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln forschen neun Einrichtungen in den Feldern Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr, Energie und Sicherheit. Auch externen Partnern bietet das DLR die Möglichkeit, Produkte in Großversuchsanlagen wie Windkanälen, Triebwerks- und Materialprüfständen unter realistischen Bedingungen zu testen. Um die im Testbetrieb frei werdende Abwärme abzuführen, wird eine Rückkühlleistung von 60 MW benötigt. Diese Leistung konnte nur durch den Bau einer neuen zentralen Kühlturmanlage erzielt werden. Die pbr AG erarbeitete das

Kühlkonzept für das DLR in enger Abstimmung mit dem DLR-Baumanagement West und erstellte die Planung der Technischen Ausrüstung. Das Konzept beinhaltet eine Rückkühlanlage mit Kühlwasserleitungen und -pumpen einschließlich der Prozessleittechnik, der Abwasser- und Wasseranlagen, der lufttechnischen Anlagen sowie Krananlagen. Der Technikplanung ging eine Untersuchung der Wirtschaftlichkeit und der Lärmemissionen voraus. In dem Projekt wurden hohe Anforderungen an Lärmschutz, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gestellt.

DLR Kö ln  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   31


Pumpenhaus P u m p e n , R e g e l u n g s t e ch n i k u n d S t r o m versorgung sind in einem Gebäude direkt neben dem Kühlturm angeordnet.

Anforderungen an die Planung Aufgrund der hohen Energieumsätze in den Prüfständen kommt es im Versuchsbetrieb zu sehr raschen Lastwechseln. Die Technikplanung musste deshalb eine schnelle Reaktion der Regelung und der angesteuerten Stellglieder sicherstellen. Darüber hinaus waren für den Notfall Eingriffsmöglichkeiten auf die Kühlwasserversorgung gefordert, um ein Scheitern der sehr teuren Versuche zu verhindern. Um diese anspruchsvolle Regelaufgabe zu realisieren, musste in die Prüfstands-Steuerung eingegriffen werden. Der Anschluss der Bestandsanlagen an die neue Kühlwasserversorgung erfolgte unter Aufrechterhaltung des Betriebes, weil Unterbrechungen mit hohen Einnahmeausfällen verbunden gewesen wären. Bedingt durch die Komplexität der Anlagentechnik und das Ineinandergreifen verschiedener Gewerke musste die Inbetriebnahme anlagen- und gewerkeübergreifend koordiniert werden. Der Kühlturm – Feines Zerstäuben und Luftstrom Die Anlage gliedert sich in den Kühlturm mit zwei Zellen und das Pumpenhaus. Im Inneren, am Boden des Kühlturms, befindet sich die zweigeteilte Kühlturmtasse mit einem warmen und einem kalten Becken. Das 50 °C warme Wasser wird über 167 Düsen im Kühlturm versprüht, während kalte Luft durch die Lamellenstruktur im Kühlturmsockel angesaugt wird. Die kalte trockene Luft nimmt Feuchtigkeit und damit Wärme aus dem von oben herabtropfenden Wasser auf und strömt durch den sogenannten Rieselkörper, der durch seine möglichst große Oberfläche ein feines Zerstäuben des Was-

32   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  DLR K ö l n

sers bewirkt. Dann wird die warme Luft mittels der beiden Ventilatoren nach außen transportiert. Das gekühlte Wasser wird dem Kühlkreislauf wieder zugeführt. Die Ventilatoren bewegen sich mit 180 Umdrehungen pro Minute. Aufgrund des Durchmessers von acht Metern erreichen die Flügel an der Spitze eine Geschwindigkeit von 271 km/h. Oberhalb der Ventilatoren angebrachte Schalldämpfer reduzieren die Lärmemissionen auf das vorgegebene Maß. Antriebswelle und Motor der Ventilatoren befinden sich außen, ebenso die Einrichtung zur Ölversorgung. Daher erfolgt die Wartung an diesen Anlagenteilen, wie vom Bauherrn gefordert, gut zugänglich von außen. Das Pumpenhaus – Das Her z des Kühlsystems Unmittelbar neben dem Kühlturm wurde das Pumpenhaus mit der kompletten Regelungstechnik und Stromversorgung errichtet. Hier sind die Anbindungen an den Kühlturm und für die Versuchsstände angeordnet. Der Vor- und Rücklauf zum Kühlturm ist jeweils mit einem Hosenstück an die einzelnen Stränge angebunden. Der Trinkwasserzulauf für den Kühlturm ist mit Hilfe eines freien Auslaufs in Trichterform umgesetzt worden. Auf diese Weise wird eine Rückwärtsverkeimung vom Kühlturm in die Trinkwasseranlage unterbunden. Voraussichtlich wird sich der Kühlturm innerhalb von zwei Jahren um 5 cm mehr setzen als das Pumpenhaus. Um Schädigungen zu verhindern, wurden alle relevanten Verbindungsleitungen mit Kompensatoren ausgestattet. Darüber hinaus nehmen Druckluftbehälter, sogenannte Windkessel, die Druckschläge in den Leitungen bei Störabschaltungen der Pumpen auf.


Ve n t i l a t o r e n Z w e i Ve n t i l a t o r e n s a u g e n k ü h l e L u ft i n d e n K ü h l tu r m u n d t r a n s p o rt i e r e n d i e Wä r m e n a ch a u ß e n .

Projektinformationen        die kenndaten im überblick

D e u t s ch e s Z e n t r u m f ü r L u ft und Raumfahrt Köln Umbau und Er weiterung der Kühlwasser versorgung

Fe r t i g s t e l l u n g 10   /   2 015 Gesamtbausumme 10 , 4  M i o . € ( b r u tt o ) Bauherr D e u t s ch e s Z e n t r u m f ü r L u ft - u n d R a u m f a h r t e .  V. (DLR)

Kühlturmt asse Z w e i B e ck e n a m B o d e n d e s Kühlturms fangen das gekühlte Wa s s e r a u f.

L e i s t u n g e n p b r AG Te ch n i s ch e A u s r ü s t u n g

DLR Kö ln  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   33


Update eines Bürogebäudes        technische sanierung des

verwaltungsgebäudes der provinzial versicherung düsseldorf

Autor D i p l . - I n g . C h r i s t o p h R a h r b a ch

Der steinerne Körper eines Gebäudes überdauert in der Regel viele Jahrzehnte – die technische Ausstattung hingegen hat einen erheblich kürzeren wirtschaftlichen Lebenszyklus. Die Geschichte eines Updates.

34   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  V e r wa lt u n g s g e b ä u d e P r o vin z i al

Damit die Arbeitsprozesse in einem Verwaltungsgebäude reibungslos und sicher ablaufen können, muss die technische Ausrüstung von Zeit zu Zeit modernisiert werden. Dieser Zeitpunkt war nach 20-jähriger Nutzung für das Verwaltungsgebäude der Provinzial Rheinland Versicherung AG aus dem Jahre 1995 erreicht. Im Rahmen einer Sanierung sollte das Objekt in Düsseldorf eine zeitgemäße Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik erhalten und an die aktuellen Brandschutzanforderungen angepasst werden. Gebäudetechnik 2.0 Was erneuert werden muss, gibt der Nutzer, aber auch die aktuelle Norm vor. Aufgrund der EU-Verordnung 2037/2000 ist das Kältemittel R22 seit 2015 nicht mehr zulässig. Entsprechend müssen Kühlanlagen, die mit diesem Mittel arbeiten, ausgetauscht wer-


Größe im Süden Düsseldorfs Der Gebäudekomplex besteht aus zwei Längsbaukörpern, die d u r ch e i n ü b e r d a ch t e s A t r i u m verbunden sind.

J o n a t h a n We b b , w w w. w e b b a v i a t i o n . c o . u k

den. So ersetzten neue Anlagen inklusive der zugehörigen Pumpen die wassergekühlten Kältemaschinen und Umluftklimaschränke machten Platz für Präzisionsklimaschränke. Sie versorgen auch die beiden Rechenzentren mit der geforderten Kälteleistungen. Im Bereich der betriebsinternen Druckerei kommen Präzisionsklimaschränke mit Be- und Entfeuchtungsfunktion zum Einsatz. Darüber hinaus wurde die Gebäudeautomation mit der Installation von zwei neuen redundanten Servern im BACnet-Standard optimiert. Ihre höhere Leistungskapazität erlaubte, die Funktion einiger alter Controller in wenigen neuen zusammenzufassen und so eine einfachere Verkabelung umzusetzen. Gesteuert wird das System benutzerfreundlich über Arbeitsplatzrechner.

Modernisierung des Brandschutzes Weil sich die Brandschutznormen kontinuierlich weiterentwickeln, muss das Gebäude auch in diesem Punkt mitwachsen. Entsprechend musste bei der Sanierung der bauliche Brandschutz verbessert und die Brandmeldeanlage in den Flurbereichen des zweiten bis sechsten Obergeschosses erweitert werden. Beispielsweise wurden Wände mit Postfächern mit Gipskarton in F30-Qualität geschlossen, Brandschutzklappen und Überströmklappen sowie Schotts bei Rohrdurchführungen nachgerüstet. Flächendeckend wurden neue automa­ tische Brandmelder in den Zwischendecken und unter den Abhangdecken der Flurbereiche installiert und auf zwei neue Unterzentralen aufgeschaltet. Die Sprinkleranlage für an das Atrium grenzende Bereiche war im Bestand bereits vorhanden und wurde punktuell ergänzt.

Fe r t i g s t e l l u n g 0 3   /   2 015 F l ä ch e n u n d R a u m i n h a l t e BGF 7. 9 6 7 m ² BRI 6 1. 5 5 1 m ³ Bauherr Provinzial Rheinland Ve r s i ch e r u n g AG L e i s t u n g e n p b r AG A r ch i t e k t u r Te ch n i s ch e A u s r ü s t u n g

V er wa ltu ng s g eb ä u d e P r o vinzia l  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   35


Farbe, Licht, Akustik & Möbel licht ins dunkel Das richtige Licht ist maßgeblich für die Konzentration und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz. In erster Linie gilt es, so viel Tageslicht wie möglich ins Büro zu leiten. Der Mensch orientiert sich mit seinem Biorhythmus am natürlichen Lauf der Sonne. Je näher künstliches Licht an das der Sonne herankommt, desto angenehmer empfinden wir es. Diesen Anspruch setzt planlicht mit Human Centric Lighting in innovativen Leuchten um. Eine biodynamische, hochwertige LED-Beleuchtung kann den Biorhythmus positiv beeinflussen und sorgt mit der richtigen Lichtfarbe für angenehmes blendfreies Arbeiten. Zudem reduziert eine LED-Lösung die Kosten für Energie und Wartung.

H e i n r i ch P ö tt k e r i s t G e b i e t s ­ verkaufsleiter NRW bei p l a n l i ch t . S e i t v i e l e n J a h r e n b e t r e u t e r A r ch i t e k t e n b e i d e r P l a n u n g v o n L i ch t l ö s u n g e n u n d bringt seine Erfahrung ein.


Alt und Neu zusammengefügt D a s e h e m a l i g e G ewe r k s ch a ft s h a u s , e i n Z w i s ch e n b a u u n d ein ellipsenförmiger Neubau bilden das neue Hotel.

Ein Kind seiner Zeit       neu- und umbau des arcona living hotels in osnabrück Autor D i p l . - I n g . J ö r n Wa t e r m a n n

Toast Hawaii, Wirtschaftswunder, Nierentisch. Im neuen Hotel im Stil der 50er und 60er Jahre an der OsnabrückHalle leben diese drei Begriffe wieder auf.

38   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  a r c o n a L I V I NG H o t e l O s n a b r ü c k


„ Das Hotel ist ein wichtiges E lement, um das Konferenz angebot in O snabrück zu verbessern .“

In Osnabrück ist aus der Zusammenführung des sanierten ehemaligen Gewerkschaftshauses mit einem ellipsenförmigen Neubau ein Hotel mit 93 Zimmern und 15 Studios entstanden. Die pbr AG hat in diesem Projekt die Ausführungsplanung nach dem Konzept der arcona LIVING Hotels realisiert. In dem Gebäudekomplex klingen vielerorts die 50er und 60er Jahre an – aufgrund des Mobiliars, der Farbwahl, großformatiger Drucke von historischen Automobilen und des Speisenangebots im Restaurant. Durch die Anordnung der Gebäude­ körper entsteht ein gemeinsamer Hof zwischen dem Hotel und der OsnabrückHalle. Ein eingeschossiger Zwischenbau verbindet Bestand und Neubau miteinander und übernimmt zugleich die Funktion eines Hauptzugangs, den Besucher vom Innenhof der OsnabrückHalle und vom Neuen Graben nutzen können. Durch die Nähe zur OsnabrückHalle ist das Hotel ein wichtiges Element, um das Konferenzangebot in Osnabrück zu verbessern.

Von Erd- bis Dachgeschoss sind 47 Gästezimmer, teilweise als Apartments mit Kitchenette, im Altbau von 1956 untergebracht. Dazu wurde der Baukörper zunächst weitgehend entkernt und energetisch saniert. An der Nord-, Ost- und Westfassade wurde die vorhandene Sandsteinfassade durch Dämmputz ersetzt. An der bereits verputzten Südfassade wurde ein neues Wärmedämmverbundsystem angebracht. Gewände blieben erhalten und Fenster wurden neu eingesetzt. Der Hauptzugang und eine Treppenanlage an der Ostseite des Gebäudes wurden zurückgebaut und ersterer als großflächiges Fenster ausgeführt. Historische Elemente wurden sensibel mit moderner Technik verbunden. So wurde z. B. ein Aufzug in das Treppenauge des großzügigen Bestandstreppenhauses mit Bleiglasfenstern integriert. Lager-, Technik-, Büro- und Serviceflächen sind im Kellergeschoss angeordnet. Der Neubau ist fünfgeschossig, unterkellert und schließt mit einem Staffelgeschoss ab. Vom ersten bis vierten Obergeschoss sind die 61 Gästezimmer untergebracht, zwei davon sind barrierefrei und rollstuhlgerecht. Neben dem Hotelrestaurant „Wirtschaftswunder“ einschließlich der Küche und den Küchennebenräumen befinden sich im Erdgeschoss ein Lounge- und Barbereich. Darüber hinaus bietet das Hotel einen Livingroom. Er ergänzt die Lobby mit Möbeln im Stil der 50er/60er Jahre, z. B. dem markanten Nierentisch, und bietet den Gästen die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch in Wohnzimmeratmosphäre. Im Untergeschoss ist ein Sauna- und Fitnessbereich eingerichtet worden. Die Fassade des Neubaus ist mit offenen und geschlossenen Elementen vertikal gegliedert.

Fe r t i g s t e l l u n g 0 8   /   2 015 Gesamtbausumme 9  M i o . € ( b r u tt o ) F l ä ch e n u n d R a u m i n h a l t e NF 3.265 m² BGF 6.061 m² BRI 20.064 m³ A r ch i t e k t W G K P l a n u n g s g e s e l l s ch a ft m b H , Hamburg Bauherr H o t e l a n d e r O s n a b r ü ck H a l l e P r o j e k t g e s e l l s ch a ft m b H & C o . K G Z e i ch e n d e r Z e i t An vielen Stellen im Gebäude f i n d e n s i ch B e z ü g e z u d e n 50er/60er Jahren.

L e i s t u n g e n p b r AG A r ch i t e k t u r ( L P H 5 ) , Tr a g w e r k s p l a n u n g ( L P H 2  –  5 ) , Te ch n i s ch e A u s r ü s t u n g ( L P H 2  –  6 )

a r c o na LIV ING Ho tel Os na b r ü c k   phase 10 // pbr AG  7 / 2016   39


Projekt Kombi-Büro       erweiterung der zentrale eines bauunternehmens in georgsmarienhütte

Autor D i p l . - I n g . D a n n y S ch r o e d e r

Wachsen die Mitarbeiterzahlen in einem Unternehmen, nicht aber die Büroflächen, wird es eng am Arbeitsplatz. Ein Anbau bietet dann Raum zur Umsetzung einer modernen Büroerweiterung. So hat die MBN Bau AG ihre Chance für neue Arbeitsräume genutzt.

40   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  Z e n t r a l e MBN g e o r g s m a r i e n h ü tte


Um die erforderlichen Büroräume zu schaffen, errichtet MBN am Standort Georgsmarienhütte einen winkelförmigen Anbau. Er besteht aus zwei Baukörpern, einem zweigeschossigen Riegel und einem viergeschossigen Gebäudekubus, der ein ebenbürtiges Pendant zu der fünfgeschossigen Rotunde des Bestands bildet. Die Fassade des Neubaus lehnt sich mit vorgehängten und hinterlüfteten Betonfertigteilen am Materialspektrum des Bestands an.

Die Zellenbüros sind je nach Größe für ein bis drei Mitarbeiter vorgesehen. Dabei ist die Grundstruktur der Büros annähernd identisch. Akustik-Paneele über den Regalen tragen zur Verbesserung der Raumakustik bei und dienen gleichzeitig als Pinnwand für Pläne. Um eine Sichtbeziehung zur Binnenzone herzustellen, erhalten die Bürotüren fest verglaste Seitenteile. Fortsetzung und Ringbildung

Kombibüro mit Zonen Der Gebäudeteil beherbergt hauptsächlich Büros und Besprechungsräume. Die Bürostruktur orientiert sich an der bisherigen Arbeitsweise von MBN, erweitert diese jedoch um einige zukunftsorientierte Neuerungen. Die neuen hellen Büroflächen sollten offener sein und eine höhere räumliche Flexibilität bieten. Deshalb wurden in der Erweiterung zusätzlich zu Zellenbüros auch Open-Space-­Büros und Binnenzonen als offene Kommunikations- und Konferenzbereiche geschaffen. Ein Kombibüro mit Mittelzone, Zellenbüros und Teambüros bietet den Vorteil einer besseren Kommunikation für die projektbezogene Teamarbeit bei gleichzeitig autonomem, konzentriertem Arbeiten in Zellenbüros.

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Konsequent werden im Neubau die Verkehrswege und Funktionen des Bestandsgebäudes fortgeführt. Neu und Alt sind im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss an zwei Punkten so miteinander verbunden, dass die Erweiterung mit dem bestehenden Grundriss einen Ringschluss bildet. Hierzu wurden auch die Bestandsbüros im Verbindungsbereich umgebaut. Darüber hinaus schafft das Ensemble aus zwei neuen und einem alten Gebäudeteil einen großzügigen Innenhof, der als geschützter Ort mit hoher Aufenthaltsqualität innerhalb des Gebäudes dient. Im Erdgeschoss des Riegels befindet sich außerdem ein Gemeinschaftsraum mit Küche, der vollständig in das Gebäudekonzept integriert ist. Im Untergeschoss sind u. a. ein Datenserverraum und ein Archiv geplant.

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Zellenbüro für einen Mitarbeiter

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Zellenbüro für zwei Mit arbeiter

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Zellenbüro für drei Mitarbeiter

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O p e n - S p a c e - B e r e i ch

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Kommunikationszone

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B e s p r e ch u n g s r a u m

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G e m e i n s ch a ft s r a u m m i t K ü ch e

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S a n i t ä r b e r e i ch e u n d Fu n k t i o n s r ä u m e

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1 Fe r t i g s t e l l u n g 2 016

G r u n d r i s s E r d g e s ch o s s

Gesamtbausumme 5 , 2  M i o . € ( b r u tt o ) F l ä ch e n u n d R a u m i n h a l t e BGF 3.086 m² BRI 11. 0 7 7 m ³ Bauherr M B N B a u AG L e i s t u n g e n p b r AG Gesamtplanung

Zentr a le MBN g eo r g s m a r ienh ü tte  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   41


Praxis und Theorie vereint D i e p r a k t i s ch e n S ch u l u n g s f l ä ch e n sind direkt an die Theorieräume angegliedert.

Autor D i p l . - I n g . A r ch i t e k t N i c o Ve r s a c e

Interaktive Whiteboards, virtuelle Klassenzimmer und Blended Learning – das neue Training Center der Jungheinrich AG setzt auf integrierte Lernformen, die Theorie und Praxis vereinen. Auf diese Weise werden im Jahr rund 5.000 Schulungsteilnehmer aus- und weitergebildet.

42   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  T r a i n i n g C e n t e r d e r J u n g h e i n r ic h AG no r d er s ted t


Modernes Training Center verbindet Theorie und Praxis      sanierung und neubau eines schulungskomplexes für jungheinrich in norderstedt

E i n h e i t l i ch e G e s t a l t u n g D i e ä u ß e r e E r s ch e i n u n g d e s N e u b a u s o r i e n t i e r t s i ch a m C o r p o r a t e Design des Unternehmens.

Heben, fördern, lagern und transportieren. Was vor 60 Jahren mit einfachen Hubwagen und Gabelstaplern begann, wird heute über modernste Lagertechnik erreicht. Ob Materialflussberatung, automatische Förderzeuge, Stapler oder Logistik-Software – die Jungheinrich AG gehört mit etwa 13.000 Mitarbeitern in 33 Ländern weltweit zu den globalen Experten im Bereich der Intralogistik. Im neuen Training Center auf dem Werkgelände in Norderstedt werden seit Eröffnung im September 2015 nationale und interna-

tionale Mitarbeiter des Unternehmens geschult. Jungheinrich setzt dabei auf die Kombination aus Theorie und Praxis, weshalb bei der Planung des Neubaus ein besonderes Augenmerk auf der Verknüpfung von Theorie-Unterrichtsräumen mit praktischen Schulungsflächen lag. Keine leichte Aufgabe, da in das Training Center mit zwei Neubauhallen ein saniertes Bestandsgebäude und eine umfunktionierte Bestandshalle zu integrieren waren.

Tr a ining Center d er Ju ng h einr ic h AG no r d er s ted t  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   43


Projektinformationen        die kenndaten im überblick

Tr a i n i n g C e n t e r J u n g h e i n r i ch AG Sanierung und Neubau eines S ch u l u n g s z e n t r u m s

Fe r t i g s t e l l u n g 0 2   /   2 015 Gesamtbausumme 7, 5  M i o . € ( b r u tt o ) F l ä ch e n u n d R a u m i n h a l t e BGF 7. 9 6 7 m ² BRI 6 1. 5 5 1 m ³ Bauherr J u n g h e i n r i ch AG N o r d e r s t e d t L e i s t u n g e n p b r AG Gesamtplanung Bürokomplex D a s d r e i g e s ch o s s i g e B e s t a n d s gebäude wurde zu einem zeitgem ä ß e n B ü r o - u n d Ve r w a l t u n g s komplex umgebaut.

Klar, zeitlos und funktional Die äußere Erscheinung des Neubaus sollte sich an das Corporate Design der Jungheinrich AG anlehnen. Aus diesem Grund war es notwendig, die Fassade des bestehenden Bürogebäudes nicht nur wärmetechnisch zu sanieren, sondern auch mit einer neuen Vorhangfassade zu verkleiden. Durchgängige Fensterbänder mit dunklen Pfosten-RiegelKonstruktionen gliedern die neue silbergraue Fassade im Rhythmus der drei Geschosse und schaffen eine klare Gestaltungslinie. Mit seiner zeitlosen und funktionalen Architektur prägt das neue Training Center jetzt das Gesicht des Werkgeländes der Jungheinrich AG. An die Firmenphilosophie angelehnt Neben der Erneuerung des Dachaufbaus erfolgte auch die Umstrukturierung des Innenraums. Auf drei Etagen finden Trainer und Mitarbeiter des Schulungszentrums seither Büro-, Konferenz- und Projekträume vor, die

in Anlehnung an die Konzernstrategie als offene Bürolandschaft gestaltet wurden. Die angrenzende Bestandshalle wurde durch Trennwände in verschiedene Schulungsbereiche aufgeteilt. Der Einsatz von verbrennungsmotorischen Geräten forderte hier außerdem die Einrichtung einer Abgasanlage. Weitere Flächen für den theoretischen und praktischen Unterricht sowie für eine Teststrecke wurden durch die Errichtung von zwei neuen Hallen geschaffen. Auf einer Galerieebene im ersten Obergeschoss befinden sich jetzt die den Praxisflächen zugeordneten Theorieräume, die sich durch eine moderne Medientechnik auszeichnen. Whiteboards, E-Learning-Systeme und virtuelle Klassenräume ermöglichen einen interaktiven Unterricht zum Sehen, Hören und Anfassen. Die Schulungsteilnehmer werden in den Bereichen Verkauf, technischer Kundendienst und Unternehmensphilosophie ausund weitergebildet. Etwa 20 Trainer stehen hierfür zur Verfügung. Eine 12 m hohe Halle ermöglicht außerdem Schulungen an Logistiksystemgeräten im Einsatz.

44   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  T r a i n i n g C e n t e r d e r J u n g h e i n r ic h AG no r d er s ted t

„ R und 5 . 0 0 0 S chulungs teilnehmer werden im Jahr aus und weiter gebildet.“


P r a x i s f l ä ch e D i e 12 m h o h e H a l l e e r m ö g l i ch t d i e S ch u l u n g a n L o g i s t i k s y s t e m g e r ä t e n im Einsatz.

1

2

3

6

4

5

4

4

1

H 43

2

H 44

3

H 45

4

Büroräume

5

Galerie

6

S ch u l u n g s h a l l e

G r u n d r i s s 1. O b e r g e s ch o s s

Tr a ining Center d er Ju ng h einr ic h AG no r d er s ted t  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   45


Farbe, Licht, Akustik & Möbel der klang der arbeit Sprache und Geräusche klingen in kleinen Räumen anders als in großen. Und ein leerer Raum verändert seine Klangeigenschaften komplett, wenn er voll eingerichtet ist. Decken-, Wand- und Bodenbeläge sowie Möblierungen und Einrichtungsgegenstände beeinflussen die akustischen Verhältnisse in Räumen nachhaltig. Dabei wirkt sich die Raumakustik unmittelbar auf die Konzentrationsfähigkeit, Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden der Menschen aus. So bestimmt sie indirekt auch die Qualität der Arbeit. In Abhängigkeit von den akustischen Anforderungen der verschiedenen Arbeitsbereiche ist es wichtig, insbesondere den Hall und den Schallpegel zu kontrollieren. Decken bieten viele Möglichkeiten für eine differenzierte Schallabsorption. Bodenbeläge können Gehgeräusche und den Trittschall hörbar mindern. Trennelemente verhindern die Ausbreitung des Schalls in großen Räumen. Farbige Form­ elemente tragen darüber hinaus zur Raumgestaltung bei.

A r i b e r t D o l l e i s t G e b i e t s v e rkaufsleiter des Akustikelemente-Herstellers Ecophon. Seit v i e l e n J a h r e n b e t r e u t e r A r ch i tekten bei der Planung von Raumakustiklösungen und bringt seine Erfahrung ein.


Tür an Tür mit der Geschichte       sanierung eines verwaltungsgebäudes in berlin Fo r t s e t z u n g v o n S e i t e 13

48   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  V e r wa lt u n g s g e b ä u d e B e r n h a r d- WeiSS - Str a SSe Ber lin


Im Zentrum der Hauptst adt D a s Ve r w a l t u n g s g e b ä u d e a n d e r B e r n h a r d - We i ß - S t r a ß e b e f i n d e t s i ch i n f u ß l ä u f i g e r E n t fe r n u n g zum Alexanderplatz.

Das geschichtsträchtige Verwaltungsgebäude an der Bernhard-WeißStraße 6 in Berlin erfuhr eine grundlegende Sanierung und Modernisierung. Dabei wurde großer Wert darauf gelegt, trotz der Gestaltung moderner Büros den historischen Charakter für die Nutzer erlebbar zu machen. Zu den Nutzern des Gebäudes zählen die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, Dienststellen der Berliner Polizei und die Berliner Immobilien Management GmbH (BIM). Das ehemalige Gefängnis ist nur noch Gedenkstätte und Filmkulisse. Funktionsvielfalt auf acht Ebenen

In neuen Kontext gesetzt D i e B ü r o s w u r d e n t e ch n i s ch u n d g e s t a l t e r i s ch m o d e r n i s i e r t .

Der Gebäudekomplex erstreckt sich über sieben oberirdische Geschosse und ein Untergeschoss. Drei annähernd parallel angeordnete Riegel fügen sich durch verbindende Baukörper zu einem geschlossenen Gebäudekomplex mit Innenhöfen zusammen. Der turmartige Gebäudeteil im Bereich des Haupteingangs Bernhard-Weiß-Straße überragt das Objekt um zwei Geschosse. Zur Rückseite sind das fünfte und sechste Obergeschoss im Bereich Wadzeck- und Keibelstraße als Staffelgeschosse mit einem Rücksprung von 2 m angelegt. Bei der Grundinstandsetzung des denkmalgeschützten Bürogebäudes blieben die konstruktive Struktur und das äußere Erscheinungsbild weitestgehend erhalten. Büroräume wurden den aktuellen technischen und gestalterischen Anforderungen angepasst, jedoch nicht grundlegend umstrukturiert. Hierbei wurden hinsichtlich des Brandschutzes sowie des Schall- und Wärmeschutzes wesentliche Verbesserungen erzielt. Die Flächen für die Senatsverwaltung mit 560 Büros und Besprechungsräumen wurden im Wesentlichen in den Gebäuderiegeln 1 und 2 angeordnet. Die Berliner Polizei hat sich in Räumen des dritten Gebäuderiegels niedergelassen. Beide Nutzungseinheiten erhielten separate Zugänge. Vier neu installierte Personenaufzüge bzw. Hubbühnen ermöglichen nun eine barrierefreie Erschließung des Gebäudes.

Ver wa ltu ng s g eb ä u d e Ber nh a r d - WeiSS - Str a SSe b er lin  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   49


„ E s wurde gro S S er W ert darauf gelegt, trotz der G estaltung moderner B üros den historischen C harakter für die N utzer erlebbar zu machen .“ Baurechtlich war es erforderlich, eine Verbindung zwischen dem zweiten und dritten Gebäuderiegel herzustellen. Hierzu wurde in einem Innenhof ein siebengeschossiges Verbindungsbauteil mit Fluchttreppenhaus errichtet. Bauten in den Innenhöfen 5 bis 7 wurden abgerissen. Der Gefängnistrakt blieb erhalten, wurde aber bis auf bestandserhaltende Maßnahmen nicht in die Sanierung des Gesamtgebäudes einbezogen. In Abstimmung mit den zuständigen Stellen der Denkmalpflege wurden zur Dokumentation des bauzeitlichen Zustandes des Gebäudes Referenzbereiche geschaffen. So blieben beispielsweise die bauzeitlichen Wand- und Bodenbeläge sowie Fenster des Haupttreppenhauses 1 erhalten und wurden aufgearbeitet. Sanierung der Fassade Große Teile der Fassade mussten ausgebessert bzw. nachgebaut werden. Die Fassaden aus Klinker, Sand- und Tuffstein wurden nach den Vorgaben der Denkmalschutzbehörden saniert. Lose Sandsteinplatten mussten im gesamten Fassadenbereich neu gesetzt und verankert werden. Einbauten aus Metall wurden entfernt, um zukünftigen Schädigungen oder Verfärbungen der Sandsteinfassade vorzubeugen.

Auf einer Fläche von 470 m² mussten 1.000 Steine im Ziegelmauerwerk aufgrund ihrer starken Beschädigung ausgetauscht werden, um weiteres Abplatzen von Material zu verhindern. Schadhafte Fensterbänke wurden ausgetauscht oder mit einer verankerten Vierung ausgebessert. Materialunverträglichkeiten wie Betonplatten auf Tuffsteinbänken konnten durch den Einsatz von Blechen beseitigt werden. Insgesamt waren über 100 Fensterbänke von der Sanierung betroffen. Beschädigte Bereiche im Tuffstein des Sockel- und Attikabereichs wurden mit Fugenmörtel verschlossen bzw. ebenfalls über Vierungen saniert. Das Abschlussgesims im Sockelbereich musste mit Blechabdeckung neu hergestellt werden. Da die Tuffsteinelemente im Attikabereich, z. B. die Abschlussgesimse und Stürze der beiden unteren Staffelgeschosse, starke Schädigungen aufwiesen, wurden diese ausgetauscht oder aufgearbeitet. Die Gebäudespitze des obersten Staffelgeschosses musste abgenommen und neu aufgebaut werden, weil sie abzurutschen drohte. Schäden an Fugen, auch zwischen Fenstern und Fassadenelementen, wurden an allen Fassadenteilen mit geeignetem Mörtel verschlossen, um die Gefahr eines Wassereintritts zu beseitigen. Durch die umfangreiche Sanierung des Gebäudekomplexes an der Bernhard-Weiß-Straße wurden im dicht bebauten Zentrum Berlins moderne Büroflächen mit historischem Bezug geschaffen.

50   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  V e r wa lt u n g s g e b ä u d e B e r n h a r d- WeiSS - Str a SSe Ber lin


3 5 8 7

Hof 7

Hof 6

9

Hof 5

2 6 Hof 1

Hof 2

Hof 3

Hof 4

4 1

1

Zellenbüro für einen Mitarbeiter

2

Zellenbüro für zwei Mit arbeiter

3

Zellenbüro für drei Mitarbeiter

4

O p e n - S p a c e - B e r e i ch

5

Kommunikationszone

6

B e s p r e ch u n g s r a u m

7

G e m e i n s ch a ft s r a u m m i t K ü ch e

8

S a n i t ä r b e r e i ch e u n d Fu n k t i o n s r ä u m e

9

G e f ä n g n i s t r a k t ( n i ch t m e h r i m B e t r i e b )

Projektinformationen        die kenndaten im überblick Ve r w a l t u n g s g e b ä u d e B e r n h a r d - We i ß - S t r a ß e , B e r l i n Sanierung eines Bürogebäudes

Fe r t i g s t e l l u n g 0 2   /   2 010 Gesamtbausumme 4 2  M i o . € ( b r u tt o ) F l ä ch e n u n d R a u m i n h a l t e HNF 30.000 m² BGF 50.000 m² BRI 220.000 m³ Bauherr BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH L e i s t u n g e n p b r AG Gesamtplanung D i p l . - I n g . ( T U ) A r ch i t e k t Andreas Nülle Projektleiter

Ver wa ltu ng s g eb ä u d e Ber nh a r d - WeiSS - Str a SSe b er lin  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   51


Ein Verfahren mit geringem Konfliktpotential       vorteile des gmp-modells bei der realisierung von grossprojekten

Autor Jan Philipp Babczynski C P M G m b H G e s e l l s ch a ft f ü r P r o j e k t m a n a g e m e n t

Während des Bauprozesses wirken viele Faktoren auf den Endpreis eines Gebäudes ein. Das GMP-Verfahren schafft einen fixen Kostenrahmen. Der ist insbesondere für Bauherren interessant.

Ein Auftragnehmer garantiert einen festen Endpreis für einen definierten Leistungsumfang – das ist der simple Grundgedanke des Garantierten Maximal-Preis-Verfahrens (GMP). Wird der Preis ohne Änderung des Leistungssolls überschritten, geht dies gänzlich zu Lasten des Auftragnehmers. Der Auftraggeber erhält also Kosten­ sicherheit zu einem frühen Zeitpunkt des Projekts. Vorteile des GMP-Verfahrens Das GMP-Projekt bringt im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren viele Vorteile mit sich: Durch das frühzeitige Einbinden eines ausführenden Unternehmens wird eine nahtlose Verzahnung der Projektbeteiligten sichergestellt und so das Konfliktpotential zwischen den Parteien minimiert. Zudem fließt mit dem Bauunternehmer das Praxis-Know-how aus anderen realisierten Projekten früh in die Planung ein. Er versteht, Bauweisen und Abläufe zu optimieren und aktuelle Preise für Varianten zuverlässig und schnell zu ermitteln. Darüber hinaus werden die Planungen sowohl in technischer, qualitativer als auch budgetmäßiger Hinsicht optimiert, um die Projektbudgetgrenze und die weiteren Projektziele einzuhalten. Der Auftraggeber wird aktiv in die Planung eingebunden und vermindert so sein eigenes Kalkulationsrisiko. Außerdem erfolgt eine permanente Kontrolle des Budgets einschließlich aller Veränderungen und des Anforderungsprofils.

52   phase 10 // pbr AG  7 / 2016 

vorteile des gmp-modells


D ü r r- C a m p u s , B i e t i g h e i m - B i s s i n g e n D i e s e s P r o j e k t w u r d e i m R a h m e n e i n e s Ve r f a h r e n s mit garantiertem Maximalpreis realisiert.

Frühzeitige Einbindung oder später Einstieg Es gibt zwei Varianten des GMP-Projektes. Variante 1 ist die frühzeitige Einbindung eines Partners in das Projekt, zum Beispiel schon in der Vorentwurfsplanung. Auf Grund des Vertragswerks ist der Auftraggeber zu jedem Zeitpunkt in der Lage, auf die Vergaben von Planern und Unternehmern einzuwirken und die Angebotspreise zu validieren. In Abstimmung mit dem Projektpartner kann sich der Auftraggeber bei einzelnen Vergaben auch ohne direkten Eingriff in die Deckelung des Projektbudgets für den qualitätsbesten Nachunternehmer entscheiden. In Variante 2 steigt der Projektpartner erst später in das Projekt ein, zum Beispiel im Rahmen der Ausführungsplanung. Diese Variante hat allerdings den Nachteil, dass eine frühzeitige generalistische Prüfung auf Optimierungspotentiale gerade aus bauablauftechnischer Sicht nicht möglich ist. Die CPM GmbH aus Stuttgart hat z. B. mit dem Dürr- Campus in Bietigheim-Bissingen und einem Logistikzentrum für die Mammut Sports Group in Memmingen Projekte im Partnering-Modell GMP erfolgreich realisiert.

Jan Philipp Babczynski G e s ch ä ft s f ü h r e n d e r G e s e l l s ch a ft e r d e r CPM GmbH in Sindelfingen

vo r teile d es g m p- m o d ells   phase 10 // pbr AG  7 / 2016   53


Schnell schalten mit Modulen       interimslösung für allgemeines verfügungszentrum der universität osnabrück Autor Dipl.-Ing . Martina Kormann

Die Universität Osnabrück musste aufgrund gravierender Gebäudemängel ihr Allgemeines Verfügungszentrum weitestgehend schließen. Mit einem Modulbau ermöglichte die pbr AG den reibungslosen Fortgang des Lehrbetriebs.

54   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  M o d u l b a u U n ive r s i t ä t O s n a b r ü c k


Das siebengeschossige Allgemeine Verfügungszentrum (AVZ) gehörte zu den wichtigsten Gebäuden der Universität Osnabrück am Standort Westerberg, bis ein Gutachten 2013 gravierende Mängel an dem über 40 Jahre alten Gebäude feststellte und empfahl, die Nutzung einzustellen. Für die Lehreinheit Gesundheitswissenschaften mussten kurzfristig neue essentielle Institutsflächen mit Hörsälen, Seminarräumen und Laboren geschaffen werden.

Fe r t i g s t e l l u n g 0 4   /   2 015 Gesamtbausumme 6 , 8  M i o . € ( b r u tt o ) F l ä ch e n u n d R a u m i n h a l t e NF 2.694 m² BGF 3.999 m² BRI 13 . 12 1 m ³ Bauherr S t a a t l i ch e s B a u m a n a g e m e n t O s n a b r ü ck - E m s l a n d

Module des Lernens

L e i s t u n g e n p b r AG A r ch i t e k t u r ( L P H 2   –   6 )

Ausweichflächen waren in der Universität nicht verfügbar. Deshalb wurde innerhalb von drei Monaten eine Interimslösung errichtet. Ein zweigeschossiges neues Lehr- und Verwaltungsgebäude aus 130 Modulen stellt z. B. Seminar-, Labor-, Besprechungs- und Verwaltungsräume sowie Hörsäle bereit. Aus dem Foyerbereich gelangen die Nutzer über einen umlaufenden Flur zu den verschiedenen Räumen. Im Erdgeschoss sind vier Hörsäle mit fest installiertem Gestühl sowie überwiegend kleinere Seminarräume untergebracht. Im Obergeschoss, das auch über Aufzüge erschlossen werden kann, befinden sich Verwaltungsbüros, Räume der Gesundheitswissenschaften und Labore. Eingebunden in den Campus Die Hörsäle sind als eingeschossige Module mit einer Länge von bis zu 14,50 m und einer lichten Raumhöhe von 3,30 m gefertigt. Alle anderen Räume sind aus der Zusammenfügung von Stahl-Modulen entstanden. Die beiden Hörsäle, die Labore und nicht natürlich belüftete Räume erhalten die Zuluft aus zwei schallgedämmten Lüftungsanlagen. Sechs hochinstallierte Räume werden aufgrund der Wärmelasten elektrischer Geräte mit einer Kühlung über Deckenkassetten versorgt. Das Interimsgebäude bietet darüber hinaus alle benötigten Funktionen eines Lehrgebäudes, z. B. Zugangskontrollen mit digitalen Schließanlagen und die zentrale Kontrollierbarkeit der Verbräuche durch den Anschluss an die Gebäudeleittechnik der Universität.

Vo l l w e r t i g e s H o ch s ch u l g e b ä u d e A u ch L a b o r e u n d H ö r s ä l e s i n d i n d e n M o d u l e n u n t e r g e b r a ch t .

3

5

6

4

1

Hörsaal/Praktikumsraum

2

Seminarraum

3

B e s p r e ch u n g s r a u m

4

Büro

5

Übungsraum

6

Computerraum

7

Kommunikationszone

8

S a n i t ä r b e r e i ch e u n d Fu n k t i o n s r ä u m e

7

8

2

1

Grundriss Alle Räume sind über den uml a u fe n d e n F l u r z u e r r e i ch e n .

Mo d u lb a u Univer s itä t Os na b r ü c k   phase 10 // pbr AG  7 / 2016   55


Farbe, Licht, Akustik & Möbel fokus und kollaboration Der Arbeitsplatz muss Konzentration ebenso zulassen wie Kommunikation, soll Ordnung und einfache Ablagemöglichkeiten bieten und dabei trotzdem individuell zu gestalten sein. Büromöbel helfen dabei, diese Anforderungen zu erfüllen. Sie gliedern den Raum und schaffen Aufbewahrungsflächen. Dazu können sie repräsentativ sein und gestalterische Akzente setzen. Nachhaltige Lösungen sind wandlungsfähig und erleichtern auch langfristig das Erweitern und Anpassen des Arbeitsplatzes an neue Anforderungen. Eine moderne Firmenkultur verlangt nach innovativen Arbeitsplätzen. Möbel werden darin ein Teil des Wertschöpfungsprozesses, denn sie können sowohl Bereiche schaffen, in denen Einzelpersonen konzentriert arbeiten als auch Teams sich Aufgaben widmen, ohne von Kollegen abgeschnitten zu sein. Außerdem passen sich ressourceneffizient gefertigte, ergonomisch gestaltete Einrichtungsgegenstände den Bedürfnissen des Menschen an, z. B. der höhenverstellbare Tisch und der vielseitig einstellbare Bürostuhl.

Karlheinz Eberle ist Leiter der A b t e i l u n g Ve r k a u f i m I n n e n dienst bei USM. Seit vielen J a h r e n b e t r e u t e r A r ch i t e k t e n b e i d e r P l a n u n g v o n E i n r i ch tungslösungen und bringt seine Erfahrung ein.


Pinnwand       aktuelle projekte 25 Jahre pbr Magdeburg       jubiläumsfeier im elbwerk

Als zweite Niederlassung außerhalb des Stammsitzes in Osnabrück wurde im August 1990 der Standort Magdeburg gegründet. Um das 25-jährige Bestehen gebührend zu feiern, richtete die Niederlassung im August 2015 eine Feier im Elbwerk in Magdeburg aus. Mitarbeiter, Geschäftspartner, Freunde und Bauherren waren geladen, langjährige Mitarbeiter wurden im Rahmen des Jubiläums für ihr Engagement geehrt. Eine angenehme Atmosphäre, Sonnenschein, Musik und Tanz sorgten für gute Stimmung. Auch Thomas Webel, Minister für Landesentwicklung und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt war gekommen. In seiner Rede erwähnte er die für die Stadt Magdeburg wichtigen Projekte und hob die Niederlassung als treibende Wirtschaftskraft zur Weiterentwicklung der Region hervor. Aktuell werden vom Standort Magdeburg der Neubau des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen in Göttingen aber auch der Neubau eines Büro- und Verwaltungsgebäudes für die Magdeburger Förderanlagen Baumaschinen GmbH betreut.

Neuer Auftrag       erweiterungsbau der deg in köln

Die DEG – Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH gehört zu den europaweit größten Entwicklungsfinanzierern. An ihrem Standort in Köln sind die räumlichen Kapazitäten der DEG-Zentrale mit 450 Arbeitsplätzen ausgelastet. Deshalb wird bis Ende 2017 ein Erweiterungsbau unmittelbar gegenüber des Bestandsgebäudes errichtet, der Raum für 120 weitere Arbeitsplätze schafft. Neubau und Bestandsgebäude werden unterirdisch über eine gestaltete Passage verbunden. Am 22. Oktober 2015 wurde der Grundstein für den Neubau gelegt. Der fünfgeschossige Neubau entsteht auf einem Grundstück an der Agrippastraße in der Kölner Altstadt-Süd und ersetzt ein ­Bestandsgebäude. Jedes der fünf Geschosse bietet eine Grundfläche von 660 m². Das Gebäude ist durch eine aufgelockerte Glasfassade mit Vor- und Rücksprüngen und das Aufgreifen gestalterischer Merkmale des DEG-Hauptgebäudes gekennzeichnet. Ein weiteres Charakteristikum des Gebäudes ist die sogenannte Skybox – ein gläserner Aufbau oberhalb des vierten Obergeschosses mit einer Fläche von 200 m², der von begrünten Dachflächen umgeben sein wird.

Leistungen pbr AG A r ch i t e k t u r L P H 5 , S t a t i k L P H 5 , Te ch n i s ch e G e b ä u d e a u s r ü s t u n g L P H 5  –  7

58   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  a k t u e l l e p r o j e k t e


Osnabrücker Architekten fahren mit dem Rad       pbr ag erhielt auszeichnung als fahrrad-

voestalpine Linz       neubau eines logistikbüros und

freundlicher betrieb

werkstattbereichs

Seit einigen Jahren zeichnet die AOK Niedersachsen gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) im Rahmen der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ fahrradfreundliche Betriebe aus. Als einziger Betrieb im Osnabrücker Land erhielt die pbr Planungsbüro Rohling AG in diesem Jahr die Auszeichnung „fahrradfreundlicher Betrieb“. 1.000 Euro Preisgeld werden jetzt in ein neues Unternehmens-Fahrrad investiert. Die pbr AG sponsert einen weiteren Teil der Gesamtsumme des Rades. Um diese Auszeichnung zu erhalten, galt es zahlreiche Kriterien von der pbr AG zu erfüllen. Neben Räumlichkeiten zur Erfrischung nach dem Fahrradfahren gehören beleuchtete und überdachte Fahrrad-Abstellplätze sowie ein Service-Angebot für Reparaturen zur Grundausstattung eines fahrradfreundlichen Betriebes. Seit 2010 beteiligt sich die pbr AG jährlich an der Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“. Neben dem Fahrradfahren steht allerdings auch das Laufen hoch im Kurs. Zusätzlich zu dem alljährlichen Charity-Lauf der Hochschule Osnabrück nehmen auch die Mitarbeiter der restlichen neun pbr-Standorte regelmäßig an caritativen Laufveranstaltungen teil.

Für die voestalpine Stahl GmbH in Linz hat die pbr AG die Gesamtplanung für den Neubau eines Logistikbüros und die Errichtung eines Werkstattbereichs erbracht. Grundlage hierfür war ein Gesamtkonzept zur Erschließung verschiedener Werksbereiche sowie der Anschluss an den bereits errichteten Skywalk. Durch den neu errichteten Anbau an die Werkhalle LD3 konnte ein definierter Endpunkt dieses Verbindungssystems, einschließlich eines Zugangs zur Werkhalle LD3, geschaffen werden. Das neue Logistikbüro dient zur Steuerung betriebsinterner Abläufe und wurde am Endpunkt des Skywalks angeordnet. Durch verglaste Trennwände zwischen den Werkstattbereichen ergeben sich helle und freundliche Räumlichkeiten. Optimale Arbeitsabläufe und eine angenehme Atmosphäre werden auf diese Weise gewährleistet. Die Planung der Inneneinrichtung erbrachte das Architekturbüro VARGA. Um die Produktionsabläufe im näheren Umfeld nicht zu beeinträchtigen, wurden der Treppenturm und das Logistikbüro weitestgehend in Montagebauweise geplant. Auf diese Weise konnte auch die Bauzeit reduziert und der Aufwand der Einrüstung minimiert werden.

Leistungen pbr AG Gesamtplanung

a k tu elle pr o jek te  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   59


M i t l a n g j ä h r i g e r E rfa h ru n g i n d e r Pr o j e k t e n t w i ck l u n g u n d N a ch h a l t i g k e i t s b e r a tu n g h a t R a l f F. Bo d e 2 012 d i e Fo rm i e ru n g v o n a ° b l u e ko n z i p i e r t u n d a rbeitet seither kontin u i e r l i ch a n d e r We i t e r e n t w i ck l u n g des Unternehmens.

Laut einer Studie von Jones Lang LaSalle Inc. betrug der Anteil der zertifizierten Büroflächen in den sieben deutschen Immobilienhochburgen zum Ende des ersten Halbjahres 2015 insgesamt 5,4 Mio. m². Dies entspricht einem Anteil am gesamten Büroflächenbestand von über 6 Prozent. Trend oder fester Bestandteil des Immobilienmarktes?

Viele dieser Immobilien werden von großen Unternehmen genutzt. W ie wichtig ist ihnen das Thema Nachhaltigkeit?

Zum einen rücken ökologische Faktoren immer stärker in den Fokus, die Folgen des Klimawandels machen sich bemerkbar. Zum anderen ist der Wettbewerb um Investoren und Mieter härter geworden. Klar, dass Betriebskosten und die Frage nach der Werthaltigkeit des Gebäudes wieder stärker in den Fokus rücken. Kriterien wie Energieverbrauch, Umnutzbarkeit und Umweltverträglichkeit spielen auf dem Immobilienmarkt somit eine immer größere Rolle. Das geeignete Instrument, um all diese Aspekte, also die Nachhaltigkeit einer Immobilie zu messen, ist die Zertifizierung. Objekte, die nach anerkannten Standards zertifiziert sind, werden von Investoren gegenüber nicht zertifizierten Gebäuden deshalb häufig bevorzugt. Der Anteil „grüner Immobilien“ wächst also enorm und das Thema Nachhaltigkeit ist bereits fester Bestandteil des Immobilienmarktes.

Welche Zertifizierungssysteme gibt es?

60   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  i n t e r vie w

Viele Großnutzer von Immobilien haben das Thema Nachhaltigkeit bereits als unternehmerisches Selbstverständnis in ihre Geschäftsstrategie eingebettet, so dass die Anmietung nicht zertifizierter Gebäude für sie ausgeschlossen ist. Wurden anfangs überwiegend Neubauten zertifiziert, werden aus diesem Grund auch zunehmend Bestandsgebäude nachgerüstet.

Weltweit gibt es verschiedene Systeme, die allerdings unterschiedliche Nutzungsprofile bieten. So haben sich neben dem DGNB System der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen das vom U.S. Green Building Council entwickelte LEED (Leadership in Energy and Environmental Design) und das BREEAM (Building Research Establishment Environmental Assessment Method) aus Großbritannien etabliert. Inwieweit lassen sich diese Systeme vergleichen? Gibt es Unterschiede, Nachteile? Unterschiede gibt es in jedem Fall. Während LEED maßnahmenorientiert ausgelegt ist, zeichnet sich DGNB durch eine zielorientierte Ausrichtung aus. Das heißt, bei einer LEED-Zertifizierung werden einzelne Aspekte bewertet, während für eine DGNB-Auszeichnung das Gebäude in seiner Gesamtheit betrachtet wird. BREEAM vergibt nach einem Punktesystem in acht Beurteilungskategorien, wobei die Kombination dieser Kategorien ebenfalls eine Rolle spielt, so


„Grüne Immobilien“ mehr als nur Trend       interview mit ralf f. bode, geschäftsführer von a°blue , auditor und mitglied des dgnb - immobilienbeirates

dass aufgrund unterschiedlicher Gewichtungen einzelne Punkte zu einer Gesamtpunktzahl zusammengezählt werden. Der Nachteil daran ist, dass sich die Zertifizierungssysteme nur schwer vergleichen lassen und auf diese Weise ein Wettbewerb zwischen den einzelnen Systemen entsteht. Gibt es einen Vorreiter unter den deutschen Städten in Sachen Nachhaltigkeit? Frankfurt steht hier mit etwa 1,9 Mio. m² zertifizierter Bürofläche sicherlich an erster Stelle. Die hohe Zertifizierungsrate lässt sich u. a. dadurch erklären, dass der Büroflächenanteil in Banken- und Finanzmetropolen wie Frankfurt nicht nur sehr hoch, sondern auch sehr begehrt ist, so dass Investoren ihren Fokus vermehrt auf diese Regionen legen.

„ Das T hema N achhaltigkeit ist inzwischen ein fester B estand teil des I mmobilien marktes. R ichtig angewandt, entstehen mit Z ertifizierungs systemen die besseren G ebäude .“

Welchen Mehr wert bietet eine Zertifizierung? Für alle an der Immobilie Interessierten, von der finanzierenden Bank über den Mieter bis zum Immobilieneinkäufer ist die durch die Zertifizierung entstehende Transparenz entscheidend. Fehlplanung und Missverständnisse können durch die Festlegung konkreter Ziele vermieden werden. Darüber hinaus werden Qualitäten und Gebäude­ eigenschaften dokumentiert und die Immobilie vergleichbar. Die Vermietbarkeit verbessert sich, damit die Werthaltigkeit und letztlich die Zukunftsfähigkeit. Ein klarer Wettbewerbsvorteil für Investoren und Immobilienbesitzer. Für Eigennutzer ist neben den geringen Betriebskosten der erhöhte Nutzerkomfort ein entscheidender Faktor.

inter view  phase 10 // pbr AG  7 / 2016   61


Adressbuch      beteiligungen Neubau Forschungsinstitut für Verein Deutscher Zementwerke      IRM ingenieurbüro r . mühlbacher plant laboreinrichtung

Erweiterung eines Produktionsgebäudes für Sibelco       OOO pbr realisiert genehmigungs- und ausfüh-

An der Toulouser Allee in Düsseldorf soll bis zum Jahr 2019 der Neubau eines Forschungsinstituts für den Verein Deutscher Zementwerke (VDZ) entstehen. Etwa 180 Mitarbeiter des VDZ und der ihm zugeordneten Gesellschaften werden in dem modernen Komplex forschen. Die IRM Ingenieurbüro R. Mühlbacher GmbH erbringt für den Neubau die Planung der Labortechnik, die pbr AG, Standort Düsseldorf, die Planung der Technischen Gebäudeausrüstung. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Barkow Leibinger. Dabei fordert die Planung der Laboreinrichtung unter Berücksichtigung der Gerätestellflächen und Wartungsflächen sowie der synergetischen Arbeitsabläufe eine intensive Abstimmung mit dem Nutzer. Geplant sind nasschemische und physikalische Labore sowie Messräume und Labore mit werkstattähnlichem Charakter. Besonders zu berücksichtigen sind vor allem Geräte, die enorme Erschütterungen oder eine erhöhte Lautstärke erzeugen, sowie Geräte, die aufgrund ihres Gewichts die Decken überdurchschnittlich belasten. In diversen Bereichen sind besondere Sicherheitsvorkehrungen wie Sonderabsaugungen zu treffen. Eine weitere Besonderheit liegt in der Planung von zusammenhängenden Arbeitstisch-Einheiten aus Edelstahl, in deren Unterbau Klimaschränke zur Probenlagerung integriert werden sollen, die eine konstante Temperatur und Feuchtigkeit gewährleisten.

2013 wurde OOO pbr mit der Genehmigungs- und Ausführungsplanung sowie mit der Bauüberwachung für die Erweiterung eines Produktionsgebäudes für den internationalen Anbieter mineralischer Rohstoffe Sibelco beauftragt. Das Produktionsgebäude, an das zwei Produktionseinheiten angeschlossen werden sollten, befindet sich in der Moskauer Region Ramenskoje. Die Planung erfolgte in zwei Stufen und beinhaltete zum einen die Errichtung von zwei Tanks zum Auffangen der Produktionsabwässer und zum anderen die Errichtung einer Filterpresse zur Rückgewinnung von Lehm­ anteilen aus dem Abwasser. Eine besondere Herausforderung lag darin, auf die während der Planungsphase veränderten und modernisierten Technologien einzugehen. Darüber hinaus galt es, die Bauaufgaben bei laufendem Betrieb durchzuführen. Neuerdings wurde OOO pbr außerdem mit der Genehmigungsund Ausführungsplanung für den Neubau einer weiteren Produktions- und Abfüllanlage beauftragt. Die Planung ist bereits weitestgehend abgeschlossen, der Baubeginn ist für Sommer 2016 geplant.

62   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  b e t e i l i g u n g e n

rungsplanung sowie bauüberwachung


Neubau Bildungs- und Sportzentrum       a°blue erbringt fassadenplanung und bauphysik

Bibliothek der Fachhochschule und Universität Osnabrück eingeweiht      pbr hölscher brandschutz g mb h erstellte brandschutzplanung

In Hannover entsteht ein neues Bildungs- und Sportzentrum (kiss Birkenstraße – Kita Schule Sport), bestehend aus Kindertagesstätte, Grundschule und Dreifeldsporthalle mit Tribüne. Für das Ensemble erbringt die a°blue GmbH die Leistungen Fassadenplanung und Bauphysik, insbesondere zur Umsetzung des geforderten Passivhausstandards nach PHPP. Dieser wird u. a. durch eine dichte Gebäudehülle und den Einsatz passivhauszertifizierter Produkte mit geringen U-Werten erreicht. Bei der Fassadenplanung, die in Zusammenarbeit mit der pbr AG erfolgt, liegt ein besonderes Augenmerk auf der konstruktiven Umsetzung der Holz-Aluminiumfassade. Um das Holz möglichst vor Feuchtigkeit zu schützen, müssen Detaillösungen für Fenster und Fassadenanschlüsse entwickelt werden. Keine leichte Aufgabe, da die Eigenschaften hinsichtlich statischer Anforderungen beim natürlichen Baustoff Holz anspruchsvoller sind als bei Aluminium oder Stahl. Darüber hinaus gilt es, eine Lüftungsklappe zur natürlichen Beund Entlüftung des Gebäudes zu entwickeln. Hierfür wird ein Lüftungsverhalten simuliert, das Klappengröße und Öffnungsintervall bestimmt. Geplant wird interdisziplinär und standortübergreifend innerhalb der pbr AG als Gesamtplaner.

Auf dem Campusgelände an der Barbarastraße in Osnabrück wurde am 20. Oktober 2015 das neue Bibliotheksgebäude der Hochschule und der Universität Osnabrück eingeweiht. Die pbr Hölscher Brandschutz GmbH erbrachte für den Neubau die Brandschutzplanung, der Entwurf stammt vom Berliner Architekten Reimar Herbst. Auf vier Ebenen stehen rund 8.600 m² Platz für Medienstellplätze sowie 800 Einzel- und Gruppenarbeitsplätze zur Verfügung. Die Brandschutzplanung beinhaltete u. a. die Einteilung auf der Nord- und Südseite in oberirdische Brandabschnitte durch Schleusen, so dass etwa 700 m² große Brandbekämpfungsabschnitte entstanden sind. Über notwendige Treppenhäuser können die Schleusen erschlossen und von dort aus ein Brandangriff eingeleitet werden. Auf die Anordnung von notwendigen Fluren wurde in der Bibliothek vollends verzichtet. Die erforderlichen Büroarbeitsplätze und die Einzelsowie Gruppenarbeitsplätze in den Carrels sind mit direkter Sichtverbindung zur Bibliotheksfläche errichtet, so dass eine mögliche Brandgefahr in der Bibliothek vom Nutzer optisch erfasst werden kann. Zur weiteren Sicherstellung der rechtzeitigen Branderkennung und Entfluchtung wurde die Bibliothek mit einer Brandmeldeanlage und einer Sprachalarmierungsanlage ausgestattet. Bauherr ist das Land Niedersachsen, vertreten durch das Staatliche Baumanagement Osnabrück-Emsland.

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Adressbuch      beteiligungen Neubau Studienzentrum Heiligenhaus       pbr.pmd erbringt projektsteuerung in

Hofgartentor Residenz München       pbr ziegler zirngibl architekten sanieren arkaden

den projektstufen 2 bis 5

In Heiligenhaus entsteht auf dem ehemaligen Kiekert-Areal ein neues Studienzentrum. Der Gebäudekomplex mit rund 10.000 Quadratmetern Bruttogrundfläche wird beste Voraussetzungen für industrienahe Forschung und anspruchsvolle Lehre bieten und so die Funktion der Stadt Heiligenhaus als nachhaltigen Wissenschaftsstandort stärken. Die pbr.pmd Gesellschaft für Projektmanagement mbH erbringt für den Neubau die Projektsteuerung von der Planung bis hin zum Projektabschluss. Zu den Leistungen zählen neben der Koordination des Projektablaufs, die Organisation sowie Dokumentation, die Sicherung von Qualitäten und Quantitäten sowie die Einhaltung von Kosten und Terminen. Es ist geplant, den viergeschossigen Neubau im Mai 2016 fertig zu stellen. Derzeit laufen die letzten Arbeiten an der Klinkerfassade sowie die Arbeiten in den Ausbaugewerken. Ab Januar 2016 wird mit der Erstellung der Außenanlagen und verkehrlichen Erschließung begonnen. Studierenden und Lehrenden werden dann Hörsäle, Seminarräume, Labore, eine Mensa und ein Multitechnikum zur Verfügung stehen. Dieses erstreckt sich über zwei Ebenen, so dass ausreichend Platz für Industrieroboter gewährleistet ist. Durch die U-Form des Gebäudes entsteht ein Innenhof, der für Veranstaltungen und zum Verweilen genutzt werden kann.

64   phase 10 // pbr AG  7 / 2016  b e t e i l i g u n g e n

Im Jahr 2012 wurde die Ziegler Zirngibl Architekten GmbH von der Bayerischen Schlösserverwaltung mit der Sanierung des Hofgartentors beauftragt. Ziel war es, den historischen Charakter des zwischen 1816 und 1818 von Leo von Klenze errichteten Gebäudes wieder herzustellen. Die aufwendigen Sanierungsarbeiten am Triumphbogen und den Außenseiten der angrenzenden Arkaden wurden 2013 abgeschlossen. Um im Anschluss daran auch die Innenseiten der Arkaden zu sanieren, beauftragte das Staatliche Bauamt München I erneut die pbr Ziegler Zirngibl GmbH. Im Rahmen der Sanierung soll durch ein eigens entwickeltes Beleuchtungskonzept sowie durch einen neuen Gussasphaltboden die historische Bausubstanz aufgewertet werden. Bodenleuchten sollen als Abstandshalter zwischen Betrachter und Gemälde inte­ griert werden und so dem Bauwerk einen musealen Charakter verleihen. Zudem sollen die Bodenleuchten als Schutz vor Vandalismus dienen. In weiteren Schritten werden außerdem Putz und Anstrich erneuert. Schadhafte Putzflächen werden zum Teil ersetzt, zum Teil bearbeitet und ergänzt. Voraussichtlich im September 2016 werden die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein.


Erweiterung eines 5-Sterne-Hotels in Almaty       pbr central asia plant restaurant

Fertigstellung AMEOS Klinikum St. Joseph, Bremer­ haven      hspbr gmbh erstellte architektur­p lanung

Um das Restaurant des Hotels „Rahat Palace“ in Almaty zu erweitern, hat der Betreiber des 5-Sterne-Hotels die pbr Central Asia LLP mit der Entwurfsplanung und anschließend mit der Planung der Technischen Gebäudeausrüstung sowie mit der Tragwerksplanung beauftragt. In dem Entwurf der pbr Central Asia LLP wurde durch die Erweiterung des Restaurants eine neue Entreesituation geschaffen. Besucher betreten vom Vorplatz aus das Restaurant über ein großzügiges Foyer. Zweigeschossige Glasfassaden lassen vielfältige Einund Ausblicke zu und sorgen für eine angenehme Atmosphäre. Von hier aus gelangt man in das Restaurant, bei dem ebenfalls mit großzügigen Glasfassaden gearbeitet wurde. In Teilbereichen finden sich hier nicht nur verglaste Wände, sondern auch abgeschrägte, verglaste Dachflächen, die ein hohes Maß an Tageslichteinfall gewährleisten, so dass eine helle und freundliche Atmosphäre entsteht. Auch die Innenraumgestaltung wurde von der pbr Central Asia LLP geplant. Da sie dem sogenannten Marriott Standard entspricht, wird sie höchsten Anforderungen an eine gehobene Ausstattung gerecht.

Die AMEOS Gruppe zählt zu den bedeutenden Gesundheitsdienstleistern im deutschsprachigen Raum. In aktuell 68 Einrichtungen an 38 Standorten werden rund 12.000 Mitarbeiter beschäftigt. Mit ihrer Strategie zielt die Gruppe auf den Aufbau neuer und den Ausbau bestehender Versorgungsregionen sowie auf gruppenweite Optimierungsansätze ab. So auch beim AMEOS Klinikum St. Joseph in Bremerhaven, das die Gruppe im Jahr 2014 übernahm. Von der AMEOS Gruppe übernommen, sollten hier eine Zentrale Diagnostik eingerichtet werden und ein neuer Herzkatheter-Messplatz entstehen, um die Versorgung von Herz-Kreislaufpatienten im Zentrum Bremer­havens nachhaltig zu verbessern. Hierfür wurde die hspbr GmbH im April 2015 mit der Architekturplanung beauftragt. Eine besondere Herausforderung lag vor allem darin, den eng gesteckten Zeitplan einzuhalten. So wurde die funktionale Einheit innerhalb einer Bauzeit von nur drei Monaten im bis auf den Rohbau zurückgebauten Bestand realisiert und fristgerecht Ende Oktober fertiggestellt. Die Maßnahmen erfolgten in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der hspbr GmbH, der pbr AG als Objektüberwacher und -betreuer sowie der pbr Hölscher Brandschutz GmbH als Brandschutzplaner. Letztere entwickelte ein Brandschutzkonzept für das gesamte Erdgeschoss des Bestandes.

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In der Teeküche      interview mit helmut wünsche, geschäftsführer OOO pbr sankt petersburg Verläuft die Vergabe derartiger Projekte wie in Deutschland? Nein. Leider ist der Markt sehr undurchsichtig. Das Internet wird für Ausschreibungen bisher kaum genutzt, so dass man auf gute Kontakte angewiesen ist. Russland ist auch kein Land, das mit Architekturwettbewerben auf sich aufmerksam macht. Hier tritt man als Architekt mit einem Kostenangebot oder einem Vorentwurf gegen Konkurrenten an. Der Auftraggeber entscheidet dann, wer den Auftrag erhält. Sie leben in St. Petersburg . Gibt es dort einen Ort, an dem Sie sich am liebsten aufhalten? Wenn ja, an welchem und warum? Ich denke, der Platz vor dem Winterpalast – der Ermitage – ist einer der schönsten Plätze in Europa. Wenn dort dann noch Konzerte von den Rolling Stones, Elton John oder Madonna stattfinden, dann verwandelt sich der Platz in eine der schönsten Open Air Arenen der Welt. D i p l . - I n g . ( W i r t s ch a ft s i n g e n i e u r w e s e n ) H e l m u t Wü n s ch e i s t G e s ch ä ft s f ü h r e r d e r B e t e i l i g u n g s g e s e l l s ch a ft O O O p b r A r ch i t e c t s a n d E n g i n e e r s i n S a n k t Pe t e r s b u r g . I m I n t e r v i ew m i t d e r p h a s e 10 e r l ä u t e r t e r d i e A r b e i t a m r u s s i s ch e n S t a n d o r t u n d d i e U n t e r s ch i e d e z u D e u t s ch l a n d .

Russische Architektur assoziiert man mit Zwiebeltürmchen und dem Roten Platz. Hat sich die Architektur verändert? Wenn ja, inwieweit? Russische Architektur ist für den europäischen Geschmack immer noch sehr verspielt, mit viel Zier- und Blendwerk, Türmchen und Arkaden. Es gibt jedoch Tendenzen zur Besserung.

W ie kam es zu der Zusammenarbeit zwischen Ihnen und der pbr AG? Aus der Zeit als Projektleiter für die Kraft Foods Group war ich durch die Realisierung verschiedener Projekte bereits mit der pbr AG bekannt. Ende der 80er Jahre war ich am Aufbau der Kraft-Niederlassung in Russland beteiligt. Als sich die pbr AG 2009 entschloss, eine Niederlassung in Sankt Petersburg zu gründen, haben sie mich dann als Geschäftsführer ins Boot geholt.

Gibt es in Russland ein Gebäude, das Sie gerne geplant hätten? Wenn ja, welches? Das neue Marinskiy-Theater in Sankt Petersburg, Spielstätte des weltberühmten Sankt Petersburger Balletts. Dieses hat eine für russische Verhältnisse sehr klare und luftige Architektur, ist daher aber auch nicht bei allen Russen gleichermaßen beliebt. Das Gebäude wurde von den kanadischen Architekten Diamond und Schmitt entworfen.

W ie setzt sich das Team am Standort Sankt Petersburg zusammen? Das Team ist international. Wir haben sowohl deutsche als auch russische Mitarbeiter. Der Großteil allerdings kommt aus Russland. Das ist für uns sehr wichtig, denn zu den Hauptproblemen für den Eintritt in den russischen Markt gehört neben dem Unterschied zwischen den Mentalitäten vor allem auch die Sprache. Durch die internationale Aufstellung unseres Teams konnten wir diesen aus dem Weg gehen.

Was schätzen Sie an Russland bzw. Sankt Petersburg? Die Innenstadt von Sankt Petersburg ist architektonisch sicher eine der schönsten Städte Europas. Wenn es im Sommer in den weißen Nächten, hell ist und die ganze Stadt auf den Beinen ist, so ist das ein unvergessliches Erlebnis. Russland selbst ist nach wie vor das größte Land der Welt, d. h. Sie haben hier zum Beispiel die Chance, den längsten Inlandsflug der Welt zu erleben – ca. 10 Stunden.

Welche Kunden betreuen Sie auf dem russischen Markt? Wir betreuen überwiegend internationale Privatkunden. Beispielsweise haben wir ein LKW- und Busmontagewerk für den Münchener Fahrzeughersteller MAN errichtet. Darüber hinaus betreuen wir Unternehmen wie IKEA, Coca-Cola, die russische Groß- und Einzelhandelskette LENTA, aber auch den Mineralienkonzern SIBELCO und den Hersteller technischer Schäume Armacell.

Wo sehen Sie den St andort Sankt Petersburg in den kommenden Jahren? Für die Fußball-WM 2018 werden nicht nur 12 Stadien modernisiert bzw. neu errichtet, sondern auch die Infrastruktur ausgebaut, neue Hotels erbaut und bestehende saniert. Darüber hinaus soll die Stadt Moskau in Teilen erweitert und neu gestaltet werden. Neben einem Regierungsviertel und einem Finanzzentrum sind Technoparks, Hotels und Büros geplant. Auch unsere industriellen Partner planen nach wie vor viele Investitionsprojekte. Sie sehen, es gibt viel zu tun in nächster Zeit.

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S a n k t Pe t e r s b u r g Platz vor dem W interpalast

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Fotos: AMEOS West, Hase, www.ameos.eu: Seite 65 Ante Dujmovic/cad-fx; www.cadfx.de: Seite 53 Architekturbüro Slapa Oberholz Pszczulny (SOP), www.sop-architekten.de: Seite 58 arcona Management GmbH | arcona HOTELS & RESORTS, www.arcona.de: Seite 39 Yan Arnold, Seite 58 Barkow Leibinger, www.barkowleibinger.com: Seite 62 Carpus+Partner, www.carpus.de: Seite 64 Ecophon Deutschland, www.ecophon.com/de: Seite 46 Ed. Züblin AG, www.zueblin.de: Seite 53 Fotolia, www.fotolia.de: Seite 2, 4, 5, 23, 26, 33, 44, 51, 67 Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, www.iao.fraunhofer.de, Seite 15 Axel Hartmann, www.ah-fotografie.de: Seite 4, 30-33 Ulrich Hoppe, www.ulrich-hoppe.de: Seite 4, 5, 16-22, 42-45 Institut für Architekturpsychologie GmbH, Günter Hertel: Seite 11 Kuhl|Frenzel, www.kuhlfrenzel.de: Seite 4, 38, 59, 66 K+W Fotografie, www.kundw.de: Seite 1, 4, 12, 48-50 Bettina Meckel, www.fotografin.de: Seite 25 MOMENI GRUPPE, www.momeni-immobilien.de: Seite 29 Lucas Müller, www.lucas-mueller.de: Seite 49 Museum Victoria Brisbane, http://collections.museumvictoria.com.au/items/1764010, Seite 8 Klemens Ortmeyer, www.ortmeyer.de: Seite 3, 7, 23, 51 SVEN OTTE FOTOGRAFIE, www.svenotte.com: Seite 63 pbr AG, www.pbr.de: Seite 6, 7, 63, 65 pbrZZ, www.pbr-zz.de: Seite 64 planlicht GmbH & Co.KG, www.planlicht.com: Seite 36 Provinzial Rheinland, www.provinzial.com: Seite 5, 34 Sigrid Rauchdobler, www.rauchdobler.com: Seite 59 Martin Schlüter, www.martinschlueter.com: Seite 5, 24-25 Stephan Schute, www.stephanschute.de: Seite 5, 54-55

Studio Nordblick - Thomas Zarges, www.studionordblick.de: Seite 60 Jonathan Webb, www.webbaviation.de: Seite 35 4-e-motions, www.4-e-motions.de: Seite 5, 40 Konzeption, Text, Layout, Grafik und Satz Kuhl|Frenzel Agentur für Kommunikation, Osnabrück Schrift Linotype Univers (diverse Schnitte) von Adrian Frutiger Papier Innen: 115 g/qm ProfiBulk 1.3 Umschlag: 150 g/qm ProfiBulk 1.3 Druck Günter Druck, Georgsmarienhütte Auflage 3.500 Exemplare Verteilung an Kunden, Freunde und Mitarbeiter Urheberrecht Das Magazin und alle in ihm enthaltenen Beiträge und ­Abbildungen sind ur­heberrechtlich geschützt. Jede urheber­rechtswidrige Verwertung ist ohne Zustimmung der Rechteinhaber unzulässig. Der Herausgeber übernimmt keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben in diesem Magazin. Namentlich gezeichnete Beiträge geben die Meinung des Verfassers wieder, nicht unbedingt auch die der ­Redaktion. phase 10 erscheint 2 x jährlich. Sie können phase 10 kostenlos abonnieren. Bisher veröffentlichte Ausgaben in digitaler Form finden sie auf http://issuu.com/pbr_ag. Für unaufgefordert eingesandte Manuskripte und Fotos übernehmen wir keine Haftung. phase 10 wurde 2014 mit einem Iconic Award „Winner“ in der Rubrik Communication / B2B Communication ausgezeichnet.

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issn 2198-7564

phase 10 7/2016  

Leistung und Motivation - Schwerpunkt Arbeitswelten Magazin der pbr Planungsbüro Rohling AG

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